Deutsche evangelische Auslandsgemeinden im 20. Jahrhundert. Zwischen Nationalprotestantismus und Ökumene

Ort
London
Veranstalter
Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kirchliche Zeitgeschichte (München); German Historical Institute (London)
Datum
14.06.2018 - 16.06.2018
Von
Gisa Bauer, Institut für Kirchengeschichte, Universität Leipzig

Die Auswirkungen der beiden Weltkriege und des Nationalsozialismus auf das kulturelle, religiöse und politische Selbstverständnis deutscher evangelischer Gemeinden im Ausland stand im Zentrum der Tagung, mit der die kirchliche Zeitgeschichtsforschung Neuland betrat, denn erstmals wurde eine Trägergruppe in den Blick genommen, die außerhalb Deutschlands aktiv war und ist. Bemerkenswert ist dies insofern, als dass der Protestantismus von jeher eine enge Verbindung zu Flüchtlingsbewegungen und Migration hat, wie der Kirchenhistoriker HARRY OELKE (München) in seinem Grußwort feststellte.

Der Osteuropahistoriker HANS-CHRISTIAN PETERSEN (Oldenburg) eröffnete mit seinem Grundsatzreferat über die deutschsprachige historische Migrationsforschung das erste Tagungspanel. Petersen beschrieb das Auslandsdeutschtum als völkische Hypothek der deutschen Auslandshistorik und Ostforschung, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu etablieren begann und mit der Vorstellung eines ‚Volksbodens‘, auf dem Deutsche siedelten, die Grundlagen späterer deutscher Gebietsforderungen legte. Für die heutige Forschung, so Petersen, sei die von Roger Brubaker entwickelte Framing-Kategorisierung fruchtbar zu machen und dem Umstand stärker Aufmerksamkeit zu schenken, dass Gruppen und ihre Spezifika geschaffen werden, indem und wie über sie gesprochen werde. Für das Untersuchungsfeld der Tagung gelte, dass deutsche Auslandsgemeinden durch den völkischen Kontext zu einer politischen Vorstellungskategorie avancierten, ohne dies zuvor gewesen zu sein.

Die ebenfalls im Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE) verankerte Kulturwissenschaftlerin und Ethnologin CORNELIA EISLER (Oldenburg) näherte sich dem Tagungsthema über Organisationen mit Bezug zum ‚Auslandsdeutschtum‘. Ein Schwerpunkt waren Vereine, zum Beispiel die Gustav-Adolf-Stiftung / der Gustav-Adolf-Verein oder der Reichsverband für die katholischen Auslandsdeutschen, sowie Forschungsstellen und Bursen. Eisler zeigte nicht nur die Versuche der Institutionalisierung von Zugehörigkeiten auf, sondern entwickelte vor diesem Hintergrund eine institutionell gespiegelte Geschichte der Wahrnehmung des ‚Auslandsdeutschtums‘. Die Juristin BRITTA WELLNITZ (Freiburg) beschrieb die Geschichte der Rechtsbeziehungen der Auslandsgemeinden zu den evangelischen Landeskirchen und den gesamtkirchlichen Zusammenschlüssen seit 1922 und verdeutlichte die starken Wechselbeziehungen zwischen ihnen seit dem 19. Jahrhundert bis in die 1950er-Jahre. Der Abendvortrag von ANDREW CHANDLER (Chichester), Professor of Modern History, beschäftigte sich mit dem Wirken von George Bell, seit 1929 Bischof von Chichester. Bells internationales Netzwerk war umfassend, sein ökumenisches Engagement wirkungsvoll, allerdings blieben seine politischen Einflussmöglichkeiten in Großbritannien eher begrenzt.

