Internationale Beziehungen und „emotional regimes“. Neue Fragen an die Geschichte des Kalten Krieges

Ort
München
Veranstalter
Hélène Miard-Delacroix, Université Paris-Sorbonne; Andreas Wirsching, Institut für Zeitgeschichte München-Berlin; Historisches Kolleg München; Max-Weber-Stiftung
Datum
14.03.2018 - 16.03.2018
Von
Valérie Dubslaff, Université de Caen Normandie

Nach einer kurzen Begrüßung durch MARTIN SCHULZE WESSEL (München) legte HÉLÈNE MIARD-DELACROIX (Paris) in ihrer Einleitung den Anspruch der Tagung dar: Ziel sei es, die Geschichte der internationalen Beziehungen im Kalten Krieg anhand eines bisher vernachlässigten emotionsgeschichtlichen Ansatzes neu zu betrachten. Dabei definierte sie die im Titel der Tagung erwähnten „emotional regimes“ (William Reddy) zunächst als kommunikative Codes, die zur Blockbildung und -kohäsion genutzt wurden, und betonte die zeitliche Dimension und Wandelbarkeit von Emotionen. ANDREAS WIRSCHING (München) ging daraufhin ebenfalls auf die Zeitlichkeiten von Emotionen ein und fragte nach deren Übereinstimmung mit der Periodisierung des Kalten Kriegs. Die Akteure und die Einbeziehung ihrer Erwartungshorizonte (Koselleck) seien darüber hinaus für die Betrachtung von Emotionen zentral. Gerade weil diese ihre Wahrnehmung beeinflussen, würden sie auch ihre Handlungsmacht (Agency) begründen. Sie könnten dabei sowohl komplexitätsreduzierend als auch -steigernd wirken. Man müsse demzufolge die Quellen gegen den Strich lesen, sie auf ihre emotionale Codierung hin untersuchen, um zu neuen historischen Erkenntnissen zu gelangen, so sein Appell.

Im Anschluss an die Einleitung vertrat UTE FREVERT (Berlin) in ihrer Keynote die These, dass auch Staaten Gefühle haben. Seit der frühen Neuzeit hätten jene ein „reizbares Ehrgefühl“ kultiviert und im Falle ihrer Kränkung im Namen von Ansehen und Ruhm Satisfaktion gefordert, manchmal mit verheerenden Folgen. Auch heute noch seien Ehre und Würde des Staates die tragenden Säulen des Völkerrechts. Da sich das Ehrgefühl des Staates auch auf das Ehrgefühl seiner Bürger übertragen lasse, würden Staatenkonflikte häufig als Ehrenkonflikte dramatisiert und instrumentalisiert. Politiker könnten daraus Kapital schlagen und somit die Verletzung der nationalen Ehre als politische Zündschnur benutzen.

Nach einer kurzen Diskussion wurde die erste Sektion zu „Angst, Hass und Besorgnis“ eröffnet. Im Sinne William Reddys hinterfragte BIRGIT ASCHMANN (Berlin) die „emotional regimes“ in der Franco-Diktatur. Franco habe im spanischen Bürgerkrieg seine Macht durch einen manichäischen Diskurs stabilisiert, indem er einen harten antikommunistischen Kurs mit „positiven“ Gefühlen rund um Patriotismus und Religiosität verband und in der Praxis ebenjene Emotionshaushalte durch eine brutale Repression aufrechterhielt, die den Regimegegnern keinerlei emotionale Rückzugsorte ließ.

Dann ging CORINE DEFRANCE (Paris) der Frage nach, inwiefern die Emotionen, die sich im Zuge der drei „Berlin-Krisen“ in Frankreich verdichtet haben, als Spiegelbild für die deutsch-französischen Beziehungen betrachtet werden können. Während in der französischen Wahrnehmung der Berlin-Blockade die Angst vor einem Wiedererstarken Deutschlands noch überwog, fand die Berliner Mauer ab 1961 als „emotionaler Ort“ Eingang in das kollektive und kulturelle Bewusstsein der Franzosen. Der Fall der Mauer habe eine starke transnationale Emotion erzeugt, deren Transfer- und Aneignungsprozesse in Europa noch heute nachwirkten.

