Wissens(un)ordnungen. Koloniale Praktiken und Entwicklungszusammenarbeit in ihren Brüchen und Kontinuitäten der deutschen Geschichte 1870-1970

Ort
Witzenhausen
Veranstalter
Benedikt Stuchtey / Johannes Häfner / Marco Rösner, Lehrstuhl für Neueste Geschichte, Philipps-Universität Marburg
Datum
23.05.2019 - 24.05.2019
Von
Johannes Häfner / Mariana Klett / Marco Rösner, Philipps-Universität Marburg

Am 23. Mai 1898 wurde in Witzenhausen die Deutsche Kolonialschule GmbH (DKS) gegründet, die sich die Ausbildung von Koloniallandwirten zur Aufgabe machte. Nach ihrer vorübergehenden Schließung im Jahr 1944 wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1957 der Lehrbetrieb unter ihrer heutigen Bezeichnung als Deutsches Institut für Tropische und Subtropische Landwirtschaft (DITSL) wieder aufgenommen, um Entwicklungshelfer auf dem Sektor der Landwirtschaft auszubilden. Heute versteht sich das DITSL als ein Kompetenzzentrum, das in Zusammenarbeit mit der Universität Kassel Forschung und Lehre im agrarwissenschaftlichen Bereich gleichermaßen bedient. Aufgrund seiner kolonialen Vergangenheit und seiner Geschichte als Entwicklungshilfeeinrichtung gilt dieser Ort als besonders geeignet für ein wissenschaftliches Kolloquium, das sich inhaltlich mit kolonialen Praktiken und Entwicklungszusammenarbeit in ihren Brüchen und Kontinuitäten der deutschen Geschichte in der Zeit von 1870 bis 1970 auseinandersetzt. Die Vorträge befassten sich mit der Generierung, Transformierung und Verdichtung von epistemologischen Formationen zu Wissens(un)ordnungen unterschiedlicher Güte und Provenienz. Diese wiederum waren in Wissensbeziehungen zwischen afrikanischen/pazifischen Räumen und Deutschland eingelassen. Wissen, so die These des Kolloquiums, die nach der Begrüßung durch den Direktor des DITSL Christian Hülsebusch (Witzenhausen) in einführenden Worten von Benedikt Stuchtey, Johannes Häfner und Marco Rösner (alle Marburg) vorgestellt wurde, stellt trotz zahlreicher Brüche, wie etwa den beiden Weltkriegen oder der Dekolonisierung, eine entscheidende Kontinuitätslinie von der kolonialen bis in unsere heutige Zeit dar.

Mit dem Vortrag von KARSTEN LINNE (Göttingen) begann die erste Sektion zum Thema Entwicklungshilfe und Entwicklungszusammenarbeit. Er konzentrierte sich in seinen Ausführungen auf die Ausbildung der Agrartechniker am Seminar für ländliche Entwicklungshilfe in Witzenhausen, das am 1. Juli 1963 eröffnet wurde. Es wurde deutlich, dass der Erfolg der Projekte in der Agrarhilfe eng mit der Rolle der Agrartechniker verbunden war. Entscheidend, so der Referent, war hierbei vor allem ihr Auftreten gegenüber der indigenen Bevölkerung: Eine arrogante und selbstüberschätzende Haltung, wie man sie von den einstigen Koloniallandwirten kannte, sollte unterbunden werden. Linne konstatierte, dass dieses Auftreten in einer Persönlichkeit mit autoritären Zügen begründet lag und aus einem Mangel an interkulturellen Kompetenzen resultierte. Aus diesem Grund wurde bereits bei der Auswahl zukünftiger Entwicklungsexperten die Eignung durch eine psychologische Begutachtung überprüft und durch entsprechende Ausbildungsinhalte am Seminar versucht, interkulturelle Kompetenzen zu stärken.

