Spies, Espionage and Secret Diplomacy in the Early Modern Period

Ort
Bayreuth
Veranstalter
Guido Braun, Universität Bonn; Susanne Lachenicht, Universität Bayreuth
Datum
05.10.2017 - 07.10.2017
Von
Johannes Frankow / Felicitas Kahle / Franca Reif, Kulturwissenschaftliche Fakultät, Abteilung Geschichte, Universität Bayreuth

Spionage und geheimdienstliches Wirken sind alltagsnahe Themen, die nicht zuletzt seit der NSA-Affäre im Jahre 2013 in den Fokus des öffentlichen Interesses rückten. Doch auch in einer historischen Retrospektive zeigt sich, dass das Ausspionieren von Feind wie Freund auf unterschiedlichen gesellschaftlichen Ebenen bereits in früheren Zeiten eine gängige Praxis darstellte. Gerade in der Frühen Neuzeit erwies sie sich, etwa im Hinblick auf geopolitisch-imperiale Entscheidungsprozesse, als wesentliches Element der bestehenden Informations- und Kommunikationssysteme. Im Zentrum der internationalen, dreisprachig abgehaltenen Tagung, die vom 5. bis 7. Oktober an der Universität Bayreuth stattfand, stand das Vorhaben, ausgewiesene Spezialistinnen und Spezialisten der Geschichte der Spionage und Geheimdiplomatie zusammenzuführen, um den wissenschaftlichen Austausch zu fördern und durch die Synthese der Expertise zu unterschiedlichen Themenkomplexen einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu erreichen. Das Ziel der Veranstalter SUSANNE LACHENICHT (Bayreuth) und GUIDO BRAUN (Bonn) bestand darin, die Rolle von Spionagetätigkeit und Geheimdiplomatie im Kontext der Entstehung beziehungsweise des Ausbaus der europäischen Imperien in Europa und Übersee unter einem vergleichenden Blickwinkel und unter Berücksichtigung internationaler Verflechtungen zu konkretisieren und damit einen Beitrag zu den Debatten im Bereich der Imperial History leisten zu können. Die Konferenz widmete sich demgemäß zentralen Fragekomplexen wie den Akteuren der Spionage, deren Rekrutierung, Kommunikationsstrukturen und transkulturellen Aspekten von Spionagesystemen. Ein spezifischer Fokus lag zudem auf der Frage nach der Herausbildung von „Kulturen der Spionage“, nach zwischenstaatlichen Gemeinsamkeiten und Unterschieden sowie nach reziproken Lernprozessen von Informations- und Kommunikationsapparaten anderer Staaten.

Den Mittelpunkt der ersten Sektion bildete die Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Netzwerkbildung im Kontext geheimdienstlicher Aktivitäten. LUCIEN BÉLY (Paris) betonte diesbezüglich die enge Verzahnung zwischen Diplomatie und Spionage, die sich sowohl im Hinblick auf das Tätigkeitsfeld und die Aufgaben, als auch auf das Personal zeige. Vor dem Hintergrund des Spanischen Erbfolgekrieges konstatierte er als Regelfall, dass ein Diplomat stets mit einer „Spionagezelle“ umgeben gewesen sei, deren Verschleierung eine wichtige Aufgabe geheimdienstlicher Tätigkeit dargestellt habe. Ein gesteigertes Interesse an der Ausbildung solcher hierarchischer, personenzentrierter Informationsnetzwerke bemerkte er insbesondere hinsichtlich der zeitgenössischen politischen und militärischen Konflikte, sodass er auch Militärs und Reisende als zentrale Akteure eines Informationsbeschaffungsnetzwerks ausmachte.

Eine Vertiefung der Thematik ermöglichte LEOPOLD AUER (Wien) am Beispiel des geheimen Informationsnetzwerks Prinz Eugens von Savoyen. Das im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts weit gespannte, ursprünglich auf militärische Erfordernisse zurückgehende Informationsnetz diente dem Prinzen als persönliches Instrument, das darüber hinaus nur dem habsburgischen Kaiser zur Verfügung stand. Die zumeist ohne spezifisches Ziel praktizierte Informationsgewinnung basierte vornehmlich auf persönlichen Kontakten, die hauptsächlich aus Bekannten aus dem militärischen beziehungsweise diplomatischen Bereich bestanden. Doch spielten partiell auch speziell angeheuerte Informanten eine Rolle, die die eigentliche „Spionagearbeit“ leisteten. Im Zusammenhang mit dem Lebensende des Prinzen zeigte Auer auch eine große Problematik personenzentrierter Netzstrukturen auf: ihre Fragilität. Aufgrund der eindimensionalen Ausrichtung auf Prinz Eugen ging mit dessen Tod eine weitgehende Auflösung einher beziehungsweise wurde eine Umstrukturierung notwendig, sodass dieses Ereignis eine Zäsur im Entwicklungsgang des Nachrichtengefüges markierte.

