SET „QuellCodes“. Räume, Quellen und Formatierung aktueller Rundfunkgeschichtsforschung | H-Soz-Kult. Kommunikation und Fachinformation für die Geschichtswissenschaften

„QuellCodes“. Räume, Quellen und Formatierung aktueller Rundfunkgeschichtsforschung

Ort
Potsdam-Babelsberg
Veranstalter
Studienkreis Rundfunk und Geschichte e.V.
Datum
09.06.2016 - 10.06.2016
Von
Ania Mauruschat, Literatur- und Medienwissenschaftlerin, Basel

Seit einiger Zeit schwelt die Debatte um die strukturell und rechtlich problematische Situation der Rundfunkarchive in Deutschland. Noch immer wird die Forschung zu zeithistorischen Fragen durch die erschwerte Zugänglichkeit der Archive und das veraltete Urheberrecht massiv behindert. Dies bringt viele Wissenschaftler/innen in die Situation bei Forschung und Lehre in einem rechtlichen Graubereich zu operieren.[1] Auch gibt es unter anderem wegen der fehlenden Auflage der Abgabe von Pflichtexemplaren aller Rundfunksendungen an eine zentrale Stelle[2] sowie der föderalen Struktur der ARD in Deutschland beispielsweise kein nationales AV-Archiv wie das Institut national de l'audiovisuel (INA) in Frankreich, das seit 1995 als staatliche Pflichthinterlegungsstelle alle an ein Massenpublikum gerichteten audiovisuellen und multimedialen Dokumente archiviert.[3] In diese unübersichtliche Situation hat unter anderem der Archivführer „Das Gedächtnis des Rundfunks“[4] etwas Ordnung gebracht. Viele Fragen und Probleme sind jedoch noch lange nicht geklärt. Vor diesem Hintergrund widmete sich die Arbeits- und Jahrestagung des Studienkreises Rundfunk und Geschichte e.V. 2016 den Folgen des digitalen Medienwandels für die Rundfunkgeschichtsforschung. Entsprechend symbolisch war der Tagungsort gewählt: Das Deutsche Rundfunkarchiv (DRA) in Potsdam-Babelsberg, wo auch das Archiv des ehemaligen DDR-Rundfunks verwaltet wird, stehe laut Veranstalter „exemplarisch für Transformationsprozesse in der Quellenarbeit, die sich zwischen tradierter Archivierung und digitaler Speicher- und Netzkultur bewegen“.

„Technology is neither good nor bad; nor is it neutral.“ Dieses berühmte Gesetz des US-amerikanischen Technikhistorikers Melvin Kranzberg kann als Quintessenz der Tagung bezeichnet werden. Das aus Kranzbergs Gesetz zu folgernde Gebot einer verantwortungsvollen Regulierung elektronischer Medien und ihrer Archive war zugleich auch das Fazit des Einführungsvortrages von CHRISTOPH CLASSEN (Potsdam), Wissenschaftlicher Projektleiter der Abteilung „Zeitgeschichte der Medien- und Informationsgesellschaft“ am Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF). In seinem differenzierten Vortrag wog Classen die Vor- und Nachteile der Digitalisierung für die Geschichtswissenschaft sorgfältig ab und fasste sie zusammen unter den Überschriften „Überliefern und Speichern“, „Ordnen und Suchen“ sowie „Nutzen und Schreiben“.

Hinsichtlich „Konservierung und Speicherung“ als klassischen Aufgaben jeden Archivs, konstatierte Classen, habe man es heute beispielsweise mit zwei großen Herausforderungen zu tun: Zum einen führe die „Abundance“, also der Überfluss an riesigen, exponentiell wachsenden und dynamischen Datenmassen, keineswegs dazu, dass im Internet alles für immer gespeichert sei wie von Datenschützern gerne behauptet werde. Vielmehr sei zum Beispiel die Frühphase des Internets so gut wie gar nicht archiviert. Außerdem werde heute wohl kaum noch jemand seine E-Mails und SMS so archivieren wie früher seine Briefe. Ein weiteres Problem, so Classen, werfe die sogenannte „Retrodigitalisierung“ des audio-visuellen Erbes beispielsweise in den Rundfunkanstalten auf: Sie könne zwar den dezentralen Zugang zu den Beständen der Archive von Rundfunkanstalten erleichtern. Für die Langzeitarchivierung seien die sich rapide wandelnden digitalen Formate und ihre Trägermedien jedoch keineswegs besser geeignet als analoge Speichermedien.