THOMAS FREIBERGER (Bonn) fokussierte seine Darstellung daraufhin auf die Wirkmächtigkeit von Enttäuschungen in den internationalen Beziehungen und analysierte diese Emotion als Faktor in der Suez-Krise. Durch ihre Beteiligung am Krieg gegen Ägypten hätten England und Frankreich die transatlantischen Werte der Freundschaft und Vertrautheit verraten und die Erwartungen des US-amerikanischen Präsidenten Eisenhower enttäuscht. Um seinem Unmut ein Ventil zu verschaffen und die Glaubwürdigkeit der USA zu bewahren, habe jener mit einer besonderen Härte gegenüber seinen Verbündeten reagiert und somit eine „unglückliche emotionale Verkettung“ verursacht.

Im letzten Vortrag der Sektion behandelte JOST DÜLLFER (Köln) die „multiplen Ängste“ in der bipolaren Auseinandersetzung vor dem Hintergrund des Nuklearwaffensperrvertrags in den 1960er-Jahren. Die Angst vor dem Atomkrieg und einer etwaigen „deutschen Gefahr“ standen im Mittelpunkt seiner Ausführungen. Er betonte die Relevanz einer Angst-Geschichte des Ost-West-Konflikts, die man vor allem situativ, regional und zeitlich differenziert schreiben solle.

In der anschließenden von KRZYSZTOF RUCHNIEWICZ (Wrocław) moderierten Diskussion wurde lebhaft über die Triftigkeit des Begriffs „emotional regime“ für den Bereich der internationalen Beziehungen diskutiert und bemängelt, dass er in seiner nationalstaatlichen Auslegung für eine transnationale Geschichte nicht fruchtbar zu machen sei. An diesem Punkt erinnerte Hélène Miard-Delacroix daran, dass Reddys Begriff lediglich als Ausgangspunkt dienen sollte, um das Zusammenspiel von Emotionshaushalten im Kalten Krieg explorativ zu untersuchen. Andreas Wirsching plädierte seinerseits dafür, die Akteure und deren Verhältnis zu unterschiedlichen Gefühlswelten, -traditionen und -vorprägungen nicht aus dem Blick zu verlieren.

Die zweite Sektion beschäftigte sich am folgenden Tag mit der Dichotomie „Vertrauen und Misstrauen“ in den amerikanisch-sowjetischen Beziehungen. JESSICA GIENOW-HECHT (Berlin) vertrat in ihrer Präsentation die These, dass die USA im Kalten Krieg die Vertrauenswürdigkeit zum Hauptparadigma ihrer außenpolitischen Strategie machten, in diesem Sinne auch viel Zeit, Ressourcen und Mittel in die Vertrauensarbeit investierten, ihre Vertrauensbereitschaft anderen Staaten gegenüber letztendlich aber gering blieb.

BERND GREINER (Hamburg) erklärte in seinem Vortrag ergänzend, Misstrauen sei die Leitwährung im Ost-West-Konflikt gewesen: Man habe den nuklearen Rüstungswettlauf als politischen Treibstoff funktionalisiert und das Misstrauen stets auf beiden Seiten als „neue Zeichensprache der Macht“ kultiviert, standardisiert und institutionalisiert. Auf der zwischenmenschlichen Ebene hingegen seien die Risikobereitschaft und das politische Charisma der Akteure eine wesentliche Voraussetzung zur Deeskalation im Kalten Krieg gewesen.

Abschließend konzentrierte sich KRISTINA SPOHR (London) auf die Rolle von Emotionen in den persönlich-politischen Beziehung zwischen Reagan und Gorbatschow in den 1980er-Jahren. Anhand der Gipfeltreffen in Genf (1985) und Reykjavik (1986) zeichnete sie präzise die Etappen der Vertrauensbildung zwischen den zwei Staatschefs nach. Auch wenn das isländische Treffen politisch letztendlich als verpasste Chance gilt, so kann es laut Spohr dennoch als Sternstunde der „emotionalen Diplomatie“ zwischen den USA und der Sowjetunion gewertet werden.

Im Anschluss leitete REINER MARCOWITZ (Metz) die Diskussion mit der Frage ein, wie individuelle und kollektive Gefühlsregimes zusammenhängen und ob politische Akteure im breiten gesellschaftlichen Kontext eher Präzeptoren oder Rezeptoren von emotionalen Neuorientierungen seien. Ferner wurde diskutiert, ob Vertrauen nicht eher eine soziale Ressource sei, die sich in der Verhandlungskultur des Kalten Kriegs mit nationalen Interessen vermengt habe und auf bestimmte Erwartungshaltungen basierte.

