Politische Fußball-Mythen. 12. Sporthistorische Konferenz Irsee

Ort
Irsee
Veranstalter
Schwabenakademie Irsee
Datum
16.02.2018 - 17.02.2018
Von
Markwart Herzog, Schwabenakademie Irsee

Mit einem Grußwort eröffnete HERMANN QUECKENSTEDT (Osnabrück) als Kuratoriumsmitglied der Kulturstiftung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) die 12. Sporthistorische Konferenz Irsee. Sodann dankte MARKWART HERZOG (Irsee) der DFB-Kulturstiftung für großzügige finanzielle Unterstützung und erläuterte die Verwendung des Begriffs „Mythos“. Dieser werde in einem weiten Sinn als Erzählung verstanden, die einen wahren Kern enthält, der um fiktionale Bestandteile erweitert wird. Kritik und Dekonstruktion der fiktionalen Ergänzungen stünden ebenso im Zentrum der Tagung wie die daraus entstehenden Deutungskonflikte sowie der Beitrag der Mythen zur Konstruktion von Gruppenidentitäten.

Die erste Sektion widmete sich dem DFB. Zunächst standen die Sportpolitik des Verbandes und dessen Positionierung zur Allgemeinpolitik im Fokus. SVEN GÜLDENPFENNIG (Voburg) referierte über die Anfänge des DFB in der Kaiserzeit. Er zeigte auf, wie die Sportpolitik das Primat vor der Allgemeinpolitik hatte, und exemplifizierte dies an der damals virulenten „Spielplatzfrage“. Mit der Schaffung einer ersten Infrastruktur sei der DFB in der Frühphase seiner Geschichte voll ausgelastet gewesen. Da er u.a. mit der Deutschen Turnerschaft in scharfer Konkurrenz stand, war er genötigt, nach Verbündeten in einem „feindlichen Umfeld“ zu suchen. Damit war er insbesondere im Militär erfolgreich. Dennoch habe der Verband relativ spät in die „Fanfare der Kriegstreiber“ eingestimmt. Mit diesem „Pflichttribut an die Zeit“ sei er kein Vorreiter, sondern Mitläufer und Nachzügler gewesen, habe jedoch sein politisch neutrales Selbstverständnis verraten. Die Positionierung des DFB zum Ersten Weltkrieg sei das Paradebeispiel eines Sportverbandes, der die Grenzen seines Auftrags überschreitet.

Die politische Ausrichtung des DFB seit den 1970er-Jahren analysierte NILS HAVEMANN (Stuttgart) am Beispiel der Kontroversen über den langjährigen Verbandsvorsitzenden Hermann Neuberger und dessen mutmaßliche Beziehungen zu dem Jagdflieger und Nationalsozialisten Hans Ulrich Rudel. Anhand einer detaillierten Auswertung der Berichterstattung über die 1978 in Argentinien ausgetragene Fußball-WM zeigte Havemann, dass die deutschen Medien zunächst wahrheitsgemäß berichteten, Rudel sei im Trainingslager der Nationalmannschaft von Bundestrainer Helmut Schön empfangen worden, der mit Rudel durch Soldatenkameradschaft verbunden war. Um den DFB für diesen Empfang zu skandalisieren, behaupteten dieselben deutschen Leitmedien kurz darauf, Rudel sei von Neuberger der Hof gemacht worden. Havemann interpretierte diese Kehrtwende damit, dass der vielen wenig sympathisch erscheinende Neuberger sich für die Skandalisierung besser eignete als Schön, der als vermeintlicher „Liberaler“ mit der Ära des Bundeskanzlers Willy Brandt assoziiert wurde. Neuberger sei darüber hinaus zu Unrecht vorgeworfen worden, mit der argentinischen Militärdiktatur kollaboriert zu haben. Vielmehr habe sich Neuberger für politisch Verfolgte einsetzen wollen, sei jedoch von der sozial-liberalen Bundesregierung daran gehindert worden. Die „Rudel-Affäre“ sei lange Zeit als Ausweis der politisch rechtslastigen Ausrichtung des DFB vor jedem größeren Fußballereignis gebetsmühlenhaft wiederholt worden. Heute jedoch werde der Verband nicht mehr mit diesem Stigma belegt, weil er sich aus opportunistischen Erwägungen den Erwartungen des 'Mainstreams' beuge. Dies führe dazu, dass der DFB richtigerweise Rassismus, Antisemitismus und Gewalt im Stadion bekämpfe, wenn sie von Neonazigruppen ausgingen. In seiner Unterstützung für den „Kampf gegen rechts“ habe der Verband aber offenkundig übersehen, dass Rassismus, Antisemitismus und Gewalt unter Gruppen, die sich als „links“, „antikapitalistisch“ oder „antifaschistisch“ betrachten, nicht minder verbreitet seien. Durch diese Ignoranz habe der DFB in den Stadien selbst zu einem Klima der Gewalt beigetragen, in dem beispielsweise die hemmungslosen Aggressionen gegen Sponsoren wie Dietmar Hopp oder gegen Vereine wie RB Leipzig erst hätten gedeihen können.

