Täuschend echt. Falschmeldungen und Fakes, 1835-1938

Ort
Köln
Veranstalter
Volker Barth / Michael Homberg, Universität zu Köln
Datum
21.09.2017 - 22.09.2017
Von
Thomas Handschuhmacher, Historisches Institut, Universität zu Köln

Die Relevanz einer wissenschaftlichen Tagung, die dem Thema „Falschmeldungen und Fakes“ gewidmet ist, bedarf im Herbst des Jahres 2017 keiner besonderen Begründung. Gleichwohl hatten die Veranstalter vorrangig nicht im Sinn, den gegenwärtigen Problemlagen und Debatten eine historische Tiefenschärfe zu geben. Das Interesse der beiden Kölner Historiker Volker Barth und Michael Homberg am Phänomen der „falschen Nachrichten“ entstammt vielmehr ihren Forschungsprojekten, die um die Geschichte der massenmedialen Berichterstattung im 19. und frühen 20. Jahrhundert kreisen.[1]

Obwohl zahlreiche Studien in diesem Feld die Genese, Bedeutung und Verbreitung von Nachrichten behandeln, fehlen bisher umfangreiche Untersuchungen zur Funktion von Falschmeldungen und Fakes, die in der Regel als zu vernachlässigende Abweichungen von den sich schrittweise etablierenden Standards der Produktion und Distribution von Nachrichten abgetan werden. Doch wenn die Herausbildung von Qualitätsmerkmalen, Beglaubigungsmechanismen und ethischen Grundsätzen konstitutiv für die Entstehung des modernen Journalismus war, müssen – so die Ausgangsüberlegung – auch und gerade die Abweichungen von diesem sich formierenden Regelwerk systematisch in die Betrachtung einbezogen werden. Da Fakes zeitspezifische Standards der Nachrichtenproduktion strategisch unterliefen und auf diese Weise die Inhalte und Funktionsweisen von Medien hinterfragten, waren sie wichtige Antriebskräfte für deren Genese und Wandel. Terminologisch sind „Fakes“ als selbstreferentielle, auf mediale Beglaubigungs- und Objektivierungsstrategien verweisende Figuren demzufolge zu unterscheiden sowohl von unbeabsichtigten Falschmeldungen, wie sie beispielsweise durch Übertragungsfehler zustande kamen, als auch von gezielter Propaganda.

Die einzelnen Beiträge der interdisziplinär ausgerichteten Tagung kreisten um mehrere inhaltliche Schwerpunkte, die Barth und Homberg ebenfalls in ihrem Eröffnungsvortrag umrissen. Erstens ging es um das jeweils zeitspezifische ontologische Verständnis von Wahrheit und Objektivität, das für das Auftauchen dezidiert ,falscher‘ Nachrichten konstitutiv war. Damit ist zugleich zweitens auf das selbstreferentielle Moment der Fakes verwiesen, auf die medientypischen Beglaubigungsstrategien und Objektivitätskriterien sowie das Medienwissen der historischen Akteure. Schließlich standen drittens die medientechnischen und arbeitspragmatischen Voraussetzungen sowie die sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen der Produktion von Fakes im Zentrum der Diskussionen.

Die Tagung verband theoretisch-methodische Überlegungen mit empirisch fundierten, medienspezifischen Einzeluntersuchungen. In diesem Sinne orientiert sich der Bericht im Folgenden nicht streng am zeitlichen Ablauf, sondern an den inhaltlichen Schwerpunkten der Beiträge.

MARTIN DOLL (Düsseldorf) und ACHIM SAUPE (Potsdam) formulierten einige theoretisch-methodische Überlegungen. Doll plädierte in seinem diskurstheoretisch fundierten Vortrag dafür, Fakes und Fälschungen als Elemente „im diskursiven Wahren“ zu konzeptualisieren. Er orientierte sich dabei an dem berühmten Diktum aus der Antrittsvorlesung Michel Foucaults am Collège de France, wonach lediglich diejenigen Aussagen als ,wahr‘ oder ,falsch‘ markiert werden könnten, die sich auch „im Wahren“ befänden.[2] Auch Falschmeldungen und Fakes beruhten demzufolge – so Doll – auf Regeln der Produktion „diskursiver Wahrheiten“, die sie in systematischer Weise unterliefen und hinterfragten. Als Kippfigur, die vom Original in eine „diskursivierte Fälschung“ umschlage, bilde der Fake einen wesentlichen Anlass für die Entwicklung neuer journalistischer Standards, die umgekehrt die massenmediale Leitunterscheidung zwischen ,wahr‘ und ,falsch‘ erst etablierten und damit den Fake konstituierten. Für die nachfolgenden Diskussionen bildeten diese Überlegungen eine wichtige systematische Klammer.