LARISSA WAGNER (München) stellte einen Teilaspekt ihres Dissertationsprojekts „Transnationale Netzwerke. Zivilgesellschaft und Entwicklungszusammenarbeit in den 1950er- bis 1980er-Jahren in Bayern" vor. Sie arbeitete heraus, dass Bundesländer wie Bayern die Entwicklungspolitik als neues Politikfeld nicht dem Bund überlassen wollten. So engagierten sie sich im Rahmen ihrer Zuständigkeiten und nutzten hierbei vor allem die Bildungs- und Ausbildungshilfe (Technische Hilfe) als ein zentrales Instrument der Entwicklungszusammenarbeit. Wagner verwies auf die verschiedenen Akteure, unter ihnen das Wirtschafts- und Kultusministerium in Bayern sowie die evangelische und katholische Kirche, die sich „gleichermaßen um die Gunst der Freunde in den Ländern des globalen Südens bemühten“. Dabei wurde die Bayerisch-Togoische-Gesellschaft als ein besonderer Akteur herausgestellt. Sie gründete ihre Kooperation zwischen dem Freistaat und der Republik Togo auf Beziehungen, die ihren Ursprung in der Kolonialzeit hatten. Für das Plenum war nachfolgend die Frage nach einem möglichen Konkurrenzverhalten zwischen Staat und Kirche in Bayern von Interesse, woraufhin Wagner die Systemkonkurrenz mit der DDR im sogenannten Kalten Krieg als Hauptbezugspunkt der jeweiligen Handlungsinitiativen und Akteure akzentuierte.

Während Wagner zeigen konnte, dass die Projekte im Rahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit nach dem Zweiten Weltkrieg unter anderem eine Förderung des Bildungswesens vorsahen, offenbarte sich mit den Ausführungen von MINU HASCHEMI YEKANI (Berlin), dass die Vermittlung von Wissen in den deutschen Kolonialschulen ein anderes Ziel verfolgte. Nicht die Hebung des Bildungsniveaus sei angestrebt worden. Eine höhere Bildung sei von der deutschen Kolonialmacht vielmehr als Gefahr für die koloniale Ordnung empfunden worden. Schließlich sei den Deutschen nicht daran gelegen gewesen, wie andere europäische Kolonialmächte den „Geist der Revolte“ in den Populationen vor Ort zu wecken. Im Vordergrund habe vielmehr die Erziehung Indigener zur Arbeit und die Ausbildung eines Subalternbeamtentums, das in den Verwaltungsapparat der Kolonien integriert werden konnte, gestanden.

Die Ärztin und Medizinhistorikern MARION HULVERSCHEIDT (Kassel) und UTE DIETRICH (Witzenhausen), die als Programmkoordinatorin und Bildungsreferentin am DITSL tätig ist, führten in der zweiten Sektion die Teilnehmenden des Kolloquiums durch die Ethnographische Sammlung des Völkerkundlichen Museums Witzenhausen. Die circa 2.000 Sammlungsobjekte wurden von den Absolventen der DKS von ihren außereuropäischen Aufenthalten mitgebracht. Als koloniale Objekte, so die Referentinnen, bedürften sie einer entsprechend kritischen Kontextualisierung, die frei sein müsse von stereotypen Darstellungen. Außerdem sei eine möglichst detaillierte Erforschung der Provenienz der einzelnen Exponate notwendig und geboten. Hulverscheidt resümierte, dass man sich gerne intensiver diesen Aufgaben widmen würde. Nach ihrem Ermessen wäre es ebenfalls sinnvoller, sich nicht auf die Geschichte der Objekte im Museum zu fokussieren, sondern diese in eine Geschichte über das Museum und seine koloniale Vergangenheit zu integrieren.

Der erste Tag fand seinen Abschluss mit dem Abendvortrag von ULRIKE VON HIRSCHHAUSEN (Rostock). Die Historikerin legte eingangs dar, dass es innerhalb der Empireforschung alternativer Begrifflichkeiten zu den klassischen Kategorien Zentrum und Peripherie sowie Kolonisatoren und Kolonisierten bedürfe, um die Geschichte des British Empire zu rekonstruieren. Anhand von zwei indigenen Biografien (Pandita Ramabai, Sayaji Rao) demonstrierte sie, dass die gängigen Kategorien bei der Deutung imperialer Machtmechanismen weitgehend versagen. Die Auseinandersetzung mit indigenen Akteuren und damit der Blick auf die außereuropäische Welt offenbarten eine globale Perspektive, die der kolonialen Ordnung gegenüberstehe. Mit den neuen Dimensionen ergibt sich für von Hirschhausen somit die Forderung nach einer Abkehr von jenen Dichotomien und der Auftrag für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sich alternativen Konzepte zu öffnen.

