Perspektiven des Bergbauerbes im Museum: Vernetzung, Digitalisierung, Forschung

Ort
Bochum
Veranstalter
Michael Farrenkopf, Montanhistorisches Dokumentationszentrum am Deutschen Bergbau-Museum Bochum
Datum
16.11.2017 - 18.11.2017
Von
Anna-Magdalena Heide, Sammlung und Dokumentation / montan.dok, Deutsches Bergbau-Museum Bochum

Ende 2018 läuft der deutsche Steinkohlenbergbau endgültig aus. Nicht nur das Deutsche Bergbau-Museum Bochum (DBM) als „Gedächtnis des deutschen Steinkohlenbergbaus“, sondern auch zahlreiche Einrichtungen mit bergbaulichen (Teil-)Sammlungen hätten sich deshalb mit der Frage auseinanderzusetzen, wie mit dem Erbe dieses Industriezweiges perspektivisch umzugehen sei, führte STEFAN BRÜGGERHOFF (Bochum) einleitend aus. Um sich dieser Aufgabe zu stellen, startete 2014 das Projekt „Getrenntes Bewahren – Gemeinsame Verantwortung“ (GBGV) im Montanhistorischen Dokumentationszentrum (montan.dok) am DBM. Das Projektteam erfasste bis Anfang 2017 die musealen Sammlungen zum Steinkohlenbergbau in der Bundesrepublik, entwickelte neue Standards in der Objektdokumentation und arbeitete am Aufbau eines Internetprotals, um die Projektergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Anlass der Tagung war deshalb zum einen die Bilanzierung des Projektes, welches BERNHARD GRAF (Berlin) durch die fruchtbare Verbindung analoger und digitaler Sammlungsstrukturen sehr begrüßte. Zum anderen wurde gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Museums- und Forschungslandschaft über die Perspektiven von Vernetzung, Digitalisierung und Forschung in Hinblick auf das materielle Erbe des Steinkohlenbergbaus diskutiert.

Ausgangspunkt der Tagung war die Standortbestimmung bergbaulicher Sammlungen in Deutschland sowie die Vorstellung des oben genannten Projektes. MICHAEL FARRENKOPF (Bochum) skizzierte die Genese der Objektsammlungen am DBM und ordnete diese in die gesellschafts-, wirtschafts- und wissenschaftspolitischen Kontexte ein. Sich für das Sammeln im Verbund aussprechend, leitete er aus seiner Analyse Sammlungsschwerpunkte für das montan.dok ab und betonte, dass neben dem Forschen, Pflegen und Vermitteln zukünftig auch die Vernetzung mit anderen bergbaulichen Sammlungen eine stärkere Rolle spielen werde.

Den Vernetzungsgedanken nahm STEFAN SIEMER (Bochum) in seiner Präsentation auf. Er umriss die Geschichte der Bergbaumuseen von den Ursprüngen bis zur Gegenwart und stellte anschließend die Ergebnisse der im GBGV-Projekt durchgeführten Umfrage vor. Von den 131 adressierten Steinkohlenbergbau-Sammlungen in Deutschland meldeten sich knapp 70 Prozent zurück. Auf dieser Grundlage arbeitete Siemer heraus, dass es in allen Einrichtungen einen hohen Grad nicht verzeichneter Objekte gebe. Um das Bergbauerbe vor allem auch in den mehrheitlich kleineren Erinnerungssammlungen in privater Trägerschaft zu sichern, hob er die nötige Bereitstellung von Wissen zum Erfassen und Dokumentieren musealer Objekte heraus.

Dass auch große Häuser mit der Objektdokumentation an ihre Grenzen stoßen, zeigte MICHAEL GANZELEWSKI (Bochum), der einen kritisch reflektierenden Blick auf die Verzeichnungsarbeit am DBM warf. Neben sehr unterschiedlich gepflegten Sammlungsgebieten und einer fehlenden Sammlungstypologie gebe es auch im DBM einen deutlichen Verzeichnungsrückstau. Dieser sei im Alltagsgeschäft kaum aufzufangen. Lediglich drittmittelgeförderte Projekte hätten das systematische Verzeichnen in der Vergangenheit ermöglicht, was erneut belege, dass eine Ertüchtigung der Forschungsinfrastruktur umso dringlicher sei.

