Die Anziehungskraft von Totalitarismus. Die Ursprünge, Bedeutungen und politischen Zyklen eines Konzeptes in Zentral- und Osteuropa

Ort
Jena
Veranstalter
Imre Kertész Kolleg Jena
Datum
06.10.2016 - 08.10.2016
Von
Klara Muhle, Stiftung Ettersberg Weimar/Erfurt / Imre Kertész Kolleg Jena; Cornelia Bruhn, Friedrich-Schiller-Universität Jena / Imre Kertész Kolleg Jena

Der Totalitarismusbegriff durchlief seit seinem Aufkommen in den 1920er-Jahren in Italien zahlreiche Bedeutungswandel und ist bis heute nicht eindeutig definiert. Die Geschichte dieses Wandels und die Erscheinungsformen des Begriffs standen im Mittelpunkt des in Jena durchgeführten Workshops: „Die Anziehungskraft von Totalitarismus. Die Ursprünge, Bedeutungen und politischen Zyklen eines Konzeptes in Zentral- und Osteuropa“. Zur Einführung verwiesen JOACHIM VON PUTTKAMER (Jena) und MICHAL KOPEČEK (Jena / Prag) auf die unterschiedlichen Vorstellungen, die mit diesem Begriff in Ost- und Westeuropa verbunden werden. Zugleich tauche das Konzept des Totalitarismus immer wieder in der Öffentlichkeit auf. Im Workshop ginge es entsprechend nicht darum, die Richtigkeit des Konzepts zu prüfen, sondern sein Erscheinen zu analysieren.

CLARA ROYER (Prag) setzte das Thema des Workshops in Verbindung mit dem Namensgeber des veranstaltenden Kollegs – Imre Kertész. Er selbst habe zwei Diktaturen in entgegengesetzten Rollen (Gefangener und Wächter) miterlebt. Für ihn habe Überleben Kollaboration bedeutet und folglich wäre es nicht möglich gewesen, Unschuld zu bewahren. Seiner Meinung nach (und Bezug nehmend auf sein Werk „Roman eines Schicksallosen“) habe das Individuum eine schicksallose Funktion im totalen Staat. Die Diktatur mache Menschen zu Kindern.

Das erste Panel des Workshops behandelte frühe Konzepte von Totalitarismus in Zentral- und Osteuropa. MIHAI-DAN CIRJAN (Budapest) ging dabei zunächst auf das Beispiel Rumäniens in der Zwischenkriegszeit ein und betrachtete besonders die unterschiedlichen Auslegungen des Totalitarismus von rumänischen Intellektuellen in den 1930er-Jahren und der ersten Hälfte der 1940er-Jahre. Der Begriff sei ein semantischer Fundus gewesen, der für Verhandlungen von politischen Konflikten genutzt worden sei, die die Grenzen und Struktur der staatlichen Institutionen bedroht habe. Der Begriff sei dabei vage geblieben. Ursprünglich verwendet in der politischen Debatte, sei er rasch in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen.

Wie die faschistischen ungarischen Bewegungen in der Zwischenkriegszeit den Totalitarismus auslegten, beleuchtete ÁRON SZELE (Budapest). Dabei seien die Gebietsverluste nach dem Ersten Weltkrieg und der vorherrschende Nationalismus ein Katalysator für rechte Bewegungen gewesen, die einen totalitären Staat erschaffen wollten. Ihrer Vorstellung nach hätte die Angst vor der Ordnungslosigkeit und Staatenlosigkeit, während gleichzeitig andere Bevölkerungsgruppen wie beispielsweise die Juden in eben jene verbannt werden sollten, zum Streben nach einem totalitären Staat geführt, der 1944 in Ungarn entstand.

Die Problematik der vagen Definition von Totalitarismus und einer möglichen Überwindung des Totalitarismusbegriffes nahm sich HOLLY CASE (Providence, Rhode Island) an, die das Zeitalter der Aufklärung mit dem Zeitalter des Totalitarismus in Bezug setzte. Für den Versuch, den Totalitarismusbegriff zu überwinden und durch einen neuen, zutreffenderen zu ersetzen, müsse er die bisher unklaren oder missverständlichen Aspekte ablegen. Sie ging noch einen Schritt weiter und bezog sich auf Karl Marx und Friedrich Engels, die behaupteten, dass vielmehr Ideen als Menschen herrschten. Der neue Begriff würde eine Idee formen und somit Macht innehaben. Deshalb seien politische und moralische Bedenken angebracht, das neue Wort mit diesem Automatismus zu belegen.

