Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos

Ort
Berlin
Veranstalter
Centrum Modernes Griechenland (CeMoG), Freie Universität Berlin; Arbeitsstelle für deutsch-griechische Beziehungen (EMES), Nationale und Kapodistrias Universität Athen
Datum
08.11.2019 - 10.11.2019
Von
Angelika Hudler, Institut für Byzantinistik und Neogräzistik, Universität Wien

In welchen Untersuchungszonen und in welchen Untersuchungsgrößen liefern transfergeschichtliche Studien neue Impulse für die griechische und die deutsche Nationalhistoriographie, damit ein aus Wechselwirkungen charakterisiertes Geschichtsverständnis, ein Narrativ der Verflechtungen, ausdifferenziert werden kann? Wo ist von Austauschprozessen, wo von einseitigen Aneignungsprozessen, wo ist von dauerhaften Einflüssen, wo von temporären Interaktionen zu sprechen? Über drei Tage wurden bei einer Tagung in Berlin Interferenzen zwischen zwei geographisch und kulturgeschichtlich oft getrennt untersuchten Räumen bestimmt und daraufhin in einem transdimensionalen Unterfangen zu einem neuen Produkt europäischer Historiographie zu verflechten begonnen.[1] Das Konferenzkonzept orientierte sich nach den methodischen Kategorien „Metanarrative“, „Mikrogeschichten“ und „Makrovorgänge“, die auf lange Sicht drei unterschiedliche Beobachtungsarten von Kulturtransfer ermöglichen sollen. Die größte Herausforderung, gleichzeitig aber auch das größte Potenzial lag dabei in der Multidimensionalität der Untersuchungsgrößen und ihrer thematischen Heterogenität. Als verbindliches Kriterium für die Beitragsgestaltung war ein konkreter chronologischer Rahmen vorgegeben, nämlich die von 1832 bis 1862 dauernde Regierungsperiode des aus Bayern stammenden Königs Otto I. von Griechenland.

Einen Kurzüberblick über eine Konferenz zu geben, die gezielt zu interdisziplinären Ansätzen aufrief und deren Alleinstellungsmerkmal gerade in ihrer thematischen und methodischen Heterogenität bestand, ist freilich kein einfaches Unterfangen. Im Mittelpunkt der zehn Sitzungen und 29 Vorträge standen die Medien des deutsch-griechischen Kulturtransfers in diesem Beobachtungszeitraum, wie Veranstalter Miltos Pechlivanos in seiner Einführung vorausschickte. Daher soll in diesem Tagungsbericht versucht werden, einige thematische Blöcke zu benennen, die die Einzelbeiträge als Antworten an die Frage nach den Untersuchungsdimensionen, Verflechtungsmedien und Transferzonen anboten. Die Konferenz fand im Rahmen des Projekts mit dem Titel „Online-Compendium der deutsch-griechischen Verflechtungen (ComDeG)“ statt[2], das vom Centrum Modernes Griechenland (CeMoG) der Freien Universität Berlin und der Arbeitsstelle für Griechisch-Deutsche Beziehungen (EMES) der Nationalen und Kapodistrias-Universität Athen koordiniert wird. Auf der Berliner Tagung wurde zu gleichen Teilen auf Deutsch oder Griechisch vorgetragen, in schriftlicher Form werden die Beiträge zweisprachig erscheinen und sollen einer breiten Öffentlichkeit als Informationsgrundlage zur transdimensionalen Neuverortung deutsch-griechischer Beziehungen dienen.

