Die Revolution 1918/19 in Hamburg. Ereignisse, Vergleiche und Bewertungen

Ort
Hamburg
Veranstalter
Forschungsstelle für Zeitgeschichte Hamburg; Stiftung Historische Museen Hamburg, Museum für Hamburgische Geschichte
Datum
29.06.2017 - 30.06.2017
Von
Johanna Meyer-Lenz, Forschungsverbund zur Kulturgeschichte Hamburgs, Universität Hamburg

„Revolution“, so Eric Hobsbawm „war das Kriegskind des 20. Jahrhunderts.“ Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges war „die alte Welt [...] zum Umsturz verdammt“ und die „sinnlosen Leiden des Krieges“ waren zugleich die Geburtsstunde einer „neuen Welt“, deren politische Architektur in den „meisten Ländern Europas“ sich an die Vorstellungen der sozialistischen Parteien anlehnte, allen voran die Russische Revolution. [1] Der historischen Analyse dieses Umsturzes in der Revolution von 1918/19 in Hamburg und Norddeutschland widmeten sich die zahlreichen Vorträge des Symposiums zur Vorbereitung auf die von der Stiftung Hamburgische Museen (vom 25. April 2018 bis zum 25. Februar 2019) geplante Ausstellung im Museum für Hamburgische Geschichte mit dem Titel „Revolution! Revolution? Hamburg 1918/19“ anlässlich der hundertsten Wiederkehr der revolutionären Ereignisse. Damit verbanden die Veranstalter das Ziel, so HANS-JÖRG CZECH (Hamburg) in seinem einleitenden Vortrag, nicht nur die lange „vergessene“ Revolution in ihrer Bedeutung für die Geschichte der Hafen- und Handelsmetropole Hamburg neu im öffentlichen Bewusstsein der Stadt zu verankern, sondern gleichzeitig die Revolution als dynamisches Ereignis mit zahlreichen Facetten und Ausdrucksformen darzustellen. Daran knüpfte sich auch die Erwartung, mit der Analyse des Revolutionsgeschehens die Transformation des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und urbanen Gefüges der Hafen- und Hansestadt mit neuen aktuellen Ansätzen der Historiografie zu verbinden, die gleichzeitig der Multidimensionalität des Geschehens gerecht wird.

Die ersten Vorträge der Sektionen „Ereignisse und Vergleiche I und II“ widmeten sich der Darstellung der ereignisgeschichtlichen Zusammenhänge des unmittelbaren Ausbruchs der Revolution in Kiel; eine sinnvolle Entscheidung der Organisatoren, da sie in der Folge als Referenzpunkte der systematisierende und vergleichende Analysen des revolutionären Ablaufs in den Küstenstädten und in Hamburg dienten. MARTIN RACKWITZ (Kiel) zeichnete den schnellen Umschlag der Meuterei der Matrosen in Wilhelmshaven in der Nacht vom 29. zum 30. Oktober 1918 bis zur Revolution in Kiel, das heißt der Übernahme der politischen Macht durch den Arbeiter- und Soldatenrat unter Führung des als Kommissar nach Kiel gesandten SPD-Reichstagsabgeordneten Gustav Noske am 4./5. November 1918 nach. Der Ursache der Revolution als Folge des sich während des Krieges dramatisch zuspitzenden Gegensatzes von Matrosen und den leitenden Offizieren auf den Schiffen der Kriegsmarine ging STEPHAN HUCK (Wilhelmshaven) nach. Seine erfahrungsgeschichtlichen Untersuchungen über die Ursachen der Revolution am Beispiel der Tagebuchaufzeichnungen zweier Teilnehmer einer bereits im August 1917 erfolgten Weigerungshaltung von Mannschaften der Seekriegsflotte (der „große Ausmarsch“) zeigten die sozialpsychologische Komponente auf: der Loyalitätsbruch der Matrosen im Oktober 1918 ist auch als eine langfristige Folge der scharfen Disziplinarmaßnahmen der Marineleitung im August 1917 zu interpretieren. Bekanntlich endete diese mit der Anklage zweier Matrosen vor dem Seegericht und schließlich mit deren Hinrichtung..

