Historical Praxeology. Quo Vadis? An International Conference on Historical Practices

Ort
Oldenburg
Veranstalter
Lucas Haasis / Frank Marquardt / Marta Mazur / Annika Raapke, DFG-Graduiertenkolleg 1608/2 „Selbst-Bildungen. Praktiken der Subjektivierung in historischer und interdisziplinärer Perspektive“
Datum
15.03.2017 - 17.03.2017
Von
Byron Schirbock, Leibniz-Institut für Europäische Geschichte Mainz

HistorikerInnen verwenden die Begriffe Praxis bzw. Praktiken nicht erst, seit dem von einem Practice turn die Rede ist. [1] Die gängigen Vokabeln sollen den Fokus auf das Tun der untersuchten Akteure unterstreichen. Die noch recht junge Historische Praxeologie will indes ein bisschen mehr sein als eine bloße Perspektivverschiebung und verbindet mit dem Begriff Praxis und unter Bezugnahme der Schriften Pierre Bourdieus und Theodore Schatzkis den Versuch, zwischen determinierenden Strukturen und dem intentionalen Handeln historischer Protagonisten zu vermitteln. Reichlich Textexegese und transdisziplinäre Debatten haben eine Ausdifferenzierung in Gang gesetzt, die es gebietet nunmehr von Praxistheorien zu sprechen. Ihr Einfluss auf bestimmte Disziplinen ist dabei unterschiedlich stark. Zwar werden innerhalb der Geschichtswissenschaft praxeologisch arbeitende KollegInnen noch manchmal kritisch beäugt, aber sie sind längst keine Underdogs des Faches mehr. Das Themenspektrum ist mittlerweile groß und vielfach wird der Schulterschluss mit neueren geschichtswissenschaftlichen Zugängen wie der Emotionsgeschichte oder der Sound History gesucht. Grund genug also, nach dem Stand der Historischen Praxeologie zu fragen, wie dies Doktorandinnen des Graduiertenkollegs „Selbstbildungen“ in Oldenburg getan haben.

Einleitend erinnerte LUCAS HAASIS (Oldenburg) daran, was Praktiken eigentlich ausmacht und welche Wirkmächtigkeit sie besitzen. Jene „invisible tiny patterns“ begleiten uns ständig und sind, anders als intentionales Handeln, intelligibel, also verstehbar durch ein implizites Praxiswissen der Akteure. Eine Beschäftigung mit jenen historischen Mustern sollte aber nicht als ein Ersetzten von Alltags- oder Mikrogeschichte, gar als deren Neuerfindung missverstanden werden. Vielmehr sei die Praxeologie eine Ergänzung jener Forschungsrichtungen. Überhaupt liege darin ihr großer Vorteil, denn sie sei vereinbar mit anderen Zugriffen und eben keine Weltformel. Haasis’ Vorschlag zum Sichtbarmachen der historischen Praktiken benennt zugleich deren grundlegende Eigenschaften. Die Spuren der Praktiken sind am Material, also den Quellen selbst, auszumachen (Materialität), ihr Wiederauftreten festzustellen (Prozessualität) und schließlich sind sie einzubetten in historischen Sinn und Zweck (Historizität). Dieser Dreischritt kann und muss je nach Quellen(art) anders bzw. individuell ausfallen. Wann Routine beginnt, ist stets nur aus dem zeitgenössischen Kontext heraus erschließbar. Aktuell befinde sich die Praxeologie in der Phase des „seek and find“. Nach reichlich Theoriedebatten und Auslotungen folge nun gewissermaßen die Praxis der Praxis, das Liefern konkreter erarbeiteter Befunde. Als ein solcher Lackmustest waren die folgenden Panel mitsamt ihrer Vorträge gedacht.

Im ersten Panel, und darin drückt sich bereits eine Verkopplung mit neueren Ansätzen der Geschichtswissenschaft aus, ging es um „Senses & Emotions“. Mit einem Einblick in Briefkorrespondenzen in der frankophonen Karibik des 18. Jahrhunderts zeigte ANNIKA RAAPKE (Oldenburg), wie durch Stilmittel geäußerter Ärger über die Schwierigkeiten transkontinentaler postalischer Kommunikation emotionale Beziehungen über weite Entfernung verhandelt wurden. Gefühle seien als niedergeschriebene Flüche und Verwünschungen der Briefeschreiber externalisiert und so sichtbar gemacht worden. Auch die Variation von Stilen oder das Changieren zwischen verschiedenen Sprachen diente an Stelle körperlicher Performanz zur Verbildlichung, wie der Vortrag von CHRISTINA BECKERS (Oldenburg) hervorhob. JAN-FRIEDRICH MISSFELDER (Zürich) unterstrich in seinem Kommentar, wie jene Medien und Stilmittel eine „Kommunikation unter Anwesenden“ erzeugten, indem sie über schreibpraktisch hergestellte Emotionen Nähe schufen und die Abwesenheit des Kommunikationspartners überbrückten.