Einen detaillierteren Blick auf die Entwicklung der Sammlungssystematik im DBM präsentierte CLAUS WERNER (Bochum). Im Anschluss stellte er die Arbeit an der Sammlungsklassifikation und dem Objektnamenthesaurus zur Bergbautechnik vor. Neben der Optimierung der eigenen Dokumentation sollen die entwickelten Instrumente auch für kleinere Einrichtungen anschlussfähig sein, um eine Vernetzung und Vergleichbarkeit von Sammlungsinhalten zu erleichtern.

STEFAN PRZIGODA (Bochum) konstatierte, dass es bisher keine Möglichkeit gegeben habe, bundesweit systematisch nach bergbaulichen Objekten zu recherchieren. In Kooperation mit dem FIZ Karlsruhe wurde deshalb ein Webportal entwickelt, das einen fachspezifischen Einstieg in ein dezentrales Sammlungsnetzwerk ermögliche. Während die Aspekte von Information und Recherche derzeit im Vordergrund stünden, sollen über die Website perspektivisch eine breitere Öffentlichkeit erreicht sowie das Beratungsangebot des montan.dok zum Thema Bergbau transparenter werden.

In einer abschließenden Podiumsdiskussion, moderiert von WIEBKE BÜSCH (Bochum), setzten sich BÄRBEL BERGERHOFF-WODOPIA (Essen), FRANZ-JOSEF BRÜGGEMEIER (Freiburg) und MICHAEL FARRENKOPF (Bochum) aus unternehmerischen und wissenschaftlichen Perspektiven mit Fragen zeitgemäßer Wissenschaftskommunikation auseinander. Dabei sah insbesondere Farrenkopf in der Verknüpfung analoger und digitaler Strukturen die Chance, Projekte mit innovativen Forschungsfragen anzustoßen.

Die Ausführungen Siemers komplementierend, stellte THOMAS SCHÜRMANN (Münster) die Ergebnisse einer statistischen Erhebung der Volkskundlichen Kommission für Westfalen vor und leitete damit den zweiten Themenblock ein. Georessourcen unabhängig erfasste Schürmann für den deutschsprachigen Raum 222 Bergbaumuseen und Schaubergwerke. Die Heterogenität bergbaulicher Sammlungskonzepte allein für den Steinkohlenbergbau zeigte sich in den anschließenden Präsentationen.

ANDREAS GUNDELWEIN (München) führte aus, dass das Deutsche Museum – im Gegensatz zum landläufigen Eindruck – über keine umfangreiche bergbauliche Sammlung verfüge, sondern vor allem mit originalgetreuen Nachbauten und Inszenierungen mit Originalteilen arbeite. Da sich dieser Ansatz in der Vergangenheit nicht nachteilig auf die Besucherzahlen ausgewirkt habe, werde man bei der Überarbeitung der bergbaulichen Ausstellung auch zukünftig auf das bewährte Prinzip setzen.

DAGMAR KIFT und OLGE DOMMER (Dortmund) stellten die im Schwerpunkt sozial- und kulturgeschichtlichen Sammlungen des Westfälischen Landesmuseums für Industriekultur vor. Neben dem verdinglichten Erbe widmet sich das Landesmuseum aber auch der ephemeren Seite der Industriekultur, indem beispielsweise versucht werde, Geräusche der Industriekultur für die Nachwelt festzuhalten. In Hinblick auf den Dokumentations- und Restaurationsstau werde im LWL-Industriemuseum zukünftig weniger, dafür aber gezielter gesammelt, was eine sammlungsübergreifende Kooperation mit anderen Einrichtungen umso sinnvoller mache.

Ein Beispiel für den bereits vollzogenen Strukturwandel und den Umgang mit dem montanhistorischen Erbe nach der Abwicklung des Bergbaus in der DDR lieferte JAN FÄRBER (Oelsnitz). In den denkmalgeschützten Gebäuden des Kaiserin-Augusta-Schachtes errichtet, verfügt das Bergbaumuseum Oelsnitz im Erzgebirge heute über in-situ Großexponate. Neben den bergbaulichen Sammlungen werden zudem Objekte der Nachfolgeindustrie gesammelt. Die Dokumentationsarbeit versuche man mit ehrenamtlicher Unterstützung zu meistern.

