Nach der Befreiung – zur Situation von Überlebenden und Kindern als Displaced Persons. Neue Zugänge in Bildung und Wissenschaft

Ort
Dachau
Veranstalter
Max Mannheimer Studienzentrum (MMSZ); International Tracing Service Bad Arolsen (ITS); Holocaust Studies Program des Western Galilee College (WGC) Akko, Israel
Datum
30.05.2016 - 01.06.2016
Von
Julia Reus, Historisches Institut, Ruhr-Universität Bochum

In den letzten Jahren hat das Interesse an frühen Zeugnissen der Nachkriegszeit und den sozialen und individuellen Folgen von Shoah, Zwangsarbeit und NS-Verfolgung in der Forschung – mit besonderem Fokus auf Kindern und Jugendlichen – zugenommen. Um aktuelle Forschungs- und Bildungsprojekte zusammenzutragen, fand unter dem Titel „Nach der Befreiung – zur Situation von Überlebenden und Kindern als Displaced Persons. Neue Zugänge in Bildung und Wissenschaft“ vom 30. Mai bis 1. Juni 2016 ein Workshop im Max Mannheimer Studienzentrum in Dachau statt. Organisiert vom Max Mannheimer Studienzentrum (MMSZ) und dem International Tracing Service (ITS) Bad Arolsen, mit Unterstützung durch das Holocaust Studies Program des Western Galilee College (WGC) Akko, Israel, bot die Tagung ein breites Programm, das besonders durch die Themenvielfalt und die internationale Zusammensetzung der Teilnehmer/innen bereichert wurde.

Am Montag, den 30. Mai 2016 begann die Tagung offiziell mit der Begrüßung durch die Organisatoren und Förderer. FLORIANE HOHENBERG (Bad Arolsen) hob in ihrer Ansprache die Bedeutung der historischen Mission, Displaced Persons (DP) zu betreuen und Familien zusammenzuführen angesichts der aktuellen Fluchtbewegungen hervor. BOAZ COHEN (Akko, Israel); MARTIN BOCK (Berlin) und NINA RITZ (Dachau) betonten die Besonderheit des Umgangs mit den unbegleiteten DP-Kindern, deren Fürsorge ein wichtiges Anliegen von UNRRA und IRO war. Auch der identitätsbezogene Aspekt des DP-Status mache diese Personengruppe zu einem interessanten Gegenstand für Forschung und Bildung.

Das Nachmittagspanel, moderiert von HENNING BORGGRÄFE (Bad Arolsen), begann mit einem Vortrag von ATINA GROSSMANN (New York) zu „Überlebenden im besetzten Deutschland“. Grossmanns Fokus lag dabei auf den jüdischen DPs, die während des zweiten Weltkriegs in die Sowjetunion flohen und erst nach dem Kriegsende, häufig als Reaktion auf antijüdische Pogrome in Osteuropa, nach Deutschland kamen, um von dort aus zu emigrieren. Dabei vertrat Grossmann die These, dass viele polnische Juden, die aus Zentralasien die Lager erreichten, Aspekte ihrer Geschichten verschwiegen, um Teil der weiten Gemeinschaft der überlebenden Juden zu sein. Anschließend sprach BOAZ COHEN (Akko, Israel) über „Ziele und Herausforderungen der Forschung zu überlebenden Kindern als Displaced Persons“. Dabei legte er nahe, die Heterogenität der Gruppe der unbegleiteten Kinder zu beachten und hinterfragte entsprechende Definitionen, sowohl bezogen auf das biologische bzw. psychologische Alter, als auch den Status „unbegleitet“ sowie die problematische Zuordnung zu Nationalitäten in der Nachkriegszeit. Zum Abschluss den Panels präsentierte VERENA BUSER (Berlin) die „Akten und Sammlungen des Kindersuchdienstes des International Tracing Service und ihre Bedeutung für heute“. Nachdem Kinder lange unterrepräsentiert in der Forschung gewesen seien, attestierte Buser ein boomendes „Zeitalter der Kindergeschichte“. Trotz des eigenen Büros für die Betreuung unbegleitete Kinder sieht sie bei UNRRA und IRO das Fehlen eines Masterplans und skizzierte in ihrem Vortrag sowohl Aufgaben, als auch Probleme der Child Welfare Officer der UNRRA.