Die dritte Sektion widmete sich anschließend dem Begriffspaar „Begeisterung und Empörung“. JOACHIM SCHOLTYSECK (Bonn) hob die Koexistenz von gegensätzlichen Emotionen im Kalten Krieg hervor: Neben Angst und Schrecken habe es auch Momente der Euphorie, Ektase und Hoffnung gegeben, die vor allem in Bezug auf die Befreiungsbewegungen in der Dritten Welt hervorgerufen wurden. Die Sehnsucht nach einer revolutionären Verwandlung der Welt habe bei der teilweise verblendeten europäischen Linken eine regelrechte Begeisterung ausgelöst.

Daraufhin befasste sich MAGNUS BRECHTKEN (München) mit der Wirkungsgeschichte des (selbst-)täuschenden Eskalationskriegs in Vietnam. Dabei betonte er das Spannungsverhältnis zwischen dem vermeintlich rationalen Kalkül Nixons und der Emotionalität seiner Machtfixierung, welche die Interessen der Gesamtgesellschaft zynisch übergangen habe.

Im letzten Vortrag der Sektion untersuchte LAURENCE BADEL (Paris) die Empörung, die das Tian’anmen-Massaker in Frankreich und Europa 1989 auslöste und fragte diesbezüglich nach der Wirkungskraft und Nachhaltigkeit von Emotionen in den internationalen Beziehungen: Auch wenn die kurzfristig ausgelöste Empörung die Debatte über die Menschenrechte beförderte, so veränderte sich langfristig die westliche Interessenpolitik China gegenüber nicht grundlegend.

Die von HERMANN WENTKER (Berlin) moderierte Diskussion griff daraufhin die Verflechtung von Rationalität und Emotionalität wieder auf. Ute Frevert sprach sich zum Beispiel dafür aus, Rationalität, Interessen und Reputation als Komponenten von emotionalen Stilen zu betrachten.

Dann führte BERNHARD GOTTO (München) die vierte Sektion zu „Enttäuschung und Ernüchterung“ mit einem Vortrag zur diplomatischen Korrespondenz des Auswärtigen Amts ein. In den von ihm untersuchten Quellen drücke der Begriff Enttäuschung weniger eine Emotion aus. Er sei viel mehr als eine Bewertungskategorie und in diesem Sinne auch als Code zu verstehen, der eine Erwartungshaltung vermittle.

Nachfolgend untersuchte MARTIN SCHULZE WESSEL (München) die Emotionshaushalte im Kontext des Prager Frühlings. Dabei zeigte er, wie die Machtasymmetrie in den tschechoslowakisch-sowjetischen Beziehungen und die Vermengung unterschiedlicher Kommunikationsräume auf transnationaler und nationaler Ebene gegensätzliche Emotionalisierungstendenzen hervorriefen.

FRANK BÖSCH (Potsdam) präsentierte das Beispiel Nicaraguas als Sehnsuchtsort der deutschen Linken in den 1970er-Jahren. Bösch zufolge hat der revolutionäre Aufbruch in Zentralamerika eine emotionale Vergemeinschaftung ermöglicht, die sowohl die zivilgesellschaftliche als auch die diplomatische Ebene durchdrungen hat, die aber letztendlich bei den Nicaragua-Reisenden in eine wachsende Ernüchterung mündete.

In ihrem Kommentar fragte ELKE SEEFRIED (München) abschließend nach den Techniken und Prozessen der Emotionalisierung. Daraufhin wurden die Gelegenheitsstrukturen und Zeitlichkeiten von Emotionen besprochen.

Die fünfte Sektion „Emotional regimes – Deutschland und die internationale Politik“ begann mit der Zusammenfassung des Papers der abwesenden FREDERIKE SCHOTTERS (Tübingen). In ihrer Untersuchung zu den Mechanismen der Vertrauensbildung zwischen den Staatschefs Mitterrand und Kohl beleuchtete sie vornehmlich Mitterrands Gebrauch der Empathie als Gefühlsstrategie, um deutsch-französische Divergenzen zu überwinden. In einem kurzen und stichhaltigen Kommentar ergänzte Hélène Miard-Delacroix, man könne die Empathie nicht gesondert von genuin französischen Ängsten vor deutschen Ängsten betrachten, die es damals auf beiden Seiten abzubauen galt.

