The Beautiful Game? Identity, Resentment and Discrimination in Football and Fan Cultures

Ort
Berlin
Veranstalter
Center for Research on Antisemitism (ZfA), Technical University of Berlin
Datum
12.04.2018 - 13.04.2018
Von
Lorenz Peiffer, Institut für Sportwissenschaft der Universität Hannover

Fußball ist nach wie vor das beliebtestes Sportspiel der Welt. Im Vorfeld der FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland hatte das Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin zu einer großen internationalen Konferenz eingeladen: ‚The Beautiful Game? Identity, Resentment and Discrimination in Football and Fan Cultures‘.

Fußball ist weit mehr als das körperliche Spiel 11 gegen 11. Von Funktionären und Politikern wird dem Spiel gerne eine völkerverbindende und integrative Funktion zugeschrieben, für Fans ist die Verbundenheit mit der eigenen Mannschaft identitätsstiftend, die jedoch immer wieder in diskriminierende, fremdenfeindliche, antisemitische und sexistischen Anfeindungen gegen Spieler und Fans der gegnerischen Mannschaft umschlägt. Dass dagegen Tausende friedlicher Fans ihre Mannschaften mit Gesängen, Anfeuerungsrufen, rhythmischem Klatschen etc. unterstützten, ohne Gegner und gegnerische Fans zu diskriminieren, verkommt in den Medien häufig zu einer Randnotiz. Zuschauer, Fans unterschiedlicher Coleur, „Schlachtenbummler“, wie sie früher martialisch genannt wurden, gehören zum Fußball wie das ‚Salz in der Suppe‘. Für Soziologen, Pädagogen, Historiker etc. bietet die Geschichte des Fußballspiels sowie seiner Fans seit Jahren ein breites Forschungsfeld.

In den letzten Jahren sind innerhalb der Geschichtswissenschaft eine Vielzahl an Studien entstanden, die die große gesellschaftliche Kraft des Fußball bei der Entwicklung grundlegender sozialer und Prozesse im 20. Jahrhundert in den Blick genommen haben. Fußball spiegelte diese Prozesse wie in einem Brennglas und beeinflusste sie. Das gilt u.a. für die Verbreitung des Antisemitismus in Europa bis 1933 und danach. Bislang sind diese Studien fast ausschließlich auf nationalen Ebenen untersucht worden. Es fehlen vergleichende Studien oder eine größere allgemeine Perspektive auf den Fußball und seine Geschichte. Diese neue Perspektive wurde durch diese Konferenz umgesetzt, zu der 24 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Israel, Polen, Iran, Deutschland, Niederlande, Österreich, USA, Großbritannien am 12.-13. April 2018 in Berlin in die Stiftung Topographie des Terrors gekommen waren, um ihre Forschungsergebnisse zu präsentieren und Erfahrungen auszutauschen. Die Konferenz war geprägt durch sehr unterschiedliche Einzelbeispiele und Fallstudien, die gemeinsam aber doch allgemeine Mechanismen und die große Bedeutung der Geschichte des Fußballs und seiner Fankultur herausstellten. Es wurde deutlich, in welch hohem Maße das Untersuchungsfeld Fußball dabei hilft, die Entstehung und Verbreitung sozialer Phänomene wie Antisemitismus, Rassismus und Homophobie an der gesellschaftlichen Basis zu verstehen.

In ihrer Eröffnungsansprache markierte STEFANIE SCHÜLER-SPRINGORUM mit ihrer Aussage „Es gibt ‚Fußballantisemitismus‘ als eigenständiges Phänomen“ die Wegmarke der Konferenz und erteilte damit der These, dass Sport sich in einem gesellschaftlichen Freiraum abspielt, eine klare Absage.

