Eine Gesellschaft im Umbruch: Der Prager Frühling und seine Akteure

Ort
Bad Wiessee
Veranstalter
Collegium Carolinum
Datum
26.10.2017 - 29.10.2017
Von
Niklas Zimmermann, Internationales Graduiertenkolleg „Religiöse Kulturen im Europa des 19. und 20. Jahrhunderts“, Ludwig-Maximilians-Universität München

2018 jährt sich der Prager Frühling zum 50. Mal. Dies nahm das Collegium Carolinum zum Anlass, sich bei seiner Jahrestagung 2017 intensiv mit den Akteuren von 1968 zu befassen. Wie Institutsleiter MARTIN SCHULZE WESSEL (München), der die Konferenz konzipiert hatte, in seiner Begrüßung ausführte, verändert sich mit wachsendem Abstand zu den Ereignissen auch die historische Perspektive. Lange Zeit habe die Frage nach dem „Warum“ im Zentrum des Nachdenkens über den Prager Frühling gestanden, also danach, aus welchen Gründen es zu der Reformbewegung gekommen sei und welche möglichen Alternativszenarien zu ihrer Entwicklung und dem gewaltsamen Abbruch es seinerzeit gegeben habe. Bei der Tagung, die vom 26. bis 29. Oktober in Bad Wiessee stattfand, ging es indessen um das „Wie“. Es sollten Erkenntnisse darüber gewonnen werden, welche Rolle die einzelnen Protagonisten des Prager Frühlings spielten, wozu man, so Schulze Wessel, auch ihre Erfahrungswelt und ihre Sicht rekonstruieren müsse.

Die Akteure traten dann gleich am ersten Abend im tschechischen Dokumentarfilm „Spříznění volbou“ (Die Wahlverwandtschaften) auf. PETR KOURA (Prag) führte in den 1968 von dem Regisseur Karel Vachek gedrehten Film ein, der „Hauptdarsteller“ des Prager Frühlings wie Josef Smrkovský, Ota Šik und Alexander Dubček in Aktion zeigt, wobei ihre unterschiedlichen Charaktere und ihre persönliche Ausstrahlung lebendig werden.

Die Redner des ersten Panels blickten aus entgegengesetzten Perspektiven auf 1968. So war der Beitrag von THOMAS BOHN (Gießen) globalgeschichtlich angelegt. Bohn charakterisierte 1968 als „Doppelrevolution“, die sich in Ost und West vollzog, wobei jenseits des Eisernen Vorhangs andere Freiheitsvorstellungen und Feindbilder geherrscht hätten als in den westlichen Ländern. Folglich waren die wenigen blockübergreifenden Treffen – namentlich Rudi Dutschkes Prag-Besuch – von Unverständnis geprägt. Gemeinsamkeiten machte Bohn indessen in der Lebenswelt und gerade unter den jungen Menschen aus. Als verbindende Klammer bezeichnete er insbesondere den Rock’n Roll und forderte, diesen künftig in der Forschung stärker zu berücksichtigen.

Auch MICHAL PULLMANN (Prag) fragte nach langfristigen Prozessen, die vor 1968 begonnen hatten und – trotz gewisser Zäsuren – in den 1970er-Jahren weiterwirkten. Er richtete den Blick mit der Frage nach dem Verständnis von Individuum und Individualismus aber nach innen. Pullmann zeigte, dass in Abgrenzung gegenüber dem Kollektivismus der Aufbauzeit in den 1960er-Jahren ein „neuer Individualismus“ zu einem wichtigen Motiv in der Argumentation der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei (Komunistická strana Československa, KSČ) wurde. Für dieses Umdenken und dafür, dass Einzelinteressen und Individualität stärker respektiert wurden, spielten Psychologen einen wichtigen Part. Auf ihre Erkenntnisse sowie auf die veränderten Auffassungen der persönlichen Integrität griffen auch die Protagonisten des Normalisierungsregimes zurück.

Das zweite Panel wandte sich dem Thema Wissenschaft und Steuerung zu. MARTIN FRANC (Prag) fragte nach der Rolle der Tschechoslowakischen Akademie der Wissenschaften (Československá akademie věd) in der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre. Er hob das große Selbstbewusstsein hervor, mit dem die Wissenschaftler ihren Anspruch formulierten, die Gesellschaft zu analysieren und auf der Basis ihrer wissenschaftlichen Erkenntnisse zu führen. Umso größer war ihre Empörung, als sie während des Prager Frühlings die Erfahrung machen mussten, aufgrund ihres Wirkens in den 1950er-Jahren als Teil des alten Systems angesehen zu werden. Endgültig gescheitert erschien ihr Traum, die Akademie zum „zweiten Machtzentrum“ aufzubauen, als diese nach der militärischen Invasion der Warschauer Pakt-Staaten zum „konterrevolutionären Zentrum“ erklärt wurde.

