Was ist und wozu schreibt man eine Wissensgeschichte der Wirtschaft? 1. Arbeitstreffen des Netzwerks Wissen und Wirtschaft

Ort
Zürich
Veranstalter
Arbeitsgruppe Wissen und Wirtschaft, ZGW, Universität / ETH Zürich
Datum
18.05.2016 - 19.05.2016
Von
Wendelin Brühwiler, Historisches Seminar der Universität Zürich, DFG-Forschergruppe Medien und Mimesis

Anfänge sind vielfältig. Sucht man nach jenen des wissensgeschichtlichen Projekts, so stößt man etwa auf die Besprechung einer Dissertation von Anfang der 1990er-Jahre, die einen Umbruch in den Modalitäten der Selbstbezugnahme vom 17. zum 18. Jahrhundert untersuchte. Der Rezensent, ein russischer Dilthey-Spezialist und damaliger Leiter des Maxim-Gorki-Literaturinstituts in Moskau, nahm mit Verwunderung und Faszination zur Kenntnis, wie eine Wissensgeschichte literaturwissenschaftlichen Interessen Konkurrenz mache, bedauerte aber, dass trotz „in ihrer Art meisterlich[er]“ Gedichtanalysen „der Mechanismus der Begrifflichkeit“ der Sprache manchmal erbarmungslos zusetze.[1] Es soll anhand dieser ephemeren Konstellation nicht darum gehen, heimliche Helden zu inszenieren oder vergangene Verstehensanstrengungen zu retten, zumal die Wirtschaft bei diesem Aufeinandertreffen von Gedichten und Geschichte weit und breit nicht in Sicht ist. Interessant ist vielmehr die Art der Irritation am Kreuzungspunkt zweier Catch-all-Projekte: von Weltliteratur und Wissensgeschichte. Auch zwanzig Jahre später arbeitet historische Forschung an Passungen von Begrifflichkeit und freier Sprache; eine Problemstelle, die theoretisch unerledigt bleiben muss und lediglich heuristisch kontrolliert werden kann. Erschwerend kommt hinzu, dass in wissenshistorischer Zugangsweise Kreuzungs- und Vernetzungsstellen nicht nur für vergangene Zeit zu rekonstruieren, sondern in der Vielfalt gegenwärtiger Zugriffe mitzudenken wären. Diskurs-, praxis- und medienhistorische Programme bieten hier „workarounds“: Behelfslösungen, Umwege und Ausweichplätze, die jedoch den aporetischen Horizont von Geschichte nicht ein für allemal verabschieden können.[2] Demnach dringt eine historische Epistemologie Drehung für Drehung tiefer in die Sachverhalte – und setzt zugleich dem kognitiven Vermögen der Forscherinnen und Forscher selbst zu. Soweit der Verdacht, der nicht auf Unzurechnungsfähigkeit hinauslaufen muss, solange ein mit den Möglichkeiten der Selbstbezugnahme moderner Subjekte gesetzter, reflexiver Standard nicht dazu führt, dass lokale, empirische Orientierung in schierem Schwindel schwankender Erkenntnishorizonte verloren geht.

Obschon die Horizonte verschiedene waren, ist solches nicht passiert, als sich am 18. und 19. Mai 2016 an der Universität Zürich rund 40 Historikerinnen, Soziologen, Anthropologinnen, Philosophen und Literaturwissenschaftlerinnen des Netzwerks „Wissen und Wirtschaft“ trafen, um anhand von sechs Input-Referaten die methodischen Implikationen und die Reichweite der Kategorie Wissen in ökonomiehistorischer Perspektive zu diskutieren. Brisant ist dieses Vorhaben insofern, als sich Ökonomie nach wie vor als unhintergehbarer Reproduktionszusammenhang vergesellschafteten Lebens präsentiert, der allenfalls episodisch von symbolischen Manövern überspielt werde, sich auf längere Sicht aber davon unbeeindruckt Bahn breche. Karl Popper hatte die Wirtschaftswissenschaften („economic theory“) – als einzige der Sozialwissenschaften – vom „Elend des Historizismus“ ausgenommen.[3] Nach einer Begründung sucht man vergeblich. Die Maßnahme scheint aber ihrerseits auf einer wissensgeschichtlichen Annahme zu fußen. Nämlich ist für Popper die Unmöglichkeit historische Entwicklungen vorauszusehen – dies nicht anzuerkennen, darin besteht in seinen Augen die Hybris des „Historizismus“ – wiederum auf die Unabsehbarkeit der Zunahme von Wissen zurückzuführen.[4] So mag der „reale Einsatz“ einer Wissensgeschichte im Fall der Ökonomie heute besonders groß erscheinen, und damit auch die potentiellen Erträge kritischer Inblicknahme.

