Ungeschehene Geschichte und ihre erinnerungskulturelle Dimension. Kontrafaktische historische Narrative zwischen Literatur und Geschichte in Ost und West

Ort
München
Veranstalter
Ludwig-Maximilians-Universität München, Institut für Slavische Philologie, Teilprojekt "Kontrafaktische Geschichtsmodellierung im sowjetischen und postsowjetischen Russland" der DFG Forschergruppe "Was wäre, wenn?", Universität Konstanz
Datum
07.07.2016 - 09.07.2016
Von
Anja Burghardt / Nora Scholz, Institut für Slavische Philologie, Ludwig-Maximilians-Universität München

Der interdisziplinäre Workshop „Ungeschehene Geschichte und ihre erinnerungskulturelle Dimension. Kontrafaktische historische Narrative zwischen Literatur und Geschichte in Ost und West“, veranstaltet von der Forschergruppe „Was wäre wenn? Zur erkenntnistheoretischen, pragmatischen, psychologischen und kulturellen Signifikanz kontrafaktischen Denkens, Teilprojekt: Kontrafaktische Geschichtsmodellierung im sowjetischen und postsowjetischen Russland“, widmete sich verschiedenen Spielarten des kontrafaktischen Erzählens (im Weiteren kE). Wenn Faruk Hadžibegić, der Kapitän der jugoslawischen Nationalmannschaft, den Elfmeter hätte verwandeln können, Jugoslawien also nicht aus der Europameisterschaft ausgeschieden wäre, dann hätten der Krieg 1991 und der Zerfall des Staates verhindert werden können. Die – freilich stark vereinfachende – Formulierung soll das klassische Muster kontrafaktischen historischen Erzählens verdeutlichen, das im Mittelpunkt des Workshops stand, aber ergänzt wurde durch etliche andere Spielarten von Uchronien, ungeschehenen und Alternativgeschichten – oder allgemeiner: einem experimentellen, freien bis hin zu spielerischem Umgang mit Geschichte. Besondere Aufmerksamkeit galt der Relevanz, die solche Arten von Erzählen im Kontext der Erinnerungskultur haben.

Wie RICCARDO NICOLOSI (München) einführend feststellte, steht in der Philosophie die Validität des Kontrafaktischen und die Plausibilität verschiedener kontrafaktischer Erzählungen im Mittelpunkt des Interesses (wenn auch unter anderen Vorzeichen als in der Geschichtswissenschaft); dem gegenüber galt hier das Interesse vorrangig solchen Fragen wie „Unter welchen Umständen entsteht und entstand kE?“ Der Workshop gab insofern eine erste Antwort darauf, als die Vorträge und die Diskussionen zeigten, dass kE meist im Kontext einschneidender historischer Umbrüche oder im Licht veränderter Geschichtsmodelle entsteht. Diskutiert wurden erzählanalytische Aspekte ebenso wie die fiktionstheoretische Dimension des kE. In welchem Verhältnis es zu anderen Erzählweisen steht, insbesondere der Fantastik, der Anti-Utopie oder der Science fiction (und seiner russischen Spielart, der naučnaja fantastika, wörtlich so viel wie „wissenschaftliche Fantastik“), aber auch zu Verfahren, die post-memoriales Erzählen auszeichnen, prägte die Diskussionen und dürfte in dem geplanten Tagungsband einen entsprechenden Stellenwert haben (voraussichtlich 2017). Weitere zentrale Diskussionsthemen, anhand derer auch hervortrat, wie sehr das kE auf ganz unterschiedliche Ebenen in einen sozio-historischen Kontext eingebettet ist, ohne dessen Berücksichtigung dieses Phänomen nur bedingt erfassbar wird, betrafen dessen Nähe zum Komischen, die häufige Zugehörigkeit zur Populärkultur (und deren Implikationen beispielsweise zu Möglichkeiten einer kritischen Ironie), den Gegenwartsbezug dieser Erzählform und die Geschlechterverhältnisse, die sich hier spiegeln, die fortgeschrieben und kreiert werden.