Auch FABRICE MICALLEF (Clichy-sous-Bois/Paris), der sich der Rekonstruktion von Spionagenetzwerken zur Zeit Heinrichs IV. von Frankreich widmete und insbesondere konfessionelle Aspekte als deren konstituierendes Element betonte, stellte mit diesen verbundene Probleme heraus. Die in den Fokus gestellten französischen Exilierten, vor allem katholische Glaubensflüchtlinge, erwiesen sich aufgrund ihrer Vernetzung untereinander vor dem Hintergrund antifranzösischer Spionage und französischer Gegenspionage für beide Parteien als gute Informanten. Im Rahmen dieser polyzentrisch und personengebunden organisierten Netzwerke gestaltete sich einerseits die Finanzierung als schwierig, andererseits drohte Gefahr durch potentielle Doppelagenten wie auch durch die gezielte Verbreitung falscher Informationen („intoxication“). In der Folge sei im frühneuzeitlichen Frankreich oder gar Europa eine regelrechte Obsession für Spionage auszumachen.

Wie bereits von Bély mit dem Schlagwort der „mathématisation du monde“ angedeutet bildeten Codierungsverfahren sowie Geheimsprachen auf dem Gebiet frühneuzeitlicher Spionage und Geheimdiplomatie wichtige Elemente. Diesem speziellen Bereich wandten sich CAMILLE DESENCLOS (Mulhouse) und BENEDEK LÁNG (Budapest) zu. Sie zeigten zwei Seiten derselben Medaille auf: Während der Kryptographie einerseits zentrale Bedeutung in der Informationssicherung zukomme, werfe sie andererseits zugleich ein Sicherheitsrisiko auf, da sie durch die Verschlüsselung selbst auf die geheime Information in Texten hinweise. Desenclos, die sich in diesem Zusammenhang auf die französische Diplomatie des 16. und der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts konzentrierte, erachtet Kryptographie als „Herzstück diplomatischen Arbeitens“. Sie stellte dabei zur Diskussion, ob diese Praxis in der Frühen Neuzeit auch als explizite Spionagetechnik betrachtet wurde und welcher Stellenwert ihr im Kontext der Geheimhaltung letztlich zukam. Láng fügte im Hinblick auf die Zweckmäßigkeit der Verschlüsselungspraktiken am Beispiel des frühneuzeitlichen Ungarn hinzu, dass die Entschlüsselung der Codierungssysteme häufig auf Sorglosigkeit oder Unfähigkeit bei der Codierung zurückzuführen sei sowie ferner von anderer Seite oft auf physische Methoden zur Informationsgewinnung anstelle der Dechiffrierung zurückgegriffen wurde.

Ein weiterer Fragenkomplex widmete sich der Untersuchung von Institutionalisierungsprozessen und der administrativen Organisation geheimdienstlicher Aktivitäten. MATTHIAS POHLIG (Münster) plädierte in diesem Kontext für die stärkere Konzentration auf übergreifende Strukturen statt einer Fokussierung auf Einzelpersonen. Am Beispiel des Postwesens als einer unverzichtbaren und gleichzeitig höchst verwundbaren Struktur der Informationsübermittlung vor dem Hintergrund des Spanischen Erbfolgekriegs illustrierte er, in welch hohem Maße die Anbindung von Spionage an bereits bestehende Strukturen der Kommunikation stattfand. In manchen Fällen könne die Post sogar unmittelbar als Spionageorganisation bezeichnet werden und sei insbesondere im Hinblick auf Interzeptionsspionage von großer Bedeutung gewesen. Ferner machte er im Bereich der Dechiffrierung infolge zunehmender Normierungen und Fixierungen auf bestimmte personelle Kreise („Familienunternehmen“) Entwicklungen zur Institutionalisierung aus.

Auch ALAIN HUGON (Caen) betonte die Bedeutung einer Anbindung an die Institution Post für den Informationsaustausch des spanischen Spionagesystems von der Mitte des 16. bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts. Er wies jedoch auch auf die Schwierigkeiten hin, welche durch die Entwicklung bürokratischer Strukturen entstanden: Aufgrund der der Ausdehnung des spanischen Herrschaftsgebiets geschuldeten territorialen Unterschiede im Postsystem und des Umstands, dass in Madrid mehrere „Protobehörden“ für die Weiterverarbeitung der Informationen zuständig waren, kam es zu einer massiven Verkomplizierung des Nachrichtenverkehrs. In Verbindung damit wertete er die seit Ende des 16. Jahrhunderts angestrengten Prozesse der Zentralisierung und Institutionalisierung des spanischen Spionagebetriebs als Versuch, das „empire mosaïque“ besser kontrollieren zu können.

