Ambivalenzen der Europäisierung

Ort
Frankfurt an der Oder
Veranstalter
Forschungsgruppe „Ambivalenzen der Europäisierung“, Europa-Universität Viadrina
Datum
16.06.2016 - 17.06.2016
Von
Clara Frysztacka / Susann Worschech, Europa-Universität Viadrina, Frankfurt an der Oder

Die soziopolitisch-ökonomischen Ereignisse der letzten Jahre in und um Europa werfen immer eindringlicher die Frage auf, welche Rolle Krisen, Konflikte und Widersprüche in der Europäisierung spielen. Das Projekt „Ambivalenzen der Europäisierung“, angesiedelt an der Europa-Universität Viadrina, setzt solche ambivalenten Phänomene in Zusammenhang mit Modernisierung und versteht sie als Kern von Europäisierungsprozessen. Den Auftakt des Forschungsprojekts stellte der gleichnamige interdisziplinäre Workshop dar, welcher am 16. und 17. Juni 2016 von den Lehrstühlen für Europäische Zeitgeschichte und für Europa-Studien an der Viadrina organisiert wurde. Die Teilnehmer/innen wurden gebeten, Fallstudien sowie theoretische Gedanken über konflikthafte, widersprüchliche oder antiliberale Aspekte der Europäisierung beizutragen. Damit bündelte der Workshop unterschiedliche thematische Facetten und disziplinäre Ansätze, mit dem Ziel, einen neuen, nicht-teleologischen Europäisierungsbegriff zu entwerfen.

In seiner eindrucksvollen Keynote-Rede deutete HARTMUT KAEBLE (Berlin) das Tagungsthema „Ambivalenzen der Europäisierung“ in erster Linie als Aufruf, die Krisen der europäischen Integration in Mittelpunkt der europäischen Geschichte zu rücken. Von diesem Fokus ausgehend wurden elf zentrale europäische Krisen im Vortrag aufgelistet. Hartmut Kaeble entwarf eine Klassifizierung in fünf Krisentypen, indem jeder Typus eine tiefere Krisenstufe signalisierte. Beginnend mit Krisen im Sinne von Entscheidungsblockaden auf der rein institutionellen Ebene als erstem Krisentypus, wird der Begriff der Krise mit jedem Typus um eine zusätzliche Dimension – Öffentlichkeit, Wirtschaft, interkontinentale, und zivilisatorische Dimension – erweitert. Ziel einer solchen Krisentypologisierung sei, die gegenwärtige Krise in Relation zu den vergangenen Krisen zu setzen, einzuordnen und Trends der europäischen Geschichte als Krisengeschichte nachzuzeichnen.

Hartmut Kaeble identifizierte, in Anlehnung an die grundlegenden Kategorien der Tagung (Symbolizität, Historizität und Institutionalität), nur in der unmittelbaren Nachkriegszeit und in den 1980er-Jahren neue historische Narrative und Symbole Europas, die infolge von Krisensituationen entstanden waren. Die historische Perspektive suggeriere eine Hierarchie der Krisen, in der die gegenwärtige Krise eine Position im mittleren Eskalationsbereich annimmt. Gegenüber der Idee der konstruktiven Krise blieb Hartmut Kaelble kritisch: Krisen würden in vielen Fällen Optionen schließen und seien nicht unbedingt für das folgende Geschehen ausschlaggebend.

An diese These konnten die Beiträge des ersten Panels zur ambivalenten Symbolizität von Europäisierung anschließen. AYHAN KAYA (Istanbul) begann seinen Vortrag mit einem Plädoyer dafür, Europäisierung nicht als bloße EU-isierung zu verstehen. Erst durch die Linse einer peripheren Region wie der Türkei würden interessante Aspekte von Europäisierung und deren Deutungen überhaupt sichtbar. Im Osmanischen Reich des 19. Jahrhunderts stand Europäisierung für Modernisierung, Verwestlichung und Zivilisierung und hatte damit materielle und moralische Konnotationen. Kultur stellte dagegen das Kontinuitätselement und das Bindemittel dar, wodurch die Osmanen ihren imperialen Zusammenhalt bewahren wollten. Ayhan Kaya wies darauf hin, dass die Dichotomie „Modernisierung – Kultur“ auch im 20. Jahrhundert als Referenzrahmen für die Entwicklung der kemalistischen Türkei verstanden werden kann. Aktuell ließe sich eine tiefe gesellschaftlich-kulturelle Spaltung zwischen einer „europäisch-modernen“ Zivilgesellschaft und staatlichen türkischen Akteuren, die immer mehr „enteuropäisiert“ wirken, feststellen.

