Visuelle Dimensionen des Antiziganismus

Ort
Heidelberg
Veranstalter
Forschungsstelle Antiziganismus, Historisches Seminar, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Datum
15.11.2018 - 16.11.2018
Von
Laura Hankeln, Forschungsstelle Antiziganismus, Historisches Seminar, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Einleitend hob der wissenschaftliche Leiter der Forschungsstelle Antiziganismus EDGAR WOLFRUM (Heidelberg) die politische Relevanz des Tagungsthemas angesichts der Virulenz antiziganistischer Einstellungen in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft hervor.

Der Historiker FRANK REUTER (Heidelberg) griff in seinem einführenden Vortrag die lange Kontinuitätslinie der vielschichtigen „Zigeuner“-Ikonografie auf und gab einen Überblick über grundlegende Wirkmechanismen des visuell vermittelten Antiziganismus. Den inhaltlichen Schwerpunkt bildeten mediale Transformationsprozesse, die der Referent anhand eines zentralen Motivs (dem verführerischen Tanz) erläuterte und an Beispielen aus Literatur, Fotografie und Film veranschaulichte. Dabei wurde deutlich, dass die spezifische mediale Eigenlogik die Sichtbarkeit und die Inhalte der Bilder – und damit auch ihre Bewertung oder kulturelle Bedeutung – mitbestimmt. Reuter hob insbesondere die Rolle der intermedialen Beziehungen und die hieraus resultierenden Resonanzeffekte hervor. Außerdem verwies er auf die Schlüsselrolle von modernen Massenmedien wie Bildpostkarten, illustrierten Zeitschriften oder Filmen für die Verankerung antiziganistischer Denkmuster im öffentlichen Bewusstsein.

Die Literaturwissenschaftlerin und Organisatorin des Symposiums RADMILA MLADENOVA (Heidelberg) stellte ihre Fallstudie zum Motiv des „Zigeuner“-Kinderraubs vor, die sie im Rahmen eines Projekts an der Forschungsstelle Antiziganismus erarbeitet hatte. Mladenova analysierte in ihrem Vortrag das Motiv anhand diverser Quellengattungen und untersuchte dabei seine „literarischen Ursprünge, seine archetypische Erzählstruktur und seine visuellen Formen“. Ihre Studie beginnt mit Cervantes‘ Erzählung La gitanilla (1613), spannt einen Bogen über holländische Gemälde des 17. Jahrhunderts sowie Drucktechniken des 19. Jahrhunderts und endet schließlich im 21. Jahrhundert mit dem Film Nellys Abenteuer (2016). Ein zentraler Befund von Mladenovas Studie lautet, dass das Kinderraub-Motiv innerhalb Europas als „flexibles Werkzeug für die eigene Identitätskonstruktion“ diene und dies auf zwei verschiedenen Ebenen: einer sozialen und einer „ethno-rassischen“ Ebene.

In der Präsentation des Kunsthistorikers PETER BELL (Erlangen-Nürnberg) stand die Tradierung antiziganistischer Stereotype im Massenmedium „Postkarte“ im Vordergrund. Bell untersuchte 60 Bildpostkarten mit dem Titel „Balkan-Typen“, die in Mazedonien während des Ersten Weltkriegs entstanden waren und durch die kostenlose Beförderung durch die Feldpost ein großes Publikum im deutschen Kaiserreich erreicht hatten. Der verwendete Bestand lagert im Archiv des Rom e.V. in Köln, der mehr als 3.200 Postkarten aus über 30 Ländern enthält. Das Gros der vorgestellten Postkarten basiert auf Fotografien des Hamburgers Oscar Miehlmann. Dieser bildete eine Vielzahl unterschiedlicher ethnischer Gruppen ab, wobei er mehrheitlich als „Zigeuner“ bezeichnete Personen fotografierte, doch vergleichsweise wenige Mazedonier. Laut Bell spiegeln Miehlmanns Fotos die Diskussion über Volks- und Sozialtypen während des Ersten Weltkrieges wider. Ebenfalls würden die Fotopostkarten den sich auf den Balkan fokussierenden „Zivilisationsdiskurs“ zum Ausdruck bringen.

