Kaisergruft und Klostersuppe. 400 Jahre Kapuziner in Wien

Ort
Wien
Veranstalter
Institut für kunst- und musikhistorische Forschungen (IKM) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften; Institut für österreichische Geschichtsforschung der Universität Wien; Kapuzinerkonvent Wien
Datum
19.09.2019 - 20.09.2019
Von
Gregor Ploch, Haus St. Otto Zinnowitz, Erzbistum Berlin

Die Kapuzinerkirche ist zweifellos der bescheidenste sakrale Bau unter den Wiener franziskanischen Gotteshäusern, so dass sie von der Besucherschar weniger stark frequentiert wird. Was sie allerdings zum Magneten des kulturellen Massentourismus macht, ist der unterirdische Anbau, die Kapuzinergruft, die seit 400 Jahren als Grablege der Habsburger dient. Abgesehen von diesem Bezug zum herrschenden Haus sind Geschichte und Wirkung dieses franziskanischen Reformordens in Österreich und in Wien bisher wenig erforscht worden.

Anlässlich der Stiftung des Klosters des Kapuzinerordens in Wien durch die Erzherzogin und Kaiserin Anna von Österreich-Tirol, der Gemahlin von Kaiser Matthias, im Jahre 1618, wurde eine internationale und interdisziplinäre Tagung im Gebäude der Klosterkirche organisiert. Eine breite Themenauswahl sollte das Wirken der Kapuziner würdigen und den Wiener Standort vorstellen. Die Themenpalette umfasste die Ordens- und Spiritualitätsgeschichte in Verknüpfung mit politischer Geschichte, die Predigtleistung der Kapuziner, die kunsthistorische Ausstattung des Klosterareals samt Kapuzinergruft und deren umfassende Restaurierungsgeschichte sowie das ideologisch-bildliche Programm der Selbstinszenierung der Habsburger in der Gruft über den Tod hinaus. Die historische Betrachtung endete allerdings nicht mit dem Zusammenbruch der Monarchie 1918, sondern setzte sich auch mit der politischen Instrumentalisierung des Kapuzinertopos im österreichischen Ständestaat kritisch auseinander und ging auf die Situation des Ordens im Dritten Reich ein. Zum Schluss wurde ein Blick auf die gegenwärtige Vermarktung im Bereich des Kulturtourismus geworfen und wurden zukünftige Nutzungsstrategien erörtert.

Im Einführungsreferat gab MANFRED MASSANI (Innsbruck) einen Überblick über die Geschichte der Kapuzinerprovinz Österreich-Südtirol. Der im frühen 16. Jahrhundert gegründete Orden breitete sich nördlich des Alpenraumes rasch aus. Ab 1582 gab es die ersten Niederlassungen in Innsbruck, Salzburg, Bozen, Wien (St. Ulrich) und Prag. Im frühen 17. Jahrhundert gab es je eine Kapuzinerprovinz Tirol, Steiermark und Österreich-Böhmen. Die nach 1782 erfolgten josephinischen Klosteraufhebungen trafen die Kapuziner schwer. Die Klöster durften keine Novizen aufnehmen. Geweihte Ordenspriester wurden Diözesanpriester, Laienbrüder wurden Krankenhelfer und kehrten oft nicht mehr ins Kloster zurück. Ein ähnlich schweres Schicksal mussten die Klöster im Dritten Reich erleiden. Seit 2011 besteht eine Provinz Österreich-Südtirol mit gegenwärtig 15 Niederlassungen.

