Darstellungen und interdisziplinäre Ansätze zu den deutsch-französischen Fraternisierungen in neuzeitlichen Konflikten (1813-1945)

Ort
Stuttgart
Veranstalter
Université Paris-Sorbonne; Universität Stuttgart
Datum
26.04.2018 - 27.04.2018
Von
Daniel Hadwiger, Seminar für Zeitgeschichte, Eberhard Karls Universität Tübingen; Ann-Kristin Glöckner, Institut für Geschichte, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Das Kolloquium vereinte Beiträge zu unterschiedlichen deutsch-französischen Konflikten mit verschiedenen AkteurInnen, die sich in diesem Kontext begegnet sind. Die OrganisatorInnen MAUDE WILLIAMS (Bochum / Stuttgart) und PAUL MAURICE (Paris / Saarbrücken) unterschieden zwischen den zwei großen Forschungsfeldern „Annäherung zwischen verfeindeten Kriegsparteien im Feld“ und „Solidarisierungen zwischen feindlichen Kämpfern und ZivilistInnen in der Heimat“. Dabei fehle es an einer vergleichenden Analyse mehrerer deutsch-französischer Konflikte über einen längeren Zeitraum. Bisher seien nur einzelne Phänomene wie die Verbrüderung an der Front anlässlich des Weihnachtsfestes 1914 exemplarisch betrachtet worden. Ansonsten läge ein großer Fokus der Forschungsliteratur auf Fraternisierungen während der deutschen Besatzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg. Das Kolloquium habe sich nun zum Ziel gesetzt, einen ersten Vorstoß in die Richtung zu unternehmen, deutsch-französische Fraternisierungen querschnittartig über mehrere Jahrzehnte zu betrachten und dabei vergleichend zu einer besseren Erfassung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden beizutragen. Den analytischen Rahmen bildete dabei der Zeitraum von 1813 bis 1945. Warum die Zeit der französischen Besatzung Deutschlands über den Zweiten Weltkrieg hinaus ausgelassen wurde, blieb offen.

Das Kolloquium verfolgte einen transdisziplinären Ansatz – der Blickwinkel der Geschichtswissenschaft wurde insbesondere durch den der Literaturwissenschaft erweitert. Darüber hinaus waren explizit auch NachwuchswissenschaftlerInnen eingeladen, ihre Forschungen zum Thema der Fraternisierung vorzustellen, sodass ein facettenreiches Programm mit diversen thematischen und zeitlichen Schwerpunkten entstand. Ziel sei dabei „die unterschiedlichen Formen der Fraternisierung, ihre Charakteristika und Mechanismen ans Licht zu bringen sowie die Konsequenzen (Transfers, Austausch, Ablehnung) auf sozialer, politischer, historischer und kultureller Ebene zu beleuchten.“[1] Ziel der Tagung sei es nicht, eine Definition von „Fraternisierung“ vorzugeben, sondern das Phänomen in seiner Vielfältigkeit darzustellen. Nach den einleitenden Worten der beiden OrganisatorInnen unterstrich WOLFRAM PYTA (Stuttgart), dass das Thema der deutsch-französischen Fraternisierung zu einer kulturgeschichtlichen Betrachtung einlade – dennoch sei das Thema erstaunlicherweise bisher recht wenig untersucht worden.

Das erste Panel widmete sich Formen der Fraternisierung an der Front in unterschiedlichen Kriegen. CHRISTOPHE POMMIER (Paris) eröffnete das Thema mit seinem Vortrag zu Kontakten zwischen Deutschen und Franzosen im Bewegungskrieg von 1870/71. Während der Kampfhandlungen zwischen den Kontrahenten habe es wenig direkten Kontakt gegeben, aber infolge der kriegerischen Auseinandersetzung hätten sich Beziehungen während Kriegsgefangenschaften, aber auch während der deutschen Besatzung in Frankreich entwickelt. Dabei seien diese nicht nur von Feindschaft geprägt gewesen; der Umgang habe sich, insbesondere durch das enge Zusammenleben miteinander, vielmehr normalisiert. Für langfristige Freundschaften seien die Kriegs- und Besatzungserfahrungen aber dennoch zu entzweiend gewesen.

