Der Rumänienfeldzug 1916/17 – Erfahrung und Erinnerung

Ort
Veliko Tarnovo
Veranstalter
Gundula Gahlen / Deniza Petrova / Oliver Stein , Friedrich-Meinecke-Institut, Freie Universität Berlin; Stefan Minkov, Zentrum für Militärgeschichte und Archäologie, Konstantin-Preslavski-Universität, Bulgarien
Datum
26.09.2016 - 28.09.2016
Von
Lisa Mayerhofer, München

Fast genau 100 Jahre nach dem Kriegseintritt Rumäniens fand an der Hl. Kyrill und Method-Universität in Veliko Tarnovo eine von Wissenschaftlern der Freien Universität Berlin und der Konstantin-Preslavski-Universität Shumen gemeinsam organisierte internationale Tagung zum Rumänienfeldzug 1916/17 statt. An diesem Feldzug waren nicht nur sieben Kriegsparteien beteiligt, er fand auch bei den Zeitgenossen eine hohe Beachtung, nicht zuletzt da mit ihm auch der Wechsel der deutschen Obersten Heeresleitung von Erich von Falkenhayn zu Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff in Verbindung stand. Am Ende des Feldzuges stand die Okkupation von zwei Dritteln des rumänischen Staatsgebietes, die Erdöl- und Getreidelieferungen ermöglichten den Mittelmächten in letzter Konsequenz, den Krieg weitere zwei Jahre durchhalten zu können. Während der Rumänienfeldzug allerdings nach Kriegsende in Deutschland in Vergessenheit geriet, blieb er in Rumänien und Bulgarien ein zentraler Teil der Gedächtniskultur.

Die Tagung bot eine Plattform, um neue Forschungen zum Thema vorzustellen, wobei der Fokus auf Kriegserfahrung und Erinnerung lag. Die interdisziplinäre Auswahl der Themen und die Internationalität der Teilnehmer ermöglichte die für eine fruchtbare Behandlung des Themas unabdingbare Multiperspektivität. Das Programm nahm drei Themenkreise besonders in den Blick: die Koalitionskriegsführung, das Verhältnis von Militär und Zivilbevölkerung sowie die Erinnerungskultur.

Koalitionskriegsführung

Den ersten Themenkreis eröffnete der Vortrag von GERALD VOLKMER (Oldenburg) der die Einstellungen der politischen und kulturellen Eliten des Königreichs Rumänien gegenüber den Mittelmächten, insbesondere Bulgarien, untersuchte. Dabei spielten der Konflikt zwischen der rumänischen Nationalbewegung in Ungarn und der Budapester Regierung sowie die militärische Auseinandersetzung zwischen Rumänien und Bulgarien 1913 eine zentrale Rolle. Der folgende Vortrag von JAN VERMEIREN (Norwich) nahm das Verhältnis zwischen Deutschland und Österreich-Ungarn aus einer diplomatiegeschichtlichen Perspektive in den Blick. Es wurde dabei deutlich, dass die Habsburger Monarchie trotz der zunehmend asymmetrisch verlaufenden Beziehungen zwischen den Bündnispartnern sehr wohl fähig war, ihre Handlungsfreiheit zu bewahren.

BERNHARD BACHINGER (Graz) beschäftigte sich mit den vielfachen Rückkoppelungen des nach dem Kriegseintritt Rumäniens neu eröffneten Kriegsschauplatzes auf die deutsch-bulgarische Saloniki-Front bezüglich des Kriegskoordinationsmanagements und die interalliierten Beziehungen. Die folgende Präsentation von DANIEL MARC SEGESSER (Bern) richtete ihren Fokus auf die Motive und Vorstellungen, die für die Entscheidungsfindung dreier militärischer Operationen an den südlichen Grenzen der Mittelmächte wichtig waren. Anhand der Fallbeispiele der Landung der Entente in Gallipoli 1915, des „Interventos“ Italiens 1915 und dem Kriegseintritts Rumäniens 1916 wurde der Frage nachgegangen, in welchem Ausmaß die Motive und Vorstellungen der Kriegsbeteiligten und der neutralen Länder voneinander abwichen.