Achim Saupe erprobte die Kategorie der „Authentizität“ als Instrument für die Analyse von Fakes. Nach einer knappen begriffshistorischen Skizze, die die Entstehung des Wortfeldes des „Authentischen“ mit dem Aufkommen des modernen Subjekts verband, deklarierte er das „Authentische“ als einen Gegenstand kommunikativer Zuschreibung. Für die analytische Operationalisierung schlug Saupe eine begriffliche Differenzierung vor und unterschied Prozesse der „Authentifizierung“, die auf Identifizierung und die Reflexion des eigenen (wissenschaftlichen) Arbeitens zielten, von Praktiken der „Authentisierung“, die der Beglaubigung und Konstruktion von Wirklichkeit dienten. Die anschließende Diskussion verdichtete sich zu dem Plädoyer, die zeitgenössischen Debatten um das „Authentische“ an Medienumbrüche zu koppeln und nach den damit verbundenen Prozessen der „Authentifizierung“ sowie ihren Auswirkungen auf Praktiken der „Authentisierung“ zu fragen.

Die Überlegungen seiner Vorredner nahm ANDREAS FICKERS (Luxemburg) anschließend zum Anlass, um über das Verhältnis von Faktizität und Fiktion in der Geschichtswissenschaft zu sprechen. Dabei erinnerte er in einem einleitenden geschichtstheoretischen Exkurs an das bis in das 19. Jahrhundert vorherrschende Verständnis von Geschichte als Kunstform. Erst im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts habe sich die „histoire science“ etabliert, die mit ihrem Anspruch auf narrative Kohärenz, Objektivität und Originalität der Quellen als Wahrheit und Wirklichkeit verbürgende „Reliquien“ (Achim Landwehr) der „vérité de l’art“ den Leitspruch „dire du vrai“ entgegengesetzt habe. Fiktionale Formen forderten – so Fickers weiter – diesen historischen Wahrheitsanspruch in spezifischer Weise heraus, indem sie diesem einerseits zwar nicht genügten, andererseits jedoch mit dem verbreiteten Begehren nach der Authentizität des Vergangenen spielten. Insbesondere populäre Formate wie Romane, Spiele oder Reenactments bedienten das gesellschaftliche „desire for reality“ und prägten deshalb die gegenwärtigen Geschichtsbilder nachhaltig. Daraus zog Fickers abschließend die Konsequenz, dass auch Historiker neue Formen des Erzählens wie beispielsweise Filme oder Podcasts erproben sollten.

In seinem öffentlichen Abendvortrag verband JENS RUCHATZ (Marburg) die konzeptionellen Themen der Tagung mit empirischen Einzelstudien. Den Ausgangspunkt seiner Überlegungen bildete das „medienwissenschaftliche Credo“, wonach Medien in der Störung beobachtet würden. Fälschungen gäben demnach Auskunft darüber, wie Medien operierten. Diese These, die unmittelbar an die bereits besprochenen Vorträge anknüpfte, verband Ruchatz mit einigen Überlegungen zum Verhältnis von Fälschbarkeit und Vertrauen, denn: „Vertrauen“, so seine zweite These, „ist eine Grundlage für Phänomene der Täuschung“. Dabei verstand er „Vertrauen“ mit Niklas Luhmann als einen Mechanismus der Reduktion sozialer Komplexität, der „unsicheres Wissen“ und fehlende Informationen überdecke. In diese Spannung aus Unsicherheit und dem Bedürfnis nach Anschlusskommunikation trete die Fälschung ein.

