Gezähnte Geschichte. Die Briefmarke als historische Quelle

Ort
Erfurt
Veranstalter
Silke Vetter-Schultheiß, Technische Universität Darmstadt; Pierre Smolarski, Fachhochschule Bielefeld; René Smolarski, Universität Erfurt
Datum
12.10.2017 - 15.10.2017
Von
Liska Kübel / Dominik Gärtner, Philosophische Fakultät, Universität Erfurt

Betrachtungen und Kritiken zur Nutzung der Philatelie in der Geschichtswissenschaft sowie unterschiedliche Ansätze und Fragestellungen hinsichtlich der Verwendung von Postwertzeichen als historische Quellen standen im Mittelpunkt der mehrtätigen Konferenz in Erfurt. Wie die Veranstalter SILKE VETTER-SCHULTHEIß (Darmstadt), PIERRE SMOLARSKI (Bielefeld) und RENÉ SMOLARSKI (Erfurt) in ihrer Begrüßung betonten, standen das Zusammenwirken von Philatelisten und Wissenschaftlern unterschiedlicher Bereiche im Fokus. Eine neben der Tagung organisierte Ausstellung des Landesverbandes Thüringer Philatelisten e. V. veranschaulichte die sich ergebende Vielzahl historischer Perspektiven auf dieses Medium.

Zunächst betonte GOTTFRIED GABRIEL (Konstanz) in seiner Keynote die immense Bedeutung der Briefmarke zur Verbreitung politischer Propaganda und die hierfür bezeichnende Wiederkehr von Motiven am Beispiel der unterschiedlichen, systembedingten Darstellungen des Brandenburger Tors als Symbol der faktischen Trennung wie auch der propagierten Einheit. Hieran verdeutlichte er vor allem auch die Unterschiede zwischen ost- und westdeutschen Darstellungen, um hoheitlich kalkulierte Botschaften in das politische Selbstverständnis der Gesellschaft zu streuen.

Anschließend besprach REINHARD KRÜGER (Berlin) im zweiten Abendvortrag die Notwendigkeit der Entwicklung von Theorie und Methodik, insbesondere einer Quellenkritik, zur Nutzung der Philatelie als Quellenlieferant sowie die sich daraus ergebenden Fragestellungen. Dabei wies er zugleich auf die zu berücksichtigenden kultur- und ideengeschichtlichen Aspekte hin. Als Materialien der visuellen Kommunikation seien die bei der Evolution von Postwertzeichen aktiven Auswahlmechanismen ebenso zu beachten wie auch kommunikationswissenschaftliche Methoden und Ziele in historischer Perspektive.

Die erste Sektion der Tagung eröffnete CHRISTIAN ROHR (Bern), der anhand eines seriell-ikonografischen Vergleichs österreichischer und schweizerischer Briefmarkenemissionen zeigte, in welcher Form das Selbstverständnis alpiner Staaten hinsichtlich kultureller Fragen und ihres Heimatbildes an Briefmarkenmotiven abgelesen werden kann. Dabei würden in der Motivwahl neben den Bergen selbst auch die dort ansässige Flora und Fauna sowie traditionelle Elemente, wie regionale Trachten oder alpenländische Bauweisen, eine maßgebliche Rolle spielen.

Im zweiten Teil der Sektion beleuchtete SILKE VETTER-SCHULTHEIß (Darmstadt) die Wechselwirkung zwischen Postministerium und gesellschaftlichem Engagement im Umweltschutz. Dabei wurde deutlich, dass Briefmarkenmotive bereits seit den 1970er-Jahren die Debatte um Natur- und Umweltschutz in der Bundesrepublik aktiv mitgestalteten, wobei sich die Motivwahl bis heute nicht einschneidend veränderte. Im Kern würden diese von idyllischen Landschaftsdarstellungen, mahnenden Dystopien und den technischen Möglichkeiten alternativer Energienutzung geprägt.

In der Sektion Nationalsozialismus gab zunächst FRANZ TRÖGER (Bamberg) einen Einblick in die Art und Weise, wie die Briefmarke im Dritten Reich von Seiten des Regimes zu Propagandazwecken genutzt wurde. Neben einer Vielzahl anderer Medien kam auch den Postwertzeichen die elementare Aufgabe zu, die sichtbare Realität des Krieges zu kaschieren und eine heile Welt zu suggerieren. Darüber hinaus stellten Briefmarken eine Möglichkeit zur Geldbeschaffung dar; so flossen sämtliche Zuschläge für Sonderbriefmarken in den „Kulturfonds des Führers“.