JÖRN BRINKHUS (Kiel) stellte die Bezüge zwischen dem Beginn der Revolution an der Peripherie und der dann führenden Machtzentrale Berlin her. Seine Analyse schärfte den Blick für die unterschiedlichen Ausgangslagen und Entwicklungsdynamiken der Revolution in den Städten Norddeutschland wie besonders auch in Bezug auf die Machtzentrale Berlin, besonders im Hinblick auf die Januaraufstände von 1919. CHRISTINA EWALD (Hamburg) fokussierte ihren Beitrag auf die Revolution in Hamburg. Sie betrachtete im Wesentlichen den Zeitabschnitt von der Übernahme der politischen Macht durch den Arbeiter- und Soldatenrat am 6. November 1918 bis zu seinem Rücktritt am 30. März 1919. Mit der Unterteilung in drei Phasen [2] orientierte sie sich an der Dynamik des Machtkonfliktes zwischen MSPD, USPD und Linksradikalen um die konkurrierenden Vorstellungen eines reformistischen und eines sozialistischen Revolutionsmodells. Sie schlug in der Folge den Bogen zur neueren Revolutionsforschung, indem sie auf vielschichtige, manchmal paradox anmutende und gegensätzliche Erscheinungen der Umbruchszeit im hamburgischen Alltag (Freude an Vergnügungen; Mangelerfahrungen) hinwies, deren vertiefende Betrachtung im Zuge der laufenden Forschungen vorgesehen ist.

Deutlich anders als in den urbanen Metropolen sind die Verlaufsmuster der Revolution im hamburgischen Umland. ORTWIN PELC (Hamburg) stellte erste Ergebnisse seiner regionalhistorischen Recherchen zur Ausbreitung der Revolution im Großraum Hamburg vor, die sich sehr von den Verläufen in den industrialisierten urbanen Räumen unterscheiden. Doch auch für eine Großstadt wie Lübeck zeigte JULIAN FRECHE (Kiel) eine von Kiel abweichende Verlaufsvariante. Die Revolution in Lübeck wurde von aus Kiel zurückkehrenden Soldaten und Matrosen in die Stadt getragen. Der am 5. November 1918 gebildete Soldatenrat und der drei Tage später konstituierte Arbeiterrat wirkten dabei als Beschleuniger des bereits in den Kriegsjahren begonnenen politisch-demokratischen Umbaus mit. ALEXANDER GALLUS (Chemnitz) führte viele Fragen der Diskussion zusammen, indem er in seinem Hauptvortrag dem Aspekt einer „neuen“ und angemessenen Historiographie der Revolution von 1918/19 einen breiten Raum ließ. Die Aufgabe einer „anderen“ Geschichtsschreibung der „vergessenen“ [3] Revolution leitete er auch aus dem Widerspruch zwischen den tatsächlich durch die Revolution von 1918/19 eingetretenen Transformationen des politischen Systems und der Diskrepanz hinsichtlich der Sicht auf die Revolution in der Rezeption als zu vernachlässigende oder „stecken gebliebene“ ab.

Die charakteristischen Merkmale dieser zukünftigen Geschichtsschreibung sieht Alexander Gallus vor allem in der Erfahrungsgeschichte gegeben. Ihr besonderer Vorteil liege darin, dass sie es ermögliche, revolutionäre Transformationen seismografisch aufzuschreiben und dabei sowohl den politischen Systemwechsel wie auch die Gesamtperspektive in den Blick nehme. Sie verbinde nicht nur die Vielstimmigkeit der Akteure, ihre Utopien, ihre Ängste, ihr Handeln zu einer dichten Beschreibung, sondern beließe es bei ihrer jeweiligen Einordnung in Zeitlichkeit und Räumlichkeit. Die Revolution von 1918/19 werde damit „als offene historische Situation voller Lebendigkeit, Risiken gleichermaßen“ mit den „damals offen durcheinander gewirbelten Wegemarken und Befremdlichkeiten“ beschrieben. Das Panel „Alltag“ stellte sich als Illustration und Ergänzung der Ausführungen von ALEXANDER GALLUS aus kultur-, alltags- und gendergeschichtlicher Perspektive dar. So stellte SEBASTIAN MERKEL (Hamburg) die außerordentliche Bedeutung der dramatischen Ernährungslage für die Stimmung der Bevölkerung dar. Bis zum Frühjahr 1919 zwang die „ungeheure Not“ die Vertreter der ‚neuen’ und der ‚alten’ Macht dazu, gemeinsam Lösungen zu finden. Merkel unterstrich die Gefahren der unzufriedenen öffentlichen Stimmen für die Destabilisierung der politischen Situation, wie dies in den Sülzeunruhen vom Juni 1919 der Fall war. Umgekehrt konnte DIRK HEMPEL(Hamburg) für die unmittelbare Zeit nach der Revolution keine auffällige Diskontinuität des Kulturbetriebes in Hamburg feststellen. Dieser äußerst erstaunliche Befund ist vielleicht aber auch, so Dirk Hempel, der Tatsache geschuldet, dass die Forschungen einer grundlegenden Veränderung der Kulturszene/der kulturellen Landschaft Hamburgs seit November 1918 noch am Anfang stehen.

