Die Zeiten des Ereignisses. Neuvermessung einer historischen Kategorie

Ort
Potsdam
Veranstalter
Arbeitskreis Geschichte + Theorie in Kooperation mit dem Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Datum
09.12.2018 - 10.12.2018
Von
Olaf Stieglitz, Abtl. Nordamerikanische Geschichte, Universität zu Köln

Für sein 40. Treffen hatte sich der Arbeitskreis Geschichte + Theorie eines ambitionierten Themas angenommen, ging es doch um die ‚Neuvermessung‘ des Ereignisbegriffs. Ausgangspunkt waren zwei miteinander verbundene Diagnosen, wie ANNA KARLA (Köln), JÖRN EIBEN (Hamburg) und THEO JUNG (Freiburg im Breisgau) als Vertreterinnen des Arbeitskreises in ihrer Einführung darlegten. Zum einen habe das Ereignis als historische Analyse- und Erkenntniskategorie seit einiger Zeit nur noch eine „periphere Stellung“ inne; nachdem sich die moderne Geschichtswissenschaft zunächst um den Ereignisbegriff herum begründet habe, sei dieser dann vor allem durch den Aufstieg der Strukturgeschichte in den Hintergrund gerückt. Anliegen des Arbeitskreises war mithin, die Bedeutung von Ereignissen vor dem Hintergrund jüngerer Debatten neu zu diskutieren und ihre Relevanz für eine zeitgemäße Historiographie hervorzuheben. Ferner interessierte es die Veranstalter/innen, diese Neubestimmung des Ereignisbegriffs an die gegenwärtigen sozial- und kulturwissenschaftlichen Debatten über die Kategorie der Zeit und die Bedeutung der temporalen Dimension in historischen Prozessen zu koppeln. Ereignisse seien als „temporale Fokuspunkte“ zu verstehen, deren Konstitution und Wirkung nur unter einer Mitberücksichtigung ihrer Zeitdimensionen zu ergründen seien. Zusammengefasst war es das Ziel, den „Ereignisbegriff, der in der geschichtspolitischen Öffentlichkeit allzu oft einfach gesetzt wird, zu problematisieren, [...] zu öffnen und zu erweitern hin zu einer neu konturierten und theoretisch fundierten Ereignisgeschichte.“

Nach dieser Einleitung gliederte sich die Tagung in vier thematische Sektionen, die durch einen Hauptvortrag sowie eine Abschlussdiskussion vertieft wurden. Für die Keynote Lecture konnten die Organisator/innen ACHIM LANDWEHR (Düsseldorf) gewinnen, dem es in seinem Beitrag auf sehr stimulierende Art gelang, die skizierten Fragestellungen und Thesen ebenso gekonnt aufzunehmen wie pointiert zu hinterfragen. Dabei ging es ihm zunächst darum, das wiedererwachende Interesse am Ereignis zu ergründen und sein vermeintliches ‚Verschwinden‘ im historiographischen Diskurs nachzuzeichnen. Landwehr verwies auf die Debatten, welche den Aufstieg der Struktur- ebenso wie der Diskursgeschichte begleiteten und in denen der Ereignisbegriff trotz (oder gerade wegen) aller programmatischen Absetzbewegungen eine zentrale Referenz blieb. Sein Charakteristikum, so Landwehr, sei seine notwendige Relativität, die nicht definitorisch einzuhegen sei und gerade in ihrer Ambivalenz einen Möglichkeitsraum historischer Erkenntnis erlaube. Zur Verdeutlichung benutzte Landwehr die Metaphern vom Knoten und von der Wolke. Beide unterstreichen sowohl den Zusammenhalt unterschiedlicher Stränge oder Elemente als auch deren Komplexität, Dichte und Intransparenz. Diese unübersichtliche Gemengelage sei eher als Chance denn als Problem zu begreifen. Vor diesem Hintergrund diskutierte Landwehr abschließend die Temporalität von Ereignissen. Die Flüchtigkeit, Medialität sowie Irregularität von Ereignissen erfordere es, unter ausdrücklichem Einschluss von Zeitdimensionen untersucht zu werden, die jedoch gleichfalls nur in ihrer historischen Kontingenz zu verstehen seien.