KARIN BAIER (Valencia) vertiefte den Aspekt der Annäherung in der Kriegsgefangenschaft anhand des Ersten Weltkriegs weiter. Sie nutzte eine Kriegsgefangenzeitung als Quelle, um mehr über den von Disziplin geprägten Lageralltag der französischen Inhaftierten und ihre Begegnungen mit Deutschen zu erfahren. Dabei stellte sich neben dem Lager selbst – insbesondere im Bereich der Krankenpflege – die Regensburger Poststelle als hauptsächlicher Begegnungsort heraus. Dabei hob Baier genderspezifische Besonderheiten hervor, da der Kontakt der männlichen Inhaftierten sowohl auf der Krankenstation als auch auf der Poststation fast ausschließlich zu deutschen Frauen stattfand – ein Umstand, der im Hinblick auf mögliche Liebesbeziehungen Erwähnung in den Quellen fand.

DAMIEN ACCOULON (Paris / Braunschweig) schloss mit der Frage nach einer Fraternisierung zwischen der deutschen und der französischen Einheit der Jagdflieger-Asse in der Zeit von 1914-1939 an. Zwischen den Fliegern, die ein gemeinsames Selbstbild und der „esprit aviateur“ verbunden habe, kam es zum Austausch, den man auch als Fraternisierung bezeichnen könnte. Die Jagdflieger habe die Selbstwahrnehmung als Soldaten eines anderen Typs und die Abgrenzung von den Frontkämpfern im Schützengraben verbunden. In ihrem Überlegenheitsempfinden gegenüber den anderen Soldaten verspürten sie Verbundenheit mit ihren Kollegen von der gegnerischen Seite und es kam zu Annäherungen, die auf ein transnationales elitäres Identitätsbild der Piloten hindeuten würden.

Im Anschluss beleuchtete ODILE ROYNETTE (Dijon) die Erfahrung der Kriegsgefangenschaft französischer Soldaten in Deutschland in der Zeit von 1870 bis 1871. Sie hob dabei hervor, dass die recht kurze Erfahrung der Gefangenschaft von höchstens einem Jahr, die ca. 380.000 Männer und Frauen erlebten, bisher im Vergleich zu anderen Kriegsgefangenenerfahrungen des 19. und 20. Jahrhundert in der Forschung vernachlässigt worden sei. Roynette betonte dabei, dass die Begegnungen mit dem deutschen Feind im Alltag der Gefangenschaft sehr unterschiedlich aussehen konnten – je nach militärischem Rang sowie Veränderungen im Laufe der Gefangenschaft – und daher nur schwer verallgemeinernde Schlussfolgerungen über das erzwungene Zusammenleben gezogen werden könnten.

Das Panel schloss mit einem Vortrag von MAUDE WILLIAMS (Bochum / Stuttgart) zu deutsch-französischen Begegnungen während der „drôle de guerre“ in der Zeit von September 1939 bis Mai 1940. In dieser Zeit hätten sich die deutsche und die französische Armee an der Front sehr nah gegenübergestanden und es sei zu einem engen Austausch gekommen, der bisher von der Wissenschaft wenig beleuchtet worden sei. In den Ego-Dokumenten der Kämpfenden stehe die Monotonie an der Front im Mittelpunkt, daher seien verschiedene Freizeitaktivitäten organisiert worden. Es sei zu spontanen und nicht beabsichtigten Begegnungen zwischen den gegnerischen Kämpfern im „Niemandsland“ gekommen, bei denen auch teilweise Lebensmittel und Informationen ausgetauscht worden seien. Da nicht wenige der Soldaten auf beiden Seiten aus den Grenzregionen stammten, habe es kaum sprachliche Barrieren gegeben.

Der Abendvortrag von ALEXANDRE LAFON (Toulouse) vertiefte deutsch-französische Fraternisierungen während des Ersten Weltkriegs, auch im Hinblick auf deren Wahrnehmung in der Erinnerungskultur. Akte der Solidarisierung habe es während der gesamten Konfliktzeit in unterschiedlicher Intensität insbesondere an der Westfront gegeben und sie gehörten somit zur Kriegserfahrung. Die Begegnung habe in vielen Fällen zu einem Abbau von Stereotypen geführt, da der Gegner ein Gesicht bekommen habe und die Gemeinsamkeiten eines ähnlichen Alltags geprägt von Gewalt und Todesangst, aber auch von Frustration und Langeweile, deutlich geworden seien. Die militärischen Führungen hätten verschiedene Gegenmaßnahmen ergriffen, allerdings habe es auch direkte Vorgesetzte gegeben, die diese Annäherungen nicht sofort sanktioniert oder sogar stillschweigend befürwortet hätten. Fraternisierungen im Ersten Weltkrieg seien in der Erinnerungskultur auch deshalb so präsent, weil sie daran erinnerten, dass es auch Menschen gebe, die sich der sinnlosen Gewalt des Krieges widersetzten.