MARTIN SCHEUTZ (Wien) untersuchte die Geschichte der Ansiedelung der Kapuziner in Österreich im Zeitkontext. Dabei stellte er wesentliche Forschungsdesiderata fest. Abgesehen von der Kaisergruft und dem kaiserlichen Schatz sowie ordensinterner Schriften lässt sich eine schlechte Forschungslage konstatieren. Während die Gründungsphase von der Forschung nahezu außer Acht gelassen worden sei, sei lediglich die Säkularisierung durch Joseph II. einigermaßen herausgearbeitet worden. Auch die kapuzinische Kunstgeschichte sei kaum beachtet worden. Die Klostergründungen wurden vom Adel, dem Kaiserhaus bzw. dem hohen Klerus, initiiert und vom Pfarrklerus bzw. dem Stadtrat begünstigt, da die Kapuziner zur Seelsorge herangezogen wurden. Der Standort wurde dabei nicht immer in der Vorstadt gewählt. Der Orden errichtete sehr bescheidene Gotteshäuser, zur Finanzierung dienten mancherorts Grablegen für den Hochadel. Die Kapuziner waren oft Koalitionspartner von städtischen Finanzeliten.

NIKLAUS KUSTER (Luzern) skizzierte die wesentlichen Grundpfeiler der Spiritualität der Reformfranziskaner. In Anlehnung an die Rückbindung von Franziskus an die Ortskirche besteht der wesentliche Kern des Charismas im evangelischen, geschwisterlichen und traditionskritischen Leben. Das theologische Programm speist sich aus drei Kernthemen des Matthäusevangeliums: der Bergpredigt, der Jüngersendung und dem Osterauftrag, das Evangelium Christi zu verkünden. Die traditionskritische Auffassung der Kapuziner als viri evangelici, die Erneuerung des Glaubenslebens alleine aus dem Neuen Testament zu erreichen, mit dem Ausspruch „Christus solus“, galt Martin Luther als Vorbild für seine Reformation. Der seelsorgerische Erfolg der Kapuziner ergab sich aus der Geh-Hin-Seelsorge, die auf Volksnähe, Volksbildung und die liturgische Feier baute. Gerade für die Katholische Reform waren die Kapuziner eine wichtige Stütze, weswegen sie von den Habsburgern neben den Jesuiten zur Rekatholisierung protestantischer Gebiete gerne eingesetzt wurden.

RALF BOGNER (Saarbrücken) stellte aus literaturwissenschaftlicher Perspektive die kapuzinische Beredsamkeit anhand gedruckter Predigtbücher vor. Der Orden brachte im 17. und 18. Jahrhundert mehrere erfolgreiche Predigtschriftsteller hervor, etwa Martin von Cochem, Amandus von Graz oder Procopius von Templin. Deren Schriftwerke umfassten anlassbezogene Predigtsammlungen für Sonn- und Feiertage, Feste im Kirchenjahreskreis, Heilige, Jubiläen und Beerdigungen. Aufgelegt wurden auch Predigtsammlungen für Jugendliche und Kirchenlieder. Die Wiener Kapuziner waren gefragte und beliebte Kanzelprediger. Einer der bekanntesten Vertreter der hervorragenden Barockredner war der spätere Fürstbischof von Wien, Emerich Sinelli (gest. 1685). Sinelli wurde insbesondere vom Adel als Leichenprediger geschätzt, der in seiner Ansprache den Toten wiederauferstehen und zu der Trauergemeinde selbst sprechen ließ, wodurch er seine Zuhörer mitriss.

Ein wesentliches kulturelles und administrativ-finanzielles Ordensgedächtnis sei das Klosterarchiv, das nicht nur inventarisiert und erhalten, sondern ebenso der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden müsse, wie MIRIAM TROJER (Innsbruck) ausführte. Die Geschichte der Ordensarchive verlaufe parallel zu den Provinzen, so dass die Provenienz der Akten nicht angepasst worden sei, was die Erforschung erschwere. Derzeitig existieren mit Wien, Innsbruck und Brixen drei Provinzarchive, deren Aktenlage elektronisch erfasst werde. Allerdings umfassen die Archivalien überwiegend Verwaltungs- und Personalakten, was die Forschung sehr einschränke.