ADAM HUDEK (Bratislava) konzentrierte sich in seinem Beitrag zur Slowakischen Akademie der Wissenschaften (Slovenská akademie věd) auf die nationale Frage, die für die slowakischen Wissenschaftler in der Reformära zentral war. Die Unzufriedenheit der Slowaken, die sich um die Emanzipation vom Prager Zentrum bemühten, sei laut Hudek nicht unbegründet gewesen. Denn in den 1960er-Jahren befanden sich 90 Prozent der Akademieinstitute im westlichen Teil der Republik. Bei der anschließenden Diskussion ging es unter anderem um die allgemeine Wissenschaftsgläubigkeit der Zeit. Welch hohes Ansehen Wissenschaft genoss, zeigte sich beispielsweise darin, dass der Akademiepräsident František Šorm 1968 als Präsidentschaftskandidat gehandelt wurde.

Im dritten Panel wurde das Verhältnis von Reform und kommunistischer Partei untersucht. JAN MERVART (Prag) referierte über die Parteiintellektuellen und ordnete diese verschiedenen Strömungen zu: Der technokratische Flügel zeichnete sich durch eine technologiefreundliche, aber zugleich elitäre Haltung aus. Hingegen propagierten radikaldemokratisch orientierte Kreise eine Allianz aus Intellektuellen und Arbeitern. Die Verfechter eines nationalen Sozialismus schließlich argumentierten tschechisch-national und stellten die Slowaken als rückständig dar.

PETER BUGGE (Aarhus) wandte sich der Interpretationsgeschichte zu und untersuchte, wie die Führungselite von 1968 im Nachhinein die Rolle der Schriftsteller einschätzte. Dabei stützte er sich auf ihre Memoiren. Während beispielsweise Zdeněk Mlynář das „Manifest der 2000 Worte“ positiv sah, fand Alexander Dubček, dass die Autoren im Juni 1968 zu weit gegangen seien. Der Neostalinist Vasiľ Biľak bezeichnete das Manifest klar als einen „Verrat“, schrieb den Schriftstellern aber keine entscheidende Rolle im Prager Frühling zu.

Mit Kinder- und Jugendzeitschriften beschäftigte sich dann MARÍNA ZAVACKÁ (Bratislava). Sie zeigte anhand zahlreicher Text- und Bildbeispiele, wie Zeitschriften für junge Leser 1968 die Protagonisten und Ziele des Prager Frühlings vermittelten. Um Dubček, der mitunter im Pop-Art-Stil präsentiert wurde, entstand ein regelrechter Kult. Während im Sommer 1968 Kindern und Jugendlichen zentrale Begriffe der laufenden politischen Debatten wie „Rehabilitierung“ und „Aggressor“ erklärt wurden, schwieg die Jugendpresse von 1969 über den Prager Frühling und sein Ende. Auch das, so Zavacká, sei ein Statement gewesen.

Im Panel zu Medien und Selbstdarstellung sprach als erste ANNA BISCHOF (München) zu den Versuchen tschechoslowakischer Exilanten, über den in München ansässigen amerikanischen Sender Radio Free Europe (RFE)Einfluss auf den Prager Frühling zu gewinnen. Zunächst hätten die tschechischen und slowakischen RFE-Mitarbeiter, die nach der kommunistischen Machtübernahme von 1948 emigriert waren, die Entwicklung in der Tschechoslowakei überaus kritisch gesehen, da die Reformbewegung aus der KSČ heraus entstand. Erst auf amerikanischen Druck hin hätten sie im März 1968 auf eine Unterstützung Dubčeks umgeschwenkt, wodurch sich auch das Ansehen des Senders in der Tschechoslowakei verbessert habe. Den Gewinn an Vertrauen unter den Hörern konnte RFE in die Zeit der Normalisierung mitnehmen.