Die Kunsthistorikerin SABINE GIRG (Heidelberg) widmete sich der Ausstellung La Primera Exposición Gitana, die 1948 in Granada gezeigt wurde. Girg verdeutlichte, wie fiktionale Fremdbilder im Spanien des 20. Jahrhunderts entstanden, sich verlagerten und einzelne Gruppen wie etwa die Roma, kriminalisiert wurden. Die spanischen Bezeichnungen „Gitano“ und „Gitana“ seien ein Konstrukt der Mehrheitsgesellschaft, das mit dem deutschen Begriff „Zigeuner“ gleichzusetzen sei. Die Ausstellung bildete die ansässige Roma-Bevölkerung als Mitglieder einer archaischen Gemeinschaft ab. Die Kuratoren der Ausstellung bauten etwa Wohnhöhlen und Werkstätten nach, um der Mehrheitsbevölkerung die vermeintlich reale Arbeits- und Lebensweise der Minderheit zu demonstrieren. Die Stadt verpflichtete sogar Minderheitsangehörige dazu, als Statisten in der Ausstellung zu wirken. Durch dieses Konzept seien die vorhandenen Vorurteile der Besucher nicht nur gefestigt worden, sondern das künstlich geschaffene Umfeld habe darüber hinaus die Bildung neuer Stereotype angeregt.

Den ersten Tag schloss die Keynote des Literaturwissenschaftlers KLAUS-MICHAEL BOGDAL (Bielefeld) ab. Zu Beginn unterzog er den Terminus „Antiziganismus“ einer kritischen Reflexion, räumte jedoch gleichzeitig ein, dass es derzeit keine begrifflichen Alternativen gibt, die sich im wissenschaftlichen Diskurs etablieren konnten. Bogdal plädierte für eine Öffnung der Antiziganismusforschung hin zu einer Kultur-, Gesellschafts- und Ereignisgeschichte der Roma, die sich vergleichbaren Theorien und Methoden bedient, wie etwa die Jüdischen Studien. Im Anschluss daran stellte er drei methodische Werkzeuge vor, mithilfe derer „Zigeuner“-Darstellungen dekonstruiert werden könnten. Im Vordergrund stand die Kontextualisierung der zu betrachtenden Quellengattung. Dabei seien die Synchronie, die Diachronie, die Produktionsbedingungen und der historische Hintergrund als Analysekategorien von großer Bedeutung.

Die Literaturwissenschaftlerin IULIA-KARIN PATRUT (Flensburg) sprach am zweiten Tag des Symposiums über die (Un-)Sichtbarmachung der vermeintlichen „Zigeuner“-Eigenschaft in Literatur und Kunst. Generell beschäftigte sie die Frage, welche Merkmale die Literatur und Kunst „Zigeunern“ seit ihrer Ankunft in Europa zuschrieben und welchen Ursprung jene hatten. In der Frühen Neuzeit herrschten unklare Vorstellungen über Volkszugehörigkeit, da die Standeszugehörigkeit und vor allem die Bekennung zum Christentum als Ordnungskategorien wesentlich waren. Doch gerade diese Kategorien ließen sich schwer auf die von der Mehrheitsgesellschaft konstruierte Gruppe der „Zigeuner“ anwenden. Daraus resultierte Patrut zufolge die Unsicherheit, der Mehrheitsgesellschaft im Umgang mit der Minderheit. Dies ließe sich an literarischen und künstlerischen Beispielen verdeutlichen, die zahlreiche Stereotype reproduzierten.

Antiziganistischen Stereotypen auf der musikalischen Ebene widmete sich die Musikwissenschaftlerin DOROTHEA REDEPENNING (Heidelberg). Sie legte ihren Fokus auf die Oper Aleko von Rachmaninow, als deren Vorlage Puschkins Gedicht Die Zigeuner diente. Redepenning arbeitete die inhaltlichen und sprachlichen Veränderungen heraus, die an der literarischen Vorlage vorgenommen wurden. So wurde für die Oper mit Aleko eine Titelfigur gewählt, die bei Puschkin kein „Zigeuner“ ist. Die Handlung der 1893 uraufgeführten Oper setzt in einem russischen „Zigeunerlager“ des 19. Jahrhunderts ein. Redepenning konstatierte, dass die Gleichberechtigung und die Freiheit in Pushkins Gedicht eine zentrale Rolle spielten, diese Aspekte jedoch in der Oper keine Beachtung fanden. Gerade die weibliche Protagonistin Semfira verkörpere bei Pushkin Unabhängigkeit und Freiheitsliebe. Deren Stellung wurde laut Redepenning in der Oper entsprechend bürgerlich-männlichen Wertmaßstäben degradiert, so dass sich der Antiziganismus gleichsam als Genderfrage äußere.

