Regional Revolution(s). 1917 and its Consequences in the Province

Ort
Gießen
Veranstalter
Historisches Institut, Justus-Liebig-Universität Gießen; Gießener Zentrum Östliches Europa
Datum
09.11.2017 - 10.11.2017
Von
Artem Kouida, Justus-Liebig-Universität Gießen

Das Jahr 2017 steht weltweit im Zeichen des 100-jährigen Jubiläums der Russischen Revolutionen von 1917. Auch die Justus-Liebig-Universität Gießen würdigte in Kooperation mit dem Gießener Zentrum Östliches Europa (GiZo) dieses Jubiläum, indem eine Konferenz mit dem Fokus auf den „Regionale(n) Revolution(en)“ mit internationalen Forschern aus Russland respektive Tatarstan, Belarus und Ukraine veranstaltet wurde. Gefördert wurde die Konferenz von der Fritz Thyssen Stiftung und der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung. Ein solches Format wurde nicht von ungefähr gewählt, denn während die revolutionären Geschehnisse in St. Petersburg und Moskau zur Genüge erforscht sind, blieben die Ereignisse an der Peripherie des Russischen Reiches eher unbekannt. Die Konferenz sollte ihren Beitrag leisten, diese Lücke in der öffentlichen Wahrnehmung zu schließen.

Die Konferenz wurde von THOMAS BOHN (Gießen) mit einem Umriss der deutschen Perspektive auf das Geschehen von 1917 in Russland eröffnet, indem er Grundzüge des im Zeichen der Sowjetunion stehenden 20. Jahrhunderts thesenhaft umriss. Angesichts der Verschiebung des zeitgeschichtlichen Horizonts habe die Relevanz des Jahres 1917 für die Gegenwart eingebüßt. Für die nach dem Ende der Sowjetunion herangewachsene Generation sei das Zeitalter der Ideologien ohnehin kein Thema mehr. Auch wenn neuerdings medienwirksam immer wieder auf Lenins Bekenntnis zur Macht als Voraussetzung für die Gewaltkultur des Stalinismus hingewiesen worden sei, solle im wissenschaftlichen Diskurs bei der Betrachtung von Ausgangsbedingungen und Folgen für die Russische Revolution das Augenmerk mehr auf sozioökonomische und alltagskulturelle Kontinuitäten und Strukturen gelegt werden. Ein besonderes Forschungsinteresse stelle dabei die Peripherie und ihre Beziehungen zum Zentrum dar, wobei in imperialer oder postkolonialer Perspektive die Interdependenz zwischen dem russischen Mutterland, den Teilrepubliken und den Satellitenstaaten ausgelotet werden müsse. Weiter sei die Totalitarismustheorie ebenso zu verwerfen wie die Nationalgeschichte, da sich auf der Basis des Historismus Phänomene wie Eigensinn und Dissens nicht erklären ließen und „Tauwetter“ sowie „Glasnost“ durchaus Voraussetzungen für die Herausbildung einer Zivilgesellschaft geboten hätten. Im Rahmen der Sowjetunionforschung solle von der nach 1991 stattgefundenen Fokussierung auf den Stalinismus abgerückt werden. Als roter Faden der sowjetischen Geschichte hätten sich eher die Industrialisierung und die Urbanisierung dargestellt.

Die aktuelle russische Perspektive stellte SVETLANA MALYSHEVA (Kazan’) vor, die eine starke Präsenz der Revolution von 1917 in Russland betonte. Dabei erfolge in den letzten Jahrzehnten eine deutliche Transformation bei der Betrachtung und Deutung der „Oktoberrevolution“, indem diese keinen Umbruch, sondern eine gewisse Kontinuität in der russischen Geschichte darstelle. Die Revolution sei demnach eine Tragödie gewesen, begleitet vom Terror und Repressalien, die grundsätzlich zu verurteilen wären. Unter diesen Voraussetzungen sei mit den Opfern des Bürgerkrieges respektvoll umzugehen. Eine angemessene Auseinandersetzung mit der Herrschaft Lenins und Stalins solle wieder in die Hände von Historikern gelegt werden. Jedoch werde in der Fachwelt weiter über einzelne Details gestritten, während es zu keiner allgemeingültigen Bewertung komme. Dazu zähle bis heute die Uneinigkeit über den zeitlichen Rahmen der Russischen Revolution und die Suche nach einer möglichen Alternative.