Zentral für die Geschichtsforschung sei außerdem die Frage nach den Auswirkungen der Computerisierung für das Ordnen und Suchen, da die „Ordnung der Dinge“ nie ideologiefrei sei, wie man spätestens seit Michel Foucault wisse. Für das „Suchen und Finden“ hingegen gäbe es durch die Digitalisierung zwar durchaus Vorteile, so Classen, dabei sei aber der sogenannte „Google-Effekt“ zu bedenken: Bei unserer Suche würden wir oft Werkzeuge wie Suchmaschinen benutzen ohne etwas über die ihren Algorithmen zu Grunde liegenden ökonomischen oder politischen Programmierungen zu wissen.

Last but not least: Das „Nutzen und Schreiben“ im Kontext historischer AV-Medienprodukte werfe die Frage nach dem Urheberrecht auf, das dringend an die digitale Wirklichkeit angepasst werden müsse. Diese Forderung war auch das Ergebnis eines Rechtsgutschachtens, das der Historikerverband und die Gesellschaft für Medienwissenschaft gemeinsam in Auftrag gegeben hatten und das im Herbst 2015 veröffentlicht worden war.[5]

Der „Master-Studiengang Filmkulturerbe“ an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf widmet sich schon heute allen von Classen angesprochenen Herausforderungen im Hinblick auf das kulturelle Erbe „Film“ als „zentrales Medium des 20. Jahrhunderts“ sowie als „wichtige Basis der heutigen digitalen Medienkultur“. Der Leiter des Studiengangs CHRIS WAHL (Potsdam) berichtete in seinem Vortrag, dass in dem MA-Studium ein besonderer Fokus auf „der Kuratierung, Editierung und Programmierung von historischen Filmen“ sowie auf der „dokumentarischen, künstlerischen, wissenschaftlichen und kommerziellen Wiederverwendung von audiovisuellen Archivmaterialien“ läge. Zugleich würde der Studiengang „Filmkulturerbe“ aber auch dazu beitragen, so Wahl, die in Babelsberg ausgebildeten Nachwuchsfilmemacher/innen für künftige Fragen der Archivierung und der rechtlichen Nutzungsmöglichkeiten ihrer Filme zu sensibilisieren.

Wie dringend notwendig eine Reform des Urheberrechts ist, das hat auch HELMUT KOPETZKY (Fulda) erfahren müssen. Der renommierte Hörfunk-Autor gab in seinem Vortrag zum Feature nicht nur Einblick in die eigene Werkstatt, sondern spielte auch fremde Ausschnitte vor, beispielsweise aus Peter Leonhard Brauns berühmtem Feature „Hühner“ (1967) über industrielle Tierzucht oder David Zane Mairowitzs Feature „Good old uncle Joe“ (2003) über den Stalin-Mythos, der auch 50 Jahre nach dem Tod des Diktators in Georgien noch blühte. Alle Beispiele waren Preziosen, die normalerweise in den Archiven der Rundfunkanstalten unter Verschluss und dezentral über ganz Deutschland verteilt sind, und von deren Existenz nur Insider wissen. Insider wie Kopetzky, der selber über 40 Jahre lang dokumentarische Sendungen für öffentlich-rechtliche Radiosender im In- und Ausland gemacht hat. Viele seiner Sendungen wurden preisgekrönt, weil sie auf einmalige, akustische Weise Zeugnis vom Alltag der Nachkriegszeit gäben, nicht nur von dem in der Bundesrepublik Deutschland.[6] Allein: Kopetzkys Features nachhören konnten Interessierte bisher nur unter größten Schwierigkeiten. Auf Anregung zweier Freunde und des DRA hat der Feature-Autor im Ruhestand ein Jahr lang über 100 seiner Sendungen in Eigeninitiative digitalisiert und mit Sekundärmaterial aufbereitet. Um diese Features jedoch der Forschung zur Verfügung zu stellen, müsste Kopetzky nun womöglich mit jedem Beteiligten einen eigenen Vertrag abschließen, vom Sprecher bis zur Tontechnikerin. Bleibt zu hoffen, dass Kopetzkys Werk über das DRA unproblematischer und schneller zugänglich gemacht werden kann.