DENIZA PETROVA (Berlin) machte in ihrem Beitrag deutlich, wie über unterschiedliche strategische Ziele hinaus noch zahlreiche weitere Faktoren wie unterschiedliche Militärkulturen, tradierte Wahrnehmungsmuster oder divergierende Sichtweisen auf den Krieg für Konfliktpotential unter den Verbündeten sorgten. Am Beispiel von Bulgarien und Deutschland wurde exemplarisch gezeigt, wie militärische Kooperation funktionierte, scheiterte oder sogar von den Bündnispartnern bewusst torpediert wurde.

TAMARA SCHEER (Wien) untersuchte in ihrem Vortrag an Hand einer Auswahl autobiographischer Quellen einiger Habsburger Offiziere, wie die österreichisch-ungarischen Militärbehörden die Habsburger Rumänen vor Beginn des Krieges erlebten und was sie von ihnen in den ersten Monaten der Kämpfe erwarteten. Darüber hinaus stellte sie die Frage, ob sich die Haltung nach dem Kriegsbeitritt Rumäniens auf Seiten der Entente wandelte.

AXEL BADER (Göttingen) nahm wiederum die Kriegserfahrung der deutschen Militärs in Rumänien 1916 am Beispiel des Württembergischen Gebirgsbataillons in den Blick mit Schwerpunkt auf die Erfahrung des rumänischen Raumes, die Sicht auf die Zivilbevölkerung, sowie die Rückkoppelungseffekte auf das Verhalten der Feldzugsteilnehmer.

Die Rekonstruktion der Kriegserfahrung aus rumänischer Perspektive – als Realität der Front sowie als Trauma in der Gesellschaft – war hingegen das Ziel der Untersuchung von CLAUDIU LUCIAN TOPOR (Jasi). Als am Ende des Krieges Rumänien trotz des erfolglosen Feldzuges auf Seiten der Sieger stand, erhielt die Erfahrung des Krieges eine symbolische Bedeutung: der Widerstand an der Sirethfront hatte entscheidend zur Erfüllung der nationalen Wunschvorstellungen beigetragen.

VASILIJ KASHIRIN (Moskau) zeichnete in seinem Beitrag den Verlauf der russischen Beteiligung an der rumänischen Front nach. Die russischen Truppen in Rumänien wurden zwar wie andere Teile der russischen Armee von der Februarrevolution beeinflusst, erwiesen sich – auf fremdem Territorium und ohne Kontakt zu den Vorgängen in der Heimat – aber als weniger anfällig. Dies erlaubte ihnen nicht zuletzt, erfolgreich mit der reorganisierten rumänischen Armee während der groß angelegten Sommerschlacht von 1917 zusammenzuarbeiten.

DANILO ŠARENAC (Belgrad) beschäftigte sich in seinem Vortrag mit dem Serbischen Freiwilligenkorps, das 1916/17 an den Kämpfen in der Dobrudscha beteiligt war. Anhand der Kerneinheit des Korps, der im April 1916 in Odessa aufgestellten Serbischen Freiwilligendivision, zeigte er in einer globaleren und komparativen Perspektive die enorme Erweiterung geographischer Horizonte durch den Krieg sowie zeitgenössische Zugehörigkeitsgefühle zu Nationalitäten und Imperien auf. Der Beitrag von OLIVER SCHULZ (Clermont-Ferrand) widmete sich schließlich der Beteiligung bulgarischer und russischer Soldaten an den Kämpfen während des Rumänienfeldzuges 1916 und des Stellungskriegs am Sireth und untersuchte den Alltag der Soldaten sowie ihre Kriegserfahrungen.

