4. Montafoner Gipfeltreffen: Wirtschaft(en) in den Bergen

Ort
Schruns
Veranstalter
Michael Kasper, Montafoner Museen, Schruns; Robert Rollinger, Institut für Alte Geschichte und Altorientalistik, Universität Innsbruck; Andreas Rudigier, Vorarlberg Museum, Bregenz; Kai Ruffing, Institut für Alte Geschichte, Universität Kassel; Forschungszentrum Ancient Worlds Studies and Archaeologies, Universität Innsbruck
Datum
27.11.2018 - 01.12.2018
Von
Clemens Steinwender, Institut für Alte Geschichte und Altorientalistik, Universität Innsbruck

Bereits zum vierten Mal wurde in Schruns (Österreich, Vorarlberg) das Montafoner Gipfeltreffen abgehalten. Diese international besetzte Tagungsserie stellt das übergeordnete Thema Gebirge und die alpine Landschaft in multiperspektivischer Herangehensweise in den Vordergrund, wobei jede Veranstaltung den Fokus auf einen bestimmten Bereich des alpinen Lebens richtet. „Wirtschaft(en) in den Bergen“ stand dieses Mal im Vordergrund der insgesamt achtundzwanzig Vorträge. Auf Einladung der Montafoner Museen und anderer Sponsoren trafen sich Vertreter unterschiedlicher Fachrichtungen, um über das vorgegebene Thema zu referieren. Die Bandbreite der Fachgebiete umfasste dabei von der Alten Geschichte und Altorientalistik über die Archäologien bis hin in die Neuzeit und Zeitgeschichte.

Nach der Begrüßung durch den Organisator Michael Kasper kam HERBERT BITSCHNAU (Schruns) zu Wort, der einige Anmerkungen zum Tourismus und der Kulturlandschaft des Montafoner Tals anbrachte. Danach sprach ROBERT ROLLINGER (Innsbruck) über die Publikation der Ergebnisse der letzten Tagung mit dem Thema „Sterben in den Bergen“.[1] Die Einführungen abschließend thematisierte KAI RUFFING (Kassel) die Verbindungen zwischen Gebirge und Flachland, die Allgegenwärtigkeit von Naturkatastrophen, die Probleme des Wandels der natürlichen Voraussetzungen und die Verflechtungen der Gebirge mit Tourismus und Wirtschaft. MAX OTTE (Worms / Graz) hielt den Eröffnungsvortrag. Er führte mithilfe von anthropologischen Anmerkungen – etwa inwiefern das Wirtschaften in den Bergen den Menschen prägt – und historischen Betrachtungen in die Tagung ein.

Der erste reguläre Vortrag von CHRISTOPH SCHÄFER (Trier) beschäftigte sich mit der Frage, inwiefern Flüsse von den Römern als Verkehrswege in Handel und Transport im alpinen Raum genutzt wurden. Überall wo das Römische Reich präsent war, mussten bestimmte Güter aus dem Mittelmeer, wie etwa Öl, flussaufwärts gebracht werden. Da die Römer mit wasserbaulichen Maßnahmen sehr vertraut waren und der Schiffstyp „Prahm“ bei voller Ladung keinen großen Tiefgang besaß, konnte man Flüsse sehr wahrscheinlich effizient nutzen. KERSTIN DROß-KRÜPE (Kassel) sprach über die Textilherstellung in den römischen Alpenprovinzen. Sie hob die Bedeutung von Flachs, Wolle und Farbstoffen hervor, wofür vor allem Plinius der Ältere einige Belege bietet. Aristoteles (Purpur) und Tacitus (Flachs) äußerten sich ebenfalls zu manchen Bereichen. Archäologisch nachweisbar sind meist nur Arbeitsgeräte, jedoch lädt der erweiterte Fundkontext zu Spekulationen ein. Mit den römischen Amphoren in Rätien und dem darin transportierten Öl aus dem Mittelmeer beschäftigte sich JUAN MANUEL BERMUDEZ LORENZO (Barcelona). Dabei wurde vor allem mit dem Militär und dessen Verbrauch argumentiert, was Lorenzo mit zwölf Litern Öl pro Soldaten bezifferte. Das Vorhandensein verschiedener Stempel und Ziegel ließ den Schluss eines reichen Warenverkehrs zu, der wohl mit Brigantium und Passau zwei Verteilungsknotenpunkte beinhaltete. Den Abschluss des Vormittages bildete HARALD STADLER (Innsbruck) mit seinen Bemerkungen zu römischen Funden im osttirolischen Hochgebirge und am Potschepol, wo Reste einer Hirtenhütte und eines Pferches gefunden wurden. Dieser Platz wurde vom vierten bis ins erste Jahrhundert vor Christus genutzt, jedoch gilt es in der Zukunft noch Fragen nach der Ausübung von Almwirtschaft und kultischen Handlungen zu klären.