Im zweiten Teil vertiefte Ruchatz seine Ausgangsüberlegungen in empirischen Studien über die Fotografie als Objektivität verbürgendes Medium sowie das Interview als Form journalistischer Berichterstattung. Aus geschichtswissenschaftlicher Perspektive war insbesondere der Periodisierungsvorschlag interessant, den er damit verband. So verortete er im 19. Jahrhundert den Beginn eines „Zeitalters der Objektivität“, das sich durch die sukzessive Verdrängung von Elementen des Subjektiven aus der Berichterstattung auszeichne. Beispielhaft für diese Entwicklung steht der Wandel des Zeitungsinterviews hin zu einem geformten Interview, das nicht mehr gedächtnisgestützt, sondern zunehmend auf Grundlage von stenographischen Mitschriften oder Tonaufzeichnungen abgefasst wurde. In der Konsequenz sei damit der interpretierende Journalist schrittweise zurückgetreten. Die Fotografie wiederum nannte Ruchatz ein „Wahrzeichen“ für diese nicht-subjektive Beglaubigung, für mechanische Objektivität. Dabei veranschaulichte er in einer Vielzahl von Beispielen die zeitgenössischen Debatten um die Glaubwürdigkeit, die Verwendungsmöglichkeiten und die Verortung von Fotografien zwischen Kunst/Fiktion und Wirklichkeit. Nachdrücklich betonte er die integrale Funktion von Fälschungen, die insbesondere die Debatten um die Glaubwürdigkeit von Fotografien evozierten.

Über die Interdependenzen von Authentizität und medialer Selbstreflexion in Fotografie und Film sprachen die Medienwissenschaftlerinnen VERONIQUE SINA (Tübingen) und BIANCA WESTERMANN (Bochum). Sie verwiesen eingangs auf das spezifische Realitätsversprechen fotografischer und filmischer Darstellungen, die gleichermaßen auf den Gegenstand wie auf seine Abbildung referierten und somit das Versprechen gäben, mehr als die Realität zu zeigen. Dieses den beiden Medien zugeschriebene Potential illustrierten Sina und Westermann anhand einer Vielzahl von Fallbeispielen. Ihr Vortrag lässt sich geradezu als Plädoyer für eine nach Einzelmedien differenzierte Bearbeitung des Tagungsthemas verstehen. Insbesondere da sich die Grenze zwischen Fakt und Fiktion sowohl für Filme als auch für die gezeigten Fotografien als fluide erweist, ist von anderen Beglaubigungsstrategien als beispielsweise in der Presseberichterstattung auszugehen, die sich außerdem erst später etablierten.

Einige Schlaglichter auf die Reichweite, Regeln und Rahmenbedingungen der Presse-berichterstattung im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert warfen die empirischen Fallstudien, die ULRICH BRANDENBURG (Zürich), YANNIK MÜCK (Würzburg) und DAGMAR HEIßLER (Wien) präsentierten. Ulrich Brandenburg widmete sich in seinem Vortrag der Genese und globalen Verbreitung der Falschmeldung über einen im Jahr 1906 angeblich abgehaltenen Tokioter Religionskongress, der den Islam zur offiziellen japanischen Staatsreligion erklärt habe. Im Hinblick auf die Entstehung der falschen Nachricht ging Brandenburg mit Marc Bloch von der Annahme aus, dass Gerüchte entstünden, wenn in einer gesellschaftlichen Krise – hier dem russisch-japanischen Krieg von 1904/5 – das Bedürfnis nach Nachrichten bestehe. Die globale Zirkulation der Falschmeldung, die zuerst in der osmanischen Zeitung "Igdan" aufgetaucht sei und sich innerhalb weniger Tage über ein „unübersichtliches Netz an Belegstellen“ nach Frankreich, in weitere Gebiete des Nahen Ostens und schließlich bis nach Großbritannien verbreitet habe, rekonstruierte Brandenburg minutiös. Er führte damit in überzeugender Weise die Vorzüge eines globalhistorischen Zugriffs auf das Phänomen der falschen Nachrichten vor und konnte zugleich einige Schlaglichter auf ökonomische, politische und auch religiöse Interessenlagen werfen.