Die Romanistin KIRSTEN VON HAGEN (Gießen) referierte über die Einflüsse des Theatergenres „Féerie“ auf Alteritätsinszenierungen in Jules Vernes Roman Michel Strogoff. Die Einflüsse der „Féerie“ spiegeln sich im Roman unter anderem in der theaterähnlichen Beschreibung der Umgebung, dem Vorrang des Dialogs im Text, der Aufteilung der Handlung in Einzelszenen und der Vorliebe für spektakuläre sowie plötzliche Wendungen wider. Die Handlung spielt im späten 19. Jahrhundert vor dem Hintergrund der russischen Expansion in Zentralasien und erzählt die Geschichte des anonym reisenden Zarenkuriers Michel Strogoff. Er markiert das „Gute“, wohingegen die Figuren Iwan Ogareff als Verbündeter der Tataren und die „Zigeunerin“ Sangarre das „Schlechte“ porträtieren. In einer Schlüsselszene des Romans, als die „Zigeunerin“ Sangarre Strogoff verrät, werden zahlreiche antiziganistische Stereotype aufgegriffen; Vernes wies ihr beispielsweise die Rolle der Spionin zu und versah sie mit animalischen Attributen.

Der Beitrag des Germanisten HANS R. BRITTNACHER (Berlin) fokussierte das Motiv der „schönen Zigeunerin“, das unter anderem in Film, Literatur und Kunst angetroffen werden kann. Zu der bekanntesten Erscheinung gehöre die Figur der „Carmen“ aus dem gleichnamigen Werk Mérimées, auf dem die Oper Bizets basiert. Dadurch sei ein Mythos außerordentlicher, „dämonischer“ Schönheit der „Zigeunerin“ entstanden, der gerade auch vom Kontrast zwischen jugendlicher Schönheit und alter Hässlichkeit lebe. Die Beschreibung der „Zigeunerin“ nutze dehumanisierende Elemente, indem die Figur animalisiert, exotisiert und gleichzeitig erotisiert werde. Die Darstellungen in den diversen Genres vermittelten den Eindruck, dass „Zigeuner“-Gemeinschaften aus hässlichen Alten und blutjungen Schönheiten bestehen würden. Nach dieser Darstellungslogik sei die „Zigeunerin“ in ihrer Jugend immer exotischer, leidenschaftlicher und schöner als Frauen der Mehrheitsgesellschaft, dafür aber im Alter hässlicher und abgebrühter. Dieses Muster ließe sich in Filmen, literarischen Werken und der Kunst über Jahrhunderte hinweg nachweisen.

Der Literaturwissenschaftler MATTHIAS BAUER (Flensburg) sprach über die ambivalente Äußerung des Handlese- und Wahrsagemotivs. Das Stereotyp der wahrsagenden „Zigeunerin“ sei in Literatur und Spielfilm gleichermaßen häufig. Die hellseherische Fähigkeit lasse die „Zigeunerin“ einerseits mystisch, andererseits machtvoll erscheinen, da sich ihr Wissen für die Betroffenen als hilfreich oder bedrohlich erweisen kann. Als literarischen Einstieg diente die Darstellung der wahrsagenden „Zigeunerin“ in Kleists Novelle Michael Kohlhaas. Dieser literarische Prätext wurde auch in zahlreiche Filme übertragen, in denen die wahrsagende „Zigeunerin“ als Projektionsfigur diene. Mit diesem Leitmotiv können viele weitere Stereotype verbunden sein. Als Beispiele nannte Bauer unter anderem das Kinderraubmotiv (The Vagabond), die dämonische Schönheit der „Zigeunerin“ (Gypsy Blood), aber auch das Thema der „gescheiterten“ Emanzipation (Papusza – Die Poetin der Roma).

Der Slawist URS HEFTRICH (Heidelberg) thematisierte die „Zigeuner“- beziehungsweise Roma-Darstellungen in der tschechischen Literatur und Kinematografie (14.-21. Jahrhundert). Als methodisches Grundgerüst verwies er auf die 2013 erschienene Monografie von Daniel Soukup, die sich mit sieben „Schichten“ des tschechischen „Zigeuner“-Stereotyps befasst. In eben diese Kategorien ließen sich die in den ausgesuchten Werken verwendeten Stereotype einordnen. Dazu zählten zum Beispiel folgende Eigenschaften oder Tätigkeiten, die „Zigeunern“ zugeschrieben wurden: Unstetigkeit, künstlerische und musikalische Veranlagung, erotisierende Schönheit oder die Tätigkeit als feindliche Spione. Jedoch käme es hierbei nicht ausschließlich auf die ethnische Zugehörigkeit an, sondern auch auf den vermeintlichen Lebensstil. Heftrich stellte zahlreiche filmische und literarische Werke vor, die sich zum einen der genannten Stereotypen bedienen, zum anderen eine Analogiebildung zwischen vermeintlichen „Zigeunern“ und Tschechen aufweisen.