GERHARD SIEGL (Innsbruck) führte das Programm weiter und behandelte das Bergbauerntum während der NS-Zeit. Obwohl das Regime enorme Anstrengungen unternahm, um Modernisierungen einzuführen und die Abhängigkeit von Subventionen zu brechen, war dem Programm dennoch kein Erfolg beschieden. Neben dem Fortsetzen der österreichischen Politik wurde versucht, nationalsozialistische Ideologie mit den Bergbauern zu assoziieren. Mit der Klimaforschung in der Neuzeit beschäftigte sich CHRISTIAN ROHR (Bern), wobei extreme Naturereignisse wie Hochwasser, Versumpfung, Lawinen und Heuschreckenplagen sowie deren Auswirkungen auf die alpine Landwirtschaft im Zentrum standen. Anpassungen der alpinen Landwirtschaft waren jedoch nie monokausal erklärbar, sondern mussten in politische und sozioökonomische Zusammenhänge eingebracht werden. GEORG NEUHAUSER (Innsbruck) beleuchtete die Probleme bei der Lebensmittelversorgung von Bergbauern am Beispiel von Schwaz in der Frühen Neuzeit. Mithilfe des Schwazer Bergbaubuchs und den Rattenberger Zolllisten gelang es dem Vortragenden, eine beeindruckende Auflistung an gehandelten Lebensmitteln darzulegen. Er verdeutlichte damit die enormen Anstrengungen, die eine Gemeinde wie Schwaz aufbringen musste, um den Bergbaubetrieb aufrechterhalten zu können. Die Beschreibung von Konfliktpotential und wirtschaftlichen Engpässen rundete das Bild des Vortrags ab. ALFRED HIRT (Liverpool) sprach über römische Bergwerke und Steinbrüche, wobei verschiedene Fallbeispiele aus Spanien, Britannien und dem Balkan angeführt wurden. Exemplarisch für Ägypten standen die Marmorsteinbrüche, in denen die Präsenz von Sklaven aus Kleinasien und Afrika epigraphisch nachgewiesen werden konnte (Ostraka, Inschriften). Im Laufe der Kaiserzeit verringerte sich der Abbau in dieser Region beträchtlich, was unter anderem auch von Cyprian, dem Bischof von Karthago, niedergeschrieben wurde.

PATRICK REINARD (Trier) referierte über den Mons Claudianus und den römischen Bergbau in Ägypten. Epigraphische Zeugnisse auf Ostraka und andere Funde lassen Rückschlüsse auf die Arbeitsabläufe und Organisation solcher Abbaustellen zu. Auf diese Weise lässt sich Mehrsprachigkeit fassen, wobei das Griechische überwog. Die behandelte Gegend war kaiserlicher Besitz und deswegen wirtschaftlich bedeutend. Als Ergebnisse hielt der Referent fest, dass auf Steinbrüche für besondere Bauvorhaben zurückgegriffen wurde und dem Binnenmarkt eine konstante Veränderung zu attestieren ist. JOHANNES AUENMÜLLER (Münster) sprach thematisch passend dann über den Goldabbau unter den ägyptischen Pharaonen. Besonders Kusch und seine Goldabbaustätten, gemeinsam mit neuen Stadtgründungen und Berechnungen zur Förderung, wurde besprochen. Die Gewinne aus dem arbeits- und ressourcenintensiven Goldabbau wurden vorwiegend als Grabbeigaben und zu diplomatischen Zwecken genutzt. Anschließend sprach NIKOLA LANGREITER (Innsbruck) über Reiseführer, unter anderem am Fallbeispiel Zillertal. Topoi vom „edlen Bergbewohner“ wurden ebenso angesprochen wie soziale und kulturelle Differenzen zwischen Reiseführerschriftstellern und den Einwohnern des Zillertals. Langreiter resümierte, dass die Schriftsteller ihrem zeitgenössischen Buchmarkt und ihrer Kultur unterlagen, womit Stereotype Einzug in die Literatur hielten. Abschließend berichtete HANS NEUMANN (Münster) über altorientalische Kleinviehnomaden und deren Niederschlag in den Quellen zur Hochzeit des Martu. Dieser im Schrifttum festgehaltene kulturelle Austausch bot eine äthiologische Erklärung für die Aufnahme Martus in das mesopotamische Pantheon. Handelspolitische Konflikte ließen sich aus akkadischen Texten ableiten und graduelle Migration der Kleinviehnomaden nach Mesopotamien hatte sozio-ökonomische Auswirkungen.