Im zweiten Panel „Evangelische Auslandsgemeinden im 20. Jahrhundert“ richtete sich der Blick auf verschiedene Regionen Europas, den Nahen Osten und Lateinamerika. Der Theologe DANIEL LENSKI (Bensheim) machte deutlich, dass sich trotz der auf Integration und Ökumene ausgelegten Politik des Kirchlichen Außenamtes nach 1945 in Chile die Abgrenzung der Gemeinden von ihrer Umgebung fortsetzte. Erst Mitte der 1970er-Jahre führten die Konflikte zwischen eingesessenen Gemeindemitgliedern, die auf die Militärdiktatur Pinochets setzten, und einer linken Pfarrerschaft aus Deutschland zu einer Kirchenspaltung und damit zu einer Integration von Teilen der evangelischen Deutschen in das Gastland. Der Kirchenhistoriker ALEJANDRO ZORZIN (Göttingen) konnte am Beispiel von Gemeinden in den La Plata Ländern Argentinien, Uruguay und Paraguay zeigen, wie sich der Kirchenkampf in Deutschland in die deutschen Auslandsgemeinden hinein fortsetzte.

Im Panel über Osteuropa referierte zunächst JOHANNES NETT (Berlin), Doktorand an der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität, über die verschiedenen kirchlichen Netzwerke der „Deutschen Evangelischen Kirche im Sudetenland und in Böhmen und Mähren“. In ihrer knapp dreißigjährigen Geschichte (1919–1948) in wechselnden Staatskonstellationen und politischen Systemen gestalteten sich die Beziehungen zu Deutschland zunächst über die Werke der evangelischen Kirche, wie dem Gustav-Adolf-Werk oder dem Evangelischen Bund. Dies bereitete den Boden für ihre Rolle als Steigbügelhalter der NS-Kirchenpolitik im Sudetenland. Die Situation der evangelischen Kirchengemeinde in Bukarest schilderte der Mitarbeiter am Institut für Evangelische Theologie ULRICH WIEN (Koblenz-Landau). In Rumänien war die Sogwirkung des Nationalsozialismus stark. Das rumänische Auslandsdeutschtum tendierte zu einer engen Zusammenarbeit mit deutschen völkischen Gruppen, was sich auch in der kirchlich-konfessionellen Arbeit niederschlug und insbesondere in der Bukarester evangelischen Gemeinde deutlich wurde.

In der dritten Sektion des zweiten Panels mit Blick auf Italien, Frankreich und die Niederlande referierte zunächst die Historikerin CHRISTIANE TICHY über die Problematik des deutschsprachigen Protestantismus in Frankreich. Während der von 1927 bis 1939 amtierende hochkirchlich-lutherische Pfarrer Erich Dahlgrün ungeachtet anfänglicher grundsätzlicher Sympathien für den Nationalsozialismus die Deutschen Christen ablehnte und sich bemühte, die Politik aus dem Gemeindeleben herauszuhalten, war sein Nachfolger in den Jahren 1940 bis 1944 sehr viel offener für den Nationalsozialismus. Gleichwohl gelang es diesem, ein Vertrauensverhältnis zu den französischen Protestanten herzustellen. Nach der Beschlagnahmung der Gebäude ab 1944 konnte ab Mitte der 1950er Jahre das Gemeindeleben – jetzt in enger Bindung an die evangelisch-lutherische Kirche in Frankreich – fortgesetzt werden. Im Anschluss verortete die Kirchenhistorikerin JULIA STEFANIE REIFF (Tübingen) die Geschichte der Gemeinde in Rom im Spannungsfeld zwischen konfessioneller und nationaler Identitätsfindung. Der von 1931 bis 1939 amtierende Pfarrer Friedrich Walcker war NSDAP-Mitglied und begrüßte den deutschchristlichen Reichsbischof, versuchte aber, die Gemeinde aus dem Kirchenkampf herauszuhalten. 1936 bemühte er sich um eine Annäherung an das Gastland, beantragte eine Öffnung der Gemeinde für Nicht-Deutsche und die Umbenennung in ‚evangelisch-lutherische Gemeinde‘, was jedoch durch das Kirchliche Außenamt unter Theodor Heckel abgelehnt wurde. Erst sein Nachfolger Erich Dahlgrün sorgte 1949 für den Anschluss der Gemeinde an die evangelisch-lutherischen Kirche in Italien (ELKI).