Im zweiten Panel wurden Beispiele der intellektuellen Auseinandersetzung mit dem Begriff des Totalitarismus diskutiert.

IVAN BOLDYREV (Moskau) beleuchtete in seinem Vortrag die zwiespältige Rolle der Mathematiker in der späten Sowjetunion. Die von ihnen entwickelten Theorien kritisierten und stabilisierten zugleich den Totalitarismus als Konzept und den sowjetischen Staat. So verhielten sich die staatlichen Funktionsträger ambivalent zu den Forschungsergebnissen. Ein zentrales Streitthema sei beispielsweise die Dezentralisierung gewesen, welche die Mathematiker zugunsten einer optimierten Wirtschaftskraft empfahlen. Politisch sei dieser Vorschlag inakzeptabel gewesen und sei deshalb von den staatlichen Funktionsträgern nicht umgesetzt worden.

ADRIAN GRAMA (Budapest) beleuchtete die Debatten der Exil-Osteuropäer um den Totalitarismusbegriff am International Centre of Free Trade Unionists in Central Europe in Exile im Paris der 1950er-Jahre. Die Beschäftigung mit dem Totalitarismus habe vielen Exilanten bei der Verarbeitung ihrer eigenen, von Verfolgung gekennzeichneten, Biographie geholfen. Aus ihrer häufig doppelten Verfolgungsgeschichte heraus hätten viele von ihnen die Gemeinsamkeiten zwischen dem nationalsozialistischen und den sozialistischen Systemen in Osteuropa betont, wobei sie Zwangsarbeit als das entscheidende Merkmal totalitärer Systeme beschrieben.

MARCO BRESCIANI (Zagreb) skizzierte die Genese des Totalitarismusbegriffs durch Nicola Chiaromonte. Beginnend in den 1930er-Jahren, habe sich Chiaromontes Sozialismuskritik zunehmend mit totalitären Ansätzen verbunden und sei in eine Typologie des nationalsozialistischen, sowjetischen und italienischen faschistischen Regimes gemündet. Er habe Ideologien als politische Religionen verstanden, welche in der Massengesellschaft wirksam würden. Zahlreiche polnische Intellektuelle der 1970er-Jahre, wie Miłos, Michnik und Herling, seien von Chiaromontes Ideen beeinflusst gewesen, unterschieden sich jedoch in der moralischen Bewertung der Regime: Chiaromonte lehnte es ab, totalitäre Systeme als ,das Böse‘ zu etikettieren.

DARIUSZ STOLA (Warschau) verwies in seinem Kommentar auf die Gegensätzlichkeit der Totalitarismusansätze des sowjetischen Mathematiker Kolman und Chiaromonte. So stelle sich Chiaromonte gegen einen Determinismus, der den Menschen per sé anfällig für totalitäre Systeme machen würde, während Kolman von eben jenem Determinismus ausginge.

In der anschließenden, für das Podium geöffneten Diskussion wurde angemerkt, dass die Akteure ihre eigenen Biographien auch umdeuteten, um sich von jeder zweideutigen Situation beispielsweise unter der nationalsozialistischen Besatzung zu distanzieren. Es wurde zudem darauf verwiesen, dass das International Centre of Free Trade Unionists in Central Europe in Exile keinesfalls liberal eingestellt gewesen sei, und dass auch das Konzept von Demokratie ursprünglich nicht als liberal definiert worden war, sondern erst durch die Diskussion um einen Antisozialismus eine „liberale“ Stoßrichtung gewonnen habe.

Im dritten Panel wurden Konzepte und Beispiele des Antitotalitarismus sowie dessen Begriffsdefinition und sein Nutzen für die wissenschaftliche Analyse diskutiert.

KIM CHRISTIAENS (Löwen) umriss das komplexe Feld dissidentischer Solidarität zwischen der Solidarnošč und nicaraguanischen bzw. chilenischen Oppositionellen. In beiden lateinamerikanischen Ländern sei der Kontakt zur Solidarnošč von den Oppositionellen genutzt worden, um eigene Interessen mit dem Verweis auf eine internationale Solidarität zu formulieren. Die Haltung der Solidarnošč-Mitglieder gegenüber diesen Solidaritätsbekundungen hingegen sei zurückhaltend geblieben, da sie dadurch erst recht ins Visier der polnischen Staatsgewalt gerieten und die Übertragbarkeit der Solidarnošč auf andere Länder umstritten blieb.