Der Historiker GERHARD BAUMGARTNER (Wien) stellte frühe Filmdokumente über mitteleuropäische Sinti und Roma vor, die zwischen 1894 und 1948 entstanden und verschiedene Genres abdeckten. Einführend wies er auf die spezifischen technischen Bedingungen des frühen Films hin; so musste der Ton bis weit in die 1950er-Jahre zusätzlich aufgenommen werden. Konventionen der visuellen „Zigeuner“-Darstellungen seien über Jahrhunderte von Medien wie Gemälden, Fotografien und Filmen weitertransportiert worden. Dem folgend kennzeichneten die Filme die Minderheit als kulturell, ökonomisch und sozial marginalisiert. Baumgartner stellte fest, dass in der Frühphase des mitteleuropäischen Films keine ethnische Gruppe so häufig inszeniert worden sei wie „Zigeuner“. Die Handlung spiele häufig in „Zigeuner“-Lagern, und die Regisseure griffen auf typische antiziganistische Motive wie den Kinderraub, den verführerischen Tanz oder Spionagetätigkeiten zurück. Von großer Bedeutung für die historische Forschung wäre die Filmkartei der österreichischen Kriminalpolizei, die bisher jedoch noch nicht aufgefunden werden konnte.

In den Vordergrund der Präsentation der Soziologin ÉVA KOVÁCS (Wien / Budapest) standen Dokumentationen und soziologische Untersuchungen aus Ungarn, die die politische Prägung des Landes wiederspiegeln: Kommunismus, Erbe des Nationalsozialismus und Niederschlagung des Volksaufstandes (1956). Von besonderem Interesse sei der Umgang der ungarischen Regierung mit der ethnischen Minderheit der Roma. Zum einen stellte sie zwei Dokumentarfilme der ungarischen Regisseure Sándor Sára (1963) und József Lakatos (1976) vor, die das Leben ungarischer Roma thematisierten. Beide Filme seien als „künstlerische Gegenstimme zur ungarischen Roma-Politik“ oder „Antipropaganda“ zu werten, da sie vor allem den Unterschied zwischen kommunistischer Ideologie und gesellschaftlicher Realität sichtbar machten. Zum anderen berichtete Kovács über soziologische Studien, die ungarische Roma über ihre Lebenssituation befragten. Obwohl der nationalsozialistische Genozid nicht im Vordergrund der Untersuchung stand, kam dieser in den Interviews dennoch zur Sprache. Dies sei für die damalige Zeit eine Besonderheit, da Roma mit außenstehenden Personen meist wenig über die eigene Verfolgungserfahrung sprachen.

Die Historikerin DANIELA GRESS (Heidelberg) untersuchte die visuellen Dimensionen der medialen (Selbst-)Darstellungsstrategien von Sinti und Roma anhand zweier Dokumentarfilme. Der Fall Dr. Eva Justin (1963) und Das falsche Wort (1987) warfen in ihrer Entstehungszeit neue Perspektiven auf die nationalsozialistische Verfolgung von Sinti und Roma und machten auf antiziganistische Kontinuitäten nach 1945 aufmerksam. Generell fragte der Vortrag nach Formen der Subjektivierung und Emanzipation im Prozess des filmischen Sehens. Als die Reportage Der Fall Dr. Eva Justin ausgestrahlt wurde, war der Völkermord an der Minderheit weder politisch anerkannt noch historisch aufgearbeitet. Im Gegensatz zum zeitgenössischen juristischen Diskurs präsentierte der Film überlebende Sinti und Roma als selbstbewusste Zeugen. Die reumütige Selbstdarstellung der ehemaligen Rassenforscherin Eva Justin entsprach hingegen dem Diskurs der bundesrepublikanischen Vergangenheitsbewältigung der 1960er-Jahre. Der Dokumentarfilm von Sinteza Melanie Spitta Das falsche Wort ließ keine Täter, sondern nur Überlebende zu Wort kommen. Diese Art von filmischer Selbstermächtigung sei erst durch die Errungenschaften der Bürgerrechtsbewegung möglich gewesen.