Mit mehreren regionalen Einzelstudien wurden die Geschichte und die kunsthistorische Ausstattung der Kapuzinerklöster exemplarisch vertieft. GERALD HIRTNER (Salzburg) ging auf die Aufhebung des Klosters Tamsweg im Lungau ein. Die Einrichtung fiel als eines der ersten Klöster den josephinischen Reformen zum Opfer. Die Kapuziner wanderten in die Steiermark aus. Das Klosterinventar wurde versteigert und die Restbücher wurden entsorgt. In das Klostergebäude zog das Gericht ein und die Kirche wurde zum Getreidespeicher umfunktioniert.

ELISABETH LUGER und NINA HARM (Wien) verdeutlichten anhand nieder- und oberösterreichischer Beispiele die Grundzüge kapuzinischer Bauarchitektur. Nach den Bauvorschriften des Ordens sollten die Kirchen arm, klein sowie andächtig sein und über eine kleine Glocke verfügen. In der Bauweise lässt sich die Vorbildwirkung italienischer Kapuzinerarchitektur nachweisen. Belegt ist jedoch auch der innerösterreichische Einfluss auf die Bauweise einzelner Klöster untereinander. Gut erhalten gebliebene Grundrisssammlungen im Wiener Ordensarchiv sind dabei wertvolle Forschungsquellen.

GÜNTHER BUCHINGER (Wien) erläuterte die Bau- und Ausstattungsgeschichte des Wiener Klosters samt Kirche. Da die Anlage in den letzten Jahren umfassenden Renovierungsarbeiten unterzogen wurde, konnten restauratorische Forschungsarbeiten zu zahlreichen Umbauten der Kirche, des Klosters und der Gruft bis ins 20. Jahrhundert unternommen werden. Nach den josephinischen Aufhebungen von 1782 wurde der Großteil der imposanten Klosteranlage abgebaut. In der ursprünglichen Testamentsfassung der Kaiserin Anna war zunächst keine eigenständige Gruft, sondern lediglich eine Krypta als Grablege unter der Kaiserkapelle vorgesehen. Die Kapelle und das Kirchenschiff sind im 18. und 19. Jahrhundert mehrmals baulich stark verändert worden.

Ein konstitutives Element der habsburgischen Selbstinszenierungspolitik ist die architektonische Ausgestaltung des Memento-mori-Motivs. HERBERT KARNER (Wien) erläuterte dieses Motiv anhand der Baugeschichte und des ikonographischen Programms der zwischen 1622 und 1659 errichteten und ausgestatteten Kaiserkapelle. Diese galt als eine kleine Ruhmeshalle des habsburgischen Hauses. Als dynastischer Sakralraum war sie nur dem Kaiserhaus zugänglich, weswegen sie im 18. und 19. Jahrhundert mit einem schweren Eisengitter abgesperrt war. Typisch für die Kapuziner ist die Marienverehrung, weswegen die Kapelle zwei marianischen Patrozinien gewidmet ist.

Zur Verbindung der Grablege der Stifter mit dem klösterlichen Sakralraum gehörte ebenso die Ausstattung mit reichhaltigem Schatz. SUSANNE HEHENBERGER und PAULUS RAINER (Wien) gingen auf die Bedeutung dieser Stiftung ein. Kaiserin Anna ließ neben der Klostersakristei eine zusätzliche kaiserliche Sakristei zur Aufbewahrung des Kaiserschatzes errichten. Dieser bestand aus zahlreichen Reliquien sowie liturgischen Geräten und Messgewändern. Damit wurde die habsburgisch inszenierte persönliche Frömmigkeit, die Pietas Austriaca, mit der politisch-religiösen Funktion der Reliquien in der Gegenreformation verbunden.

