Spuren des Sklavenhandels im Heiligen Römischen Reich und seinen Nachfolgestaaten. Diskurse, Praktiken und Objekte 1500-1850

Ort
Bremen
Veranstalter
Rebekka von Mallinckrodt / Josef Köstlbauer / Sarah Lentz, ERC-Projekt „German Slavery“, Universität Bremen
Datum
30.11.2018 - 02.12.2018
Von
Annika Bärwald, Institut für Geschichtswissenschaft, Universität Bremen

Ausgehend von Studien zu nicht-weißen Menschen in höfischen Kontexten und Arbeiten zu historischen Rassismen hat sich die Forschung jüngst vermehrt dem Phänomen frühneuzeitlicher Sklaverei in den deutschen Gebieten zugewandt. Dass deutsche Territorien trotz kurzlebiger eigener Kolonien und Sklavenhandelskompanien zutiefst in frühneuzeitlichen Kolonialismus eingebunden waren, wird von GeschichtswissenschaftlerInnen schon länger betont. Inwiefern dies gleichfalls für Sklaverei im Alten Reich galt und mit einer diskursiven wie praktischen Auseinandersetzung mit derselben einherging, war zentrale Fragestellung der Bremer Konferenz.[1] In ihrer Stoßrichtung schloss die Tagung an neuere Konzepte vom Alten Reich als Hinterland der Sklaverei bzw. als atlantischer Peripherie an, die nationale Perspektiven zunehmend aufbrechen.[2] Den VeranstalterInnen ging es unter anderem darum zu zeigen, dass sich die Hypothese eines deutschen Sonderwegs trotz einiger Partikularismen bisherigen Erkenntnissen nach weder in synchroner, europäisch vergleichender, noch in diachroner Perspektive halten lässt. Mit Beiträgen aus Wirtschafts-, Kultur-, Rechts- und Kunstgeschichte sowie biografischen Studien näherten sich die TeilnehmerInnen dem Phänomen Sklavenhandel in einer Weise, die sowohl die Analyse ‚deutscher‘ Besonderheiten als auch den internationalen Vergleich zuließen.

KLAUS WEBER (Frankfurt an der Oder) verdeutlichte in seiner Keynote ökonomische Verflechtungen Mitteleuropas mit den Sklavenökonomien der Neuen Welt. Neben Leinen, das als Tausch- und Handelsprodukt im Mittelmeer sowie an der afrikanischen Küste und als Stoff für Sklavenbekleidung eine Rolle spielte, und dem Import von Zucker aus Plantagenproduktion sei Kapital aus deutschen Unternehmungen regelmäßig in niederländische, englische und weitere europäische Kolonialprojekte geflossen. Eine Phase der positivistischen Wirtschaftsgeschichtsschreibung in den Nachkriegsjahren ebenso wie sprachliche Barrieren und das problematische Gleichsetzen von Flagge mit Akteurinnen und Akteuren hätten jedoch lange Zeit die Beteiligung deutscher Reedereien, Unternehmen und Kaufleute an Sklavenökonomien verschleiert. Auch dies habe zu einem Nimbus des Exzeptionalismus beigetragen, der von neuerer Forschung deutlich in Frage gestellt würde.

Die sich daran anschließende erste Sektion widmete sich schwerpunktmäßig der Entstehung und Verbreitung von Diskursen der Fremdheit und der Sklaverei.

CRAIG KOSLOFSKY (Urbana) argumentierte, angelehnt an Frantz Fanons Konzept der epidermalization, dass die europäische Wahrnehmung bedeutungstragender kategorialer Hautfarben eine Umkehrung positiv konnotierter afrikanischer und amerikanischer Hautpraktiken sei. Die Vieldeutigkeit dermaler Praktiken im 17. Jahrhundert führte er dabei an drei Beispielen vor Augen. So seien bei der Zergliederung der Leiche einer afrikanischen Frau 1675 in Kiel Ziernarben nicht als solche erkannt worden. Pilger-Tätowierungen aus Jerusalem hingegen hätten es einem europäischen Reisenden ermöglicht, afrikanische Hautpraktiken ästhetisch anerkennend zu thematisieren. Zuletzt werfe der Fall zweier wegen ihrer Tätowierungen ausgestellter und mehrfach als Sklaven verkaufter indigener Amerikaner die Frage nach der gesellschaftlichen Akzeptanz von Versklavung auf.

