Der Bischof im mittelalterlichen Reich. Aktuelle Forschungsansätze und Perspektiven

Ort
Minden
Veranstalter
Nina Gallion/Frederieke M. Schnack, Abteilung für Regionalgeschichte, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel; Dombau-Verein Minden e. V.; Mindener Geschichtsverein e. V.
Datum
01.11.2018 - 03.11.2018
Von
Jan Ocker / Manuel Ovenhausen, Abteilung für Regionalgeschichte, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Als Bindeglied zwischen dem Papst und der vom Christentum geprägten Bevölkerung waren Bischöfe im Mittelalter entscheidende Herrschaftsträger, die sowohl über geistliche als auch weltliche Macht geboten. Der thematisch dezidiert breit und interdisziplinär angelegte internationale Nachwuchsworkshop verfolgte das Ziel, Bischöfe als selbsttätig handelnde Akteure in den Blick zu nehmen.

Nach der Begrüßung durch ANDREAS KRESSE (Minden) vom Dombau-Verein Minden e. V. und PETER KOCK (Minden) vom Mindener Geschichtsverein e. V. verdeutlichten NINA GALLION und FREDERIEKE M. SCHNACK (beide Kiel) in ihrer thematischen Einführung, dass die vergangene Bischofsforschung über weite Strecken von einem nur geringen Spektrum an Paradigmen und Narrativen dominiert war. Neue Ansätze – etwa auf der Grundlage der „Germania Sacra“-Handbücher – fänden hingegen erst allmählich Eingang in den Diskurs. Die Vorträge böten daher Einblicke in laufende Promotions- und Habilitationsvorhaben. Darüber hinaus erläuterten die Veranstalterinnen, dass die Geschichte des Bistums Minden vielseitige Anknüpfungspunkte an das Tagungsthema ermögliche.

Die erste Sektion zu den Akteuren und Räumen bischöflicher Herrschaft eröffnete CHRISTIAN SCHUFFELS (Dresden) mit seinen Ausführungen zu der im 11. Jahrhundert als spannungsreich beschriebenen Beziehung zwischen dem Hildesheimer Bischof und den bürgerlichen Schichten. Als wesentliche Quelle zog der Referent die „Vita Godehardi posterior“ des Domherrn Wolfhere heran, um das schwierige Verhältnis zwischen Bischof Godehard, dem umstrittenen Domherrn Hilduin und den Bürgern zu erläutern. Trotz des als Gottesurteil betrachteten Todes, der Hilduin jäh ereilte, hätten sich die bischöflichen Auseinandersetzungen mit der zunehmend erstarkenden Bürgerschaft – erinnert sei an das Hildesheimer Stadtrechtsprivileg von 1249 – auch künftig fortgesetzt.

Auseinandersetzungen mit lokalen Adligen hatten wiederum die Erzbischöfe von Köln zu bewältigen, wie FLORIAN SOMMER (Bonn) bemerkte. Durch die Belehnung mit dem Herzogtum Westfalen hatten die Kölner Metropoliten zu Beginn des 13. Jahrhunderts den Höhepunkt ihrer Macht erreicht, was sie jedoch in Konflikt mit den Grafen von der Mark und später auch den Arnsberger Grafen brachte. In seinem Forschungsvorhaben, in dem acht exemplarisch ausgewählte Erzbischöfe untersucht werden, will der Referent weitere Aspekte beleuchten, die mit der Belehnung einhergingen – so die geographische Einordnung der Landschaften Westfalen und Engern, die Mittel der Herrschaftslegitimation und auch die grundsätzliche Bedeutung der Übertragung eines Herzogtums an einen geistlichen Fürsten.

