14. Potsdamer Doktorand/innenforum zur Zeitgeschichte

Ort
Potsdam
Veranstalter
Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Datum
16.02.2017 - 17.02.2017
Von
Jessica Elsner, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam

Den Schwerpunkt des 14. Potsdamer Doktorand/innenforums bildete das Thema „Angst! Zeithistorische Konjunkturen eines gesellschaftlichen Phänomens“. Wie Ängste geschichtswissenschaftlich untersucht werden können, sollte auf einer breiten methodischen und theoretischen Basis auf der zweitägigen Tagung diskutiert werden. KARENA KALMBACH (Eindhoven) gab in ihrem Einführungsvortrag einen Überblick über den Forschungsstand der Emotionsgeschichte und ging vertiefend auf das Verhältnis von Angst und Technik ein. Angst, so führte Kalmbach aus, sei eine zentrale Kategorie, die einbezogen werden müsste, um die Geschichte des 20. Jahrhunderts angemessen verstehen zu können. Eine trennscharfe Definition von Angst zu geben, sei schwierig, da eine solche häufig auf andere Emotionen, wie Hoffnung oder Furcht, Bezug nehme. Am Beispiel der Technologiegeschichte zeigte Kalmbach in der Folge die ambivalente Bedeutung von Ängsten auf: Einerseits brachte die technologische Entwicklung wie die Nutzung der Atomkraft bestimmt Ängste erst hervor. Andererseits war Angst immer auch eine Triebkraft des technologischen Fortschritts.

Zum Auftakt des ersten Panels nahm KYRA PALBERG (Duisburg-Essen) die Visualisierung der Angst vor Arbeitslosigkeit mittels Infografiken in den Blick. Bei der statistischen Aufbereitung und visuellen Darstellung, so Palberg, gehe es nicht nur darum, über Arbeitslosigkeit zu informieren, sondern zugleich den Eindruck zu vermitteln, dass Arbeitslosigkeit ein kalkulierbares Risiko sei, um den Menschen so die Angst vor dem Jobverlust zu nehmen. Überdies werden Arbeitsmarktstatistiken häufig auch genutzt, um Erklärungen für aktuelle Entwicklungen, so etwa die Radikalisierung junger Migrant/innen, zu liefern, für die es nur wenig aussagekräftiges Datenmaterial gibt. Ob solche Arbeitsmarktdaten als Erklärungsmuster ausreichend bzw. grundsätzlich geeignet sind, werde nur unzureichend reflektiert.

JONATHAN PÄRLI (Freiburg im Üechtland) beleuchtete anhand der Asylbewegung in der Schweiz das Verhältnis von Angst, Migration und nationaler Identität. Als dort ab den 1980er-Jahren infolge einer restriktiven Asylpolitik vermehrt Geflüchtete aus Sri Lanka abgeschoben werden sollten, entstand in Basel ein Aktionsbündnis aus dem kirchlichen Umfeld, das sich gegen diese Abschiebungen einsetzte. Das Bündnis wollte Empathie für die Asylsuchenden innerhalb der Bevölkerung erzeugen, indem es den Geflüchteten bei der sogenannten „Basler Freiplatzaktion“ die Möglichkeit bot, ihre Fluchtgeschichten und Ängste öffentlich zu artikulieren. Pärli zeigte jedoch auf, dass dies nicht vollends gelang und sich in der Folge auch viele Asyl-Gegner/innen an die Kirchgemeinden wandten und ihre Ängste vor den Geflüchteten darlegten, wobei es sich dabei vielmehr um Ärger, Wut und Hass gehandelt habe.

Einen ganz anderen Blick auf das Thema Angst eröffnete MARGARETE TIESSEN (Cambridge) mit ihren Ausführungen zum Verlagswesen, in dem sie anhand der zwei deutschen Verlage „S. Fischer“ und „Diederichs“ zeigte, wie diese mit neuen Publikationen auf die Folgen des Ersten Weltkriegs und die Zeit der Weimarer Republik reagierten. Tiessen zeigte auf, dass die Verlage zeitgenössische Ängste, z. B. die vermutete Verflachung des geistig-seelischen Lebens der Nation oder den Verlust der deutschen Identität aber auch die Verengung der Literatur auf Nationalismen, in ihren Neuerscheinungen aufgriffen, um ihnen gezielt entgegenzuwirken.