Ein Höhepunkt der Tagung war die Eröffnung der Ausstellung „‚Wohin sollten wir nach der Befreiung?’ Zwischenstationen: Displaced Persons nach 1945“ durch die Kuratorin SUSANNE URBAN (Worms), die zuvor eine Einführung zur Thematik und Entstehung der Ausstellung gab. In der Ausstellung werden Aspekte des Alltags und individuelle Lebensgeschichten verschiedener Displaced Persons zwischen Befreiung und Emigration, beeinflusst von alliierter Politik und im ständigen Spannungsfeld von Individuum, Alliierten und den Displaced Persons als kollektiver Gruppe anschaulich präsentiert.

Den ersten Tag schloss eine Podiumsdiskussion mit SUSANNE URBAN (Worms), STEFFEN JOST (Dachau) und ESTER ALEXANDER-IHME (Frankfurt am Main) ab, die sich den Displaced Persons sowie dem Umgang mit Massenflucht in der Vergangenheit und heute (auch in der historischen-politischen Bildung) widmeten. Kritisch wurde die Fokussierung auf jüdische DPs in der Forschung diskutiert und auf die Vermittlung der Heterogenität der Gruppe appelliert, wobei Selbst- und Fremdzuschreibung bei dem Prozess der Anerkennung des DP-Status eine wichtige Rolle spielen. Eine intensive und angeregte Diskussion über Grenzen und Möglichkeiten des Vergleichs zwischen Flüchtlingen damals und heute in der pädagogischen Arbeit beschloss den Abend.

Am zweiten Tag rückten die Displaced Persons als Thema in der (museums-)pädagogischen Arbeit in den Fokus; am Vormittag standen für die Teilnehmer/innen verschiedene Workshops und Exkursionen zur Auswahl. NICOLA SCHLICHTING (Bergen-Belsen) zeigte Möglichkeiten auf, das DP-Camp in Bergen-Belsen als wichtigen Teil der Nachgeschichte von Konzentrationslagern in der Bildungsarbeit zu thematisieren. KATHARINA ERBEN (Berlin) präsentierte und diskutierte in ihrem Workshop fotopädagogische Ansätze im Museum, die sich mit jüdischem Alltag und Neubeginn in DP-Lagern beschäftigten. ELISABETH SCHWABAUER und AKIM JAH (beide Bad Arolsen) stellten Konzepte und Materialien für die historische Bildung mit ITS-Dokumenten zu Kindern als DPs vor. Unter der Leitung von SYBILLE KRAFFT (Wolfratshausen-Waldram) ging es nach Foehrenwald, an den Ort eines der größten DP-Camps in Deutschland, das bis 1957 dort bestand. Mit ANNA ANDLAUER (Markt Indersdorf) begab sich eine weitere Gruppe zum Kloster Indersdorf, in dem das erste internationale Kinderzentrum der amerikanischen Zone eingerichtet worden war.

Am Nachmittag gab es die besondere Möglichkeit der Begegnung und des Austauschs mit Zeitzeugen. In kleineren Gruppen erzählten MIRIAM SCHWARTZ, NAHUM BOGNER, ZIPORA SCHINDELHEIM, MASHA GOREN und ABBA NAOR ihre (Über-)Lebensgeschichten und berichteten von ihren individuellen Erfahrungen als Displaced Children, die nach den vorangegangenen Vorträgen und Diskussionen noch einmal neue Perspektiven eröffneten.