TOBIAS JANSEN (Bonn) wandte sich den Verdener Bischöfen zu und analysierte ihr Verhältnis zum Reich. Der Referent konnte die von der älteren Forschung genannten Belege der Bistumsgründungen – so auch für Verden – als Fälschungen und überdies zahlreiche Informationen als teilweise noch immer kursierende Legenden entlarven und regte für das Bistum Verden an, von mehreren Etablierungsprozessen zu sprechen. Nach einem Überblick über die Methode und den Aufbau seiner Studie, die zudem eine neu bearbeitete Verdener Bischofsreihe liefere, ging Jansen exemplarisch auf den von 962 bis 976 amtierenden Brun I. und das Geschlecht der Billunger ein, um hierbei die Handlungsmöglichkeiten, aber auch die agitatorischen Grenzen der im peripher gelegenen Bistum amtierenden Bischöfe aufzuzeigen.

Einer geographisch schwerer zu fassenden, dafür exzellent vernetzten Gruppe von Bischöfen widmete sich JOHANNES LUTHER (Zürich), der die burgundischen Amtsinhaber für die Zeit des Investiturstreits hinsichtlich ihrer sozialen Geflechte untereinander betrachtete. Namentlich ging es dabei um die Erzdiözesen Besançon, Lyon, Tarantaise und Vienne. Nach dem Aussterben der Rudolfinger war Burgund an die Salier gefallen, sodass die Bischöfe in die Auseinandersetzungen zwischen Papst und Kaiser gerieten und zwischen königstreuen und reformerischen Haltungen wechselten. Als Analysekategorien für die Netzwerke der Erzbischöfe und der einzelnen Akteure darin schlug Luther vier Aspekte vor: Formen der Gruppenbindung, Attribute einzelner Akteure und ihre Auswirkungen auf die Gruppe, Differenzierung von Funktionen innerhalb der Gruppe sowie die interne und externe Wahrnehmung der Gruppe.

Am Beginn der zweiten Sektion über Strategien der Herrschaftslegitimation stand der Vortrag von HENDRIK BAUMBACH (Bern / Marburg), der die Friedenswahrung als Element der bischöflichen Politik und ihrer Legitimierung in den Fokus rückte. Dabei betrachtete er die seit dem späten 11. Jahrhundert aufkommenden Gottes- und Landfriedensbewegungen, die im Spätmittelalter in eine allgemeine Friedensbewegung zusammenflossen. Zentraler Untersuchungsgegenstand ist die das Handeln rechtfertigende Sprache als Teil der politischen Kommunikation. Baumbach konstatierte, dass, weil eine friedensgestützte Argumentation in der politischen Kommunikation dieser Zeit akzeptiert gewesen sei, der Verweis darauf ausgewähltes Herrscherhandeln legitimiert habe. Allein die Nutzung einer Friedenssemantik lasse die Friedenswahrung als Bestandteil bischöflicher Herrschaft erscheinen.

TATIANA TERESHCHENKO (St. Petersburg) untersuchte das politische Wirken der Magdeburger Erzbischöfe sowie die besondere Rolle, die dem heiligen Mauritius als einem der wesentlichen Identifikations- und Repräsentationsträger des Erzbistums zukam. Ausgehend von der Ursprungslegende und den Kultanfängen in Magdeburg, betrachtete die Vortragende die unter den Amtsinhabern Wichmann von Seeburg, Albrecht I. und Wilbrand von Käfernburg sowie Ernst von Sachsen und Albrecht von Brandenburg zwischen dem 12. und dem 16. Jahrhundert entstandenen bildlichen Darstellungen und Skulpturen des Mauritius aus kunsthistorischer Perspektive. Dabei fokussierte Tereshchenko die spezifische Semantik der Werke, um die erhaltenen Zeugnisse in den entsprechenden historischen Kontext einzuordnen.