ALEXANDER DEMANDT (Berlin) sprach anhand von drei Beispielen über unverwirklichte Möglichkeiten in der Geschichte und zeigte dabei das, was wir als historische Wirklichkeit bezeichnen, als „realisierte historische Möglichkeit“ auf. Die Kategorien des Verstehens, Erklärens und Beurteilens führte Demandt als Möglichkeiten an, den Grad der Wahrscheinlichkeit möglicher Alternativen aus der Sicht der historisch Handelnden einschätzen zu können und ein Ausufern der Phantasie, ein „Abgleiten in Science Fiction“ zu vermeiden. In der Diskussion wurden vor allem die Subjektivität von Urteilsimplikationen („was wäre erwartbar gewesen“) und der Einwand, dass in der Geschichte nicht immer das „Wahrscheinliche“, sondern oft auch das Unerwartbare, Unwahrscheinliche eingetreten sei, kritisch hervorgehoben.

Riccardo Nicolosi präsentierte erste Überlegungen zu einer Kulturgeschichte kontrafaktischen Erzählens und Denkens im sowjetischen und postsowjetischen Diskurs. Dabei böten historische und literarische Texte insofern einen Schlüssel als sie – bei und trotz aller Differenz – gemeinsame Argumentationsstrukturen aufweisen. Indem sie ein bestimmtes Geschichtsverständnis und dessen Relevanz in Frage stellen, restituieren sie der Vergangenheit ihre Zukunft und modellieren zugleich die Gegenwart. Wie Nicolosis kurzer Gang durch die wechselvolle Geschichte kontrafaktischen Schreibens in der UdSSR und Russland zeigte, bedarf eine Betrachtung kontrafaktischer historischer Erzählung auch der (politischen) Geschichtsschreibung und historiographischer Modelle. Zugleich normalisiert sie im Spiel mit Geschichte diese Erzählungen.

JOHANNES DILLINGER (Oxford, Mainz) stellte die Steampunk-Bewegung als einzigartige Spielart des Uchronischen dar, ein „uchronisches Cross-over“ aus Roman, Film, Musik, Mode, Design, Bildender Kunst. Als wesentlich an der Steampunk-Bewegung wurde ihr offensichtliches Desinteresse an Vergangenheit und kritischer Historiographie hervorgehoben. Von Interesse sei Geschichte hier maximal als Lieferant von Faktenbruchstücken und Details der Design- und Technikgeschichte, die sich willkürlich verfremden lassen. Steampunk gerät so zumindest in Teilen zu einer affirmativen Bewegung in der Verklärung überkommener Ideale, namentlich der bürgerlichen Oberschichten des 19. Jahrhunderts, die sich auch in zumindest latenter Aggressivität in Form von Waffen- und Uniformfetischismus sowie dem Kult des „Forschers“ und „Entdeckers“ in kolonialen Zusammenhängen abzeichnet. Steampunk, so Dillinger, „hackt“ Geschichte. Dabei ginge es weniger um einen alternativen Geschichtsverlauf als vielmehr um eine bewusste Alternative zur Gegenwart aus historischen Versatzstücken. Die Steigerung der Geschichtsvergessenheit hin zur Forderung, Geschichte zu vergessen und die verantwortliche Erinnerung komplett durch uchronische Phantasie zu ersetzen, wurde an dem Beispiel der russisch-amerikanischen Autorin Ekaterina Sedia gezeigt.

ISABEL KRANZ (Wien) ging der Rolle und Bedeutung der Grammatik für das kE, namentlich der des Futur II, nach. Ausgangspunkt ist die eigentlich paradoxe Figur einer zukünftigen Vergangenheit, wie sie das Futur II zum Ausdruck bringt und die – dem Modus verbi des Indikativ entgegen – oft für Vermutungen oder für die Mitteilung von künftigen Ereignisse genutzt wird, welche an bestimmte Voraussetzungen gebunden sind. Dies verknüpfte sie bei der Betrachtung von literarischen Texten aus dem 19. Jahrhundert mit geschichtsphilosophischen Positionen. Als Beispiele dienten ihr solche Erzählungen, die mit der Imagination künftiger archäologischer Ausgrabungen der Ruinen von den damals wichtigsten europäischen Hauptstädte London und Paris, – verbunden mit einem ambivalenten Lachen über die möglichen Irrtümer künftiger Archäologen – auch die Frage danach aufwerfen, wer die Deutungshoheit über die Gegenwart haben wird. Indem Kranz auf die grundsätzliche Bewegung der kontrafaktischen Geschichtswissenschaft hinwies, die aus der retrospektiven Position heraus bereits etliche Möglichkeiten ausschließt, schlug sie unter Anknüpfung an Benjamin und v. a. Aron vor, sich der Bedeutungsoffenheit der Vergangenheit bewusst zu bleiben und so die Kontingenz der Geschichte in ihrer ganzen Komplexität zu erfassen zu versuchen.