Der Frage nach der administrativen und institutionellen Ebene von Spionage näherte sich auch EDWARD DETTMANN LOSS (Bologna) in seiner Untersuchung gesetzlicher Statute in Städten des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Italiens: Eine Institutionalisierung des geheimdienstlichen Geschäfts zeige sich in der Ausbildung des Amtes des Dominus spiarum, dessen Aufgaben in der Verwaltung, Organisation und Kontrolle der Spionageaktivitäten vom 14. bis ins 16. Jahrhundert bestanden und dessen Befugnisse insbesondere hinsichtlich der Überwachung ausländischer Personen und externer Vorkommnisse stetig erweitert wurden. Die Analyse dieser mächtigen Position ermögliche interessante Einblicke in die Mechanismen der Spionageadministration.

Einen zentralen Stellenwert nahmen die Akteure der Spionage und Geheimdiplomatie, insbesondere die Figur des Spions selbst ein. Während zum einen immer wieder auf bestimmte Personenkreise (Diplomaten, Militärs, Beamte etc.) und marginalisierte Gruppen (Prostituierte, Diener, Banditen etc.) verwiesen wurde, die eine besondere Nähe zur Spionage aufweisen konnten, verfolgten zum anderen zwei Tagungssektionen einen biographischen Zugang. Es erwies sich dabei als unerlässlich, den Begriff des Spions in den Fokus zu rücken und die Wahrnehmung des Spionagegeschäfts durch die Zeitgenossen einzubeziehen: Hierzu wurde angemerkt, dass diese zwischen zwei Polen oszillierte, einerseits dem Idealbild einer monde de seigneurs, die Zugang zum herrschaftlichen Arkanwissen besaß, und andererseits dem negativen Bild eines plus vile métier.

INDRAVATI FÉLICITÉ (Paris) stellte mit der Person Johann Albrecht von Mandelslohs ein Beispiel für erstgenannte Kategorie vor: Von seinen Zeitgenossen als „véritable gentilhomme“ betrachtet, verfügte er über sämtliche für seine Zeit geltenden positiven Charaktereigenschaften samt adliger Standeszugehörigkeit. Félicité zufolge lässt er sich als sichtbarer Spion beschreiben, der sich durch seine Fähigkeiten, Handlungsweisen und Kenntnisse für den Einsatz als Spion ausweisen wollte, sein Stand ihm zugleich aber auch die öffentliche Ausübung seiner Kompetenzen ermöglichte. Die ständische Differenzierung konnte somit Auswirkungen auf die Sicht, das Ansehen und die Behandlung von Spionen haben. SERGE BRUNET (Montpellier) stellte in seiner Beschäftigung mit dem Diplomaten Francès de Álava methodologische Überlegungen zum Umgang mit frühneuzeitlichen Informationssystemen und Geheimdienststrukturen an und unterstrich dabei, dass von keiner klaren funktionalen Differenzierung der Tätigkeiten von Spionen, Diplomaten und spezifisch bevollmächtigten Gesandten, sondern vielmehr von fließenden Übergängen auszugehen sei.

Einen ebenfalls akteurszentrierten Zugang verfolgte STÉPHANE GENÊT (Tours/Paris), der sich explizit mit der Spionagetätigkeit als möglichem Berufsbild in der Frühen Neuzeit auseinandersetzte. Durch die Nachzeichnung der Laufbahn zweier Spione des 18. Jahrhunderts, Simon Louvrier und Johann Kaspar von Thurriegel, verdeutlichte er, dass es zum einen durchaus Fälle langjähriger, professioneller Spionageaktivität geben konnte, obwohl Spione im Regelfall nur für bestimmte Operationen engagiert wurden. Zum anderen demonstrierte er, dass durch solche biographischen Exempla Einblicke in Organisationsmechanismen und Funktionsstrukturen der Spionagesysteme gewonnen werden können.

