Dinge Zeigen. Artefakte der NS-Zeit in Ausstellungen. 12. Europäische Sommeruniversität Ravensbrück

Ort
Fürstenberg (Havel)
Veranstalter
Gedenkstätte Ravensbrück, Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten; Dokumentation Obersalzberg, Institut für Zeitgeschichte München – Berlin; Zentrum für Antisemitismusforschung, Technische Universität Berlin
Datum
27.08.2017 - 01.09.2017
Von
Paul Miro Lachmann, Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA), TU-Berlin

Die 12. Europäische Sommer-Universität Ravensbrück im August 2017, beschäftigte sich mit dem Zeigen von Dingen in Ausstellungen zum Nationalsozialismus. In verschiedenen Formaten stellten ExpertenInnen aus der Forschung zu Materieller Kultur oder aus Ausstellungspraxen ihre Positionen und Vorgehensweise zur Diskussion.

Eröffnet wurde die Sommer-Universität mit einer Keynote von GUDRUN KÖNIG (Technische Universität Dortmund). Anhand der Konzepte Eindeutigkeit, Mehrdeutigkeit und Verwicklungen setzte sie sich mit der Geschichte von Dingen bzw. ''NS-Artefakten'' und ''Artefakten der NS-Zeit'' und deren musealer Präsentation auseinander. Dinge als „eindeutig“ zu begreifen sei vor allem eine durch Überlieferungs- und Deutungszusammenhänge herbeigeführte und nicht selten männlich geprägte Lesart. Durch Einwände der feministischen (Museums-) Wissenschaft entstand der Anspruch, eindeutige Darstellungsweisen zugunsten einer Mehrdeutigkeit der Dinge aufzulösen. Aus dieser Perspektive folgt die Forderung, Objekte in ihren strukturellen, politischen und geschlechtsspezifischen Verflechtungen zu thematisieren. Zentral seien hier die jeweiligen KuratorInnen und die dazugehörige Institution, die Dinge zum Sprechen bringen wollen und so festlegen, welche Facetten der Objektgeschichte dargestellt werden.

Am folgenden Tag wurden durch die Pädagogischen Dienste der Gedenkstätte verschiedene Zugänge zum Ort des ehemaligen Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück angeboten. ANGELIKA MEYER (Pädagogische Dienste Ravensbrück) führte mit dem Fokus Geschlecht durch die Dauerausstellung und das Gelände. Dabei konnte sie deutlich machen, wie viele verschiedene Aspekte der Lagergeschichte, des Ortes als Ding-Ensemble und der Ausstellungsexponate untrennbar mit dieser Kategorie verbunden sind. So symbolisieren sowohl die unterschiedlichen Architekturen der Unterbringungen der Aufseherinnen im Vergleich zur SS-Lagerleitung, als auch die unterschiedliche Konstruktion von Bewachungsanlagen des Frauen- und Männerlagers die Geschlechterpolitiken im NS. Bezüglich der Rezeption verschiedener KZ-Gedenkstätten stellte Meyer heraus, dass die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück vor allem zu DDR-Zeiten als ''Müttergedenkstätte'' bezeichnet wurde, wohingegen die Gedenkstätte Buchenwald im selben Zeitraum als ''Heldengedenkstätte'' fungierte. Diese Zuschreibung materialisiert sich im Denkmal „Die Tragende“ und einem Zitat Anna Seghers, welches der Frauen von Ravensbrück als körperlich zerbrechlicher und karitativ mütterlicher Subjekte gedenkt. Die Konstruktion eines solchen Frauen- und Männerbildes kritisierte Meyer wegen der darin erkennbaren Absicht der Entpolitisierung von Frauen. Darüber hinaus setzte sich Meyer mit Teilen der bisherigen Ausstellungspraxis kritisch auseinander. Anlass dazu bot ihr ein Exponat, das in seiner Funktion und Verwendung in Ravensbrück vermutlich nie benutzt wurde: ein so genannter Frauenspülapparat zum Schwangerschaftsabbruch.

Auch die Führung von THOMAS KUNZ (Pädagogische Dienste Ravensbrück) beschäftigte sich mit einzelnen Ausstellungsexponaten und bot den TeilnehmerInnen einen Einblick in verschiedene Überlebensstrategien der Häftlinge. Dafür griff er auf eine ausgestellte Lippenstifthülle zurück. Durch Berichte von Zeitzeuginnen konnte festgestellt werden, dass Lippenstift als Make-Up gelegentlich entscheidend für die Kategorisierung während der Selektionen sein konnte. Durch diese Kontextualisierung wird das Ding/Exponat für die BetrachterInnen in einen neuen Sinnzusammenhang, außerhalb des üblichen ihm zugemessenen Bedeutungszusammenhanges, gestellt.

