Geschlecht und Sicherheit in historischer Perspektive

Ort
Gießen
Veranstalter
Justus-Liebig-Universität Gießen
Datum
20.09.2018 - 21.09.2018
Von
Gabi Schlag, Institut für Sozialwissenschaften, Technische Braunschweig

Spätestens seit #metoo erhält das Thema Geschlecht und Sicherheit auch in der breiten (medialen) Öffentlichkeit eine nie dagewesene Aufmerksamkeit. Die Vorträge auf dieser Tagung erinnern uns jedoch daran, dass sowohl Sicherheits- als auch Geschlechterfragen nicht nur ein zeitgenössisches Phänomen sind, sondern in einem größeren historischen Zusammenhang verstanden werden können und müssen. Feminismus, Geschlecht und Gender sind kein „Gedöns“, sondern als Theorien und Analysekategorien heutiger Sozial-, Kultur- und Geisteswissenschaften nicht mehr wegzudenken oder kleinzureden. Gerade der Blick von (mehrheitlich) Historiker/innen auf die Frage, wie Geschlechterfragen im Kontext von Sicherheitsdiskursen aktualisiert werden und wie Sicherheitskommunikation vergeschlechtlicht wird, bietet eine empirisch fundierte und historisch informierte Gegenperspektive zur derzeitig populären Kritik am vermeintlichen „Genderwahn“, der Ausdruck kosmopolitisch-liberaler Eliten sei. Ein Blick „in die Geschichte“ zeigt, dass dies mit Nichten der Fall ist.

In kritischer Auseinandersetzung mit der sogenannten „Kopenhagener Schule“ bildet Versicherheitlichung einen zentralen Ansatzpunkt der gemeinsamen Forschung im Sonderforschungsbereich / Transregio.[1] Zugleich zeigen die Beiträge der Tagung, dass Konzepte der mehrheitlich politikwissenschaftlich geprägten und englischsprachigen Kritischen Sicherheitsforschung der Übersetzung bedürfen, wenn sie dabei helfen sollen, Dynamiken und Transformationen von Sicherheit in historischer und vergleichender Perspektive zu beschreiben, verstehen und erklären zu können. Die detaillierten und reichhaltigen Beiträge der Tagung bieten dafür exzellente Ausgangspunkte.

In ihrer Einleitung zur Tagung verwiesen INKEN SCHMIDT-VOGES (Universität Marburg) und SIGRID RUBY (Universität Gießen) auf das sozial-konstruktivistische Verständnis von Sicherheit und Geschlecht, das Basis der gemeinsamen Beiträge sei. Geschlechterfragen aus historischer Perspektive zu betrachten, so die Beobachtung, sei jedoch weiterhin eine Nische in der Sicherheitsforschung. Während die traditionelle Sicherheitsforschung den Staat (und seine Repräsentanten) als Subjekt sicherheitspolitischer Diskurse und Praktiken konzeptualisiere, eröffne eine genderfokussierte Perspektive einen tiefergehenden Blick, der phänomenologisch und praxeologisch informiere. Ziel sei dabei, einen Beitrag zur Historisierung, Genealogie und Dekonstruktion von Geschlecht und Sicherheit zu leisten, der zum einen Gender als Differenzkategorie in der Sicherheitsforschung ernst nehme und zum anderen historisch kontingente Semantiken herausarbeite. In Anlehnung an Michel Foucault gehe es dabei um eine Archäologie der Diskurse und Praktiken, um Brüche und Dis-/Kontinuitäten sichtbar zu machen sowie um eine Genealogie der Macht- und Herrschaftsverhältnisse, die damit einher gehen.

Der erste Vortrag von JOHN EGLE (Universität Marburg) diskutierte das Verhältnis von Geschlecht und Sicherheit im Kontext häuslicher Ordnungen im 16. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum. Zu dieser Zeit galt der Hausfrieden als Voraussetzung für ein gewaltfreies gesellschaftliche Zusammenleben. Das Haus als Ort und die Ehe als rechtliche Institution ermöglichten, dass gewaltsame Geschlechterrollen abgelegt und in ein friedliches, wenn auch hierarchisch klar strukturiertes Machtverhältnis transformiert werden konnten. Zahlreiche Regeln und Normen regulierten den Alltag im Haus, in dem nonkonformes, geschlechtsbedingt gedachtes Fehlverhalten von Frauen und Männern als Bedrohung der Sicherheit häuslicher Ordnung artikuliert und durch den Hausvater beziehungsweise die Obrigkeiten diszipliniert wurde. Die damit verbundene Normierung und Stabilisierung einer paternalistischen Ordnung in den privaten vier Wänden fungiere als Analogie und Basis einer öffentlichen Ordnung der Gesellschaft und des Staates. Gesellschaftlicher und häuslicher Friede, so die dominierenden, von Männern getragenen Diskurse der Zeit, werde durch nonkonformes Geschlechterverhalten insbesondere von Frauen bedroht und müsse daher zum Schutz des gesellschaftlichen Allgemeinguts unterbunden werden.