Die erste Sektion eröffnete NATALIA SHLIKHTA (Kyiv) mit einem Vortrag über die neueste ukrainische Perspektive auf das Jahr 1917. Demzufolge ließen sich angesichts des aktuellen politischen Geschehens gewisse Parallelen zwischen der Ukrainischen Revolution von 1917-21 und dem heutigen „Hybridkrieg“ feststellen. Obwohl das Jahr 1917 nicht zu den wichtigsten Ereignissen der ukrainischen Geschichte gehört, ist das Interesse an ihm besonders seit den 1990er-Jahren hoch. Die Ende der 1990er-Jahre erfolgte Konzeptualisierung der Ukrainischen Revolution legte die Weichen für die neueste Forschung fest, indem eine Dekonstruktion der sowjetischen Sichtweise stattfand. Die wissenschaftliche Fokussierung auf unterschiedliche Aspekte der ukrainischen Geschehnisse brachte als wichtige Erkenntnis hervor, dass von mehreren lokalen Revolutionen mit eigenen Dynamiken gesprochen werden muss.

PAVEL TERESHKOVICH (Minsk) setzte sich mit den Voraussetzungen für die Revolution in Belarus auseinander. Dabei hob er den realen Modernisierungsgrad vor dem Ersten Weltkrieg als ein Handicap für die bolschewistische Machtergreifung hervor. Während von den Bolschewiki die Herausbildung einer Arbeiterklasse als Voraussetzung für die Sozialistische Revolution betont wurde, widerlegen die nackten Zahlen mangels bedeutender Industriezentren solche Behauptungen. So bildete das vorrevolutionäre Belarus das wirtschaftlich rückständigste Gebiet des Russischen Reiches und entsprach somit keinesfalls den marxistischen Vorstellungen. Die Oktoberrevolution wurde von außen nach Belarus getragen und die Sowjetmacht konnte sich nur mithilfe von revolutionären Armeeverbänden der sich im Auflösungsprozess befindlichen Westfront halten.

VITALIY SKALSKYY (Kyiv) widmete sich dagegen der Ukrainischen Revolution, die in Abgrenzung zur Russischen Oktoberrevolution auf die Gründung eines Nationalstaates abzielte und dabei auch einige Westgebiete einschloss, die nie ein Bestandteil des Russischen Reiches gewesen waren. Die Herausbildung einer Nationalelite machte die Revolution möglich, führte jedoch angesichts der immer größer werdenden politischen, sozialen und ethnischen Konflikte in eine Sackgasse. Laut Skalskyy beschreibe der Begriff der Ukrainischen Revolution nicht die auf einen bestimmten geographischen Raum begrenzten Ereignisse, sondern vereine in sich alle Aktivitäten, die mit der Ukraine zu tun hatten. Eine bisher ungelöste Frage stellen dabei die Eckdaten der Ukrainischen Revolution dar, die sich jenseits der aktuellen politischen Instrumentalisierung nicht ohne weiteres festlegen lassen.

Die zweite Sektion wurde von SVETLANA MALYSHEVA (Kazan’) eröffnet, welche auf die Herausbildung der sowjetischen Feierkultur als Aushandlungsprozess zwischen dem Zentrum und der Peripherie einging. Die wohlüberlegte Adaptation und Sowjetisierung traditioneller Feiertage knüpfte an die vorrevolutionären Gewohnheiten an, die nach und nach durch eine neue Feierkultur ersetzt wurden. Dabei kam es während des ersten revolutionären Jahrzehnts allmählich zu einer Assimilierung und Vermischung zweier Feierkulturen, die in der Provinz besondere Spezifika entfalteten. Während einerseits ein Hang zur Hervorhebung örtlicher Feiertraditionen existierte, lösten die Direktiven aus dem Zentrum starken Einfluss vor Ort aus. Dies wiederum führte nicht selten zur Übereifrigkeit und Eigenmächtigkeiten, die vom Zentrum nicht gebilligt wurden. Erst gegen Ende der 1920er-Jahre konnten diese Tendenzen erfolgreich reglementiert werden.