ANJA LANGE (Kiew) gab als Brown Bag-Impulsvortrag einen Einblick in ihr Fotografie-Projekt „Protest und Angst auf dem Maidan“. Die vorgestellten Aufnahmen spiegelten eindrucksvoll die individuellen und sozialen Ängste der verschiedenen Protestgruppen und Demonstrant/innen wider. Erstaunlicherweise, so führte Lange aus, war dennoch nur auf einem der von ihr fotografierten Plakate der Begriff „Angst“ zu finden.

Am Beispiel der russischen Musikdiplomatie in Österreich zeigte ALEXANDER GOLOVLEV (Florenz) zum Auftakt des zweiten Panels die Ambivalenz von Angst und Bewunderung gegenüber den russischen Besatzern. Infolge jahrelanger rassistischer Propaganda und dem Bekanntwerden von Übergriffen von Rotarmisten gegenüber der Bevölkerung entwickelte sich eine stereotype Angst vor den Besatzern. Golovlev führte aus, dass die sowjetische Militäradministration bestrebt war, diese Stereotype mithilfe der Musikdiplomatie und Kulturausstellungen zu brechen und so bestehende Ängste zu beseitigen. Dieses Vorgehen war jedoch nur erfolgreich, insofern es auf die russische Hochkultur rekurrierte, die während der nationalsozialistischen Zeit nur bedingt an Renommee eingebüßt hatte. Im Bereich volkstümlicher Kultur und Musik blieben Vorbehalte weiter bestehen.

CONSTANZE KNITTER (Mainz) verdeutlichte am Beispiel der Städtepartnerschaften zwischen der DDR und Frankreich seit dem Ende der 1950er-Jahre, in welchem Dilemma sich die DDR-Führung befand: Nach außen wollte die SED die Vorzüge des eigenen Systems zeigen, wobei sie dabei von der imaginierten Angst geplagt wurde, durch westliche Kräfte unterwandert zu werden. Knitter konnte zudem aufzeigen, dass kommunale Akteure im Rahmen der Städtepartnerschaften eine gewisse Eigenständigkeit besaßen, was das Misstrauen der SED-Führung hervorrief. Deshalb habe sie präventive Maßnahmen ergriffen und beispielsweise inoffizielle Mitarbeiter der Staatssicherheit eingesetzt, um Regelverstöße in den eigenen Reihen sowie westliche Aktivitäten aufzudecken.

THORSTEN HOLZHAUSER (Mainz) schilderte den Integrationsprozess der SED-Nachfolgepartei PDS im wiedervereinten Deutschland und zeigte, dass sowohl die politischen Gegner der PDS als auch die Partei selbst häufig auf Ängste verwiesen, um ihre jeweiligen Ziele durchzusetzen. Beide Seiten haben, so Holzhauser, zunächst die Rhetorik des Ost-West-Konflikts weitergeführt und bewusst Angstmotive geschürt. Vor allem die Unionsparteien versuchten mithilfe der „Rote-Socken-Kampagne“ eigene Wählerschichten zu mobilisieren, während die PDS mittels der Schlagworte „Massenarbeitslosigkeit“ oder „Zwei-Drittel-Gesellschaft“ versuchte, sich Wahlerfolge zu sichern.

Ein abendliches Podium mit Vertreter/innen aus verschiedenen Gesellschaftsbereichen sollte den Blick auf das Thema Angst nochmals erweitern und hierdurch auch für die wissenschaftliche Diskussion wichtige Impulse liefern. Ausgehend von der Frage, ob Angst eine brauchbare Kategorie sei, um die Gegenwart verstehen zu können, entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Zwar gelang es nicht, Angst allgemeingültig zu definieren, einig waren sich die Diskussionsteilnehmer/innen aber, dass sich zwei Arten von Ängsten herauskristallisieren ließen: reale Ängste, die an ein bestimmtes Ereignis oder bestimmte Entwicklungen rückgebunden werden könnten und diffuse Ängste, welche in erster Linie auf subjektive Wahrnehmungen zurückzuführen seien. Beide Arten von Ängsten können politisch instrumentalisiert werden. Deshalb, so der Appell des Podiums, müssten Ängste kritisch reflektiert und ihnen aktiv entgegengewirkt werden, um radikalen Kräften den Nährboden zu entziehen.

