Unbekannte Jahre. Die vernachlässigte Epoche deutsch-jüdischen Aufstiegs: 1848–1880

Ort
Berlin
Veranstalter
Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft des Leo-Baeck-Instituts in der Bundesrepublik Deutschland
Datum
29.02.2016 - 01.03.2016
Von
Arndt Engelhardt, Simon Dubnow Institute for Jewish History and Culture

Am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin fand am 29. Februar und 1. März 2016 der von der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft des Leo-Baeck-Instituts in der Bundesrepublik Deutschland ausgerichtete Workshop „Unbekannte Jahre. Die vernachlässigte Epoche deutsch-jüdischen Aufstiegs: 1848–1880“ statt, der sich anschließend an die Zäsur der Revolution von 1848 einer Periode der Akkulturation und Integration der Juden in Deutschland widmete. STEFANIE SCHÜLER-SPRINGORUM (Berlin), Direktorin des Zentrums für Antisemitismusforschung und Vorsitzende der im Jahre 1989 gegründeten Arbeitsgemeinschaft, verwies darauf, dass diese Tagung mit ihrem zeitlichen und thematischen Fokus an ältere Vorhaben der Arbeitsgemeinschaft anschließe. Mitveranstalter MATHIAS BEREK (Berlin/Leipzig) erinnerte in seiner Einführung an die Schlüsseljahre jener Epoche, 1848, die Zeit der Reichsgründung 1869/1871 sowie 1881/1882 mit einer starken Migration aus den östlichen Gebieten Europas infolge der Pogrome. Im Fokus stehe damit eine Periode, die durch die Durchsetzung der rechtlichen Emanzipation der Juden, Prozesse der Urbanisierung und ein weiteres Aufgehen der jüdischen Bevölkerung in die deutsche, sich national gebärdende Umgebungskultur gekennzeichnet sei, die gleichzeitig jedoch Anzeichen einer Dissimilation in sich trage. Mögliche Sehepunkte für eine neuerliche Beschäftigung könnten aufbauend auf die Pionierstudien unter anderem von Jacob Toury (1915–2004) die Teilhabe bzw. der Ausschluss der jüdischen Bevölkerung im Prozesse der deutschen Nationalstaatsbildung, der liberale und universalistisch ausgerichtete Fortschrittsoptimismus, der Glaube auch der jüdischen Minderheit an Staat und Nation sowie der Übergang der Juden von „Außenseitern“ zu einer „normalen“ religiösen Minderheit sein.

Zum Auftakt der Tagung führte REINHARD RÜRUP (Berlin) in seinem Vortrag „Emanzipation und bürgerliche Gesellschaft. Zur Dynamik der deutsch-jüdischen Geschichte 1848–1878“ in die zentralen Ereignisse und Entwicklungslinien ein, die in jener „Abschlussphase der rechtlichen Gleichsetzung“ einen politisch-kulturellen Prozess von über 100 Jahren zu Ende brachte. So sei im Jahre 1867 die rechtliche Gleichstellung der Juden in Österreich-Ungarn und 1871 im deutschen Reich erreicht worden und damit an die Etablierung nationaler Gemeinwesen gebunden. Im Berliner Kongress des Jahres 1878 wurde die Einrichtung neuer Nationalstaaten von der Anerkennung ihrer jüdischen Minderheit abhängig gemacht. Bereits unmittelbar im Anschluss an die Revolution von 1848 hätten antijüdische Ausschreitungen stattgefunden und konservative Kräfte einen Aufwind erfahren. In den Revolutionsereignissen traten Juden sowohl in Wien und Berlin als Akteure und gestaltende Kraft auf, es gab auf den Barrikaden viele jüdische Opfer, und Juden wurden später auch in die entsprechenden Parlamente gewählt. Damit einher sei ein Wandel im Selbstverständnis der deutschen und europäischen Juden gegangen, der sich beispielsweise in Heinrich Graetz’ (1817–1891) bahnbrechenden Werk der „Geschichte der Juden von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart“ in der damals heiß debattierten Formulierung von einer „israelitischen Ehre“ im elften Band „Vom Beginne der Mendelssohnschen Zeit 1750 bis in die neueste Zeit 1848“ aus dem Jahre 1870 gespiegelt habe. Auch wenn die Zeit also reif war für die rechtliche Emanzipation der Juden als Teil der allgemeinen Aufklärung, so habe gleichzeitig ein kultureller Wandel eingesetzt, der vor dem Hintergrund der fortschreitenden Agrarreform und der industriellen Revolution negative Stereotype über die vermeintliche Macht der Juden bewahrte, transformierte und damit dem zunehmend wissenschaftlich argumentierenden Antisemitismus zum Aufstieg verhalf. Infolge der Gründerkrise im Jahre 1873 und während der ab 1880 einsetzenden großen Depression sei nun die Festigung der inneren Einheit zur politischen Prämisse sowie der Nationalismus zur tragenden politischen Kraft der Rechten und damit die jüdische Integrationserwartung in Frage gestellt geworden.