Das von der Arbeitsgruppe Wissen und Wirtschaft (Zentrum Geschichte des Wissens, Universität/ETH Zürich) initiierte Treffen verdeutlichte die Vielfalt der Forschungspositionen und erbrachte einige systematische Klärungen. Weitgehende Einigkeit bestand darüber, dass mit einer Nominaldefinition von Wissen in historischer Perspektive nicht sinnvoll zu verfahren ist, dass die Kategorie vielmehr flexiblere konzeptuelle Widerlager erfordert. Kritisch werteten die Diskutanten ferner eine Eingrenzung von Wissen auf den Status eines Produktions- bzw. Produktivfaktors, wie es die Theoretiker der Wissensgesellschaft in der Nachkriegszeit (Laine, Bell) im Sinn hatten. Damit wären zwei kontrapunktische Varianten verworfen bzw. relativiert: eine analytische Herangehensweise, die immer schon wissen muss, was Wissen ist; und eine produktionslogische, wonach Wissen erst in der Hervorbringung von etwas existieren kann und damit in gewisser Weise uneinholbar wäre, indem das Wesentliche immer schon passiert ist, wenn Reflexion erst einsetzen kann. Stattdessen wurden drei für die historische Veranschlagung von Wissen relevante Aspekte deutlich: erstens eine weder formalisierte noch aktenkundige, sondern über die Kontexte zu erschließende implizite, körperliche oder praktische Qualität[5]; zweitens ein an Darstellungsformen sowie deren Dissemination und Zirkulation auszuweisendes figuratives bzw. mediales Format; drittens eine Geltungsansprüche tragende Dignität.[6]

Mit Blick auf die Wirtschaftswissenschaften wurden zunächst zwei Projekte vorgestellt, die über die Mastererzählung einer dogmengeschichtlichen Perspektivierung hinaus führten. VERENA HALSMAYER (Luzern) zeichnete eine differenzierte Epistemologie wirtschaftswissenschaftlicher Modellierungen in der Nachkriegszeit. Anstatt sogleich die Frage zu stellen, wie wirtschaftspolitische Praxis und wirtschaftswissenschaftliche Theoriebildung aufeinander bezogen sind, stellte sie am Beispiel des Solow'schen Wachstumsmodells den Prozess der Genese von Modellen als solche in den Vordergrund. Die Karriere dieser „epistemischen Artefakte“ lasse sich sodann über die Entstehungszusammenhänge hinaus weiterverfolgen, um die Bedeutungen zu erschließen, die diese im Kontext von Lehrmitteln, im Zusammenhang von Datenerhebungsverfahren oder in Planungsprojekten erlangen. HANNO PAHL (München) stellte Halsmayers Paper-Work-Studie im Sinne der Laboratory Studies eine wissenschaftssoziologische Untersuchung beiseite, die auf einen vergleichbaren Theoriebestand Bezug nahm und eine „neoklassische Wissenschaftskultur“ in den Blick rückte. Zwischen 1930 und 1960, so die These, wandelte sich die Struktur der Volkswirtschaftslehre von segmentärer Differenzierung zu einer Zentrum-Peripherie-Struktur. Ein sogenannter Mainstream habe die heterodoxe Formatierung des Forschungsfelds abgelöst, was innerhalb der Wirtschaftswissenschaft eine historische Anomalie darstelle. Pahls auf die „kognitive Gestalt“ der Disziplin fokussierender Ansatz erschien nicht allen befriedigend. LAURA RISCHBIETER (Konstanz) regte an, die heuristischen Modifizierungen ökonomischen Wissens in Krisensituationen sowie den kontroversen Charakter der Theoriebildung stärker zu berücksichtigen.