Ein besonderes Desiderat in der Forschung zur Revolution von 1918/19 ergibt sich aus der Perspektive der Geschlechtergeschichte. Die zahlreichen zeitgenössischen Fotos wie die historischen Darstellungen des Revolutionsgeschehens sparen – von Ausnahmen abgesehen – das weibliche Geschlecht aus. SABINE KIENITZ (Hamburg) umriss unter Hinweis auf den Stand der Forschung [4] programmatisch eine Reihe von zentralen Themenfeldern im Rahmen einer umfassenden Geschlechtergeschichte der Revolution. Zu den Desideraten zählen Untersuchungen über die traumatisierenden Folgen des Krieges für die ‚Überlebenden’, für die neuen Konstellationen in Familien und in der Paarbeziehung (die ‚Kriegerwitwe’) wie über die neue(n) Sexualität(en) und ihren Einfluss auf das Geschlechterverhältnis.

Das Panel „Kommunikation“ konzentrierte sich auf die Untersuchung der Funktion der Medien und der Kommunikationsformen, wobei neben den Informationsgehalten der Herstellungscharakter der Informationen und ihre Verbreitung im städtischen öffentlichen Raum hervorgehoben wurden. KONRAD DUSSEL (Mannheim) stellte die Bild- und Textgestaltung für die Berliner Ereignisse am Beispiel der „Illustrirten Zeitung“ vor, während OLAF MATHES (Hamburg) die Machart und Funktion der medialen bildlichen und schriftlichen Quellen, die in den Tagen der Revolution in Hamburg der Dokumentation, der Dramatisierung, der Information und der Meinungsbildung der Hamburgerinnen und Hamburger dienten, betrieb. Die zeitgenössischen Plakate machten in Anlehnung an die Techniken der Werbeplakate von neuen Techniken der Visualisierung und Beeinflussung („Flammenschrift“) Gebrauch und schufen auf der Seite der Rezipienten neue Lese- und Wahrnehmungsweisen. Der städtische Raum trat in den Dienst der medialen Kommunikation. Wände verwandelten sich zu Lesezeilen (Handzettel) und Informationsbörsen; Fotos, massenweise hergestellt und gelegentlich gefälscht, lenkten gezielt den Blick auf den urbanen Raums als Bühne der Ereignisse. Wurde hier deutlich, wie sehr der erfahrungsgeschichtlich Zugang durch die Kenntnis der medialen Quellen und ihrer modernen kommunikativer Funktionen erweitert werden muss, so gilt dies auch für die Untersuchung der Protestformen im metropolitanen Arbeitermilieu. So interpretierte KLAUS WEINHAUER (Bielefeld) die Protestformen der städtischen Arbeiterschaften als eine besondere Form der Kommunikation in solidarischen Netzwerken im städtischen Nahraum und machte Leistungen dieses Forschungsansatzes für die Neuinterpretation des Verhältnisses von Revolution und städtischen Milieus sichtbar.

