Antisemitismus – Antifeminismus. Ausgrenzungsstrategien im 19. und 20. Jahrhundert

Ort
Bad Urach
Veranstalter
Frauen & Geschichte Baden-Württemberg e.V. (F&G) / Landeszentrale für Politische Bildung Baden-Württemberg (LpB)
Datum
07.07.2017 - 09.07.2017
Von
Gabriele Pieri, Frauen & Geschichte Baden-Württemberg e.V.

Die Untersuchung der Gemeinsamkeiten, Verschränkungen, aber auch der Unterschiede von Antisemitismus und Antifeminismus seit dem 19. Jahrhundert war Thema der gemeinsam von Frauen & Geschichte Baden-Württemberg e.V. (F&G) und der Landeszentrale für Politische Bildung Baden-Württemberg (LpB) veranstalteten Tagung.

SYLVIA SCHRAUT (München) verwies als Vertreterin von F&G in ihrem kurzen Eröffnungsvortrag auf die aktuelle Virulenz des Antisemitismus und den rechtspopulistischen Angriff auf Gleichstellungsprogramme, der verbunden sei mit dem Propagieren traditioneller Familien- und Geschlechterrollen. Sie betonte die lange Tradition beider Phänomene, deren verschiedene Facetten und Aspekte auf der Tagung in den Blick genommen werden sollten.

Die Kennzeichen der Ideologien Antisemitismus bzw. Antifeminismus/Sexismus skizzierte KARIN STÖGNER (Wien) in einem einführenden Vortrag, wobei sie auf das Konzept der Intersektionalität zurückgriff. Sie definierte Antisemitismus als eine – je nach historisch-gesellschaftlicher Konstellation – überaus flexible Ideologie, die durchdrungen ist von homophoben und antifeministischen Momenten und die sich oft als Kapitalismus- oder Imperialismuskritik maskiere. Antisemitismus zeichne sich dadurch aus, dass sein Objekt nicht eindeutig gezeichnet wird und durchweg widersprüchlich gefasst ist (so gelten Juden als schwach, doch gleichzeitig als übermächtig). Dagegen sei Sexismus – ähnlich wie Rassismus – eindeutig(er) definiert, und zwar anhand der Kategorien Geschlecht bzw. Gender.

Das Weibliche im Sexismus und das Jüdische im Antisemitismus sind, so Stögner, jeweils verzerrte Wunschfiguren, die die Ambivalenz beider Phänomene ausdrücken. Juden und Jüdinnen wurde traditionell eine Zwischenrolle zugeschrieben. Sie wurden als uneinheitliche Fremdgruppe definiert, als weder eindeutig einer Klasse noch der Nation zuordenbar angesehen. Dahinterstehendes Motiv sei die Furcht vor der Auflösung von Einheit, insbesondere des einheitlichen Kollektivs, wie etwa der Nation, die auch im Antifeminismus zum Tragen komme, so z.B. in Wendungen, in denen emanzipierten Frauen eine geschlechtliche Zwischenposition zugeschrieben wird.

Im ersten Vortrag der Sektion „Frauen als Akteurinnen“ fragte ANNE-LAURE BRIATTE (Paris) nach dem Umgang des radikalen Flügels der bürgerlichen Frauenbewegung mit antisemitischem Verhalten ihren jüdischen Mitgliedern gegenüber. Als Quellenmaterial nutzte sie die von Minna Cauer von 1895 bis 1919 herausgegebene Zeitschrift „Die Frauenbewegung“. Briatte kam zu dem Ergebnis, dass sich der Umgang der radikalen Frauenrechtlerinnen mit antisemitischen Angriffen gegen jüdische Mitkämpferinnen nicht wesentlich von dem der gemäßigten Frauenrechtlerinnen unterschieden habe. Antisemitismus und Hurrapatriotismus wurden sehr klar abgelehnt, doch es erfolgte keine öffentliche Parteinahme gegen die antisemitischen Angriffe auf der Frauenbewegung angehörende Jüdinnen. Erklären lasse sich dies, so Briatte, durch die laizistische Grundorientierung des radikalen Flügels der Frauenbewegung, die eine kritische Haltung gegenüber der konfessionell organisierten Frauenbewegung mit sich brachte. Dennoch konnten diese Verbände nicht völlig unbeachtet bleiben. Aus bewegungspolitischer Sicht wurde die Tätigkeit des 1904 gegründeten jüdischen Frauenbundes höher bewertet als die des evangelischen und des katholischen. Insgesamt erwies sich die evangelische Konfession als Leitkultur, die katholische und die jüdische Konfession wurden als minderheitlich behandelt. Zu vermuten sei weiterhin, dass die bürgerlich-radikale Frauenbewegung in einer von starkem Antisemitismus geprägten Gesellschaft keinen weiteren Anlass zu gesellschaftlicher Ausgrenzung geben wollte und sich deshalb mit einer sehr klaren Verurteilung antisemitischer Angriffe zurückhielt. Hierin, so Briatte, zeigten sich die Grenzen des egalitären Anspruchs der radikalen Frauenbewegung.

