Ringen als Kulturgut: Sport und Spektakel. 13. Irseer Sporthistorische Konferenz

Ort
Irsee
Veranstalter
Schwabenakademie Irsee
Datum
22.03.2019 - 24.03.2019
Von
Markwart Herzog, Direktion, Schwabenakademie Irsee

In seinem Grußwort dankte MARKWART HERZOG (Irsee) dem Deutschen Ringer-Bund (DRB) für großzügige finanzielle und logistische Unterstützung. Sodann ging er auf den im Tagungstitel verwendeten Begriff Kulturgut ein. Er wies darauf hin, dass „Kulturgut“ schon in der Kaiserzeit von dem Multifunktionär Carl Diem verwendet wurde, um den „English sports“ zu gesellschaftlicher Anerkennung zu verhelfen.

Einen Rückblick auf die griechische Antike warf MANFRED LÄMMER (Köln). Er betonte die Unterschiede zwischen der antiken Athletik zum heutigen Verständnis des Sports. Die Sportfeste der Griechen, einschließlich der Olympischen Spiele, hätten weder dem Internationalismus noch dem Frieden gedient, unser Verständnis von Fairness sei ebenso wenig bekannt gewesen, wie die Beteiligung von Frauen erwünscht war. Als Sport der männlichen, gebildeten Oberschicht genoss Ringen hohes gesellschaftliches Ansehen, es brachte Sieger hervor, die sich zur Heroisierung eigneten. In der „honour and shame society“ habe nur der Sieg Anerkennung gefunden, was die vielen Verletzten und Toten griechischer Agone erkläre.

Gut auf den Vorredner abgestimmt legte MARTIN STREICHER (Bonn) dar, wie das Ringen auf panathenäischen Preisamphoren ins Bild gesetzt wurde. Streicher wies nach, dass in Athen auch Zweitplatzierte Preise erhalten konnten. Als besonders interessant erwies sich eine attische Amphore (circa 530 v. Chr.) der Münchner Staatlichen Antikensammlungen, die Atalante im Ringkampf mit Peleus, dem Vater des Achill, zeigt. Derartige archäologische Zeugnisse weisen darauf hin, dass der griechische Mythos – entgegen der sporthistorischen Realität – starke Frauen kennt, die mit Männern um den Sieg ringen.

Auf der Basis von Datenmaterial aller bisherigen Teilnehmer der 1964 gegründeten Ringer-Bundesliga analysierte SEBASTIAN KNOLL-JUNG (Mannheim/Stuttgart) die Einflussfaktoren, die in kleinen westdeutschen Kommunen Spitzenmannschaften hervorbrachten, während in der Kaiserzeit und der Weimarer Republik auch in Großstädten zahlreiche Ringerhochburgen zu finden waren. Vor allem die Konkurrenz zum Fußball, der im urbanen Raum Zuschauerinteresse und Sponsorengelder absorbiere, habe seit der Nachkriegszeit in kleineren Städten dem Ringen und anderen Randsportarten Chancen eröffnet. Lokalpatriotismus, Regionalkonkurrenzen und Lokalmatadore hätten „Traditionsvereine“ hervorgebracht, die sich, wie etwa der TSV Westendorf,[1] einer breiten Verankerung in der Bevölkerung erfreuten. Auch die Verflechtung mit den lokalen Wirtshauskulturen habe sich als förderlich erwiesen. Die Turnvereine indes hätten in den Schwerathleten Rabauken gesehen, deren „nikotin- und alkoholgeschwängerte Geselligkeit“ sie aus ihrem Vereinsleben fernhalten wollten. In dieses Vakuum seien Gastwirte, die teils selbst aktive Ringer waren, gestoßen. Sie stellten Übungsstätten und Wettkampfhallen zur Verfügung, traten als Sportveranstalter auf und profitierten vom Absatz der Speisen und Getränke. Hinsichtlich der Konkurrenz mit dem Fußballsport führte der Referent den Niedergang des 1. FC Kaiserslautern an, der in den vergangenen Jahren seine Bedeutung als gesamtpfälzische Sporthochburg eingebüßt habe, was regionalen Ringerclubs wie dem VfK 07 Schifferstadt zu neuem Aufschwung verhelfe. Mangels eines zugkräftigen örtlichen Fußballvereins sei in Heilbronn eine ähnliche Situation gegeben. Hier verstünden es die Red Devils (SV Heilbronn, Abteilung Ringen), mit spektakulärer Inszenierung der Sportveranstaltungen und attraktivem Rahmenprogramm eine „moderne Marke“ zu schaffen.