Was war nun der konkrete Untersuchungsgegenstand der in Berlin abgehaltenen Konferenz zu den „deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos“? Der erste Schritt transfergeschichtlicher Studien, die Bestimmung eines konkreten Analysegegenstandes, an den diese Methode appliziert wird, setzt viel Einfühlungsvermögen in die bereits bestehenden Erzählweisen zu historischen Räumen und Perioden voraus. Der Idee „grenzenloser“ Geschichtsschreibung jenseits traditioneller geographischer und zeitlicher Trennlinien wird empirisch fassbare historische Realität gegenübergestellt, die sich innerhalb von bekannten sowie neu zu ermittelnden Handlungsbereichen abspielte. Die Ambivalenz zwischen dem Abriss alter und der Definition neuer Grenzen (territoriale, zeitliche, thematische) macht es möglich, ein stetig an Komplexität zunehmendes Geschichtsbild auszudifferenzieren.[3]

Das Hauptaugenmerk der Konferenz zu den „deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos“ lag auf neuen Erzählweisen zur Geschichte des griechischen Nationalstaates mithilfe der Ermittlung von verschiedenen Transferzonen und -medien, in denen er sich mit dem deutschen Kulturraum austauschte. Die Beiträge wurden zwischen drei Hauptachsen aufgespannt, die in den jeweiligen Einzelstudien unterschiedlich stark zur Anwendung kamen: Am deutlichsten verband die zeitliche Dimension sämtliche Referate, denn durch die Dauer der Regierungsperiode König Ottos I. von Griechenland und seines Regentschaftsrates, die von 1832 bis 1862 dauerte, wurde eine historische Periode als logische verbindende Größe gewählt, die von vornherein „griechische“ und „deutsche“ Subjekte und Objekte enthielt. Ihre verschiedenen Metanarrative wurden in der ersten Sitzung diskutiert. Dabei diente die staatspolitische Ebene als klar auszumachender Leitfaden und es wurde die Frage nach der Organisation des griechischen Staates im Spiegel (verschiedener) „deutscher“ politischer Traditionen, vor allem aber der bayerischen und preußischen, gestellt. Die geographische Dimension fungierte als zweite Hauptachse, was bedeutete, dass das Territorium des griechischen Staates (zwischen 1832 und 1862 blieben seine Grenzen unverändert) der Knotenpunkt der Einzelstudien war. Dort gingen die Akteurinnen und Akteure ein und aus, dort fanden die beobachteten Austauschprozesse ihren (langfristigen) Niederschlag. Die dritte Achse bestand, durch den bilateralen Fokus auf die „deutsch-griechischen Verflechtungen“, in Teilen des damaligen deutschsprachigen Kulturraumes.

Die begriffliche Fixierung des „deutschen“ muss angesichts der verwaltungspolitisch heterogenen Landschaft des Deutschen Bundes vorab diskutiert werden: Im Fall der Konferenz zeichnete sich eine Vorauswahl der kleinen deutschen Staaten, vor allem Bayerns und Preußens, ab. Somit blieb z. B. das Kaisertum Österreich aus der allgemeinen Diskussion des „deutsch(sprachig)en Kulturraums“ ausgenommen, was, zusätzlich zur multidimensionalen, die multitemporale Herausforderung nationaler und transnationaler Historiographie andeutete: Die Frühphase Griechenlands transnational zu erzählen ist auch deshalb anspruchsvoll, weil Griechenland als Nationalstaat im Deutschen Bund kein komplementäres Gegenüber hatte. Zu guter Letzt bleibt auch noch die Terminologie der zeitgenössischen Quellen zu berücksichtigen, und was für Begrifflichkeiten („deutsch“, „griechisch“, „Deutschland“ usw.) sie für die Transferzonen anbieten. Die nächste Konferenz im Rahmen des ComDeG ist bereits unter dem Programmtitel „Deutsch-griechische Verflechtungen vom Deutschen Kaiserreich bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland (1871–1941)“ angekündigt[4], was durch die deutlichere Betonung der deutschen Seite voraussichtlich zu neuen Kriterien der Beobachtungszonen führen wird.