Im Anschluss an die Vorstellung von Bergbausammlungen an öffentlichen Museen stellten MANFRED REIS (Kamp-Lintfort), WOLFGANG IMBSWEILER (Bexbach), CHRISTIAN ISRAËL (Ibbenbüren) und MARTIN GERNHARDT (Gelsenkirchen) Vereinssammlungen aus unterschiedlichen Revieren vor. Deutlich wurde dabei zum einen, wie zersplittert und heterogen die bergbaulichen Überlieferungen sind. Zum anderen legten die Vortragenden dar, mit welchen finanziellen, rechtlichen, dokumentarischen und nachwuchsrelevanten Herausforderungen sie sich auseinanderzusetzen haben. In der anschließenden Diskussion zeichnete sich allerdings auch ab, dass Vereinssammlungen, die durch Netzwerke und Kooperationen fester Bestandteil des Kulturlebens ihrer Standorte geworden sind, optimistisch in die Zukunft blicken. Sich stärker zu vernetzten, ist deshalb als die zentralste Aufgabe festgehalten worden.

Der dritte Themenblock widmete sich einzelnen Aspekten der Objektmaterialität. KORNELIUS GÖTZ (Meitingen) zeigte an Bergbau-Großobjekten, welche Herausforderungen für Restauratoren bestehen. Er strich heraus, dass im Vorfeld der Maßnahmen das Restaurationsziel zu bestimmen sei. Dabei handele es sich allerdings um einen sozialen Aushandlungsprozess, weshalb es eine handbuchartige Definition vom „richtigen“ Umgang mit Objekten nicht geben könne. Ob beispielsweise der Gebrauchszustand, ästhetische Aspekte oder die Vollständigkeit einer historischen Quelle im Vordergrund stünden, liege im Ermessen der Interessenvertreter und stelle lediglich ein vorläufiges Restaurationsziel dar.

ELENA GÓMEZ SÁNCHEZ (Bochum) konzentrierte sich auf die konservatorischen Aspekte von Kunststoff. An verschiedenen Sammlungsbeispielen demonstrierte sie die Degenerierungserscheinungen dieser Polymere. Im Rahmen eines materialkundlichen Forschungsprojektes versucht sie derzeit zu ergründen, welche Ursachen es für den Verfall gibt, wie dieser Prozess abläuft und welche Möglichkeiten der Materialstabilisierung sich daraus ableiten lassen. Um auf dem Gebiet der Kunststoffkonservierung Fortschritte zu erzielen, sprach sich Gómez Sánchez in der Diskussion für die Aufbewahrung auch nicht mehr ausstellbarer Objekte aus. Hans-Peter Hahn regte in Hinblick auf Konservierungsfragen einen Perspektivwechsel an. Er sprach von der „Ethik“ bzw. dem „Eigensinn der Objekte“ und stellte zur Diskussion, ob ein „Vergehenlassen“ des Objektes als Teil der Objektbiografie nicht auch eine Form des Umgangs mit dem materiellen Erbe sein könne.

Der vierte Themenblock widmete sich Aspekten von Vernetzung und Digitalisierung. Dass eine Online-Präsenz von Kultureinrichtungen notwendig ist, sei laut FRANK VON HAGEL (Berlin) mittlerweile unumstritten. Das Präsentsein allein reiche allerdings nicht aus, stattdessen müsse man „mit dem Netz arbeiten“. Ausgehend von einer fundierten Sammlungsdokumentation, die den Objektwert steigere, zeigte von Hagel Möglichkeiten der Sichtbarmachung und Vernetzung im Netz auf.

GEORG HOHMANN (München) vertiefte diesen Aspekt, indem er die technischen und theoretischen Voraussetzungen einer digitalen Vernetzung von Sammlungen aufzeigte. Er präsentierte verschiedene Methoden und Konzepte für die Normierung von Daten und führte aus, dass Museen durch die Arbeit mit dem Datenformat Lightweight Information Describing Objects (LIDO) die Chance hätten, über die Bereitstellung von Linked Open Data aktiv am Semantic Web mitzuarbeiten.