BERNO BAHRO (Potsdam) stellte die Geschichte des Ringens in der ehemaligen DDR dar, wo dem Sport generell die politische Aufgabe zugeteilt war, „sozialistische Persönlichkeiten“ hervorzubringen. Als das Ringen 1969 durch den Leistungssportbeschluss besonders gefördert wurde, verband sich dies mit der Erwartung, in die Weltspitze vorzustoßen. Doch im Gegensatz zu anderen privilegierten Spitzensportarten wurde diese Hoffnung enttäuscht, noch nicht einmal der kapitalistischen BRD sei die DDR, von Ausnahmen abgesehen, ebenbürtig gewesen. Aufgrund von Zeitzeugeninterviews formulierte Bahro die Hypothese, dass die ab Mitte der 1970er-Jahre aufgestellten Trainingspläne auf Kraft und Athletik statt auf Technik und Taktik gesetzt hätten. Dadurch bedingt seien die Athleten häufig erschöpft und ausgelaugt zu den Wettkämpfen angetreten, konnten nicht die erwarteten Leistungen erbringen. GERLINDE ROHR (Leipzig) knüpfte an Bahros Vortrag an, indem sie die Biografie des Kommunisten Werner Seelenbinder darstellte. Seelenbinder war sechsfacher Deutscher Meister, Mitglied der Ringernationalmannschaft (1935–1942), gehörte dem Widerstand der KPD gegen den Nationalsozialismus an. Er wurde 1944 hingerichtet. Deshalb vereinnahmte die DDR Seelenbinder als politischen Märtyrer.

Da Carl Schumann jr. als Referent ausgefallen war, übernahm es VOLKER KLUGE (Berlin), den Lebensweg Carl August Berthold Schumanns und dessen Erfolge bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit nachzuzeichnen. Im Gegensatz zu Seelenbinder war Schumann ein Repräsentant des politisch neutralen, bürgerlichen Sports. Er gehörte der Berliner Turnerschaft an. Als Multitalent nahm er an fast allen Disziplinen der 1896er-Spiele teil. Einen seiner vier olympischen Siege erzielte er im Ringen. Da die Deutsche Turnerschaft ihren Mitgliedern verboten hatte, an den Spielen teilzunehmen, wurde Schumann nach seiner Rückkehr nicht etwa gefeiert, sondern zunächst für internationale Wettbewerbe gesperrt. Wegen des Verbots konnten die Reisekosten der deutschen Expedition durch einen Ball mit Tombola in der Krolloper Berlin refinanziert werden. Die Veranstaltung stand unter dem Protektorat des preußischen Kronprinzen. Diese Episode belegt die auf dem Feld der Leibesübungen auffallend moderne Einstellung des Kaiserhauses, das zu den prominentesten Förderern der damals noch gesellschaftlich angefeindeten „English sports“ gehörte.[2]