Beide Veranstaltungstage wurden eingeleitet durch eine Key Note, der am ersten Tag vier Panels mit jeweils drei Vorträgen und am zweiten Tag drei Panels mit drei Vorträgen folgten. Insgesamt ein sehr kompaktes und anspruchsvolles Programm. In ihrem Vortrag ‚Collective Identity and Forms of Abuse und Discrimination in Football Fan Culture‘ stellte EMMA POULTON (Durham University) die unterschiedlichen diskriminierenden Diskurse und Verhaltensweisen heraus und machte deutlich, dass Gesänge und Äußerungen, die von Außenstehenden als diskriminierend wahrgenommen werden, von den Akteuren mitunter jedoch als harmlos bis hin zu „witzig“ verstanden werden. Das erste Panel „Football – Sport“ bot einen Einblick in unterschiedliche Fußball- und Fankulturen im Mittleren Osten und Nordafrika, Brasilien und den USA: JAMES M. DORSEY (Singapore) sprach zum Thema „Soccer. Moulding the Middle East and North Africa“ über die Rolle des Sports und insbesondere des Fußballs in der jungen Geschichte des Mittleren Ostens sowie Nordafrikas. Als Beispiel verwies er auf die ‚Ägyptische Revolution‘ 1919, die Konstituierung des Staates Israel, die Modernisierung der Gesellschaften in der Türkei und dem Iran. Die politische Rolle des Fußballs in diesen Regionen führte Dorsey, der per Lifestream mit der Tagung verbunden war, zurück auf die Bedeutung des Sports im 5. Jahrhundert in Rom. Wie auch in zahlreichen anderen Ländern der Welt war auch in Brasilien Frauenfußball lange Zeit verboten. In ihrem Beitrag „Discrimination and Space Appropriations in Brazil’s Beautiful Game: Women in Amateur Soccer in Rio de Janeiro“ ging JULIA HASS (Berlin) der Frage nach, welche Rolle der Amateur-Frauenfußball für Spielerinnen und Trainerinnen in der brasilianischen Gesellschaft spielt, um sich u.a. Räume anzueignen, die bislang ausschließlich Männern vorbehalten waren. Im Gegensatz zu den anderen großen amerikanischen Sportspielen wie American Football, Basketball etc. hat sich auch im amerikanischen Fußball in den letzten Jahrzehnten eine Fanszene etabliert, wie MARKUS GERKE (Gießen / New York) in seinem Beitrag „The Twofold American Exceptionalism in Soccer Fandom: Activism Against Racism, Homophobia and Sexism Among Organized Soccer Supporters in the United States“ herausstellte, die mit politischen Botschaften gegen Rassismus etc. in den Stadien auftritt. Gerke hat diese Entwicklung im Rahmen einer Feldstudie untersucht.

Das zweite Panel war der Thematik ‚Football Fan Cultures‘ gewidmet. ANDREW HODGES (Regensburg) nahm in seinem Vortrag „Far-Right Registers and Symbolism in the Zagreb Fan Scene: A political Anthropological Perspective“ die Fanszene in Zagreb am Beispiel des antifaschistischen Fanvereins White Angels Zagreb und der rechten Ultragrupperung Bad Blue Boys in den Blick nahm. In der iranischen Fankultur spielen Fangesänge eine zentrale Rolle, wie KEIVAN AGHAMOSHSENI (Tabriz) in seinem Vortrag „Football Chants in Areas of Conflict of Ethnicity ans Nationalism in Iran“ hervorhob. Am Beispiel der Fans von Perspolis Tehran und Esteghlal Tehran verdeutlichte Aghamohseni die kulturellen Hintergründe der Fangesänge, die oftmals auch religiöses Liedgut aufnehmen und mit anderen Texten versehen. Die Fanszene ist immer noch eindeutig ‚männlich‘ dominiert, wie ROBERT CLAUS (Hannover) in seinem Vortrag „Masculinities in Football Fandom – a Hard-Fought Field“ betonte. Das unter seiner Leitung entwickelte Projekt „Kicks for everybody! Football. Fandom. Gender Diversity“, soll dazu beitragen, für die Genderfrage in den Fangruppierungen zu sensibilisieren.

