Gute Erinnerungen an böse Zeiten – Nostalgie in „posttotalitären“ Erinnerungsdiskursen nach 1945 und 1989

Ort
München
Veranstalter
Monica Rüthers; Stipendiaten des Instituts für Zeitgeschichte beim Historischen Kolleg, München
Datum
18.04.2018 - 20.04.2018
Von
Stella Maria Frei, Universität Hamburg

Die Frage nach dem Umgang mit der Vergangenheit im politischen Diskurs erlebt jüngst national wie international eine Renaissance. Stabil geglaubte Leitlinien der Vergangenheitspolitik werden neu herausgefordert. In Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche und einer damit einhergehenden Verunsicherung trägt das Greifen nach der Geschichte in sich ein Heilsversprechen: Eine stabilisierende Selbstverortung in unübersichtlichen Zeiten. In individuellen Biographien wie im politischen Diskurs beruft man sich immer dann auf die Erinnerung an die Geschichte, wenn es in der Gegenwart etwas zu konsolidieren oder neu auszuloten gilt.

Zeit, sich auch innerhalb der Historikerzunft, die – gegen ihren Willen – mitunter zu Wächtern der Erinnerung stilisiert wird, mit erinnerungstheoretischen Paradigmen auseinanderzusetzen.

Laut MONICA RÜTHERS (Hamburg) sei in der wissenschaftlichen Debatte eine Dichotomie der Erinnerungsdiskurse zu beobachten: Das Erinnern an ‚böse Zeiten‘ gelte als ‚Erinnerung‘, das Erinnern an ‚gute Zeiten‘ würde zu ‚Nostalgie‘. Nostalgie fungiere im gegenwärtigen wissenschaftlichen Diskurs als Marker von richtigem und falschem Erinnern. Denn ein totalitarismustheoretisches Paradigma verbiete positive Erinnerungen an den Nationalsozialismus und die Sowjetunion: Es dürfe keine guten Erinnerungen an das ‚Reich des Bösen‘ geben. Diese Binarität forderte Monica Rüthers mit ihrem geschickt kuratierten Tagungsprogramm heraus, indem sie den Fokus der dreitägigen Konferenz bewusst auf ‚gute Erinnerungen‘ an ‚böse Zeiten‘ legte. In ihrer Keynote formulierte Rüthers die Hoffnung, während der Konferenz den Rahmen für den wissenschaftlichen Umgang mit positiven Erinnerungen an totalitäre Systeme zu stecken.

TANJA ZIMMERMANN (Leipzig) illustrierte im Rahmen der ersten Sektion anschaulich die fluiden Bildzuschreibungen totalitärer Ästhetiken. Diese seien nach 1945 und 1989 rekontextualisiert worden, Bildzitate aus ihrem ursprünglichen Kontext in neue Zusammenhänge ‚verpflanzt‘ worden. Zimmermann verwies auch auf die Schwierigkeit der ‚postmodernen Zitatkultur‘, zwischen ironisch-subversiven und ernsthaften – oft politisch motivierten – Rückbesinnungen auf einen totalitären Bilderkanon zu unterscheiden. Eine Differenzierung, die in Zeiten der social media-Bildflut mit ihren memes wie dem eines Bildes Stalins mit der Bildunterschrift: „Cleaned up friends list before it was cool“ immer diffiziler würde. Zwar berge dieser Bildkanon das Potenzial der Dekonstruktion als Mittel einer ironischen Persiflage, doch sei die Reflexionsfähigkeit des Publikums hier entscheidend. Diese sei nicht immer gegeben und so trage eine solche Bildnutzung ein Propagandapotenzial in sich.