Die erste Tagungssektion akzentuierte vor allem die multiple Perspektivität von Ereignissen und fragte, wie sich Ereignisse im Zuge kontroverser gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse konstituieren. Zum Auftakt stellte FRANK BÖSCH (Potsdam) sein jüngst abgeschlossenes Buchprojekt zur ‚Zeitenwende 1979‘ vor. Darin beleuchtete er die Synchronität von zehn weltweiten Ereignissen dieses Jahres, darunter etwa die Iranische Revolution, der sowjetische Einmarsch in Afghanistan oder Margret Thatchers neoliberale Politik. Bösch führte zunächst in die medienhistorischen und -theoretischen Überlegungen ein, die seinem Anliegen zugrunde liegen, und warf die Frage auf, inwieweit historische Medienstrukturen die Basis zur Diskussion des Ereignisbegriffs abgeben. Medienerwartungen strukturieren das Entstehen und die Wahrnehmung von Ereignissen ganz wesentlich mit, so Bösch, und an ihnen können sie ebenso sehr wachsen wie scheitern. So gesehen konstituierten die partikularen Ereignisse des Jahres 1979 eine neue, verdichtete Perspektive auf komplexe globale Zusammenhänge.

Die Sektion wurde fortgesetzt mit einem Referat von ALBERT SCHIRRMEISTER (Paris). Schon durch seinen Titel ‚Erwartungshandeln‘ warf der Beitrag grundlegende Fragen zur Zeitlichkeit von Ereignissen auf. Schirrmeister diskutierte entlang dieses Begriffs sowohl mentale Zukunftserwartungen als Wahrnehmungsraster von Ereignissen, als auch deren Übersetzung in antizipierendes Handeln. Ereignisse, so Schirrmeister, ‚ereignten sich‘ in dieser Perspektive aus einem ebenso rationalen wie emotionalen Abgleich von Erfahrungen und Erwartungen, der die Handlungen hervorbringe, die schließlich als Ereignis wahrgenommen werden. Mit ganz ähnlichen Fragen beschäftigte sich im Anschluss auch TOBIAS HASENBERG (Köln) am Beispiel des Kölner Nagelbombenattentats durch Rechtsterroristen im Juni 2004. Er analysierte das historische Ereignis als einen dynamischen Deutungsprozess im zeitlichen Verlauf sowie aus unterschiedlichen Akteursperspektiven. So seien die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft unmittelbar nach dem Anschlag von fremdenfeindlichen Vorannahmen strukturiert gewesen, die nur eine Lesart des Ereignisses zuließen, die sich nach Aufdeckung der NSU-Gruppierung als falsch herausstellte. Dieser dominanten Sicht stand jedoch von Beginn an ein situiertes Wissen der Bewohner/innen des Viertels gegenüber, welches aber durch Ermittlungsbehörden und Medien weder wahrgenommen noch akzeptiert wurde. In seinem Kommentar griff THOMAS MERGEL (Berlin) zahlreiche Aspekte der Beiträger auf und verdichtete seine Aussagen auf die scheinbare Unhintergehbarkeit des Faktischen im Ereignis. Die aus historiographischer Sicht ebenso kritische wie bedeutsame Spannung zwischen Faktizität und Deutung/Bedeutung markiere, so Mergel, den eigentlichen Kern des Problems.

Die zweite Sektion widmete sich der Medialität von Ereignissen anhand ihrer Verbildlichung. In ihrem originellen Beitrag ‚Bildzeiten des Ereignisses‘ beschäftigte sich BRITTA HOCHKIRCHEN (Bielefeld) mit Fotografien aus dem Nachlass von Reinhart Koselleck. Dieser, so die These, nutzte die Praktik des Fotografierens sowie die Aufbewahrung der Aufnahmen als Medien zur Veranschaulichung seiner Geschichtstheorie, in der die „Auseinandersetzung mit dem Ereignis als Konzept [...] ein impliziter Ausgangs- und Zielpunkt seiner Theorie historischer Zeiten“ war. Anhand von Beispielen diskutierte sie zunächst, wie Koselleck sich bemühte, Zeitlichkeit in seinen Aufnahmen selbst zu repräsentieren. Darüber hinaus widmete sich Hochkirchen auch der Anordnung der Bilder im Nachlass und entwickelte daraus Ansichten zur Relation zwischen Bildzeit und der Zeit der Betrachtung. Im Unterschied zur Sprache – so Hochkirchens These – sah Koselleck im Bild das Potenzial, die temporalen Differenzen stärker zu markieren und damit für sein Nachdenken über die Historik als Erkenntnismedium produktiv zu nutzen.