ELISABETTA CAU (Universität Gießen) schloss in ihrem Vortrag an das Haus als vergeschlechtlichtem und versicherheitlichtem Ort aus kunsthistorischer Perspektive an. Die visuelle Domestizierung des Weiblichen stelle einen Lösungsversuch für das bereits diskutierte Sicherheitsproblem dar, das Frauen durch ihre schiere Präsenz verursachten. Bildkünstlerische Darstellungen der Lucretia-Geschichte zeigen die Vergewaltigung bzw. den Ehebruch als einen sprichwörtlich grenzüberschreitenden Akt zwischen dem öffentlichen und privaten Raum. Die architektonische und binnenräumliche Situation, wie sie beispielhaft ein Gemälde von Jörg Breu dem Älteren (1528) darstellt, versichere die gesellschaftlichen Macht- und Geschlechterverhältnisse. Ein Vergleich unterschiedlicher Bilder offenbare jedoch auch die Ambiguität der Darstellung Lucretias zwischen Opfer und Mitschuldiger männlicher Gewalt.

Während traditionelle Geschlechterverhältnisse und eine Heirat den Gestaltungs- und Handlungsspielraum von Frauen prägten, zeigte ANJA KRAUSE (Universität Marburg) in ihrem Beitrag, wie der Ehevertrag zwischen Queen Mary I. und Philipp II. von Spanien im Jahr 1554 die Ambivalenz zwischen sozialen Geschlechternormen und Herrschaftsrollen thematisierte. Während Frauen ihren zukünftigen Ehemännern gesellschaftlich und rechtlich untergeordnet waren, regelte der Ehevertrag von Queen Mary I. die Zu- und Unterordnung von Philipp II. im öffentlichen und politischen Bereich. Allerdings wurde Mary in privaten Angelegenheiten die traditionelle Rolle der Ehefrau zugewiesen. Das angenommene Sicherheitsproblem zwischen Herrschaft und Geschlecht wurde somit vertraglich eingehegt und ermöglichte zugleich den Fortbestand von Marys Regentschaft.

Auch CHRISTIAN WENZEL (Universität Marburg) thematisierte in seinem Vortrag die rechtlichen und politischen Herausforderungen, die mit einer weiblichen Regentin im 16. Jahrhundert in Frankreich verbunden waren. Erneut begegnet uns in den die 1580er- und 1590er-Jahre prägenden Sukzessionsdebatten die dominierende Vorstellung, dass die Frau als Herrscherin ein Sicherheitsproblem darstelle. Anhand der Herrschaft von Katharina von Medici, die de facto als Witwe und Vormund ihrer Söhne regierte, lasse sich jedoch zeigen, wie der Diskurs über weibliche Herrschaft unterschiedlich markiert werden konnte. In Kombination mit weiteren Differenzkategorien – unter anderem Religion, Herkunft – konnte weibliche Herrschaft sowohl als eine Ressource als auch ein Problem artikuliert und kontextbezogen versicherheitlicht werden.

Ausgehend von der schon von Vitruv formulierten Idee, dass der Mensch das Maß der Architektur sei, diskutierte MARIE SCHECKENBACH (Universität Marburg) Geschlechterfragen im Kontext der Architektur der Frühen Neuzeit. Im Mittelpunkt des Vortrages standen die allegorischen Figuren am Palais Brühl in Dresden, die als Manifestationen der Wachsamkeit und Weisheit Geschlechternormen mit der Sicherung des Gebäudes verbinden und den ambiguen Charakter des Hauses zwischen privater und öffentlicher Sphäre markierten. Die geschlechterbezogene Zuordnung von Architekturelementen führe vor Augen, wie die Gestaltung repräsentativer Bauten in zeitgenössische Geschlechter- und Machtordnungen eingebunden war.