Zeitgenössische Rückgriffe auf die sowjetische Geschichte aus einer politischen Motivation heraus standen auch im Zentrum des Vortrages von EKATERINA MAKHOTINA (Bonn). Sie verwies auf das im Oktober 2017 eröffnete Denkmal „Mauer der Trauer“ in Moskau als Beispiel für Putins Geschichtspolitik: Diese gedenke zwar der Opfer des stalinistischen Terrors, bei der Einweihung des Denkmals fiel der Name Stalins jedoch an keiner Stelle. Makhotina sah darin die Bestätigung einer Putinschen Geschichtspolitik, die zum Ziel habe, den Patriotismus in der Gesellschaft zu stärken, ohne diese zu spalten. Demgegenüber entwickelten sich in den letzten Jahren Orte und Projekte nichtstaatlichen Erinnerns an Josef Stalin: Seit 1998 seien 132 Stalindenkmäler errichtet worden, die Mehrzahl von ihnen seit 2014. Makhotina vertrat die These, dass es sich hier um den Zugriff auf eine historische Figur als Symbol zeitgenössischen Protests handele. Die Idealisierung Stalins hätte in den jüngsten Krisenzeiten zugenommen, Zeiten, in denen der Ruf nach einer harten Hand, die die Dinge wieder in Ordnung bringe, lauter geworden sei. Die ‚Abgehängten‘ brächten Stalin ‚back to life‘, um endlich ‚die gute Ordnung‘ wiederherzustellen. Und in diesem Zusammenhang heilige der Zweck nun mal die Mittel. Es handele sich laut Makhotina um eine emotionale Sehnsucht nach einer Zeit, in der Russland stark war und nicht von liberalen Kräften erodiert worden sei – Heimweh nach einer Heimat, die längst untergegangen ist, nach einem starken Führer, einer Vaterfigur, die gegen korrupte Teile der russländischen Gesellschaft vorgehe: desiderium patriae. Laut Makhotina sei die Erinnerung (von ihr als Nostalgie bezeichnet) an das sowjetische Imperium und seine militärische Stärke also nur vorgestellt, tatsächlich ginge es doch um die Sehnsucht nach der verlorenen Heimat und nach jemandem, der sich kümmere. Aufgrund der aktuellen politischen Dimension des Themas war auch die Beobachtung Makhotinas zur Politisierung der Historikerzunft in Russland von Bedeutung. Sie beschrieb die Spaltung der Gemeinschaft in liberale und nationalkonservative Historiker und stellte eine Frage, die auch in Deutschland von Relevanz ist: die nach der Finanzierung von Forschungsprojekten und dem unmittelbaren Zusammenhang dessen mit dem öffentlichen Umgang mit Geschichte.

Auch JONATHAN BACH (New York) beschrieb Heimweh als einen Ort, an den es kein Zurück gibt. Dies sei der zentrale Movens von Nostalgie. Der Anthropologe präsentierte die Ergebnisse seiner ethnographischen Feldforschung mit einem Schwerpunkt auf DDR-Produkte und Ostalgie und eröffnete so die Debatte um den wissenschaftlichen Umgang mit materiellen Objekten als Träger von Nostalgie. Er sah in der Renaissance eines ‚Ost-Stils‘ den Versuch einer Stärkung der individuellen Identität mit Stil als Vehikel – Selbstverortung durch Stil. Wichtig war hier vor allem Bachs Betonung von Ostalgie nicht als Selbstbeschreibung, sondern als übergestülpter ‚Wessi-Begriff‘. Doch die institutionalisierte Form von Ostalgie – etwa in Form von Museen, die sich als Korrektiv der deutschen Geschichte verstehen – werfe in der öffentlichen Debatte moralische Fragen auf, die auch auf das zentrale Erkenntnisinteresse der Konferenz abzielten. Bach beschrieb das Festhalten an DDR-Objekten als ‚Trivialisierung der Geschichte‘ und zitierte Joachim Gauck, der die Ostalgie als „Gefahr für die Demokratie“ beurteilte. Bach beschrieb auch die Entpolitisierung von Ostalgie und deren Reduzierung auf eine Stilrichtung zum Zwecke des kapitalistischen Profits, indem er die Werbung des Zigarettenkonzerns Phillip Morris mit DDR-Slogans zitierte.