PEDRO SANTOS (Darmstadt) präsentierte mobile 3D-Scansysteme und zeigte Möglichkeiten der Objektpräsentation auf. Kritisch hinterfragt wurde, ob die Faszination für die 3D-Bilder nicht zur Abwertung der Originalobjekte führe. Santos geht davon aus, dass eine umfassende 3D-Digitalisierung allein durch den Kostenfaktor kaum zu erwarten sei. Er sieht das Potential seiner Arbeit vor allem darin, den Handlungsspielrahmen bei der Objektpräsentation zu erweitern. Mit 3D-Präsentationen sei es künftig möglich, Objekte zu zeigen, die aufgrund ihrer Größe nicht in Museen ausgestellt werden können. Auch ließen sich in 3D Zusammenhänge visualisieren, die sich wegen des Objektschutzes beispielsweise am Original nicht verdeutlichen ließen.

Der fünfte und letzte thematische Block konzentrierte sich auf die historische Objektforschung. JOCHEN HENNIG (Berlin) stellte mit dem Konzept eines „Objektlabors“ die sich entwickelnde Forschungsinfrastruktur der dezentral aufbewahrten Sammlungen der Humboldt-Universität vor. Das universitätsinterne Labor solle zentrale Servicefunktionen erfüllen, darüber hinaus aber auch sammlungsübergreifende Forschungsprojekte sowie die Lehre an Objekten weiterentwickeln. Die Forschungsergebnisse sollen im angeschlossenen Tieranatomischen Theater durch Kooperationen beispielsweise mit Künstlern/Künstlerinnen und Aktivisten/Aktivistinnen einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden. Wolle man den Laborbegriff produktiv nutzen, müsse man zukünftig aber auch Misserfolge in der Forschung nach außen kommunizieren, also zu einer „Kultur des produktiven Scheiterns“ finden.

HELMUT MAIER (Bochum) zeichnete die grobe Entwicklung der Material Culture Studies in der Technikgeschichte nach und identifizierte die Wahrnehmung, den Umgang und die Bedeutung materieller Kultur als zentrale Diskursfelder in kulturhistorischen Studien. Die eigentliche Erforschung des Werkstoffes hingegen finde zu wenig Berücksichtigung. Am Beispiel der Ersatzstoff-Politik im Dritten Reich argumentierte Maier, dass im Rahmen der historischen Werkstoff-Forschung eine Verbindung naturwissenschaftlicher Fakten mit den Kenntnissen und Methoden der Geistes- und Sozialwissenschaften notwendig sei. Nur so ließen sich beispielsweise historische Fragen, im genannten Fall also nach dem Scheitern oder dem Erfolg einer wirtschaftspolitischen Strategie, beantworten.

Ein weiteres Beispiel für interdisziplinäres Arbeiten lieferte STEFAN SCHULZ (Bochum). An der Objektbiografie eines Bluttransfusionsgeräts aus Kunstbernstein und der Vorstellung von Forschungs- und Ausstellungsprojekten verdeutlichte er, welche Querverbindungen es zwischen medizinhistorischen und bergbaulichen Sammlungen gibt, welche neuen Perspektiven sich in einer interdisziplinären Auseinandersetzung und welche Formen der Kooperation sich daraus ergeben können.

Von der Ebene der Materialität abrückend und sich wieder stärker der Bedeutungsebene zuwendend, leitete HANS-PETER HAHN (Frankfurt) das letzte Panel der Tagung ein. Hahn thematisierte die Mehrdeutig- und Vielschichtigkeit von Objekten, die eine eindeutige Lesart oft nicht zuließen. Die Bedeutungsoffenheit der Objekte sei allerdings kein Mangel. Anstatt durch problematische Zuschreibungen eine museale Stabilisierung der Objektbedeutung zu bewirken, plädierte Hahn dafür, sich die Dinge „auf Distanz zu halten“. Auf diese Weise würde die Wandelbarkeit von Narrativen, die sich durchaus widersprechen könnten, sichtbar. Nutzen ließe sich dies auch für Ausstellungen mit objektbasierten Geschichten, um zu verdeutlichen, wie Objektbedeutsamkeit und -authentizität sozial ausgehandelt und erzeugt werden.

ACHIM SAUPE (Potsdam) verwies auf die Konjunktur des Authentizitätsbegriffs. Anhand von Beispielen aus dem Ruhrgebiet demonstrierte er die drei Dimensionen von Authentizität: Individuen, Dinge und Orte. Dabei arbeitete er heraus, dass Authentizität den Dingen weder inhärent, noch allein eine subjektive Zuschreibung einzelner sei. Vielmehr handele es sich um eine Eigenschaft, die sich aus der Interaktion der Menschen mit den Dingen ergebe, also kontextspezifisch durch Praktiken des Authentifizierens, Authentisierens und Autorisierens ausgehandelt werde.