PHILIPP GASSERT (Mannheim) setzte sich in seinem Vortrag mit dem Vertrauen als Ressource in den internationalen Beziehungen auseinander. Das auf Einfluss, Macht und Mitspracherecht fokussierte Vertrauensnarrativ sei das Primat der westdeutschen Außenpolitik im Kalten Krieg gewesen, das alle Bundeskanzler medial in Szene gesetzt hätten.

Die von MARGIT SZÖLLÖSI-JANZE (München) gelenkte Diskussion setzte sich dann mit der Rolle von emotionalen Gemeinschaften und von deren Ritualisierungsprozessen auseinander. Sie thematisierte ebenfalls die räumlich-geografische Dimension von Gefühlen.

Am letzten Tagungsvormittag befasste sich die sechste Sektion mit den Emotionsregimes der NGOs und der humanitären Hilfe. Das in ihrer Abwesenheit zusammengefasste Paper von AGNES VON BRESSENSDORF (München) beleuchtete die Funktionalisierung von emotionalen Narrativen für die humanitäre Hilfe durch westdeutsche Akteure staatlicher und nichtstaatlicher Organisationen im Afghanistan-Konflikt.

JOHANNES PAULMANN (Mainz) widmete anschließend seinen Vortrag der Frage, wie man eine Emotionsgeschichte der Beziehungen zur dritten Welt im Kalten Krieg schreiben könne. Er zog den Begriff der „politischen Emotionsökonomie“ heran, um die Verquickung von Interessen, Strategien, Emotionen und Affekten in der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe zu deuten.

CLAUDIA KEMPER (Hamburg) beschrieb die NGOs aufgrund ihrer Vermittlungsfunktion als Emotionsagenturen internationaler Konflikte. Zur Veranschaulichung schilderte sie die Emotionsarbeit der „International Physicians for the Prevention of Nuclear War“ (IPPNW), einer internationalen Ärzte-NGO, die sich seit dem Beginn der 1980er-Jahre gegen die Atomrüstung stark macht.

Schließlich stellten der Kommentar ULRICH PFEILS (Metz) und die Diskussionsbeiträge heraus, dass die NGOs ob ihrer besonderen emotionalen Vergemeinschaftung aus der Blocklogik herausfielen und dass demzufolge die Chronologie des Kalten Krieges sich nicht ohne weiteres auf die NGOs übertragen lasse: Die 1970er-Jahre wurden hier als markante Zäsur gekennzeichnet.

Zum Schluss fassten die Veranstalter die vielen prägnanten Erkenntnisse und vielversprechenden Perspektiven des Kolloquiums noch einmal zusammen. Hélène Miard-Delacroix und Andreas Wirsching nuancierten die Eingangsthese, die von organisierten, verfestigten und gegeneinander ausgerichteten Gefühlsregimes innerhalb der beiden Blöcke im Kalten Krieg ausging. Da die Erweiterung des Ost-West-Paradigmas durch eine Nord-Süd-Perspektive den Rahmen der bipolaren Weltordnung sprenge, müsse man auch die Relevanz des „Kalten Krieg“-Begriffs zur Deutung des Konfliktsystems überdenken. Sie hoben ferner noch einmal das Spannungsverhältnis zwischen den individuellen Akteuren und der allgemeinen sedimentierten Gefühlsstruktur hervor, deren Dissonanzen man herausarbeiten könne. Außerdem warfen sie die Frage auf, inwieweit Emotionsökonomien eine universalisierende Kraft entfalten könnten, die einerseits zur Rationalisierung der internationalen Beziehungen beitragen, andererseits aber auch durch partikulare Gefühle gestört werden könnten. Sie warnten in ihrer methodischen Abschlussbemerkung vor einer Essentialisierung der Gefühle: Die internationalen Beziehungen lassen sich ihnen zufolge nicht auf ihre Emotionsgeschichte reduzieren, der emotionsgeschichtliche Ansatz biete aber eine Schnittstelle zu anderen Fragestellungen, mit denen man sich von der klassischen Diplomatiegeschichte lösen und die internationalen Beziehungen neu und erkenntnisgewinnend untersuchen könne. In der letzten Diskussionsrunde wurde die Frage der Geschlechtskodierung von Gefühlen sowie jener der Performanz bestimmter Emotionen angesprochen.