ANDREAS LANGENOHL (Gießen) befasste sich in seinem Beitrag mit der Frage, inwieweit Europäisierung als Prozess der schubweisen Valorisierung von Zirkulation und Austausch verstanden werden kann. An der Praxis der europäischen Städtepartnerschaften zeigte Andreas Langenohl, dass die Zirkulation von Waren, Dienstleistungen, Personen, Werteinheiten oder auch kulturellen Symbolen per se positiv bewertet wird. Zirkulation galt bislang als Triebfeder der europäischen Integration, solche Austauschzeremonien gelten als Anrufung eines imaginären Europas. Europa entstehe hier als „imaginärer Raum“ von Vorstellungen oder Attributierungen, die zwar nicht empirisch prüfbar sind, aber wirkmächtig: Die Konstruktion eines auf Zirkulation beruhenden „imaginären Raums Europa“ stellt eine Legitimierungspraxis über die ökonomisch-institutionelle Integration Europas hinaus dar und kennzeichnet somit insbesondere die symbolische Dimension der Europäisierung.

ANDREA ALLERKAMP (Frankfurt an der Oder) reflektierte über die Bedeutung von Symbolen. Aus literaturwissenschaftlicher Perspektive fasste sie Symbole vorerst als sinnliche Formen der Weltbeschreibung auf. Schon Aristoteles habe mit seiner Definition des Symbols als arbiträres soziales Zeichen auf dessen Mehrdeutigkeit und ethische Grundlage hingewiesen. Ferner seien Symbole Ordnungsvermittler, die Differenzen markieren und Beobachterpositionen in die Ordnung einschreiben. Allerkamp präsentierte die symbolische Dimension im engen Zusammenhang mit den beiden weiteren Dimensionen Institutionalität und Historizität. Sie betonte die Angewiesenheit von Institutionen auf Symbole, sowie die historische Bedingtheit der Entstehung von Zuschreibungen, welche die Wichtigkeit der Symbole ausmachen.

ULRIKE VON HIRSCHHAUSEN (Hamburg) betonte, dass die Europäisierungsforschung stärker akteurszentriert ausgerichtet sein sollte, um Veränderungen in Aushandlungsprozessen und Europäisierung als Homogenisierung und Diversifizierung analysieren zu können. Zudem lenkte sie den Blick auf die Peripehrien als räumliche Lupe für ambivalente Aspekte von Europäisierung.

Die historische Dimension ambivalenter Europäisierung wurde im folgenden Panel zur Historizität mit Blick auf Österreich-Ungarn, nationalsozialistische Europavorstellungen und den Zusammenhang von Herrschaftswandel und Gewalt in Europa diskutiert.

In ihrem Vortrag zu Europavorstellungen in Österreich-Ungarn am Beispiel des Militärs konnte TAMARA SCHEER (Wien) verdeutlichen, wie Militärangehörige Europa per Inklusion und Exklusion unterschiedlich konzipiert haben. So dienten insbesondere die Türkei, der östliche wie auch der westliche Balkan als periphere Regionen zur (Selbst-)Abgrenzung eines modernen, das heißt österreich-ungarischen Europas gegenüber der „orientalischen“ Peripherie. Anhand autobiographischer Materialien von Militärangehörigen konnte Tamara Scheer zeigen, dass der Begriff der „Europäisierung“ einerseits mit der kulturellen Entwicklung Österreich-Ungarns gleichgesetzt wurde, andererseits allmählich den Begriff des „Abendlandes“ ablöste und schließlich noch während der Habsburgermonarchie inflationär als Synonym für „kultiviert“ oder „modern“ verwendet wurde.