Verhältnis von Militär und Zivilbevölkerung

Am zweiten Tag ging GUNDULA GAHLEN (Berlin) in dem eröffnenden Vortrag der Frage nach, welches Bild die deutschen Soldaten von der rumänischen Zivilbevölkerung hatten und wie sie die Verwischung der Grenzen zwischen Militär und Zivil am rumänischen Kriegsschauplatz in ihren Selbstzeugnissen reflektierten. Bezüglich einer oft angenommenen Brutalisierung der deutschen Kriegsteilnehmer in ihrer Wahrnehmung und in ihrem Verhalten gegenüber der Zivilbevölkerung wurde deutlich, dass sich die These des Ersten Weltkrieges an der Ost- und Südostfront als „Schule der Gewalt“ im rumänischen Beispiel nicht aufrechterhalten lässt. DAVID HAMLIN (New York) befasste sich in seinem Vortrag mit der Wahrnehmung der ländlichen besetzten Gebiete Rumäniens durch die Besatzer vor dem Hintergrund der heimischen Not. Die wirtschaftliche Ausbeutung des besetzten Rumäniens, deren Planung schon im Oktober 1916 begann, war in diesem Zusammenhang von zentraler Bedeutung.

Der Beitrag von OLIVIA SPIRIDON (Tübingen) nahm eine inhaltliche Analyse von Berichten und Memoiren auf siebenbürgisch-sächsischer und rumänischer Seite vor, um Muster und Besonderheiten der Wahrnehmung und Deutung des Krieges herauszuarbeiten. Deutlich wurde hier, wie die rumänische Besetzung Siebenbürgens aus sächsischer Perspektive als Störung des „Burg-Gefühls“, das heißt des Selbstbilds der Wehrhaftigkeit wahrgenommen wurde und wie sich in einem multi-ethnischen Umfeld der Umgang mit neuen Konflikten darstellte. Die Präsentation DANIEL CAINs (Iasi) zielte hingegen darauf ab, das Bild der bulgarischen „Besatzer“ in der rumänischen Gesellschaft auf Basis von Zeugnissen und diplomatischen Korrespondenzen der Jahre 1916 bis 1918 zu rekonstruieren. Auf Grund der frischen Erinnerungen an die Gräuel der Balkankriege sowie aus Furcht vor einer angenommenen „Rache“ der Bulgaren war ein Topos entstanden, in dem den Bulgaren „Hass“ und Fanatismus zugeschrieben wurde. Dies führte zur Flucht zahlreicher Rumänen sowie dazu, dass die bulgarische Bevölkerung in der Dobrudscha als potentieller Feind behandelt wurde.

Die Präsentation von LISA MAYERHOFER (München) schilderte zunächst kurz den Aufbau der Okkupationsverwaltung in den von den Mittelmächten besetzten Gebieten, bevor anhand des Beispiels der Festsetzung des Wechselkurses der Besatzungswährung auf die Konkurrenzsituation zwischen den Verbündeten Deutschland und Österreich-Ungarn eingegangen wurde. In einem abschließenden Vergleich mit anderen von den Mittelmächten während des Ersten Weltkrieges besetzten Regionen Europas wurde neben den Charakteristika des rumänischen Fallbeispiels auch deutlich, wie die Planungen für eine antizipierte Nachkriegszeit die Ausgestaltung das jeweilige Besatzungsregime bestimmte. Der Vortrag von HARALD HEPPNER (Graz) befasste sich hingegen mit Österreich-Ungarn als Besatzungsmacht in der Walachei. Hier wurden drei „Fronten“ identifiziert: Gegenüber der deutschen Politik musste Österreich-Ungarn im Rahmen der Deutschen Militärverwaltung um seinen Platz ringen, während das k.u.k. Ministerium des Äußern zu kämpfen hatte, um sich mit eigenen (zivilen) Organen in den besetzten Gebieten erneut etablieren zu dürfen. Die dritte „Front“ erwuchs schließlich aus der Tatsache, dass Österreich-Ungarn nicht nur als einer der Besatzungsmächte darauf zu achten hatte, Ruhe, Ordnung und Versorgung in der Walachei sicherzustellen, sondern auch darum bemüht war, die negative Propaganda des kriegführenden Rumänien gegen den habsburgischen Nachbarn zu konterkarieren.