Einen anderen Zugang zur Verbildlichung von Ereignissen präsentierte danach CAROLINE ROTHAUGE (Eichstätt-Ingolstadt). Sie sprach über ‚Ereignis, Erinnerungskultur(en) und audio-visuellen Darstellung(en)‘ des Spanischen Bürgerkriegs und thematisierte den Zusammenhang von retroperspektiven, erinnerungspolitisch motivierten Konstituierungen und Repräsentationen von Ereignissen, hier am Beispiel fiktionaler spanischer Film- und Fernsehproduktionen. Deutlich wurde die Neuprägung des Bürgerkriegs vor dem Hintergrund veränderter politischer, gesellschaftlicher sowie kultureller Rahmenbedingungen, wobei es unter anderem. darum ging, die dem Bürgerkrieg vorangegangene republikanische Phase aufzuwerten und so einen sinnvollen Brückenschlag mit der Gegenwart herzustellen. In seinem Kommentar unterstrich SILVAN NIEDERMEIER (Erfurt) zunächst die zentrale Rolle von Film und Fernsehen im intermedialen Feld des Visuellen, in dem das um ein Ereignis zirkulierende Bildreservoir in unterschiedlichen Medien und zu unterschiedlichen Zeiten stets aufs Neue arrangiert und Sinn aufgeladen werde. Im Zusammenhang mit Hochkirchens Vortrag stellte er vor allem die materiellen Bedingungen von Fotopraktiken ins Zentrum.

Sektion drei beschäftigte sich dem Umgang mit vergangenen Ereignissen in Geschichtskulturen, in denen Ereignisse auf vielfältige Art und Weise als Fokuspunkte von Erinnerung inszeniert und tradiert werden. Den Anfang machte TOBIAS BECKER (London) mit seinem Beitrag, in dem er dem Verhältnis zwischen dem Ereignis als einer der kleinsten historischen Zeiteinheiten und der Periodisierung als Praxis der Verzeitlichung nachging. Warum kann sich die (Zeit-)Geschichtsschreibung nicht dem Reflex entziehen, Geschichte in Dekaden zu periodisieren, obwohl die Unzulänglichkeiten eines solchen Vorgehens auf der Hand liegen? Becker nähert sich einer Antwort auf seine Ausgangsfrage mit Hilfe bislang selten herangezogener Quellen, den so genannten ‚Jahrzehnte-Büchern‘, illustrierte ‚Alben der Erinnerung‘, in denen einer jüngeren Vergangenheit rückblickend gedacht wird. Politische, soziale und kulturelle Ereignisse spielen in diesen Chroniken eine tragende Rolle, in ihrer Summe machen sie die Dekade aus, allerdings ohne in einem Narrativ sinnvoll miteinander verbunden zu sein. Die ‚Jahrzehnte-Bücher‘, so Beckers These, seien ein Ausweis dafür, dass das Dekadendenken der Öffentlichkeit vor allem einem emotionalen Orientierungsbedürfnis entspringe, dem sich auch die akademische Zeitgeschichtsschreibung nicht entziehen könne.

FERNANDO ESPOSITO (Tübingen) diskutierte ‚die antihistorische Inszenierung des Ereignisses‘ am Beispiel des faschistischen ‚Marsch auf Rom‘ von 1922, in dessen Verlauf Mussolini historische Vorbilder bemühte und diese für seine Zwecke re-aktualisierte. Dem vermeintlich einmaligen Ereignis war mithin eine Wiederholungsstruktur eingeschrieben. Esposito schlug vor, zum einen eine Ereignis-Typologie und zum anderen eine entsprechende Topik zu entwickeln. Auf einer solchen Basis ließe sich im Anschluss an die Überlegungen Kosellecks das historische Ereignis als „das Ergebnis einer Aktualisierung und Kombination bestimmter bereits vorliegender Topoi zu einem spezifischen Zeitpunkt an einem bestimmten Ort“ analysieren. Dies wurde in mehreren Schritten nachvollzogen; Esposito diskutierte u.a. die Medialisierung des ‚Marsch auf Rom‘ im faschistischen Kalender sowie in einer Gedenkausstellung. Zum Abschluss nahm er darüber hinaus in einem selbstreflexiven Fazit auch die historiographische Perpetuierung des Ereignisses in den Blick.