Nationalistische und militaristische Obertöne prägten nicht nur das Sportverständnis der DDR, sondern auch das japanische Sumo-Ringen, das zudem mit religiösem Sinn aufgeladen sei, wie MARTIN JOH. MEYER (Vechta) detailreich ausführte. Das Sumo-Ringen wurde 1885 zum japanischen Nationalsport erklärt. Die Wettkämpfe weisen Beziehungen zum (Kriegs-)Totenkult auf, sind durch magische Praktiken shintoistischer Priester hochgradig ritualisiert. STEFAN KRIST (Hohot, China) schilderte die Geschichte des traditionellen Ringens (bukhe barildaan) der Burjat-Mongolen, einer Ethnie im Grenzgebiet zwischen Russland, China und der Mongolei. Bukhe barildaan ist ihre populärste Sportart, sie hat eine Jahrtausende lange Geschichte, ihre Wurzeln liegen in den Jagd- und Kriegstraditionen der Burjaten und deren magisch-religiösen Kulten.

Traditionellen Ölringkämpfen widmete sich PETAR PETROV (Sofia, Bulgarien). In südosteuropäischen Ländern wurden sie bei Beschneidungsfeiern ausgetragen. Ölringkämpfe eroberten im 19. Jahrhundert das Showbusiness in Paris. Dort wurden Ringkämpfe im Zirkus, in Music Halls und auf Jahrmärkten als kommerzielle Unterhaltung für höhere Schichten angeboten, die sich an rohen, den guten Geschmack, gesellschaftliche Normen verletzenden Kampfspektakeln ergötzten. Als sich im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts die Säle zu leeren begannen und Veranstalter Bankrott gingen, setze man auf den Reiz exotischen Imports, auf „luttes à la Turques“. Ölringer aus der Türkei und Bulgarien wurden engagiert, die athletischen Körperidealen entsprachen, technische Raffinessen durch Masse und Kraft ersetzten. Wegen der Einölung der Körper mussten sie aggressiver zugreifen, sie kämpften gewalttätiger und brutaler als französische Athleten. Sinnigerweise berichtete die zeitgenössische Presse über die Kämpfe der „Turques terribles“ nicht im Sport-, sondern im Theaterteil. Hier fand ein auffallender Wechsel der Richtung jenes Kulturtransfers statt, den die Türkei während ihrer Etablierung als säkulare Republik am Vorbild des okzidentalen Rechts- und Politiksystems eingeschlagen hatte. Die Kämpfer, die damals in der Pariser Unterhaltungsbranche ihren Lebensunterhalt verdienten, sind heute Thema einer reich ausdifferenzierten Erinnerungskultur in Südosteuropa. Biografien werden über sie verfasst, Turniere nach ihnen benannt, Denkmäler errichtet und Museen eröffnet. Da in der Türkei und Bulgarien keine Quellen erhalten sind, ist man vollständig auf die Überlieferung in französischen Medien und Archiven angewiesen.

Klare Positionsbestimmungen waren auf der Podiumsdiskussion mit dem Vorstand und den Veteranen des TSV Westendorf zu hören. Der TSV hatte 1992 eine Damenringabteilung gegründet, die alsbald zwei bayerische Meisterinnen hervorbrachte. Jedoch habe der Erfolg der Mädchen, so der damalige Vorstand XAVER STEINER (Westendorf), die Existenz des Vereins aufs Spiel gesetzt. Mädchen seien Jungen bis zum Alter von etwa zwölf Jahren körperlich überlegen. Im Training und bei Wettkämpfen gegen Mädchen erlittene Niederlagen könnten Jungen in diesem Alter großenteils nicht verkraften. Die Jungen hätten die Lust am Ringen verloren, ihre Zahl sei um mehr als die Hälfte gesunken, der Nachwuchs für die Seniorenmannschaften der Männer brach weg. Deshalb habe Steiner die Abteilung Damenringen schließen müssen – schließlich sei Ringen ein Sport für Männer. Während der amtierende Vorstand des TSV Westendorf ROBERT ZECH versicherte, er werde „den Keim des Damenringens nicht mehr aufgehen lassen“, wies KARL-MARTIN DITTMANN (Dortmund), Generalsekretär des DRB, auf Initiativen seines Verbandes hin, das Damenringen wieder stärker zu fördern, etwa durch den Ausbau des „beach wrestling“.