Sehr anschaulich wurde es im Detail, wo durch den ständigen Perspektivenwechsel der Forschungsansätze viele individuelle Lösungen für die Definition „deutscher“ und „griechischer“ Kulturgeschichte im Untersuchungszeitraum gefunden wurden. Was die Verflechtungsprozesse als solche betrifft, blieb am Ende der Eindruck vorwiegend einseitigen Transfers zurück, zumindest im aktiven Handeln: „Deutsche“ Akteurinnen und Akteure wurden als Mitgestalterinnen und Mitgestalter des griechischen Kulturraums ermittelt, so von SOTIRIOS KOTRONIS (Thessaloniki), KORINNA SCHÖNHÄRL (Frankfurt am Main), EFTHYMIOS NICOLAIDIS (Athen), MARIA RENTETZI (Berlin), VANGELIS KARAMANOLAKIS (Athen), THANASIS BARLAGIANNIS (Paris, Patras); umgekehrt wurden ihre „griechischen“ Pendants jedoch in beobachtenden bis passiven Rollen den deutschen Staaten gegenüber vorgeführt von SAKIS DIMITRIADIS (Athen), CHRISTOS LOUKOS (Rethymno), MARILISA MITSOU (Paris), auf die sie sich jedoch innerhalb der diskutierten Zonen nicht dauerhaft eingewirkt zu haben scheinen. Eine Ausnahme bildete hier die Erinnerungskultur an König Otto in Bayern in bildlichen und architektonischen Medien, wie JAN MURKEN (Ottobrunn) und CHRISTINA KOULOURI (Athen) zeigten.

Immer wieder trat als besondere Herausforderung die terminologische Fixierung der beiden Hauptgrößen, der „griechischen“ und der „deutschen“, bzw. ihre Gewichtung, hervor. Dieses Problem begegnete aus unterschiedlichen thematischen Anlässen und wurde etwa durch die Betonung der bayerischen Dimension griechischer Geschichte in diesem Untersuchungszeitraum aufzulösen versucht. Gleichzeitig erwies sich gerade für die administrative Kontaktzone der beiden Kulturräume das Geschichtsbild der Verflechtungen als überaus gewinnbringend, um kulturimperialistische Erzählweisen der sogenannten bayerischen Phase des griechischen Staates, wie sie die gängigen Begriffe „Bavarokratie“ oder „Bayernherrschaft“ andeuten, kritisch zu diskutieren. KONRAD CLEWING (Regensburg) etwa interpretierte die Organisation Griechenlands nach seiner Unabhängigkeit bzw. nach der Wahl Ottos als dessen König mit dem Konzept externer Interventionen durch politische Akteurinnen und Akteure aus dem Deutschen Bund, die jedoch keine interkulturelle Kommunikation in der Verwaltungspraxis hervorgebracht hätten. Das veranschauliche den fehlenden bayerischen Kulturimperialismus in der Frühphase Griechenlands, da konkrete Maßnahmen durch die Regentschaft, wie die gezielte Umgestaltung des verwalteten Territoriums nach eigenen, vor allem sprachlichen Traditionen es gewesen wäre (etwa durch Deutsch als verbindliche Unterrichtssprache), in großem Maßstab ausgeblieben seien.