Die Frage der (Nicht)Akzeptanz von Sklaverei wurde von MARK HÄBERLEIN (Bamberg) in seinem Beitrag zu einem 1804 erschienenen enzyklopädischen Text des Augsburger Aufklärers Gottlieb Tobias Wilhelm weitergeführt. Aus Versatzstücken anderer Texte, so legte Häberlein dar, formierte sich hier ein Diskurs über die ‚Natur‘ von AfrikanerInnen und die Illegitimität von Sklaverei. Wilhelms Text sei durch wiederkehrende „Dekontextualisierung und anschließende Rekontextualisierung“ äußerst inkongruent, zeige jedoch, dass Sklavenhandel in hochemotionalisierten Passagen zuvorderst als einen Testfall sowohl menschlicher Leidensfähigkeit als auch menschlicher Grausamkeit fungiere.

In der Diskussion der Beiträge standen Fragen nach den Gründen für die Langlebigkeit rassistischer und abolitionistischer Denkmuster im Vordergrund, aber auch die vorzufindende Verflechtung beider Sichtweisen. Widersprüchlichkeit und Inkonsistenz seien zentrale Elemente der aufklärerischen Tradition und müssten als solche stärker in den Blick genommen werden. [3]

Um ein breites Spektrum historischer Versklavungs- und Protestpraktiken ging es in der zweiten Sektion, die darüber hinaus die diskursive Einbettung solcher Praktiken zum Thema machte. ARNE SPOHR (Bowling Green) stellte eine detaillierte Fallstudie zum afrikanischen Trompeter Christian Real vor, der im 17. Jahrhundert in Württemberg Opfer eines gewalttätigen Übergriffs wurde. Den Motiven der Tat nachgehend verwies er auf die in Reals Taufpredigt verwandte Farbsymbolik. Er präsentierte Prozessaussagen, die auf gezielte Entstellung, Entehrung und Dehumanisierung hindeuteten, legte jedoch auch verbleibende Deutungsunsicherheiten offen. Spohrs Beitrag rief Fragen nach der Singularität bzw. Beispielhaftigkeit von Einzelfällen sowie nach möglichen Merkmalen historischer Hassverbrechen hervor.

WALTER SAUER (Wien) setzte die Diskussion um die Belegbarkeit rassistisch motivierter Diskriminierungen fort. Er thematisierte Kontinuitäten und Brüche bei Rekrutierungen Schwarzen Personals in Österreich vom 15. bis ins 19. Jahrhundert.[4] Obwohl sich die Bezugsregionen von nicht-weißen Menschen stark wandelten, so hätte doch die Nachfrage nach offenbar prestigeträchtigen Schwarzen Dienstboten in diesem Zeitraum kaum nachgelassen. Von Reisenden sei im 19. Jahrhundert ein Narrativ des Freikaufs dominant vorgebracht worden, das die kommerzielle Transaktion des Menschenkaufes allerdings durch ein Verschieben außerhalb österreichischer Grenzen eher verschleierte denn verebben ließ.

SARAH LENTZ (Bremen) widmete sich der Wirkmächtigkeit nationaler Narrative in der Wahrnehmung einer deutschen Beteiligung am Sklavenhandel. In ihrem Beitrag analysierte sie die öffentliche Reaktion auf die Anklage dreier Schiffe aus Bremen und Hamburg wegen Sklavenhandels in den 1840er-Jahren. Der exzeptionalistische Mythos einer scheinbar natürlichen Sklavereigegnerschaft der ‚Deutschen‘ und der Nichtbeteiligung deutscher Hansestädte am Sklavenhandel formierte sich Lentz zufolge in der publizistischen Reaktion auf diese Vorfälle. Eine besondere Rolle spielte dabei der Vorwurf an die britische Seite, weniger philanthropischen als wirtschaftlichen Interessen bei der Aufbringung der Schiffe zu folgen.

Die dritte Sektion, die auf die Herrnhuter Mission fokussiert war, befasste sich mit dem diskursiven und praktischen Umgang der Herrnhuter Mission mit Versklavung und Versklavten. Dabei betonten die Vortragenden die Diskrepanz zwischen vorbildhafter Reputation auf der einen Seite und der lange nicht in Frage gestellten Praxis der Versklavung auf Herrnhuterbesitzungen auf der anderen Seite.