Im Anschluss erläuterte RENÉ SMOLARSKI (Erfurt) die Funktion der Briefmarke bei der Propagierung des nationalsozialistischen Geschlechter- und Familienbildes. Dabei wurde aufgezeigt, dass Postwertzeichen ganz entschieden die den deutschen Frauen zugedachte Rolle als Mutter und Hausfrau einerseits transportierten und andererseits den deutschen Mann als arbeitenden Versorger der Familie präsentierten. Dass Frauen den durch den Krieg ausgelösten Arbeitskräftemangel in Industrie und Landwirtschaft maßgeblich mit auffingen, sei dabei bis zuletzt außer Acht gelassen worden.

JASPER M. TRAUTSCH (Regensburg) verwies auf die bislang unterschätzte Funktion der Briefmarke bei der Herausbildung von supranationalen Identitäten und der Vermittlung von Weltbildern. Anhand der Untersuchung von Weltkartenmotiven auf Postwertzeichen nordamerikanischer und westeuropäischer Staaten könne man nachvollziehen, wie diese mit Einsetzen des Kalten Krieges visuell eine atlantische Gemeinschaft propagierten. Trautsch bezog dabei ebenfalls die Problemstellung der schwer nachvollziehbaren Konsumentenrezeption in seine Ausführungen ein.

Die Sektion Zeit und Raum wurde von FRIEDRICH VON PETERSDORFF (Fronhausen) vervollständigt, welcher die räumlichen und temporalen Aspekte der Briefmarken diskutierte. Durch ihre Funktion als Sammelobjekt löse sich die Briefmarke aus ihrer sekundären Rolle im Verhältnis zum Brief und würde so zu einem eigenständigen Medium, in welchem über die zeitliche Beschränkung ihrer Gültigkeit als Postwertzeichen hinaus historische Sachverhalte vermittelt werden könnten. Von Petersdorff sprach in diesem Zusammenhang von der Briefmarke als „visuellem Archiv“.

OLIVER BENJAMIN HEMMERLE (Grenoble) analysierte in seinem Beitrag einen, obgleich von erheblicher Quantität, bislang kaum berücksichtigten Aspekt der Philatelie zur Zeit des Kalten Krieges: die „Cinderella“-Marken. Hierbei handelt es sich um nichtamtliche Briefmarken, die von Exilregierungen oder kulturellen Vereinigungen herausgegeben wurden. Dabei legte der Vortragende besonderen Fokus auf die hierin erfolgte Darstellung antikommunistischer Inhalte und thematisierte so den Postkrieg auch von Seiten nicht international anerkannter Staatengebilde sowie deren jeweiliges Selbstverständnis.

In einem anschaulichen Abendvortrag beschloss CHRISTOPH KUHLMANN (Ilmenau) den zweiten Tag der Konferenz, in welchem er seine auf einer Vollerhebung basierende Untersuchung zu Briefmarken als Medien der internationalen Kommunikation seit Mitte des 19. Jahrhunderts vorstellte. Die durch eine qualitative Inhaltsanalyse erzielten Ergebnisse wurden dabei nach regionalen und zeitlichen Kriterien geordnet und gaben einen überaus präzisen Überblick über die weltweite Nutzung von Briefmarkenmotiven.

Den dritten Veranstaltungstag eröffnete SEBASTIAN LIEBOLD (Chemnitz) mit seiner Darstellung der Entwicklung türkischer Briefmarken seit Mitte des 20. Jahrhunderts. Es sei klar erkennbar, dass die Postwertzeichen elementare Bestandteile des Selbstverständnisses der türkischen Republik aufgriffen und zum Ausdruck brachten. Darunter zählten Demokratie, Laizität, Nationalismus und die Gleichstellung der Frau, wobei die Verknüpfung dieser Aspekte mit der Person Mustafa Kemals dessen überdurchschnittliche Präsenz erklärt.