„Football and Identity“ war das dritte Panel überschrieben. Homophobie ist im Fußball immer noch sehr weit verbreitet und wird in vielen Vereinen anch wie vor nicht als Problem erkannt, wie, wie ROY MAGRATH (Southampton) „Improving on Improvement: The Complexity of Homophobia in the Football Industry“ in seinem Vortrag herausstellte. Im deutschen Amateurfußball sind von Migranten gegründete ethnische Vereine seit Jahren präsent und in den Ligaalltag integriert. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sind in der Regel die Ursache für die Gründung solcher Vereine gewesen. In seinem Vortrag „Ethnic Discrimination in Amateur Football: The Case of Migrant Sport Clubs in Germany“ gab SILVESTER STAHL einen Einblick in die besondere Situation der ethnischen Vereine in Berlin. Rassismus und Antisemitismus sind in der Fanszene der italienischen Fußball-Liga ebenfalls an der Tagesordnung, wie die Verunglimpfung der Erinnerung an Anne Frank durch Fans von Lazio Rom der Weltöffentlichkeit vor einiger Zeit nachdrücklich vor Augen geführt hat. Die Frage nach den Ursachen dieses Fanverhaltens führte DAVID A. GILGEN (Bielefeld) in seinem Beitrag „Fascism and Football: The Myth oft the Azzuri as Symbol of a Nation“ zurück in die Zeit des italienischen Faschismus, in der die italienische Fußball-Nationalmannschaft mit dem zweifachen Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft sowie des olympischen Fußballturniers 1936 in Berlin sehr erfolgreich war.

Das vierte Panel widmete sich der Thematik „Perceptions and Discourses“. Die Ursachen für wachsenden Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit in Österreich der 1920er und 1930er Jahre sind so MICHAEL JOHN (Linz) in seinem Vortrag „Austrian Football, Antisemitism and Xenophobia, 1918-1938“ in der politischen, ökonomischen und identitären Krise dieser Zeit zu suchen. Die sich zum Massenphänomen entwickelnden antisemitischen und fremdenfeindlichen Strömungen übertrugen sich auch auf den Sport und fokussierten sich insbesondere auf den jüdischen Verein Hakoah Wien. Die Bezeichnung „Judenklub“ für einen Fußballverein korrespondiert nicht mit der Mitgliedschaft von Juden in diesen Vereinen, wie RUDOLF OSWALD (Eichstätt) in seinem Beitrag „Myth or Reality? The Image of the ‚Judenklub‘ in Inter-War European Soccer“ am Beispiel von Eintracht Frankfurt herausstellte. Diese Denunziation durch Fans anderer Vereine steht im Zusammenhang mit der städtischen Infrastruktur der Heimatstädte der betreffenden Vereine – frühere Judenviertel im Einzugsbereich des Vereins und seiner Spielstätte – und ist keineswegs ein auf Deutschland begrenztes Phänomen. Auch im argentinischen Fußball sind Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus allgegenwärtig. Inmitten diese Szene hat sich mit dem Club Athlėtico Atlanta of Buenos Aires ein Verein konstituiert, der sich für die Verständigung zwischen Juden und Nicht-Juden, Zionisten und Nicht-Zionisten sowie Juden verschiedener Herkunft einsetzt, den RAANAN REIN (Tel Aviv) in seinem Vortrag „Struggling to Belong in the Face of Otherness: The Atlanta Football Club of Buenos Aires“ vorstellte. In zahlreichen Interviews wurde Rein die zentrale Rolle, die die Politik Atlantas im alltäglichen Leben der argentinischen Juden einnimmt, bestätigt.