Mit der Bezeichnung des Untersuchungszeitraumes als „Zeit König Ottos“ im Konferenztitel wurde ein deskriptiver und gleichzeitig flexibler Begriff ausgewählt. In der ersten Sitzung wurden verschiedene Metanarrative des „nation building“ gegenübergestellt, um die „bayerisch-griechischen“ Verflechtungen neu zu interpretieren und gleichzeitig Kriterien für das „Deutsche“ zu finden. Eine allgemeine Beobachtung lautete, dass die Quellengrundlage(n) zu den Jahren 1832 bis 1862 eher den griechischen Raum aus deutscher Sicht bzw. deutschen Sichten als den/die deutschen aus griechischer Sicht kommentieren würde(n). Eine gegen Ende der Konferenz von SAKIS DIMITRIADIS (Athen) vorgestellte mikrohistorische Untersuchung, in der er Privatkorrespondenz der Brüder Alexandros und Pantaleon Kontostavlos vorstellte, die als Studenten die März-Revolution 1848 in Berlin miterlebten, wurde daher in der Diskussion als interessanter Perspektivenwechsel beurteilt „Deutschland mit griechischen Augen zu sehen“ (Konrad Clewing). Jedenfalls schloss sich hier ein thematischer Kreis, der schon zu Beginn der Tagung eröffnet worden war und die gegenseitige Kommentierung politischer Ereignisse im jeweils anderen Untersuchungsraum betraf: ALEXANDER KYRTSIS (Athen) hatte hier den bayerischen Zugängen zum „nation building“ Griechenlands preußische entgegengestellt und gleich in diesem ersten Referat die Terminologie des „deutschen“ Parts als Schwierigkeit in der Umsetzung des Verflechtungskonzepts angesprochen. Er machte darauf aufmerksam, dass das Modell „deutschen“ Kulturtransfers nicht nur auf terminologischer Ebene stärker ausdifferenziert werden müsse, sondern auch direkt an den Quellen unterschiedlicher deutscher Traditionen erprobt werden müsse. Die ersten Einblicke in ein aktuelles Forschungsprojekt in München, in dem die Protokolle des Regentschaftsrates Ottos für die frühe Periode 1833 bis 1835, ausgewertet von RAINALD BECKER und EMANUEL LECHENMAYR (München), wurden daher mit großem Interesse rezipiert, da hier ein wesentlicher Lückenschluss der Kenntnisse um Einzelbereiche der Administration Griechenlands in dieser Zeit zu erwarten sei. Prosopographische Studien zu ihren deutschen und griechischen Subjekten werden hier wichtige Grundlagenforschung ermöglichen.

Abgesehen vom Spannungsfeld deutscher/griechischer Elemente wurde, gerade wenn es um dynastisches Denken ging, wie bei CHRISTINA KOULOURI (Athen), um soziale Hierarchien bei KONSTANTINOS RAPTIS (Athen), um die Organisation der höheren Bildung im Vortrag von KOSTAS TAMPAKIS (Athen), den Transfer kulinarischer Traditionen bei MARILISA MITSOU (Paris) oder musisches Leben bei HELENE DORFNER (München), „europäisch“ als weitere Dimension zwischengeschoben. Hier könnte man nun an die Tradition der „Orientalischen Frage“, ein großes Thema südosteuropäischer Historiographie, anschließen, bei dem es darum geht die kulturellen und politischen Identitäten der nationalstaatlichen Bestrebungen im Balkanraum zwischen Orient und Okzident zu verorten[5]: Ginge nicht mit der Voraussetzung einer „europäischen“ Dimension dort, wo diese fehlte, auch eine „un-europäische“ einher? Das lässt seitens der Rezensentin die Frage aufkommen, wie man das daraus entstandene Gegensatzpaar auswerten könnte und welche Begegnungszone zwischen den beiden Untersuchungsräumen daraus hervorgehen würde.