In seiner Präsentation wies ANDREJ CZERNIAKIEWICZ (Hrodna) auf die zwei Sowjetisierungsmodelle hin, die das Chaos der damaligen Ereignisse in einer provinziellen Frontstadt widerspiegelten. Das Problem lag darin, dass sich 1917 und in den Folgejahren die Sowjets ohne Macht bzw. eine Macht ohne Sowjets gegenüberstanden, wodurch eine wirksame Verwaltung der Stadt unmöglich war.

In diesen Zusammenhang fällt die von MARK BERMAN (Gießen) vorgestellte Biografie von Iosif Golubev, eines Eisenbahnarbeiters aus Minsk, der ein Tagebuch führte und die revolutionären Umwälzungen und die Transformationen der Jahre 1916-1917 festhielt. Der Glaube an den Staat verflüchtigte sich bei dem orthodoxen Gläubigen, als im Zuge der sich ständig verschlechternden Lage an der Westfront, den allgemeinen Zerfallserscheinungen sowie der Verteuerung des Lebens viele Arbeiterfamilien an den Rand ihrer Existenz getrieben wurden. Die Suche nach Lösungen führte Golubev in die Reihen der Sozialdemokratischen Bewegung, deren Forderungen letztendlich zur Februarrevolution von 1917 führten.

Die dritte Sektion wurde von NAZARII GUTSUL (Gießen) mit der Erörterung der Frage nach der Organisation von Militärverbänden in der Ukrainischen Volksrepublik eröffnet. Während die Sozialisten ausschließlich die Volksmiliz als den bewaffneten Revolutionsflügel betrachteten, pochten die Militärs auf der Aufstellung von regulären Armeeverbänden. Im Kampf gegen die Bolschewiki, die Denikin-Armee und die Truppen von Hetman Skoropadskyj unterlagen sie jedoch dem massiven militärischen Druck, so dass sich beide Modelle als nichtexistenzfähig zeigten.

In seinem Beitrag wies DIMITRI TOLKATSCH (Freiburg) auf ein Spiel unterschiedlicher politischer Kräfte in der Ukraine hin, die sowohl gegen die Bolschewiki, als auch gegen die Weißen kämpften. Dabei kam es im ländlichen Raum zur Etablierung des Militärregimes von Hetman Skoropadskyj mit Bildung selbstorganisierter Wehrtrupps. Als Negativerscheinung des allgemeinen politischen Chaos können daher die von den Nationalisten im Zuge der „nationalen Befreiung“ angezettelten Judenvertreibungen und Pogrome auf dem Land gesehen werden, die bis dahin ausschließlich in den Städten erfolgten. Insgesamt zeichnete sich die Ukrainische Revolution durch einen Krieg ohne klare Grenzen aus.

Die Perspektive auf die Beteiligung der muslimischen Bevölkerung an der Revolution stellte ALLA EHRLICH (Hannover) am Beispiel von Krimtataren vor, indem die These von der Revolution zweier Geschwindigkeiten in den Vordergrund gerückt wurde. Demnach verspielten die Krimtataren als die politisch aktivste Volksgruppe auf der Halbinsel angesichts ihrer Unentschlossenheit die günstige Chance auf die Gründung und Festigung einer eigenen Republik im Laufe des Jahres 1917, während die Bolschewiki mit eiserner Entschlossenheit handelten und somit die von den Krimtataren vernachlässigte Bauernmasse wirkungsvoll mobilisieren konnten.

Eine direkte Parallele mit den krimtatarischen Bestrebungen zur Gründung eines eigenen Staates zog ISKANDER GILYAZOV (Kazan‘) am Beispiels Tatarstans, wobei die dortigen Debatten nicht über die Unabhängigkeit vom russischen Mutterland, sondern lediglich über den Autonomiestatus liefen. Die Februarrevolution von 1917 weckte bei der tatarischen Nationalelite Hoffnungen auf eine Veränderung der politischen Situation und gab ihr Anlass zur Ausarbeitung von drei Staatlichkeits-Projekten, von denen im Rahmen einer Minimallösung die Republik Tatarstan gebildet wurde, in der jedoch recht wenige Tataren lebten. Die Konsolidierung der Macht der Bolschewiki rief zunehmend Repressalien gegenüber aktiven Vertretern der muslimischen Nationalbewegung hervor, welche die nationalen Bestrebungen von 1917 endgültig begruben.