Yannik Mück sprach über deutschlandbezogene Falschmeldungen in US-amerikanischen Zeitungen der Jahrhundertwende, die er als „Belastungsprobe“ für die diplomatischen Beziehungen zwischen dem Deutschen Reich und den Vereinigten Staaten interpretierte. Im Zentrum seiner Ausführungen stand die während des spanisch-amerikanischen Krieges von 1898 lancierte Nachricht über ein angebliches deutsches Interesse an einem militärischen Eingreifen sowie der anschließenden Besetzung der Philippinen, die er zunächst in den weiteren Zusammenhang der deutsch-amerikanischen Beziehungen sowie des Kriegsgeschehens einordnete. Um die Genese der Falschmeldung zu erklären, führte Mück ein Bündel unterschiedlicher Faktoren an. Aus medienhistorischer Perspektive verwies er auf die gängige Praxis der Reproduktion von Pressemeldungen, hätten sich die US-amerikanischen Zeitungen doch etwa auf die Korrespondenten englischer Zeitungen in Hong Kong und Shanghai berufen. Als Beleg hätten die US-Journalisten zudem mehrfach deutsche Artikel aus denjenigen Presseorganen angeführt, die wie beispielsweise die "Kölnische Zeitung" als besonders regierungsnah galten. Schließlich müssten auch militärisch-politische Einflüsse berücksichtigt werden, sei dem Befehlshaber der US-amerikanischen Truppen vor den Philippinen, General Dewey, doch daran gelegen gewesen, eine Gefährdungslage zu inszenieren. Außer der politischen Dimension von Falschmeldungen und Fakes verwies der Beitrag auch auf die unterschiedlichen ökonomischen Rahmenbedingungen im US-amerikanischen und im deutschen Pressesystem. Zudem erscheint es im Anschluss an die vorgetragenen Befunde lohnend, nach der Rolle der Kriegsberichterstatter zu fragen und ihre Position als Akteur im amerikanisch-deutschen Pressekrieg genauer zu bestimmen.

Insbesondere das Medienwissen einzelner Akteure hatte Dagmar Heißler im Blick. Sie sprach über Leopold von Bassano, der 1924 gegenüber einem Redakteur der "Brünner Zeitung" vorgab, in einem Familiennachlass wertvolle Hinterlassenschaften Napoleon Bonapartes gefunden zu haben. Die Nachricht über den sensationellen Fund, die das Blatt sogleich veröffentlichte, verbreitete sich innerhalb kurzer Zeit über Linzer und Wiener Zeitungen bis nach Berlin, Paris und sogar New York, ehe sie die "Prager Presse" im August 1924 als Falschmeldung entlarvte. Denn Leopold von Bassano war weder ein direkter Nachfahre des napoleonischen Außenministers Hugues-Bernard Manet Graf von Bassano noch im Besitz der angegebenen wertvollen Papiere und Schätze. Außer den rechtlichen Konsequenzen für Bassano waren im Zusammenhang der Tagung mehrere Aspekte von Interesse. So war der „Fall Bassano“ Anlass für eine selbstreflexive Debatte über journalistische Standards der Beglaubigung und Berichterstattung. In der Entstehungsgeschichte, die in der "Brünner Zeitung" erschien, rechtfertigte sich der verantwortliche Redakteur und pochte auf die glaubhaften Schilderungen Bassanos. Damit verwies er implizit auf dessen umfangreiches Medienwissen, war Bassano doch in Kenntnis der journalistischen Prüfungs- und Beglaubigungsmechanismen mit gefälschten Dokumenten als Beleg an mehrere Zeitungen herangetreten. Die Intention, die Zeitungsmacher zu täuschen, äußerte er sogar explizit.

Mit dem frühen Radio beschäftige sich schließlich CAROLYN BIRDSALL (Amsterdam) in ihrem Vortrag über das 1930 gegründete Frankfurter Radioarchiv, das zunächst ausschließlich der Aufbewahrung von Sendungen zum Zwecke der Wiederverwendung diente. Für das Rahmenthema der Tagung war dann insbesondere Birdsalls Befund von Interesse, dass die im Archiv aufbewahrten Materialien zunehmend zwischen dem „Original“ und einer Annäherung an die abzubildende Wirklichkeit („Approximation“) oszillierten. Denn nicht nur Praktiken des Sammelns, Aufbewahrens und Ordnens konstituierten das Archiv. Hinzu kamen Neukompositionen und Imitationen von Tönen und Geräuschen, die sich für künftige Sendungen und Reportagen verwenden ließen. Die Fragen der anschließenden Diskussion zielten vorwiegend auf den Einsatz dieser komponierten und imitierten Töne und die damit verbundenen medienspezifischen Standards der Berichterstattung. Dabei lag aus Sicht der Tagungsteilnehmer die Annahme nahe, dass die Grenze zur Fälschung im Medium Radio fluider sei als beispielsweise in der Presseberichterstattung.