BERT FRAGNER (Wien) thematisierte die Probleme der Wasserversorgung in Zentralasien. Da Steppenseen salzhaltiges Wasser enthielten, waren die Flüsse, die fruchtbares Schwemmland mit sich führten, umso bedeutender. Für die Bewässerung wurden gigantische Kanäle in die Felsen der Berge gegraben, um dadurch Wasservorkommen zu erreichen. Solche Unternehmungen wurden von Familien bewirtschaftet und die damit verbundenen Schwierigkeiten und Gefahren fanden Niederschlag in den Quellen. OLIVER STOLL (Passau) stellte den Rückzug der Zehntausend von Xenophon über die Gebirge dar. Kämpfe, Krankheiten, Erschöpfung und Hunger waren ein ständiger Begleiter der Söldner. Die Dörfer auf dem Weg wurden besetzt und Vorräte geplündert, wobei die harten Bedingungen im Winter zu Verlusten und der Aushöhlung des Zusammenhalts führten. Die Soldaten überlebten somit nicht nur durch die Logistik, sondern lebten von dem, was sie unterwegs beschaffen konnten; die Dorfbewohner der durchquerten Gebiete bezahlten den Preis dafür. PETER FUNKE (Münster) sprach über die Aitoler und ihre Heimat in den Bergen Griechenlands. Die Griechen selbst waren an dieser Region weniger interessiert und nannten die Aitoler Räuberbanden, was schon in der Antike einen Zwiespalt aufzeigte. Die Landwirtschaft war autark, Schafzucht kann vermutet werden. Funke betonte die Notwendigkeit von weiteren Surveys und Forschungen in dieser Region. Den Abschluss des Tages bildete THOMAS REITMAIER (Innsbruck) mit einer Dokumentation über eine der letzten traditionellen Nomadenfamilien in Marokko. Die Lagerstätten und Wegstrecken standen dabei im Vordergrund der Erzählung, wobei das Zusammenkommen am Markt den Höhepunkt vieler Bemühungen der Nomadenfamilie darstellte. Dieses Projekt wurde gerade noch rechtzeitig abgeschlossen, da die Familie nun sesshaft geworden ist und sich an der Landwirtschaft versucht.