ANDREAS MARTIN WIDMANN (London) stellte anhand von Thomas Brussigs kontrafaktischer Autobiographie „Das gibt’s in keinem Russenfilm“ (2015) die Frage nach einer „what if“-Konstruktion im Ost-West-Machtgefüge: „was wäre, wenn die Wiedervereinigung nicht stattgefunden hätte.“ Wesentlicher Teil der kontrafaktischen Dimension sind hier fiktive Lebensläufe, die „realen“ Figuren auf den Leib geschrieben sind und denen die fortgesetzte DDR eine Reibungsfläche, einen Fiktionsraum bietet. So gelangt Brussig zu einer verfremdenden Darstellung des Westens als freier Welt, in der alle unfrei sind. Das Spiel mit dem Genre des politischen Erinnerungsbuches und die kontrafaktische Alternative zum offiziellen Erinnerungsdiskurs der deutschen Gedenkkultur zur DDR zeigt einerseits die Unwahrscheinlichkeit des Faktischen, andererseits aber auch einen gegenläufigen Effekt des Kontrafaktischen, da eben „nichts passiert“, eine Epochenschwelle durch Nicht-Eintreten einfach getilgt wird.

UWE DURST (Stuttgart) unterstrich in seinem Vortrag die Wichtigkeit des Literarischen im para-historischen Roman, den er als eine Spielart der weiter gefassten Uchronien begreift. Indem er also nach besonderen Erzählstrukturen, genauer: den Möglichkeiten der Handlungs¬verknüpfung, fragt, wendet er sich von Gattungsbestimmungen auf Grundlage der Geschichtswissenschaft ab. Mit dem Fokus auf der Entautomatisierung von Handlungssequenzen differenzierte er unter Rückgriff auf Roland Barthes drei Verfremdungstypen. So trat hervor, dass nicht Geschichte, sondern der realistische historische Roman der eigentliche Gegenstand der Verfremdung in literarischen Uchronien ist.

GEORG WITTE (Berlin) stellte fiktionale Geschichtsalternativen als Intervention („Einspruch gegen den Fluch historischer Faktizität“) in die Geschichte dar, als Umkehrung des Verhältnisses von historischer Realität und davon abweichender literarischer Phantasie. Dabei würde die Phantasie historischer Subjekte – meist albtraumhaft – einem Probelauf historischer Möglichkeiten unterzogen. Als intradiegetische Imagination würden Möglichkeitsbedingungen überprüft und durch künstlerisches Reenactment/„wirkliche Möglichkeit“ im deterministisch besonders stark verminten Feld der Geschichte/swissenschaft verortet. Anhand von Romanen von Philip K. Dick, Stephen Fry, Philip Roth und Christian Kracht wurden Potenzierungen der Realitäthaftigkeit, kontra-intentionale Indeterminierungen und metaleptische Sprünge aufgezeigt, die verdeutlichten, dass die alternative Geschichte im kE die Bedingungen ihrer eigenen Erzeugung zumindest potentiell metaleptisch ausschaltet.

MAGDALENA MARZSAŁEK (Potsdam) stellte das Zeugnis und die Rolle des Testimonialen in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen über das kE. Beiden – auf den ersten Blick einander entgegenstehenden – Erzählphänomenen ist ein Respekt gegenüber dem Faktischen inhärent. Anhand u. a. der Gerichtsszene in Philipp Roths Operation Shylock (1983) reflektierte sie zudem das Verhältnis des kE zur postmemorialen Literatur. Dabei wurde auch deutlich, wie schwierig die Übertragung des Post-Memorialen auf andere Erinnerungskulturen, insbesondere die postsowjetische, ist.