JAKOB VOGEL (Paris) fasste Wissen pragmatischer. Ausgehend von der Unterscheidung eines Wissens in der Wirtschaft und eines Wissens von der Wirtschaft setzte er einen stabilen Bereich „der Wirtschaft“ kurzerhand voraus und wählte eine Perspektive, die die turbulenten Effekte einer historischen Epistemologie außen vor ließ. Anhand der statistischen Beschreibung wirtschaftlicher Phänomene, von den kameralistischen Tableaus im späten 18. Jahrhundert bis zu den historischen Zeitreihen bei Thomas Piketty, verhandelte er Wissen von der Wirtschaft im Spannungsfeld von Opazität und Offenheit. Im Laufe des 19. Jahrhunderts, so Vogel, verließen die „Zahlenbilder“ von wirtschaftlichen Prozessen den geschlossenen Diskursraum der Kabinettspolitik, um öffentliches Räsonieren über den wirtschaftlichen Prozess zu fundieren. Auch wenn, wie JAKOB TANNER (Zürich) anmerkte, die politische Ökonomie der Aufklärungszeit den Raum der Wirtschaft als konstitutiv undurchsichtig auszeichnete, war der „trust in numbers“ (Porter) bald sehr ausgeprägt, zumal wenn er in Passung zu den supponierten Gesetzmäßigkeiten gebracht werden konnte. Diese politische Seite ergänzte Vogel um eine praktische; einerseits die Umstände des Zustandekommens von „Wirtschaftszahlen“, andererseits in Produktions- und Konsumptionspraktiken eingelassenes, implizites Wissen. Vogels Input verdeutlichte bereits, welche Differenzierungen der Blick auf die Frühe Neuzeit ergeben kann. Anhand des Pelzhandels und der Pelzindustrie zeichnete EVA BRUGGER (Basel) sodann das Programm einer multiperspektivischen Analyse frühneuzeitlicher ökonomischer Veranstaltungen, welche globale Netzwerke, affektive Handlungen und den Umgang mit Waren und Werten gleichermaßen berücksichtigen, um in der Folge des material turn die Sinn- bzw. Diskursmuster mit der Beschreibung wirtschaftlicher Prozesse engzuführen. Der Ansatz ermögliche es, die Fokussierung auf Industrialisierung und die entstehende Konsumgesellschaft zu lockern, um stattdessen eine Eigenlogik ökonomischer Dynamiken auszustellen. Brugger will dies anhand von „Projekten“ leisten, welche neben Märkten wesentliche Formate ökonomischer Agenturen darstellten. Plausibilität erhält dieses Vorhaben durch die Konjunktur „projektförmiger Arbeit“ in jüngster Zeit. Begriffsgeschichtlich, so Brugger, seien allerdings weniger die kooperativen, sondern die strategischen Akzente hervorzuheben: Im 17. Jahrhundert trete der Ausdruck als militärischer in Erscheinung. Erst allmählich hätten sich Projekte mit dem Versprechen auf eine bessere Zukunft verbunden und emanzipatorisch-explorativ valorisiert; so bei Daniel Defoe, der in An Essay upon Projects (1697) das Zeitalter der Projekte ausrief und die Handelscompagnien als ideale Ausprägung projektförmiger Agency pries. Vom zentralperspektivischen Standpunkt der Kameralistik aus seien die Projektemacher, wie Jakob Vogel anmerkte, gegen Ende des 18. Jahrhunderts dann allerdings als Scharlatane gesehen worden. Neben dem Wissen in und von der Wirtschaft zeichnete sich damit eine dritte Variante ab, die als Wissen über die Wirtschaft fassen ließe. Dieses wäre gewissermaßen ein Wissen zweiter Ordnung, das je nach Maßstab eines vom Verlaufsformat von Unternehmungen (Expeditionen, Handelsreisen, Marketingkampagnen etc.) oder von Welt insgesamt ist. Hier wären zweifellos noch weiterreichende Kontraste von Interesse, um der Temporalität der Projekte beispielsweise jene der Prognose, der Prophetie oder der Heilsgeschichte beizustellen, womit aber auch Geschichtlichkeit als ein den weiteren (Inter-)Temporalitätsmodi gleichrangiger erscheinen müsste. Hier gälte es außerdem eine Sprache zu finden, die einen Umgang mit Unsicherheit über Frank Knights Konzeptualisierung von Risiko hinaus quellennah zu verhandeln erlaubt.[7]