Kopetzkys Vorlass ist das momentan virulenteste Beispiel für die Situation von vielen Feature-Autor/innen, deren Namen kaum jemand kennt, geschweige denn dass ihre Leistungen außerhalb kleinster Fachkreise wahrgenommen und gewürdigt würden. Diesen Missstand zu beheben hat sich die Fachgruppe „Radiofeature“ vorgenommen. Als das Resultat ihrer Sitzungen präsentierten die Radioforscher GOLO FÖLLMER (Halle) und KAI KNÖRR (Potsdam) den Beschluss, einen Feature-Pool für Forschung und Lehre einzurichten, der idealer Weise irgendwann am DRA angesiedelt wäre, vorerst aber federführend an den Universitäten Halle und Potsdam koordiniert wird. So soll einerseits dazu beigetragen werden, die Sender zu einer stärkeren Öffnung ihrer Archive für Wissenschaft und Lehre zu bewegen, andererseits soll dieser überschaubare Pool den überfälligen Grundstein für die Erforschung des Features legen, um so diesem Desiderat der deutschen Radio-Forschung zu begegnen.

Dem „Sichern und Bewahren“ historischer Zeugnisse hat sich auch die Fachgruppe „Zeitzeugen des Rundfunks“ verschrieben, bei dem Abschlussbericht vertreten durch die Fernsehwissenschaftlerin JUDITH KRETZSCHMAR (Leipzig) und SUSANNE HENNINGS (Frankfurt am Main) vom DRA. Die Fachgruppe wird sich in nächster Zeit ganz darauf konzentrieren, Interviews mit Rundfunkfunktionär/inn/en und –journalist/inn/en der 1960er- und 1970er-Jahre durchzuführen, um wertvolle Zeugnisse der Rundfunkgeschichte nicht in Vergessenheit geraten oder verloren gehen zu lassen. Innerhalb ihrer Sitzungen beschäftigte sich die Fachgruppen darum vor allem auch mit Methodenfragen der Oral History und des qualitativen Interviews. Erste Interviews sind bereits geführt worden und zwölf weitere sind in konkreter Planung, berichteten die beiden Projektleiterinnen.[7] Diese Interviews werden in der Vereinszeitschrift „Rundfunk und Geschichte“ veröffentlicht und auf der Website des Studienkreises online zugänglich gemacht. Das Projekt dieser Fachgruppe wird durch die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) und die Medienanstalt Berlin-Brandenburg
 (mabb) gefördert.

Zur Verbesserung der Situation der AV-Archive in Deutschland beizutragen ist auch das Anliegen der Fachgruppe „Speicherkulturen“. Die beiden Medienwissenschaftler UWE BREITENBORN (Magdeburg) und YULIA YURTAEVA (Potsdam) präsentierten als Ziel ihrer Fachgruppe eine Art „Machbarkeitsstudie“. Diese soll aufzeigen, ob es in Deutschland überhaupt möglich sei, eine zentrale Stelle einzurichten, an der die Bestände unterschiedlichster AV-Archive zusammenlaufen könnten, vergleichbar beispielsweise dem Schweizer Archivnetzwerk Memoriav.[8] Dieser Verein wurde 1995 von unterschiedlichen Bundesarchiven und -ämtern sowie dem Service Public zur Erhaltung des audiovisuellen Kulturguts der Schweiz gegründet und archiviert nicht nur Radio- und Fernsehsendungen sondern auch die Bestände privater AV-Archive.