Nach Spuren des Mythos vom VfL Osnabrück als „Arbeiterverein“ suchte sodann HERMANN QUECKENSTEDT (Osnabrück). Zwar instrumentalisiere die SPD den VfL vor Wahlen für Werbezwecke und die Fanliteratur tituliere den VfL gelegentlich als „Arbeiterverein“. Doch lägen die sozialhistorischen Wurzeln des Vereins im Bürgertum, und das mit intensiven Beziehungen zum Militär. Somit liefere der VfL ein Beispiel für die immer wieder vertretene sozialromantische Vorstellung, der Fußball sei ursprünglich ein Arbeitersport gewesen.

MARKWART HERZOG (Irsee) rekapitulierte das die Vereinsgeschichte beschönigende und historisch unhaltbare Selbstbild des FC Bayern München im „Dritten Reich“ anhand der Panels im Vereinsmuseum „FC Bayern Erlebniswelt“ und der Wanderausstellung „Verehrt – Verfolgt – Vergessen“. Dass der Mythos vom FC Bayern als „Judenclub“ und „Opfer des Nationalsozialismus“, der nach 1933 eine veritable „Heldengeschichte“ geschrieben habe, sich so lang in der öffentlichen Meinung halten konnte, erklärte der Referent mit der breiten Unterstützung, die der deutsche Rekordmeister von Seiten einflussreicher Medien und gesellschaftlicher Gruppierungen erfahren habe, die sonst für ihre „kritische“ Haltung bekannt seien. Darunter etwa die „Süddeutsche Zeitung“, der Göttinger Verlag „Die Werkstatt“ oder die Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau. Jedoch sei die Kraft quellengestützter Argumente letztlich so groß gewesen, dass der FC Bayern dem Weg folgen musste, den der Potsdamer Sporthistoriker Hans Joachim Teichler im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ gewiesen habe[1], nämlich die Geschichte des Vereins im „Dritten Reich“ vom Münchner Institut für Zeitgeschichte erforschen zu lassen. Damit habe der FC Bayern das Dunkel der politischen Sportmythologie verlassen und sich, wenn auch nach langem, zähem Widerstand, ins Licht der Aufklärung gewagt.

Mit einem Fußballmythos ganz anderer Art räumte TILL E. DEHNE-NIEMANN (Kaiserslautern) auf. Dass Erfolge und Misserfolge der deutschen Nationalelf sich positiv oder negativ auf den Ausgang von Wahlen auswirkten, beruhe auf dem Fehlschluss, die zeitliche Aufeinanderfolge der Resultate von Fußballspielen und Wahlen als kausale Beziehung zu deuten. Diese Sicht sei schon allein deshalb falsch, weil sich ein Einfluss von Spielergebnissen auf die Stimmung in der Bevölkerung nur für einen verschwindend kurzen Zeitraum messen lasse, sodass daraus kein Einfluss auf das Wahlverhalten abgeleitet werden könne.