Die Schlussreflexion übernahm ANDRÉ RAATZSCH (Heidelberg), der über die Frage diskutierte, ob es eine Ethik des Sehens gebe. In diesem Zusammenhang stellte er das Projekt RomArchive vor: ein international angelegtes digitales Archiv für die Künste und Kulturen von Sinti und Roma. Dabei steht die Selbstrepräsentation der Minderheit im Vordergrund, die dem Blickregime der Dominanzgesellschaft ein eigenes Narrativ entgegensetzt. Raatzsch kuratierte den Archivbereich „Bilderpolitik“. Er wies auf die Aufgabe von Rezipienten hin, Fotos zu dekonstruieren und zu kontextualisieren, um lange tradierte, stigmatisierende Darstellungskonventionen zu kritisieren und medialen Bilderpolitiken auf den Grund zu gehen. Er verdeutlichte seine Arbeit am Beispiel von Fotos seiner eigenen Familie. Im Gegensatz zu exotisierenden „Zigeuner“-Bildern zeigten diese Selbstdarstellungen Beziehungen zwischen Individuen.

Abschließend lässt sich feststellen, dass die Tagung vielfältige Einblicke in neue Forschungsansätze bot und gleichzeitig Strategien diskutiert wurden, um der „visuellen Dimension des Antiziganismus“ einen aufklärerischen Impetus entgegenzusetzen. Nicht zuletzt wurden Forschungsdesiderate auf unterschiedlichen Feldern debattiert und neue Fragen aufgeworfen.

Konferenzübersicht:

Peter Comba (Universität Heidelberg): Grußwort

Edgar Wolfrum (Universität Heidelberg): Grußwort

Panel 1: Leitfragen und Fallstudie

Frank Reuter (Universität Heidelberg): Visuelle Dimensionen des Antiziganismus. Mediale Metamorphosen

Radmila Mladenova (Universität Heidelberg): Muster symbolischer Gewalt. Das Kinderraubmotiv in visuellen Medien

Panel 2: Frühe Massenmedien und Popuklärkultur
Chair: Laura Notheisen (Universität Heidelberg)

Peter Bell (Universität Erlangen-Nürnberg): „Balkan-Typen“. Postkarten als inszenierte Momentaufnahmen des frühen 20. Jahrhunderts

Sabine Girg (Universität Heidelberg): Das Spektakel des Fremden. La Primera Exposición Gitana (1948)

Keynote Speech
Klaus-Michael Bogdal (Universität Bielefeld): Die Vorschrift der VOR-BILDER. Zum Nicht-Sehen-Wollen von Roma

Panel 3: Von der Literatur zur Oper
Chair: Bettina Kaibach (Universität Heidelberg)

Iulia-Karin Patrut (Universität Flensburg): Strategien literarischer und künstlerischer (In)visibilisierung der „Zigeuner“-Eigenschaft

Dorothea Redepenning (Universität Heidelberg): Aleksandr Puškins Poem Cygany und Sergej Rachmaninovs Oper Aleko

Kirsten von Hagen (Universität Gießen): Auge und Ohr. Zur Ästhetik und Funktion der Féerie im Kontext der Alteritätsinszenierungen in Vernes Roman Michel Strogoff

Panel 4: Von der Literatur zum Spielfilm
Chair: Verena Meier (Universität Heidelberg)

Hans Richard Brittnacher (Freie Universität Berlin): Die „schöne Zigeunerin“. Ästhetische Strategien der Verklärung und Denunziation

Matthias Bauer (Universität Flensburg): Das „andere Wissen“ und die Macht der „Zigeunerin“. Arkanum und Ambivalenz einer Projektionsfigur

Urs Heftrich (Universität Heidelberg): Die Darstellung der Roma in der tschechischen Literatur und Kinematographie

Panel 5: Filmdokumente und politische Emanzipation
Chair: Tanja Penter (Universität Heidelberg)

Gerhard Baumgartner (Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands Wien): Frühe Filmdokumente zur Geschichte österreichischer Roma und Sinti

Éva Kovács (Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien / Zentrum für Sozialforschungen an der Ungarischen Akademie der Wissenschaften Budapest): „Der Deutsche hat den Vater meines Kindes verschleppt“. Das optische Unbewusste und die diskursiven Grenzen der Roma-Repräsentation

Daniela Gress (Universität Heidelberg): Visualisierte Emanzipation. Strategien medialer (Selbst-)Darstellung von Sinti und Roma

Schlussreflexion
André Raatzsch (Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma Heidelberg): Gibt es eine Ethik des Sehens?

Zitation
Tagungsbericht: Visuelle Dimensionen des Antiziganismus, 15.11.2018 – 16.11.2018 Heidelberg, in: H-Soz-Kult, 15.04.2019, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8224>.