EDITH HESSENBERGER (Wien / Innsbruck) betonte den radikalen Eingriff in die traditionelle Berglandwirtschaft, der zur modernen Dienstleistungsgesellschaft führte. Urbanisierung und Entfremdung standen neuen wirtschaftlichen Möglichkeiten gegenüber. Die Erzählungen von Zeitzeugen demonstrierten eindrücklich die schwierige Anfangszeit, der sich die Menschen stellen mussten. Erst die einsetzende Professionalisierung vermochte es, Stabilität zu verleihen. ANKE ORTLEPP (Köln) beschäftigte sich mit dem Zurückdrängen der „Frontier“ und dem damit einhergehenden Aufkommen von Tourismus in der Natur. „See america first“-Kampagnen und die Errichtung von Nationalparks wie Yellowstone kurbelten den Tourismus auch in den Rocky Mountains an. Konflikte mit der indigenen Bevölkerung spielten dabei nur eine untergeordnete Rolle. In der neueren Geschichte kamen Trend- und Extremsportarten zum Angebot dazu, was gleichzeitig zur Bildung von „Themenparks“ führte. ANDREAS BRUGGER (Innsbruck) sprach über die Errichtung der alpinen Hütten und deren Luxus. Die Alpenvereine waren die treibende Kraft bei den Bauten, da Unterstützung und Finanzierung bestimmend waren. Am Fallbeispiel des Silvretta-Gebirges wurde der Ausbau des Hüttennetzes gezeigt, was Schlafplätze und Bewirtung in die Berge brachte. Besonders nach dem ersten Weltkrieg erreichte die „Zivilisation“ endgültig die alpinen Gegenden und Straßen ermöglichten einen einfacheren Zugang und größeren Luxus. Zurück zum Bergbau führte HARALD KOFLER (Innsbruck), der über Gossensaß-Sterzing sprach. Im Hochmittelalter und dann später durch Friedrich Barbarossa wurde der Abbau von Silber genehmigt. Dieser Zweig des Bergbaus hielt sich und wurde mit der Gossensaßer Bergordnung von 1427 geregelt. Eine eigene Gerichtsbarkeit und die Stiftungen von Bergbauzünften prägten dabei das Bild der Landschaft.

CHRISTOF THÖNY (Bludenz) rückte Hannes Schneider und Rudolf Gomperz, zwei Pioniere des Skisports am Arlberg, in den Fokus seiner Überlegungen. Besonders der identitätsstiftende Moment des Skisports und des Wintertourismus wurden hierbei betont. Der Aufbau des Skilehrerwesens unter der Regie von Schneider resultierte in einer touristisch immer bedeutender werdenden Region am Arlberg. Obwohl sich die Wege von Schneider und Gomperz trennen sollten, erinnerte man sich an ihre gemeinsame Pionierrolle. DORIS KURELLA (Stuttgart) behandelte das Andengebirge und die Bewirtschaftung durch lateinamerikanische Hochkulturen, wobei sie die Goldschmiedearbeiten im heutigen Peru besonders hervorhob. Extreme klimatische Unterschiede in der Gegend bestimmten die Landschaft, die Fruchtbarkeit speiste sich aus dem Humboldtstrom. Im nördlichen Teil der Anden gab es ausgeprägte Handelsnetzwerke und kulturellen Austausch zwischen Ethnien. MICHAEL KASPER (Schruns) thematisierte die verschiedenen Formen der Arbeitsmigration aus dem Montafon in der Frühen Neuzeit. Dynamische Bewegungen der Bevölkerung waren notwendig, um weiteres Kapital in das Montafon zu bringen. Maurer und Krautschneider wurden häufig in Quellen genannt. Ursachen für diese Migration ließen sich in ökonomischen Veränderungen, Klimaverschlechterung und Besitzsplitterung finden. BERNHARD TSCHOFEN (Zürich) beendete den Tag mit Überlegungen zu Wirtschaften in den Bergen und den Alpen zwischen moralischer Ökonomie und Erlebniskonsum. Es wurde die Errichtung der Alpen als Qualitätsgarantie, die Verbindung bestimmter Produkte mit der Region aus der sie stammten sowie die Käserei als ein Fallbeispiel angesprochen. Des Weiteren stellte er die Frage nach den Auswirkungen von räumlichen und sozialen Distanzen, da solche Produkte Urban- und Berggebiete verbinden.