Im Anschluss wurde, moderiert von ELISABETH SCHWABAUER (Bad Arolsen) und NINA RABUZA (Dachau), eine Zwischenbilanz zum ersten, pädagogisch ausgerichteten Teil des Workshops gezogen. Eine große Herausforderung für die Bildungsarbeit wurde in der Vielschichtigkeit und Komplexität des Themas gesehen, das sich einem eindeutigen Masternarrativ entzieht. Dies wurde gleichzeitig auch als Chance betrachtet, da sowohl multiperspektivische und multinationale als auch biografische Zugänge möglich sind, besonders im Kontext von aktuellen Debatten über Flucht und Migration.

SERAFIMA VELKOVICH (Jerusalem) sprach anschließend als Auftakt des zweiten Teils über „das Phänomen des Babybooms bei DPs: Kinder, die in DP-Camps geboren wurden, in den Dokumenten des Yad Vashem-Archivs“, in dem neben vielen Fotos, privaten sowie behördlichen Dokumenten auch Hochzeitszertifikate verschiedenster Art enthalten sind, die alltagshistorische Einblicke in die Strukturen von DP-Camps ermöglichen. Sie unterstrich die immense Bedeutung des Babybooms und von Hochzeiten im Prozess der physischen und mentalen Rehabilitation, sowie in der Wiederherstellung von individueller und kollektiver sowie nationaler Identität.

Den zweiten Tag beschloss der öffentliche Abendvortrag von DIETER STEINERT (Wolverhampton, UK) zu „polnischen und sowjetischen Kinderzwangsarbeiter im nationalsozialistischen Deutschland und im deutsch besetzten Osteuropa 1939–1945“. Steinert bot einen Überblick über die Entstehung und Rekrutierungspraxis von Kinderzwangsarbeitern während der nationalsozialistischen Besatzung in Osteuropa und zeigte die Besonderheit dieser kontrastierend zu Erwachsenen in Erfahrungen, Erinnerungen und den psychischen und physischen Folgen für das spätere Leben auf. Darüber hinaus machte er auf das Schicksal der nicht deportierten Kinder, die dennoch in den besetzen Gebieten Zwangsarbeit leisten mussten, aufmerksam. In der nachfolgenden Diskussion, moderiert von NINA RITZ (Dachau), wurde das Problem von Entschädigungsforderungen vertieft, da in ihren Heimatländern zur Arbeit gezwungene Kinder nicht den Entschädigungsrichtlinien entsprachen.

Der dritte Tag des Workshops, der 1. Juni 2016, stand ganz im Zeichen von Kindern als Überlebenden und DPs in aktuellen Forschungsprojekten. Das erste Panel war der Sozialarbeit und Fürsorgekonzepten für minderjährige DPs gewidmet und wurde von BOAZ COHEN (Akko, Israel) moderierten. Zunächst präsentierte CHRISTIAN HÖSCHLER (München) seinen Vortrag mit dem Thema „Internationale Familien? Konzepte des Gemeinschaftslebens im IRO-Kinderdorf Bad Aibling, 1948–1951“. Er ordnete das dortige pädagogische Konzept, angelehnt die Ideen des Philosophen Walter Robert Corti, unter dem Begriff „liberaler Internationalismus“ ein. Höschler argumentierte, dass man im Gegensatz zu anderen, nach Nationalitäten trennenden Camps, im Kinderdorf einerseits nationale Identitäten anerkannte, aber andererseits auch auf Austausch und ein teilautonomes Zusammenleben der Kinder setzte, in dem das Individuum im Vordergrund stand. Um „mangelnden Respekt und pädagogische Ansätze der Betreuer im Umgang mit überlebenden Kindern in den DP-Kinderzentren“ ging es anschließend bei INA SCHULZ (Berlin), die pädagogische Beschreibungen, Berichte und Einschätzungen von Mitarbeiter/innen in DP-Kinderzentren hinsichtlich ihrer pädagogischen Diagnosen und Maßnahmen analysierte und darlegte.