Im darauffolgenden Beitrag von VALENTIN SPIRIDONOV (Veliko Tarnovo) wurden die Bündnispartner in der Koalition der Mittelmächte in Bezug auf die sogenannte Dobrudscha-Frage näher betrachtet. So fiel mit der Besetzung der Dobrudscha eine üppige „Kriegsbeute“ den Verbündeten zu, die sich aber über die Aufteilung nicht einigen konnten, sodass die Nord-Dobrudscha letztendlich unter die Gesamtherrschaft (Kondominium) der Bündnispartner gestellt werden musste. STEFAN MINKOV (Schumen) befasste sich daran anschließend mit der deutschen Etappenverwaltung und der bulgarischen Politik in der Nord-Dobrudscha von 1916–1918. Er zeigte, wie die deutsche Etappenverwaltungszone zur Arena von Interessenkonflikten zwischen den Bündnispartnern wurde und sich an der ethnisch gemischten Bevölkerungsstruktur in den besetzten Gebieten Auseinandersetzungen zwischen Bulgarien und dem Osmanischen Reich entzündeten.

Erinnerungskultur

Den dritten Themenkreis eröffnete der Beitrag von DIMO GEORGIEV (Schumen), in dem Formen der Deutung und der Ritualisierung der Erinnerung an die bulgarischen Gefallenen im Rumänienfeldzug beleuchtet wurden. Der Fokus lag dabei auf den entstandenen Propagandabildern, den Maßnahmen zur Erhaltung und Pflege der Kriegsgräber und -denkmäler, sowie auf deren Existenz in den Nachkriegsjahren. DIETER STORZ (Ingolstadt) befasste sich in seinem Vortrag mit der Darstellung des rumänischen Kriegsschauplatzes in deutschen Kriegsbüchern anhand des Romans „Infanterist Perhobstler. Mit bayerischen Divisionen im Weltkrieg“ sowie des Tagebuchs von Bogislav Tilka, das 1930 unter dem Pseudonym Gerhard Velburg und unter dem Titel „Rumänische Etappe. Der Weltkrieg wie ich ihn sah“ erschienen war. Während in Schneiders Werk die Zustände innerhalb der Armee im Mittelpunkt stehen und Rumänien nur als Episode erscheint, stellt Tilka seine Tätigkeit als Besatzungssoldat in der Etappenverwaltung aus einer bewusst subjektiven Perspektive dar, was sehr ungewöhnlich ist. RALF GNOSA (Mönchengladbach) widmete sich in seinem Beitrag dem bedeutendsten und mit einer Verbreitung von 100.000 Exemplaren auch wirkmächtigsten Dokument literarischer Verarbeitung des Rumänienfeldzuges in deutscher Sprache, dem im Jahr 1924 erschienenen Kriegsbuch „Rumänisches Tagebuch“ von Hans Carossa. Ein besonderes Augenmerk wurde hierbei auf die Rezeptionsgeschichte dieses atypischen Kriegsbuches gerichtet, indem sowohl die zeitgenössischen Rezensionen und Aufsätze in den Blick genommen wurden als auch die Lektüreeindrücke zeitgenössischer Leser, das heißt insbesondere der Autorenkollegen Carossas.