Am letzten Tag eröffnete CHRISTIAN HEITZ (Innsbruck) mit einem Vortrag zu Transhumanz in Süditalien die Tagung. Auf Triftwegen führten die Hirten ihre Herden durch Italien, wofür epigraphische Zeugnisse sprechen. Diese Pastoralwirtschaft war bedeutend für die Menschen, allerdings hinterließ eine solche Lebensweise meist wenig bis gar keinen archäologischen Niederschlag. Der naturwissenschaftliche Fingerabdruck von Transhumanz könnte Aufschlüsse geben, jedoch sind noch weitere Untersuchungen und Surveys dazu erforderlich. CHRISTOPH WALSER (Wien) zeigte die prähistorische Entwicklung der Alpwirtschaft am Beispiel der Silvretta, wobei vor allem das Unterengadin im Zentrum der Forschungen stand. Feuerstellen und kleine Funde datieren bis 9000 vor Christus und Pfeilspitzen ließen Jägergemeinschaften vermuten. Besonders der Nachweis von Funden aus dem frühen Neolithikum ist laut dem Referenten bemerkenswert. Ab der Spätbronzezeit scheint ein Weidesystem nachweisbar, da Milchwirtschaft durch Keramikfunde nachgewiesen werden konnte. ANDREAS RUDIGIER (Bregenz) beschäftigte sich mit Kunstimporten nach Vorarlberg. Das Bartholomäberger Vortragekreuz (1225/50) stammte etwa aus dem Südwesten Frankreichs. Der Bergbau fand dabei Niederschlag in der Kunst, wie ein Altar mit Bergbauszenen aus einer Silbertaler Kapelle eindrucksvoll bezeugt. Die Verbindungen zwischen Süddeutschland, Tirol und Vorarlberg beflügelten den Austausch von Kunst. Zum Abschluss der gesamten Tagung sprach dann WIDO SIEBERER (Kitzbühel) über Kitzbühel und seine Herausforderungen den modernen Tourismus betreffend. Der Ausverkauf von Immobilien und der Verlust von Identität führten dabei zu Gegenbewegungen, die das „alte“ Kitzbühel zeigen sollten. Dabei wird eine Erinnerung an die Vergangenheit als Stadt mit dementsprechenden Institutionenvernachlässigt. Ein Trend zu saisonalem Wohnen der Touristen und alljährlichem Wohnen in der Stadt ließ sich aus der aktuellen Situation ableiten, was zu Abwanderungen führen könnte und die Spannungen zwischen der Tourismuswirtschaft und dem Bürgertum belegt.

Mit den Abschlussworten wurde die Tagung noch einmal zusammengefasst und der wissenschaftlichen Leistung gedacht. Die internationale Besetzung der Konferenz ließ verschiedene Perspektiven auf die reiche Themenvielfalt rund um das Phänomen „Wirtschaft(en) in den Bergen“ zu.

Konferenzübersicht:

Michael Kasper / Herbert Bitschnau (beide Schruns): Begrüßung

Buchvorstellung
Robert Rollinger (Innsbruck): Band 3 der Montafoner Gipfeltreffen

Kai Ruffing (Kassel): Einführung in die Tagung

Eröffnungsvortrag
Max Otte (Worms / Graz): Wirtschaften in den Bergen – einige anthropologische Anmerkungen

Panel I
Moderation: Oliver Stoll (Passau)

Christoph Schäfer (Trier): Flüsse als Verkehrswege der Römer in den Alpenraum

Kerstin Droß-Krüpe (Kassel): Kleider machen Leute – Leute machen Kleider. Textilien und Textilherstellung vor 2.000 Jahren in den römischen Alpenprovinzen

Juan Manuel Bermudez Lorenzo (Barcelona): Die römische Provinz Rätien und der Ölhandel aus dem Mittelmeer

Harald Stadler (Innsbruck): Das Hochgebirge im Ressourcennetz der Römer. Das Fallbeispiel Alkuser See und Potschepol in Ainet, Osttirol

Panel II
Moderation: Harald Stadler (Innsbruck)

Gerhard Siegl (Innsbruck): Der nationalsozialistische „Gemeinschaftsaufbau im Bergland“ (1940-1945): Fortsetzung österreichischer Bergbauernpolitik oder Umsetzung einer ideologischen Utopie?