Die deutschen evangelischen Gemeinden in den Niederlanden waren das Thema der Historikerin KATJA HAPPE (Erlangen). Nach dem Ersten Weltkrieg suchten viele junge Frauen aus Deutschland in den Niederlanden eine Anstellung als Dienstmädchen. 1930 gab es zwölf deutschsprachige evangelische Gemeinden in den Niederlanden, die den Immigrantinnen Heimat boten, und es entwickelte sich eine umfassende deutsche Infrastruktur. Nach 1933 kam es in 16 niederländischen Städten zur Gründung regelrechter ‚deutscher Kolonien‘. Die Kirchengemeinden standen vor der Frage, ob sie sich diesen Kolonien anschließen oder ob sie dies aus Rücksicht auf ihre circa 20 Prozent nicht-deutschen Mitglieder und ihre Verbundenheit mit niederländischen Gemeinden unterlassen sollten. Schließlich schlossen sich die Pfarrer, die ganz überwiegend mit den Nationalsozialisten sympathisierten, nicht aber die Gemeinden, den Kolonien an.

Die vierte Sektion des zweiten Panels war den Gemeinden in England und Schweden gewidmet. RUDOLF MUHS (London), Senior Lecturer für neuere europäische Geschichte, erläuterte, dass fast alle deutschen Pfarrer in England NSDAP-Mitglieder waren, die indes für die Unabhängigkeit ihrer Gemeinden eintraten und sich unter dem Einfluss von Dietrich Bonhoeffer der Bekennenden Kirche zuwandten, ohne dabei ihre Loyalität gegenüber dem NS-Staat aufzugeben. Allerdings waren auch hier die Zuordnungen disparat: Während sich die so genannte ‚Judenkirche‘ St. Georg in Ost-London unter Pfarrer Julius Rieger zum Zentrum einer Flüchtlingsgemeinde mit zahlreichen ‚nicht-arischen‘ Christen entwickelte, wandte sich sein Amtskollege an der deutschen evangelischen Christuskirche und lutherischen Mariengemeinde in London, Fritz Wehrhan, den Nationalsozialisten zu.

Der Kirchenhistoriker ANDERS JARLERT (Lund) verglich die Haltung zweier deutscher evangelischer Gemeinden in Schweden zum Nationalsozialismus. Während die Stockholmer Gemeinde von Pfarrer Emil Ohly eng mit der deutschen Botschaft und damit dem deutschen Staat verbunden blieb, suchte der Pfarrer der Göteborger Gemeinde Hermann Kiesow eine enge Anbindung an das kulturelle städtische Umfeld. Dennoch gerieten beide Gemeinden in die politischen Auseinandersetzungen zwischen Nationalsozialisten und ihren Gegnern. Nicht zuletzt die Einbindung der deutschen Gemeinden in die schwedische Staatskirche erleichterte einen bruchlosen Übergang in die Nachkriegszeit.

Der Theologe JAN LOHRENGEL (Kiel / Buxtehude) beschrieb die Entwicklungen in der Deutschen Evangelischen Kirchengemeinde in Istanbul. Mit der NS-Machtübernahme im Deutschen Reich begann eine Polarisierung in den deutschen Gemeinden der Türkei. Ab 1934 kam es zu Spannungen zwischen der deutschen Gemeinde in Istanbul und der NSDAP-Ortsgruppe, gegen deren Einmischungsversuche man sich wehrte. Die Situation verschärfte sich durch die zahlreichen Flüchtlinge aus Deutschland. Dennoch blieb der Einfluss der NSDAP in dieser international ausgerichteten Gemeinde marginal. Nachdem die Türkei 1944 ihre Neutralität zugunsten der Gegner Deutschlands aufgegeben hatte, wurden alle Deutschen des Landes verwiesen. Interimsweise leiteten Schweizer Laien die Gemeinde. Erst 1952 endete die pfarrerlose Zeit in der Deutschen Evangelischen Kirchengemeinde in Istanbul.