Zu Beginn des dritten Panels am zweiten Tagungstag, an dem das Thema Angst nicht mehr im Vordergrund stehen sollte, nahm TATYANA LIPAI (Minsk) das Spannungsverhältnis in den Blick, in dem sich sowjetische Akademikerinnen in den ersten beiden Dekaden nach dem Zweiten Weltkrieg bewegten. Einerseits war die akademische Ausbildung von Frauen durch die Regierung gewünscht und wurde aktiv gefördert, andererseits erlebten die Frauen eine Reihe negativer Erfahrungen infolge ihres Bildungsaufstiegs. Häufig kam es zu Überforderungstendenzen infolge der Doppelbelastung durch Job und Familie aber auch zu offener Diskriminierung, die Ängste bei den Frauen schürten. Zudem erschwerten Sprachbarrieren die Integration in die Gesellschaften der verschiedenen Sowjetrepubliken, in die Akademikerinnen entsandt werden konnten.

IRINA EGOROVA (St. Petersburg) untersuchte, welche Rolle die Reformpolitik der Perestroika auf das alltägliche Leben und die Subjektivierung der Sowjetbürger/innen hatte. Anhand von Zeitungsberichten und Leser/innenbriefen zeigte Egorova, dass infolge der Perestroika-Politik generationenspezifische Problemlagen entstanden. Dabei ließen sich auch generationelle Unterschiede bei der Wahrnehmung feststellen. So hätten die Älteren die neu gewonnene Freizügigkeit deutlich kritischer gesehen und Angst vor Instabilität geäußert, während die Jüngeren dem Wandel weniger ängstlich gegenüberstanden und ihn eher als Chance begriffen.

Den öffentlichen Diskurs um das Stasiunterlagengesetz Anfang der 1990er-Jahre beleuchtete LILITH BUDDENSIEK (Münster). Vorangegangen war eine Debatte um die Aufarbeitung der Vergangenheit anhand der Frage des Umgangs mit den Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS), die am Ende in das 1991 verabschiedete Stasi-Unterlagen-Gesetz (StUG) mündete. Die persönliche Einsichtnahme in die Akten des MfS war nicht nur mit dem Ziel verbunden, die Opfer aufzuklären und zur Versöhnung anzuregen. Buddensiek machte dabei deutlich, dass die Antragsteller oft vor einem inneren Konflikt gestanden hätten: Dem Wunsch, die eigene Vergangenheit aufzuarbeiten, aber gleichzeitig auch die Furcht vor eben jener Aufarbeitung.

Das vierte Panel nahm die internationalen Beziehungen im Kalten Krieg in den Blick und wurde durch TOBIAS SCHMITT (Freiburg) eröffnet, der über die Rolle verdeckter Operationen des CIA bei der deutschen Wiederbewaffnung referierte, wobei Schmitt sowohl die Motivlagen und Ziele als auch die Praktiken beleuchtete. Am Beispiel des ehemaligen SS-Obergruppenführer Felix Steiner zeigte er, dass die US-Geheimdienste gerade die Zusammenarbeit mit ehemaligen Wehrmachtssoldaten und SS-Angehörigen suchten, um eine verdeckte Wiederbewaffnung Westdeutschlands im Kontext des Kalten Krieges voranzutreiben. Ziel dieser Operationen war die Bildung von netzwerkartigen Strukturen in der bundesdeutschen Gesellschaft, die sich für eine Wiederbewaffnung einsetzten.

ALEXANDER BENATAR (Berlin) zeigte am Beispiel des Bangladeschkriegs 1971 die Handlungsmöglichkeiten der beiden deutschen Staaten auf internationaler Ebene auf. Entgegen dem Narrativ, wonach die Zeit des Kalten Krieges von einer starren Blockkonfrontation geprägt war, zeigte Benatar, dass sowohl die Bundesrepublik als auch die DDR in diesem Konfliktfeld dem Willen der Führungsmächte ihres Blocks zuwider unterschiedliche nationale Interessen verfolgten. Indien wurde so zum Interessenobjekt beider deutscher Staaten, wobei es seine Bündnisfreiheit durch einen Freundschaftsvertrag mit der Sowjetunion zu Gunsten sicherheitspolitischer Aspekte in Frage stellte und derweil eine Annäherung Pakistans an die USA zu beobachten war.