Das Panel „Education & Power“ beschäftigte sich mit der Ausprägung von Macht in asymmetrischen Sozialkonstellationen. Das praktizierte Wiedergeben von eingeübter Form und Stil haben KERRIN KLINGER und PIA ROJAHN (Berlin) in Abituraufsätzen im frühen 20. Jahrhundert untersucht. Die Reproduktion der Norm als deren Einhaltung wird sichtbar einerseits an der äußeren Form wie auch am inhaltlichen Aufbau der Texte, deren Befolgung als Ausweis der Reife des Abiturienten galt und über die Ihr Lehrer als Gatekeeper nach ebenso schematischen Regeln befand. Hingegen stand die Anpassung an neue Gegebenheiten bei FRANK MARQUARDT (Oldenburg) im Vordergrund. Im Spannungsfeld von religiöser Doktrin und der Bewältigung der Fremde sahen sich Missionare der Herrnhuter Brüdergemeinde im dänischen Kolonialreich des 18. Jahrhunderts zu Änderung konventioneller Religions- und Alltagspraktiken gezwungen. Besonders die Haltung gegenüber der Sklaverei war dadurch erschüttert worden und so machten sich die Brüder teilweise lokale Züchtigungspraktiken zu eigen, gerieten dabei aber in Widerspruch zum eigenen Anspruch. Andererseits half die Adaption indigener Narrative bei der Vermittlung des Christentums. Um Aushandlung ging es bei FRANZISKA REHLINGHAUS (Potsdam). Eingebettet in ein Projekt zur Untersuchung beruflicher Weiterbildung beschäftigte sich ihr Vortrag mit der Evaluation von Weiterbildungsmaßnahmen in Betrieben. Evaluationsbögen wurden von einem unterentwickelten, eher diffusen Ritual zu einem Instrument der Disziplinierung, wo kontrollmäßig das Erlernte abgerufen werden sollte und auch zu einem Mittel der Mittbestimmung der Angestellten, indem sie stärker Kritik äußerten und somit ihr Verhältnis zu den Vorgesetzten neu verhandelten. Gemeinsam war allen drei Vorträgen die Betonung von Machtverhältnissen als Interaktionsprozess, wie ANNE MARISS (Regensburg) resümierte.

Welche Rolle Mittlerfiguren in der Aushandlung von Macht spielten, zeigte das Paper von MARKUS LAUFS (Bonn) anhand der Friedensverhandlungen nach Ende des Dreissigjährigen Krieges. Die Mediatoren der Verhandlungsparteien leisteten nicht nur die notwendige Übersetzungsarbeit, sondern vereinfachten Formulierungen, milderten diese mitunter stilistisch und inhaltlich ab und griffen so aktiv in den Gestaltungsprozess der Verträge ein, wie Laufs mittels der Nachverfolgung bestimmter Schriftstücke zeigte. Welche Rückkopplung die Arbeit mit Texten für Angehörige des Sozialistischen Deutschen Studentenbunds in der Zeit von 1961 bis 1964 hatte, beleuchtete BENEDIKT SEPP (Konstanz). Die Art wie Texte konsumiert und diskutiert wurden habe die Lektüre als praktische Arbeit an der Revolution begriffen, was Sepp als „Subjektivierung durch Theoriearbeit“ verstand. Bei beiden Papern des Panels „Negociation & Partizipation“ habe sich die Transformation von Ritual zu Routine als Praxis gezeigt, wie THOMAS WELSKOPP (Bielefeld) unterstrich.

Der Keynote-Vortrag von MARIAN FÜSSEL (Göttingen) über die Grenzen und Potentiale mahnte Praxeologie vor allem als ein gangbares „Tool“ unter anderen einzusetzen. Praktiken sind nicht Thema, sondern Zugang zum Thema. Ebensowenig sind sie nicht einfach nur „actions“ sondern situativ eingebettete „doings and sayings“. Der Gebrauch der Praxeologie suspendiere daher keineswegs methodische Reflexion, Standortbewusstsein und Quellenkritik, sondern fordere sie umso mehr ein, zumal die Historisierung vermeintlich banaler Praktiken anhand der mitunter fehlenden Überlieferung auch an Grenzen stoße. Zugleich werden Phänomene erst durch ihre einzelnen Praktiken sichtbar, wie Füssel anhand der Schlacht darlegte.