Das Selbstverständnis der habsburgischen Selbstinszenierung beruhte auf einer gezielten Antikenrezeption, die sich insbesondere im ikonographischen Programm der Sarkophag-Gestaltung in der Kapuzinergruft widerspiegelt. MAGDALENA HAWLIK-VAN DE WATER (Wien) verdeutlichte dieses Programm anhand der Kunst im 17. und 18. Jahrhundert. Seit Kaiser Leopold (gest. 1705) waren Ruhm und Gedächtnis das Leitmotiv der Darstellung. Nach antikem römischem Vorbild zierte der Doppeladler den Sarkophag, der auf Jupiter verwies, ebenso wie das Sonnenmotiv die Apotheose ankündigte, wonach das Diadem der (habsburgischen) Monarchie durch die Nachfolgergenerationen ewig bleibe. Zur Betonung der Herrschaftsberechtigung und der translatio imperii diente der Verweis auf eine angebliche Abstammung der Habsburger von den Trojanern. Der Rekurs auf die pagane Kunst sollte die direkte Nachfolge der Habsburger auf dem römischen Thron legitimieren. Das Zentrum der Gruft bildet der Doppelsarkophag des Kaisers Franz Stephan (gest. 1765) und seiner Gemahlin Maria Theresia (gest. 1780), der bereits zu Lebzeiten Maria Theresias geplant wurde. Der Kaiser wird als deutscher Titus in der Nachfolge der römischen Imperatoren abgebildet. Der Lorbeerkranz und die Posaune sollen seinen Ruhm in alle Welt tragen.

Die letzte Sektion befasste sich mit der kulturellen und politischen Rezeption der habsburgischen Grablege und dem Bezug zum Kapuzinerorden. Die Kapuzinergruft galt bereits in der Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts als ein Kulturdenkmal mit einem mystisch-verklärten Schauer, wie WERNER TELESKO (Wien) anhand zahlreicher Beispiele aufzeigte. Bereits im späten 18. Jahrhundert wurde die Gruft dem Volk zugänglich gemacht, wobei der „Gräbertourismus“ noch keine Massendimension annahm und eine Führung durch die Kapuziner nur auf Anfragen im Kloster möglich war. Die ersten Reiseführer aus dem 19. Jahrhundert beschrieben bereits die Gruft. Zahlreiche zeitgenössische Stiche und Graphikdrucke sollten diese Bühne der dynastischen Repräsentation popularisieren. Es überwogen jedoch fiktiv-verklärende Ansichten, bspw. mit der Darstellung der betenden Maria Theresia vor dem Grab ihres Gemahls oder analog des Kaisers Franz Joseph vor dem Grab Elisabeths und seines Sohnes Rudolf. Ähnlich verhielt es sich mit der Darstellung des Besuches von Napoleon, dem Zaren Nikolaus I. oder Papst Pius VI. in der Gruft. Die bildliche Propaganda diente der Ruhmesgeschichte und schuf den habsburgischen Mythos.

JOHANNES FEICHTINGER (Wien) beleuchtete die Geschichte des Klosters im politischen Kontext nach dem Zusammenbruch der Monarchie. Die zeithistorische Forschung stellt bis heute ein großes Desiderat dar. Mit dem sog. Anschluss von 1938 ging der politische Katholizismus zu Ende und damit kam es zur „Entkonfessionalisierung“ der Ostmark mit einem Vernichtungsfeldzug gegen das Ordenswesen. In der Person des Provinzials der 1924 neugegründeten österreichischen Ordensprovinz, Albin Fetzel, fand Kanzler Engelbert Dollfuß eine wichtige Stütze bei der Stiftung einer neuen österreichischen christlich-deutschen Staatsidentität. Zur Symbolfigur wurde der bekannte Ordensprediger Marco d’Aviano (gest. 1699). Seine Rolle bei der Türkenabwehr von 1683 wurde instrumentalisiert und mit der Gefahr des deutschen, heidnischen Nationalsozialismus gleichgesetzt. Dazu diente die Inszenierung der Türkenbefreiungsfeier von 1933 unter Anwesenheit des Kanzlers und des Wiener Erzbischofs Theodor Kardinal Innitzer. Nach der Ermordung von Dollfuß 1934 nahm der Aviano-Kult mythische Züge an. Innitzer unterstützte die Aufstellung eines Aviano-Denkmals vor der Kirche. Der Kardinal insistierte persönlich auf der Gestaltung des Denkmals. Dieses zeigt den Ordensbruder als einen Vorkämpfer einer christlich-abendländischen Gesellschaft.