In der zweiten Sektion wurde das Phänomen der Fraternisierung im Rahmen von Besatzungen untersucht. Sämtliche Vorträge unter Moderation von EMMANUEL DEBRUYNE (Louvain) bezogen sich auf Besatzungen im Ersten oder Zweiten Weltkrieg aus einem deutsch-französischen Blickwinkel. Debruyne betonte die Besonderheit einer Fraternisierung bei Besatzungen: Im Gegensatz zur klassischen Fraternisierung müsse man hier insbesondere die Zeit (Dauer der Besatzung) und den Raum (gemeinsame Transport- und Wohnorte, entmilitarisierte Heimatfront) berücksichtigen.

JAMES CONNOLLY (London) eröffnete die Sektion mit einer sozialhistorischen Untersuchung zur deutschen Besatzung Nordfrankreichs im Ersten Weltkrieg.[2] Wie im Zweiten Weltkrieg seien auch hier die Deutschen als Barbaren und Plünderer wahrgenommen worden. Allerdings stellte Connolly eine zunehmend verbotene Fraternisierung fest. Bewohner, die deutsche Soldaten aufzunehmen hatten, hätten sich am besten mit den Besatzern verstanden, wenn sie aus demselben sozialen Milieu stammten und derselben Konfession angehörten. Für Connolly träten drei Arten der Fraternisierung am häufigsten auf: wirtschaftliche, administrative und „intime“ Kollaboration. Insbesondere Frauen, die sich mit Deutschen eingelassen hätten, seien nach dem Krieg angeklagt worden, die „nationale Ehre“ verraten zu haben. Die weibliche Privatsphäre sei in der Besatzung zu einer öffentlichen Angelegenheit geworden.

GWENDOLINE CICCOTINI (Tübingen / Aix-en-Provence) konzentrierte sich in ihrem Vortrag vor allem auf die „intime Kollaboration“ am Beispiel des Verhältnisses zwischen französischen Kriegsgefangenen und deutschen Frauen während des Zweiten Weltkriegs. Die Besonderheit sei, dass hier die Frau die Rolle der Besatzungsmacht und der Mann die Rolle des Besetzten repräsentiere. Auf der Basis von Archivmaterial aus Sachsen-Anhalt, Berlin-Brandenburg und Baden-Württemberg zeige sich, dass Begegnungen von französischen Männern mit Frauen in Wohnungen, Stadtparks oder Feldern im Vergleich zu „Ostarbeitern“ durch eine laxere Kontrolle eher möglich gewesen und vergleichsweise milder bestraft worden seien. Ciccotini warf abschließend die Frage auf, welcher Platz der Sexualität im Krieg in der Forschung gegeben werde und bemerkte, dass diese zu Unrecht als unpolitischer Bereich des Alltags gewertet werde.

Der Frage nach Kontaktzonen zwischen Deutschen und Franzosen im Zweiten Weltkrieg ging auch BYRON SCHIRBOCK (Köln / Paris) in seinem Vortrag zu den Erfahrungen Heinrich Bölls im besetzten Frankreich nach. Die Briefe Bölls an seine Mutter und seine Frau aus dem Jahr 1940 beziehungsweise 1942 gäben insbesondere Einblicke in die Besatzung im ländlichen Raum Frankreichs. Für Schirbock sei dieser Raum im Unterschied zur Stadt eine bedeutende Kontaktzone gewesen, wo es bei französischen Quartiergebern, in Cafés und Kneipen zu einer Zusammenkunft kam. Bölls frankophiles Verhalten könne zwar als Fraternisierungsversuch gewertet werden, insgesamt sei jedoch auch Böll ein Zaungast der französischen Gesellschaft geblieben.

Im Anschluss analysierte CLAIRE MIOT (Paris) umgekehrt die französische Besetzung Deutschland im Frühjahr 1945 und die Bedeutung des Fraternisierungsverbotes zwischen französischen Soldaten und Deutschen. Miot wies auf die Ambivalenz der sich widersprechenden französischen Fraternisierungsverbote hin, die einerseits zu Gewalttaten und Vergewaltigungen geführt hätten, zugleich jedoch die Soldaten ermahnten, würdige Vertreter Frankreichs zu sein.