ROMANIŢA CONSTANTINESCU (Heidelberg) eröffnete mit ihrem Beitrag den letzten Abschnitt der Tagung zur rumänischen Erinnerungskultur. Darin wurde versucht, die möglichen Gründe für die Verbannung der für die rumänische Armee verheerenden Niederlage von Turtucaia/Tutrakan aus dem kollektiven Gedächtnis in der Nachkriegszeit zu rekonstruieren und die Folgen dieses Schweigens am Beispiel der Schriften von George Topârceanu zu analysieren. MIHAI-OCTAVIAN GROZA (Cluj-Napoca) widmete sich den Erinnerungen von Gefangenen, die in den Kriegsgefangenenlagern Deutschlands und Österreich-Ungarns inhaftiert waren. Themenschwerpunkte waren dabei die Behandlung der Kriegsgefangenen, das Alltagsleben, das Verhältnis der Gefangenen zu Gefangenen anderer Nationalitäten sowie die Beziehung der Gefangenen zu ihren Familien mithilfe des Briefwechsels. Die Präsentation von SERINELA PINITILIE (Jasi) befasste sich schließlich mit der Behandlung des Rumänienfeldzuges im Geschichtsunterricht und in Schulbüchern in der Zwischenkriegszeit und während der kommunistischen Ära. Dabei wurde auch die Methode thematisiert, nach der der jeweilige historiographische Stereotyp des Krieges auf die Schulbücher übertragen wurde.

OLIVER JANZ (Berlin) fasste abschließend die wichtigsten Erkenntnisse der Tagung zusammen. So kann die Vorgeschichte des rumänischen Kriegseintritts als Beispiel für die räumliche Entgrenzung des Krieges als gesamteuropäischer Konflikt dienen. In diesem Zusammenhang wurde auch die Parallelität der Entwicklung zwischen Italien und Rumänien deutlich. Es zeigte sich, dass die Entente einen strukturellen Vorteil gegenüber den Mittelmächten hatte, da sie keinen irredentistischen Ansprüchen innerhalb ihrer Territorien gegenüberstand. Besonders aufschlussreich war außerdem die Untersuchung der deutsch-bulgarischen Beziehungen innerhalb der Militärkoalition. Diese konnten in ein breiteres Panorama eingeordnet werden und es konnte gezeigt werden, welche Faktoren das Funktionieren der Koalition beeinflussten. Neben den Spezifika der Kriegsführung in Südosteuropa gegenüber der Westfront warf gerade auch die Okkupation Fragen in vergleichender Perspektive auf. So könnte ein Vergleich zwischen den deutschen, österreichisch-ungarischen und bulgarischen Besatzungszonen in dieser Hinsicht weitere aufschlussreiche Erkenntnisse bringen. Eine Einordnung des rumänischen Feldzuges in eine Globalgeschichte des Krieges verdeutlichte darüber hinaus, dass die Okkupation Rumäniens für die Mittelmächte als Teil einer Strategie zu sehen ist, den mangelnden Zugang zu globalen Ressourcen auszugleichen. Im Gegensatz dazu war der Feldzug aus bulgarischer Perspektive ein regionaler Konflikt, der dazu dienen sollte, zuvor an Rumänien verlorene Gebiete zurückzugewinnen.

Es bleibt zu hoffen, dass die Tagung einen Anstoß geben konnte, sich auch über den 100jährigen Jahrestag hinaus mit dem bisher von der Forschung sträflich vernachlässigten Themenkomplex des Ersten Weltkrieges in Südosteuropa zu befassen. Gerade der in der Tagung verfolgte internationale und interdisziplinäre Ansatz erwies sich in diesem Zusammenhang als besonders fruchtbar und sollte in jedem Fall weiterverfolgt werden.

Konferenzübersicht:

Gundula Gahlen/Deniza Petrova/Oliver Stein (Berlin)/Stefan Minkov (Schumen): Thematische Einführung

I: Koalitionskriegsführung

Gerald Volkmer (Oldenburg): Die Haltung der politischen und kulturellen Eliten Rumäniens gegenüber den Mittelmächten 1914–1917

Jan Vermeiren (Norwich): The Central Powers and the Romanian Question, 1914–1916

Bernhard Bachinger (Graz): Der Feldzug in Rumänien 1916 und seine Auswirkungen auf die Koalitionskriegsführung der Mittelmächte an der Saloniki-Front

Daniel Marc Segesser (Bern): “Three strikes at a “soft underbelly”: Gallipoli, Italy and Romania in comparison

Deniza Petrova (Berlin): Die Koalitionskriegsführung im Rumänienfeldzug und seine Protagonisten 1916/17: das Militär zwischen Kooperation und Konflikt