Als wirkungsvolles, fast subversives Instrument, das normative Narrative herausfordert, wirken seit den 1980er-Jahren die Praktiken der Oral History. Zwei der Oral History-Historiker der ersten Stunde prägten den ersten Abend der Konferenz und lieferten so den dringend benötigten Blick auf das individuelle Erleben von Geschichte. DOROTHEE WIERLING (Hamburg) arbeitete in ihrem Abendvortrag die individuellen Funktionen von selektiver Erinnerung und ihrer Darstellung heraus. Empathisch berichtete sie aus ihrer langjährigen Praxis von Zeitzeugeninterviews und reflektierte die individuellen Funktionen von narrativen Strategien. Sie betonte, dass die (bewusste oder unbewusste) Entscheidung darüber, wie man (s)eine Geschichte erzählt, eine Entscheidung für ein bestimmtes Identitätsangebot sei. Die Interviewten würden so zu ‚Akteuren ihrer eigenen Biographie‘, sie bekämen die Chance, rückblickend Sinn zu stiften. Zudem könnten narrative Strategien aber auch zur Vermeidung bestimmter Erinnerungen dienen, um die kaschierte Erinnerung nicht in der Gegenwart ‚aktualisieren‘ zu müssen. Einer der Hauptgründe für das Überdecken beziehungsweise Auslassen von Erinnerung und gleichzeitig zentrale Kategorie in den Erinnerungen an die DRR seien laut Wierling Scham beziehungsweise der ‚Akt der Beschämung‘. Wierling beschrieb die DDR als Regime, in dem Beschämung die wirkungsvollste Disziplinierungsmaßnahme gewesen sei: Das Regime hätte das Volk als ‚infantiles Projekt‘ betrachtet, das Erziehung brauche. Und so sei Beschämung auch eine zentrale Kategorie in der Erinnerung der DDR und ein Grund für das Auslassen von bestimmten Erinnerungsteilen (durch das Erzählen würde die Beschämung wiederholt). Zudem machte Wierling eine Kontinuität der Beschämung bis in die Transformationsphase nach 1989 hinein aus: Die Zeit nach 1989 sei für viele eine „Fortsetzung der Kränkung“ gewesen.

Die anschließende Podiumsdiskussion mit ALEXANDER VON PLATO (Hagen), GUDRUN BROCKHAUS (München) und Jonathan Bach hielt den durch Wierling eingeführten Blick auf die psychischen Mechanismen hinter den Erzählungen aufrecht und orientierte sich an dem von Brockhaus eingeführten Begriff der Camouflagetechniken. So wurde für die Erinnerung an die NS-Zeit die Schuldabwehr als zentraler Antrieb hinter der Auslassung bestimmter Aspekte betont, während für die DDR-Zeit die Abwehr der Beschämung zentral gewesen sei. Wichtig waren hier auch die Überlegungen zu dem Auftrag der Überlebenden beziehungsweise Nachgeborenen, die Elterngeneration beschützen zu müssen.

Die erste Sektion des zweiten Konferenztages widmete sich dem Topos einer ‚glücklichen Kindheit‘ als Symbol individuellen Erinnerns und kollektiven, gemeinschaftsstiftenden Erinnerns.

EKATERINA EMELIANTSEVA (Zürich) und OKSANA SARKISOVA (Budapest) wandten sich in ihren separaten Vorträgen einer ‚nostalgisch-restaurativen Performanz‘ zu. Sarkisova untersuchte Nostalgieangebote in Fotoalben und die verschiedenen Ansätze einer Sinnstiftung und Identitätskonstruktion durch performative Techniken. Emeliantseva betrachtete die Performativität bestimmter post-sowjetischer Erinnerungen anhand der spätsowjetischen Festkultur und Gemeinschaft am Fallbeispiel der Werft Sevmaš in Severodvinsk. Die Werft werde in den Erinnerungen vor allem als feierfreudige Gemeinschaft dargestellt. Mit der Transformation ab 1990 sei ein klarer Bruch in der Narration erkennbar: Das feiernde sowjetische Kollektiv habe dadurch seine Privilegien verloren und das Feiern ein abruptes Ende gefunden. Emeliantseva beschrieb die Verallgemeinerung der positiven Erinnerung an die Feierkultur in Sevmaš hin zur positiven Erinnerung an das sowjetische System als eine ‚Umkehrtechnik der Narration‘.

ANJA TIPPNER (Hamburg) blickte anhand Svetlana Aleksijewitschs „Secondhand-Zeit“ aus literaturwissenschaftlicher Sicht auf die Zeit nach dem Ende der Sowjetunion und fragte nach der Funktion nostalgischen Erinnerns für die Zukunft. Tippner machte bei Aleksijewitsch eine Form des Erinnerns aus, die individuelle Erfahrungen kollektiv auflade und so ein allgemeines Bild der Enttäuschung entstehen lasse, das jedoch weit von einer beobachterischen Distanz entfernt sei. Aleksijewitschs Protagonisten seien gleich zwei Mal enttäuscht worden: das erste Mal durch die nicht eingelösten Versprechen des Sozialismus, ein zweites Mal durch den sozialen Abstieg und den Verlust vertrauter Gewissheiten in der postsowjetischen Zeit. Gemäß der Devise „Zurück in die Vergangenheit, um die Zukunft wiederzugewinnen“ sei der positive Blick auf die Vergangenheit auch Ausdruck eines Wunsches nach einer besseren Zukunft.