Mehrere Tagungsvorträge befassten sich mit der Darstellung des Ringens in den Künsten und der Literatur. SIXT WETZLER (Solingen) referierte über die mittelalterliche Saga-Literatur Islands, in der Ringkampfszenen reich dokumentiert sind. Werke dieser Gattung zeichnen sich durch eine ausgesprochene Lust am Fabulieren aus, durch die Verherrlichung von über- und unmenschlichen Kräften, mit denen die Kämpfer in mythische Dimensionen vorzustoßen vermögen.

Auch die Vorträge von VOLKER KLUGE (Berlin) und MARIO LEIS (Bonn) widmeten sich künstlerischen Darstellungen des Ringens. Kluge analysierte Leni Riefenstahls Auseinandersetzung mit zwei Ethnien der Nuba im Südsudan: den Masakin Qisar und den Nuba von Kau. Deren Ringkämpfe waren ritueller Bestandteil von Ahnenverehrung und Fruchtbarkeitskulten. Seit 1964 publizierte Riefenstahl über die Nuba in Illustrierten und Bildbänden. Intensiv wurde im Plenum die Frage diskutiert, ob und inwieweit diese Werke rassistisch seien. Die Referenten verneinten einhellig: Die Künstlerin sei sowohl in ihren Olympia-Filmen (Herzog) als auch in den Nuba-Bildbänden an „nackten Prachtexemplaren der Männlichkeit“ (Kluge) interessiert gewesen. Der seit Jahrzehnten über Riefenstahl geführte Rassismusdiskurs sei „auf den Kopf zu stellen“ (Leis): Da die Künstlerin in der Nachkriegszeit auf Ablehnung gestoßen sei, könnte sie mit den Fotos der Nuba, einer den Nationalsozialisten verhassten Rasse, beabsichtigt haben, „Rache an der einheimischen Männergeneration“ zu nehmen. Generell habe Riefenstahl muskulöse Männerkörper sexuell konnotiert inszeniert, die Hautfarbe habe keine Rolle gespielt.

Leis hatte nach Spuren des Ringens in der schöngeistigen Literatur gesucht.[3] Die Ausbeute war, ganz anders, als sie im Fußball ausfallen würde, mager. So ließ etwa Ödön von Horváth in seinen Sportmärchen (circa 1923/24) den „artigen Ringkämpfer“ dem Satan widerstehen, er ließ den „unartigen Ringkämpfer“ vom Tod schultern, während Ilija Trojanow für „Meine Olympiade. Ein Amateur, vier Jahre, 80 Disziplinen“ (2016) unter anderem Ringkampftraining absolvierte. Eine große Ausnahme stellt der US-amerikanische Schriftsteller John Irving dar, der sich mehrfach literarisch mit Ringen befasste, Jahrzehnte lang diesen Sport selbst praktizierte bzw. als Trainer tätig war. In seinem autobiografischen Werk The Imaginary Girlfriend. A Memoir (1996) schildert er seinen Spagat zwischen Sport und Schreiben. Irving bekannte öffentlich, das Ringen habe ihn gelehrt, Spitzenschriftsteller zu werden.

Die Rezeption des „Kampfbuchs“ von Albrecht Dürer (circa 1500) zeichnete RAINER WELLE (Pfaffenweiler) nach. Nachdem das Ringen seit dem 17. Jahrhundert in Deutschland als für „gesittete Hände“ ungeeignet angesehen wurde und an Ansehen eingebüßt hatte, diente Dürers Kampfbuch den Fürsprechern des Ringens als „Legitimationsressource“. Auch nationalsozialistische Sportfunktionäre bemächtigten sich seiner, indem sie es als Zeugnis eines rassisch verstandenen, altdeutsch-germanischen Erbes beschworen. Kontrovers wurde die Frage diskutiert, ob die von deutschen Turnern, unter anderem von Martin Vogt[4], behauptete „Volkstümlichkeit“ des Ringens dem „völkischen Wahn“ des Nationalsozialismus den Weg gebahnt habe. Michael Krüger bestritt diese Vermutung. Vogts Charakterisierung von Sport und Spielen als „volkstümlich“ sei nicht rassistisch motiviert gewesen. Vielmehr sei es Vogt um den Nachweis gegangen, dass Sportspiele und -wettkämpfe von allen Völkern, in allen Kulturen, zu allen Zeiten gepflegt worden seien.