Tamara Scheer (Wien): Expectations and Experience: Habsburg Romanian Soldiers during World War I

Axel Bader (Göttingen): Das Württembergische Gebirgsbataillon als deutsches Elitekorps im Rumänienfeldzug. Interne Konflikte, Adaptionspraktiken und Wahrnehmung kulturellen Gefälles im Bewegungskrieg

Claudiu Lucian Topor (Iasi): Kriegserfahrungen der rumänischen Soldaten im Rumänienfeldzug

Vasilij Kashirin (Moskau): The Russian participation on the Romanian front in 1916–1917: general overview of war efforts and combat experience of troops

Danilo Šarenac (Belgrad): Globalizing the war. The Serbs in Dobrudja in 1916

Oliver Schulz (Clermont-Ferrand): Liebste Feinde? Frontalltag und Kriegserfahrung russischer und bulgarischer Soldaten an der rumänischen Front 1916–1917

II: Militär und Bevölkerung

Gundula Gahlen (Berlin): Eine Schule der Gewalt? Die Sicht der deutschen Kriegsteilnehmer im Rumänienfeldzug 1916/17 auf die Zivilbevölkerung

David Hamlin (New York): The British Blockade and the German Perception of the Romanian Countryside

Olivia Spiridon (Tübingen): Erfahrung der Siebenbürgenfront 1916 in memorialistischen, journalistischen und fiktionalen Texten aus siebenbürgisch-deutscher und rumänischer Perspektive

Daniel Cain (Iasi): The Image of the Bulgarian “Occupant” in Romanian Society

Lisa Mayerhofer (München): Frühe Planungen auf deutscher Seite zum Aufbau eines Besatzungsregimes in Rumänien

Harald Heppner (Graz): Eroberung beendet, dennoch neue ‚Fronten‘: Österreich-Ungarn als Besatzungsmacht in der Walachei 1917/18

Valentin Spiridonov (Veliko Tarnovo):
Die Dobrudscha-Frage in der Politik der Mittelmächte im Ersten Weltkrieg [Dobrudžanskijat văpros v politikata na Centralnite sili v Părvata svetovna vojna]

Stefan Minkov (Schumen): Die deutsche Etappenverwaltung und die bulgarische Politik in der Nord-Dobrudscha 1916–1918 [Germanskoto etapno upravlenie i bălgarskata politika v Severna Dobrudža 1916–1918]

III: Erinnerungskultur

Dimo Georgiev (Schumen): Der Rumänienfeldzug 1916/17 und der bulgarische Gefallenenkult
[Vojnata na Centralnite sili sreštu Rumănija 1916/17 i bălgarskijat kult kăm zaginalite]

Dieter Storz (Ingolstadt): Der rumänische Kriegsschauplatz in deutschen Kriegsbüchern

Ralf Gnosa (Mönchengladbach): Der Rumänienfeldzug in literarischer Gestaltung – Hans Carossas Rumänisches Tagebuch

Romaniţa Constantinescu (Heidelberg): Weichenstellung des Imaginären: die unterdrückte Erinnerung an die Niederlage von Turtucaia/Tutrakan (19./24. August 1916) in der rumänischen Gesellschaft

Mihai Groza (Cluj-Napoca): Romanian Prisoners in the Camps from Germany and the Austrian-Hungarian Empire (1916–1918). Facets of Captivity reflected in the Collective Memory

Serinela Pintilie (Iași): The Remembrance of the Romanian campaign (1917): in teaching history. Battles and heroes during the communist period

Schlusskommentar und Moderation: Oliver Janz (Berlin):

Filmvorführung „Mackensens Siegeszug durch die Dobrudscha“ (1916, Bundesarchiv)
Oliver Stein (Berlin): Einführungsvortrag

Zitation
Tagungsbericht: Der Rumänienfeldzug 1916/17 – Erfahrung und Erinnerung, 26.09.2016 – 28.09.2016 Veliko Tarnovo, in: H-Soz-Kult, 08.02.2017, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6979>.