JOSEF KÖSTLBAUER (Bremen) sprach von Leerstellen, welche die „dichte Rhetorik“ der Herrnhuter bei näherer Betrachtung hinterlasse. Status, Selbst- und Fremdwahrnehmung der häufig sehr jung in die europäischen Herrnhuter-Gemeinden gelangten Menschen außereuropäischer Herkunft blieben vielfach unklar. Zugleich hätten sie in ihrer Funktion als „RepräsentationsarbeiterInnen“ deutlich zur medialen Erfolgsinszenierung der Mission beigetragen. An einem Streit um Besitzansprüche an einem geflohenen, in Indien geborenen Bediensteten konnte Köstlbauer jedoch zeigen, dass die Kategorie Sklave/Sklavin Mitte des 18. Jahrhunderts durchaus offensiv gebraucht wurde und auch im deutschsprachigen Gebiet, obwohl keineswegs unumstritten, ausschlaggebend werden konnte.

JESSICA CRONSHAGEN (Oldenburg) beleuchtete das Bild von Sklaverei in Kinderbriefen der Mission an versklavte Kinder in Surinam Anfang des 19. Jahrhunderts. Während die Schriftstücke Glauben und Gemeinschaft thematisierten, kämen auch Sklaverei und Hierarchie zur Sprache. Versklavung würde jedoch hauptsächlich als Armut und Bewegungseinschränkung aufgefasst, die bedauerlich, aber unabänderlich sei. Die adressierten versklavten Kinder wurden einerseits als besonders fromm, andererseits als „heidnisch“ und bekehrungsbedürftig imaginiert. In der anschließenden Diskussion wurde angemerkt, dass es sich hierbei um das Einüben eines kolonialen Blickes handele, der Parallelen zur Rhetorik moderner Entwicklungshilfe aufweise.

JAN HÜSGEN (Dresden) ging in seinem Vortrag der Frage nach, inwieweit deutsche Abolitionistinnen und Abolitionisten Einfluss auf herrnhuterische Diskurse zur Abschaffung der Sklaverei hatten. Eine interne kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Versklavungspraxis setzte dem Vortragenden zufolge erst in den 1820er-Jahren ein und sei maßgeblich von den Aktivitäten der Anti-Slavery-Society, das heißt britischer AbolitionistInnen, beeinflusst gewesen. Nach außen getragen wurde eine solche Auseinandersetzung innerhalb der Mission kaum. Beachtenswert sei eine Kooperation der Herrnhuter mit der Basler Mission in den 1840er-Jahren, der es darum ging, ehemalige Versklavte als MissionarInnen für Westafrika zu gewinnen.

Die letzte Sektion befasste sich mit Gütern, Objekten und Repräsentation und fragte dabei auch nach Mechanismen der Überlieferung und nach der Entstehung historischer Deutungsmuster.

JUTTA WIMMLER (Frankfurt an der Oder) strich die Diskrepanz zwischen der historiografischen Präsenz einiger weniger durch Sklaverei erzeugter Produkte – Zucker, Kaffee, Baumwolle, Kakao und Tabak – und der wirtschaftlichen Bedeutung anderer Produkte – Farbstoffe, Hölzer und medizinische Pflanzen – heraus. Drei Gründe seien hierfür verantwortlich: Erstens handele es sich bei den weniger beachteten um Produkte, die im Verarbeitungsprozess gewissermaßen unkenntlich würden; zweitens dominierten in geschichtswissenschaftlichen Darstellungen Produkte, die ins Narrativ der Moderne passten; und drittens hätte sich im 18. Jahrhundert ein selektiver deutscher Wissensdiskurs im Hinblick auf Plantagenprodukte etabliert, der die Geschichtswissenschaft bis heute präge. [5]

CAROLIN ALFF (Hamburg) fokussierte komplementär eine Tradition der Darstellung Versklavter in Druckwerken und figürlicher Kunst im deutschen Raum seit dem 16. Jahrhundert. Die jeweiligen Darstellungen reflektierten epochenspezifische Phänomene, griffen etwa mediterrane oder transatlantische Sklaverei auf. Ebenso bedienten sie sich jedoch wiederkehrender Motive, die Sklaverei ästhetisierten. Fesseln und metallene Halsbänder, weitgehende Nacktheit sowie eine kniende und Last tragende Haltung gehörten zu diesem Bildfundus ebenso wie Assoziationen mit Kolonialwaren im Kontext atlantischer Sklaverei.