Um die Reaktionen auf Antisemitismus und Antifeminismus ging es auch im zweiten Beitrag der Sektion. Im Jahr 1890 wurde der „Verein zur Abwehr des Antisemitismus“ gegründet. Er stellte eine frühe Bemühung des Bürgertums dar, mit Aufklärung der wachsenden Feindschaft gegen Juden und Jüdinnen zu begegnen, die als Teil einer antiliberalen und restaurativen Strömung begriffen wurde. Der Verein bestand bis 1933 und hatte zwischen 14.000 und 20.000 Mitglieder. Zentrale Veröffentlichung waren von 1891 bis 1924 die „Mitteilungen aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus“ und von 1925 bis 1933 die „Abwehrblätter“. Inwieweit wurde in diesen Blättern antisemitischer Antifeminismus zum Thema gemacht, fragten SARAH KLEINMANN und ANNE GOLDENBOGEN (beide Berlin; letztere konnte nicht persönlich auf der Tagung anwesend sein). Über die Frauenbewegung wurde in den genannten Publikationen selten, doch wohlwollend berichtet. Es erfolgte keine Einstimmung in den Chor des zeitgenössischen Antifeminismus. Wie Kleinmann zeigte, wehrte sich der Verein gegen die Diffamierung der Frauenbewegung als „jüdisch“ oder „verjudet“ und versuchte, dem Antisemitismus mit Aufklärung, dem Aufzeigen von Widersprüchen sowie mit Fakten zu begegnen, Methoden, die auch in der heutigen politischen Bildung eingesetzt werden. Diese Strategie sei jedoch häufig zweischneidig gewesen, etwa wenn betont wurde, dass die Akteurinnen der Frauenbewegung nicht jüdisch seien. Letztlich, so Kleinmann, sei der Verein gescheitert, weil sich das antisemitische Ressentiment als Reaktion auf die Moderne der Aufklärung und der Rationalität entziehe.

Mit der Schriftstellerin und Aktivistin der katholischen Frauenvereinigung Elena Da Persico (1869-1948) befasste sich RUTH NATTERMANN (München). Da Persico war in der Zeit vor und während des Ersten Weltkriegs an der Prägung einer überwiegend weiblichen Form des Antisemitismus im italienischen Einheitsstaat maßgeblich beteiligt. Die Schriftstellerin bediente sich in ihren Texten der kulturellen Konstruktion von Körpern, wobei der Körper der vermeintlich christlichen bzw. katholischen Frau als tugendhaft, der Körper der „jüdischen Frau“ in Anlehnung an antisemitische Stereotype dagegen zum „gefährlichen Anderen“ stilisiert wurde. Sie schrieb oft zu „weiblichen“ Themen, wie etwa Mode und Erziehung. In einem Vortrag zu „Mode und weiblichem Charakter“ etwa vertrat sie die These, die italienischen Frauen würden von jüdischen Modeschöpfern aus Paris ins Verderben geführt. Eng verbunden mit Da Persicos Antisemitismus waren zugrundeliegende antifeministische Tendenzen, die sich gegen die Emanzipationsforderungen jüdischer bzw. jüdisch-laizistischer Frauen generell wandten. Da Persicos Schriften hatten in Italien entscheidenden Einfluss auf die Entstehung antisemitischer (Körper-)Diskurse, die während der faschistischen Diktatur fortgesetzt und radikalisiert werden konnten.