Die dritte Sektion wurde unter dem Aspekt der Wissensgenerierung geführt. YVES SCHMITZ (Marburg/Bremen) befasste sich mit Wissen, Bergbau und Macht in Deutsch-Südwestafrika im Zeitraum 1884–1894. Nachdem Deutsch-Südwestafrika 1884 deutsches „Schutzgebiet“ geworden war, bestand die Hoffnung, wertvolle Rohstoffvorkommen wie beispielsweise Gold oder Diamanten zu finden, um Investoren und Siedler anzulocken. Die Suche nach Gold erwies sich jedoch als erfolglos, und erst im Jahr 1908 kam es zu ersten Diamantenfunden, aus denen eine rege Förderung resultierte. Trotz der Unsicherheiten und des lückenhaften Wissens, das bis dato hinsichtlich der Diamantenvorkommen bestanden hatte, wurden dennoch schon deutlich früher Konzessionen zum Abbau verliehen, was auf die enorme Wirkmächtigkeit wirtschaftlich etwaig bedeutender, aber höchst unsicherer Wissenselemente innerhalb einer Wissensordnung hinweist.

Neben dem Diamantenabbau nahm vor allem die Rinderzucht eine bedeutende Rolle in Deutsch-Südwestafrika ein; sie stellte sowohl die Existenzgrundlage für die indigene Bevölkerung als auch die Wirtschaftsgrundlage für die deutschen Siedler dar. KLEMENS WEDEKIND (Trier) skizzierte anschaulich, wie bedrohlich der Ausbruch der Rinderpest 1896/97 war, weil sie gleichermaßen eine Herrschafts- und Wissenskrise in der Kolonie auslöste. Die Tierseuche erforderte zu ihrer Bekämpfung die Generierung und Anwendung veterinärmedizinischen Wissens, denn wer herrschen wolle, müsse auch impfen können, so der Referent. Um die Krisensituation schnell zu bewältigen, wurden der Bakteriologe Robert Koch und zwei Experten des Institut Pasteur angeworben. Auf die Frage, ob das Konkurrenzverhältnis zwischen Koch und Pasteur, den Koryphäen ihres Fachs, eine Rolle spielte, erwiderte Wedekind, dass die Bekämpfung der Rinderpest im Vordergrund gestanden habe. So fanden sowohl das Koch’sche als auch das Pasteur’sche Impfverfahren Anwendung. 1899 konnte die Seuche 1899 unter Kontrolle gebracht und damit die Herrschaft gesichert werden. Als besonders erwähnenswert stellte Wedekind heraus, dass sich das Wissen in der Veterinärmedizin mit Ausbruch der Rinderpest zwar zusehends verstetigte, aber kein Wissensrückfluss nach Europa stattfand und dort von marginaler Bedeutung blieb. Der Wissenstransfer ereignete sich demzufolge vor Ort in den Kolonien. Obwohl die indigenen Viehbesitzer über veterinärmedizinisches Wissen verfügten, fand der Austausch dennoch hauptsächlich zwischen den deutschen und britischen Ärzten statt, zum Beispiel auf veterinärmedizinischen Kongressen.

In der vierten Sektion gewährte KARSTEN LINNE (Göttingen) einen Einblick in die Schülerakten der einstigen DKS Witzenhausen. Für seine 2017 erschienene Publikation zu dieser Einrichtung hatte er auf den Quellenbestand der über 3.000 Schülerakten zurückgegriffen. [1] Am Beispiel einzelner Akteure, unter ihnen auch bekannte NS-Größen wie Richard Walther Darré, führte Linne die unterschiedlichen Lebens- und Karrierewege diverser Absolventen vor.