Die Medienwissenschaftler THOMAS WILKE (Tübingen) und ALEC BADENOCH (Utrecht) präsentierten als Ergebnis der Fachgruppe „Musik im Radio“ schließlich ein weiteres Fachgruppentreffen sowie die Planung eines Workshops für 2017. Unter dem Stichwort „Flow“ wolle man sich unter anderem mit den Fragen beschäftigen, wie sich Musik im Radio zum Bildungsauftrag öffentlich-rechtlicher Sender verhalte und in welchen funktionalen Zusammenhängen musikalische Programmentscheidung zu sehen sind. Und die Fachgruppe „Historische Rezipientenforschung“, vertreten durch GERLINDE FREY-VOR (Leipzig), Abteilungsleiterin Markt- und Medienforschung des MDR, sowie die Kulturanthropologin FANNY GUTSCHE (Basel), berichtete von der Verständigung über ihr Selbstverständnis sowie über grundlegende theoretische und methodische Fragen der Historischen Rezipientenforschung und künftige Forschungs- und Tätigkeitsfelder.

Ein Highlight der Tagung war das sogenannte „Kamingespräch“. Als ehemaliger Leiter des Archivs des Hessischen Rundfunks und ehemaliger komissarischer Leiter des DRA hatte Moderator MICHAEL CRONE (Frankfurt am Main) die hitzige Diskussion, die noch einmal alle zentralen Aspekte der Debatte um die deutschen Rundfunkarchive zusammenführte und sich schnell vom Podium auf das ganze Publikum ausdehnte, bestens im Griff. Dass die Zugänglichkeit zu den audiovisuellen Quellen des Rundfunks in Deutschland noch immer zu wünschen übrig lasse, gab denn auch Podiumsteilnehmer HEINZ GLÄSSGEN (Hamburg) zu, ehemaliger Intendant von Radio Bremen und jetziger Leiter der Historischen Kommission der ARD. Dies sei besonders bedauerlich, so Glässgen, da sich schließlich jedes Thema, das einst von öffentlichem Belang war, in den Archiven der ARD niedergeschlagen habe. Allerdings sei die Historische Kommission nicht für die Programmarchive verantwortlich sondern sei lediglich eine sehr kleine Kommission, die vorrangig die Institutionen- und Programmgeschichte der ARD betreue und durch Symposien und Publikationen vor allem an den „öffentlichen Auftrag“ erinnere, der die Existenz der ARD als gebührenfinanzierten, öffentlich-rechtlichen, föderalen Senderverbund legitimiere.[9] Glässgens Gesprächspartner auf dem Podium war FRANK BÖSCH (Potsdam), Direktor des ZZF und Inhaber des Lehrstuhls für deutsche und europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts an der Universität Potsdam. Bösch wünschte sich von Glässgen dennoch etwas mehr Unterstützung bei der Erhöhung des Bewusstseins in den ARD-Anstalten für die wissenschaftliche und somit auch gesellschaftliche Relevanz der Archive. So wäre in manchen Rundfunkarchiven beispielsweise noch immer nicht bekannt, dass es 2014 den gemeinsamen Beschluss der Intendanten gegeben habe, Wissenschaftlern den einheitlichen Zugang zu den Archiven zu erleichtern.[10] Außerdem reiche es nicht, dass die Forschungsberechtigung allgemein nur ab dem Doktorat aufwärts gelte, und auch da nur mit viel Wartezeit. Für Magister- und Seminararbeiten hätten Studierende beispielsweise noch immer keine Möglichkeit die Archive zu nutzen.