„‚Zerbrochen an psychischem und physischem Stress‘: Die Behandlung und Assimilation von ‚geschädigten’ überlebenden Kindern“ lautete der das Panel abschließende Vortrag von MAGGIE FRASER KIRSH (Williamsburg, Virginia, USA). Auf anschauliche Weise präsentierte sie die Programme britischer Wohlfahrtsorganisationen und deren Rolle in der Integration überlebender Kinder, die im Sinnbild der „world wide jewish family“ von jüdischen Gemeinden unterstützt wurden. Ein zentrales Interesse sieht sie neben der physischen und emotionalen Erholung in der intellektuellen Förderung, die zur Assimilation und Partizipation der Kinder in die britische Gesellschaft führen sollte. Ein grundlegendes Problem stellte jedoch laut Fraser Kirsh die mangelnde Ausbildung der betreuenden Personen in Kinderpsychologie und im Umgang mit traumatisierten Kinder dar. In der Diskussion standen neben dem Problem antisemitischer Konflikte in Kinderzentren der historisierende Umgang mit zeitgenössischen pädagogischen Analysen und Bewertungen von Verhaltensnormen und Anomalien im Fokus.

Das parallel stattfindende zweite Panel fasste die Situation von DPs nach der Befreiung in den Fokus. KELSEY NORRIS (Philadelphia, Pennsylvania, USA) sprach zu „Sowjetischen Displaced Persons und der Politik der Familienzusammenführung“ in der Sowjetunion. Anhand eines Fallbeispiels zeigte sie (politische) Prozesse der Familienzusammenführung auf und analysierte, wie der aufziehende Kalte Krieg öffentlichkeitswirksame Auseinandersetzungen und politische Propaganda um die Repatriierung von sowjetischen Kindern unterstützte. Der anschließende Vortrag von OLGA GNYDIUK (Florenz, Italien) war dem Umgang der IRO mit DP-Kindern ukrainischer Herkunft gewidmet. Aufgrund der Grenzveränderungen zwischen Polen und der Ukraine und durch die sowjetische Kontrolle der Ukraine wurde die nach Nationalität organisierte Repatriierung der Kinder durch UNRRA und IRO vor verschiedentliche Probleme gestellt, wodurch sie, so Gnydiuk, eine Sondergruppe darstellen. AKIM JAH (Bad Arolsen) leitete die Diskussion, in der die Rolle der „verlorenen Kinder“ im öffentlichen Diskurs und der Propaganda des beginnenden Kalten Kriegs auf großes Interesse stieß, ebenso die problematische Zusammenarbeit der verschiedenen alliierten Suchdienste.

Das dritte Panel des Tages, moderiert von SUSANNE URBAN (Worms), war dem jüdischen Leben nach dem Zweiten Weltkrieg in Polen gewidmet. KAROLINA PANZ (Warschau) stellte erste Forschungsergebnisse ihrer mikrohistorischen Studie zum „Schicksal der jüdischen Waisen in Podhale zwischen 1945 und 1946“ vor. In der Region Podhale entstanden 1945 Fürsorgezentren und Sanatorien für Juden, was jedoch von der ansässigen Bevölkerung in der Mehrheit abgelehnt wurde und zu antisemitischen Übergriffen, auch gegen jüdische Waisenhäuser, führte. Im Anschluss präsentierte JUDITH LINDENBERG (Paris) ihre methodologische Arbeit über den „‚Fragebogen für Kinder’ der Zentralen Jüdischen Historischen Kommission in Polen (CŻKH)“. Die Frage, wie die Kinder den Holocaust hatten überleben können und wie nun mit ihnen umzugehen sei, machte sie zum Forschungsfeld für Psychologen, Historiker, Soziologen und Pädagogen, deren Arbeiten Lindenberg erforscht. Mithilfe von Fragebögen sowie Bildern und Zeugenaussagen sollten verschiedene Methoden zum Umgang mit den überlebenden jüdischen Kindern erprobt und die Ergebnisse zur Förderung der Rehabilitierung genutzt werden. Eingehend wurde anschließend über die lokale Erinnerungskultur und tradierte Geschichtsbilder in Polen bezüglich des Zusammenlebens von Juden und Polen in der Nachkriegszeit diskutiert, sowie über Erfassungsmöglichkeiten der Fragebögen verschiedener Organisationen.