Christian Rohr (Bern): Der Einfluss von extremen Naturereignissen, saisonalen Witterungsschwankungen und Klimaveränderungen auf die hochalpine Landwirtschaft (15.-19. Jahrhundert)

Georg Neuhauser (Innsbruck): Bergbau in Westösterreich (Montafon / Schwaz) in der Frühen Neuzeit

Alfred Hirt (Liverpool): Schätze der Berge: Bergwerke und Steinbrüche

Panel III
Moderation: Christoph Schäfer (Trier)

Patrick Reinard (Trier): Durch die Wüste ins Reich. Die ökonomische Bedeutung der Steinbrüche am Mons Claudianus und Mons Porphyrites in Ägypten

Johannes Auenmüller (Münster): Nubisches Gold und ägyptische Präsenz: Goldgewinnung im antiken Sudan

Nikola Langreiter (Innsbruck): Zum Beispiel Arbeit. Zur Konstruktion einer Region in Reiseliteratur

Hans Neumann (Münster): Die Hochzeit des Martu: Zur wirtschaftlichen Bedeutung der Kleinviehnomaden in Vorderasien im ausgehenden 3. Jahrtausend v. Chr.

Panel IV
Moderation: Christian Rohr (Bern)

Bert Fragner (Wien): Kein Wasser ohne Berge – Bewässerungswirtschaft im iranischen Hochland und in Zentralasien

Oliver Stoll (Passau): Die „Zehntausend“ des Xenophon und die Logistik der Söldnerarmee im Gebirge

Peter Funke (Münster): Berghirten, Bauern und Piraten: Die Aitoler

Thomas Reitmaier (Innsbruck): AREHHAL – Archäologische Forschungen zum Nomadismus der Ait Atta im Hohen Atlas, Marokko

Panel V
Moderation: Alfred Hirt (Liverpool)

Edith Hessenberger (Wien / Innsbruck): Wirtschaftswandel von Berglandwirtschaft hin zum Tourismus

Anke Ortlepp (Köln): “Choose your own adventure”: Tourismus in den Rocky Mountains

Andreas Brugger (Innsbruck): 'Ein alpines Mahl [...] gehoben durch die Spenden edlen Traubenblutes vom Rhein...' Wie erster Luxus bereits vor 1914 auf den Alpenvereinshütten der Silvretta Einzug hielt

Harald Kofler (Innsbruck): „Öd und zerfallen der Schacht, wo einst nach Silber sie gruben...“ – Bergbau im südlichen Wipptal am Ende des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit

Panel VI
Moderation: Wido Sieberer (Kitzbühel)

Christof Thöny (Bludenz): Die 'Hochschule des Skilaufs'. Hannes Schneider, Rudolf Gomperz und die Entwicklung des Tourismus am Arlberg in der Zwischenkriegszeit

Doris Kurella (Stuttgart): Lama-Karawanen, Märkte und Freihandelszonen: Die Bewirtschaftung des Andengebirges durch die Inka und Muisca (Kolumbien) in präkolumbischer Zeit

Michael Kasper (Schruns): Vom Kommen und Gehen. Alpine Arbeitsmigration im südlichen Vorarlberg in der Neuzeit

Bernhard Tschofen (Zürich): Vom Mehrwert des Alpinen. Wirtschaften in den Bergen als Wirtschaften mit den Bergen – historische Praktiken und rezente Politiken

Panel VII
Moderation Vormittag: Bernhard Tschofen (Zürich)

Christian Heitz (Innsbruck): „Pastorale Wirtschaft im Apennin.“ – Historische Nachrichten und Ansatzpunkte einer archäologischen Untersuchung

Christoph Walser (Wien): Alpwirtschaft seit der Steinzeit in der Silvretta

Andreas Rudigier (Bregenz): Vorarlberg als Importweltmeister. Schwäbische und tirolische Kunstmonopole im Land vor dem Arlberg (15.-18. Jh.)

Wido Sieberer (Kitzbühel): Der Ausverkauf der Heimat? Kitzbühel im Spannungsfeld der modernen Tourismusindustrie

Abschlussworte

Anmerkungen:
[1] Michael Kasper / Robert Rollinger / Andreas Rudigier (Hrsg.), Sterben in den Bergen. Realität – Inszenierung – Verarbeitung (Montafoner Gipfeltreffen 3), Wien 2018.

Zitation
Tagungsbericht: 4. Montafoner Gipfeltreffen: Wirtschaft(en) in den Bergen, 27.11.2018 – 01.12.2018 Schruns, in: H-Soz-Kult, 21.03.2019, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8179>.