ALBERTO MARIANO RODRÍGUEZ MARTINEZ (Sevilla) und VALENTINA OLDRATI (Madrid) erweiterten die Diskussion um neue Akzente, indem sie auf die Bedeutung privater Netzwerke für diplomatische Beziehungen und Verhandlungen eingingen. Rodríguez Martinez machte vor dem Hintergrund der spanisch-niederländischen Beziehungen im Laufe des 17. Jahrhunderts deutlich, welche Rolle lokale Eliten und deren persönliche Verbindungen auch im Kriegsfall über die Grenzen der Herrschaftsgebiete hinaus hinsichtlich Informationsgewinnung und Geheimverhandlungen spielen und welche Vorteile aus diesen privaten Netzwerken für die diplomatischen Verhandlungen erwachsen konnten. Oldrati dagegen untersuchte transimperiale Familiennetzwerke. Sie führte am Beispiel mehrerer Renegaten im Osmanischen Reich und deren jeweiligen christlichen Familien im Habsburgerreich beziehungsweise in Neapel-Sizilien aus, inwiefern sich Blutsverwandtschaften für die Knüpfung erster Kontakte als wichtig erweisen konnten: speziell mit Blick auf imperiale Grenzen überbrückende Handelskontakte, aber auch auf Informationsbeschaffung über den politischen und religiösen Gegner. So sah sie die zentrale Funktion der Renegaten darin, grenzüberschreitende Kommunikationskanäle zu etablieren, zu konsolidieren und, im Ernstfall einer kriegerischen Konfrontation, offenzuhalten.

Zuletzt wurde der Fokus nochmals explizit auf spezielle Aspekte der Motivierung und Zweckorientierung von Spionageaktivitäten gelegt. MAREN WALTER (Madison/Bonn) widmete sich dabei den bislang noch wenig erforschten Spionagepraktiken innerhalb des Heiligen Römischen Reiches im Kontext der Westfälischen Friedensverhandlungen. Im Zentrum ihrer Ausführungen stand dabei Graf Johann Weikhard von Auersberg, der bei den geheimdiplomatischen Operationen der kaiserlichen Delegation eine Schlüsselfigur darstellte. Zwar war seine politisch-diplomatische Mission auf dem Friedenskongress von wenig Erfolg gekrönt, jedoch erwies sich seine Tätigkeit als honourable spy für ihn als Karrieresprungbrett zu höheren Ämtern in kaiserlichen Diensten.

In der Auseinandersetzung mit der Person von Sir Benjamin Thompson, Reichsgraf Rumford, stellte CHRISTOPHER HODSON (Provo/Springville) einen Modellfall dafür vor, dass Spionageakteure nicht notwendigerweise an einen nationalen Rahmen gebunden sein mussten. Dieser „information mercenary“, wie ihn Hodson angesichts seines Einsatzes als Spion im Dienste verschiedener Machthaber sowohl in Nordamerika als auch in Europa charakterisierte, nutzte seine Fähigkeiten und Kontakte unter anderem zur Erfüllung persönlicher Ziele.

Ein bislang nicht behandeltes Spionageelement thematisierte schließlich SEBASTIAN BECKER (Mainz): Er konstatierte, dass Wirtschaftsspionage einen wichtigen Bestandteil frühneuzeitlichen Herrscherhandelns darstellte. Spätestens seit dem 16. Jahrhundert sei technisches Wissen zu einer Herrschaftsressource geworden, die zunehmend auch zum Zwecke höfischer Repräsentation und Wettbewerbsfähigkeit relevant wurde. So entwickelten sich Technologie- und Wissenstransfer, aber auch entsprechende Spionageoperationen über Herrschaftsgrenzen hinweg zu wesentlichen Komponenten politischer Machtausübung. Trotz geglückter Spionageunternehmungen musste jedoch keineswegs eine erfolgreiche Anwendung des transferierten Wissens erfolgen, da häufig weitere, mitunter nicht reproduzierbare Faktoren und eine Anpassung an lokale Gegebenheiten ausschlaggebend waren. Abschließend resümierte WOLFGANG REINHARD in seinem Schlusskommentar Hauptergebnisse und weitergehende Forschungsdesiderate im Hinblick auf die Kategorien „Wissen“, „Akteure“, „Strukturen und Konjunkturen“ sowie „verwandte Phänomene mit gleitenden Übergängen zur Spionage“ wie Pressewesen, wissenschaftliches Reisen und Untertanenkontrolle.