REBEKKA VON MALLINCKRODTS (Bremen) Beitrag schloss an die vorangegangene Diskussion an und fragte nach dem Erkenntnisgehalt von Halsbändern in Darstellungen Schwarzer Bediensteter. Solche Halsbänder seien, obwohl in Gemälden häufig zu finden, als Artefakte kaum erhalten und in ihrer Funktion als fiktiver oder aber realer Marker von Unfreiheit durchaus ambivalent. Wesentlich eindeutiger, so betonte Mallinckrodt in einem zweiten Teil ihres Vortrags, sei eine rechtswissenschaftliche Tradition, die Sklaverei auch im frühneuzeitlichen Alten Reich kannte und explizit auf kontemporäre Fälle anwandte. Dies lasse aber auch die Abbildung von Sklavenhalsbändern in einem anderen Licht erscheinen.

Abschließend wurde bemerkt, dass Inszenierung und Allegorie verkomplizierende Faktoren in der Darstellung Schwarzer Menschen seien. So kämen Afrikanerinnen und Afrikaner in frühneuzeitlichen literarischen Werken und Objekten sowohl als HerrscherInnen als auch Versklavte vor, einem tendenziellen Wandel gälte es daher Beachtung zu schenken. Ebenso müsse zwischen dem rechtlichen Begriff der Sklaverei und einem rhetorischen Gebrauch differenziert werden.

Es ist ein Verdienst der Tagung, die Wechselwirkung zwischen bildlicher und diskursiver Auseinandersetzung mit Sklaverei mit der deutschen Einbindung in Sklavenwirtschaft und Versklavungspraktiken deutlich offenzulegen. Die Beiträge zeigten darüber hinaus modellhaft auf, wie mit fragmentarischen, lückenhaften Quellen produktiv umgegangen werden kann. Hilfreich war die konstante Rückbindung an Forschungen zur wirtschaftlichen Involvierung. Wie Teilnehmende resümierten, wiese das Thema Sklavenhandelsspuren über die Suche nach historischen Wahrheiten hinaus auf Fragen, die Erinnerungskultur und deutsches wie österreichisches Selbstverständnis berührten.

Es bleibt zu wünschen, dass sich die angeregte vermehrte Aufmerksamkeit auf Akteurs-Netzwerke, sowohl Black communities, als auch Netzwerken von VerklaverInnen und SchleuserInnen, in zukünftigen Forschungen niederschlägt. Konsequenterweise forderten Diskussionsteilnehmende auch, die Entwicklung von kolonial geprägtem Geschmack und Konsumverhalten in Europa stärker zu fokussieren.[6] Ebenso birgt das Zusammenspiel von Geschlecht, Sklaverei und Hautfarbe vielversprechende, bisher unzureichend genutzte Untersuchungsmöglichkeiten. Nicht einig werden konnten sich die TeilnehmerInnen hingegen bei der Frage, wie sich Kategorien analytisch nutzen und zugleich historisieren lassen, besonders dort, wo es um historische Rassismen geht. Für die Erforschung von transkontinentalen Verflechtungen der frühneuzeitlichen deutschsprachigen Territorien, für die Arbeit an europäischen Formen von Versklavung und für die Studie von nicht-weißer Präsenz und Repräsentation bot die Tagung vielfältige durchdachte Anregungen und lieferte eine wichtige Bestandsaufnahme.

Konferenzübersicht:

Josef Köstlbauer (Universität Bremen) / Sarah Lentz (Universität Bremen) / Rebekka von Mallinckrodt (Universität Bremen): Begrüßung

Klaus Weber (Europa-Universität Viadrina), Keynote Lecture: Es kommt darauf an, welche Fragen man stellt: Die atlantischen Plantagenökonomien und das Alte Reich

I: Das Sagbare und das Unsagbare – Diskurse
Chair & Kommentar: Heike Raphael-Hernandez (Universität Würzburg)

Craig Koslofsky (University of Illinois): Scholars, Slaves, and Epidermalization in the Holy Roman Empire, 1600-1750

Mark Häberlein (Otto-Friedrich-Universität Bamberg): Afrikaner, Sklavenhandel und Sklaverei in Gottlieb Tobias Wilhelms ,Unterhaltungen über den Menschen’ (1804)