DENNIS ROMBERG (Münster) widmete sich in seinen Ausführungen einem Desiderat der Geschichte der Atompolitik: dem bundesdeutschen Export von Nukleartechnik und den Beziehungen zu den Empfängerstaaten. Romberg führte zunächst aus, dass die Bundesregierung in die Atomenergie einstieg, weil sie Angst vor dem internationalen Zurückbleiben hatte. Da der Auf- und Ausbau der Atomindustrie weit über den deutschen Bedarf hinausging, sei festzuhalten, dass dieser Bereich bereits für den Export konzipiert war. Es habe, so Romberg, jedoch keine „nukleare Außenpolitik“ sondern lediglich Fall-zu-Fall-Entscheidungen gegeben. Mit den Atomtechnikexporten wurde jedoch das explizite Ziel „Einbindung durch Kooperation“ verfolgt, was jedoch, wie Romberg anhand der Beispiele Iran, Argentinien und Brasilien zeigte, nicht oder nur teilweise gelang.

Das fünfte Panel wurde durch KERSTIN SCHULTE (Bielefeld) eröffnet. Schulte rückte die alliierten Internierungslager in den Mittelpunkt ihres Vortrags und arbeitete deren Bedeutung für die deutsche Nachkriegsgesellschaft heraus. Um die Wirkmächtigkeit der „Volksgemeinschaft“ verstehen zu können, so Schulte, müssten auch die Erfahrungen aus der Zeit in den Internierungslagern einbezogen werden, die in der Selbstwahrnehmung positiv oder negativ sein konnten. Sie verwies auf die bestehenden Kontinuitäten, denn die Struktur der inneren Selbstverwaltung der Lager glich der Hierarchisierung der NS-Zeit. Auch das später weitverbreitete Opfer-Narrativ manifestierte sich in den Lagern, in denen die Inhaftierten „stellvertretend“ für das gesamte deutsche Volk interniert waren.

ALINE MALDENER (Saarbrücken) untersucht die Entstehung einer transnationalen Jugendkultur anhand britischer, französischer und bundesdeutscher Jugendmedien. Entlang der Untersuchungsebenen des jugendlichen Konsums, des Raums sowie der Körperlichkeit, die in Wechselwirkung zueinander stehen, wies Maldener überzeugend nach, dass Jugendmedien nicht nur ein Spiegelbild der vorhandenen Jugendkultur waren, sondern die Jugendlichen gleichzeitig auch beeinflussten, Trends setzten, indem sie bestimmte Entwicklungen bewerteten und somit zur Etablierung neuer jugendkultureller Praktiken beitrugen.

Mit ihren Ausführungen über die Ankunft und Integration der jungen Heimatvertriebenen in die westdeutsche Nachkriegsgesellschaft, schloss ANNE-CHRISTINE HAMELN (Leipzig) das Potsdamer Doktorand/innenforum. Am Beispiel der Deutschen Jugend des Ostens (DJO), die 1951 gegründet wurde, zeigte Hameln, dass die Politik der jungen Heimatvertriebenen stark generationsabhängig war. Als ein altersbedingter Wechsel der Mitglieder einsetzte und vornehmlich Personen eintraten, die in der BRD geboren und aufgewachsen waren, zeichnete sich in den 1970er-Jahren, so Hameln, auch eine politische Neuausrichtung der DJO ab, die einherging mit der neuen Ost-und Deutschlandpolitik unter der Regierung Brandt. Ausgelöst wurde diese jedoch vordergründig durch einen Vorfall in Kassel während des Treffens von Bundeskanzler Willy Brandt mit dem Vorsitzenden des Ministerrats der DDR, Willi Stoph, als drei junge Männer – Söhne von DDR-Flüchtlingen – die Flagge der DDR von einem Fahnenmast rissen, und die DJO in Folge dessen scharf kritisiert wurde.

Unter dem Schwerpunktthema „Angst“ lieferten die Referent/innen des 14. Potsdamer DoktorandInnenforums verschiedene Perspektiven und unterschiedliche Zugänge für eine zeithistorische Analyse von Ängsten. Dabei wurde deutlich, dass Ängste nicht nur kollektiv und individuell auftreten können, sondern vor allem subjektiver Art sind. In ihren jeweiligen Beiträgen arbeiteten die Vortragenden heraus, auf welch unterschiedliche Arten sich Ängste zeigen und manifestieren können, welchem Wandel sie unterlagen und welche Strategien des Gegenhandelns entwickelt wurden.