FLORIAN MARTIN MÜLLER (Innsbruck) zeigte in seinem Vortrag anhand des zerfallenden Staates Jugoslawien die Bedeutung der Briefmarke als Medium der Konfliktaustragung und Propaganda streitender Parteien sowie die hieraus geschöpfte Legitimation neugegründeter Staaten durch intensiven Rückbezug auf einschlägige Symbolik und Geschichte. Insofern verdeutliche sich hieran eine Verbindung zwischen archäologisch sowie historisch begründeter Identifikation und deren Deklaration mittels der Philatelie.

In der Sektion „Technikgeschichte“ stellte ANNEMARIE MÜLLER (Jena) einen Vergleich der Jubiläumsmarken der DDR aus den Jahren 1959 sowie 1964 an und konstatierte, dass sich hierbei – trotz des Fehlens eindeutiger Bezüge zu den Festlichkeiten – die Thematisierung der Einheit von Staat und Gesellschaft im Sinne der 3-Elemente-Theorie (Staatsgebiet, Staatsvolk, Staatsgewalt) abzeichne. Hier bilde sich durch die Darstellung ökonomischer Stärke und klarer politischer Symbole ein zukunftsweisendes Motiv sozialistischer Propaganda von Wiederaufbau, Wirtschaftskraft und Modernisierung.

Auch ELISABETH SCHABER (Leipzig) veranschaulichte anhand der DDR-Raumfahrtmarken die Bedeutung der Briefmarke als Propagandamittel und Machtlegitimation durch technischen Fortschritt und Eroberung des Weltraumes. Insbesondere an der Schnelligkeit der Markenausgabe zeige sich die Bedeutung der Ereignisse für die sozialistische Gesellschaft, welche damit nachrichtenartig erreicht wurde. Diese Vorwegnahme sowie die engen Vorgaben an ihre Gestaltung haben jedoch starke Idealisierungen und Mängel an Detailtreue zur Folge.

Ähnlich idealisiert verhielten sich Darstellungen von Kampftruppen der SED-Arbeiterklasse auf DDR-Briefmarken, wie TILMANN SIEBENEICHNER (Berlin) in seinem anschließenden Beitrag ausführte. Die propagandistische Verwendung dieses Motivs zeige sich insbesondere in dessen Rezeptionsgeschichte, welche eine gezielte Assoziation der Arbeiterklasse mit DDR-staatlichen Organisationen präsentiere, anstatt sie mit ihren historischen Vorgängerorganisationen zu verbinden. So ersticke diese „Verstaatlichung“ und ihre faktische Einschränkung die revolutionären Traditionen als „Erbe der SED“.

Hierauf folgte MARKUS POHL (Paderborn), welcher die auf Briefmarken umgesetzte Vorstellung Kaiser Karls V. als Symbolfigur eines geeinten Europa diskutierte. Im Zuge des einsetzenden europäischen Integrationsprozesses erschienen zahlreiche Publikationen, welche Karl V. als Patron der europäischen Idee thematisierten, was jedoch auf Wiederstand stieß. Dennoch würde Karl V. auf Briefmarken mit europäischem Bezug in westeuropäischen Staaten gelegentlich in eben jener Funktion präsentiert.

In dem sich anschließenden Impulsvortrag stellte WERNER BODDENBERG (Berlin) die korrespondierenden Bildmotive Kriegsgefangener in Ost- und Westdeutschland anhand der Entstehungsgeschichte der Kriegsgefangenenmarke von 1953 in der BRD dar. Dabei verdeutlichte er deren Genese, beginnend bei historischen Fotografien und dem damit erzeugten Bild der Kriegsgefangenen in der Heimat.

Hiernach stellte CHRISTIAN KÖNNE (Kaiserslautern) eine von ihm durchgeführte Untersuchung von Geschichtslehrbüchern vor, deren Ziel es war, die Häufigkeit der Verwendung von Briefmarken sowie Art und Umfang der Einbindung durch Bearbeitungsaufgaben aufzuzeigen. Dabei ließe sich neben der überwiegenden Mehrheit lediglich illustrativer Briefmarken insbesondere eine Fülle an fehlenden bzw. fehlerhaften Angaben feststellen. Insgesamt ergebe sich daraus ein immenses Potential der Ausweitung des Briefmarkeneinsatzes zu didaktischen Zwecken.