JEAN CHRISTOPHE MEYER (Strasbourg, France) untersuchte die Bedeutung von Fußballstars in Fortsetzungsgeschichten der 1950er-Jahre in den Magazinen „France Football“ und „Der Kicker“. Im Fokus standen der deutsche Nationalspieler Fritz Walter und dessen Zeit im Zweiten Weltkrieg, ferner Bert Trautmanns Weg vom britischen Kriegsgefangenen zum viel umjubelten Torhüter des Manchester City FC, das an Abenteuern reiche Leben des brasilianischen Stürmers Yeso Amalfi und die von den politischen Unruhen seines Landes gezeichnete Karriere des ungarischen Nationalspielers Ferenc Puskás. Die vier Seriengeschichten verkündeten die Botschaft, dass Fußball Frieden stifte – „auf dem Platz“ und jenseits des Stadions. Sport und Krieg verhielten sich „wie Feuer und Wasser“. Deshalb hätten sich die Erzählungen rund um Fritz Walters Soldatenzeit konsequent revanchistischer Töne enthalten.

Ein in der Sportpublizistik verbreitetes Narrativ nahmen ARNE NIEMANN (Mainz) und ALEXANDER BRAND (Kleve) ins Visier. Demzufolge seien die Wettbewerbe der UEFA Champions League aufgrund ihrer Regelmäßigkeit und medialen Rezeption ein emotionales Bindemittel, das die europäische Integration in Richtung einer „post national political identity“ vorantreibe. UEFA-Funktionäre insistierten, der Fußball meistere eine Herausforderung, an der die Politiker scheiterten. Jedoch dränge sich hier, so die Referenten, der Verdacht auf, dass sportökonomische Interessen mit der Europaidee nicht nur legitimiert, sondern zugleich verschleiert würden. Mit ihrer Klage über die „evils of commercialisation“ des Fußballs ziele die Kritik zahlreicher Fangruppierungen in eben diese Richtung. Ausgerechnete die Netzwerke dieser antikapitalistischen Aktivisten, die eine Abspaltung der Leistungsspitze von der Basis bekämpfen, bestätigten die Grundthese von der einigenden Kraft des Sports: „becoming European through football“.

Für viele politisch interessierte Fußballfans gilt es als unumstößliche Wahrheit, dass in der spanischen Fußballgeschichte Gut und Böse klar auf Real Madrid und FC Barcelona verteilt seien: die einen Anhänger des Franco-Faschismus, die anderen dessen Opfer und heldenhafte Kämpfer für Freiheit und Gerechtigkeit. Wie fragwürdig solche Narrative werden können, wenn sie durch Archivrecherchen auf die Probe gestellt werden, demonstrierte SVEN EHLERT (Duisburg-Essen). So gehörten symbolische Akte kommunikativer Widerständigkeit zwar schon seit langem zu den Ritualen der Fans auf den Tribünen, jedoch hätten die Funktionäre des FC Barcelona mit dem Franco-Regime intensiv kollaboriert. So könne etwa beim Bau des Stadions Santiago Bernabéu oder bei Spielertransfers die Geschichte des katalanischen Clubs als die eines Profiteurs des Franquismus geschrieben werden. Nicht zuletzt ließen sich verschiedene, zu Skandalen aufgebauschte Beispiele angeblicher Benachteiligung durch Schiedsrichter ins Reich unbewiesener Opfermythen verbannen.

Einen weiteren politischen Fußballmythos suchte ILAN RACHUM (Ramat-Gan, Israel) zu dekonstruieren. Der Spezialist für brasilianische (Fußball-)Geschichte setzte sich mit der populären Erzählung auseinander, der zufolge der ungemein beliebte, charismatische und mediengewandte Spieler Sócrates gemeinsam mit anderen politisch aktiven Spielern den Umbruch Brasiliens von einer Militärdiktatur zu einer Demokratie auf den Weg gebracht habe. Zwar hätten die Spieler des SC Corinthians Paulista in den frühen 1980er-Jahren eine relativ weit gehende Mitbestimmung durchgesetzt. Jedoch bezweifelte Rachum, dass Sócrates’ öffentliches Eintreten für den politischen Wandel etwas ausgerichtet habe. Vielmehr seien im Brasilien zur Zeit der „Democracia Corinthiana“ die Weichen bereits so weit in Richtung freier Wahlen und parlamentarischer Demokratie gestellt gewesen, dass es eines Anstoßes des Fußballs nicht bedurft hätte, um die Geschichte des Landes in diese Richtung zu lenken.