Das erste Panel unter dem Titel „Umbruch und Emanzipation“ wurde mit dem Vortrag „Gemeinschaft – Vertrautes als Neues? Zu den konservativen Rückgriffen des deutschen Judentums der Emanzipationsphase“ von ANDREAS GOTZMANN (Erfurt) eröffnet. Er wies im Anschluss an die vorhergehende Diskussion, in der die Tragweite der Wirtschafts- und Sozialgeschichte für aktuelle Vorhaben thematisiert worden war, darauf hin, dass sich Forschungsansätze immer zeitspezifisch verschieben und sich damit neue Themen sowie Formen der Darstellung ergeben. Ein Ziel seines Vortrages war es hervorzuheben, dass sich auf der Ebene des Gemeindelebens neben einem rasanten Anpassungsprozess auch Residuen traditioneller Strukturen erkennen lassen, die Stabilität erzeugen. Gotzmann erläuterte diese These anhand der besonderen Organisationsstrukturen jüdischer Gemeinschaften und deren Verwaltungsrahmen im Zeitalter der fortschreitenden Säkularisierung, in der die traditionelle jüdische Gemeinde in Religionsgemeinschaften wie andere auch transformiert wurde. Gerade durch einen genauen Vergleich der spezifischen Umstände in Karlsruhe und Breslau gelang es ihm, die Ausdifferenzierung jüdischer Gemeindeautonomie vor dem Hintergrund überlappender staatlicher Interessen im Erziehungswesen und der Steuergesetzgebung in den Besonderheiten des allgemeinen Vereinsrechts aufzuzeigen. ARNDT ENGELHARDT (Jerusalem/Leipzig) thematisierte in seinem Beitrag das auf Initiative von Ludwig Philippson (1811–1889) gegründete „Institut zur Förderung der israelitischen Literatur“ als zentrale Buchgemeinschaft in den Jahren 1855 bis 1873 für Schriften zur jüdischen Geschichte, Kultur und Literatur. Mit einem auf das breite Publikum ausgerichtetem Programm sprach jene Buchgemeinschaft gezielt eine Leserschaft an, die über ein hohes Unterhaltungs- und Lesebedürfnis verfügte. Gleichzeitig war es ihr durch die Auswahl der edierten Werke möglich, die Richtung der angestrebten geistigen und religiösen Bildung zu bestimmen. In den siebzehn Jahren seines Bestehens verlegte das „Institut“ mehr als 85 Werke zur jüdischen Geschichte und Literatur, darunter in den Jahren 1855 bis 1868 sieben Bände der „Geschichte der Juden“ von Heinrich Graetz, aber auch bedeutende Werke der Belletristik und einen großen Teil der publizistischen Arbeiten von Ludwig Philippson. Vor dem Hintergrund der politischen, kulturellen und sozialen Ereignisse der 1860er Jahren wurde damit eine publizistische Ausrichtung diskutiert, die zwischen einer Reformierung und der Bewahrung traditioneller jüdischer Werte vermittelte.