MICHAL KOPEČEK (Jena / Prag) konzentrierte sich auf die Herkunft und die Motive des Antitotalitarismus in Osteuropa. Dabei verwies er auf dessen Bedeutung als vereinenden Begriff der Oppositionellen der 1970er-Jahre, der mobilisierend gewirkt habe, indem er Solidarität herstellte und dabei die sozialistischen Regime dämonisierte. Zudem sei der Antitotalitarismus ein Mittel der osteuropäischen Opposition geblieben, sich westeuropäischer und amerikanischer Unterstützung zu versichern. Mit dem literarischen Erscheinen des Antitotalitarismus in der osteuropäischen Literatur wurde dieser endgültig von den Dissidenten für sich erobert.

IVETA LEITANE (Riga) betonte die Notwendigkeit zur klaren Begriffsbestimmung des Totalitarismus insbesondere wegen der mit ihm bis heute einhergehenden normativen Etikettierung. Sie sprach sich für den analytischen Nutzen des Totalitarismusbegriffes aus, plädierte aber für eine klarere begriffliche Abgrenzung zwischen totalitären und autoritären Regimen.

In der anschließenden Diskussion wurde die Verwendung des Antitotalitarismus als Kampfbegriff für die Dissidenten im Werben um westliche Solidarität betont und die Einheit der Dissidenten infrage gestellt. Weiterhin wurde davor gewarnt, nicht in eine totalitäre Kritik am Totalitarismus zu verfallen und die Frage aufgeworfen, ob es sich nicht vielmehr vonseiten der Dissidenten um Antimarxismus denn um Antitotalitarismus gehandelt habe. Am Ende dieser Diskussion stand die Aufforderung, die jeweilige Form des Antitotalitarismus konkret zu analysieren und die Unterschiede seiner linken und christlichen Ausprägungen genauer herauszuarbeiten.

Das vierte Panel thematisierte die Totalitarismusdebatte und die Kritik an ihr nach 1989.

Totalitarismus werde in der Ukraine als ein genuin fremdes, von außen kommendes und bösartiges Phänomen betrachtet, so GEORGIY KASIANOV (Kiew) in seinem Vortrag über den Totalitarismus in der Ukraine nach 1991. Der Begriff sei in den späten 1980er-Jahren als pejorative Bezeichnung für Kommunismus aufgekommen und als Konzept zunächst nicht definiert gewesen. Er sei fast ausschließlich als Bezeichnung für die Sowjetunion/Russland genutzt worden. Seit den 2000er-Jahren sei das Konzept des doppelten Totalitarismus eingeführt worden, in dem die Ukraine als Opfer des Nationalsozialismus und des Kommunismus dargestellt werde.

Der Fokus in PIOTR WCIŚLIK (Budapest) Vortrag lag auf dem Wandel der sozialen Kritik durch Dissidenten am Beispiel des homo sovieticus. Von der Wortschöpfung durch den Dissidenten Aleksandr Zinov‘ev 1982 ausgehend, der die eigene Gesellschaft in der Sowjetunion kritisierte, habe sich das dahinterstehende Konzept einhergehend mit dem postsozialistischen Wandel verändert. Nun stünde die Bezeichnung beispielsweise in Polen für den sowjetischen Machteinfluss im eigenen Land, der in den 1980er-Jahren in einer erfolgreichen Revolution aus der breiten Bevölkerung heraus besiegt wurde.

Der Vortrag von ANA LULEVA (Sofia) thematisierte die öffentliche Debatte über den Totalitarismus in Bulgarien seit den 1980er-Jahren. Der Begriff sei das erste Mal mit der Veröffentlichung von Zhelyu Zhelevs Buch „Faschismus. Eine dokumentarische Studie über deutschen, italienischen und spanischen Faschismus“ 1982 in Bulgarien in Erscheinung getreten. Darin habe er den Faschismus beschrieben, die Charakterisierung sei jedoch auf den vorherrschenden Sozialismus in Bulgarien übertragbar gewesen. Es habe die erste Totalitarismusdebatte in Bulgarien ausgelöst. 1990 definierten die führenden politischen Parteien das sozialistische System in Bulgarien als totalitär. Diese Kongruenz sei in den nächsten Jahren wieder verschwunden. Bis heute spalte die Frage, ob die Bezeichnung des Kommunismus in Bulgarien als totalitär zutreffend sei, die Erinnerungskultur und die Wissenschaft innerhalb des Landes.