ANITA ZIEGERHOFER (Graz) präsentierte ihre detaillierte Forschung zu Richard Nikolaus Coudenhove-Kalergi. Seine Biographie zeige, dass der erste Weltkrieg für die Paneuropäische Bewegung als Zäsur zwischen Tradition und moderner Entwicklung wahrgenommen wurde. Der dem Krieg folgende Kulturpessimismus wurde schließlich für den Autor zum Antrieb für den Entwurf eines institutionellen Gefüges namens Paneuropa, welches auf Konferenzen in großer Detailtiefe diskutiert worden ist. Der Zenit der Paneuropäischen, in Coudenhove-Kalergi personifizierten Bewegung lag in den Jahren 1923 bis 1930. Mit zunehmendem Nationalismus, Coudenhoves Emigration in die Schweiz und später in die USA sowie mit dem Verbot der Paneuropa-Union durch die Nationalsozialisten scheiterte dieser erste Versuch einer europäischen Einigung, kann jedoch als wichtige Inspiration für die europäische Einigung nach 1945 gelten.

Demgegenüber sind auch im Nationalsozialismus spezifische Europavorstellungen entworfen worden, wie JOHANNES DAFINGER (Klagenfurt) in seinem Vortrag zeigte. Während zu Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft Europa noch als „entsetzlicher Begriff“ abgelehnt wurde, setzte sich im Laufe der Zeit eine Europäisierung völkischer Diskurse durch. „Europa“ wurde – insbesondere gegen Ende des Zweiten Weltkrieges – als eine „Völkerfamilie“ verstanden, welche sich durch die Verbundenheit der „arischen Rasse“ kennzeichnete. Diese Gemeinschaft wurde als „Schicksalsgemeinschaft“ der europäischen Völker jedoch scharf abgegrenzt von angelsächsischen und slawischen „Feindvölkern“. Insofern kam auch der Nationalsozialismus nicht umhin, einen eigenen, exklusiven Begriff Europas im Sinne der nationalistischen Ideologie zu entwerfen.

PAVEL KOLAR (Florenz) schließlich setzte sich mit der Bedeutung von Konflikten und Gewalt(-praktiken) für die Europäisierung auseinander und nahm damit sehr direkt auf die zentrale These des Workshops Bezug. Die jüngere Europäisierung wird in der Forschung zumeist mit zunehmender Zivilität und Gewaltfreiheit assoziiert. In diesem Prozess wird Gewalt in Staatsgewalt überführt, gouvernementalisiert und somit „unsichtbar“ gemacht – Herrschaft im westlichen Wohlfahrtsstaat ist legitimiert durch die Garantie der Abwesenheit von Gewalt. Tatsächlich sei die Gewalt jedoch nicht verschwunden, sondern transformierte sich in staatliche Gewaltpraktiken, wie beispielsweise Sicherheitsdiensten, aber auch Militäreinsätze im Rahmen von Bündnisverpflichtungen. Ein hoch ambivalenter Aspekt der Europäisierung ist mithin der Austausch von Gewaltpraktiken unter Militär- oder Geheimdiensten.

In seinem zusammenfassenden Kommentar betonte GANGOLF HÜBINGER (Frankfurt an der Oder), dass es für das gesamte Forschungsprojekt sinnvoll sei, Antagonismen im Sinne von Wechselwirkungen zu konzeptualisieren und somit die Gegensätzlichkeit von Basisprozessen der Moderne mit zu betrachten. Dafür sei aber eine Langzeitperspektive, die eine problemgeschichtliche Langzeiteinordnung von Krisenmomenten und verschiedenen Ordnungsvorstellungen zulässt und dabei einen größeren Zeitraum als das 19. und 20. Jahrhundert umfasst, notwendig.

Zur Eröffnung des dritten Panels Institutionalität gab PAWEŁ LEWICKI (Frankfurt an der Oder) einen interessanten Einblick in den Alltag der heutigen EU-Institutionen und hob dabei vor allem die Zentralität des kolonialen Aspekts der „Europäisierung als Lebensstil“ hervor. Im Rahmen seiner anthropologischen Studien über polnische EU-Beamte erwies sich ein spezifischer europäischer Habitus als Instrument zur Sicherung von Macht und Kompetenzen in informellen Brüsseler Politiker-Netzwerken. Polinnen und Polen würden mit ihrem Ankommen in Brüssel als „unmodern“ und damit „uneuropäisch“ aufgrund ihrer Habitus bzw. Weltbild stereotypisiert. Der Vortrag verdeutlichte, wie wichtig und aktuell die Mit-Betrachtung einer (post-)imperialen Dynamik bei der Analyse von Europäisierungsprozessen ist.