Das Paper von MICHAELA SCHARF (Wien) lotete ein praxeologischen Zugang zu Amateurfilmen aus. Sie diskutierte einerseits das Filmemachen selbst als einzuübende Technik, andererseits die eigene Inszenierung im aufgenommenen Motiv als Praxis der Subjektivierung. Einen ähnlichen, akteurszentrierten Fokus wies das Paper von KRISTINA HARTFIEL und TOBIAS WINNERLING (Düsseldorf) auf. Sie warfen die Frage auf, ob Spuren der Nutzung und des Gebrauchs an den Büchern eines Gelehrten eine Annäherung an denjenigen zulassen und zeigten dabei Fallstricke und Möglichkeiten auf. ANNE PHIELER (Stuttgart) stellte Untersuchungen zu Krankheit und Gesundheit Hans Fuggers an. Dieser übte sich im 16. Jahrhundert in Selbstmedikation und -therapie und tauschte sich in Korrespondenzen über Wirkungen und Therapiemethoden aus. Alle drei Paper des Panels „Self & Identity“ fragten eher ergebnisoffen nach dem Nutzen einer praxeologischen Herangehensweise und zugleich wo ForscherInnen an Grenzen stoßen.

Umweltgeschichte praxeologisch zu untersuchen, unternahm SEBASTIAN HAUMANN (Darmstadt) im Panel „Materials & Perspectives“. Die Interaktion mit der Umwelt lässt sich als Aneignung, Bearbeitung und Verwertung von Ressourcen – Haumann nennt es „sozialen Metabolismus“ – beschreiben, wobei der Mensch die zentrale Kraft der Umgestaltung darstellt. Die Art und Weise wie er das tut, stellt eine stetige Neu-Anordnung von Praktiken dar. Ähnlich und doch ungleich abstrakter sprach JOSEPH S. FREEDMAN (Montgomery, AL) über epistemische Praktiken des Sammelns, Anordnens, Kategorisierens in der akademischen Welt der Frühen Neuzeit. Lebenswelt und ihre Veränderung über 1989 hinweg in Ostdeutschland über Praktiken greifbar zu machen, stellte das Paper von CLEMENS VILLINGER und KATHRIN MÖLLER (Potsdam) vor. Einerseits über die Transformation der Interaktion zwischen Oberstufenschüler und ihren Lehrern, andererseits über den Zusammenhang von sich ändernden Essgewohnheiten und Kantinennutzung wurden soziale Praktiken und quantitative Analyse in Dialog gebracht.

Den Zusammenhang von Praktiken und Wissen untersuchte der Vortrag von JOSE CARCERES MARDONES (Zürich). Die begriffliche Ausdifferenzierung von Sodomie in den Gerichtsprotokollen der Stadt Zürich im 17. Jahrhundert charakterisierte „Bestialität“ (Sexualverkehr mit Tieren) als eine Form praktizierten Wissens, welches wiederum die Ausübung bestimmter Techniken beinhaltete. Ebenfalls auf Performanz zielte der zweite Vortrag des Panels „Border-Crossers and Balancing Acts“ von KATE DAVISON (Oxford) auf. Sie beschrieb Lachen als eine erlernte und in seiner Ausgestaltung variantenreiche, kontextspezifische Praxis im frühneuzeitlichen England und an welchen Faktoren wie den involvierten Personen, Dingen und Orten sie ausgerichtet wurde. Wie ein Autor mittels autoethnografischer Texte im New York der 1920er-Jahre die Neuaushandlung des Ichs schreibpraktisch auslotete, beleuchtete das Paper von BJÖRN KLEIN (Göttingen). Cross-dressing und dessen literarische Verarbeitung in Aufsätzen justierte, imitierte, verwarf und neukonstruierte Identitäten im Dienste einer Sinnsuche des Selbst, die Diskurs und Praxis miteinander verband.

In einer Tour d’Horizon durch die französische Ideengeschichte des 20. Jahrhundert legte die Keynote von YVES COHEN (Paris) die vielen Wurzeln der heutigen Beschäftigung mit Praktiken offen. Besonders das Verhältnis von „action” und „pratique“ war wiederholt Gegenstand von Diskussionen. Als bedeutenden Meilenstein bezeichnete Cohen den critical turn der Annales mit ihrer verstärkten Hinwendung zum Akteur und dem Begriff von der „situierten Aktion“ als wichtige Konkretion.