Der Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa habe der Debatte über Totalitarismus und das Holocaustgedenken in Ost- und Zentraleuropa neues Leben eingehaucht, argumentiert PAUL HANEBRINK (New Brunswick, New Jersey). Wie er aufzeigte, würde häufig abgewogen, welche Form des Totalitarismus „schlimmer“ gewesen sei. Sehr verbreitet sei die Schlussfolgerung, dass die kommunistischen Verbrechen größer gewesen seien als die im Nationalsozialismus und dies legitimiere das bevorzugte Gedenken daran („vergleichende Trivialisierung“ des Holocaust). In wissenschaftlichen Analysen und Polemiken käme seit 1989 in Osteuropa immer wieder das Bild der jüdischen Kommunisten auf, die durch ihr Handeln als Täter im Gulag Auschwitz ermöglicht hätten. Der Grund für das Problem des Totalitarismusbegriffes könne darin liegen, dass er selbst im Zeitalter des Totalitarismus entstanden sei und eine distanzierte Perspektive so nicht möglich wäre. Vorerst scheine der Totalitarismus laut Paul Hanebrink jedoch im Fokus der Holocaustkontroversen in Osteuropa zu bleiben.

In seiner Key-Note Lecture zog AVIEZER TUCKER (Cambridge, Massachusetts) einen systematischen Vergleich zwischen posttotalitären und postautoritären Systemen und gab damit eine kontroverse Diskussionsgrundlage vor. Er argumentierte, für postautoritäre Gesellschaften sei der Übergang zu einer freiheitlicheren Gesellschaftsordnung schneller möglich als für posttotalitäre. Während die Eliten in posttotalitären Gesellschaften vorrangig am Wohlstand interessiert seien, blieben die postautoritären Eliten am Machterhalt an sich interessiert. Darauf aufbauend positionierte sich Tucker gegen die These sich konsolidierender Demokratien in Osteuropa nach den gesellschaftlichen Umbrüchen nach 1989. Stattdessen seien Desintegration, Reaktion und Restauration als Ergebnis der um ihre Privilegien kämpfenden Nomenklatura entstanden. Tucker schloss mit dem Fazit, nicht die Erforschung der Dissidenten, sondern der Nomenklatura sei existentiell notwendig zum Verständnis der Umbrüche in Osteuropa.

Am abschließenden Roundtable wurde Bilanz über den analytischen Mehrwert des Totalitarismuskonzeptes im 21. Jahrhundert gezogen. PAUL VICKERS (Gießen) warnte davor, die Diskussion um den Totalitarismus nicht zu einem exklusionistischen Diskurs werden zu lassen, da der Begriff seit den 1990er-Jahren erneut zu einem normativen Diskurs über westliche Hegemonie und Demokratie zu werden drohe. ÁGNES GAGYI (Budapest) plädierte dafür, ergänzend zu einer Ideengeschichte des Totalitarismus auch die symbolische Ebene intensiver zu untersuchen. Außerdem lenkte sie den Blick auf die Frage nach der Zukunft des Totalitarismusbegriffes und ließ offen, ob osteuropäische Staaten auf dem Weg zurück in den Kommunismus seien. ANNETTE WEINKE (Jena) führte die Spannweite transatlantischer Diskussionen über den Totalitarismus und Antitotalitarismus seit den 1940er-Jahren aus. Insbesondere während der zahlreichen Kriegsverbrecherprozesse, die in das Feld der Transitional Justice einzuordnen seien, habe der Antitotalitarismus eine realpolitische Rolle gespielt. LUTZ NIETHAMMER (Jena / Berlin) hielt dazu an, auf eine klare definitorische Abgrenzung, insbesondere von anthropologischem und klassischem Totalitarismusbegriff zu achten, deren Hauptunterschied darin bestehe, dass ersterer als überwindbar beschrieben werde. Zweitens plädierte er dafür, sich insbesondere der Dissidenz weniger wissenschaftlich-distanziert als akteurszentiert zu nähern.

Trotz der zahlreichen wertvollen Beiträge und Einzelstudien und obwohl es ausdrücklich nicht das Ziel dieser Konferenz war, das Konzept auf seine Richtigkeit zu prüfen, wurde die Notwendigkeit zur konkreten Bestimmung der Leitbegriffe der jeweiligen Totalitarismuskonzepte sichtbar. Sie sollten deutlicher voneinander unterschieden und miteinander in Beziehung gesetzt werden, denn diesen begrifflichen Irritationen ist es geschuldet, dass die Frage, ob das Konzept für heutige Analysen noch verwertbar sei, zwar gestellt, aber nicht zufriedenstellend beantwortet werden konnte. So muss auch die von Holly Case provokant aufgeworfene Frage, ob die Historisierung von Konzepten nicht immer erst dann eintrete, wenn das Konzept bereits überlebt sei, im Nachgang dieser Konferenz offen bleiben.