Das Panel zu den Entwicklungen nach 1945 bis in die Gegenwart startete mit einem Vortrag über den ersten Leiter des Kirchlichen Außenamtes nach 1945, Martin Niemöller. BENJAMIN ZIEMANN (Sheffield), Professor of Modern German History, sprach über Niemöllers Wirken im Nachkriegsdeutschland und stellte seine Tätigkeit als Leiter des Außenamtes von 1945 bis 1956 dar. Niemöller suchte im Ausland die große Bühne: mass-meetings, bei denen er mit Schwarz-Weiß-Polarisierungen ökumenisches Verantwortungsbewusstsein wecken wollte, erinnerten an evangelikale Großveranstaltungen. Die Auslandsgemeinden und ihre Anliegen nahmen sich für Niemöller daneben eher unbedeutend aus.

CHRISTOPH ERNST (Hannover), Leiter des Referats Nord- und Westeuropa der Ökumene- und Auslandsarbeit der EKD, beschäftigte sich mit der aktuellen EKD-Auslandsarbeit. Zu der inhaltlichen Ausrichtung der Auslandsarbeit gehören heute die Schwerpunkte der ‚missionarischen Gelegenheit‘, der protestantischen Profilbildung im Zusammenhang mit der ökumenischen Verbundenheit, der interreligiöse Dialog, diakonische Aufgaben sowie Kultur- und Bildungsarbeit. Mit dem Bericht über seine Arbeit als Pfarrer von drei deutschsprachigen evangelischen Gemeinden in London-Knightsbridge, Richmond / Petersham und Oxford wandte sich GEORG AMANN (London / Oxford) der praktischen Seite der Auslandsarbeit in Großbritannien zu und beschrieb das Selbstverständnis dieser Gemeinden im Spannungsfeld von Inkulturation und Selbstdeutung als Deutsche, das insbesondere nach dem Brexit-Referendum 2016 problematisch geworden sei.

Die Historikerin CLAUDIA LEPP (München) verwies in ihrer Tagungskommentierung auf transnationale, nationale und lokale Dynamiken, die in der Entwicklung von Auslandsgemeinden eine Rolle spielten, wie die beiden Weltkriege, die jeweilige Haltung zur gedachten Ordnung ‚Nation‘ oder das Verhältnis zum Nationalsozialismus. Zugleich machte sie Vorschläge für die Weiterarbeit: Fragen nach Kulturtransfer ließen sich durch die Untersuchungen von Netzwerken, aber auch durch die Analyse der in Auslandsgemeinden verwendeten Agenden, Lieder oder Unterrichtsmaterialien beantworten. Mit den Methoden des historischen Vergleichs ließen sich die Entwicklung von verschiedenen Auslandsgemeinden im Hinblick auf ihre soziale, generationelle und geschlechtliche Zusammensetzung, auf ihre rechtliche oder finanzielle Situation sowie auf ihre theologische Ausrichtung und ihr Gemeindeverständnis vergleichen und die Bedeutung von lokalen Spezifika ermitteln. Letztlich seien evangelische Auslandsgemeinden auch ein geeigneter Gegenstand für den Ansatz einer multiperspektivischen Geschichtsschreibung transnationaler Geschichte. In den Blick zu nehmen wären die gegenseitigen Einflussnahmen und Rezeptionsmechanismen von Herkunftskirchen, Auslandsgemeinden, Aufnahmegesellschaften und Kirchen des Aufnahmelandes. In jedem Fall bedeute die Erforschung der deutschen Auslandsgemeinden eine Bereicherung der deutschen Protestantismusgeschichte um eine dezentrierte Perspektive.,