In diese Richtung argumentierte STEFAN LEINS (Zürich), der anhand eigener sozialanthropologischer Feldstudien aufzeigte, wie flexibel Wissen in der Finanzanalyse in Anschlag gebracht wird. In einer die These einer Performativität ökonomischer Theorie konterkarierenden Weise[8], zeigte er auf, dass die Praktiker ihr akademisches Wissen ohne weiteres über Bord werfen, wo es um das „Entdecken“ von Investitionsgelegenheiten geht. Die Analysten würden sich wesentlich auf Wissen stützen, das in der Sozialisation innerhalb der Arbeitsteams angeeignet wird: Entscheidend sei, so die Stimmen aus dem Feld, ein „Gefühl“ oder „Gespür“ für den Markt zu entwickeln und die Sätze der Lehrbücher, beispielsweise die Markteffizienzhypothese, „zu vergessen“. Die Privilegierung von Handlungsroutinen und (auto-)suggestiven Merksätzen schließe, wie Leins ausführte, allerdings gerade nicht aus, dass Expertise im persuasiven Nahkampf mit potentiellen Kunden zu Grafiken, Formeln und akademischen Titeln abstrahiert zurück ins Spiel komme. Der affirmative Überschuss, welcher das Geschäft der Investitionsberatung in Gang hält, lässt Wissen, so könnte man anfügen, als Abjekt, als verdrängte oder marginalisierte und gerade deshalb produktive Größe erscheinen.[9] Insofern passte, dass hierauf eine Darlegung dessen folgte, was das Wissen des Historikers wiederum nicht vermag. OLIVER KÜHSCHELM (Wien) stellte dabei den Unterschied zwischen den modellorientierten Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und den historischen Kulturwissenschaften scharf heraus. Die Anschlüsse zwischen diesen Forschungsstilen seien gering und die Zuneigung der Kulturwissenschaften zu den Wirtschaftswissenschaften und ihren Themen keineswegs gegenseitig. Vielmehr existierten nach wie vor getrennte Welten, wie Kühschelm anhand von Paul Krugman darlegte. Obwohl die Weltwirtschaftskrise der Zwischenkriegszeit Krugmans Denken wesentlich geprägt habe, sei dieser nicht an historischer Kontextualisierung interessiert, sondern forciere auch in der Folge der jüngsten Krise eine neoklassisch gefilterte keynesianische Tradition. Ohne die Aspirationen eines „social engineering“ zu verwerfen, profilierte Kühschelm dagegen die Geschichtswissenschaft als die Kunst kontemplativer Ratlosigkeit. Als solche könne sie lediglich – aber immerhin – die Art und Weise, wie die Wirklichkeit in den „technischeren“ Wirtschaftswissenschaften in den Blick kommt, kritisch hinterfragen sowie die „Inszenierung von Ökonomie in Interdiskursen“ analysieren.[10]

MONIKA WULZ (Zürich/Konstanz) hatte in ihrer Einleitung bereits vorgeschlagen, von einer Unterbestimmtheit dessen auszugehen, was unter Wirtschaft in verschiedenen historischen Kontexten verstanden werden kann. Diese Auffassung erlaubt es, die historischen Bezüge ökonomischen Wissens zu anderen Wissensfeldern aufzuarbeiten, ist aber eher ein Erschwernis, wo es dessen „realhistorische“ Relevanz abzuschätzen gilt. Zeitreihen etwa sind damit mit einer Konstruktivität konfrontiert, die statistisch-quantitative Zugriffe unter Vorbehalte stellt. Eine mögliche Reaktion skizzierte Wulz in einer begrifflichen Verschiebung von „Wirtschaft“ zu „Wirtschaften“. Die damit angedachte praxeologische Orientierung zeigte große integrative Kraft: Sowohl Forscherinnen, die sich mit ökonomischer Modellierung befassen, wie auch sozialhistorisch, anthropologisch oder soziologisch orientierte Forscher ließen sich auf die Diskussion ein[11], wenn auch nicht immer hinreichend klar wurde, was eine Praxeologie im Näheren heißt, noch wie sie im Forschungsvollzug in Anschlag gebracht werden kann. Praxis ist für die Historikerin kein beobachtbarer Sachverhalt, der Historiker muss Anleihen bei der Sozialtheorie (oder Kulturtechnikforschung) machen und forschungsstrategische Umwege einschlagen, um hier den Fuß in die Tür zu bekommen.

Ökonomie – das macht zu einem guten Teil ihre Relevanz als historischer Forschungsgegenstand aus – hat die Neuzeit markant geprägt und dabei sowohl Vorstellungen informiert wie materielle Praxis durchdrungen. Als Selbstbeschreibungsveranstaltung diente sie der Bestimmung von Freiheitsgraden und Spielräumen gesellschaftlicher und individueller Entwicklung, wobei die „Wirklichkeit“ Erfahrungs- und Gestaltungssubstrat zugleich abgab, ohne allerdings unmittelbar in die entsprechenden Wissensbestände, Vorstellungen und Kalküle Eingang finden zu können. Mit Der Ökonomie, so ließe sich vermuten, ist Der Geschichte in der Zuständigkeit für prozessuale Verlaufsformate starke Konkurrenz erwachsen, so dass die eine die andere in gewisser Weise aus der Position eines Kollektivsingulars längst auf das Residualformat partikularer Geschichten zurückgedrängt hat.[12] Jüngst werden im kliometrischen Fahrwasser die Anschlüsse zwischen Geschichts- und Wirtschaftswissenschaften bekräftigt, während umgekehrt die Wirtschaftswissenschaften bereits ebenso gründlich wie folgenlos dekonstruiert waren, schon bevor zuletzt Rufe nach heterodoxer Pluralisierung laut wurden. Wissensgeschichte, das machten die vorgestellten Zwischenresultate und Projekte deutlich, bietet dagegen eigene Erkenntnispotentiale. Diese sind nicht kurzerhand auf disziplinäre Formate und Zuständigkeiten umzulegen, sondern erfordern im Austausch verschiedener Zugänge ein kritisch vermittelndes Geschick. Das Netzwerktreffen, das der Entwicklung von Fragestellungen sowie der Vernetzung von Forschenden diente, soll im Jahresrhythmus wiederholt und punktuell durch enger fokussierte Veranstaltungen in kleinerem Rahmen ergänzt werden.