HÉLÈNE LECLERC (Toulouse) untersuchte in ihrem Beitrag einen Kommunikationsweg in die entgegengesetzte Richtung. Sie stellte die vom tschechoslowakischen Außenministerium herausgegebene Monatsschrift „Im Herzen Europas“ vor, die sich von 1958 bis 1971 an eine westdeutsche Leserschaft wandte. Das Magazin unterstützte den Prager Frühling, betonte aber zugleich dessen Charakter als sozialistische Reformbewegung. Ein besonderes Anliegen der Autorinnen und Autoren, zu denen auch die Schriftstellerin Lenka Reinerová gehörte, war es, zu vermitteln, dass die Tschechoslowakei ein mitteleuropäisches Land war und kulturell nicht zu Osteuropa gehörte. In gewisser Weise nahm die reich bebilderte Zeitschrift den tschechischen Mitteleuropadiskurs der 1980er-Jahre bereits vorweg.

Auch DARINA VOLF (München) befasste sich mit Fremd- und Selbstbildern in der Tschechoslowakei und warf die Frage auf, wie sich diese während des Prager Frühlings wandelten. Sie argumentierte, dass die Abgrenzung vom einstigen sowjetischen Vorbild über den Verweis auf die Zugehörigkeit zu Europa betrieben wurde. Gleichwohl seien antiamerikanische Feindbilder noch tief verankert gewesen. Folglich habe eine Konvergenz östlicher und westlicher Motive, nicht aber die politische oder kulturelle Westbindung als erstrebenswert gegolten.

Aus philosophischer Perspektive beleuchtete IVAN LANDA (Prag) das radikaldemokratische Denken im Prager Frühling. Die Anhänger dieser Strömung plädierten für einen transformativen Prozess, der zu einer sozialen Revolution von unten führen sollte. Die Reformkommunisten verkörperten aus ihrer Sicht den Wandel von oben, und damit keine echte Revolution. In der anschließenden Diskussion wurde die Frage aufgeworfen, weshalb von Revolution und nicht von der Rückkehr zu Marx gesprochen wurde. Landa führte dies darauf zurück, dass die Radikaldemokraten das marxistische Konzept der Revolution wiederbeleben wollten. Zudem hätten sie dem realsozialistischen Staat und der kommunistischen Partei misstraut, denn nach radikal marxistischer Lesart waren letztlich der Staat und die Partei selbst obsolet.

Um divergierende Vorstellungen der nötigen Veränderungen ging es auch bei VÍTĚZSLAV SOMMER (Prag), der zum tschechoslowakischen Reformkommunismus und dem Dilemma der sozialistischen Gesellschaftssteuerung referierte. Er machte deutlich, dass große Widersprüche zwischen der emanzipatorischen Vision des demokratischen Sozialismus einerseits und der eher technokratischen Agenda der Fachleute andererseits bestanden. So hätten die Experten, die in verschiedenen Kommissionen wirkten, aus ihrem Selbstverständnis als rationale Elite den Anspruch abgeleitet, die sozialistische Erneuerung zu gestalten. Damit sprachen sie den Arbeitern die Führungsrolle ab.

Um die Wirtschaftsexperten ging es bei JOHANNES GLEIXNER (München/Prag), der die ökonomischen Debatten in der Tschechoslowakei in den Kontext der internationalen Fachdiskussion einordnete. Er wies zum einen darauf hin, dass die Reformdebatten auf diesem Feld lange vor dem Prager Frühling begonnen hatten. Bereits Mitte der 1960er-Jahre hätten die tschechoslowakischen Ökonomen ein intensives Studium der nichtmarxistischen Klassiker betrieben. Zum anderen verdeutlichte Gleixner anhand des Werdegangs von Václav Klaus, des späteren Präsidenten, die Kontinuitäten, die über das Ende des Prager Frühlings hinauswirkten. Dies geschah sowohl theoretisch in der Rezeption monetaristischer Theorien als auch habituell durch den ausgeprägten Selbstbezug der Ökonomen.

Das folgende Panel näherte sich den Narrativen des Prager Frühlings. Aus literaturgeschichtlicher Perspektive untersuchte NORA SCHMIDT (Erfurt) die Jahreszeitenmetaphorik in zwei Texten Ludvík Vaculíks: dem „Manifest der 2000 Worte“ von 1968 und dem während der Normalisierungszeit verfassten Roman „Český snář“ (Der tschechische Traum). Der Frühling, so Schmidt, erscheine hier als Chance zur Gestaltung und Veredlung. Im Umkehrschluss sei aber auch klar, dass er nicht wiederkehren, sondern vom Sommer, der Erntezeit und dem Winter abgelöst werde. Die Diskussion drehte sich vor allem darum, ob die analysierten Texte als Feuilletons zu charakterisieren seien und wie sie sich kontextualisieren ließen.