Die fünfte und letzte Sektion stand unter dem Titel der Akteure. KAROLIN WETJEN (Kassel) stellte die Akteursgruppe der Missionare vor und konnte am Beispiel von Bruno Gutmann skizzieren, dass Missionare durch ihre ethnologischen Schriften zur Etablierung von kolonialem Wissen beitrugen. Dieser war von 1902 bis 1938 als Missionar der Leipziger Mission in der Kilimandscharo-Region in Deutsch-Ostafrika (ab 1920 belgisches und britisches Mandatsgebiet) tätig und erforschte darüber hinaus die sogenannte Chagga- Kultur. Aufgrund zahlreicher Schriften Gutmanns, die aus seinen Studien entstanden, wurden spezifische Formen (imaginiert oder tatsächlich vorhanden) jener kulturellen Formation verstetigt. Gutmann selbst gelte daher vielen Chagga in Tansania bis heute als besonders positiv besetztes Beispiel eines europäischen Missionars. Wetjen konstatierte, dass die Arbeiten bei den Missionarskollegen Gutmanns jedoch auf negative Kritik gestoßen seien. Insbesondere sein Anliegen, Elemente der Chagga- Kultur in die missionarische Praxis zu integrieren, was eine Vermischung von Christentum und Heidentum bedeutet und sich gegen die koloniale Wissensordnung gerichtet hätte, widerstrebte Gutmanns Kollegen.

Der Ethnologe und Kurator des Landesmuseums Hannover ALEXIS VON POSER (Hannover) widmete sich der Akteursgruppe der Museumskuratoren und -kuratorinnen. In seinem Vortrag stellte er die Projekte mit den kolonialzeitlichen Sammlungen des WeltenMuseums vor. Eingangs berichtete er von vergangenen Ausstellungen, insbesondere der Sonderausstellung „Heikles Erbe. Koloniale Spuren bis in die Gegenwart“ von 2016/17. Im weiteren Verlauf verwies von Poser auf das Forschungsprojekt „Provenienzforschung in außereuropäischen Sammlungen und der Ethnologie in Niedersachsen“, das seit 2018 die Herkunft der Sammlungsobjekte der niedersächsischen Museen und Universitäten untersucht und nach Bedeutung und Zweck ihres Erwerbs fragt. Abschließend erwähnte er einzelne Rückerstattungen bzw. Rückgaben, die durch das Museum durchgeführt wurden und zusammen mit den vorgestellten Projekten deutlich machen, dass das Museum sich kritisch mit der kolonialen Vergangenheit auseinandersetzt und diese selbstreflexiven Musealisierungsprozesse auch in eine breitere Öffentlichkeit trägt.

Im Abschlussvortrag konnte FLORIAN WAGNER (Erfurt/Berkeley) anhand des 1893 gegründeten International Colonial Institute auf ein globales Netzwerk von Akteuren verweisen, die in einem regen Wissens- und Expertenaustausch standen. Koloniale Praktiken enthielten dabei insbesondere diffuse, bestimmte indigene Wissenselemente. Die französische Kolonialadministration auf Madagaskar rekurrierte dabei etwa auch auf das System der Fokonolona-Gemeinschaft der Merian und strebte eine vereinheitlichende Verbreitung von Formen der Lebens- und Arbeitsorganisation an.

Die Referate haben gezeigt, dass Wissensordnungen, die sich aus der kolonialen Begegnung formierten, die koloniale Praxis bestimmten. Der Wissensaustausch fand dabei auf transimperialer Ebene und zwischen den Akteuren vor Ort statt und orientierte sich an den politischen Interessen der deutschen Kolonialmacht, die das Ziel der Herrschaftssicherung verfolgte. Das Beziehungsverhältnis zwischen den deutschen Kolonisatoren und der indigenen Bevölkerung wurde wiederum von einem europäischen Überlegenheitsbewusstsein bestimmt, das in einer paternalistischen Haltung seinen Ausdruck fand. Die Entwicklungshilfeeinrichtungen versuchten bei der Ausbildung ihrer Experten diesem autoritären Auftreten entgegenzuwirken, das dem Erfolg der Projekte entgegenstand. Wissen über Religion und Kultur diente hierbei als wichtige Grundlage, um die interkulturellen Kompetenzen der Experten zu stärken, von denen vermutet wurde, dass sie eine partnerschaftliche Arbeit befördern würden. Mithin lässt sich ein Bruch auf der Ebene von Konzeptionalisierungen und Wahrnehmungen des afrikanischen Raumes und seiner Menschen lokalisieren, der jedoch nicht immer auch gleichbedeutend mit einem Bruch in den Praktiken in den (ehemals) kolonialen Gebieten bedeuten musste. Somit korrespondierten Diskontinuitäten auf der Ebene der Wahrnehmung des afrikanischen Raumes und seiner Menschen in eigentümlicher Weise mit starken Kontinuitäten hinsichtlich der Praktiken in den einstigen Kolonien selbst.