HEIDI HEIN-KIRSCHER (Herder-Institut Marburg) lenkte den Blick mit ihrem Vortrag auf ein bis heute emotional aufgeladenes Thema, nämlich Familienplanung und Geburtenkontrolle. Seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die aktive Geburtenbeschränkung als politisiertes und säkularisiertes Thema an der Schnittstelle von Staat, Gesellschaft und Individuum zu einer transnationalen Wertvorstellung. Familienplanung wurde sowohl auf gesellschaftlicher als auch individueller Ebene versicherheitlicht. Frauen setzten sich für eine aktive Familienplanung ein, um ihre Gesundheit und vor allem ihre persönlichen Lebensverhältnisse zu sichern. Gesellschaftliche Gruppen – oft von Männern dominiert –verfolgten hingegen widerstreitende Interessen. Während Gegner der Geburtenkontrolle die „Größe des Volkskörpers“ bedroht sahen, sorgten sich Befürworter um die „Gesundheit des Volkskörpers“.

Der zweite Konferenztag fand in englischer Sprache statt und wurde von TOBIAS BRUNS (Universität Marburg / Universität Gießen) mit einem Vortrag zur Prostitution im Deutschen Kaiserreich eröffnet. Mit der massenhaften Verbreitung von Prostitution entstanden zu Beginn des 19. Jahrhundert sittenpolizeiliche Vorschriften zur Regulierung von sexuellen Dienstleistungen auf lokaler Ebene. Die räumliche Kontrolle von „legaler“ und „professioneller“ Prostitution in Bordellen und bestimmten Straßen stieß jedoch zunehmend an ihre Grenzen. Im Zuge der Urbanisierung und Industrialisierung prostituierten sich auch Frauen aus den neuen sozialen Unterschichten, um zeitweise einen Jobverlust zu kompensieren oder das geringe Gehalt aufzubessern, mithin um den eigenen Lebensunterhalt abzusichern. Prostitution wurde seitens der Obrigkeit zum Sicherheitsproblem erklärt, da sie die öffentliche Ordnung und Sicherheit gefährde, Moral und Sittlichkeit unterminiere und schließlich zur Verbreitung von Geschlechtskrankheiten beitrage.

Spielte die aufkommende Frauenbewegung sowohl beim Thema Geburtenkontrolle als auch für gesellschaftliche Diskussion über Prostitution eine wichtige Rolle, so zeigte CHRISTINE G. KRÜGER (Universität Gießen) in ihrem Vortrag, wie Frauen bürgerlicher Kreise Geschlechterstereotype nutzten, um Arbeiterfrauen im Hamburger Hafenstreik 1896/1897 „von Mutter zu Mutter“ anzusprechen. Denn diese sollten ihre Männer davon überzeugen, dass ein Streik nur den eigenen ökonomischen Interessen schade und somit die Sicherheit der Familie gefährde. Die Streikführer konterten diese geschlechtsspezifischen Sicherheitsargumente mit einem erstarkenden Ehr- und Männlichkeitsdiskurs, der eine Entsolidarisierung der Streikenden sowie die Verringerung der Streikbereitschaft verhindern sollte.

Spätestens mit dem Fernsehen erreichten Vorstellung von Geschlecht und Sicherheit seit den 1960er-Jahren ein Massenpublikum. ULRIKE WECKEL, KARSTEN KÖHLER und NICOLAS DE KEYSER (alle Universität Gießen) diskutierten in ihrem Vortrag daher die geschlechtsspezifischen Sicherheitskonzeptionen der deutschen TV-Serie „Aktenzeichen XY… ungelöst“, die erstmals 1967 im ZDF ausgestrahlt wurde. Die Reinszenierungen von Verbrechen in der Serie nutzten stereotypen Darstellungen von Weiblichkeit, Männlichkeit und Gewalt, um die Aufmerksamkeit des Publikums zu erhalten. Die Art und Weise, wie „Aktenzeichen XY… ungelöst“ physische Gewalt gegen Frauen thematisiere, verdeutliche einen versicherheitlichenden Kriminalitätsdiskurs, der sich zwischen Dramatisierung und Aufklärungsanspruch bewege.

Geschlechtsspezifische Formen der Gewalt standen auch im Mittelpunkt des Vortrags von DAVID ALVAREZ (University of Minho, Braga, Portugal), der sich politischen Aktivist/innen der europäischen Roma widmete. Selbstartikulationen über erfahrenes Leid und der Ruf nach Solidarität zwischen Frauen seien zentrale Elemente für eine kritische Reflektion über Ver- und Entsicherheitlichungspraktiken, die Angehörige der Roma öffentlich nutzten. In ihrem Kommentar verwies REGINA KREIDE (Universität Gießen) auf die Notwendigkeit, bestehende Ansätze einer Solidarisierung feministischer Gruppen mit den Roma zu stärken, die allzu oft und immer noch als „ungrievable others“ markiert seien.