Der Beitrag von YAMAN KOULI (Chemnitz) machte von Brüssel einen Sprung in die Vorgeschichte der europäischen Institutionen. Vor dem Ersten Weltkrieg befanden sich die europäischen Staaten in steigenden Abhängigkeitsverhältnissen zueinander und entwickelten daher immer mehr institutionalisierte Formen internationaler Kooperation. Diese Tendenz, die in der Forschung als offizieller Internationalismus bezeichnet wird, definierte Yaman Kouli aufgrund seines vor allem europäischen Charakters als informelle europäische Integration. In diesem Rahmen wurden nämlich die ersten europäischen Standards gesetzt und europäische Institutionen für dessen Bewahrung begründet. Ein gutes Beispiel dafür sei die Festlegung der Patentregelung auf europäischer Ebene.

JOACHIM ZWEYNERT (Witten) wendete sich räumlich vom europäischen Zentrum ab und fokussierte dafür in seinem Vortrag Europäisierungsprozesse an den Rändern Europas. Die Quintessenz der Europäisierung sei eine funktionale Differenzierung der Ökonomie. Wenn diese gelingt, birgt sie erhebliche Fortschritte der Produktivität, was einen hohen Anpassungsdruck in der Peripherie erzeugt. Dies bedeutet, dass funktionale Differenzierung gerade in der Peripherie synonym zur Europäisierung betrachtet wird, aber hier zugleich stark mit ideologischen Hintergründen konfrontiert wird, welche in einem Spannungsverhältnis zu funktionaler Differenzierung stehen. Am Beispiel Russlands zeigte Zweynert, dass die ökonomische Modernisierung nicht nur von der gesellschaftlichen Verhandlung von europäischer versus asiatischer Identität begleitet wird. Die orthodoxe Kultur propagiert ein holistisches gesellschaftliches Ideal, welches einer funktionalen Differenzierung ebenso entgegensteht wie die autoritäre politische Herrschaft.

In ihrem zusammenfassenden Kommentar der Beiträge ging NIKOLA TIETZE (Hamburg) darauf ein, dass Institutionen schließlich auch darauf basieren, dass sich gemeinsam geteilte Deutungsmuster über ihren Sinn, Zweck und Befugnisse etablieren. Insofern ist Institutionalität immer auch ein konflikthafter Prozess der effektiven Neudefinition von Normen. Institutionen sind damit Orte der Problem- bzw. Konfliktaushandlung, aber auch der Neu-Inszenierung von Symbolen über solche Konflikte. In einer solchen Perspektive meint die institutionelle Dimension also gerade die Konflikthaftigkeit und Innovation durch Konfliktverhandlung als Kern von Europäisierung.

In der Abschlussdiskussion schließlich erörterten NIKOLA TIETZE (Hamburg), MYKHAILO MINAKOV (Kiew-Mohyla), CAS MUDDE (Athens, USA) und JÜRGEN NEYER (Frankfurt an der Oder), wie politische, zeitgeschichtliche und soziologische Analysen jenseits normativer Europa-Perspektiven aussehen können und ob diese überhaupt möglich und wünschenswert sind. CLAUDIA WEBER (Frankfurt an der Oder), die als Moderatorin die Debatte strukturierte, stellte die Frage in den Raum, ob die Europäisierungsforschung in einem „normativen Käfig“ gefangen ist, der Krisen und Konflikte als „Abwege“ oder „Sonderwege“ erscheinen lässt. Zudem könne auch kritische Europaforschung selbst als Normverstoß, der die normative Konstruktion der Gesellschaft selbst in Frage stellt, verstanden werden. Cas Mudde lehnte die Idee des „Normverstoßes“ klar ab und verwies auf die überaus kritischen und zugleich hoch anerkannten Europa-Studien in den USA. Mudde betonte, dass ein Konzept von Europäisierung ohne Normen bzw. Werte und ohne geographischen Bezug wertlos wäre, und allein der empirische politische Diskurs um europäische und antieuropäische Einstellungen ein Festhalten an einem normativen Europabegriff rechtfertige. Ähnlich argumentierte auch Jürgen Neyer, der die normative Orientierung der Europa-Forschung verteidigte, um im Sinne eines „normativen Realismus“ Europa an seinen eigenen Versprechen messen zu können. Mykhailo Minakov unterstrich, dass gerade die politischen und gesellschaftlichen Prozesse in Osteuropa, vor allem in der Ukraine, verdeutlichen, wie unterschiedlich die Europavorstellungen je nach geographischer und politischer Lage sind, bzw. wie stark die soziale Realität durch aktuelle Krisen und Konflikte konstruiert ist. Nikola Tietze erläuterte, dass Europäisierung schließlich eine Verflechtung von verschiedenen Handlungsebenen meint, welche unterschiedliche Normenkonflikte nach sich zieht. Europäisierung meint zugleich Verrechtlichung und Teilung von Souveränität sowie Basis und Herausforderung der identitären Konstitution der europäischen Gesellschaft(en).