Die Einzelbeiträge der zehn Sitzungen bildeten eine Vielzahl an Dimensionen ab, in denen sich geschichtliche Prozesse erzählen lassen. Die Gegenüberstellung von Personen (aus den Sphären Politik, Kultur, Architektur, Literatur, Wirtschaft, Gesundheitswesen, Wissenschaft oder Bildung), Institutionen (Regierung, Administrativorgane, Forschungseinrichtungen, Universitäten oder Bankhäuser), Räumen (literarische, architektonische und akustische Räume, Städte, Palast, bürgerliche Salons oder Erinnerungsorte), Tätigkeiten (reisen, studieren, musizieren, regieren, schreiben, kritisieren) und intellektuellen Produkten (ökonomische Prinzipien, kulturelles Gedächtnis, Romane, Verfassung, Rechtskonzepte, Bildungsprogramm oder gesellschaftliches Leben) ließ daher vielfältige Spielfelder der transfergeschichtlichen Historiographie entstehen, aus der daraufhin gleichberechtigte Narrative ausgearbeitet wurden. Eine Dimension, die in der Bibliographie bereits zur Frühphase des griechischen Staates ebenfalls betont wird und die diesmal fehlte, waren die Kontakt- und Transferzonen der beiden Räume durch den Umgang mit dem archäologischen Erbe Griechenlands. Sie hätte den Untersuchungsraum ebenfalls in individual- und geistesgeschichtlichen, institutionellen und ideologischen Punkten berührt. Auch frauengeschichtliche Verflechtungen stärker einzufordern hätte, nach Ansicht der Rezensentin, das Gesamtbild besser abgerundet, ein Punkt, der nach KONSTANTINOS RAPTIS‘ (Athen) Vortrag zu den Traditionen sozialer Stratifizierung angesprochen wurde. Schließlich sei noch KORINNA SCHÖNHÄRLS (Frankfurt am Main) Beitrag für den besonders transparenten Umgang mit dem historiographischen Modell des Projektes hervorgehoben: Sie begann ihre Präsentation mit einer Einführung in den Begriff der/des „cultural broker“, die/der Transfergeschichte zu ihren/seinen spezifischen historischen Bedingungen gestaltet, somit dem Verlauf geschichtlicher Prozesse wichtige Impulse gibt, und zur aktiven „Verflechterin“/zum aktiven „Verflechter“ wird.

Als Fazit der vielseitigen Konferenz in Berlin bleibt der Eindruck eines gelungenen Einstieges in das ComDeG-Projekt zurück, der als Experimentierfeld für die methodische und thematische Pluralität der deutsch-griechischen Verflechtungen umfassend erprobt wurde. Nachdem nun die Vielfalt der Berührungsebenen der beiden Untersuchungsräume („Kulturräume“) vorgezeigt wurde, kann deren gezielte Systematisierung und weitere Verflechtung erfolgen. Das wird im Rahmen der schriftlichen Edition der Beiträge in Essays für das Compendium umgesetzt werden, in denen die Transferzonen vom Redaktionsteam verknüpft und so als Recherchetool aufbereitet werden. Diesen Ausblick auf die nächsten Schritte sowie eine kleine Vorschau in den Aufbau des Online-Compendiums gaben die Koordinatoren Miltos Pechlivanos und Alexandros Kyrtsis den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in ihren Abschlussworten mit auf den Weg.

Konferenzübersicht:

Miltos Pechlivanos (Berlin): Begrüßung und Einführung (Deutsch und Griechisch)

1. Sitzung (auf Deutsch)

Alexandros Kyrtsis (Athen): Deutsche Ursprünge der neugriechischen Nationsbildung im Rahmen der nachnapoleonischen europäischen Politik

Konrad Clewing (Regensburg): »Bayernherrschaft« als internationale Intervention: Zur Neuinterpretation der zweiten Frühphase griechischer Staatsbildung

Rainald Becker / Emanuel Lechenmayr (München): König Otto von Griechenland und die Protokolle des Regentschaftsrats (1833–1835) – ein Forschungsprojekt

Jan Murken (Ottobrunn): Die bayerische Erinnerungskultur an die Ottonische Herrschaft

2. Sitzung (auf Griechisch)

Christina Koulouri (Athen): I dynasteia ton Wittelsbach kai i elliniki istoria: politikes mnimis kai stratigikes nomimopoiisis

Elissavet Tsakanika (Athen): Vavaroi kai „neïlydes“: proslipseis tis „xenokratias“ kai Agonistes tou 1821 stin othoniki Ellada

Marilisa Mitsou (Paris): Mnimi Gianni Tsiomi

Panayotis Tournikiotis (Athen): I architektoniki os systatiko stoicheio tou politikou viou sta chronia tou Othona