Konferenzübersicht:

WELCOME ADDRESS
Joachim von Puttkamer (Jena), Michal Kopeček (Jena)

PUBLIC LECTURE
Clara Royer (Prag): On Imre Kertész’s Notion of „Totalitarianism“

PANEL I: ON NOVELTIES AND SIMILARITIES: EARLY CONCEPTS OF TOTALITARIANISM IN CENTRAL AND EASTERN EUROPE
Chair: Paul Hanebrink (New Brunswick, New Jersey)

Mihai-Dan Cirjan (Budapest): The Central Bank Origins of the Total State: Totalitarianism and Capitalist Development in Interwar Romania

Áron Szele (Budapest): Chasing the Total State: Interwar Hungarian Fascism and the Idea of Totalitarianism

Holly Case (Providence, Rhode Island): The Age of Questions Meets the Totalitarian Age

Comment: Dietrich Beyrau

PANEL II: STALINIZATION, DE-STALINIZATION, AND THE PROBLEMS OF TOTALITARIANISM: CENTRAL AND EASTERN EUROPE IN THE EARLY POSTWAR PERIOD
Chair: Aaron Law

Ivan Boldyrev (Moskau): Totalitarianism and Mathematics

Adrian Grama (Budapest): „Not only the liberty of the individual but also the rights of the workers“: Exiled Trade-Unionists and the Language of Totalitarianism during the Early Cold War

Marco Bresciani (Zagreb): An Italian Source for the East Central European Reflection on Totalitarianism: Nicola Chiaromonte and the Polish Exiles and Dissidents

Comment: Dariusz Stola (Warschau)

PANEL III: CONSOLIDATED COMMUNIST REGIMES, OPPOSITIONAL THOUGHT, AND THE USES OF TOTALITARIANISM BEFORE 1989
Chair: Petr Roubal

Michal Kopeček (Jena): Dissident Anti-Totalitarianism: Sources, Origins, Motives. Poland and Czechoslovakia 1969–1989

Kim Christiaens (Löwen): „In countries where there isn’t a right and a left“: Eastern European Dissident Struggles and Resistance Against Dictatorships in Chile and Nicaragua, 1970s–1980s

Iveta Leitane (Riga): Conceptual and Historical Difficulties with New Definitions of Totalitarianism: The Case of Latvia

Comment: Robert Brier

PANEL IV: A NEW ANTI-TOTALITARIAN CONSENSUS? AGENDAS, NEW SEMANTICS, AND PO-LITICIZATION AFTER 1989
Chair: Holly Case (Providence, Rhode Island)

Georgiy Kasianov (Kiew): On the Usage of the Concept „Totalitarianism“ in post ‘91 Ukraine

Piotr Wciślik (Budapest): Dissident Social Critique in Transition: The Case of „Homo Sovieticus“

Ana Luleva (Sofia): The Concept of Totalitarianism in the Bulgarian Public Debates since the 1980s

Paul Hanebrink (New Brunswick, New Jersey): Totalitarianism, the Politics of Holocaust Memory and the Figure of the „Jewish Communist“ in Eastern Europe after 1989

Comment: Vítězslav Sommer

KEY-NOTE LECTURE
Aviezer Tucker (Cambridge, Massachusetts): Totalitarianism as a Working Hypothesis

ROUNDTABLE: TOTALITARIANISM AFTER TOTALITARIANISM: THE USES OF THE CONCEPT IN TWENTY-FIRST-CENTURY EUROPE
Chair: Joachim von Puttkamer (Jena)
Ágnes Gagyi (Budapest), Lutz Niethammer (Jena / Berlin), Paul Vickers (Gießen), Annette Weinke (Jena)

Zitation
Tagungsbericht: Die Anziehungskraft von Totalitarismus. Die Ursprünge, Bedeutungen und politischen Zyklen eines Konzeptes in Zentral- und Osteuropa, 06.10.2016 – 08.10.2016 Jena, in: H-Soz-Kult, 15.02.2017, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6997>.
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Veröffentlicht am
15.02.2017
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