Das Schlusswort sprach MICHAEL KRÜGER (Münster), der sich zunächst mit dem 2013 vom International Olympic Commitee (IOC) gefassten Beschluss, Ringen als olympische Sportart zu streichen, auseinandersetzte. Krüger führte diese Entscheidung auf einen Mangel an Engagement seitens der Fédération Internationale des Luttes Associées (FILA) zur Modernisierung und Medialisierung des Ringsports zurück. Aufgrund heftiger Proteste nahm das IOC die Entscheidung zurück, auch die FILA reagierte, indem sie beispielsweise Frauen in Wettbewerben und Gremien zuließ. Sodann schlug Krüger eine philosophisch-anthropologische Standortbestimmung vor: Ringen müsse als „universelles Kulturgut“, als schwerathletisches „Weltkulturerbe“ anerkannt werden, es lasse sich aus zeitlosen, „elementaren Grundformen zweikämpferischer Leibesübungen“ ableiten, die sich, wie die Tagungsvorträge eindrucksvoll gezeigt hätten, in den jeweiligen Epochen, Kulturen und Nationen unterschiedlich ausdifferenzierten.

Wie rote Fäden hatten sich zwei Themen durch die Konferenz gezogen. Zum einen die religiös-kultische Einbettung des Ringens, das schon in der griechischen Antike als Bestandteil von Leichenspielen magisch-kultisch überformt war und Herakles als seinen mythischen Begründer verehrte. Zum anderen die Beteiligung bzw. der Ausschluss weiblicher Athleten. So waren Frauen in der griechischen Antike nicht nur als Aktive, sondern auch als Zuschauer ausgeschlossen. Dagegen sind in der isländischen Saga-Literatur „Trollfrauen“ als Ringkämpferinnen überliefert. Anders das Sumo-Ringen: Bis heute ist Frauen das Betreten des Rings kategorisch untersagt. Wenn sie gegen dieses Tabu verstoßen, selbst im Ersthelfereinsatz bei einem medizinischen Notfall, erregt dies einen von den Medien befeuerten Skandal. Nur im Amateursport werden japanische Ringerinnen geduldet. Etwas anders gestalteten sich die Verhältnisse im deutschen Arbeitersport: Unter den circa 63.000 Mitgliedern des Arbeiter-Athletenbund Deutschlands (AABD), dessen Vereine nicht nur Ringen anboten, waren in den 1920er-Jahren in etwa 5.000 weibliche Sportler zu finden.
Nicht zuletzt die Podiumsdiskussion hat bewusstgemacht, dass das Ringen zu jenen Kampfsportarten gehört, die traditionell so stark männlich geprägt sind, dass trotz des Engagements der Verbände eine stärkere Teilhabe von Mädchen und Frauen mittelfristig kaum zu erwarten ist.