Der zweite Tag der Sommer-Universität galt der Beschäftigung mit erkenntnistheoretischen Zugängen und Grundlagen der Dingforschung. MICHAELA HAIBL (Technische Universität Dortmund) stellte grundlegende Gedanken zur Materialität der Dinge vor. Im Zentrum ihrer Ausführungen stand das Verhältnis von Mensch und Ding. Haibl betonte, dass ein Ding vorrangig ein Ergebnis menschlicher Arbeit darstelle und somit eine soziale Konnotation grundlegend sei. Ein Aspekt der sozialen Konnotation ist die Materialisierung von Emotionen im Ding und das Evozieren von Emotionen durch die Konfrontation mit NS-Dingen heute. Damit sprach Haibl ein Themenfeld an, das im Verlauf der Sommer-Universität wiederholt zur Sprache kam. Sie merkte außerdem kritisch an, dass dem tatsächlichen Material zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt würde. So könnten Dinge durch eine Bestimmung der konkreten Materialität ihre Verflechtung in wirtschaftliche Prozesse und somit auch die Stellung verschiedener AkteurInnen im Produktions- und Distributionsprozess offenlegen. Allerdings existieren häufig Verfahren zur genaueren Bestimmung entweder gar nicht oder sind nur schwer zugänglich. Relevant ist dies vor allem, weil so weitere Aspekte der Objektgeschichte unentdeckt bleiben und die Kontextualisierung folglich in fast jedem Fall Leerstellen aufweise.

KAREN VAN DEN BERG (Zeppelin Universität Friedrichshafen) ergänzte den Vortrag Haibls um den Aspekt der Dinghaftigkeit von Ausstellungsräumen und Museen im internationalen Vergleich. Dabei spielte vor allem der Raum an sich, dessen Vorgaben für die Ausstellungen und die Differenz zwischen Museum und Gedenkort eine Rolle. Ihre Beobachtungen setzte van den Berg in den direkten Zusammenhang mit Demokratisierungsprozessen und dem damit einhergehendem Wandel von Geschichtsverständnis und -schreibung. Auf Nietzsche rekurrierend bot sie eine Kategorisierung von HistorikerInnen in einen monumentalistischen, archivarischen (beide vor allem dem 19. Jahrhundert zugerechnet) und zuletzt kritischen Typus an. Im Sinne des dritten Typus beantwortete van den Berg abschließend die Frage, wie mit NS-opportuner Kunst und Ästhetik umzugehen sei: durch kritische Auseinandersetzung und Kontextualisierung.

Den Abschluss des Panels bildete der Vortrag von CHRISTOPH KREUTZMÜLLER (Jüdisches Museum Berlin). Ausgangspunkt seiner Ausführungen war die neue Dauerausstellung des Jüdischen Museums Berlin, die aus jüdischer Perspektive konzipiert wird. Entlang einer kritischen Betrachtung dieses eigenen Vorhabens befasste er sich mit den unterschiedlichen Perspektiven auf Dinge und den Holocaust. Im Fokus stand die Frage nach der Provenienz von Fotografien und der sich in ihnen materialisierenden Blickrichtung, welche im direkten Zusammenhang damit steht, wie Objekte von TäterInnen im Gegensatz zu solchen von Betroffenen ausgestellt werden. Aufgrund der historischen Machtverhältnisse und den damit zusammenhängen divergierenden Handlungsspielräumen innerhalb der damaligen Gesamtgesellschaft sei es eine große Herausforderung, eine fotografisch dokumentierte jüdische Perspektive abzubilden.

Der Fokus des dritten Tages lag auf den Zeigestrategien von Dingen im Kontext von Gedenkstätten und Museen. Anhand des kolonialen Archivs beantwortete HEIKE HARTMANN (Kulturwissenschaftlerin und Kuratorin, Berlin) die Frage, wie ein produktiver Umgang mit derartigen Sammlungen aussehen und dabei die Perspektive der Kolonialisierten eingebracht werden kann: mittels Mehrdeutigkeit und möglichst ausführlicher Kontextualisierungen. In Bezug auf Zeigestrategien stellte Hartmann heraus, dass vor allem der Duktus des Gründungsimpulses der kolonialen Archive, ein durch rassistisch fundiertes, europäisches Expansionsdenken motiviertes Sammelverhalten, durch die Ausstellungspraxis gebrochen werden müsse. Exponaten komme durch die Ergänzung umfangreicher Kontextualisierung die Aufgabe zu, das Anliegen der Post-Colonial Studies, eines ''kritischen Durcharbeiten des komplexen Gefüges'', im musealen Kontext zu repräsentieren.