Dass Praktiken Fertigkeiten darstellen, die auf abrufbarem, zumeist erlerntem Wissen aufbauten, unterstrich Keynote-speaker PHIL WITHINGTON (Sheffield). Lesen und Schreiben waren keine synchron erlernten Kompetenzen, im Gegenteil wiesen frühneuzeitliche Gesellschaften unterschiedliche Lese-und Schreibfähigkeiten auf. Diese aufzuschlüsseln kann durch die Frage nach Lernpraktiken und Gebrauch sichtbar gemacht werden. Weiterhin referierte Withington über die zahlreichen Möglichkeiten Praktiken bei einem solchen Thema analytisch zu nutzen.

Das letzte Panel zu „Materiality & Projects“ zeigte, dass die Historische Praxeologie ein Angebot darstellt, aus der häufigen Not des Bande-Spielens mit den Quellen eine Tugend zu machen, in dem sie uns auf die Objekte aufmerksam macht, an denen sich die Spuren der Praktiken manifestieren. In Ihrem Paper hat ISABELLE SCHÜRCH (Konstanz) die praktische Aneignung von Wissen und die Transformation desselben am Beispiel der Hängematte aufgezeigt. Die Spanischen Konquistadoren des ausgehenden Mittelalters bzw. der Frühen Neuzeit lösten das Problem der sicheren Verschiffung von Pferden nach Südamerika durch die Aneignung und praktisch vollzogene Umnutzung der in den eroberten Gebieten entdeckten Hamákas, die alsbald auch als Schlafgelegenheiten von Matrosen in Gebrauch kamen. GIANENRICO BERNASCONI (Neuchâtel) plädierte für eine „Archäologie der Praktiken“, die mittels Beschreibung als Methode Spuren von Praktiken an Objekten sichtbar machen soll. Der Gebrauch, die den Objekten inhärenten Gesten zu ihrer Nutzung, lassen HistorikerInnen beispielsweise neue Formen der Disziplinierung herausarbeiten, wie Bernasconi an der nonverbalen Kommunikation mittels Fächer und Lorgnon (Stielbrille) und deren disziplinierenden Charakter im 18. Jahrhundert aufzeigte. DORIT BRIXIUS (Florenz) entzauberte das Narrativ vom Französischen Kolonialreich als einer „colonial machine“ anhand des im 18. Jahrhunderts unternommenen Versuchs, die Muskatnuss auf dem heutigen Mauritius anzusiedeln. Trial and Error als die versuchsweise Erzeugung von Praxiswissen für Transport der Samen sowie Kultivierung der Pflanzen bauten nicht nur auf eine Vielzahl von Akteuren und Faktoren, sondern auf praktischem Lernen mit den Objekten selbst.

Praxistheorien bzw. Historische Praxeologie ermöglichen, so die Zusammenfassung von DAGMAR FREIST (Oldenburg), Dinge sichtbar werden zu lassen, die bisher verborgen geblieben sind. Die Perspektive vom Sozialen als ein kontinuierlich, stetig neu durch Praktiken hergestelltes und geteiltes Verstehen und Aneignen der Welt im Zusammenspiel mit Dingen und Körpern verweist auf den zentralen Aspekt der Materialität. Die dynamische Kraft von Praxis vermittelt im Dualismus zwischen fixen Strukturen und völlig autonomer Handlungsmacht, weil es das Soziale als ein in Praktiken eingebettetes Kontinuum begreift, dass sich einer Sequenzierung in Strukturen und Handlungen entziehe. Es sind jene Praktiken, die Wandel erzeugen indem sie soziale Anordnungen wie Hierarchien entweder herstellen, verwerfen oder validieren. Allerdings und diese Frage muss sich jeder Forschungsansatz gefallen lassen: Wieviel Theorie braucht die Praxis? Unzweifelhaft haben theoretische Überlegungen geholfen das Vokabular zu schärfen und abzugrenzen, allerdings drohen Begriffe schnell zu Jargon zu werden, sofern die Rückkopplung von Theorie und Analyse ausbleibt. Eine offene Flanke bleibt und hier ist Dagmar Freist zuzustimmen: Verliert die Mikroperspektive ihr Makro aus den Augen, bleiben Praktiken bloße Deskription, oder anders gesprochen: Die Frage nach dem Wie? darf jene nach dem Warum? nicht außer Acht lassen.