In ihrer Gesamtheit konnte die Tagung dem Anspruch, die Rolle von Spionen, Spionage und Geheimdiplomatie im Kontext der Herausbildung, Expansion und Transformierung der europäischen Imperien beziehungsweise Nationen in einer vergleichenden und verschränkenden Perspektive näher zu beleuchten, in vielerlei Hinsicht gerecht werden: Durch die qualifizierten Forschungsbeiträge und die anregenden Diskussionen auf stets hohem reflexivem Niveau konnte der aktuelle Stand der internationalen Forschung zum Thema abgebildet werden. Auch wurde es möglich, übergreifende Linien europäischer Spionagekultur herauszuarbeiten und diachron wie synchron über die Frühe Neuzeit hinweg zu verfolgen – vom zwiespältigen Ruf des Spions als Honourable Spy/Gentilhomme beziehungsweise ehrlosem Gesellen über die Bedeutung von Personennetzwerken für die Spionagetätigkeit bis hin zu einer zunehmenden, wenngleich regional sehr unterschiedlich erfolgten Institutionalisierung von Spionage. Die Vielfalt der aufgeworfenen Fragen und das große Spektrum an Aspekten, die in den Fokus der Betrachtung gerückt wurden, implizieren, dass eine weiterführende Auseinandersetzung mit der Thematik der frühneuzeitlichen Spionage in verschiedene Richtungen möglich ist und zudem verspricht, an diverse Diskurse – beispielsweise im Zuge der Imperial History – Anschluss zu finden.

Konferenzübersicht:

Einführung/Introduction: Susanne Lachenicht (Bayreuth)/Guido Braun (Bonn)

1. Sektion: Networks of Information
Chair: Wolfgang Krieger (Marburg)

Lucien Bély (Paris): Le système d’espionnage de la France pendant la guerre de succession d’Espagne
Leopold Auer (Wien): Das geheime Informationsnetzwerk Prinz Eugens
Fabrice Micallef (Clichy-sous-Bois/Paris): Les serviteurs d’Henri IV et la surveillance des anciens ligueurs. Un défi en matière d’espionnage et de contre-espionnage (1598-1610)

2. Sektion: The Languages of Espionage
Chair: Martin Ott (Bayreuth)

Camille Desenclos (Mulhouse): Écrire le secret quotidien. Pratiques de la cryptographie au sein de la diplomatie française (XVIe-XVIIe siècles)
Benedek Láng (Budapest): Codebreaking and Secret Diplomacy in Early Modern Hungary and Austria

3. Sektion: Administrating Espionage
Chair: Wolfgang Reinhard (Freiburg)

Matthias Pohlig (Münster): „Le maître de cette poste est notre plus grand ennemi”: Post und Spionage im Spanischen Erbfolgekrieg
Edward Dettmann Loss (Bologna): Dominus spiarum: The Development of a Magistrate Responsible for Selecting Spies in Legal Documents of Late Medieval and Early Modern Italy (14th to 16th centuries)
Alain Hugon (Caen): La diplomatie et le secret: une affaire d’État? La monarchie catholique espagnole et l’intelligence souterraine (milieu XVIe – milieu XVIIe s.)

4. Sektion: Biographies dʼespionage I
Chair: Lucien Bély (Paris)

Indravati Félicité (Paris): Espion, diplomate ou voyageur? La participation du gentilhomme Johann Albrecht von Mandelsloh à l'ambassade du duc de Gottorp en Moscovie et en Perse (années 1630)
Serge Brunet (Montpellier): Ambassadeur, plénipotentiaire, espion: le triptyque informatif du Roi Catholique au temps de Francès de Álava, dans la France des guerres de Religion (1564-1586)
Stéphane Genêt (Tours/Paris): Espion: un métier? Deux parcours d’espions professionnels au XVIIIe siècle

5. Sektion: Biographies dʼespionage II
Chair: Benedek Láng (Budapest)

Alberto Mariano Rodriguez Martinez (Sevilla): Spies, Informers and Negotiators: Manuel Sueyro and the Spanish Diplomacy towards the Dutch Republic during the Twelve Years Truce
Valentina Oldrati (Madrid): Blood Ties and Cross-Religious Diplomacies. The Cicala Brothers’ Case (1590-1601)

6. Sektion: Making use of Espionage
Chair: Susanne Lachenicht (Bayreuth)/Guido Braun (Bonn)

Maren Walter (Madison/Bonn): Imperial Diplomats as “Honorable Spies” at the Peace Congress of Westphalia 1643–1648. Analysis and evaluation of secret information as part of the decision-making procedure
Christopher Hodson (Provo/Springville): The Rumford Files: Espionage, Reputation, and Friendship in the Age of Revolution
Sebastian Becker (Mainz): Wirtschafts- und Technikspionage in der Vormoderne

Schlussdiskussion/Conclusions
Chair: Susanne Lachenicht (Bayreuth)/Guido Braun (Bonn)
Comment: Wolfgang Reinhard (Freiburg)

Zitation
Tagungsbericht: Spies, Espionage and Secret Diplomacy in the Early Modern Period, 05.10.2017 – 07.10.2017 Bayreuth, in: H-Soz-Kult, 21.12.2017, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-7475>.
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Veröffentlicht am
21.12.2017
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