In der vierten Sektion erörterte ALLA SALNIKOVA (Kazan’) das Problem der Umgestaltung von Provinzuniversitäten nach der Revolution von 1917 am Beispiel der Universität Kazan’. Das Hauptproblem stellte dabei der Kampf zweier Kulturen dar, die von Dozenten mit vorrevolutionärer Vergangenheit und der neuen sozialistischen Studierendenklasse vertreten wurden. Der Russische Bürgerkrieg gab einen Anstoß zu grundlegenden Veränderungen im universitären Betrieb. Den ersten Umbruch stellte die Flucht vieler Dozenten im Gefolge der restlichen Weißgardisten aus der Stadt dar. Die Erhöhung des Prozentanteils an Arbeiterkindern mittels Aufhebung aller Examina und der Errichtung von Arbeiterfakultäten verschärfte die ohnehin schwierigen Beziehungen zwischen den Studierenden und Dozenten. Angesichts der sich ständig verschlechternden Arbeitsbedingungen und der Konflikte mit der neuen Macht traten Letztere in den „Professorenstreik“, der eine gewisse Zeit andauerte und mit Ausweisung der Anführer ins europäische Ausland endete.

BIRTE KOHTZ (Moskau/Gießen) widmete sich der Frage der Transformation der provinziellen Psychiatrieanstalt in Kazan‘ in Zeiten der Revolution. Dabei stellte sie einen seit dem Ersten Weltkrieg einsetzenden allgemeinen Verfall fest. Nach 1917 fiel die Anstalt unter die Direktverwaltung von Politkommissaren, was eine oppositionelle Haltung in den Reihen der Ärzteschaft hervorrief. Als Folge ständiger Einmischung von außen verließen viele Ärzte die Anstalt, was zur Patientenreduzierung führte. Infolgedessen büßte die Anstalt an Bedeutung ein.

In seinem Vortrag ging TOBIAS HABERKORN (Gießen) auf die Situation von lokalen Museen in den 1920er-Jahren am Beispiel des Voronesher Museums für Landeskunde ein. Hierbei handelte es sich parallel zur Festigung der Sowjetmacht um eine Wandlung von Inhalten und Konzepten. In den späten 1920er-Jahren wurden die Museen instrumentalisiert und ihre Anzahl um das sechsfache erhöht, um die Errungenschaften der Sowjetmacht bzw. das revolutionäre Geschehen vor Ort an lokalen Beispielen mittels allgemeingültiger Muster zu verdeutlichen.

In den Vorträgen und abschließender Diskussion zeigte sich, dass bezüglich der Russische(n) Revolution(en) von 1917 nach wie vor viele Fragen offen bleiben. Neben der „Russischen Revolution“ oder den „Russischen Revolutionen von 1917“ rückte auch die „Ukrainische Revolution 1917-1921“ auf die Tagesordnung. In den Nationalhistoriographien hat sich nach dem Untergang der Sowjetunion offenbar ein Paradigmenwechsel vom sozioökonomischen Wandel zur Eigenstaatlichkeit vollzogen. Dabei spielt das Scheitern der Februarrevolution respektive ihres demokratischen Experiments keine bedeutende Rolle mehr.

Die Kommentatoren VIACHESLAV MEN’KOVSKII (Minsk), BIANKA PIETROW-ENNKER (Konstanz), IMMO REBITSCHEK (Gießen) und ROLAND CVETKOVSKI (Köln) sprachen den Sinn einer „Ukrainischen Revolution“ sowie die Doppeldeutigkeit des Begriffs „Russische Revolution“ an. Anstelle des marxistisch inspirierten Revolutionsbegriffs mit den implizierten bürgerlichen und sozialistischen Etappen vermöge die Neue Imperialgeschichte neue Deutungsangebote zu liefen. Insbesondere die Abfolge von imperialer Überdehnung, staatlicher Krise und sozialem Desaster sei hier in Erwägung zu ziehen. Daneben wäre der Kausalzusammenhang zwischen dem Ersten Weltkrieg und der Gründung neuer Staaten im osteuropäischen Raum zu erörtern.