Den nächsten Konferenztag leitete ANDREI S. MARKOVITS (Ann Abor) mit seiner Key Note „What Is It About Association Football – The Arrogantly Self-Appointed ‚Beautiful Game‘ – That Renders Most (Though Not All) Of Its Fan Cultures So Ugly?“ ein. Markovits stellte zunächst als gemeinsames Strukturmerkmal von Sport heraus, dass dem Gewinnen-Wollen fast alles untergeordnet wird und durch das fast alles gerechtfertigt erscheint. Zentral war dem Vortrag eine internationale und Sportarten übergreifende Analyse, wobei Markovits die weltweit einzigartige Bedeutung des Fußballs analysierte, die mit sich bringt, dass kein anderer Sport vergleichbar emotional aufgeladen wird wie der Fußball, deren Fans ihren Verein als Verlängerung des Selbst erleben. Anders als in den amerikanischen Big Four (American Football, Basketball, Baseball, Ice Hockey) gibt es im europäischen Fußball lokale Ballungsräume mit mehreren Vereinen und entsprechende Rivalitäten. Dieser Unterschied gilt vergleichbar in Bezug auf die kollektive Identifizierung mit Nationalmannschaften, die sich insbesondere im Fußball mit tradierten nationalen Selbst- und Fremdbildern verbindet. Neben der Betonung der langen männlichen Prägung hegemonialer Sportarten formulierte Markovits zudem noch eine interessante These um die Spezifik von Emotionalität, Aggression und ‚Othering‘ im Kontext Fußball zu erklären: Fußball sei stärker emotional aufgeladen, da entscheidend weniger Tore fallen als z.B. im American Football und die Anspannung entsprechend höher ist.
Die anschließenden beiden Panels widmeten sich der Thematik „Football Arena und Society“. Die Fans von Beitar Jerusalem sind seit langem bekannt für ihre diskriminierenden Aktionen gegen arabische Sportler. Die gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen Beitar-Fans und Fans von Hapoel Tel Aviv, einem Arbeitersportverein, am 3. Oktober 2015 in Tel Aviv waren ein Höhepunkt der Gewalt und Feindseligkeiten im israelischen Fußball, wie AMNON BROWNFIELD-STEIN (Tel Aviv) in seinem Vortrag „The Political Pandora’s Box of Israeli Football Fans“ betonte. Brownfield-Stein stellte im Folgenden die unterschiedlichen kulturellen und sozio-politischen Hintergründe der verschiedenen Fangruppierungen im israelischen Fußball vor. Rassismus verbirgt sich häufig auch in humoristischen und scherzhaften Kommentaren. In ihrem Vortrag „‘Did You Have Yummy Cats for Breakfast?‘ – Racial Humor in German Professionell and Elite Football“ stellte SOLVEJG WOLFERS (Warwick) erste Ergebnisse ihrer Feldstudie vor, die sie in Form teilnehmender Beobachtung bei zwei professionellen deutschen Fußballteams durchführt. Einerseits bringen Mannschaftmitglieder ihre Anerkennung für die kulturellen Unterschiede innerhalb der Mannschaft durch solche Äußerungen zum Ausdruck, auch um den Zusammenhalt des Teams zu stärken, andererseits dienen rassistische Stereotype aber auch dazu, das Mannschaftsgefüge negativ zu beeinflussen. Bei der Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich kam es zu gewalttätigen Angriffen russischer Hooligans gegen englische Fans, die von verschiedenen Medien mit der russischen Regierung in Verbindung gebracht wurden.