Den Abschluss der Tagung bildete der Vortrag von ANDREAS LUDWIG (Potsdam), der am Beispiel der „Musealisierung der Erinnerungslandschaft DDR“ einen kritischen Blick auf das Konzept der Erinnerungslandschaften warf und abschließend die Unterschiede der Musealisierung in der BRD und DDR umriss.

In seiner Zusammenfassung der Tagung hielt TORSTEN MEYER (Bochum) fest, dass die musealen Einrichtungen sowohl in öffentlicher als auch privater Trägerschaft unterschiedliche Bergbaunarrative verfolgten, was sich in heterogenen Sammlungen niederschlage. Perspektivisch wäre deshalb neben einer stärkeren Vernetzung auf persönlicher Ebene auch eine digitale Vernetzung sinnvoll. In Hinblick auf die Digitalisierung zeichne sich hingegen ein epistemologisches Spannungsfeld ab. Rückten die einen die Erkenntnisgewinne für die historische Objektforschung durch Digitalisierungen in den Vordergrund, befürchteten andere eine „Entwertung“ nichtdigitalisierter Objekte sowie einen damit einhergehenden Informationsverlust. Für die Forschung hielt Meyer die Vielschichtigkeit materieller Kultur fest und unterstrich die Notwendigkeit interdisziplinärer Zusammenarbeit.

Das Charakteristische der Tagung war ein vielseitiges Programm, das vor allem Impulse für die Optimierung und Vernetzung analoger und digitaler Forschungsinfrastrukturen gab. Resümierend bleibt dabei festzuhalten, dass die historische Zäsur mit dem Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus, trotz aller Herausforderungen, für Kultur- und Forschungseinrichtungen Chancen birgt, Projekte anzustoßen und Forschungsfragen zu entwickeln, die in der Vergangenheit außerhalb des Denkbaren lagen.

Konferenzübersicht:

Begrüßung

Stefan Brüggerhoff (Deutsches Bergbau Museum Bochum)
Bernhard Graf (Institut für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Berlin)

Panel I: Das Projekt „Getrenntes Bewahren – Gemeinsame Verantwortung“ (GBGV)
Moderation: Stefan Brüggerhoff (Deutsches Bergbau-Museum Bochum)

Michael Farrenkopf (montan.dok / Deutsches Bergbau-Museum Bochum): Das materielle Kulturerbe des Steinkohlenbergbaus – Strategien aus der Sicht des Deutschen Bergbau-Museums Bochum
Stefan Siemer (montan.dok / Deutsches Bergbau-Museum Bochum): Die Erfassung der Vielfalt. Museen und Sammlungen zum Steinkohlenbergbau in Deutschland

Panel II: Die Erschließung des Bergbauerbes im Projekt „Getrenntes Bewahren – Gemeinsame Verantwortung“ (GBGV)
Moderation: Michael Farrenkopf (montan.dok / Deutsches Bergbau-Museum Bochum)

Michael Ganzelewski (montan.dok / Deutsches Bergbau-Museum Bochum): Die Musealen Sammlungen im Montanhistorischen Dokumentationszentrum: Entwicklung und Perspektiven
Claus Werner (montan.dok / Deutsches Bergbau-Museum Bochum): Sammlungsklassifikation und Objektnamenthesaurus zur Bergbautechnik am DBM
Stefan Przigoda (montan.dok / Deutsches Bergbau-Museum Bochum): Ein Webportal für das materielle Kulturerbe des Steinkohlenbergbaus – Die Entwicklung von www.bergbau-sammlungen.de

Podiumsdiskussion
Moderation: Wiebke Büsch (Deutsches Bergbau-Museum Bochum)

Bärbel Bergerhoff-Wodopia (RAG-Stiftung, Essen)
Franz-Josef Brüggemeier (Lehrstuhl für Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg)
Michael Farrenkopf (montan.dok / Deutsches Bergbau-Museum Bochum)

Panel III: Bergbausammlungen an öffentlichen Museen
Moderation: Heinrich Theodor Grütter (Ruhr Museum, Essen)