Die Vergegenwärtigung historischer Ereignisse im Reenactment stand im Zentrum des Vortrags ‚Simulierte Zeitsprünge‘ von ULRIKE JUREIT (Hamburg), in dem sie danach fragte, auf welche Weise und unter welchen Bedingungen Reenactments Ereignisse konstituieren, und ob eine solche Reise in die Vergangenheit für die Akteure selbst wie auch für ihr Publikum ein Ereignis darstelle. Das Nachspielen vor allem historischer Schlachten analysierte Jureit erstens als eine populäre Überlieferung, Überformung und Re-kontextualisierung von Ereignissen, die so als historisch bedeutsam markiert würden. Zweitens verweise das Reenactment als Inszenierung immer auf die Gegenwart und werde selbst zu einem vor allem emotional-körperlichen Ereignis. Im Kommentar hob THEO JUNG (Freiburg im Breisgau) drei Aspekte hervor: die Problematik historiographischer Periodisierungspraktiken, die spezifische Rolle von Medien im Zusammenhang mit der Tradierung von Geschichtskultur sowie die oft vernachlässigte Bedeutung einer subjektiv-emotionalen Beziehung zu vergangenen Ereignissen.

Die abschließende Sektion fragte danach, wie Gesellschaften mit Temporalitäten umgehen, die nicht oder nur zum Teil vom Menschen beeinflussbar sind. Sie wurde von UWE LÜBKEN (München) und einem Vortrag ‚Zur Temporalität von Naturkatastrophen‘ eröffnet. Am Beispiel von Überschwemmungskatastrophen in den USA führte er in eine anhaltende Diskussion der Umweltgeschichte ein, in der das Verhältnis von Gesellschaft, Kultur und Natur kontrovers verhandelt wird. Ausgehend von seiner Ansicht, nach der Natur nicht vollständig kulturell überformt sei, sondern sich im Sinne des ‚new materialism‘ auch durch historische Agency auszeichne, veranschaulichte er die unterschiedlichen Zeitebenen, entlang derer die Bevölkerung ihr Gefahrenwissen immer wieder neu und anders erinnerte, re-aktualisierte oder auch vergaß.

CHRISTIAN HOLTORF (Coburg) erweiterte die Debatte um die Quellengattung historischer Karten. Im Vortrag ‚Ereigniskarten‘ beschäftigte er sich am Beispiel der Nordpolarmeerkarten des Geographen August Petermann aus dem 19. Jahrhundert mit dem Potenzial und den Implikationen graphischer Verfahren zur Visualisierung von Ereignisverläufen. Den Begriff der ‚Neuvermessung‘ aufgreifend, beleuchtete Holtorf die Funktion von Karten als Ausdruck sowohl zeitgenössischer Machtkonstellationen als auch von Wünschen, Erwartungen, Meinungen und Vermutungen. Vor diesem Hintergrund visualisierten Petermanns Karten und die darin benutzen Ausdrucksmittel weniger die Realität historischer Ereignisse als vielmehr seine wissenschaftlichen Theorien und Ziele.

ALEXANDER GALL (München) wandte sich dem ‚Ereignis der Technik und der Technik des Ereignisses in der illustrierten Massenpresse nach 1900‘ zu. Er diskutierte aus technikhistorischer Perspektive ein weltweites Autorennen, das 1904 von der ‚BZ am Mittag‘ organisiert worden war. Technik, so Gall, wurde vor allem dann zum Ereignis, wenn sie versagte, wenn das Zusammenspiel von technischer Innovation, verlässlicher Überwindung von Raum sowie möglichst unmittelbarer Berichterstattung zu scheitern drohte. Gall konnte aufzeigen, wie Medien- und Automobiltechnik in der spezifisch modernen Anordnung eines transnationalen Sportevents in einem gemeinsamen Resonanzraum Aufmerksamkeit generierten und sinnvoll gedeutet werden konnten. Kommentiert wurden die Vorträge von IRIS SCHRÖDER (Erfurt). Sie hob das notwendige Nebeneinander unterschiedlicher, sich entweder verstärkender oder auch miteinander konkurrierender Ereigniswahrnehmungen als eine Forschungsleitlinie hervor. Katastrophenstatistiken, Landkarten und Zeitungsreportagen bündelten unterschiedliche Ereignisdimensionen auf je spezifisch historische Weisen, und diese Schichten gelte es analytisch offenzulegen.