Die Breite der disziplinären Zugänge und der thematischen Schwerpunkte der Tagung ermöglichte den engen Zusammenhang zwischen Europäisierung und Modernisierung aus unterschiedlichen Perspektiven zu bestätigen und als zentral für ein nicht-teleologisches Konzept von Europäisierung zu begründen. Dabei zeigten die meisten Vorträge die Fruchtbarkeit eines Fokus auf die Peripherien Europas. Gerade an den Rändern ist das ambivalente Verhältnis beider Prozesse, Europäisierung und Modernisierung, besonders sichtbar. Im Sinne des angestrebten Entwurfs eines neuen Europäisierungsbegriffs, basierend auf Ambivalenzen, blieben allerdings die räumlichen und zeitlichen Grenzen dieser Europäisierung im Laufe der Debatte offen. Auch eine genauere Bestimmung der Wechselwirkungen zwischen Europäisierung und Modernisierung, welche beide Phänomene gerade nicht implizit als identisch konzeptualisiert, stellt eine Herausforderung für die nächsten Etappen des Forschungsprojektes dar.

Konferenzübersicht:

Projektvorstellung
Timm Beichelt (Frankfurt an der Oder), Claudia Weber (Frankfurt an der Oder)
Kommentar: Gregor Thum (Pittsburgh, USA), Gary S. Schaal (Hamburg), Dieter Gosewinkel (Berlin)

Keynote
Hartmut Kaelble (Berlin): Historische Krisen der europäischen Integration, 1945–2015

A: Symbolizität
Moderation: Susann Worschech (Frankfurt an der Oder)
Kommentar: Andrea Allerkamp (Frankfurt an der Oder), Ulrike von Hirschhausen (Rostock)

Andreas Langenohl (Gießen): Europäisierungsprozesse und die Dignität der Zirkulation

Ayhan Kaya (Istanbul): Konstruktion symbolischer Ideen von Moderne, Europäisierung und Europa im Denken türkischer Bürger/innen: State of the Art

B: Historizität
Moderation: Clara Frysztacka (Frankfurt an der Oder)
Kommentar: Gangolf Hübinger (Frankfurt an der Oder)

Tamara Scheer (Wien): Autobiographische Europavorstellungen in Österreich-Ungarn: Von den „Völkern Europas“ zum „kranken Mann Europas“

Anita Ziegerhofer (Graz): Ambivalenzen der PANeuropäisierung

Johannes Dafinger (Klagenfurt): Europäisierung völkischer Diskurse – Nationalsozialistische Europavorstellungen in den 1930er- und 1940er-Jahren

Pavel Kolář (Florenz): Zwischen Konflikt und Konsolidierung: Anmerkungen zu Europäisierung und Herrschaftswandel im 20. Jahrhundert

C: Institutionalität
Moderation: Jan Wielgohs (Frankfurt an der Oder)
Kommentar: Nikola Tietze (Hamburg)

Paweł Lewicki (Frankfurt an der Oder / Słubice): Polnische Dilemmata: Positionierungen von Pol/innen im Machtfeld der „modernen“ EU-Bürokratie

Yaman Kouli (Chemnitz): Europa im Angesicht der Globalisierung: Staatenkooperation 1870–1914

Joachim Zweynert (Witten): Sozialphilosophische Muster, ökonomische Ideen und wirtschaftliche Reformen in Russland

Podiumsdiskussion: The normative cage revisited – Wege der kritischen Europäisierungsforschung
Moderation: Claudia Weber (Frankfurt and der Oder)
Mitdiskutant/innen: Jürgen Neyer (Frankfurt and der Oder), Nikola Tietze (Hamburg), Cas Mudde (Athens, USA), Mykhail Minakov (Kiew)

Zitation
Tagungsbericht: Ambivalenzen der Europäisierung, 16.06.2016 – 17.06.2016 Frankfurt an der Oder, in: H-Soz-Kult, 09.11.2016, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6797>.
Redaktion
Veröffentlicht am
09.11.2016