Die Kirchenhistorikerin KATHARINA KUNTER (Frankfurt am Main) unterstrich in ihren Beobachtungen zur Tagung ebenfalls die Vielfältigkeit und Heterogenität des Themas, die sich aus der Unterschiedlichkeit der Gemeinden, ihrer verschiedenen Ausrichtungen, Ausstattungen und Einbettungen in divergente Ortskontexte ergäben, ebenso wie durch die verschiedenen Zugänge zum Thema. Kunter fragte kritisch, inwiefern die in der Tagung ersichtlichen zeitlichen und räumlichen Schwerpunkte zu erweitern seien. Auch eine stärkere Bearbeitung der Rolle von Frauen im Kontext des Themas wurde angemahnt. Perspektivisch schlug Kunter einen stärker strukturierenden, systematisierenden Zugang angesichts des disparaten Forschungsfeldes vor. Lohnenswert erschienen ihr die Frage nach möglichen Homogenitätskonstruktionen, z. B. die Zuschreibung ‚deutsch‘ oder tragfähige, den Gemeinden gemeinsame theologische Vorstellungen.

Die Diskussionen während der Tagung sowie die Abschlussdiskussion zeigten durchgehend, dass einige Aspekte trotz der Disparatheit des Themas durchgängig virulent waren. Dazu gehörte die Frage nach der komplexen Wechselwirkung der jeweiligen Auslandsgemeinde mit dem Herkunftsland und der Herkunftskirche, und wie diese Wechselwirkung beschreibbar gemacht werden können, welche Zäsuren und Verschiebungen dabei auszumachen und welche Parallelitäten von politischer und kirchlicher Ebene in dem Verhältnis zu konstatieren seien. Die Frage nach der generellen Beobachtungsebene wiederholte sich mehrfach: Inwiefern unterschieden sich die Befunde über die Betrachtung der Gemeindebasis von denen über die Kirchenleitungen und Organisationen und wie beeinflussen die politischen Rahmenbedingungen – sowohl in Deutschland als auch in den Gastländern – die Entwicklungen der Auslandsgemeinden? Trotz der Disparatheit der Entwicklungen wurden für zukünftige komparatistische Forschungen Vergleichselemente ausgemacht, zum Beispiel zeitliche Zäsuren wie 1933 oder 1945 oder soziale Aspekte wie der Umgang mit Christen jüdischer Herkunft. Als weitere zukünftige Forschungsaufgaben wurden genannt das konfessionelle Zusammenspiel zwischen römisch-katholischen und evangelischen Gemeinden, die Frage nach Inkulturation und Entwicklungsprozessen bis hin zu einem Aufgehen der Auslandsgemeinden in ihrem kirchlichen und religiösen Umfeld sowie die Anwendung von Netzwerktheorien, Emotionengeschichtsschreibung, Diskursanalyse und soziologische Basisuntersuchungen. Generell zeigte die Tagung das, was auch in den Kommentaren von Lepp und Kunter anklang: Es handelte sich bei diesem Treffen um einen ersten Schritt, einen bisher in seiner Gesamtheit nicht oder nur punktuell wahrgenommenen Gegenstand zu benennen und erste Teilaspekte auszuleuchten. Nun sollten weitere Forschungen folgen.

Konferenzübersicht:

Grußworte:
Andreas Gestrich (GHI, London) / Harry Oelke (Vorsitzender der Kommission der AKiZ, München)

Panel I: Grundlagen: Forschungen und Strukturen
Moderation: Norbert Friedrich (Düsseldorf)

Hans-Christian Petersen (Oldenburg): Evangelische Deutsche im Ausland? Traditionen und Perspektiven der deutschsprachigen historischen Migrationsforschung

Cornelia Eisler (Oldenburg): Versuche der Institutionalisierung von Zugehörigkeit: Forschungsstellen, Bursen und Vereine für das „Auslandsdeutschtum“