Der Abschluss der Tagung führte in gegenwärtige Überlegungen zu kulturtouristischen Narrativen anhand der Kapuzinergruft. GEORG STEINER (Linz) stellte dabei die vom Tourismusverband Linz konzipierte „Straße der Kaiser und Könige“ vor, welche die kulturelle Weiterentwicklung des Donauraumes im Blick hat. Die Ausgangsbeobachtung ist, dass die Donau im Tourismus nicht zusammenhängend erzählt wird. Touristische Routen und Reiseführer erklären lediglich einzelne Orte, ohne dass Bezüge hergestellt werden. Der Donauraum bietet Schnittstellen zwischen transdisziplinärer Wissenschaft und Tourismus. Es bieten sich zahlreiche narrative Themen, etwa aus den Bereichen: Spuren der Römer, UNESCO-Weltkulturerbe, Kulturhauptstädte Europas, historische Schlösser und Klöster, Heilige, Mythos der Habsburger, Kunst und Literatur sowie Kulinarik. Hierbei ist es wichtig, weg vom faktenorientierten Aufzählen zum narrativen Erzählen zu kommen.

Begleitend zur Tagung führten Bauforscher und Restauratoren durch die Klosteranlage und beschrieben minutiös die in der Vergangenheit durchgeführten Erweiterungen, Umbauten und Restaurierungsarbeiten. [1] Insbesondere die umfassenden, im 21. Jahrhundert erfolgten Tätigkeiten in Kirche und Gruft zeigen auf, dass die bauliche Erhaltung des materiellen Kulturgedächtnisses unter Wahrung des historischen Erbes die Fachleute stets vor enorme Herausforderungen stellt.

Im historischen Kontext wurden bei der Tagung drei Schwerpunkte ersichtlich, die einer weiteren umfassenderen Erforschung bedürfen. Zum einen ist es die Wechselwirkung von Neugründungen und Teilungen des Kapuzinerordens, welche die Regionalisierung dieses Ordens gefördert haben. Zum anderen wurde die Komplexität des Verhältnisses zwischen Orden und weltlicher Macht aufgezeigt. Aus dieser Wechselwirkung heraus ergeben sich Fragen über die klösterlichen Stiftungen und die Finanzierung des Ordens vor dem Hintergrund der Spiritualität und dem herrschaftlichen Selbstverständnis der Habsburger, aber auch über die Rolle und den Einfluss der Kapuziner in der Zeit der Gegenreformation. Schließlich umfasst ein bedeutender und kaum erforschter Bereich den Bau und die Ausstattung der Klosterarchitektur. Standardisierungen und Typisierungen, etwa in der gezielten Auswahl bestimmter Kapuzinerheiliger für die liturgische Verehrung, sind ein wichtiger Hinweis auf das theologische Seelsorgeprogramm der Kapuziner in ihrer Geschichte. Diese Standortbestimmung führte zur Herausbildung eines Alleinstellungsmerkmals der Kapuziner, die sich von ihren Mitbewerbern unter den Bettelorden deutlich abgrenzen mussten, als Vorreiter der Katholischen Reform. Gerade die Konkurrenz zwischen den Orden, welche die Tätigkeit dieses Ordens befruchtete, ist ein weißer Fleck in der historischen Forschung. Der Tagungsverlauf machte deutlich, dass die Ordensforschung noch zahlreiche interdisziplinäre Desiderata aufweist.