Im folgenden Panel „Das deutsche Judentum und die Nation“ ordnete ULRICH WYRWA (Berlin) mit seinem Vortrag „Die Konstruktion der deutschen Nation mit den Juden. Deutsche Juden als Akteure auf dem nationalen Feld“ im Anschluss an die theoretischen Implikationen des Feldbegriffs von Pierre Bourdieu die Ereignisse in der konstitutiven Phase der Gründung der deutschen Nation in allgemeine, auch europäische Entwicklungslinien ein. Wurde in der bisherigen Forschung häufig ein unmittelbarer Bezug zwischen der Nationsbildung und dem Aufkommen des Antisemitismus hergestellt, so ging es Wyrwa in seiner Präsentation darum, die Beteiligung jüdischer Deutsche als Akteure im nationalen Feld zu zeigen. Hierzu verwies er unter anderem auf die Gründungsgeschichte des deutschen Nationalvereins, die Etablierung neuer, eher national ausgerichteter Zeitschriften und eine zunehmende Militarisierung des nationalen Diskurses, die auch von den preußischen Juden mitgetragen wurde. HARALD LÖNNECKER (Koblenz) thematisierte in seinem Referat „Juden und Burschenschaft ca. 1848/49–1880“ die Besonderheit der deutschsprachigen Studentenkultur mit einem starken Gruppenbewusstsein als zukünftige Elite und deren Leitfunktion für zeitgenössische Gesellschaft. Das Korporationsleben wurde als kollektives Erlebnis beschrieben, das gerade in den Universitätsburschenschaften im Gegensatz zu den technischen und freien Burschenschaften sehr gut dokumentiert ist. Die Beteiligung in korporativen Vereinigungen war somit gerade für Juden eine Form der Teilhabe und ein Zeichen für die Emanzipation.

Das dritte Panel „Revolution, Reaktion, Universalismus“ versicherte sich publizistischer Repräsentationen jener Epoche. MANJA HERRMANN (Berlin/Beer Sheva) erläuterte in ihrem Vortrag „Der frühe national-jüdische Diskurs: Moses Hess (1812–1875) und Wilhelm Herzberg (1827–1897)“ das Zusammengehen von modernem zionistischen und säkularem Denken vor dem Hintergrund der Entwicklungen in Europa und Palästina. In beiden seinerzeit aufsehenerregenden Texten wurde der Diskurs um das nationale Selbstverständnis der Juden mit Fragen der Authentizität in je besonderer Weise verknüpft. Im Zentrum der Darstellung stand dabei der hier konstruierte Gegensatz zwischen „Hebräern“ und „Helenen“ sowie die Verhandlung von jüdischen und christlichen Emblemen in den beiden jüdisch-national orientierten Schriftzeugnissen. Anhand der Arbeiten dreier jüdischer Autorinnen des 20. Jahrhunderts, Eva Reichmann (1897–1998), Hannah Arendt (1906–1975) und Eleonore Sterling (1925–1968), konnte KIRSTEN HEINSOHN (Hamburg) zeigen, wie diese in ihren Analysen den in Deutschland aufkommenden Antisemitismus aus der Retrospektive der 1950er Jahre bewerteten. Sie verwies auf die je spezifischen historischen Erfahrungs- und Schreibkontexte, in denen diese Schriften entstanden waren, und wie hier universalistische Werte gegenüber nationalistischen Einschränkungen verteidigt wurden. Darüber hinaus arbeitete sie die Bedeutung der drei Publizistinnen für die Entstehung der Zeitgeschichtsforschung als neuer Disziplin heraus, die sich mit ihren Schriften nur bedingt in seinerzeit vorherrschende Meistererzählungen über das 19. Jahrhundert einordnen lassen. Heinsohn betonte in ihren Ausführungen besonders den Übergangscharakter der Epoche im Fokus, der von diesen drei Autorinnen bereits früh aufgezeigt worden war.