Einen anderen Akzent verlieh dem Mythos-Begriff MOSHE ZIMMERMANN (Jerusalem), indem er die Bedeutung von zwei israelischen Fußballspielern herausarbeitete, die über den üblichen Starkult hinaus eine mythische Dimension erlangten: Jacob Chodorov und Joshua Glaser. Beide Nationalspieler gehörten der „Generation der Wiederauferstehung“ in der „Kampfzeit“ der Jahre 1945 bis 1948 an. Als „Muskeljuden“ im Sinn Max Nordaus repräsentierten sie den Typus des „neuen Juden“, der den Sport nicht um seiner selbst, sondern um der Nation willen betrieb. Sie verweigerten sich dem Professionalismus, lehnten aus Prinzip alle Angebote ausländischer Vereine ab. Die wichtigsten Spiele, die ihren nationalen Ruhm begründeten, waren Niederlagen, bei denen die israelische Ländervertretung die Rolle des David gegen einen übermächtigen Goliath spielte, aber im Gegensatz zum biblischen David besiegt wurde.

Mit der ältesten nationalen Fußballrivalität der Welt, der zwischen England und Schottland, befasste sich GEOFF HARE (Edinburgh, UK). Er ging unter anderem auf die ABE-Kampagne („Anyone But England“) ein, die für die angebliche Illoyalität vor allem schottischer Fans gegenüber der englischen Nationalmannschaft steht und leidenschaftliche Kontroversen hervorrief. Hare dekonstruierte die Kampagne, indem er sie in die karnevalistisch anmutenden Verhaltensweisen britischer Fußballfans einordnete und damit deren Ernst bestritt.

Im letzten Vortrag fasste ALAN MCDOUGALL (Guelph, Canada) den von Polizeibehörden, der Regierung Thatcher und der Boulevardpresse konstruierten Mythos zusammen, demzufolge im englischen FA-Cup-Halbfinale 1989 im Hillsborough Stadion (Sheffield) betrunkene Liverpool-Fans den Tod von 96 Stadionbesuchern verursacht hätten. Der von Forschern, Medien und Fans getragenen „Hillsborough Justice Campaign“ gelang es in jahrzehntelanger Arbeit, den Mythos der Lüge zu überführen. McDougall rekonstruierte darüber hinaus ein dominantes kulturelles Stereotyp, das dem Hillsborough-Mythos zugrunde gelegen habe. Dieses Stereotyp sehe Liverpool als Hauptstadt der Verwahrlosung und des Selbstmitleids, die sich in ihrer Opferrolle gefalle. Mit statistischen Daten widerlegte der Referent auch diesen Mythos als Ausdruck einer typisch britischen „class driven antipathy“.

In der Diskussion wurden die den deutschen Fußball betreffenden Themen kontrovers diskutiert. Zum politischen Selbstverständnis des DFB gab Güldenpfennig zu bedenken, dass weite Teile der deutschen Sozialdemokratie und der künstlerischen Avantgarde vor 1914 die Kriegsbegeisterung schürten, sodass das damalige Verhalten der Fußballfunktionäre keineswegs geeignet sei, es pauschal als politisch „reaktionär“ einzustufen. Während Hermann Queckenstedt insistierte, der DFB müsse sich politisch positionieren, um den Missbrauch des Fußballs für außersportliche Ziele zu verhindern, erinnerte Herzog den Verband an seine Pflicht, verstorbenen Funktionsträgern das ihnen am Grab versprochene „ehrende Gedenken“ zu gewähren und nicht aus politischen Opportunitätsgründen zu verweigern. Dabei wies er auf Eric Friedlers Dokumentarfilm „Das Mädchen“ (2014) hin, der die politische Dämonisierung Neubergers unkritisch wiederhole. Statt die wahrheitswidrige Darstellung zu korrigieren, hätten in Friedlers Dokumentation einige Nationalspieler und ein einflussreicher DFB-Funktionär in den Chor der Neuberger-Kritiker opportunistisch eingestimmt, obwohl die Argentinien-Causa durch die historische Forschung damals längst als Mythos widerlegt gewesen sei. Die von Havemann beklagte „Spaltung der deutschen Fußballfamilie“ zeige sich exemplarisch daran, wie Neuberger ein Platz in der Erinnerungskultur des deutschen Fußballs verweigert werde. Zur Kontroverse über den FC Bayern im „Dritten Reich“ gab Zimmermann zu bedenken, dass man den „moralischen Wert“ der von der „FC Bayern Erlebniswelt“ geleisteten Arbeit nicht aus dem Blick verlieren dürfe. Dem entgegnete Havemann, dass Zimmermann als Co-Autor der Studie „Das Amt und die Vergangenheit“ (2010) an der Dekonstruktion eines falschen Geschichtsbildes mitgewirkt habe, so wie sie Herzog hinsichtlich des FC Bayern geleistet habe. Schließlich einigten sich die Diskussionsteilnehmer darauf, dass das zum Vergleich herangezogene Vereinsmuseum von Eintracht Frankfurt im Hinblick auf seinen „moralischen Wert“ unbestritten sei, sich jedoch von der „FC Bayern Erlebniswelt“ insofern positiv abhebe, als es nicht versuche, die Vereinsgeschichte zu beschönigen. Generell gelte, dass eine Revision falscher Geschichtsbilder umso schwieriger sei, je länger und intensiver diese medial verbreitet würden und – wie im Fall der Fußball-Mythen in den Fanszenen – religiöse Bedürfnisse befriedigten.[2]