Anschließend diskutierte BJÖRN ONKEN (Essen) die Möglichkeit einer intendierten Bedeutungszuweisung an bestimmte Persönlichkeiten durch Abbildung und Wertverteilung auf Briefmarken. Obgleich die Programmsetzung durch die alliierten Mächte erfolgte, spiegele sich in den Übernahmen ausgewählter Köpfe in Ausgaben von BRD und DDR eine Identitätssuche im Sinne einer moralischen Wiederbelebung nach der Niederlage des Zweiten Weltkriegs wider.

DIETRICH ECKLEBE (Blankenburg) demonstrierte anhand ausgegebener Welterbe-Briefmarken die Verwendung dieses Mediums zur Dokumentation und Erhaltung der Erinnerungskultur sowie die sich hieraus ergebende Eignung als Bildquelle zur historischen Rekonstruktion. Gleichzeitig, so verdeutlichte der Vortragende, könne die Abbildung als Mahnung und Anklage gegen die Zerstörung von Weltkulturerbe fugieren, wie dies auf irakischen Briefmarken am Beispiel durch den IS zerstörter Kulturstätten erfolge.

Im Anschluss besprach PIERRE SMOLARSKI (Wuppertal / Bielefeld) die unterschiedliche Darstellung von Arbeit als Lebenswelt und -notwendigkeit auf den Briefmarken von Bundesrepublik und DDR. Als Kern der Gesellschaft stelle sie sich gleichsam individuell und politisch organisiert dar und polarisiere zwischen Idealen von Heldentum und Tradition. Insbesondere auf den DDR-Marken beziehe sich die Darstellung von gesellschaftlich-technischem Fortschritt regelmäßig auf Aspekte der Arbeitswelt.

Medizingeschichtlich setzte sich SEBASTIAN KNOLL-JUNG (Stuttgart) in seinem Beitrag mit der Entwicklung der Wohlfahrtsmarken aus privaten Spendenmarken ohne Frankaturkraft, insbesondere zur Unterstützung der Tuberkulosehilfe, hin zu offiziellen Zuschlagsmarken auseinander. Festzustellen sei dabei die vorrangige Verwendung von Unfallverhütungsmotiven in den westlichen Besatzungszonen und das Fehlen von Zuschlagsmarken in der DDR. Hier konzentriere sich die Ikonografie vielmehr auf die Darstellung typischer Gedenkanlässe und medizinischer Fortschritte.

Im letzten Vortrag der Tagung stellte THOMAS RICHTER (Aachen) seine Untersuchung zu typischen Darstellungen und Motiven der Reformation vor. Dabei analysierte er die Eignung von Architektur, Personen und akademischen Entwicklungen sowie deren historische Annehmbarkeit, wobei eine auffällige Zentrierung auf die Person Luthers auch in der DDR festzustellen sei. Im Ergebnis zeigten sich idealistisch interpretierte und teilweise widersinnige Darstellungen, welche mittels des Mediums der Briefmarke die Erinnerungskultur erheblich beeinflussten.

Schließlich wurden in der Abschlusssitzung die während der Tagung durch die Vielzahl an unterschiedlichen Perspektiven gewonnen Eindrücke und Erkenntnisse diskutiert. Die dabei festgestellte Interdisziplinarität des Aufgabenfeldes ließ viel Raum für anregende Diskussionen. Im Ergebnis bleibt festzuhalten, dass die Forschung zur Briefmarke als historische Quelle neben der bereits eingangs angesprochenen Entwicklung einer Theorie und Quellenkritik insbesondere eine Kontinuität benötigt, um die notwendige Institutionalisierung zu erreichen. Auch die Betrachtung der Philatelie als Gesamtheit im Sinne eines wichtigen Teils der Postgeschichte sollte dabei beachtet werden, um Vorurteile gegenüber dieser bisher noch wenig beachteten Quellengattung abzubauen.