THOMAS DUDEK (Berlin) machte in seinem Beitrag „Well Connected Far-Right Activist, but no Hybrid Warriors of Putin. Russian Hooligans and Politics“ deutlich, dass der Kreml im Hinblick auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 im eigenen Land bereits seit September 2016 Warnungen an die russischen Hooligans versandt habe, da man ähnliche Übergriffe und Schlagzeiten bei dem Weltturnier in Russland auf jeden Fall vermeiden möchte. Eine zentrale Person in der russischen Fanszene ist Aleksandr Shprygin, ein Aktivist des rechten Flügels. Obwohl Polen seit Ende des Zweiten Weltkriegs das ethnisch, religiös und bezüglich der nationalen Identität das homogenste Land in Europa ist, sind antisemitische Anfeindungen im polnischen Fußball an der Tagesordnung. Die Zuschreibung „Jude“ gilt als Zeichen der Diskriminierung generischer Vereine und Fans. In den letzten zwei Jahren rücken immer stärker der Islam und die Muslime in den Focus rechtsradikaler Fansgruppierungen. In seinem Vortrag „Anti-Semitism Without Jews, Islamophobia Without Muslims. Polish Football Terraces and the Permanent Longing for Someone to Hate“ erläuterte WOJCIECH WOZNIAK (Lodz) die fundamentalen Unterschiede zwischen antisemitischen und antimuslimischen Diskriminierungen in polnischen Fußballstadien ein. Obwohl es eine historisch bedingte Verbundenheit zwischen der jüdischen und mehrheitlich moslemischen Bevölkerung in Bosnien und Herzegowina gibt, sind in den letzten Jahren zunehmende antisemitische Tendenzen auch im bosnisch-herzogowinischen Fußball zu beobachten. In seinem Vortrag „Does Football in Bosnia and Hercegovina have an Anti-Semitism Problem?“ ging DARIO BRENTIN (Graz / London) den Ursachen für anti-jüdische, anti-israelische, anti-zionistische und anti-semitische Narrative der Fußballfans in dem Balkanstaat nach. Antisemitismus gibt es auch in deutschen Fußballstadien. FLORIAN SCHUBERT (Hamburg) analysierte in seinem Vortrag „Antisemitism and Football. Antisemitism in German Football“ die Ursachen für die antisemitischen Aktionen von Fans sowie die Reaktion von Vereinen und Verbänden auf dieses Fanverhalten.

Im letzten Panel „Tackling Antisemitism and Racism in Football - But How?“ stellten verschiedene Initiativen aus unterschiedlichen Ländern ihre Aktivitäten vor mit denen sieantisemitischen und rassistischen Fanaktionen begegnen und präventiv entgegenwirken. JORAM VERHOEVEN und WILLEM WAGENAAR (Amsterdam) berichteten über ein Projekt des Anne-Frank-Hauses in Amsterdam mit den Fans von Feyenord Rotterdam: „Appeal to a Common Identity Helping Hooligans“, in dessen Rahmen sich durch Antisemitismus aufgefallene Anhänger des Vereins zusammen mit jüdischen Fans der jüdischen Geschichte des Vereins widmen, um gegenseitig Verständnis für- und Respekt voreinander zu wecken. PAVEL KLYMENKO (London) referierte über das „FARE Observer System: Tackling Discrimination at International Matches“. Ausgebildete Experten beobachteten im Jahr 2016/17 114 Spiele und dokumentierten 25 rechtsradikal motivierte Fälle, von denen 14 geahndet wurden. In Frankfurt arbeiten seit einigen Jahren Mitarbeiter des Museums von Eintracht Frankfurt und des Jüdischen Museums die Geschichte des Vereins in den 1920er und 1930er Jahren auf. Vor der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurden Spieler und Fans des Vereins als „Juddebube“ verhöhnt, nach dem 30. Januar 1933 wurden dann aber jüdische Mitglieder diskriminiert und aus dem Verein ausgeschlossen. Mit der Bereitstellung von Materialien über die „jüdische Vergangenheit“ des Vereins möchten sie einen Beitrag zur Sensibilisierung der Fans für zeithistorische Fragen und Zusammenhänge leisten, wie MARTIN LIEPACH und MATTHIAS THOMA (Frankfurt) in ihrem Vortrag „How to Use Club History and Exclusion of Jewish Members during the Third Reich in Teaching about Antisemitism: An Educational Programm for Students in the Eintracht Frankfurt Museum“ herausstellten.

Eine Podiumsdiskussion und eine resümierende Würdigung der Konferenz durch MOSHE ZIMMERMANN (Jerusalem) beendeten die Berliner Tagung.