Das innovative und anregende Konzept des Kolloquiums, das Raum für eine Vielzahl von Fragestellungen und methodischen Herangehensweisen bot, haben alle TeilnehmerInnen als besondere Bereicherung gepriesen. Die Tagung wurde ihrem Anspruch völlig gerecht: Durch den emotionsgeschichtlichen Ansatz konnten für die Forschung zur Internationalen Geschichte viele neue Erkenntnisse gewonnen werden.

Konferenzübersicht:

Keynote:

Ute Frevert (Berlin): Die Gefühle der Staaten. Völkerrecht und politische Praxis in der Moderne

Sektion 1: Angst, Hass und Besorgnis

Birgit Aschmann (Berlin): Antikommunismus als emotionales Regime und Gründungsnarrativ im Franquismus

Corine Defrance (Paris): Reaktionen und Emotionen in Frankreich während der Berlin-Krisen

Thomas Freiberger (Bonn): Emotionen als Faktor in der Suezkrise 1956

Jost Dülffer (Köln): Multiple Ängste vor dem Nuklearwaffensperrvertrag in den 1960er Jahren

Sektion 2: Vertrauen und Misstrauen

Jessica Gienow-Hecht (Berlin): Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Ein Blick in die US-außenpolitische Geschichte

Bernd Greiner (Hamburg): Vertrauen und Misstrauen als Ressource internationaler Politik – dargestellt am Beispiel der amerikanisch- sowjetischen Detente

Kristina Spohr (London): Vertrauen auf dem Gipfel. Das Ende des Kalten Krieges

Sektion 3: Begeisterung und Empörung

Joachim Scholtyseck (Bonn): „Unter der Fahne der heiligen Sache der Erlösung der Menschheit“: Dekolonisierung, Revolutionsbegeisterung und romantische Verklärungen der Neuen Linken

Magnus Brechtken (München): „Mad men“ und Napalm – Nutzen, Versuchungen und Grenzen des Blicks auf Emotional Regimes in der Wirkungsgeschichte des Vietnam-Krieges

Laurence Badel (Paris): Das Tian'anmen-Massaker (1989): „Chaos, Grauen und Erstarrung“ (Médecins sans Frontières) — Die Globalisierung einer internationalen Emotion und ihre Grenzen

Sektion 4: Enttäuschung und Ernüchterung

Bernhard Gotto (München): Enttäuschung als Beziehungsmarker und Bewertungskategorie in den Internationalen Beziehungen nach 1945

Martin Schulze Wessel (München): „Mit der Sowjetunion auf ewige Zeiten – aber keinen Tag länger!“ Emotionalisierung und Ernüchterung in den tschechoslowakisch-sowjetischen Beziehungen im Prager Frühling

Frank Bösch (Potsdam): Euphorie, Angst und Enttäuschung: Das sandinistische Nicaragua und das Ende des Kalten Krieges

Sektion 5: „Emotional regimes“, Deutschland und die internationale Politik

Frederike Schotters (Tübingen): Außenpolitik als Geschäft mit Emotionen. Ein Einblick in Prozesse und Mechanismen deutsch- französischer Vertrauensbildung Anfang der 1980er Jahre

Philipp Gassert (Mannheim): „Vertrauen schaffen“: Emotionale Vergemeinschaftung als Ressource westdeutscher Außenpolitik im Kalten Krieg

Sektion 6: NGOs/humanitäre Hilfe

Agnes von Bressensdorf (München): Westdeutschland und das humanitäre Regime im Afghanistan-Konflikt

Johannes Paulmann (Mainz): Zwischen Entwicklungszusammenarbeit und humanitärer Hilfe: Westdeutsche Beziehungen zur „Dritten Welt“

Claudia Kemper (Hamburg): „Wir können und dürfen diesen Wahnsinn nicht mehr dulden, wenn unsere Erde überleben soll.“ NGOs als Emotionsagenturen internationaler Konflikte

Zitation
Tagungsbericht: Internationale Beziehungen und „emotional regimes“. Neue Fragen an die Geschichte des Kalten Krieges, 14.03.2018 – 16.03.2018 München, in: H-Soz-Kult, 29.05.2018, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-7718>.