Konferenzübersicht:

Roman Rossfeld (Zürich), Monika Wulz (Zürich/Konstanz): Begrüßung & Kennenlernen der Netzwerk-Mitglieder

Verena Halsmayer (Luzern): Historische Epistemologie ökonomischen Wissens und die history of economics. Der Versuch eines Überblicks und ein Beispiel

Hanno Pahl (München): Zwischen einer Wissens- und Wissenschaftssoziologie der Ökonomik. Ein Erfahrungsbericht

Jakob Vogel (Paris): Wirtschaftswissen: Rückblicke und Ausblicke auf einen Perspektivenwechsel in der Wirtschaftsgeschichte

Eva Brugger (Basel): Erschließung neuer Märkte? Zu den Herausforderungen einer Wirtschaftskulturgeschichte der Frühen Neuzeit

Stefan Leins (Zürich): Effiziente Märkte? Ökonomisches Wissen und praxisbasierte Wissensformen am Beispiel der Finanzanalyse

Oliver Kühschelm (Wien): Push that Button!? Was eine kulturwissenschaftliche Geschichte des Ökonomischen (nicht) kann

Peter-Paul Bänziger (Basel, Moderation): Schlussdiskussion / Diskussion weiterer Schritte und Veranstaltungen

Anmerkungen:
[1] Alexander Michailow / Rüdiger Campe, Affekt und Ausdruck. Zur Umwandlung der literarischen Rede im 17. und 18. Jahrhundert., in: Arbitrium 12/1 (1994), S. 41-45, hier S. 44.
[2] Dies wäre eine Pointe der Historisierung Kittlers: Claus Pias, Friedrich Kittler und der „Mißbrauch von Heeresgerät“. Zur Situation eines Denkbildes 1964 – 1984 – 2014, Merkur 791 (2015), S. 31-44.
[3] Karl Popper, The Poverty of Historicism, Boston 1957, S. 3.
[4] Ebd., S. X.
[5] Michael Polanyi, Implizites Wissen, Frankfurt am Main 1985.
[6] Zum zweiten und dritten Akzent siehe etwa Cornelia Vismann, Akten: Medientechnik und Recht, Frankfurt am Main 2001, die von einem „Formenreservoire autoritativer und administrativer Handlungen“ spricht, S. 9.
[7] Frank Knight, Risk, Uncertainty and Profit, reprint, 2. Aufl. London 1935 (1. Aufl. 1933).
[8] Einen Überblick bietet: Donald MacKenzie / Fabian Muniesa / Lucia Siu (Hrsg.), Do Economists Make Markets? On the Performativity of Economics, Princeton 2007.
[9] Siehe Michael Bies / Michael Gamper, Einleitung, in: dies. (Hrsg.), Literatur und Nicht-Wissen. Historische Konstellationen 1730-1930, Zürich 2012, S. 9-21, hier S. 14.
[10] Etwas anderes wäre es, die „Geschichtsvergessenheit“ der Ökonomik zu monieren, vergleiche Jan-Otmar Hesse, Keynes’ Zweiter Frühling, Zeithistorische Forschungen 7/2 (2010), S. 271–278, S. 272.
[11] Hierzu Andreas Reckwitz, Grundelemente einer Theorie sozialer Praktiken. Eine sozialtheoretische Perspektive, in: Zeitschrift für Soziologie 32/4 (2003), S. 282-301.
[12] So Dirk Baecker, Der blinde Fleck des „Kapitalismus“. Über Joseph Vogls Buch „Der Souveränitätsffekt“, in: Zeitschrift für Germanistik 25/3 (2015), S. 636-642.

Zitation
Tagungsbericht: Was ist und wozu schreibt man eine Wissensgeschichte der Wirtschaft? 1. Arbeitstreffen des Netzwerks Wissen und Wirtschaft, 18.05.2016 – 19.05.2016 Zürich, in: H-Soz-Kult, 20.09.2016, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6708>.