Der Reformation auf Island galt das Interesse von PHILIPP BAILLEU (Berlin), der einen siedlungs- sowie kirchengeschichtlichen Überblick der Insel bis zum Spätmittelalter lieferte, um sich dann auf die dortige Reformation in der Zeit von 1537 bis 1550 zu konzentrieren. Der Referent ging dabei auf die beiden isländischen, das Territorium gleichsam trennenden Bistümer ein: Im südlich gelegenen Skálholt sei die Reformbewegung zügig und konfliktfrei verlaufen; im nördlichen Hólar hingegen habe sich der Prozess bis zur Übernahme der lutherischen Glaubenslehre äußerst konfliktreich gestaltet. Hier wurde die neue Kirchenordnung abgelehnt und die Reformation erst nach der 1550 erfolgten Ermordung des Bischofs Jón Arason umgesetzt. Neben verschiedenen Handschriften nannte Bailleu als wertvolle Quellen besonders das „Diplomatarium Islandicum“ und verwies auf die bis ins 20. Jahrhundert hinein bestehende episkopale Historiographie.

MATTHIAS WEBER (Bochum) eröffnete die dritte Sektion zu Darstellung, Repräsentation und materieller Kultur und begann seinen Vortrag mit einem Bericht über den gewaltsamen Tod Bischof Burchards von Halberstadt im Jahre 1088. Das Sterben und seine Bewertung hatten in der mittelalterlichen Gedankenwelt einen hohen Stellenwert, sodass eine intensive Vorbereitung des eigenen Ablebens durch die Anwesenheit von Vertrauten, den Empfang der Sterbesakramente und die Einrichtung eines standesgemäßen Begräbnisses üblich gewesen sei. Zwischen einem guten und einem schlechten, da unvorbereiteten Dahinscheiden sei klar unterschieden worden. Als in seinen Forschungen untersuchtes Desiderat benannte Weber die besonderen Umstände bischöflichen Sterbens vor dem Hintergrund, dass nicht selten ein gewaltsamer Tod in ein positiv verstandenes Martyrium umgedeutet wurde.

Danach befasste sich ELIZAVETA ZOTOVA (Moskau) mit den Widmungsbildern des aus der Mitte des 12. Jahrhunderts stammenden „Officium et miracula sancti Willigisi“. Zunächst vollzog die Referentin nach, wie das in Mainz angefertigte (Auftrags-)Werk in die Russische Staatsbibliothek zu Moskau gelangte. Bei der Handschrift, die an prägnanter Stelle den Mainzer Erzbischof Willigis zeigt, handele es sich um die älteste Quelle für die im Mittelalter praktizierte Verehrung seiner Person. In zwei bildlichen Darstellungen begegne der Geistliche einmal an der Seite von Erzbischof Heinrich I. und einmal neben Dompropst Hartmann. Zotova arbeitete das ikonographische Programm heraus, hinter dem im Mainzer Fall nicht zuletzt die Idee eines klerikalen Kontinuitätsanspruches stehe.

MARINA BECK (Erlangen-Nürnberg / Passau) lenkte den Fokus auf die fürstbischöfliche Residenz in Passau, besonders auf die Veste Oberhaus und auch auf die später errichtete Neue Residenz. Die Bauten seien über die Jahrhunderte hinweg immer wieder an die Bedürfnisse der geistlichen Fürsten angepasst worden; Vorbilder seien dabei meist die Residenzen umliegender Fürstbischöfe gewesen, so etwa die Anlagen in Salzburg und Würzburg. Trotz aller Neuerungen habe es jedoch stets Elemente der Vermittlung von Herrschaftskontinuität gegeben, weshalb sich beispielsweise die als zentrales Element der Inszenierung zu wertenden Raumfolgen der fürstlichen Residenzen seit dem Barock kaum mehr veränderten. Für die Veste Oberhaus gelang es Beck, diesen Umstand anhand erhaltener Inventarlisten nachzuweisen.