Entlang der Tagung wurde oftmals deutlich, dass es in den verschiedenen Konfliktfeldern oder Problemlagen viel häufiger um andere Basisemotionen wie Hass, Wut oder Furcht ging. Dennoch, und darüber waren sich die Teilnehmenden einig, bildet Angst ein wichtiges und wirkmächtiges Narrativ der Geschichte des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart.

Konferenzübersicht:

Einführungsvortrag

KARENA KALMBACH (Eindhoven): Ängstliche Zeiten. Angst als Schlüsselkonzept zur Geschichte des 20. Jahrhunderts?

PANEL I: Soziale Ängste

KYRA PALBERG (Duisburg-Essen): Kalkulierbare Ängste? Arbeitsmarktstatistiken als „Stimmungsbarometer“
JONATHAN PÄRLI (Freiburg im Üechtland): Asyl, Angst und Aktivismus. Die Asylbewegung und die Sorge um die Schweiz (ca. 1979–2000)
MARGARETE TIESSEN (Cambridge): Literarisches Leben und politischer Zusammenbruch. Verlegerische Konzeptionen eines nationalen Neubeginns

Brown Bag-Impuls zur Fotoausstellung

ANJA LANGE (Kiew): Protest und Angst auf dem Maidan

PANEL II: Ängste aus der bipolaren Welt

CONSTANZE KNITTER (Mainz): Die stetige Angst vor feindlicher Unterwanderung. Ostdeutsch-französische Städtepartnerschaften im Visier der Staatssicherheit
ALEXANDER GOLOVLEV Florenz): Der Russe kommt… und singt? Russenangst, Sowjetbesatzung und Musikdiplomatie im Wiener Alltags- und Kulturleben (1945–55)
THORSTEN HOLZHAUSER (Mainz): Wer hat Angst vor der PDS? Debatten um die Integration der Partei im vereinigten Deutschland

Podiumsdiskussion: Wohin mit der Angst? Ängste als Katalysatoren in Gesellschaft, Politik und den Medien
Moderation: Martin Sabrow (Direktor des ZZF)
LEILA YOUNES EL-AMAIRE (Berlin) / BERND GREINER (Hamburg) / BARBARA RICHSTEIN (Berlin) / FALK RICHTER (Berlin)

PANEL III: Systemwechsel – Die lange Wende

TATYANA LIPAI (Minsk): Migration of women-scientists in the USSR (1945–68)
IRIN EGOROVA (St. Petersburg): The Subjectivity of Perestroika: Life under the Condition of Discursive Destruction
LILITH BUDDENSIEK (Münster): „Mord und Totschlag“ oder „wirkliche Erneuerung“? Private Einsicht in die Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit als Mittel der Diktaturaufarbeitung

PANEL IV: Internationale Beziehungen im Kalten Krieg

TOBIAS SCHMITT (Freiburg): Das verdeckte U.S.-Engagement für eine westdeutsche Wiederbewaffnung (1948–55)
ALEXANDER BENATER (Berlin): Der indische Subkontinent als Spielfeld des Kalten Krieges. Deutsch-deutsch-indische Beziehungen im Bangladeschkrieg 1971
DENNIS ROMBERG (Münster): Zwischen Angst und Aufbruch: Energiekrise und Atomkraft in der Außenpolitik der Bundesrepublik (1970–79)

PANEL V: Vergemeinschaftungen

KERSTIN SCHULTE (Bielefeld): „Volksgemeinschaft“ hinter Stacheldraht. Die Internierungslager in der britischen und US-amerikanischen Besatzungszone und ihre Bedeutung für die deutsche Nachkriegsgesellschaft
ALINE MALDENER (Saarbrücken): Transnationalität populärer Jugendkultur. Jugendmedien in der Bundesrepublik Deutschland, in Großbritannien und Frankreich (1964–81)
ANNE-CHRISTINE HAMELN (Leipzig): Der intergenerationelle Wandel der jungen Heimatvertriebenen und ihrer Nachkommen im Spiegel gesellschaftspolitischer Umbrüche

Zitation
Tagungsbericht: 14. Potsdamer Doktorand/innenforum zur Zeitgeschichte, 16.02.2017 – 17.02.2017 Potsdam, in: H-Soz-Kult, 12.06.2017, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-7202>.