Das Panel Beharrung und Aufbruch eröffnete Einblicke in sich verzögernde oder stockende Entwicklungsverläufe von gesellschaftlichen Transformationsprozessen in und nach der Revolution. RAINER NICOLAYSEN (Hamburg) zeigte, wie stark „Aufbruch und Beharrung“ im Bildungswesen gleichermaßen Kräfte entfalten konnten. Bedeutend für die Demokratisierung des allgemeinen Schulwesens waren die Forderungen des am 12.12. 1918 im Curiohaus gewählten Lehrerrates, der die Grundlagen der Bildungsreform für das Grundschulwesen in einem demokratisch verfassten Staat legte. Die Hauptziele der Reform, die Einheitsschule, eine demokratische Schulverwaltung sowie die Abschaffung des Religionsunterrichts, die zum Teil in das „Einheitsschulgesetz“ vom Mai 1919 eingingen, öffneten den Blick auf die neuen und breit angelegten gesellschaftlichen Reformprozesse der Demokratisierung. Wenn auch weitere Modernisierungen wie z. B. die Einführung der Selbstverwaltung der Schulen (Gesetz vom April 1920) oder der Ausbau des Mädchenschulwesens folgten, so stieß die Schulreform auch an Grenzen. Das Gymnasium als Schule der bürgerlichen Klassen blieb weiter bestehen. Gegenläufige Kräfte kennzeichneten auch die weitere Entwicklung der 1919 gegründeten Hamburger Universität. Hatte der Prozess der Universitätsgründung bereits im Kaiserreich eine konfligierende Konstellation zwischen Befürwortern und Gegnern hervorgebracht, die bis zum 18. März 1919 – in der letzten Sitzung der „alten“ Bürgerschaft – noch die Gründung der Universität verhinderte, konnte die Gründung von der neuen Bürgerschaft endlich vollzogen werden. Doch schlugen weder die Universität noch die gleichzeitig mit ihr gegründete Volkshochschule den reformerischen und demokratischen Kurs ein, den die SPD für beide vorgesehen hatte. Die Universität entwickelte sich eher konservativ, entsprechend den traditionellen und rückwärtsgewandten Vorstellungen ihrer großbürgerlichen Träger und Professoren. Die einzige demokratische Errungenschaft war die 1926 in der Bürgerschaft beschlossene Integration der Volksschullehrerausbildung in die Universität, die zu ihrer sozialen Öffnung beitrug. Ebenso wurde, wie KIRSTEN HEINSOHN (Hamburg) zeigen konnte, die Transformation des politischen Systems in Hamburg vom Ancien Régime zur parlamentarischen Republik im März 1918 durch Kräfte der Beharrung verlangsamt. So blieben der „alte“ Senat und die „alte“ Bürgerschaft ab dem 18. November 1918 entsprechend der Maßgabe des Arbeiter- und Soldatenrates bis zur Etablierung der demokratisch gewählten Republik im März 1919 im Amt, mit dem Recht, als kommunale Körperschaft zu agieren. Diese „kommunale Funktion“ diente als Einfallstor zur Ausweitung des Einflusses der traditionellen politischen und wirtschaftlichen Eliten. Über den Wirtschaftsrat, der sich am 28. November 1918 gründete, gelangte die Handelskammer mit ihrem Präses als Vorsitzenden und ihrem Syndikus als Geschäftsführer in eine ebenfalls wieder einflussreiche Position. Die modernen Kommunikations- und Verkehrstechnologien der Marine und der Landstreikkräfte in den Händen der Arbeiter- und Soldatenräte übten hingegen eine enorme Schubkraft auf die Geschwindigkeit der Verbreitung der Revolution aus, wie CHRISTIAN LÜBCKE (Tornesch) zeigen konnte. Im Panel „Rezeption“ illustrierten FRANKLIN KOPITZSCH (Hamburg) und GUNNAR ZIMMERMANN (Hamburg) die Möglichkeiten der Erfahrungsgeschichte anhand von 17 Texten, Lebenserinnerungen verschiedener Autorinnen und Autoren, aus denen sie die Multiperspektivität von Wahrnehmungen herausdestillierten. So entstand ein Tableau vielfältig gebrochener und zum Teil konträrer Sichtweisen von den traditionellen Eliten der Politik und der Wirtschaft (Werner von Melle, Max von Warburg) bis zu den Vertretern der jungen sozialdemokratischer Arbeiterschaft (Fritz Wartenburg).

Die Tagung machte in ihrem Ergebnis deutlich, dass Regionalgeschichte als vernetzte Geschichte der Revolution 1918/19 vielversprechende Ergebnisse durch die Einbeziehung der reichhaltigen Quellen der Erfahrungsgeschichte erzielen kann. Ebenso unterstrich KNUD ANDRESEN (Hamburg) in der Abschlussdiskussion, dass der erfahrungsgeschichtliche Ansatz durch das breite Spektrum von konzeptionellen Ansätzen aus den Kultur- und Medienwissenschaften wie den verschiedenen Subspezialitäten der Geschichtswissenschaften (Geschlechtergeschichte, Alltagsgeschichte) durch vielfältige methodische und theoretische Zugänge erweitert werden kann und muss. Darüber hinaus zeigte sich, dass die Konzentration auf ‚nur’ regionalhistorische Verläufe wesentliche Aspekte der revolutionären Dynamik nicht erfassen kann und somit die Verflechtungen mit den Ereignissen in der Hauptstadt Berlin und ihrer Rolle als Machtzentrum eine wesentliche Ergänzung darstellen. Nicht abgeschlossen werden konnten Fragen zur weiteren Abklärung des Revolutionsbegriffs. Das galt sowohl für den Revolutionsbegriff als Konzept für einen pragmatischen historischen Beschreibungsrahmen wie auch für die Revolutionsbegriffe unterschiedlicher ideologischer Prägungen (z. B. marxistischer vs. sozialistischer vs. sozialdemokratischer Revolutionsbegriff), ebenso für den Revolutionsbegriff in der politischen Theoriediskussion. Bleibt zu wünschen, dass die Anstöße und Anregungen zu einer Neuinterpretation der Revolution von 1918/19 einen breiten Niederschlag finden.