Sektion 2 thematisierte „Antisemitismus und Antifeminismus: Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Verschränkungen“. In die Zeit der ersten Bestrebungen zur Gleichstellung der Juden führte der Vortrag von SUSANNE ASCHE (Karlsruhe). Ausgehend von den beiden Polen: den seit Ende des 18. Jahrhunderts entstehenden weiblich geprägten Salons jüdischer Frauen – „eine Zwischenstation ohne tragfähigen Boden“ – und der männlich antisemitisch ausgerichteten christlich-deutschen Tischgesellschaft zeichnete sie die Ausbildung eines deutschen Nationalbewusstseins nach, das Antisemitismus und den Ausschluss von Frauen als konstitutives Element beinhaltete. Die Tischgesellschaft, gegründet 1811, deren Protagonisten Clemens Brentano und Achim von Arnim waren, markierte das Ende der Bedeutung der Salons. Die Tischgesellschaft postulierte patriotische Gesinnung und war zutiefst antinapoleonisch ausgerichtet. Ihre Statuten propagierten standesübergreifende Gleichheit und Freiheit der Person in der internen Begegnung und schlossen gleichzeitig Juden (auch getaufte) und Frauen aus. Es konstituierte sich eine neue Form der Männlichkeit und ein Nationalbewusstsein in Abgrenzung von Juden und Frauen, verbunden mit Feindschaft gegenüber Frankreich. Frauen wie Juden wurden zum „Anderen“ innerhalb der eigenen Kultur, Juden wurden zudem als nicht zur Nation gehörig definiert. Laut Asche war der politische Antisemitismus der Romantik aber nicht dezidiert antifeministisch, denn es existierte keine Gefährdung durch weibliche Stimmen, die Rechte als Staatsbürgerinnen einforderten. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts, mit dem Erstarken der Frauenbewegung, werden sowohl Judentum als auch Frauenbewegung als Feinde der Nation ausgemacht und es verbinden sich Antisemitismus und Antifeminismus. Asche wies darüber hinaus darauf hin, dass die Dichter und Denker der Tischgesellschaft etwa mit dem Setzen auf Provokation – so stand beispielsweise immer demonstrativ ein Schinken in der Mitte der Tafel – und dem Verunglimpfen von Gegnern sehr moderne populistische Formen der Kommunikation praktizierten.

Die Grundlegung von Antisemitismus und Antifeminismus der ägyptischen Muslimbruderschaft durch ihren Vordenker Sayyid Qutb (1906 – 1966) war Gegenstand des Vortrags von VOJIN SAŠA VUKADINOVIĆ (Zürich). Qutb machte für die Entwicklungen der Moderne „die Juden“ verantwortlich, ebenso wie für die „Zerstörung der Familie“. Die damit einhergehende Auflösung von Züchtigkeit und patriarchaler Herrschaft sei auch verschuldet durch die Frauenemanzipation, eine „jüdische Erfindung“, die Qutb heftig ablehnte. Letztlich war die Muslimbrüderschaft bei der Durchsetzung ihres Frauenbildes erfolgreich, wie Vukadinović mit Bildmaterial aus dem Ägypten der 1950er- und der 2000er-Jahre anschaulich machte. Auch auf den Einfluss nationalsozialistischer Ideologie in Ägypten wies Vukadinović hin. So wurde zum Beispiel „Mein Kampf“ durch den ehemaligen Mitarbeiter des Reichssicherhauptamts Louis Heiden (der zum Islam konvertierte und sich Louis Al Hadju nannte) ins Arabische übersetzt, was die Verbreitung antisemitischen Gedankenguts wesentlich beförderte.

Die dritte Sektion befasste sich mit Ausgrenzungsstrategien. Mit dem Bild der „schönen Jüdin“, einem literarisch und visuell geschaffenen Stereotyp, das sich außerliterarisch verfestigte, befasste sich PETRA FELDMANN (Bielefeld). Das Bild sei doppelte Projektionsfläche für feindselige Mentalitäten, indem sich antijüdischer Rassismus und Sexismus verschränkten. Es lasse sich in zahlreichen Präsentationsformen nachweisen. Schönheit werde hier zur Verbildlichung des „Anderen“, des „Fremden“ und des „Gefährlichen“.