ZDENĚK NEBŘENSKÝ (Prag) wandte sich den Masternarrativen zu, die nach 1968 zum Prager Frühling entstanden, und fragte nach den Akteuren, denen hier wichtige Rollen zugesprochen wurden. Er gelangte zu dem Schluss, dass in dieser Hinsicht augenfällige Übereinstimmungen zwischen der offiziellen Deutung durch das Normalisierungsregime – vor allem der „Lehre aus der krisenhaften Entwicklung“ vom Dezember 1970 – und Gegenerzählungen bestanden, die im Samisdat oder Exil erschienen. Als bemerkenswert bezeichnete er zudem, dass sich die Protagonisten der sowjetischen Perestroika 1987 offen in die Tradition der tschechoslowakischen Reformer stellten.

Das abschließende Panel stand unter dem Titel „Geschichte und Erinnerung“. Martin Schulze Wessel zeigte in seinem Beitrag, wie eng Geschichtsbewältigung und Zukunftsvorstellungen im Prager Frühling miteinander verwoben waren. Die Aufarbeitung der Verbrechen der 1950er-Jahre habe eine Voraussetzung und ein entscheidendes Movens für den Entwurf eines besseren Sozialismus und für dessen Glaubwürdigkeit gebildet. Das sei gerade bei der Jugend auf positive Resonanz gestoßen.

Daran anschließend richtete PAVEL KOLÁŘ (Florenz) den Blick auf die Zeit nach der Niederschlagung des Reformprojekts und erörterte, was dieses gewaltsame Ende für die globale Linke bedeutete. Er sprach von einer geplatzten Illusion. Dabei sei die Rede von der Illusion eine rhetorische Strategie gewesen, um echte Aufarbeitung zu verhindern. In dieser Unfähigkeit zu einer wirklichen Auseinandersetzung und der dem Scheitern folgenden melancholischen Grundstimmung machte Kolář einen gewissen Narzissmus des linken Geschichtsbildes aus. Die folgende Diskussion drehte sich vor allem um die Frage, inwiefern Geschichtsbilder generationsspezifisch sind. Die Studierenden, so der allgemeine Konsens, seien bei den Demonstrationen auch deswegen die sichtbarsten Akteure gewesen, weil sie am wenigsten Angst gehabt hätten. Indessen hätten bei den älteren Generationen noch die Gewalterfahrungen der 1950er-Jahre nachgewirkt.

Danach war es Zeit für die panelübergreifenden Kommentare. Den Auftakt machte JOACHIM VON PUTTKAMER (Jena), der sich auf Forschungsdesiderate konzentrierte. Er plädierte dafür, den Vergleich etwa mit dem polnischen Oktober 1956 auszubauen. Für die komparative Untersuchung böten sich unter anderem Aspekte wie die gesellschaftliche Selbsterneuerung und die neuentdeckte Individualität an. Weiter nachgehen sollte man auch dem Prager Frühling als Laboratorium des Experimentierens mit den Entwicklungspotentialen hochmoderner Gesellschaften. Dies mache einen genaueren Blick auf technokratische Visionen und das Konzept der Expertenherrschaft nötig.

MILOŠ HAVELKA (Prag) unternahm eine Systematisierung der Akteursgruppen des Prager Frühlings, die im Zentrum der Tagung standen. Dabei unterschied er zunächst zwischen einem in den 1950er-Jahren sozialisierten „harten Kern“ der Partei, der Reformen ablehnte und einer Gruppe aus Reformkommunisten, Linksliberalen und Gewerkschaftern. Diese war laut Havelka nicht identisch mit den Experten um Ota Šik, die zum Beispiel die Idee der Betriebsräte vehement ablehnten. Bei der Tagung nicht vorgekommen seien die diversen „Anderen“. Zu ihnen gehörten Intellektuelle wie Václav Havel, die niemals Parteimitglieder gewesen waren, der Schriftsteller Jaroslav Seifert, der seit seiner Kritik an der stalinistischen KSČ in Ungnade stand, oder auch religiöse Kreise. Sie alle sahen eine Reform, die von der kommunistischen Partei durchgeführt werden sollte, mit Skepsis.