Konferenzübersicht:

Grußworte

BÖRRIES VON NOTZ (Stiftung Historische Museen, Hamburg)

Einführung

HANS-JÖRG CZECH (Stiftung Historische Museen, Museum für Hamburgische Geschichte, Hamburg)

Abendvortrag

ALEXANDER GALLUS (Chemnitz): Eine fast vergessene Revolution – Die Umbrüche von 1918/19 aus heutiger Sicht

Panel 1: Ereignisse und Vergleiche I

MARTIN RACKWITZ (Kiel): Kiel als Initialort der Revolution 1918. Und was passierte danach an der Förde?
STEPHAN HUCK (Wilhelmshaven): „… wie jener verhängnisvolle 8. August 1917 war auch dieser 9. November 1918”. Marinestreiks und Revolution in Wilhelmshaven.
JÖRN BRINKHUS (Bremen): Novemberrevolution – Räterepublik – Stacheldraht-Ostern. Die Revolution 1918/19 in Bremen
CHRISTINA EWALD (Hamburg): Als die rote Fahne am Rathaus wehte. Hamburg zwischen Revolution und Neuordnung

Panel 2: Ereignisse und Vergleiche II

OORTWIN PELC (Hamburg): Die Revolution im Großraum Hamburg
JULIAN FRECHE (Kiel) Die Revolution 1918/19 in der Hansestadt Lübeck
WOLF KARGE (Schwerin): Wie die Revolution 1918 den nationalen Konflikt der Thronfolgekrise in Mecklenburg-Strelitz löste

Panel 3: Alltag

SEBASTIAN MERKEL (Hamburg): Wie umgehen mit der „ungeheuren Not”? Mangelwirtschaft, Ernährung und Versorgung in Hamburg 1917-1919
DIRK HEMPEL (Hamburg): Das kulturelle Leben während der Revolution
SABINE KIENITZ (Hamburg): Die Abwesenheit der Väter. Alte und neue Familienkonstellationen nach dem Ersten Weltkrieg

Panel 4: Kommunikation

KONRAD DUSSEL (Mannheim): Bilder aus revolutionären Zeiten. Die Bildnachrichten der „Berliner Illustrirten Zeitung” 1918/19
OLAF MATHES (Hamburg): Bilder der Revolution
KLAUS WEINHAUER (Bielefeld) – in Vertretung vorgetragen von Kirsten Heinsohn (Hamburg): Lokale Ordnungen: Streiks, Straßenproteste und Gewaltkommunikation in Hamburg (1916-1923)

Panel 5: Beharrung und Aufbruch

RAINER NICOLAYSEN (Hamburg): Demokratische Impulse in Schule, Universität und Erwachsenenbildung
KIRSTEN HEINSOHN (Hamburg): Nach der Revolution. Politische Neuordnung in schwierigen Zeiten
CHRISTAN LÜBCKE (Tornesch): Revolutionäre oder Reaktionäre? Das IX. Armeekorps und die Hanseatischen Regimenter in einer Zeit der Umwälzungen.

Panel 6: Rezeption

FRANKLIN KOPITZSCH (Hamburg), GUNNAR ZIMMERMANN (Hamburg): Die Revolution von 1918/19 in Hamburger Selbstzeugnissen

Abschlussdiskussion: Knud Andresen (Hamburg)

Anmerkungen:
[1] Eric Hobsbawm, Das Zeitalter der Extreme. Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts. München 1998, 10. Aufl. (Engl. Originalausgabe 1994 London, 1. Deutsche Ausgabe 1995.) Die Zitate ebd., S. 78 und S. 79.
[2] Zum Phasenverlauf vgl. Reinhard Rürup, Probleme der Revolution in Deutschland 1918/1919. Steiner, Wiesbaden 1968.
[3] Alexander Gallus, Die vergessene Revolution von 1918/19. Göttingen 2010.
[4] Cathleen Canning, Gender and the Imaginary of Revolution in Germany. In: Klaus Weinhauer, Anthony McElligot, Kirsten Heinsohn (Hrsg.), Germany 1916-23. A Revolution in Context. Bielefeld 2015, 103-126.

Zitation
Tagungsbericht: Die Revolution 1918/19 in Hamburg. Ereignisse, Vergleiche und Bewertungen, 29.06.2017 – 30.06.2017 Hamburg, in: H-Soz-Kult, 12.02.2018, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-7554>.