JULIA RICHERS (Bern) erweiterte die wechselnden Lebenswelten des Alltags in Systemwechseln um die mikrohistorische Perspektive mit einem Beitrag zu jüdischen Kindheiten in der Karpato-Ukraine. Das Gebiet wechselte binnen 28 Jahren 18 Mal die nationale Zugehörigkeit. Entsprechend fragte Richers danach, wie sich die ständig wechselnden Bezüge in den Kindheitserinnerungen niederschlugen, und bediente sich dabei der Technik des mental mappings anhand von Zeitzeugeninterviews, um eine Art Topographie der Kindheitserinnerungen aufzumachen.

SABINE MOLLER (Berlin) und NINA LEONHARD (Potsdam) berichteten jeweils über Erinnerungsdiskurse im Ostdeutschland der 1990er-Jahre. Leonhard formulierte, dass politische Systemwechsel stets eine Modifizierung von Erinnerung erforderten, da sich der Rahmen für die sozialen Bedingungen des Erinnerns verändern würden. So fragte sie nach biographischen Sinnbildungsprozessen und deren Veränderlichkeit bei NVA-Offizieren im vereinigten Deutschland und machte eine Typologie auf, bestehend aus vier Gruppen. Sie versuchte so, die ‚biographischen Kosten‘ des Systemwechsels zu systematisieren. Moller hingegen widmete sich dem Phänomen der Neuverhandlung der NS-Vergangenheit im Ostdeutschland der 1990er-Jahre. Anschaulich berichtete sie, wie Debatten über die NS-Zeit wieder Einzug in die Familien gehalten und das Potenzial besessen hätten, Machtverhältnisse innerhalb der Familie neu zu verhandeln, indem verschwiegene Aspekte der Vergangenheit wieder an die Oberfläche kamen. Sie forderte so das Konzept der Nostalgie heraus und griff stattdessen zu Konzepten der Ungleichzeitigkeit und Unübersichtlichkeit.

MARKETA SPIRITOVA (München) und MARTINA WINKLER (Kiel) befassten sich in ihren jeweiligen Beiträgen mit Erinnerungen an den sozialistischen Alltag in der ČSSR. Beide fokussierten ihre Beobachtungen vor allem auf Internetbeiträge und Buchpublikationen und betrachteten zudem eine Ästhetisierung des Sozialismus und die Materialisierung von ‚guten Erinnerungen‘ in wiederentdeckten Objekten der Alltagskultur. Diese ‚sinnlich-emotionale‘ Perspektive, die sich scheinbar außerhalb der Arena der political correctness bewegt, erlaubt den Zugriff auf die Romantik einer untergegangenen Zeit, meist der Kindheit und Jugend. Winkler, die jüngst eine Studie zur Kindheitsgeschichte vorgelegt hat, beschrieb unter anderem diametrale Kindheitsdiskurse vor 1989 und heute, wie sie oft auch visuell ausgetragen wurden: Früher „fit im Kollektiv“ und heute „dick und isoliert“. Dabei skizzierte sie das Spektrum der unter anderem auf Facebook ausgetragenen Erinnerungskultur, zwischen politisch aufgeladenen Erinnerungen und sentimentalen posts wie „Click like if you remember this pelican“.

Abschließend wurde vor allem die Frage diskutiert, welche unterschiedlichen Formen von Nostalgie und deren Wirkung auszumachen sind. Zudem wurde die Frage gestellt, wie man diese verschiedenen Arten der Nostalgie erkenntnisbringend analysieren kann. Einig waren sich die Teilnehmer/innen vor allem darin, dass es keine normative Nostalgie geben könne, sondern dass vielmehr eine breite komparative Sicht eingenommen werden müsse, um die Konturen der einzelnen Nostalgieformen ausmachen zu können. Als eine wesentliche Funktion von Nostalgie wurde eine kompensatorische Wirkung nach Enttäuschungen ausgemacht, die als ein Mittel der Gegenwartskritik verwendet werde. Der Rückgriff auf einzelne Fragmente der Geschichte birgt das Versprechen nach einer Verortung in unübersichtlichen Zeiten: Die Selbstverortung innerhalb der eigenen Biographie und im Kontext einer sich immer schneller wandelnden, immer unübersichtlicher werdenden Welt. Der Umgang mit der Geschichte in einer Gesellschaft ist auch die Frage danach, wie man sich als Gemeinschaft definiert. Wer möchte man sein, individuell und als Gruppe? Wie möchte man sich selber verstehen / sich selber sehen?