Die von THOMAS BOHN (Gießen) gestellten Leitfragen nach der Widerspiegelung der Petrograder Doppelherrschaft im Lokalen, nach der Bedeutung der Spontanität im revolutionären Prozess und nach der Rolle der Dekolonisierung beim Auseinanderbrechen des Imperiums aufgreifend, fokussierte BIRTE KOHTZ in der Abschlussdiskussion auf den Faktor der politischen Autonomie und der rechtsfreien Räume an den Peripherien des ehemaligen Zarenreichs. Einigkeit herrschte darüber, dass sich die Erwartungen der kleinen Leute und die Interessen der politischen Akteure nicht unbedingt entsprachen. Vielmehr sorgte das allgemeine Chaos dafür, dass wichtige Entscheidungen ad hoc und jenseits jeglicher Konsensbildung getroffen wurden. Das betraf sowohl die Landfrage, als auch die Etablierung von Institutionen.

Grundsätzlich ist aber festzuhalten, dass es eine Reihe von Revolutionen mit Herausbildung lokaler Zentren gegeben hat, die unabhängig vom Zentralgeschehen ihre eigenen Spezifika besaßen und eigene Dynamiken entwickelten, bis heute jedoch nur äußerst spärlich erforscht sind. Die Tendenz der Verlagerung der Forschung auf die peripheren Räume des Russischen Reiches spiegelt die Perspektivänderung wider, wobei dem Geschehen in der Provinz eine größere Bedeutung als bisher beigemessen wird. Schließlich trägt eine neue Historikergeneration dazu bei, die alten sowjetischen Dogmen unter einem kritischen Blickwinkel zu betrachten und die geographischen Räume und Zeitabschnitte neu zu definieren.

Konferenzübersicht:

Welcome and Introduction
Thomas Bohn (Gießen) / Svetlana Malysheva (Kazan’): Revolution at the Imperial Centers – questions from a German/Russian perspective

Panel 1: Preconditions and Presumptions
Chair: Alla Salnikova (Kazan’)

Natalia Shlikhta (Kyiv), The 1917 Break and its Aftermath: A Ukrainian Perspective (2007-2017)

Pavel Tereshkovich (Minsk), Was Belarus’ ready for the revolution in 1917? The Economic Dimension in the Context of Eastern Europe

Vitaly Skalskyy (Kyiv), What is this „Ukrainian Revolution of 1917-1921?“

Commentator: Viacheslav Men’kovskii (Minsk)

Panel 2: Regional Alltag- and Mass Culture after 1917
Chair: Thomas Bohn (Gießen)

Svetlana Malysheva (Kazan’), The Formation of Soviet holiday culture between center and periphery

Andrej Czernakiewicz (Hrodna), The Temptation of Liberty: Two Models for the Sovietization of Grodno

Mark Berman (Gießen), Everyday Life in Soviet Minsk 1921-1928

Commentator: Bianka Pietrow-Ennker (Konstanz)

Panel 3: Revolution in the Polyethnic Empire: Ethnic and National Dimensions
Chair: Birte Kohtz (Moscow/Gießen)

Dimitri Tolkatsch (Freiburg), Revolution without Ideology and War without Frontlines – the Ukrainian Village, 1917-1921

Alla Ehrlich (Hannover), Diverging Timelines in respect to the Russian Revolution 1917-1921 and the Crimean Tatars

Iskander Gilyazov (Kazan’), Volga Tatars and the Russian Revolutions of 1917, Expectations and Realities

Commentator: Immo Rebitschek (Gießen)

Panel 4: Science and Scientific Culture in the Province after 1917
Chair: Svetlana Malysheva (Kazan’)

Alla Salnikova (Kazan’), New Goals, New Symbols, New Myths: Revolutionary changes at Provincial Universities

Birte Kohtz (Moscow/Gießen), To Discipline and Build up. Provincial Psychiatry and Central Power after 1917

Tobias Haberkorn (Gießen), Emancipation instead of Revolution. Local museums in the 1920s

Commentator: Roland Cvetkovski (Köln)

Concluding Discussion
Alla Salnikova (Kazan’) / Birte Kohtz (Moscow/Gießen): Revolutions on the Periphery – Insights from Belarus, Tatarstan and the Ukraine

Zitation
Tagungsbericht: Regional Revolution(s). 1917 and its Consequences in the Province, 09.11.2017 – 10.11.2017 Gießen, in: H-Soz-Kult, 09.12.2017, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-7436>.