Das Kolloquium leistete damit einen Beitrag zum Austausch über die deutsche Kolonialgeschichte und ihre Bedeutung für die Jahre nach 1918/19. Dabei wurde deutlich, dass die Spuren der kolonialen Vergangenheit nicht nur bis in die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg reichen, sondern sich auch in der Gegenwart wiederfinden. Letzteres illustrieren insbesondere die kolonialen Objekte in den ethnologischen Sammlungen deutscher Museen, die als Zeugnisse ihrer Zeit seit einiger Zeit regelmäßig wichtige Debatten zu Restitution und Rückgabe auslösen.

Konferenzübersicht:

Christian Hülsebusch (Witzenhausen): Begrüßung

Benedikt Stuchtey, Johannes Häfner, Marco Rösner (alle Marburg): Einführung

Sektion I: Entwicklungshilfe und Entwicklungszusammenarbeit
Sektionsleitung: Johannes Häfner (Marburg)

Karsten Linne (Göttingen): „Freunde in Entwicklungsländern gewinnen.“ Das Seminar für ländliche Entwicklungshilfe in Witzenhausen

Larissa Wagner (München): Bayerische Entwicklungszusammenarbeit. Wissenstransfer und Kulturkontakt durch Fortbildung und Entsendung

Minu Haschemi Yekani (Berlin): Kolonialschulen als Orte der Arbeit in Deutsch-Ostafrika

Sektion II: Kulturen der Welt – Die Ethnographische Sammlung des Völkerkundlichen Museums Witzenhausen

Führung: Marion Hulverscheidt (Kassel), Ute Dietrich (Witzenhausen)

Abendvortrag
Ulrike von Hirschhausen (Rostock): Praktiken des Kolonialen: ein Vergleich

Sektion III: Wissensgenerierung
Sektionsleitung: Marco Rösner (Marburg)

Yves Schmitz (Marburg/Bremen): Wissensgenerierung in der kolonialen Frühphase, Beispiel Deutsch-Südwestafrika, 1884–1894

Klemens Wedekind (Trier): Gesunde Tiere = sichere Herrschaft? Generierung, Anpassung und Anwendung veterinärmedizinischen Wissens im kolonialen Namibia ca. 1890–1929

Sektion IV: Von Witzenhausen in die Welt – Schülerakten der Deutschen Kolonialschule Witzenhausen
Sektionsleitung: Johannes Häfner (Marburg)

Karsten Linne (Göttingen): Einführung

Sektion V: Akteure
Sektionsleitung: Benedikt Stuchtey (Marburg)

Karolin Wetjen (Kassel): Missionare als Ethnographen – Die Wirkung missionarischer Wissens(un)ordnungen im Missionsgebiet und im Deutschland der Zwischenkriegszeit

Alexis von Poser (Hannover): Projekte mit den kolonialzeitlichen Sammlungen des WeltenMuseums in Hannover

Florian Wagner (Erfurt/Berkeley): Kolonialer Internationalismus und transstaatliche Entwicklungsinitiativen (1890er-1950er-Jahre)

Roundtable

[1] Karsten Linne, Von Witzenhausen in die Welt. Ausbildung und Arbeit von Tropenlandwirten 1898–1971, Göttingen 2017.

Zitation
Tagungsbericht: Wissens(un)ordnungen. Koloniale Praktiken und Entwicklungszusammenarbeit in ihren Brüchen und Kontinuitäten der deutschen Geschichte 1870-1970, 23.05.2019 – 24.05.2019 Witzenhausen, in: H-Soz-Kult, 24.07.2019, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8378>.