Im Anschluss ging SYLVIA NECKER (IfZ München – Berlin / Dokumentation Obersalzberg) auf die Herausforderung ein, mit wenigen Schlüsselobjekten das Verhältnis der Zivilbevölkerung zum Obersalzberg zugänglich zu machen [1]. Ebenso wie in den vorangegangenen Vorträgen war die Einschätzung Neckers, dass dies nur durch eine umfassende Kontextualisierung gelingen könne. An einem Ort der TäterInnen käme hierbei hinzu, dass es sich bei den ausgestellten Dingen folglich meist um Relikte der TäterInnen handele. Dies erfordere in einem besonderen Maße Präsentationsweisen, welche die ''auratische Wirkung'', die den Objekte zugesprochen wird, bricht. Vor allem eine nüchterne, nicht-mystifizierende und -glorifizierende Zeigestrategie könne dies gewährleisten. Der Kontextualisierung wies sie auch in diesem Punkt eine wichtige Funktion zu.

Dem standen die Erwägungen von JAN SZKUDLIŃSKI (Historiker, Gdańsk) entgegen. Mit Verweis auf die vorangegangenen Debatten um Zeigestrategien stellte er die im Museum des Zweiten Weltkrieges bevorzugt gewählten Inszenierungsformen dar. Häufig würden dort die Objekte umfassend inszeniert, um mit dem Erzeugen von Atmosphäre Standpunkte zu beziehen und bestimmte Reaktionen zu provozieren. Begründet wurde diese Art der Präsentation mit der Intention der KuratorInnen, den Erwartungen der BesucherInnen gerecht zu werden. Dieses Thema wurde im zum Vortrag angebotenen Workshop konkretisiert. Teil des ergänzenden pädagogischen Konzeptes sei der Rückgriff auf Re-Enactment-Events. Es handele sich dabei um die Verbindung von Wissensvermittlung und Aktivität, wie zum Beispiel beim Nachstellen historischer Schlachten. Szkudliński formulierte damit einen Standpunkt, der sich von der Mehrheit der vorgetragenen Positionen unterschied.

Der Vortrag von WIESLAW WYSOK (Gedenkstätte Majdanek) beleuchtete ausgiebig das Spannungsverhältnis zwischen historischem Ort, Materialität und Authentizitätserwartung. Die Gedenkstätte ist durch das Ende der 1940er-Jahre vorherrschende Erhaltungsverständnis geprägt. Dies sah vor, die Beweiskraft des Ortes für die nationalsozialistischen Verbrechen zu bewahren und gleichzeitig ein Symbol für den zivilisatorischen Zusammenbruch zu schaffen. Zur Instandhaltung der als Ausstellungsräume genutzten Teile des ehemaligen Konzentrationslagers wurde dabei originales Material von den Gebäudeteilen verwendet, die nicht erhalten wurden. Auch wenn es sich um historische Bausubstanz handelte, wurde davon ausgegangen, dass sowohl der Beweischarakter geschwächt wurde, als auch die Aura des Ortes als nicht vollkommen authentisch zu betrachten sei. Trotzdem sei die beabsichtigte Bindung an die Vergangenheit erhalten geblieben. Die zentralen Aufgaben der Gedenkstätte hätten noch immer Bestand.