Konferenzübersicht:

Welcome and Opening Remarks
Kay-Uwe von Damaros (Berlin) / Stefanie Schüler-Springorum (Berlin)

Key Note
Emma Poulton (Durham): Collective Identity and Forms of Abuse and Discrimination in Football Fan Culture

Panel 1 Football – Sport
Chair: Moshe Zimmermann (Jerusalem)

James M. Dorsey (Singapore):
Soccer. Moulding the Middle East and North Africa

Julia Haß (Berlin):
Discrimination and Space Appropriations in Brazil’s Beautiful Game: Women in Amateur Soccer in Rio de Janeiro

Markus Gerke (Gießen / New York):
The Twofold American Exceptionalism in Soccer Fandom: Activism Against Racism, Homophobia and Sexism Among Organized Soccer Supporters in the United States

Panel 2 Football Fan Cultures
Chair: Lorenz Peiffer (Hannover)

Andrew Hodges (Regensburg):
Far-Right Registers and Symbolism in the Zagreb Fan Scene: A Political Anthropological Perspective

Keivan Aghamohseni (Tabriz):
Football Chants in Areas of Conflict of Ethnicity and Nationalism in Iran

Robert Claus (Hannover):
Masculinities in Football Fandom – a Hard-Fought Field

Panel 3 Football and Identity
Chair: Sabine Hark (Berlin)
Rory Magrath (Southampton):
Improving on Improvement: The Complexity of Homophobia in the Football Industry

Silvester Stahl (Potsdam):
Ethnic Discrimination in Amateur Football: The Case of Migrant Sport Clubs in Germany

David A. Gilgen (Bielefeld):
Fascism and Football: The Myth of the Azzuri as Symbol of a Nation

Panel 4 Perceptions and Discourses
Chair: Henry Wahlig (Dortmund)

Michael John (Linz):
Austrian Football, Antisemitism and Xenophobia, 1918–1938

Rudolf Oswald (Eichstätt):
Myth or Reality? The Image of the “Judenklub” in Inter-War European Soccer

Raanan Rein (Tel Aviv):
Struggling to Belong in the Face of Otherness: The Atlanta Football Club of Buenos Aires

Key Note
Andrei S. Markovits (Ann Arbor):
What Is It About Association Football – The Arrogantly Self-Appointed ‘Beautiful Game’ – That Renders Most (Though Not All) Of Its Fan Cultures So Ugly?

Panel 5 Football Arena and Society I
Chair: Tamar Rapoport (Jerusalem)

Amnon Brownfield-Stein (Tel Aviv):
The Political Pandora’s Box of Israeli Football Fans

Solvejg Wolfers (Warwick):
“Did You Have Yummy Cats for Breakfast?” – Racial Humour in German Professional and Elite Football

Thomas Dudek (Berlin):
Well Connected Far-Right Activists, but no Hybrid Warriors of Putin. Russian Hooligans and Politics

Panel 6 Football Arena and Society II
Chair: Raanan Rein (Tel Aviv)

Wojciech Wozniak (Lodz):
Anti-semitism Without Jews, Islamophobia Without Muslims. Polish Football Terraces and the Permanent Longing for Someone to Hate

Dario Brentin (Graz / London):
Does Football in Bosnia & Hercegovina have an Anti-Semitism Problem?

Florian Schubert (Hamburg):
Antisemitism and Football. Antisemitism in German Football

Panel 7 Tackling Antisemitism and Racism in Football – But How?
Chair: Susann Fegter (Berlin)

Joram Verhoeven (Amsterdam) and Willem Wagenaar (Amsterdam):
Appeal to a Common Identity: Helping Hooligans

Pavel Klymenko (London):
FARE Observer System: Tackling Discrimination at International Matches

Martin Liepach (Frankfurt) and Mathias Thoma (Frankfurt):
How to Use Club History and Exclusion of Jewish Members during the Third Reich in Teaching about Antisemitism: An Educational Program for Students in the Eintracht Frankfurt Museum

Roundtable and Closing Remarks

Zitation
Tagungsbericht: The Beautiful Game? Identity, Resentment and Discrimination in Football and Fan Cultures, 12.04.2018 – 13.04.2018 Berlin, in: H-Soz-Kult, 04.07.2018, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-7778>.
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Veröffentlicht am
04.07.2018
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