Thomas Schürmann (Volkskundliche Kommission für Westfalen, Münster): Sammeln in Bergbaumuseen und Schaubergwerken
Andreas Gundelwein (Deutsches Museum, München): Die bergbauliche Sammlung im Deutschen Museum
Dagmar Kift / Olge Dommer (LWL-Industriemuseum, Dortmund): Bergbau sammeln im LWL-Industriemuseum
Jan Färber (Bergbaumuseum Oelsnitz / Erzgebirge): Das Sächsische Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge und seine Sammlungen

Panel IV: Perspektiven von Vereins-Sammlungen
Moderation: Walter Hauser (LVR-Industriemuseum, Oberhausen)

Manfred Reis (Fördergemeinschaft für Bergmannstradition linker Niederrhein Kamp-Lintfort e. V., Kamp-Lintfort): Die Fördergemeinschaft für Bergmannstradition linker Niederrhein in Kamp-Lintfort
Wolfgang Imbsweiler (Saarländisches Bergbaumuseum, Bexbach): Das Saarländische Bergbaumuseum Bexbach mit Untertageanlage
Christian Israël (Bergbaumuseum Ibbenbüren) / Thomas Schürmann (Volkskundliche Kommission für Westfalen): Das Bergbaumuseum Ibbenbüren
Martin Gernhardt (Initiativkreis Bergwerk Consolidation e. V., Gelsenkirchen): Bergbaudinosaurier und Aktenberg. Der Initiativkreis Bergwerk Consol

Panel V: Konservierung und Restaurierung des Bergbauerbes – Herausforderungen und Chancen
Moderation: Norbert Tempel (LWL-Industriemuseum, Dortmund)

Kornelius Götz (Büro für Restaurierungsberatung Götz-Lindlar GbR, Meitingen): „Vor der Hacke ist es duster!“ Zur Konservierung von Bergbau-Objekten
Elena Gómez Sánchez (Deutsches Bergbau-Museum Bochum): Materialanalyse und Konservierung von Industrie-Kulturerbe: Risiken und Chancen des Materials Kunststoff in Museen

Panel VI: Vernetzung und Digitalisierung von musealen Sammlungen
Moderation: Jörg Zaun (Technische Universität Dresden)

Frank von Hagel (Institut für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Berlin): Vernetzt im Netz. Wohin mit den „eigenen“ Objektdaten?
Georg Hohmann (Deutsches Museum, München): Form folgt Funktion: Methoden und Instrumente zur Vernetzung von Daten des kulturellen und technischen Erbes
Pedro Santos (Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung, Darmstadt): Autonome 3D-Scansysteme – Lösungen zur 3D-Digitalisierung großer Sammlungen

Panel VII: Forschung an historischen Objekten – Material Culture
Moderation: Stefan Siemer (montan.dok / Deutsches Bergbau-Museum Bochum)

Jochen Hennig (Humboldt-Universität zu Berlin): Gestaltung von Infrastrukturen: Zum Konzept eines Objektlabors für die Sammlungen der Humboldt-Universität zu Berlin
Helmut Maier (Ruhr-Universität Bochum): Bergbauerbe als Teil einer historischen Werkstoff-Forschung
Stefan Schulz (Medizinhistorische Sammlung der Ruhr-Universität Bochum): Ein Bluttransfusionsgerät aus Kunstbernstein und das Netzwerk ‚Bergbau‘-Forschung an Bergbau-Objekten

Panel VIII: Forschung an historischen Objekten – Authentizität und Erinnerungskultur
Moderation: Dagmar Kift (LWL-Industriemuseum, Dortmund)

Hans-Peter Hahn (Goethe Universität, Frankfurt am Main): Materielle Kultur als Zeuge der Geschichte? Zum fragwürdigen Status von Überresten als Quellen historischer Rekonstruktion
Achim Saupe (Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam / Leibniz-Forschungsverbund Historische Authentizität): Kumpel, Kaue und Keilhaue. Historische Authentizität und Erinnerungskultur
Andreas Ludwig (Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam): Erinnerungslandschaften. Über die Musealisierung von Individualitäten, Dingausstattungen und Infrastrukturen

Tagungsabschluss und Schlussworte
Torsten Meyer / Michael Farrenkopf (Deutsches Bergbau-Museum Bochum)

Zitation
Tagungsbericht: Perspektiven des Bergbauerbes im Museum: Vernetzung, Digitalisierung, Forschung, 16.11.2017 – 18.11.2017 Bochum, in: H-Soz-Kult, 11.01.2018, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-7484>.
Redaktion
Veröffentlicht am
11.01.2018