In der dritten Tagungssektion folgte die Untersuchung von Erzählungen und der Erinnerung an Fraternisierungen. MARIE-BERNARD BAT (Paris) wies am Beispiel von Octave Mirbeaus Roman „Le calvaire“ (1886) den Verlauf der Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg von 1870 nach. So habe es noch in den 1880er-Jahren Empörung über eine beschriebene Kussszene zwischen einem französischen Soldaten und einem von ihm getöteten preußischen Soldaten gegeben. Ab den 1890er-Jahren habe sich die Kritik gemäßigt und die Kussszene sei in Kunst und Kultur als Beispiel hervorgehoben worden, Brüderlichkeit über das Vaterland zu stellen.

Ganz ähnlich inszenierte auch der österreichische Filmregisseur G. W. Pabst in seinen Filmen die Verbrüderung zwischen Deutschen und Franzosen, wie LOUISE DUMAS (Paris / Frankfurt am Main) aufzeigte. G. W. Pabst weise in seinen Filmen „Westfront 1918“ (1930) und „Mademoiselle Docteur“ (1936) auf die Absurdität politischer Grenzen hin. Mit Filmen wie „Die Kameradschaft“ (1931) habe Pabst nicht nur die gegenseitige Hilfe von deutschen und französischen Bergbauarbeitern bei einem Minenunglück inszeniert, sondern in den Filmszenen bewusst offen gelassen, auf welcher Seite der Grenze man sich soeben befand. Pabst habe die Sinnlosigkeit von Grenzen aufzeigen wollen und Realismus und Internationalismus nationalen Bestrebungen gegenübergestellt.

EVA RAYNAL (Aix-Marseille) untersuchte die gescheiterte Fraternisierung in den Werken von Vercors „Le silence de la mer“ (1942) und John Steinbecks „Lune noire“ (1942). In beiden Romanen würden Beinahe-Liebesbeziehungen während der deutschen Besatzung Europas dargestellt, die aufgrund der politischen Situation unmöglich sind beziehungsweise tödlich enden. Fraternisierungen zwischen Mann und Frau seien hier letztendlich aufgrund der Politisierung des privaten Lebens im Rahmen von Besatzungen gescheitert.

Im Anschluss hinterfragte CLEMENS KLÜNEMANN (Ludwigsburg) die Motive der deutsch-französischen Fraternisierung in der Zwischenkriegszeit. Klünemann wies nach, dass Personen wie der spätere deutsche Botschafter in Paris, Otto Abetz und der französische Journalist Jean Luchaire zwar eine Fraternisierung ohne nationale Bindungen zwischen ihren Völkern hätten verwirklichen wollen; ihr politisches Engagement habe jedoch auf einer gemeinsamen Republikfeindlichkeit und insbesondere Antisemitismus beruht, die den Frieden in Europa bedrohen würden.

Abschließend lotete THOMAS FRANCK (Liège / Berlin) die Dreiecksbeziehung zwischen Thomas Mann, Romain Rolland und Theodor Adorno aus. Thomas Mann sei der „unbekannte Dritte“, der indirekt einen großen interkulturellen Einfluss auf Rolland und Adorno ausgeübt habe. Umgekehrt sei Thomas Manns „Doktor Faustus“ ein rollando-adornischer Roman mit zahlreichen intertextuellen Bezügen. Der gemeinsame Feind des Faschismus habe zudem insgesamt einen Fraternisierungseffekt auf die drei so unterschiedlichen Intellektuellen ausgeübt.

In der Abschlussdiskussion betonten die Organisatoren der Tagung die Komplexität des Begriffs der Fraternisierung, den sie nicht nur als gegenseitige Unterstützung zweier verfeindeter männlicher Gruppen im militärischen Bereich verstanden. Vielmehr müsse man Fraternisierungsprozesse auch in Friedenszeiten und im zivilen Bereich untersuchen. Die verschiedenen Prozesse von Fraternisierung könnten dabei nach drei Gesichtspunkten hin untersucht werden: nach der Dauer der gewaltfreien Phase (Ziel einer Waffenruhe oder eines ewigen Friedens), der Erzählweise (Fraternisierung als Schande oder erstrebenswertes Ziel) und nach den Arten des Transfers (kulturell, physisch, transnational).