Den Tagesabschluss bildete eine Podiumsdiskussion um den Begriff der Authentizität, vor allem bezogen auf Orte und die durch sie geweckten Erwartungshaltungen. Diese seien zu brechen, so JAN ERIK SCHULTE (Gedenkstätte Hadamar), denn es handele sich in eigentlich keinem Fall um authentische Orte, sondern bestenfalls um historische Orte. In der Unterscheidung spiegele sich jedoch auch die Differenz von Erwartungshaltungen der BesucherInnen und Selbstbild der Gedenkstätte. An diese Ausführungen anschließend, formulierten Schulte und FLORIAN TORRES (Mémorial National de la Prison de Montluc, Lyon) Überlegungen zum Umgang mit ''vielschichtigen Orten''.[2] Beide arbeiten an einer Neukonzeption ihrer Dauerausstellung bzw. im Falle Lyons an den Entwürfen zu einer ersten umfassenden Ausstellung, welche die verschiedenen Nutzungsphasen und die damit einhergehenden Auswirkungen von Umgestaltungsprozessen zu thematisieren versuchen. Damit stellen sie sich der Aufgabe, Ausstellungen über die NS-Geschichte des Ortes und deren konkrete Spuren und Materialisierungen mit der Vielschichtigkeit zu verbinden. Dabei sehen sie den Vorteil, Kontinuitäten und Brüche anders thematisieren zu können. Die Podiumsdiskussion [3] stand in direkter inhaltlicher Verbindung zum darauf folgenden Tag, der sich den Fragen nach dem Zusammenhang von historischen Orten und Authentizitätserwartungen widmete.

ACHIM SAUPE (Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam) konnte durch den Verweis auf Gottfried Korffs Definition von ''sinnlicher Anmutungsqualität'' einen produktiven Impuls für die weiteren Diskussionen setzen. Korff greift kritisch die vermutete tiefere Bedeutung des Authentischen auf und erweitert sie durch die spezifische Materialität der Dinge, welche erst einen emotionalen Zugang zur Vergangenheit ermögliche. Die Stärke von Saupes Vortrag lag vor allem darin, die Diskussion der letzten Jahrzehnte um Begriffsdefinitionen und ein gewandeltes Verständnis des Authentischen und dessen Aura in der Arbeit von Gedenkstätten nachvollziehbar zu machen. Damit gelang es ihm, die während der Tagung sichtbar gewordenen Differenzen in wissenschaftlichen wie auch pädagogischen Diskursen zu verorten.

LAUREN WILLMOTT (Imperial War Museums London) zeigte Vorteile und Schwierigkeiten auf, die ein positiver Bezug auf Authentizität – hier verstanden als Gütekriterium der präsentierten Geschichte und als Zugang zu einer Erfahrbarkeit des Vergangenen – im Kontext eines nicht-historischen Ortes mit sich bringt. Als solche benannte sie unter anderem die Freiheit in der Wahl des erzählten Narrativs. Dieses sei nicht von vornherein gegeben, wenn es sich weder um eine Gedenkstätte noch um einen historischen Ort handle. Für die grundlegende Integration von Gender als Analysekategorie und den Anspruch auf möglichst hohe Authentizität stellte Willmott ihre Überlegungen zur Verwendung von Fotografien, welche beispielsweise sexualisierte Gewalt gegenüber Frauen zeigen, vor. Inhaltlich knüpfte sie an die Ausführungen Kreutzmüllers, zu Fragen der Perspektiven und Handlungsspielräumen der Abgebildeten, an.

Abschließend kann festgehalten werden, dass mit der diesjährigen Sommer-Universität Ravensbrück die Diversität des Forschungsfeldes "Materielle Kultur" angemessen abgebildet wurde, was nicht zuletzt durch den zusammenfassenden Abschluss-Vortrag von ANDREA HAUSER (Europäische Ethnologin und Ausstellungskuratorin, Bremen) deutlich wurde. Trotz teilweise differierender Begriffsdefinitionen konnte im Dialog eine gemeinsame Diskussionsgrundlage geschaffen werden. Darüber hinaus ergaben sich aus der internationalen Zusammensetzung spannende, konstruktiv geführte Debatten, wie über den Einsatz emotionalisierender Inszenierungen, in welchen unterschiedliche Positionen diskutiert wurden. Unklar blieb, in welchem Verhältnis Beiträge und der praktische Einbezug des Tagungsortes, das ehemalige Frauen-Konzentrationslager bzw. die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, im Vergleich zu nicht auf den Ort fokussierten Beiträgen stehen sollten. Der für die Sommer-Universität Ravensbrück konstitutiven geschlechterhistorischen Perspektive konnten, wie hier anhand der Führungen von Meyer und Kunz, als auch durch die Vorträge von Haibl und Willmott gezeigt, einige Beiträge gerecht werden. Dadurch wird jedoch auch deutlich, dass bei weitem nicht alle Referierenden eine solche Perspektive eingenommen haben. Zum Ende soll noch ein spezielles Workshop-Format positiv hervorgehoben werden: Sowohl ein erstmals angebotener, mehrtägiger Workshop ''Kuratieren ausprobieren: Ravensbrück ausstellen''[4], als auch der von Necker im Anschluss an ihren Vortrag angebotene Workshop[5] bündelten praxisnah die verschiedenen Diskussionen der gesamten Sommer-Universität.