Zur Umsetzung des Intendantenbeschlusses hatte auch MARGARETE KEILACKER (Wermsdorf), verantwortliche Redakteurin von „Rundfunk und Geschichte“, Archivarinnen und Archivare der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten befragt. Ihr Ergebnis, das sie bei der Diskussion referierte: Zwar habe der Intendantenbeschluss etwas mehr Ordnung in die Angelegenheit gebracht, aber einige Archivare und Archivarinnen fühlten sich schlicht überfordert von wissenschaftlichen Anfragen. Die Senderarchive seien vorwiegend als Produktionsarchive für das laufende Programm zuständig und weder für Forschungszwecke konzipiert noch hätten sie die personellen Ressourcen, um wissenschaftliche Anfragen zu bedienen. Auch würden die Archive immer wieder mit der Frage konfrontiert, warum für Beitragszahler nicht alle Leistungen kostenfrei sein.[11]

Auf die Überlastung der Archive wies auch VEIT SCHELLER (Mainz), Leiter des ZDF-Unternehmensarchivs, mit Nachdruck hin. Dabei könnten die Archive bei vielen Anfragen zu Sendungsdaten entlastet werden, wenn es eine Programmchronik für den deutschen Rundfunk seit 1945 gäbe. Im Gegensatz zu anderen Wissenschaftsdisziplinen, wie zum Beispiel der Mediävistik oder der Zeitgeschichte, habe die Medienwissenschaft ein solches Grundlagenwerk bisher nicht erstellt. Ein solches Chronikprojekt aber – von der Medienwissenschaft initiiert, betreut und in Kooperation mit den Senderarchiven erarbeitet – wäre ein richtungsweisender Schritt für einen verbesserten Zugang zu den audiovisuellen Quellen, so Scheller.

So richtig und verständlich Schellers Einwürfe und so beschränkt die Handlungsspielräume der Historischen Kommission der ARD sein mögen, Christoph Classen konnte die Haltung der Vertreter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks dennoch nur bedingt nachvollziehen und konstatierte als derzeitiges Hauptproblem der Situation: „Die ARD nimmt die Relevanz ihrer eigenen Geschichte nicht genug wahr.“ Daran schloss er die rhetorische beunruhigende Frage an: „Muss erst die AfD kommen und die Legitimation der öffentlich-rechtlichen Sender in Frage stellen?“[12]

Es war eine spannende und lebendige Tagung, bei der wieder einmal deutlich wurde, wie viel für eine freiheitliche und demokratische Gesellschaft auf dem Spiel steht, bei ihrer Entscheidung darüber, wie sie die Erforschung ihrer Mediengeschichte und den Zugang zu ihren Rundfunkarchiven gestaltet – und wie wichtig es ist, darüber produktiv zu streiten. Oder um es mit dem sechsten Gesetz des Technikhistorikers Melvin Kranzberg zu sagen: „All history is relevant, but the history of technology is the most relevant.“

Konferenzübersicht:

Begrüßung durch die DRA-Geschäftsleiterin Angelika Hörth

Einführungsvortrag I:
Christoph Classen (Potsdam): Medien und Überlieferung im digitalen Zeitalter

Einführungsvortrag II:
Helmut Kopetzky (Fulda): Von der Mindmap zum Hörfeature

Fachgruppenarbeit in separaten Gruppen (1)

Chris Wahl (Potsdam): Der MA-Studiengang Filmkulturerbe

Kamingespräch:
Michael Crone (Frankfurt am Main), Heinz Glässgen (Hamburg), Frank Bösch (Potsdam)

Fachgruppenarbeit in separaten Gruppen (2)
Ergebnisse der Fachgruppen

Golo Föllmer (Halle) und Kai Knörr (Potsdam): Fachgruppe „Radiofeature“

Judith Kretzschmar (Leipzig) und Susanne Hennings (Frankfurt am Main): Fachgruppe „Zeitzeugen des Rundfunks“

Uwe Breitenborn (Magdeburg) und Yulia Yurtaeva (Potsdam): Fachgruppe „Speicherkulturen“