Die Abschlussdiskussion führte zunächst die Aspekte der verschiedenen Panels zusammen und diskutierte dann Perspektiven der Forschung. An dieser Diskussion beteiligten sich auch die Studierenden des Elitenstudienganges Osteuropastudien an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universität Regensburg. Sie waren erstmals bei der Jahrestagung in Bad Wiessee dabei und stießen mit ihren oft sehr pointierten Fragen Reflexionen über ganz grundsätzliche Dinge an. In der Generaldebatte ging es erneut um die Frage der Generationen und darum, ob die Bezeichnung „Prager Frühling“ nicht die Slowakei aus dem Bild dränge. Was die weitere Beschäftigung mit dem Jahr 1968 betrifft, wurde der Wunsch formuliert, dieses und gerade auch die Geschehnisse in der Tschechoslowakei fester in den Kontext des Kalten Krieges einzubetten. Von mehreren Seiten wurde zudem auf die Nachwirkungen hingewiesen, die die Ideen und Impulse von 1968 in den 1970er- und 1980er-Jahren hatten. Hieran wird die Tagung 2018 des Collegium Carolinum zum Thema „Normalisierung“ anknüpfen.

Konferenzübersicht:

Film: Spřízněni volbou (Die Wahlverwandtschaften)
Einführung: Petr Koura (Prag)

Begrüßung und Einführung

MARTIN SCHULZE WESSEL (München)

Die Reformbewegung zwischen Ost und West
Moderation: Martin Schulze Wessel (München)

MICHAL PULLMANN (Prag): Individual Initiative in the Prague Spring Programme
THOMAS BOHN (Gießen): 1968 als „Doppelrevolution“. Verflechtungen zwischen Ost und West

Wissenschaft und Steuerung
Moderation: Martina Niedhammer (München)

MARTIN FRANC (Prag): Zentrales Gehirn der Gesellschaft? Die Tschechoslowakische Akademie der Wissenschaften und die gesellschaftlichen Veränderungen der zweiten Hälfte der 1960er Jahre
ADAM HUDEK (Bratislava): Slovak Academy of Sciences in the Reform Process: Visions, Expectations and Demands

Reform und die Partei
Moderation: Christiane Brenner (München)

JAN MERVART (Prag): Reform als Revolution: Parteiintellektuelle und der Prager Frühling 1968
PETER BUGGE (Aarhus): Too Many Words? Prague Spring Writers in the Eyes of Czechoslovak Political Leaders of1968
MARÍNA ZAVACKÁ (Bratislava): Dear Comrade Dubček... Between Shift Towards Civility and a New Personality Cult

Medien und Selbstdarstellung
Moderation: Pavla Šimková (München)

ANNA BISCHOF (München): Die tschechoslowakische Redaktion von Radio Free Europe und der Prager Frühling
HÉLÈNE LECLERC (Toulouse): Die tschechoslowakische Monatsschrift „Im Herzen Europas“ und der Prager Frühling
DARINA VOLF (München): Tschechoslowakische Vorbilder und die Tschechoslowakei als Vorbild: Fremd- und Selbstbilder im Reformprozess des Prager Frühlings

Philosophie und Religion
Moderation: Martin Zückert (München)

IVAN LANDA (Prag): Revolution and Counter-Revolution in Czechoslovakia 1968/1969: A Philosophical Perspective
ONDŘEJ MATĚJKA (Prag): “The Happiest Years”? Czech Protestant Milieu and Prague Spring 1963-1972

Politische und ökonomische Reformvorstellungen
Moderation: Jana Osterkamp (München)

VÍTĚZSLAV SOMMER (Prag): Socialism at the Crossroads: Czechoslovak Reform Communism and Dilemmas of Socialist Governance
JOHANNES GLEIXNER (München): Die Entfaltung der ökonomischen Reformvorstellungen in der ČSSR im Spiegel der internationalen Fachdebatte: Übersetzungen, Missverständnisse und Neuschöpfungen

Der Prager Frühling als Narrativ
Moderation: Ulrike Lunow (München)

NORA SCHMIDT (Erfurt): Frühling Sommer Herbst und Winter politischer Reformbestrebungen: Zur Zyklizität individuellen Engagements
ZDENĚK NEBŘENSKÝ (Prag): Der Prager Frühling als Master Narrative: Entstehung, Kontinuität, Wandel

Der Prager Frühling in Geschichte und Erinnerung
Moderation: Michaela Marek (Berlin)

MARTIN SCHULZE WESSEL (München): Träume und Albträume der Reformbewegung: Geschichtsbewältigung und Zukunftsdenken im Prager Frühling
PAVEL KOLÁŘ (Florenz): The Long Longing after the Prague Spring: Myth, Memory, and the Decline of the Global Left

Kommentare und Abschlussdiskussion

Joachim von Puttkamer (Jena)
Miloš Havelka (Prag)

Zitation
Tagungsbericht: Eine Gesellschaft im Umbruch: Der Prager Frühling und seine Akteure, 26.10.2017 – 29.10.2017 Bad Wiessee, in: H-Soz-Kult, 13.02.2018, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-7550>.