In seinem Vortrag über kontrafaktische Phantasmen in Szczepan Twardochs historisch-fantastischen Fiktionen zeigte MATTHIAS SCHWARTZ (Berlin), wie hier der verdeckten „Pathogenese der bürgerlichen Gesellschaft“, der „politisch ungedeckten Wechsel auf die Zukunft“ des „neuzeitlichen Menschen“, die die eigentlichen Gewaltverhältnisse verschleiern [1], durch eine kontrafaktische Delokalisierung Gestalt verliehen wird. Anhand von narrativen Spezifika wie einem „Replay aller Welten“ und lustvoller geschichtsträchtiger Dekonstruktion, wie etwa dem Rückgriff auf die Populärmusik der Gegenwart als Prätext für die Helden des 14. Jh., zeigte sich eine maximale Fixierung und Überdeterminierung sowie letztlich das Kontrafaktische als „Extremfall von ›als ob‹“.

NINA WELLER (München) konzentrierte sich nach einem Überblick über die etwa seit dem Jahr 2000 blühende russische Literatur auf zwei neonationale, chauvinistische Popadantsy-Romane, Romane also mit einem Helden, der in eine andere Zeit geraten ist. Für diesen Romantypus arbeitet sie drei zentrale Topoi heraus: (I) den Revenge-Topos, über den es zu einer Rehabilitierung des russischen Imperiums kommt; (II) die Dominanz einer symbolischen Ebene im Umgang mit historischen Ereignissen; (III) eine Fortschrittsnarration, die die Kontingenz historischer Ereignisse relativiert. Abschließend zeigte sie diese Topoi in Michail’ Jur’evs „Tretija Imperija. Rossija, kotoraja dol’žna byt‘“ (2011) auf, die sie zudem unter der Frage betrachtete, zu welchem Grad diesen Texten ein Potenzial zur Ironisierung und Kritik auch an der aktuellen staatlichen Erinnerungspolitik zukommt.

Ebenfalls ein populärkulturelles Phänomen rückte GERNOT HOWANITZ (Passau) mit dem Computerspiel, dessen Vorstellung als einer „kontrafaktischen Maschine“ er sowohl aus erzählanalytischer als auch aus informatischer Sicht in Frage stellt, in den Blick. Unter Rückgriff auf Urichios Differenzierung zwischen einem einzelnen historischen Ereignis und einer historischen Vergangenheit zeigte er die Un-/Möglichkeit bzw. Abwesenheit des Kontrafaktischen auf. Weder für die (programmierte) Spielstruktur noch für die Erzähl- und genau so wenig für die Interaktionsebenen lässt sich von kontrafaktischen „Erzählweisen“ sprechen, da die Spieler am ehesten die Wahl zwischen verschiedenen vorhergedachten Möglichkeiten haben, es aber keine alternativen Handlungsstränge oder alternativen Enden gibt.

KAY KIRCHMANN (Erlangen) zeigte alternative Plotentwicklungen durch sequentielle Reihungen („forking path narratives“), die von einem gemeinsamen Knotenpunkt aus verschiedene Möglichkeitsformen durchspielen. Die vormalige Unumstößlichkeit des fiktionalen Geschehens wird so in eine fortwährende Reflexion alternativer Geschehensoperationen überführt, ähnlich dem Kristallbild von Gilles Deleuze, das diese epistemologische und temporale Relativität radikalisiert und eine fundamentale Ununterscheidbarkeit scheinbar fester Größen (virtuell/real, früher/jetzt, hier/dort usw.) konstatiert. Betont wurde in den vorgeführten Beispielen (darunter „Lola rennt“ (Tom Tykwer, 1998) und „Letztes Jahr in Marienbad“ (Alain Resnais, 1961)) vor allem die epistemologische Skepsis gegenüber jedwedem master narrative und die Einsicht in die latente Virtualität des (historisch) nicht realisierten Geschehens.