Auf der Abschlussdiskussion konnte ein positives Fazit gezogen werden. Die Verschränkung der Debatte um den Ereignisbegriff mit zeitkonzeptionellen Überlegungen wurde als ‚produktive Irritation‘ wahrgenommen, entlang derer sich weitere Studien orientieren könnten. Freilich wurde auch auf eine Reihe von offenen Fragen hingewiesen. So wurde etwa eine stärkere Konzentration auf die sprachliche Konstitution von Ereignissen sowie auf deren emotional-körperlichen Dimensionen angemahnt. Einige Stimmen forderten eine eingehendere Mitberücksichtigung von im engeren Sinne machtpolitischen Fragestellungen.

Diese Anmerkungen ließen sich durchaus erweitern. So hat man beispielsweise eine ausdrücklich geschlechterhistorische Auseinandersetzung mit dem Ereignisbegriff vermisst. Auch die Frage, ob man die dominierende eurozentrische Perspektive nicht konsequenter de-zentrieren sollte, wurde nur punktuell diskutiert. Insgesamt eröffnete die Tagung zu den ‚Zeiten des Ereignisses‘ stimulierende Blicke auf ein lohnendes Forschungsfeld. Man darf gespannt sein, welche Arbeiten der Arbeitskreis Geschichte + Theorie mit seinem 40. Arbeitstreffen anstoßen wird.

Konferenzübersicht:

Frank Bösch (Potsdam) / Anna Karla (Köln) / Jörn Eiben (Hamburg) / Theo Jung (Freiburg im Breisgau): Einführung

Sektion I: Geteilte Ereignisse

Frank Bösch (Potsdam): Die Synchronizität globaler Ereignisse

Albert Schirrmeister (Paris), Erwartungshandeln. Über die kulturelle und soziale Konstruktion von Ereignissen in der Antizipation

Tobias Hasenberg (Köln): Das historische Ereignis als dynamischer Deutungskomplex. Überlegungen zu einer kritischen Ereignis-Zeitgeschichte am Beispiel des Kölner „Nagelbombenattentats“ 2004

Thomas Mergel (Berlin): Kommentar

Sektion II: Visualisierte Ereignisse

Britta Hochkirchen (Bielefeld): Bildzeiten des Ereignisses. Koselleck und das fotografische Bild

Caroline Rothauge (Eichstätt-Ingolstadt): Spanischer Bürgerkrieg – Ereignis, Erinnerungskultur(en) und audio-visuelle Darstellung(en)

Silvan Niedermeier (Erfurt): Kommentar

Keynote

Achim Landwehr (Düsseldorf): Das verspätete Ereignis

Sektion III: Ereignisse und Geschichtskultur

Tobias Becker (London): Vom Ereignis zum Jahrzehnt. Über Zeitrechnung in der Zeitgeschichte

Fernando Esposito (Tübingen): Era fascista. Faschistischer Kalender, Revolution und die antihistoristische Inszenierung des Ereignisses

Ulrike Jureit (Hamburg): Simulierte Zeitsprünge. Zur Vergegenwärtigung historischer Ereignisse im Reenactment

Theo Jung (Freiburg im Breisgau): Kommentar

Sektion IV: Ereignisse in Natur und Technik

Uwe Lübken (München): Die Zeiten der Gefahr: Zur Temporalität von Naturkatastrophen

Christian Holtorf (Coburg): Ereigniskarten. Raumzeitliche Darstellungsmöglichkeiten der historischen Kartografie

Alexander Gall (München): Das Ereignis der Technik und die Technik des Ereignisses in der illustrierten Massenpresse nach 1900

Iris Schröder (Erfurt): Kommentar

Abschlussdiskussion

Zitation
Tagungsbericht: Die Zeiten des Ereignisses. Neuvermessung einer historischen Kategorie, 09.12.2018 – 10.12.2018 Potsdam, in: H-Soz-Kult, 01.03.2019, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8138>.