Außerwissenschaftliche Kriterien wie politische Haltung, Herkunft/Konfessionszugehörigkeit und Geschlecht hatten im antisemitischen und antidemokratischen Klima der Universität Wien bis 1945 maßgeblichen Einfluss auf die wissenschaftlichen Laufbahnen, konstatierte ANDREAS HUBER (Wien). So war die Zahl „jüdischer“ Wissenschaftler um zwei Drittel geringer als die „arischer“, so war Frauen auch die außerordentliche Professur verwehrt – keine Wissenschaftlerin erreichte bis 1945 ein (wirkliches) Extraordinariat an der Universität Wien. Schlüssel für die Vergabe oder die Ablehnung der venia legendi war die Habilitationsnorm, die den Professorenkollegien einen großen Handlungsspielraum gab. Bei der Untersuchung der Begründungen für die Ablehnung von Kandidatinnen kam Huber zu dem Ergebnis, dass ab 1920 Antifeminismus durch Antisemitismus gewissermaßen abgelöst wurde. Antifeministische Stereotype wurden nur bei „Jüdinnen“ vorgebracht; auch wurde Männern jüdischer Herkunft gegenüber anders argumentiert.

Ein Zusammenspiel von antisemitischen und antifeministischen Stereotypen zeigte MARTIN KLEMENT (Prag) in seinem Vortrag zum Streit um den Bubikopf in deutschnationalen und völkischen Turnerverbänden in den 1920er-Jahren. Diese hatten Frauen unter dem Einfluss des weltanschaulichen Begriffs der „Volkserneuerung“ schließlich zugelassen. Mitte der 1920er-Jahre ließen sich viele dieser Frauen den Bubikopf schneiden – für die Turnverbände nur ein weiterer Beweis der vermeintlichen Demütigung des deutschen Volkes seitens der Juden und der ausländischen Mächte. Und: der Bubikopf führe zur Vermännlichung des Weibes, zu Entsittlichung und zu rassischem Niedergang. Damit war die Rolle der Frau als eines biologischen Garanten der Volkerneuerung gefährdet. Die Folge waren Rügen, Drohungen und Ausschlüsse aus den Turnvereinen. Anfang der 1930er-Jahre versandete diese Debatte zwar, doch in den Selbstdarstellungen der Turnerverbände wurde immer noch das Idealbild der Frau mit langem Haar gezeichnet.

Unter der Fragestellung, ob Antisemitismus und Antifeminismus vergleichbare Ausgrenzungsmuster sind, untersuchte SUSANNE WEIN (Magdeburg) die Ausgrenzungsstrategien gegen Parlamentarierinnen jüdischer Herkunft in der Weimarer Republik, wie etwa Ruth Fischer (KPD), Toni Sender (USPD/SPD) und Mathilde Wurm (USPD/SPD). Die antisemitischen Angriffe, die mit der Zahl der NSDAP-Abgeordneten erheblich zunahmen, erfolgten in Form radikal-antisemitischer Propaganda, verschieden stark kodierter Formen bis hin zu kulturell eingeschriebenen Redewendungen, die den Sprechenden nicht bewusst waren. Mit antisemitischen Anspielungen, wie etwa dem Vorwurf der „Verstellung“, wurde beispielweise gegenüber Tony Sender gearbeitet, die in einer Propagandabroschüre der Deutschvölkischen Partei von 1924 als „höhere Tochter – also Proletarierin“ dargestellt wurde. Ruth Fischer, deren Vater Jude war, wurde in Parlamentsdebatten aber auch sehr häufig als Frau angegriffen und auf diese Weise als „nicht satisfaktionsfähig“ erklärt. Wein argumentierte, dass Frauenhass eine typische Reaktion der Gegner der Moderne war und im Hass auf Juden sowohl Antifeminismus als auch Antisemitismus zusammen kamen. Es seien jedoch keine parallelen Ausgrenzungsmuster, denn, so Wein mit Simone de Beauvoir: der Jude im Antisemitismus sei weniger Unterlegener als Feind.