Die Tagung zeigte mit ihren interdisziplinären und internationalen Beiträgen, wie unterschiedliche Themen der Solidarität, der Zusammenarbeit und des Besatzungsalltags unter dem Begriff der „Fraternisierung“ fruchtbar zusammen diskutiert werden können.
Der Fokus auf die „Heimatfront“ und genderspezifische Sachverhalte zeigten neue Forschungsfelder in der Fraternisierungsforschung auf, die nicht allein auf den militärischen Bereich begrenzt sein sollte.

Konferenzübersicht:

Wolfram Pyta (Stuttgart): Vorwort

Panel 1: Fraternisierungen an der Front
Chair: Paul Maurice (Paris / Saarbrücken)

Odile Roynette (Dijon) : La captivité de guerre française en Allemagne (1870-1871) : une expérience plurielle

Karin Baier (Valencia): Das Verhältnis zwischen den französischen Kriegsgefangenen und der deutschen Bevölkerung in Regensburg während des Ersten Weltkriegs

Christophe Pommier (Paris): Découvrir l’autre: échanges pacifiques entre Français et Allemands en 1870-1871

Damien Accoulon (Braunschweig / Paris): Quelle «fraternité des ailes » entre les as allemands et français (1914-1939)?

Bernard Wilkin (Bruxelles): Fraternisation ou manipulation? L’exemple de la propagande aérienne française à destination des soldats allemands en 1914-1918

Maude Williams (Bochum): Propaganda und Fraternisierung während des Sitzkrieges (1939-1940)

Abendvortrag
Alexandre Lafon (Comité scientifique du Centenaire): De l’histoire à la mémoire:l'ennemi comme camarade. L'expression de la fraternisation à travers les sources combattantes françaises et allemandes de la Grande Guerre

Panel 2: Fraternisieren im Besatzungszustand / Fraterniser sous occupation
Chair: Emmanuel Debruyne (Louvain)

James Connolly (London): Vivre avec l'ennemi dans le Nord occupé 1914-18: la perspective des occupés français

Gwendoline Cicottini (Tübingen / Aix-Marseille): Les enfants franco-allemands de la Seconde Guerre mondiale: Acteurs, représentations, mémoires

Bryon Schirbock (Köln/Paris): Auf einen „Schwatz mit den Franzosen“. Heinrich Böll als Wehrmachtssoldat im deutsch besetzten Frankreich, 1940-1944.

Claire Miot (Paris): La doctrine alliée de non-fraternisation à l’épreuve de l’invasion. L’armée française en Allemagne au printemps 1945

Panel 3: Erzählungen und Erinnerungen an die Fraternisierungen
Chair: Etienne Dubslaff (Montpellier)

Marie Bernard Bat (Paris): «J’étreignis le cadavre du Prussien»: un exemple de fraternisation paradoxal et polémique durant la guerre de 1870 dans le roman Le Calvaire d’Octave Mirbeau (1886)

Louise Dumas (Paris / Frankfurt am Main): G.W. Pabst et la Grande Guerre: pour une poétique cinématographique de la fraternité

Eva Raynal (Aix-Marseille): Les liaisons dangereuses: Le silence de la mer (Vercors) et Lune Noire (Steinbeck)

Clemens Klünemann (Ludwigsburg): Motive einer deutsch-französischen Fraternisierung im Zeichen der collaboration.

Thomas Franck (Liège / Berlin): La rhétorique franco-allemande de la correspondance entre Romain Rolland et Stefan Zweig.

Abschlussbemerkungen
Moderation: Maude Williams (Bochum) / Paul Maurice (Paris / Saarbücken)

Anmerkungen:
[1]Maude Williams, Darstellungen und interdisziplinäre Ansätze zu den deutsch-französischen Fraternisierungen in neuzeitlichen Konflikten (1813–1945), 26.04.2018 – 27.04.2018 Stuttgart, in: H-Soz-Kult, https://www.hsozkult.de/event/id/termine-34435 (04.12.2018).
[2]James Connolly, The Experience of Occupation in the Nord, 1914-1918. Living with the enemy in First-World-War France, Manchester 2018.

Zitation
Tagungsbericht: Darstellungen und interdisziplinäre Ansätze zu den deutsch-französischen Fraternisierungen in neuzeitlichen Konflikten (1813-1945), 26.04.2018 – 27.04.2018 Stuttgart, in: H-Soz-Kult, 26.01.2019, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8069>.