Im vierten und letzten Panel zu post-Shoah Identitäten, das ATINA GROSSMANN (New York) moderierte, präsentierte die Soziologin ILDIKO BARNA (Budapest) eine eingehende „Analyse der Resozialisierungswege ungarisch-jüdischer DP-Kinder im Rahmen der Digital Humanities unter Nutzung des digitalen ITS-Archivs“, in der sie neue methodische Zugänge und Auswertungsmöglichkeiten zu den umfangreichen DP-Beständen des ITS aufzeigte. „Emotionale Herausforderungen und Identitätsbildung in Zeugenaussagen von Kindern aus dem DP-Camp Bergen-Belsen, 1946“ wurden von NOAM RACHMILEVITCH (Lochamej haGeta’ot, Israel) vorgestellt. Die Zeugenaussagen entstanden in der zionistisch ausgerichteten DP-Camp Schule, in der zur Identitätsförderung auf Hebräisch und Jiddisch unterrichtet wurde, und geben interessante Einblicke in die mentale Lebenswelt der Kinder, die schon zeitgenössisch von Traumatheoretikern intensiv diskutiert wurde.

Am Ende dieser interessanten und vielseitigen Workshoptage stand die Abschlussdiskussion, moderiert von BOAZ COHEN (Akko, Israel) und STEFFEN JOST (Dachau). Als besonders gewinnbringend wurden die Atmosphäre und der angeregte internationale Austausch zwischen Zeitzeugen, Historikern, Archivaren und Pädagogen aus verschiedenen Bereichen hervorgehoben, der durch die thematische wie methodische Breite der Vorträge und Workshops noch gefördert wurde. Interessante Synthesen, Kontraste und Wechselbeziehungen waren zwischen mikro- und makrohistorischen Studien sowie nationalen und transnationalen Betrachtungen auszumachen. Diese zeigten auch die Vielseitigkeit und die globale Bedeutung des aktuell stark wachsenden Forschungszweigs auf, der durch transnationale und multikulturelle Zugänge neue Ansätze für pädagogische und museumspädagogische Konzepte bietet, deren Anwendung besonders angesichts der Aktualität des Themas jedoch noch weiter gefördert und globaler ausgerichtet werden sollte. Die eingangs und auch während der Tagung immer wieder diskutierte Herausforderung von politischer Positionierung und Vergleichen zwischen damaligen und heutigen Flüchtlingsbewegungen wurde als neue Herausforderung gesehen, die nicht abschließend beantwortet, aber künftig näher erörtert werden könnte.

Konferenzübersicht:

Floriane Hohenberg (ITS, Bad Arolsen), Boaz Cohen (WGC, Akko, Israel), Martin Bock (Stiftung EVZ, Berlin), Nina Ritz (MMSZ, Dachau): Begrüßung und Einführung

Atina Grossmann (Cooper Union for the Advancement of Science and Art, New York, USA): Überlebende im besetzten Deutschland: Verwobene Geschichten und verlorene Erinnerungen

Boaz Cohen (WGC, Akko, Israel): Ziele und Herausforderungen der Forschung zu Überlebenden und Kindern als Displaced Persons

Verena Buser (Alice Salomon Hochschule Berlin und Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg): Die Akten und Sammlungen des Kindersuchdienstes des International Tracing Service und ihre Bedeutung für heute