BRIGITTE OBERMAYR (München) sprach über das Unorthodoxe des Kontrafaktischen, das es erlaubt, „das Falsche, Verbotene“ zu denken, bzw. das Bekannte anders vorzustellen. Dabei spielten vor allem die Urteilsimplikationen eine Rolle, da das „Falsche“ genauso gut das politisch Unkorrekte, Amoralische, Revisionistische sein könne. Bezüglich des „was wäre wenn“-Paradigmas fiel auf, dass das Werturteil hier die (kontrafaktische) Welt nicht als Doppelung, sondern als Inventio hervortreten lässt. Besonderes Augenmerk lag dabei auf dem Kontrafaktischen als Ausdruck spezieller Erinnerungskulturen, wie etwa der Löschung der sowjetischen Vergangenheit in Romanen von Andrej Lazarčuk und Pavel Krusanov. Nochmals verdeutlicht wurde in dem Beitrag die Unterscheidung des Kontrafaktischen „was wäre wenn …“ vom fiktionalen „als ob“. Als wesentliches Element hierbei erwies sich das „Undoing“ in den Plotstrukturen, das anhand verschiedener Modelle – Y- bzw. Gabelmodell, Zyklisches Modell/ Null-Struktur oder Rückmodell („Narratives of Undoing“) [2] – vorgeführt wurde. Der kontrafaktische Diskurs, so schloss Obermayr die Tagung, ist urteilsrelevant, bedarf aber auch selbst der Kategorien der Beurteilung.

Konferenzübersicht:

Alexander Demandt (Freie Universität Berlin): Unverwirklichte Möglichkeit in der Geschichte. Drei Gründe und drei Beispiele

Riccardo Nicolosi (Ludwig-Maximilians-Universität München): Kontrafaktische Geschichte im sowjetischen und postsowjetischen Russland

Johannes Dillinger (Brooks University Oxford / Johannes Gutenberg-Universität Mainz): Steampunk und Geschichte

Isabel Kranz (Universität Wien): Grammatik und Geschichtsphilosophie: Das Futur II und kontrafaktische Szenarien

Andreas Martin Widmann (University College London): „Was ist denn echt an der Geschichte?“: Thomas Brussigs kontrafaktische Autobiographie Das gibt‘s in keinem Russenfilm (2015) im Kontext deutscher Erinnerungskultur

Uwe Durst (Universität Stuttgart): Der parahistorische Roman als literarisches Faktum

Georg Witte (Peter-Szondi-Institut, Freie Universität Berlin): Wiederholung als Intervention. Am Beispiel einiger Romane von Philip Dick, Stephen Fry, Philip Roth und Christian Kracht

Matthias Schwartz (Freie Universität Berlin): Kontrafaktische Phantasmen: Zu Szczepan Twardochs

Nina Weller (Ludwig-Maximilians-Universität München): Alternativ, kontrafaktisch, phantastisch? Ungeschehene Kriegsversionen und ihre erinnerungskulturelle Dimension

Kay Kirchmann (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg): Forking path narratives und Kristallbilder – filmische Spiele mit Möglichkeiten, Varianten, Virtualitäten

Gernot Howanitz (Universität Passau): Die Unmöglichkeit der Möglichkeiten: Russische Computerspiele kontra kontrafaktische Szenarien

Magdalena Marszałek (Universität Potsdam): Zeugnis und kontrafaktisches Erzählen

Brigitte Obermayr (Ludwig-Maximilians-Universität München), Gedächtnis und Urteil. Urteilsimplikationen im Kontrafaktischen anhand von Beispielen aus der russischen Literatur ab 1990

Anmerkungen:
[1] Reinhart Kosellek, Kritik und Krise, Frankfurt am Main 1973, hier S. 157.
[2] Catherine Gallagher, Undoing, in: Karen Newman / Jay Clayton / Marianne Hirsch (Hrsg.), Time and the Literary, New York, London 2002, S. 11-29.

Zitation
Tagungsbericht: Ungeschehene Geschichte und ihre erinnerungskulturelle Dimension. Kontrafaktische historische Narrative zwischen Literatur und Geschichte in Ost und West, 07.07.2016 – 09.07.2016 München, in: H-Soz-Kult, 27.02.2017, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-7021>.