Britta Wellnitz (Freiburg im Breisgau): Die Entwicklung der Rechtsbeziehungen der deutschen evangelischen Auslandsgemeinden zur organisierten Kirche in Deutschland

Kirchenkampf in England
Moderation: Roger Mielke (Hannover)

Andrew Chandler (Chichester): The „Kirchenkampf“ abroad: Bishop George Bell and Anglo-German networks of assistance in Britain 1933–1939

Panel II: Evangelische Auslandsgemeinden im 20. Jahrhundert

Lateinamerika: Argentinien und Chile
Moderation: Dagmar Pöpping (München)

Daniel Lenski (Bensheim): Deutschtumskonstruktionen in den deutschsprachigen evangelischen Gemeinden Chiles bis zur Kirchenspaltung 1975

Alejandro Zorzin (Göttingen): Nationalsozialistisches Gedankengut in der Deutschen Evangelischen La-Plata Synode (1934–1943)

Osteuropa: Tschechoslowakei und Rumänien
Moderation: Peter Morée (Prag)

Johannes Nett (Berlin): „Lazarus vor seiner Tür“ – Die kirchlichen Netzwerke der sudetendeutschen Protestanten auf ihrem Weg von der tschechischen Diaspora in die deutschen Landeskirchen

Ulrich Wien (Koblenz-Landau): „Sachs, halte Wacht!“ oder „Heim ins Reich“? Die Bukarester evangelische Kirchengemeinde im 20. Jahrhundert vor dem Hintergrund der Zugehörigkeit zur Evangelischen Landeskirche A. B. in Rumänien

Süd- und Westeuropa: Italien, Frankreich, Niederlande
Moderation: Antje Roggenkamp (Göttingen)

Julia Stefanie Reiff (Tübingen): Die deutsche evangelische Gemeinde in Rom 1926–1949

Christiane Tichy: Deutsche evangelische Auslandsgemeinden in Frankreich 1927–1957

Katja Happe (Erlangen): „Man suchte Anschluss und fand die deutsche Kirche und Gemeinde“ – Die deutschen Kirchengemeinden in den Niederlanden

Nordeuropa: England und Schweden
Moderation: Eva-Maria Seng (Paderborn)

Rudolf Muhs (London): Gottesdienst in Feindesland. Deutsche protestantische Gemeinden in Großbritannien während des Ersten und Zweiten Weltkriegs

Anders Jarlert (Lund): Evangelische Schweden. Die deutschen Gemeinden in Stockholm und Göteborg in den 1930er und 1940er Jahren

Naher Osten
Moderation: Andreas Müller (Kiel)

Jan Lohrengel (Buxtehude): Zuflucht am Bosporus: Die Deutsche Evangelische Kirchengemeinde Istanbul

Panel III: Entwicklungen in der jüngsten Geschichte bis zur Gegenwart

Kirchliche Auslandsarbeit gestern und heute
Moderation: Klaus Fitschen (Leipzig)

Benjamin Ziemann (Sheffield): Martin Niemöller als Leiter des Kirchlichen Außenamtes 1945–1956

Christoph Ernst (Hannover): Zwischen Traditionsgemeinde, Expat-Community und Tourismusseelsorge: die aktuelle Policy der EKD-Auslandsarbeit

Georg Amann (London/Oxford): Fragile Heimat. Deutsche Protestanten in Großbritannien im Zeichen des Brexit

Resümee
Moderation: Siegfried Hermle (Köln)

1. Tagungsbeobachtungen: Katharina Kunter (Frankfurt am Main) / Claudia Lepp (München)

2. Schlussdiskussion

Zitation
Tagungsbericht: Deutsche evangelische Auslandsgemeinden im 20. Jahrhundert. Zwischen Nationalprotestantismus und Ökumene, 14.06.2018 – 16.06.2018 London, in: H-Soz-Kult, 28.08.2018, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-7836>.