Die die Tagung abschließende Podiumsdiskussion widmete sich der Frage, was gegen den heute verstärkt auftretenden Antisemitismus und gegen den insbesondere auch von Rechtspopulisten propagierten Antifeminismus zu tun sei. Es diskutierten DANA IONESCU (Göttingen), JAN FEDDERS (Frankfurt am Main), CORNELIA HECHT (Haus der Geschichte Baden-Württemberg) und BEATE DÖRR (LpB Baden-Württemberg). Thematisiert wurde etwa, wie in der politischen Bildung und im öffentlich-medialen Raum mit Rechtspopulisten, die oft sehr provokativ auftreten, umzugehen ist; wie mit den museumsspezifischen Mitteln der Geschichtsvermittlung antisemitischen und antifeministischen Argumentationsmustern begegnet werden kann. Es wurde gefordert, die Thematik der Tagung auch in der aktuellen politischen Debatte aufzugreifen. Kritisiert wurde, dass jüdische Geschichte, insbesondere auf der lokalen Ebene, oft nicht in die allgemeine (Orts-)Geschichte integriert sei, sondern als „Sondergeschichte“ dargestellt werde. Überdies sei die Forschung oft nicht geschlechtersensibel, so werde viel zu wenig in den Blick genommen, dass auch Frauen sehr oft antisemitisch agieren oder dass Frauen geschlechtsspezifische antisemitische Diskriminierung erfahren.

Wie die Tagung zeigte, ist der Antisemitismus seit der Romantik als Phänomen virulent. Antifeminismus als Phänomen, das Emanzipationsbestrebungen und -erfolge begleitet, erscheint nur periodisch, ist aber sehr häufig mit Antisemitismus verwoben. Wird Antifeminismus breiter gefasst und werden Sexismus und Misogynie mit einbezogen, so lassen sich in diesen Phänomenen allerdings sehr genau auch die den Antisemitismus prägenden Topoi von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit und eine simultane Zuschreibung von Macht und Ohnmacht erkennen.

Konferenzübersicht:

Einführung in Tagung und Thema
Beate Dörr/Sylvia Schraut

Einführungsvortrag
Antisemitismus und Sexismus. Historisch-gesellschaftliche Konstellationen
Karin Stögner

Sektion 1: Frauen als Akteurinnen
Leitung: Mascha Riepl-Schmidt (Stuttgart)

Anne-Laure Briatte (Paris): Wie radikal war die radikale Frauenbewegung im Umgang mit (antifeministischem) Antisemitismus?
Anne Goldenbogen/Sarah Kleinmann (Berlin): Frauenbewegung, Antisemitismus und Geschlecht in den Mitteilungen des „Vereins zur Abwehr des Antisemitismus“
Ruth Nattermann (München): Die Konstruktion des „gefährlichen Anderen“. Antifeministischer Antisemitismus in den Schriften der italienischen Aktivistin Elena Da Persico (1869–1948)

Sektion 2: Antisemitismus und Antifeminismus: Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Verschränkungen
Leitung: Sylvia Schraut (München)

Susanne Asche (Karlsruhe): Geselligkeit und „Teutsche Tischgesellschaft“. Antisemitismus und Antifeminismus der Romantik
Vojin Saša Vukadinović (Zürich): Islamischer Antisemitismus und Antifeminismus. Sayidd Qutb und die Moslembruderschaft

Sektion 3: Ausgrenzungsstrategien
Leitung: Sybille Oßwald-Bargende (Stuttgart)

Petra Feldmann (Bielefeld): Genderspezifischer Antisemitismus: „Die schöne Jüdin“. Jüdische (Geistes-) Schönheit zwischen erotisierter Begierde und antijüdischer Abwehr
Andreas Huber (Wien): Antisemitismus und Antifeminismus in den Habilitationsverfahren der Universität Wien 1900–1938
Martin Klement (Prag): Streit um den Bubikopf – Streit um die Rolle der Frau. Frauendiskurs in den deutschnationalen und völkischen Turnverbänden Mitteleuropas
Susanne Wein (Magdeburg): Ausgrenzungsstrategien gegen Parlamentarierinnen jüdischer Herkunft in der Weimarer Republik

Abschlussdiskussion

Podiumsdiskussion
„Antisemitismus – Antifeminismus – Rechtspopulismus: Was tun?“
Moderation: Susanne Asche (Kulturamt Karlsruhe)

Teilnehmer/innen: Beate Dörr (LpB); Jonas Fedders (Stud., Universität Frankfurt/M.); Dana Ionescu (Wiss. Mitarbeiterin, Universität Göttingen); Cornelia Hecht (Haus der Geschichte, Stuttgart)

Zitation
Tagungsbericht: Antisemitismus – Antifeminismus. Ausgrenzungsstrategien im 19. und 20. Jahrhundert, 07.07.2017 – 09.07.2017 Bad Urach, in: H-Soz-Kult, 19.08.2017, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-7296>.