Konferenzübersicht:

Markwart Herzog (Schwabenakademie Irsee): Begrüßung und Einleitung

I. Die Anfänge

Manfred Lämmer (Deutsche Sporthochschule Köln): Die sportliche und gesellschaftliche Bedeutung des Ringens in der griechischen Antike

Martin Streicher (Universität Bonn): Ringen in antiken Bildmedien

II. Ringen in Deutschland

Sebastian Knoll-Jung (Universität Mannheim / Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung Stuttgart): Vom Dorfverein zum Deutschen Meister. Eine empirische Untersuchung der Ringerhochburgen im ländlichen Raum

Marcus Coesfeld (Universität Duisburg-Essen): „Aber mit Sport haben Damenringkämpfe nichts zu tun“. Frauen und Ringen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland (Vortrag ist entfallen)

Berno Bahro (Department für Sport- und Gesundheitswissenschaften der Universität Potsdam): Die Bedeutung des Ringens in der DDR

Gerlinde Rohr (Sportmuseum Leipzig): Werner Seelenbinder – Ringer und Mann des Widerstands gegen Hitler

Volker Kluge (Berlin): Carl Schuhmann – erster Olympiasieger im Ringen

III. Nationale und ethnische Identitäten

Martin Joh. Meyer (Vechta): Shintoistischer Staatskult im japanischen Sumo-Ringen

Petar Petrov (Sofia, Bulgarien): Traditionelle Ölringkämpfe in Südosteuropa

Mag. Stefan Krist (Center for Mongolian Studies, Inner Mongolia University, Hohhot, China): Bukhe barildaan. Das traditionelle Ringen der Burjat-Mongolen: Sport – Identität – Kunst

Grégory Quin (Institut für Sportwissenschaften der Universität Lausanne, Schweiz): Vom „Nationalsport“ zum „Bundessport“. Das Beispiel des Schweizer Schwingens seit Ende des 19. Jahrhunderts (Vortrag ist entfallen)

IV. Podiumsdiskussion

Xaver Steiner / Georg Steiner / Hubert Heiß / Robert Zech (alle TSV Westendorf) und Karl-Martin Dittmann (Deutscher Ringer-Bund, Generalsekretär, Dortmund)
Moderation: Markwart Herzog (Irsee)

V. Vom Rednerpult an die Matte

Chris Krämer (TSV Westendorf) / Witalis Lazovski (SV Wacker Burghausen): Vorführungen von Athleten der Nationalmannschaft des Deutschen Ringer-Bundes

VI. Bildende Künste und schöngeistige Literatur

Sixt Wetzler (Deutsches Klingenmuseum Solingen): Betrachtungen zum mittelalterlichen Ringkampf am Beispiel Island

Volker Kluge (Berlin): Der weiße Blick auf den schwarzen Körper. Von den Olympioniken zu den Nuba-Ringern – Leni Riefenstahls ethnografische Inszenierungspraxis

Mario Leis (Universität Bonn): „Catch as catch can“ (Erich Kästner) oder über die schwierige Beziehung zwischen „schöngeistiger“ Literatur und Ringen

Rainer Welle (Pfaffenweiler): Albrecht Dürers Kampfbuch. Zur Instrumentalisierung des Ringkampfs im 19. und 20. Jahrhundert

VII. Die Zukunft einer olympischen Kerndisziplin

Michael Krüger (Universität Münster): Das Ringen um eine olympische Sportart

Anmerkungen:
[1] Dazu Martin Frei, Wo das Ringen zu Hause ist, in: Augsburger Allgemeine (Sport), 28.03.2019.
[2] Dazu Hans Joachim Teichler, Das sportliche Preußen, in: Stadion. Internationale Zeitschrift für Geschichte des Sports 37 (2011), Nr. 2, S. 221–242.
[3] Dazu Mario Leis, Sport in der deutschsprachigen Literatur (1764–2014). Eine Bibliografie, http://www.fussball-kultur.org/fileadmin/bilder/buecher/2013-2014/Bibliographie_Sport_Leis_Aktualisierungsdatei_15.3.14.pdf (07.04.2019).
[4] Martin Vogt, Alte und neue Raufkunst. Eine kulturgeschichtliche Studie, Dresden 1925.

Zitation
Tagungsbericht: Ringen als Kulturgut: Sport und Spektakel. 13. Irseer Sporthistorische Konferenz, 22.03.2019 – 24.03.2019 Irsee, in: H-Soz-Kult, 08.06.2019, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8311>.