II: Versklavungspraktiken & Protestpraktiken
Chair & Kommentar: Eve Rosenhaft (University of Liverpool)

Arne Spohr (Bowling Green State University): Violence against Black Bodies in Early Modern Germany: The Case of Black Trumpeter Christian Real (ca. 1643-after 1674)

Walter Sauer (Universität Wien): Vom Sklavenkauf zur Kinderredemption: Aristokratische und bürgerliche Rekrutierungspraktiken exotischen Personals im habsburgischen Österreich im Vergleich

Sarah Lentz (Universität Bremen) „Kein Hamburger, kein deutsches Schiff treibt Sklavenhandel.“ Die öffentliche Kontroverse um die Aufbringung deutscher Schiffe unter dem Vorwurf des Sklavenhandels in den 1840er Jahren.

III: Schreiben als Praxis – die Herrnhuter
Chair & Kommentar: Gisela Mettele (Friedrich-Schille-Universität Jena)

Josef Köstlbauer (Universität Bremen): Geschwister, SklavInnen, RepräsentationsarbeiterInnen: Gesagtes und Ungesagtes in Herrnhuter Quellen des 18. Jahrhunderts

Jessica Cronshagen (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg) „Hier brauchen wir keine Sklaven, sondern man hat Ochsen und Pferde …“ – Briefe aus Schulen der Herrnhuter Brüdergemeine an die Kinder der Sklavenmission in Paramaribo (1829)

Jan Hüsgen (Staatliche Kunstsammlungen Dresden): The Moravian Mission and Continental Anti-Slavery Sentiments

IV: Das Sichtbare und das Unsichtbare – Güter, Objekte, Repräsentationen
Chair & Kommentar: Robert Zaugg (Universität Bern)

Jutta Wimmler (Europa-Universität Viadrina): Amerikanische Drogen und Farbstoffe in Zentraleuropa – „Unsichtbare“ Produkte von Sklaverei?

Carolin Alff (Universität Hamburg) Kings as “Slaves“ or Warriors as “Slaves“? Emergence and Reception of Images depicting “Slaves” in Early Modern Germany

Rebekka von Mallinckrodt (Universität Bremen): Sklavenhalsbänder im Alten Reich – Ikonographie und Recht

Anmerkungen:
[1] Diese Tagung wurde durch das European Research Council (ERC) im Rahmen des Horizon 2020 Forschungs- und Innovationsprogramms der Europäischen Union (Grant-Nr. 641110 „The Holy Roman Empire of the German Nation and its Slaves“) gefördert. Der vorliegende Text reflektiert dennoch allein die Meinungen der VeranstalterInnen, Teilnehmenden und der Autorin. Der ERC ist weder verantwortlich für den Inhalt noch für dessen Gebrauch.
[2] Vgl. Felix Brahm / Eve Rosenhaft, Slavery Hinterland. Transatlantic Slavery and Continental Europe, 1680-1850, Woodbridge 2016 sowie das Projekt “The Globalized Periphery: Atlantic Commerce, Socioeconomic and Cultural Change in Central Europe (1680-1850)” der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder.
[3] Vgl. hierzu auch Andreas Pečar / Damien Tricoire, Falsche Freunde. War die Aufklärung wirklich die Geburtsstunde der Moderne? Frankfurt am Main 2015.
[4] Bei der Bezeichnung Schwarz folge ich Forderungen, den Begriff als politische Selbstbezeichnung und nicht als biologistische Zuschreibung durch Großschreibung zu markieren. In ähnlicher Weise dient die Kursivschreibung von weiß dazu, Distanz zu essentialistischen ‚Rasse‘-Zuordnungen zu signalisieren. Vgl. dazu etwa Noah Sow, Deutschland Schwarz Weiß. Der alltägliche Rassismus, München 2008.
[5] Vgl. Achim Landwehr, Die anwesende Abwesenheit der Vergangenheit. Essay zur Geschichtstheorie, Frankfurt am Main 2016.
[6] Vgl. Madeleine Dobie, Trading Places. Colonization and Slavery in Eighteenth-Century French Culture, Ithaca 2010.

Zitation
Tagungsbericht: Spuren des Sklavenhandels im Heiligen Römischen Reich und seinen Nachfolgestaaten. Diskurse, Praktiken und Objekte 1500-1850, 30.11.2018 – 02.12.2018 Bremen, in: H-Soz-Kult, 06.04.2019, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8211>.