Das weniger (Theorie) im Zweifel auch mehr (Analyse) sein kann, hat, trotz vieler Schatzki-Zitate der einzelnen Paper, der erfreulicherweise theoriereduzierte Umgang auf dieser Konferenz bewiesen. Auch die Buntheit der Themen und ihre mehrheitlich überzeugende Erschließung über Praktiken haben gezeigt, dass die Historische Praxeologie ihren Platz in der Geschichtswissenschaft gefunden hat, sofern es eines solchen Belegs überhaupt bedurfte.

Konferenzübersicht:

Begrüßung und Einführung

Lucas Haasis (Oldenburg): Historical Praxeology. Quo vadis?

Panel: Senses and Emotions

Christina Beckers (Oldenburg): Feeling With the Dead: Reconstructing Historical Repertoires of Emotions
Annika Raapke (Oldenburg): “Goodbye, you blasted bird’s arse”. Being Angry in the 18th century French Caribbean
Kommentar: Jan-Friedrich Missfelder (Zürich)

Panel: Education and Power

Kerrin Klinger & Pia Rojahn (Berlin): Educational Authority from a Praxeological Perspective
Frank Marquardt (Oldenburg): Teaching Self-Discipline. Moravian Religious and Missionary Practices in the Danish Empire
Franziska Rehlinghaus (Potsdam): Rationality or Ritual? Evaluation Practices of Vocational Training before and after the "Boom"
Kommentar: Anne Mariss (Regensburg)

Panel: Negotiation and Participation

Markus Laufs (Bonn): Conveying - Comparing - Storing. Written and Script-related Practices of Early Modern Peace Mediation
Benedikt Sepp (Konstanz): Theory and Existence: the SDS 1961-1964
Kommentar: Thomas Welskopp (Bielefeld)

Keynote

Marian Füssel (Göttingen): Writing the History of Practices: Limits and Potentials

Panel: Self and Identity

Michaela Scharf (Wien): Visualising the Self. Amateur Filming as a Practice of Subjectivation
Kristina Hartfiel & Tobias Winnerling (Düsseldorf): How to Find an Obscure Scholar in His Own Books: Praxeology or Common Sense?
Anne Phieler (Stuttgart): Medical Therapy in the 16th century as Practice - a solid Perspective?
Kommentar: Sabine Reh (Berlin)

Panel: Materials and Perspectives

Sebastian Haumann (Darmstadt): Practice Theory in Environmental History
Joseph S. Freedman (Montgomery, AL): Historical Praxiology and Other Approaches: Some Possibilites for Mutually BeneficiaI Interaction
Kathrin Zöller & Clemens Villinger (Potsdam): Praxeology and Statistical Data? New Approaches to the Study of East-German Everyday Worlds in the Long History of the “Wende”
Kommentar: David Sittler & Susanne Schregel (Köln)

Panel: Border-Crossers and Balancing Acts

Jose Carceres Mardones (Zürich): Action as Knowledge. The Concrete Reasonableness of Bestiality in the Early Modern Period
Kate Davison (Oxford): Learning to Laugh in Early Modern England
Björn Klein (Göttingen): Writing from the Margins. Practices of Writing and Self-Formations in New York City around 1900
Kommentar: Jörn Eiben (Hamburg)

Keynote

Yves Cohen (Paris): Experiments in the History of 20th Century Practices

Keynote

Phil Withington (Sheffield): Reading, Writing and Social Practice in Early Modern England

Panel: Materialities and Projects

Isabelle Schürch (Konstanz): When Is a Hammock Actually a Hammock? A Praxeological Approach to the Transatlantic Shipment of Horses and ‚Knowledge Entanglement’ in the Early Conquista Period (14-16th c.)
Gianenrico Bernasconi (Neuchâtel): Towards an Archaeology of Practices: the Role of the material Document
Dorit Brixius (Florenz): Were They Nuts? Cultivating Nutmeg From Cross-oceanic Transportation to Acclimatisation in Eighteenth-century Isle de France (Mauritius)
Kommentar: Aline Steinbrecher (Konstanz)
Abschlusskommentar: Dagmar Freist (Oldenburg)

Anmerkungen:
[1] Theodore R. Schatzki / Karin Knorr Cetina / Eike von Savigny (Hrsg.), The Practice Turn in Contemporary Theory, London 2001.

Zitation
Tagungsbericht: Historical Praxeology. Quo Vadis? An International Conference on Historical Practices, 15.03.2017 – 17.03.2017 Oldenburg, in: H-Soz-Kult, 17.11.2017, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-7400>.