Am Ende steht auch die Einsicht, dass Geschichte im öffentlichen wie privaten Kontext nicht nur auf einer rein kognitiven Ebene zugänglich gemacht wird, sondern auch auf einer affektiven, emotionalen Ebene. Es waren eben nicht „gute“ oder „böse“ Zeiten, es waren „ihre Zeiten“.

Konferenzübersicht:

Andreas Wirsching (München): Begrüßung

Monica Rüthers (Hamburg / München): Schön war’s! Nostalgie nach Diktaturen

1. Sektion: Gesellschaftliche Diskurse über positives Erinnern nach 1945/1989

Tanja Zimmermann (Leipzig): Appropriation totalitärer Ästhetik nach 1945 und 1989

Ekaterina Makhotina (Bonn): Stalin als Nostalgie: Gesellschaftliches Erinnern und Geschichtspolitik im post-sowjetischen Russland

Jonathan Bach (New York): Ostalgie – eine Rezeptionsgeschichte

Diskussion
Moderation: Jürgen Zarusky (München)

Abendvortrag
Dorothee Wierling (Hamburg): Das Gute erzählen, um das Schlimme nicht zu erinnern (DDR)

Impulse und Podiumsdiskussion
Moderation: Monica Rüthers (Hamburg / München)

Jonathan Bach (New York)

Gudrun Brockhaus (München): „immer ganz unpolitisch ...“ – Camouflage-Techniken in positiven Erinnerungen an die NS-Zeit

Alexander von Plato (Hagen): Ambivalente Erinnerungen an den Nationalsozialismus aus der Arbeiterklasse

2. Sektion: Themen guten Erinnerns: Geborgenheit und glückliche Kindheit

Ekaterina Emeliantseva Koller (Zürich): „Wir leben heute besser als unsere Eltern, aber so fröhlich feiern, das können wir nicht!“ Spätsowjetische Festkultur und Gemeinschaft in den post-sowjetischen Erinnerungen

Anja Tippner (Hamburg): „Der Sozialismus ist zu Ende, aber wir sind geblieben.“ Positive Erinnerungen an die Sowjetunion in Svetlana Aleksievičs Vremja sekond chėnd

Martina Winkler (Kiel): Kindheitserinnerungen: Tschechische Populärkultur nach 1989

_Diskussion_Moderation: Monica Rüthers (Hamburg / München)

3. Sektion: Wendebiografien: Leben in Systemwechseln

Nina Leonhard (Potsdam): NVA-Offiziere im vereinigten Deutschland: Herausforderungen der (berufs-)biografischen Vergangenheitsverarbeitung im Kontext eines Systemwechsels

Julia Richers (Bern): Das Böse kam von außen. Jüdische Kindheit in der Karpato-Ukraine

Claudia Fröhlich (Berlin): (K)eine neue Meistererzählung! Kritische Überlegungen zur positiven Erinnerung an personelle Kontinuitäten vom NS-Staat in die Bundesrepublik

Diskussion
Moderation: Johannes Hürter (München)

4. Sektion: Arenen positiven Erinnerns. Familien und soziale Netzwerke

Oksana Sarkisova (Budapest): Mining Family Albums: Domestic Photography and Nostalgia Revisited

Sabine Moller (Berlin): Nostalgie als Systemkritik. Familienerinnerungen an die NS-Zeit in Ostdeutschland

Marketa Spiritova (München): „Es war nicht alles schlecht“: Erinnerungen an den sozialistischen Alltag in der ČSSR

Diskussion
Moderation: Carmen Scheide (Bern)

Schlussrunde
Wie lassen sich die Forschungsdebatten um postsozialistische Nostalgie und positive Erinnerungen an den Nationalsozialismus sinnvoll aufeinander beziehen?

Zitation
Tagungsbericht: Gute Erinnerungen an böse Zeiten – Nostalgie in „posttotalitären“ Erinnerungsdiskursen nach 1945 und 1989, 18.04.2018 – 20.04.2018 München, in: H-Soz-Kult, 02.07.2018, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-7775>.