Im vierten Panel zu „Innerjüdische Perspektiven“ stellte zunächst CHRISTIANE WENDLER (Trier) die Diskurse in der von dem orthodoxen Rabbiner Marcus Lehmann (1831–1890) redigierten Zeitschrift „Der Israelit“ vor. Dieses zeitgenössische Organ war als ein Gegenentwurf zur „Allgemeinen Zeitung des Judentums“ angelegt. Wendler machte sichtbar, wie gerade in den Debatten um die Modernisierung des Judentums ein ganzes Spektrum an divergierenden Einstellungen zu religiösen Fragen präsent war und auch skeptische Meinungen zur Emanzipation der Juden aufschienen, die in der Forschungsliteratur bisher häufig übersehen wurden. NADINE GARLING (Lübeck/Hamburg) thematisierte in ihrem Vortrag die Herausbildung der Neoorthodoxie als bedeutende Strömung innerhalb des deutschen Judentums im Zeitraum von 1848 bis 1880. Anhand der Entwicklungen in der jüdischen Gemeinde der Hansestadt Lübeck wurde in einem mikrohistorischen Ansatz der Frage nachgegangen, wie sich die innerjüdischen Debatten um Religionsreform in Synagoge, Rabbinat und Gemeindeorganisation auf der lokalen Ebene auswirkten. Den Wandlungsprozess, der sich innerhalb der deutsch-jüdischen Historiographie im jüdischen Selbstverständnis der Jahrzehnte zwischen 1848 und 1880 vollzog, untersuchte IMANUEL CLEMENS SCHMIDT (Leipzig) in seinem Vortrag, der sich der Publikations- und Übersetzungstätigkeit von Meir Wiener (1819–1880) widmete. Die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde dabei als ein Einschnitt verstanden, in dem in der jüdischen Geschichtsschreibung in Abkehr vom Emanzipationsdiskurs auch eine Wiederkehr martyriologischer Erinnerungen zu verzeichnen sei. Schmidt band diese Entwicklung an den europäischen politischen Diskurs jener Jahre und markierte sie als eine kulturelle Verschiebung, jüdische Leidensgeschichte von christlichen Deutungen abzusetzen und eine spezifische Sinndeutung partikularer Geschichtserfahrung zu reflektieren.

TILL VAN RAHDEN (Montreal) thematisierte in seiner Einführung zum abschließenden Panel „Liberalismus, Optimismus, Antisemitismus“ die Notwendigkeit, der historischen Wandlung der Begrifflichkeiten nachzugehen, mit denen die Erfahrungen vergangener Zeiten beschrieben werden. CHRISTINE ACHINGER (Warwick) verwies mit dem Vortrag „Die Figur des Juden und die Erzählbarkeit der Welt: Realismuskonzeptionen und Antisemitismus bei Gustav Freytag“ auf die Grenzen des bürgerlichen Liberalismus, die in dem wirkmächtigen Roman „Soll und Haben“ (1855) in besonderer Weise aufscheinen. Mit einem genauen Blick auf Freytags literaturtheoretische Positionierung im deutschen Realismus rekonstruierte sie das Ineinandergehen von literarischen Antisemitismus und tiefgreifenden Wandlungen im Verhältnis von Subjekt und gesellschaftlicher Welt, das mit der Entwicklung der kapitalistischen Moderne unmittelbar verbunden sei. Anhand der in den Erinnerungen des Berliner Rabbiner Emil Bernhard Cohn (1881–1948) und im Familiennachlass überlieferten Materialien beschriebenen Bildungs- und Berufswege erläuterte CHRISTINE HARTIG (Göttingen) in ihrem Vortrag die Beziehungen der jüdischen Bevölkerung zur christlichen Mehrheitsgesellschaft. Dabei wurde deutlich, dass bereits vor 1880 die soziale Einhegung des Bürgertums bis dahin getragene Aufstiegshoffnungen der jüdischen Minderheit enttäuschte und in der Retrospektive der aufkommende Antisemitismus sowohl als Wendepunkt in individuellen Familiengeschichten wie als Vorgeschichte für den Zionismus interpretiert wurde. MARCEL STOETZLER (Bangor) stellte in seinem Beitrag die Reaktionen jüdischer Liberaler auf Heinrich von Treitschkes (1834–1896) antisemitische Angriffe in den Jahren 1879–1881 dar. Er verwies dabei auch auf die Besonderheiten der Argumentationsfiguren innerhalb dieser zentralen Debatte gegen Ende des 19. Jahrhunderts, in der die Anschlussfähigkeit an nationale Positionen gewahrt blieb und der Antisemitismus gerade auch im (liberalen) Bürgertum sowie der akademischen Elite fest verankert wurde.

In seinem Abschlussvortrag „Die nachrevolutionäre Epoche als Gründerzeit“ rief CHRISTIAN JANSEN (Trier) noch einmal zentrale Positionen für die Deutung jener Zeit vor dem Hintergrund der deutschen Nationsbildung auf der Ebene der inneren Strukturbildung des Reiches, der politischen Kultur und im Parteiensystem in Erinnerung. In seinem Plädoyer, das historische Label einer „Begründung“ für die Forschung nutzbar zu machen, verwies er auch auf die Eigenständigkeit jener Jahre, die bereits von den Zeitgenossen immer wieder betont wurde. Auch wenn die Reichsgründung ohne die Revolution von 1848 nicht zu verstehen sei, deren Ideen in jenen Jahrzehnten fortwirkten, so bildete sich später ein exklusiver Reichsnationalismus aus, in dem vor dem Hintergrund der fortschreitenden Industrialisierung und des Agrarwandels die Verbürgerlichung beschleunigt wurde.