Konferenzübersicht:

1. Panel: Begrüßung – Einführung

Hermann Queckenstedt (Osnabrück): Grußwort

Markwart Herzog (Irsee): Mythen im Spannungsfeld von Sport, Religion und Politik. Einführung in die Tagungsthematik

2. Panel: DFB – Der Bund und seine Vereine

Sven Güldenpfennig (Voburg): Zum Mythos von der politischen Allmacht des Sports. Der DFB als Fallbeispiel für das „unpolitische“ Selbstverständnis eines Sportverbandes

Nils Havemann (Stuttgart): Der Mythos vom „rechten“ DFB. Die Entstehung eines Feindbildes in den 1970er Jahren

Hermann Queckenstedt (Osnabrück): Der VfL Osnabrück als „Arbeiterverein“. Historischer Gehalt – fiktive Elemente – politische Instrumentalisierung

Markwart Herzog (Irsee): Der FC Bayern als „Opfer“ des Nationalsozialismus? Konstruktion und Kritik eines „Heldenmythos“

Till E. Dehne-Niemann (Kaiserslautern): „Post hoc, ergo propter hoc?“ Vom Einfluss der deutschen Fußballnationalmannschaft bei Europa- und Weltmeisterschaften auf den Ausgang von Bundestagswahlen

Jean Christophe Meyer (Strasbourg, France): Fortsetzungsgeschichten in „Der Kicker“ und „France Football“. (De-)Konstruktion politischer Fußball-Mythen der 1950er Jahre

3. Panel: Europäische und internationale Perspektiven

Arne Niemann (Mainz) / Alexander Brand (Kleve): The UEFA Champions League as Political Myth. Unifying Europe or Alienating the Regular Football Fan?

Sven Ehlert (Duisburg-Essen): Der FC Barcelona während der Franco-Diktatur. Mythos eines katalanischen Rückzugsortes

Ilan Rachum (Ramat-Gan, Israel): Football and the End of Military Rule in Brazil. Corinthian Democracy as a Political Myth

Moshe Zimmermann (Jerusalem, Israel): Shie (Joshua) Glaser und Jacob Chodorov. Israels Fußballmythen und der Mythos vom Muskeljuden

Geoff Hare (Edinburgh, UK): Scotland versus England matches: the politics of identity north of the border

Alan McDougall (Guelph, Canada): ‘Tanked up yobs’ and ‘self-pity city’: deconstructing the myths of the Hillsborough disaster

Anmerkungen:
[1] Siehe Andreas Meyhoff / Gerhard Pfeil, Eigentor. Über die Rolle des FC Bayern München während der NS-Zeit ist ein Expertenstreit entbrannt, in: Der Spiegel, Nr. 44, 29.10.2016, S. 120.
[2] Dazu Tagungsbericht: Fußball – vom profanen Freizeitvergnügen zur religiösen Sinnstiftung im 21. Jahrhundert, 21.03.2014 – 23.03.2014 Irsee, in: H-Soz-Kult, 24.05.2014, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5386>.

Zitation
Tagungsbericht: Politische Fußball-Mythen. 12. Sporthistorische Konferenz Irsee, 16.02.2018 – 17.02.2018 Irsee, in: H-Soz-Kult, 28.03.2018, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-7630>.