Konferenzübersicht:

Sektion I. Der Kapuzinerorden in Österreich – Theologie und Geschichte

Manfred Massani (Innsbruck): Die Geschichte der Kapuzinerprovinz Österreich-Südtirol. Von Provinzteilungen und -zusammenschlüssen

Niklaus Kuster (Luzern): Das Evangelium als Brüder leben. Zur Spiritualität der Kapuziner

Ralf Bogner (Saarbrücken): Kapuziner-Beredsamkeit und Kapuziner-Selbstverständnis in gedruckten Predigten von Wiener Kapuzinern aus der Frühen Neuzeit

Martin Scheutz (Wien): Die Ansiedelung des Ordens in Österreich im Zeitkontext

Miriam Trojer (Innsbruck): Zwischen Vergangenheit und Zukunft: die Archive der Kapuziner in Österreich und Südtirol (Ordensprovinz Österreich-Südtirol)

Gerald Hirtner (Salzburg): Eine Kirche als Getreidespeicher. Vom Ende des Kapuzinerklosters Tamsweg

Sektion II. Der Kapuzinerorden in Österreich – Kunstgeschichte

Günther Buchinger (Wien): Bau- und Ausstattungsgeschichte von Kirche und Kloster in Wien

Elisabeth Luger / Nina Harm (Wien): Beobachtungen zur Kapuzinerarchitektur im heutigen Nieder- und Oberösterreich

Sektion III. Die Kapuziner in Wien – Kaiserkapelle und Gruft

Herbert Karner (Wien): „Sacellum istud cum crypta“. Die Kaiserkapelle als dynastischer Sakralraum

Susanne Hehenberger / Paulus Rainer (Wien): „Meine Heylthumb alle […] sollen in der Capeln […] aldort Jederzeit fleißig behalten vnnd verwahrt werden.“ Der kaiserliche Schatz bei den Kapuzinern. Ursprung, Zusammensetzung und Nutzung

Magdalena Hawlik-van de Water (Wien): Antikenrezeption als gestaltendes Sujet der barocken Prunksarkophage. Habsburgische Selbstdarstellung und Legitimationsstrategie. Die Verwendung bewährter Symbole

Sektion IV. Die Kapuziner in Wien – Kultur- und Zeitgeschichte

Werner Telesko (Wien): Die Kapuzinergruft als „Kulturdenkmal“ – zur Rezeption der Begräbnisstätte der Habsburger in Wort und Bild

Johannes Feichtinger (Wien): Das Wiener Kapuzinerkloster zwischen d’Aviano-Dollfuß-Kult und Nationalsozialismus

Georg Steiner ( Linz): Die Kapuzinergruft im Kontext von transnationalen Donau-Narrativen

Anmerkung
[1] Günther Buchinger / Anna Stuhlpfarrer (Wien): Dachboden (Dachkonstruktion und Baugeschichte) und Kloster (Ausstattung); Michael Rainer / Manuela Legen-Preissl / Thomas Tschemer / Karl Schleritzko / Magdalena Schindler / Susanne Wutzig / Thomas Mahr / Michael Sebestian / Bettina Baatz-Fischer (Wien): Restaurierung der Kirche; Karl Schleritzko (Wien): Restaurierung der Kaiser-Franz-Josephs-Gruft und der Gründergruft; Michael Rainer / Jörg Riedel / Thomas Mahr (Wien): Restaurierung der Maria-Theresien-Gruft; Wolfgang Schwarzkogler / Ulrike Rossmeissl / Christian Gurtner (Wien): Restaurierung der Franzensgruft und Vorstellung der Restaurierwerkstatt; Manuela Legen-Preissl / Peter Grubits (Wien): Vorstellung der Neuen Gruft

Zitation
Tagungsbericht: Kaisergruft und Klostersuppe. 400 Jahre Kapuziner in Wien, 19.09.2019 – 20.09.2019 Wien, in: H-Soz-Kult, 16.10.2019, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8483>.