Daraufhin widmete sich FRIEDERIKE LEIBE (Halle an der Saale) den 2003 bis 2009 durchgeführten Grabungen im Magdeburger Dom, wo eine Blockbergung vorgenommen wurde. Das dabei entdeckte Grab enthalte sehr wahrscheinlich die Überreste des im 13. Jahrhundert wirkenden Erzbischofs Otto von Hessen und sei eine bedeutende Ergänzung zu den Schriftquellen. Die Referentin schilderte die Fundsituation sowie die konservatorischen Herausforderungen und erläuterte die beigefügten Objekte, zu denen etwa ein Kelch sowie ein Bischofsstab gehören. Besondere Beachtung fanden die vorgefundenen Textilien. Die Mitra sei – so Leibes These – wohl nicht von Otto getragen worden, sondern stelle vielmehr ein Funeralobjekt dar. Auch dürfe vermutet werden, dass es sich bei der Amtstracht um ein Grabornat handele.

Nach einer von ANDREAS KRESSE (Minden) und ANNEMARIE LUX (Minden) vom Dombau-Verein geleiteten Führung durch den Mindener Dom und den Domschatz stellte THOMAS VOGTHERR (Osnabrück) im öffentlichen Abendvortrag einen der bekanntesten deutschen Bischöfe des 11. Jahrhunderts vor: Benno von Osnabrück. Der Referent erläuterte die Quellenlage, um sich sodann dem Werdegang des Schwaben zu widmen, der letztlich auf die Osnabrücker Kathedra führte. Weiter betrachtete Vogtherr die politischen Handlungsspielräume, die sich Benno während seines Pontifikats boten und die besonders durch sein eigenes Domkapitel beschränkt waren. Zuletzt ging es um die prägendste Tätigkeit Bennos: Zur Erweiterung seines Einflusses und der Macht seines Bistums avancierte er zum wohl erfolgreichsten Urkundenfälscher des gesamten europäischen Mittelalters. Eine moralische Verurteilung dieses Handelns entspreche jedoch nicht dem mittelalterlichen Zeitgeist, weil er den Zeitgenossen keineswegs als skrupelloser Fälscher, sondern als begnadeter Diplomat gegolten habe.

Zu Beginn der vierten Sektion über bischöfliche Handlungsspielräume beschäftigte sich FREDERIEKE M. SCHNACK (Kiel) mit den Mindener Bischöfen und ihren Verbindungen zur römischen Kurie. Dafür zog die Referentin bisher wenig beachtete Quellen aus dem Vatikan heran, die besonders für den Amtsantritt vorliegen. Daraufhin zeichnete Schnack den zu Beginn des 15. Jahrhunderts erfolgten Todesfall des Klerikers Arnold Vrese nach, anhand dessen sie exemplarisch für das Episkopat Wilbrands von Hallermund das Eingreifen des geographisch entfernten und dennoch gut informierten Heiligen Stuhls verdeutlichen konnte. Für den betrachteten Zeitraum von 1250 bis 1500 ergebe sich insgesamt ein durchaus beachtlicher, in der Intensität allerdings differierender Austausch zwischen den Mindener Bischöfen und der auf viele diözesane Fragen Einfluss nehmenden Kurie.

CLEMENS BECK (München) befasste sich mit den Bischofswahlen im Bistum Lüttich in der Zeit zwischen 1167 und 1195, die oft von weltlichen Fürsten, insbesondere lokalen Adligen, beeinflusst worden seien. Bei den Wahlen kam vor allem die Nachfolge Graf Heinrichs des Blinden von Namur-Luxemburg zum Tragen, um welche die Familien der Zähringer und der Grafen von Hennegau wetteiferten. Heinrich nutzte die Besetzung des Lütticher Bischofsstuhls gezielt für eine zwischen beiden Prätendenten ausgetragene „Schaukelstuhlpolitik“. Beck setzte dies in Verbindung zu den Handlungsspielräumen, die ebenjene Bischöfe letztlich daraus gewannen, und betonte, dass stets die Netzwerke der Wähler die Handlungsspielräume der Gewählten bestimmten.