Susanne Urban (SchUM-Städte e.V., Worms): Ausstellung „Wohin sollten wir nach der Befreiung?“ Zwischenstationen: Displaced Persons nach 1945

Esther Alexander-Ihme (Frankfurt am Main), Susanne Urban (SchUM-Städte e.V., Worms), Steffen Jost (MMSZ, Dachau): Podiumsdiskussion

Nicola Schlichting (Gedenkstätte Bergen-Belsen): Die Geschichte der Displaced Persons als Thema für die Bildungsarbeit

Katharina Erbe (Jüdisches Museum, Berlin): Jüdischer Alltag und Neubeginn in DP-Lagern: Fotopädagogische Ansätze im Museum

Elisabeth Schwabauer / Akim Jah (ITS, Bad Arolsen): Kinder als Displaced Persons. Historische Bildung mit ITS-Dokumenten

Sybille Krafft (Bürger fürs Badehaus Waldram-Foehrenwald e.V): Föhrenwald. Eines der größten DP-Camps in Deutschland (Exkursion)

Anna Andlauer (Markt Indersdorf): Kloster Indersdorf. Das erste internationale DP-Kinderzentrum in der US-amerikanischen Zone

Serafima Velkovich (Yad Vashem, Israel): Das Phänomen des Babybooms bei DPs: Kinder, die in DP-Camps geboren wurden, in den Dokumenten des Yad Vashem-Archivs

Dieter Steinert (Universität Wolverhampton, UK): Polnische und sowjetische Kinderzwangsarbeiter im nationalsozialistischen Deutschland und im deutsch besetzten Osteuropa 1939–1945

Christian Höschler (Ludwig-Maximilians-Universität München): Internationale Familien? Konzepte des Gemeinschaftslebens im IRO-Kinderdorf Bad Aibling, 1948–1951

Ina Schulz (Freie Universität Berlin): „Mangelnder Respekt“ – Pädagogische Ansätze der
Betreuer im Umgang mit überlebenden Kindern in den DP-Kinderzentren

Maggie Fraser Kirsh (College of William and Mary, Virginia, USA): „Zerbrochen an psychischem und physischem Stress”: Die Behandlung und Assimilation von „geschädigten“ überlebenden Kindern

Kelsey Norris (University of Pennsylvania, USA): Sowjetische Displaced Persons und die Politik der Familienzusammenführung

Olga Gnydiuk (EHI Florenz, Italien): Unbestimmte Nationalität: DP-Kinder ukrainischer Herkunft unter IRO-Betreuung

Karolina Panz (Universität Warschau, Polen): „Sie wollten nicht noch mehr Juden dort”. Das Schicksal jüdischer Waisen in Podhale zwischen 1945 und 1946

Judith Lindenberg (EHESS, Paris, Frankreich): „Der Fragebogen für Kinder“ der Zentralen Jüdischen Historischen Kommission in Polen (CŻKH): Eine methodologische Arbeit mit Bezug auf polnischjüdische Erziehungspraktiken vor dem Krieg

Ildiko Barna (ELTE, Budapest, Ungarn): Analyse der Resozialisierungswege ungarisch-jüdischer DP-Kinder im Rahmen der Digital Humanities unter Nutzung des digitalen ITS-Archivs

Noam Rachmilevitch (Ghetto Fighters’ House, Israel): Emotionale Herausforderungen und Identitätsbildung in Zeugenaussagen von Kindern aus dem DP-Camp Bergen-Belsen, 1946

Boaz Cohen (WGC, Akko, Israel) und Steffen Jost (MMSZ, Dachau): Abschluss und Ausblick

Zitation
Tagungsbericht: Nach der Befreiung – zur Situation von Überlebenden und Kindern als Displaced Persons. Neue Zugänge in Bildung und Wissenschaft, 30.05.2016 – 01.06.2016 Dachau, in: H-Soz-Kult, 10.11.2016, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6800>.
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10.11.2016
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