Die Abschlussdiskussion – und der Workshop im Ganzen – machte deutlich, dass die Meistererzählung über die Emanzipationsperiode und den Liberalismus im 19. Jahrhundert weiterhin forschend in Frage gestellt werden sollte: Das deutsche nationale Projekt war auch ein jüdisches und die antijüdische Ausgrenzung auch eine liberale. Gerade die Epoche zwischen 1848 und 1880 zeigt, wie eng verzahnt zentrale Fragen der Geschichte des 19. Jahrhunderts mit der Perspektive jüdischer Geschichte sind, und wie aus einem solchen Sehepunkt heraus allgemeine historische und gesellschaftliche Entwicklungen neu eingeordnet werden können.

Konferenzübersicht:

Stefanie Schüler-Springorum (Berlin): Begrüßung
Mathias Berek (Berlin/Leipzig): Einführung und Vorstellung

Workshop-Auftakt
Reinhard Rürup (Berlin): Emanzipation und bürgerliche Gesellschaft. Zur Dynamik der deutsch-jüdischen Geschichte 1848–1878

Panel „Umbruch, Emanzipation“
Andreas Gotzmann (Erfurt): Gemeinschaft – Vertrautes als Neues? Zu den konservativen Rückgriffen des deutschen Judentums der Emanzipationsphase

Arndt Engelhardt (Jerusalem/Leipzig): Das „Institut zur Förderung der israelitischen Literatur“ (1855–1873) zwischen Bewahrung und Reform

Panel „Das deutsche Judentum und die Nation“
Ulrich Wyrwa (Berlin): Die Konstruktion der deutschen Nation mit den Juden. Deutsche Juden als Akteure auf dem nationalen Feld
Harald Lönnecker (Koblenz): Juden und Burschenschaft ca. 1848/49–1880

Panel „Revolution, Reaktion, Universalismus“
Manja Herrmann (Berlin/Beer Sheva): Der frühe national-jüdische Diskurs: Moses Hess (1812–1875) und Wilhelm Herzberg (1827–1897)

Kirsten Heinsohn (Hamburg): 1848 bis 1880 aus der Sicht jüdischer Publizisten

Panel „Innerjüdische Perspektiven“
Christiane Wendler (Trier): Orthodoxe Ansichten der innerjüdischen Emanzipationsdebatte

Nadine Garling (Lübeck/Hamburg): „auf ererbter orthodoxer Basis gegründetes Gemeindewesen“. Die Herausbildung der Neo-Orthodoxie am Beispiel des Übergangs der ländlichen Gemeinde in Moisling zur Stadtgemeinde in Lübeck zwischen 1848 und 1880

Imanuel Clemens Schmidt (Leipzig): Veröffentlichtes Leiden. Meir Wiener (1819–1880) und die Wiederkehr jüdischer Martyriologie

Panel „Liberalismus, Optimismus, Antisemitismus“
Christine Achinger (Warwick): Die Figur des Juden und die Erzählbarkeit der Welt: Realismuskonzeptionen und Antisemitismus bei Gustav Freytag
Christine Hartig (Göttingen): Vom „liberalen Zeitalter“ zur Dissimilation: Zäsuren zwischen 1850–1880

Marcel Stoetzler (Bangor): An euphoric moment of liberal optimism: Jewish liberals’ rebuttals of Treitschke’s antisemitism in the Berlin Antisemitism Dispute

Abschlussvortrag „Vernachlässigte Jahre?“
Christian Jansen (Trier): Die nachrevolutionäre Epoche als Gründerzeit – und warum die Historiker sich lange nicht für sie interessiert haben

Ergebnisse und Pläne

Zitation
Tagungsbericht: Unbekannte Jahre. Die vernachlässigte Epoche deutsch-jüdischen Aufstiegs: 1848–1880, 29.02.2016 – 01.03.2016 Berlin, in: H-Soz-Kult, 05.08.2016, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6645>.
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Veröffentlicht am
05.08.2016
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