Mit den Bischöfen von Brandenburg im spätmittelalterlichen Reich setzte sich PETER RIEDEL (Bielefeld) auseinander, der nach einem Blick auf die allgemeine Bistumsgeschichte und den Forschungsstand die Kernergebnisse seiner jüngst erschienenen Dissertation „Mit Mitra und Statuten“ präsentierte.[1] Zunächst betrachtete der Referent anhand verschiedener Parameter das bischöfliche Verhältnis zur Stadt Zerbst. Anschließend widmete sich Riedel der normativen Ausgestaltung innerhalb der Diözese, wobei er die Rechtstexte, primär die „Statuta synodalia Brandenburgensia“, im Spannungsfeld zwischen Theorie und Praxis beleuchtete. Zuletzt hob der Vortragende auf die spezielle Relation zwischen dem Bischof einerseits und den Weihbischöfen, aber auch der Kurie sowie den Archidiakonen und Pröpsten andererseits ab.

Mit dem abschließenden Tagungsbeitrag warf NINA GALLION (Kiel) einen Blick auf das Scheitern hochmittelalterlicher Reichsbischöfe. Das verdeutlichte die Referentin anhand des aus seiner Kathedralstadt vertriebenen Siegfried I. von Mainz, des abgesetzten Heinrich II. von Chur und des zurückgetretenen Bruno von Meißen, deren Handlungsspielräume sie mithilfe von sieben Koordinaten – Herkunft, Karriereweg, Bistum, wirtschaftliche Ressourcen, König, Papst sowie Repräsentation – untersuchte und so verschiedenste Konfliktfelder herausdeuten konnte. Insgesamt beabsichtigt Gallion einen reichsweiten Vergleich, weil eine erste Datenanalyse ergeben habe, dass im Zeitraum von 1050 bis 1250 circa 22 Prozent des Reichsepiskopats als gescheitert gelten können.

Die Konferenzbeiträge vermochten die Bischöfe als gewichtige Akteure innerhalb des mittelalterlichen Reiches herauszustellen, gleichzeitig aber auch die Grenzen ihres Handelns auf den unterschiedlichsten Politikfeldern, etwa bei Fragen der Legitimation, Repräsentation, des Verhältnisses zur Kathedralstadt und der Bischofswahlen, zu skizzieren. Gerade der gewählte Zuschnitt des Workshops, unterschiedliche Regionen sowie den Zeitraum vom Frühmittelalter bis zur Reformation in den Blick zu nehmen und immer wieder auch interdisziplinär vorzugehen, erwies sich als äußerst gewinnbringend, konnten doch Einblicke in ganz verschiedene Untersuchungsbeispiele gegeben und neben rein geschichtswissenschaftlichen auch kunsthistorische sowie kunsttechnologische Ansätze aufgezeigt werden. So unterstrichen die Ausführungen das Potenzial der aktuellen Fragestellungen und ließen Anknüpfungspunkte für zukünftige Projekte erkennen, wobei der Facettenreichtum der mittelalterlichen Bischöfe und die Vielfalt der neuen Forschungsvorhaben hier noch viel Fruchtbares versprechen.

Konferenzübersicht:

Andreas Kresse (Minden) / Peter Kock (Minden): Begrüßung

Nina Gallion (Kiel) / Frederieke M. Schnack (Kiel): Einführung in das Tagungsthema

Sektion I: Akteure und Räume der bischöflichen Herrschaft
Moderation: Jasmin Hoven-Hacker (Göttingen)

Christian Schuffels (Dresden): Bischofsherrschaft und Bürgersiedlung – zur Frühgeschichte eines Spannungsverhältnisses am Beispiel Hildesheims im 11. Jahrhundert

Florian Sommer (Bonn): Die Kölner Erzbischöfe und Westfalen 1180-1368

Tobias Jansen (Bonn): Die Bischöfe von Verden und das Reich – Reichspolitik zwischen weltlicher und geistlicher Herrschaft von den Anfängen des Bistums bis ins 12. Jahrhundert