Im Anschluss an die Abschlussdiskussion lassen sich die wichtigsten Eindrücke der Tagung in drei grundlegenden Beobachtungen zusammenfassen. Erstens erwiesen sich sowohl die vorgetragenen methodisch-theoretischen Reflexionen als auch die empirischen Fallstudien als Bestätigung für das eingangs formulierte Plädoyer, Fakes und Falschnachrichten systematisch in medienhistorische Forschungen einzubeziehen. Ihre Rolle als Indikator und Faktor für die Genese und Veränderung medialer Mechanismen und Regelmäßigkeiten gilt es zukünftig genauer zu untersuchen. Damit ist zweitens die Forderung nach medienspezifischer Differenzierung verbunden. Insbesondere die Beiträge zum frühen Film, zur Fotografie und zum Radio zeigten, dass die Grenzen zwischen Fakt und Fiktion, zwischen ,wahr‘ und ,falsch‘ nicht nur diskursive, sondern auch medienspezifische Unterscheidungen waren. Drittens schließt ein solches Plädoyer auch die Forderung nach zeitlicher Differenzierung ein. In diesem Sinne wären etwa zum einen die Bruchstellen zu erkunden, an denen die jeweiligen Medientypen ihren Wahrheitsanspruch reklamieren mussten. Zum anderen geraten außer diesen selbstreferentiellen Faktoren auch zeitspezifische politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen in den Blick.

Konferenzübersicht:

Begrüßung und Einführung

Volker Barth und Michael Homberg (Köln)

Sektion I: Suche nach „Wahrheit“. Methodische Überlegungen zu Falschmeldungen und Fakes

Martin Doll (Düsseldorf): Eine Theorie der Fälschung. Wahrheitsstrategien zwischen Journalismus und Wissenschaft
Achim Saupe (Potsdam): Die Sehnsucht nach dem Echten. Authentizität und Fälschungsangst

Sektion II: Unsichere Ansichten. Imaginierte Faktualität im frühen Film

Andreas Fickers (Luxemburg): Entre „vérité de l’art“ und „dire du vrai“. Zum Verhältnis von Faktizität und Fiktion in der Geschichtswissenschaft
Veronique Sina (Tübingen)/Bianca Westermann (Bochum): Achtung Fake! Feen, Phantome, Mondbewohner_innen. Interdependenzen von Authentizität und medialer Selbstreflexion in Fotografie und Film

Öffentlicher Abendvortrag

Jens Ruchatz (Marburg): Enttäuschtes Vertrauen. Über den Zusammenhang von Medien, Wissen und Fälschbarkeit

Sektion III: Grenzübertritte. Transnationale Presse und intermediale Über-Setzungen

Ulrich Brandenburg (Zürich): Der Tokioter Religionskongress. Eine Falschmeldung zwischen Europa und dem Orient
Yannik Mück (Würzburg): Von falschen Kaisersöhnen und fiktiven Spionen. Fakes und Falschnachrichten als Belastungsprobe für die deutsch-amerikanischen Beziehungen vor dem Ersten Weltkrieg
Dagmar Heißler (Wien): Der Fall Bassano und das Brünner Napoleonarchiv. Die internationale Geschichte einer Falschmeldung

Sektion IV: Ohrenzeugen. Original-Töne und inszenierte Realitäten im Radio

Carolyn Birdsall (Amsterdam): Authentic Sounds? Hans Fleisch’s Radio Archive between Original and Approximation

Abschlussdiskussion

Anmerkungen:
[1] Volker Barth, Wa(h)re Fakten. Wissensproduktionen globaler Nachrichtenagenturen, 1835-1939, Habil. Köln 2016; Michael Homberg, Reporter-Streifzüge. Metropolitane Nachrichtenkultur und die Wahrnehmung der Welt 1870-1918, Göttingen 2017.
[2] Michel Foucault, Die Ordnung des Diskurses. Mit einem Essay von Ralf Konersmann, Frankfurt 1991, S. 24.

Zitation
Tagungsbericht: Täuschend echt. Falschmeldungen und Fakes, 1835-1938, 21.09.2017 – 22.09.2017 Köln, in: H-Soz-Kult, 28.11.2017, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-7417>.