Schließlich griff CAROLA WESTERMANN (Universität Gießen) in ihrem Beitrag die Finanzkrise aus sicherheits- und genderpolitischer Perspektive auf und fragte nach den verbindenden Elementen einer „epistemic community“ von Mitarbeitern der Bundes- und Zentralbanken in Europa. Mehrheitlich von Männern geprägt – trotz der prominenten Rolle von Christine Lagarde als geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfons –, definiere sich diese Gemeinschaft durch Wahrheitsansprüche und Risikokalkulationen, die an kontinuierlich produzierte Daten rückgebunden seien. Quantifizierbarkeit und Berechenbarkeit bildeten die epistemologischen Grundlagen der Gemeinschaft, die auch mit der Differenz von männlich/weiblich operiere.

GABI SCHLAG (Technische Universität Braunschweig) kommentierte die Vorträge schließlich aus einer politikwissenschaftlichen Perspektive und betonte, wie reichhaltig und gewinnbringend ein historisch informierter Blick auf das Verhältnis von Sicherheit und Geschlecht sei. Während die Versicherheitlichungs-Theorie aus den späten 1980er-Jahren stamme und die immer weiter gefasste Sicherheitsagenda westlicher Industriestaaten adressiere[2], zeige der Blick in die Geschichte, wie Sicherheitssemantiken unterschiedlich mobilisiert und mit der Legitimierung von Machtverhältnissen, politischer Herrschaft sowie der Stabilisierung einer Friedensordnung verbunden wurden. Die Konzeptionalisierung von Sicherheit als Sprechakt stoße jedoch dort an Grenzen, wo der öffentlich-politische Raum und demokratische Institutionen erst im Entstehen begriffen seien. Eine Historisierung von Versicherheitlichungspraktiken und -diskursen, so Schlag, könne demnach dazu beitragen, besser zu verstehen wie sich ein semantisches Feld entwickelt, das die Ab-Sicherung des Individuums, der Gesellschaft und des Staates in den Mittelpunkt politischen Handelns rückt und sich zugleich über Zeit verändert.

Sowohl der Sicherheitsbegriff der Kopenhagener Schule als auch Judith Butlers Gender-theoretischer Ansatz teilen die Idee, dass Sprache performativ sei.[3] Während einige Beiträge der Tagung den Fokus auf die gesellschaftliche und politische Rolle von Frauen und Männern legten, erinnerte uns gerade Butler an die Machtimplikationen von Geschlechterdiskursen und -praktiken. Gekoppelt mit weiteren Differenzkategorien wie etwa Herkunft und Religion bilden sich historisch kontingente und zugleich vermachtete Ordnungen, die Individuen und Gruppen Orte legitimen Handelns zuweisen. Die Herausbildung von Regeln und Normen im Umgang mit Geschlecht und Sicherheit produziere jedoch nicht nur Normativitäts-Ansprüche, sondern auch Kontestation und Widerstand.

Schließlich stelle sich die Notwendigkeit, so Schlag, ob und wie eine Historisierung von Versicherheitslichungspraktiken und -diskursen den bisherigen eurozentristischen Fokus reflektieren und überwinden könne.[4] Denn so müsse gefragt werden, inwiefern die erforschten Sicherheitssemantiken an die sozialen Bedingungen ihrer Entstehung rückgebunden bleiben und lediglich einen möglichen Erfahrungsraum für das Verhältnis von Sicherheit und Geschlecht aufspannten.

In der abendlichen Keynote skizzierte LENE HANSEN (University of Copenhagen) die zentralen Entwicklungslinien der Sicherheitsforschung im internationalen Kontext.[5] Im zweiten Teil ihres Vortrages stand das titelgebende Thema im Mittelpunkt, das sie um eine visuelle Dimension erweiterte. Sie betonte, dass sich aus einer feministischen Perspektive, die immer auch die eigene Positionalität mitreflektiere, aktuelle Debatten über die Un-/Sichtbarkeit und -machung von Geschlechter- und Sicherheitsfragen zwei Herausforderungen ergäben: Zum einen könnten nicht alle geschlechtsspezifischen Sicherheitsprobleme artikuliert und visualisiert werden ohne die Betroffenen zu gefährden.[6] Zum anderen werde deutlich, dass bestimmte Praktiken und Formen der Visualisierung selbst Teil von Gewaltkonstellationen sein können, die ethische und normative Fragen für eine feministisch informierte Position aufwerfen würden. Gerade der Nexus zwischen Geschlecht, Sicherheit und Bildlichkeit (images) sei bisher zu wenig erforscht worden – trotz der Omnipräsenz visueller Medien im digitalen Zeitalter.[7]

Konferenzübersicht:

Sigrid Ruby (Justus-Liebig-Universität Gießen) / Inken Schmidt-Voges (Universität Marburg): Einführung

Chair: Ulrike Weckel (Subproject C09, Justus-Liebig-Universität Gießen)

John Egle (Subproject C03, Universität Marburg): Das Haus als Raum der Versicherheitlichung der Geschlechter

Elisabetta Cau (Subproject C03, Justus-Liebig-Universität Gießen): Die Frau als Sicherheitsproblem und ihre sichtbar gemachte Domestizierung als Lösungsversuch

Chair: Peter Haslinger (Subprojects A06, Justus-Liebig-Universität Gießen)

Anja Krause (Subprojects A03, Universität Marburg): Vorstellungen von Geschlechterordnung und Sicherheit in englischen Eheverträgen des 16. Jahrhunderts

Christian Wenzel (Subproject A03, Universität Marburg): Überlegungen zu Deutungsmustern von weiblicher Herrschaft als Problem und Ressource von Sicherheit während der Französischen Religionskriege

Marie Scheckenbach (Subproject C03, Universität Marburg): Wehrhafte Dorica und entblößte Vigilantia. Zur architektonischen Semantik von Sicherheit und der geschlechtsbezogenen Konstruktion architektonischer und skulpturaler Formen

Heidi Hein-Kircher (Subproject A06, Herder-Institut Marburg): „Familienplanung“ zwischen individuellen und gesellschaftlichen Sicherheitsvorstellungen (19./20. Jahrhundert)

Chair: Carolin Mezes (Subproject A08, Justus-Liebig-Universität Gießen)

Tobias Bruns (Associate Member of the Integrated Graduate School, Justus-Liebig-Universität Gießen / Universität Marburg): Prostitution and the Security Culture of the German Empire

Christine Krüger (Subproject C02, Justus-Liebig-Universität Gießen): 'Womanly Fear' and 'Motherly Carefulness'? Gender and Security in the late 19th Century

Chair: Angela Marciniak (SFB/TRR 138, Justus-Liebig-Universität Gießen)

Ulrike Weckel / Karsten Köhler / Nicolas De Keyser (alle Subproject C09, Justus-Liebig-Universität Gießen): Suspects and Victims: The Salience of Gender in Real Crime Shows

Regina Kreide (Subproject C10, Justus-Liebig-Universität Gießen) / David Álvarez (University of Minho, Braga): Engendering Transnational Threats: Romani Feminism and the Articulation of State Correlative Violence

Carola Westermeier (Subproject C05, Justus-Liebig-Universität Gießen): Gendered Epistemologies of Security and Economy

Gabi Schlag (Technische Universität Braunschweig): Resume

Lene Hansen (University of Copenhagen): Public Keynote Lecture: Gender and the Field of International Security Studies: Past, Present, Future?

Anmerkungen:
[1] Barry Buzan / Ole Wæver / Jaap de Wilde, Security: A New Framework for Analysis, Boulder, CO 1998; O. Wæver, Politics, Security, Theory, in: Security Dialogue, 42, Issue 4/5 (2011), pp. 465–480.
[2] Barry Buzan / Ole Wæver / Jaap de Wilde, Security: A New Framework for Analysis, Boulder CO 1998.
[3] Ole Wæver, Politics, Security, Theory, in: Security Dialogue, 42, Issue 4/5 (2011), pp. 465–480; Judith Butler, Gender Trouble, Abingdon-on-Thames 2002.
[4] Dipesh Chakrabarty, Provincializing Europe: Postcolonial Thought and Historical Difference, Princeton, NJ 2009.
[5] Barry Buzan / Lene Hansen, The Evolution of International Security Studies, Cambridge 2009; Gabi Schlag / Julian Junk / Christopher Daase (Eds.), Transformations of Security Studies: Dialogues, Diversity and Discipline, Abingdon-on-Thames 2015.
[6] Lene Hansen, The Little Mermaid’s Silent Security Dilemma and the Absence of Gender in the Copenhagen School, in: Millennium 29, Issue 2 (2000), pp. 285–306.
[7] Lene Hansen, How Images Make World Politics: International Icons and the Case of Abu Ghraib, in: Review of International Studies, 41, Issue 2 (2015), pp. 263-288; Gabi Schlag, The afterlife of Osama bin Laden: Performative Pictures in the “War on Terror”, in: Critical Studies on Terrorism, 1-18 (2018) (online first).

Zitation
Tagungsbericht: Geschlecht und Sicherheit in historischer Perspektive, 20.09.2018 – 21.09.2018 Gießen, in: H-Soz-Kult, 11.03.2019, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8157>.