Johannes Luther (Zürich): Königstreue Kreise und radikale Reformzirkel. Die Vernetzung burgundischer Bischöfe zwischen 1032 und 1156

Sektion II: Strategien der Herrschaftslegitimation
Moderation: Arnold Otto (Paderborn)

Hendrik Baumbach (Bern / Marburg): Friedenswahrung als Legitimation von bischöflicher Herrschaft im römisch-deutschen Reich in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts

Tatiana Tereshchenko (St. Petersburg): Die Politik der Magdeburger Bischöfe und das Bild des schwarzen Mauritius von der Mitte des 12. bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts

Philipp Bailleu (Berlin): Eine geteilte Insel. Schrift, Kommunikation und Politik an den isländischen Bischofssitzen in der Reformationszeit (1537-1550)

Sektion III: Darstellung, Repräsentation und materielle Kultur
Moderation: Frederieke M. Schnack (Kiel)

Matthias Weber (Bochum): Der Bischof stirbt. Bischöfliche Sterbeberichte vom 6. bis zum 12. Jahrhundert im Lichte zeitgenössischer Historiographie

Elizaveta Zotova (Moskau): Darstellungen von Bischöfen in der deutschen Buchmalerei des 12. Jahrhunderts. Zur Ikonographie der Widmungsbilder in der Handschrift „Officium et miracula sancti Willigisi“ (Moskau. Russische Staatsbibliothek F.183.1 No. 368)

Moderation: Nina Gallion (Kiel)

Marina Beck (Erlangen-Nürnberg / Passau): Fürstbischöfliche Inszenierungsstrategien in der Profanarchitektur. Die Veste Oberhaus als Residenz des Fürstbischofs von Passau

Friederike Leibe (Halle an der Saale): Kunsttechnologische Untersuchung und Konservierung einer im Block geborgenen erzbischöflichen Bestattung aus dem Magdeburger Dom

Andreas Kresse (Minden) / Annemarie Lux (Minden): Führung durch den Mindener Dom und den Domschatz

Öffentlicher Abendvortrag
Moderation: Nina Gallion (Kiel)

Thomas Vogtherr (Osnabrück): Bischof Benno II. von Osnabrück (1068-1088) – Reichsfürst im Investiturstreit und Urkundenfälscher

Sektion IV: Bischöfliche Handlungsspielräume
Moderation: Gisela Muschiol (Bonn)

Frederieke M. Schnack (Kiel): Die Mindener Bischöfe und der Heilige Stuhl. Auswirkungen kurialer Kontakte auf episkopale Handlungsspielräume im Spätmittelalter

Clemens Beck (München): Zwischen Kaiser und regionalen Netzwerken – die Lütticher Bischofswahlen zwischen 1167 und 1195 und ihre Folgen für die Handlungsspielräume der Bischöfe

Peter Riedel (Bielefeld): Bischöfliches Handeln: exemplarisch – normativ – durch andere. Zugänge zur Geschichte der Bischöfe von Brandenburg im späten Mittelalter

Nina Gallion (Kiel): Das Ende des Handlungsspielraums? Der Verlust des Bischofsamtes in vergleichender Betrachtung (11.-13. Jahrhundert)

Anmerkung:
[1] Peter Riedel, Mit Mitra und Statuten. Bischöfliches Handeln in der spätmittelalterlichen Diözese Brandenburg (Studien zur brandenburgischen und vergleichenden Landesgeschichte, Bd. 19), Berlin 2018.

Zitation
Tagungsbericht: Der Bischof im mittelalterlichen Reich. Aktuelle Forschungsansätze und Perspektiven, 01.11.2018 – 03.11.2018 Minden, in: H-Soz-Kult, 03.04.2019, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8206>.
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Veröffentlicht am
03.04.2019
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