Konferenzübersicht:

Gudrun König (TU Dortmund): Die Gegenwart der Überreste. Dinge zwischen Depot und Ausstellung

Angelika Meyer (Pädagogische Dienste Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück): Rundgänge durch das Gelände mit den Schwerpunkten Lager(-geschichte) und Geschlecht sowie Dinge und Geschlecht

Matthias Heyl (Pädagogische Dienste Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück): Rundgang durch das Gelände - Gebäude als Dinge, Gedenken am See - Reflektion zu Gedenken

Thomas Kunz (Pädagogische Dienste Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück): Rundgang durch das Gelände – in englischer Sprache

Michaela Haibl (TU Dortmund): Material und Bedeutung. Zur Stofflichkeit von Artefakten

Karen van den Berg (Zeppelin Universität Friedrichshafen): Nur ein weißes Leibchen. Neue Zeigestrategien von NS-Artefakten

Christoph Kreutzmüller (Jüdisches Museum Berlin): Perspektiven auf den Holocaust. Die Musealisierung von NS-Objekten am Beispiel der neuen Dauerausstellung des Jüdischen Museums Berlin

Heike Hartmann (Deutsches Historisches Museum Berlin): Zugriff, Eingriff - Koloniale Sammlungen in der Gegenwart

Sylvia Necker (IfZ München - Berlin / Dokumentation Obersalzberg): Wohin mit Hakenkreuzflagge, Bierkrug und Küchenstuhl? NS-Alltagsobjekte ausstellen

Jan Szkudliński (Historiker Gdańsk): Die Darstellung des Nationalsozialismus im Museum des Zweiten Weltkrieges

Leonore Maier (Jüdisches Museum Berlin): Podiumsdiskussion: Die Bedeutung des Ortes für Ausstellungen zum NS

Florian Torres (Mémorial National de la Prison de Montluc, Lyon): Podiumsdiskussion: Die Bedeutung des Ortes für Ausstellungen zum NS

Jan Erik Schulte (Gedenkstätte Hadamar): Podiumsdiskussion: Die Bedeutung des Ortes für Ausstellungen zum NS

Wieslaw Wysok (Gedenkstätte Majdanek): Die Gedenkstätte Majdanek. Einige Anmerkungen zum Umgang mit der Authentizität des Erinnerungsortes

Achim Saupe (Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam): Historische Authentizität als problematische Kategorie von NS-Erinnerungsorten. Erwartungen, Effekte, Enttäuschungen

Lauren Willmott (Imperial War Musem London): Ein einheitlicher Zugang?: Die Repräsentation männlicher und weiblicher Opfer und Täter_innen in der neuen Holocaust-Ausstellung des IWM London

Andrea Hauser (freie Publizistin und Kuratorin, Bremen): Neue Zeit-Zeug_innen? Zur Ambivalenz von Artefakten und Orten in der Darstellung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft

Anmerkungen:
[1] Obersalzberg steht hier repräsentativ für das Gebiet, welches ab 1932 als Ferienarial der NS-Führungsriege genutzt und ab 1933 zum zweiten Regierungssitz erklärt wurde.
[2] Angelika Meyer tat dies auch während ihres Inputs zur Lagergeschichte des ehemaligen Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück und verwies auf die Gestaltung der Gedenkstätte und dem damit einhergehenden Abriss von Zeugnissen sowjetischer Nachnutzung, wie auch der Sichtbarmachung dieser in z.B. dem ''Führerhaus''.
[3] Neben Torres und Schulte nahmen LEONORE MAIER (Jüdisches Museum Berlin) und THOMAS KERSTIN (Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum) an der Diskussion teil.
[4] Dieser wurde durchgeführt von Sabine Arend, Andrea Genest und Andreas Ludwig (alle Teil der Projektgruppe zur Vorbereitung der 12. Sommer-Universität Ravensbrück).
[5] In diesem Workshop wurde probeweise das Kuratieren eines Teils der kommenden Neuauflage der Dauerausstellung am Obersalzberg im Modell durchgeführt.

Zitation
Tagungsbericht: Dinge Zeigen. Artefakte der NS-Zeit in Ausstellungen. 12. Europäische Sommeruniversität Ravensbrück, 27.08.2017 – 01.09.2017 Fürstenberg (Havel), in: H-Soz-Kult, 29.01.2018, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-7493>.
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29.01.2018
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