Thomas Wilke (Tübingen) und Alec Badenoch (Utrecht): Fachgruppe „Musik im Radio“

Gerlinde Frey-Vor (Leipzig) und Fanny Gutsche (Basel): Fachgruppe „Historische Rezipientenforschung“

Anmerkungen:
[1] Einen hervorragenden Überblick gibt: Leif Kramp, Zur Situation der Rundfunkarchivierung in Deutschland, in: Rundfunk und Geschichte. 3/4 (2014/2015), <http://rundfunkundgeschichte.de/artikel/zur-situation-der-rundfunkarchivierung-in-deutschland/> (01.08.2016).
[2] Die „endarchivarische Kompetenz für die Sicherung ihrer Überlieferungen“ (Kramp 2015, S. 12) liegt allein bei den Senderarchiven. Das strukturelle Problem der Sicherung des Rundfunkerbes ergebe sich in Deutschland darum nicht zuletzt aus einem schwierigen Spannungsverhältnis: „Während der Staat die Verantwortung für diesen Bereich der Kulturgutsicherung direkt an die Rundfunkwirtschaft delegierte […], ist die Verwaltung des Programmerbes in den Sendern strikt auf die Sendeabwicklung ausgerichtet.“ (Ebenda.)
[3] Institut national de l'audiovisuel (INA): <http://www.institut-national-audiovisuel.fr/> (01.08.2016).
[4] Markus Behmer / Birgit Bernard / Bettina Hasselbring (Hrsg.), Das Gedächtnis des Rundfunks. Die Archive der öffentlich-rechtlichen Sender und ihre Bedeutung für die Forschung, Wiesbaden 2014.
[5] Das von der Urheberrechtsinitiative iRights erstellte Gutachten vom 24.09.2015 findet sich unter: <http://blog.gfmedienwissenschaft.de/2015/09/gutachten-urheberrecht/> (01.08.2016).
[6] Koptezkys Feature „Auch ich war ein ‚Bittschön’“ von 1993 beispielweise ist eine Koproduktion vom MDR mit Radio Prag. Anhand seiner eigenen Familiengeschichte thematisiert Kopetzky darin die Zwangsumsiedlung der Sudetendeutschen 1945/46, lehnt vorsorglich jeden Anspruch auf Rückerstattung ab und kritisiert die – mittlerweile aufgegebenen – Forderungen einiger Vertriebenenverbände. Die mehrfach preisgekrönte Sendung wurde auf deutsch und auch tschechisch produziert und in beiden Ländern ausgestrahlt.
[7] Rundfunk und Geschichte, Fachgruppe Zeitzeugen des Rundfunks:
<http://rundfunkundgeschichte.de/fachgruppen/fachgruppe-zeitzeugen/> (01.08.2016).
[8] Memoriav. Verein zur Erhaltung des audiovisuellen Kulturgutes der Schweiz: <http://memoriav.ch/> (01.08.2016).
[9] Heinz Glässgen (Hrsg.), Im öffentlichen Interesse. Auftrag und Legitimation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Historische Kommission der ARD, Leipzig 2015.
[10] ARD Pressemeldung, Erstmals einheitlicher Zugang zu öffentlich-rechtlichen Archiven für Forscher und Wissenschaftler, 09.04.2014, <http://www.ard.de/home/intern/presse/pressearchiv/Einheitlicher_Zugang_zu_Archiven_fuer_Wissenschaftler/900322/index.html> (01.08.2016).
[11] Bzgl. der Auswertung der Umfrage siehe: Rundfunk und Geschichte 3/4 (2016).
[12] Julia Bähr, Staatsferner Staatsfunk? Pläne der AfD, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.03.2016, <http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/plaene-der-afd-zur-privatisierung-von-ard-und-zdf-14126655.html> (01.08.2016).

Zitation
Tagungsbericht: „QuellCodes“. Räume, Quellen und Formatierung aktueller Rundfunkgeschichtsforschung, 09.06.2016 – 10.06.2016 Potsdam-Babelsberg, in: H-Soz-Kult, 06.08.2016, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6647>.