Konferenzübersicht:

Silke Vetter-Schultheiß (Darmstadt) / Pierre Smolarski (Bielefeld) / René Smolarski (Erfurt): Begrüßung

Keynote

Gottfried Gabriel (Konstanz): Die politische Bildersprache der Briefmarken

Reinhard Krüger (Berlin): Das Postwertzeichen als Hieroglyphe der Moderne

Sektion 1: Umweltgeschichte

Christian Rohr (Bern): Alpine Landschaften, Kultur und Infrastruktur im Spiegel österreichischer und Schweizer Briefmarkenemissionen nach 1945

Silke Vetter-Schultheiß (Darmstadt): Natur im Miniaturformat. Umweltschutzmarken der BRD von 1950 bis 1990

Sektion 2: Nationalsozialismus

Franz Tröger (Bamberg): Briefmarken im politischen Kalkül des NS-Staates

René Smolarski (Erfurt): „… zwei Welten im Leben eines Volkes“. Nationalsozialistische Geschlechterrollen im Spiegel der Briefmarken des Dritten Reiches (1933–1945)

Sektion 3: Zeit und Raum

Jasper M. Trautsch (Regensburg): Weltkarten auf Briefmarken als Vermittler von westlichen Weltbildern im 20. Jahrhundert

Friedrich von Petersdorff (Fronhausen): Zeitliche und räumliche Aspekte der Medialität von Briefmarken

Sektion 4: Kalter Krieg

Oliver Benjamin Hemmerle (Grenoble): Ikonographie des Kalten Krieges en miniature. Cinderella-Philatelie und antikommunistische Exilorganisation

Abendvortrag

Christoph Kuhlmann (Ilmenau): Briefmarken als Medien der internationalen Kommunikation. Eine globale Vollerhebung von 1840 bis 2000

Sektion 5: International

Sebastian Liebold (Chemnitz): Demokratie abgestempelt? Türkische Briefmarken als Zeitzeichen

Florian Martin Müller (Innsbruck): Archäologische Funde auf Briefmarken zur Legitimation historischer Kontinuität am Beispiel des zerfallenden Jugoslawiens und seiner Nachfolgestaaten

Sektion 6: Technikgeschichte

Annemarie Müller (Jena): Von Passagierflugzeugen, Traktoristinnen und Kernreaktoren. Politische Selbstdarstellung auf Postwertzeichen am Beispiel der Jahrestage der DDR 1959 und 1964

Elisabeth Schaber (Leipzig): Politisches Agitationsmittel und Exportartikel. Die Raumfahrtbriefmarken der DDR

Sektion 7: Politikgeschichte

Tilmann Siebeneichner (Berlin): Mythos mit Zackenrand. Das revolutionäre Erbe der SED und die Kampfgruppen der Arbeiterklasse auf DDR-Briefmarken

Markus Pohl (Paderborn): Sieger von Mühlberg und Ahnherr Europas? Kaiser Karl V. als Briefmarkenmotiv. Wie eine politische Idee sich auf Briefmarken durchsetzt

Impulsvortrag

Werner Boddenberg (Berlin): Die Kriegsgefangenen-Gedenkmarke der Bunderepublik Deutschland von 1953. Das Bild des Kriegsgefangenen als Mittel der Propaganda und Gegenpropaganda

Sektion 8: Deutsch-Deutsche Geschichte

Christian Könne (Kaiserslautern): Briefmarken im Geschichtsunterricht. Historisch-didaktische Potenziale und ihre Umsetzung in Schulbüchern der Bundesrepublik und der DDR

Björn Onken (Essen): Wer sind die berühmtesten Deutschen? Briefmarken als Quelle zur Geschichtskultur in der BRD und der DDR 1949–1970

Sektion 9: Gesellschaft und Kultur

Dietrich Ecklebe (Blankenburg): Welterbe auf Briefmarken. Millionenfach festgehaltene und jedem zugängliche Zeitzeugen

Pierre Smolarski (Wuppertal/Bielefeld): Das Animal Laborans im Spiegel der Briefmarken

Sektion 10: Religions- und Medizingeschichte

Sebastian Knoll-Jung (Stuttgart): Nur Köpfe berühmter Mediziner? Briefmarken als Quellen für die Medizingeschichte

Thomas Richter (Aachen): Gezähnte Reformation. Bilder der Reformation auf deutschen Briefmarken. Philatelistisch-historische Anmerkungen zur Geschichtspolitik von Bundesrepublik und DDR

Zitation
Tagungsbericht: Gezähnte Geschichte. Die Briefmarke als historische Quelle, 12.10.2017 – 15.10.2017 Erfurt, in: H-Soz-Kult, 28.02.2018, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-7577>.