3. Sitzung (auf Deutsch)

Irmgard Lerch–Kalavrytinos (Athen): Aspekte deutsch–griechischer Verflechtungen: Musik in Griechenland zur Zeit König Ottos (1832–1862)

Helene Dorfner (München): Das Musikleben in Athen am Hof König Ottos I. von Griechenland (1834–1862)

Marilisa Mitsou (Paris): Kulinarische Verflechtungen: deutsch–griechische Esskultur zur Zeit König Ottos (auf Griechisch gehalten)

4. Sitzung (auf Deutsch)

Alexandra Rassidaki (Thessaloniki): Die Thronbesteigung als literarisches Ereignis: Nepomuk von Poißls dramatisches Gedicht Vergangenheit und Zukunft und die Reaktion Ludwig Börnes

Ulrich Moennig (Hamburg): Hauptstadttransfer von Bayern nach Attika. Das Werden Athens »nachgezeichnet« im Roman O Zographos von Grigoris Palaiologos

Sotirios Kotronis (Thessaloniki): Der deutsche Rechtseinfluss auf das griechische Zivilrecht zur Zeit König Ottos – Rezeption und Fortentwicklung

5. Sitzung (auf Griechisch)

Alexandros Papageorgiou–Venetas (Athen, München): Ernst Curtius: To taxidi tou nostou stin Ellada

Eleonora Vratskidou (Berlin): To taxidi tou Gottfried Semper stin Ellada (1832/1858)

Katerina Karakassi (Athen): Enas „Vertheros me foustanela“ kai o Vasilias Othonas os „fanos anammenos“. Panagiotis Soutsos: Leandros

6. Sitzung (auf Griechisch)

Christos Loukos (Rethymno): Alexandros Mavrokordatos: enas epanastatis stis avles tou Monachou kai tou Verolinou (1834–1837)

Lina Louvi (Athen): To Syntagma, oi Vavaroi, ta kommata kai ta „fotismena ethni“

Myrto Lamprou (Athen): O antiktypos tis ekklisiastikis politikis tis Antivasileias stis scheseis Ellinon-Bavaron. To paradeigma ton adelfon Soutson

7. Sitzung (auf Deutsch und Griechisch)

Korinna Schönhärl (Frankfurt am Main): Finanzielle Netze. Die bayerisch–französische Familienbank von Eichthal und ihr Interesse an Investitionen in Griechenland (1830–1880)

Michalis Psalidopoulos (Athen): O Kameralismos stin Ellada (1832–1862)

8. Sitzung (auf Griechisch)

Kostas Tampakis (Athen): Germanika protypa, elliniki ekpaidefsi kai i emfanisi tis ellinikis epistimonikis koinotitas kata ton 19o aiona

Georgios Vlachakis (Patras): I synantisi tis ellinikis dianoïsis me ti germaniki filosofia kai epistimi liga chronia meta tin idrysi tou ethnikou kratous. Mia ochi kai toso romantiki istoria

Efthymios Nicolaidis (Athen) / Maria Rentetzi (Berlin): To Ethniko Asteroskopeio Athinon stin periodo tis Vavarokratias

9. Sitzung (auf Griechisch)

Sakis Dimitriadis (Athen): Ellines foitites se germanika panepistimia stin diarkeia tis vasileias tou Othonos: i periptosi ton adelfon Alexandrou kai Pantaleontos Kontostavlou (1843–1849)

Konstantinos Raptis (Athen): Koinonikes kai politismikes diastavroseis germanikon, dytikoevropaïkon kai ellinikon elit stin Othoniki Ellada

Vangelis Karamanolakis (Athen): Apo to Othoneio sto Ethniko Panepistimio

Thanasis Barlagiannis (Paris / Patras): I Medizinische Polizey stin Ellada tou Othona: germanikes epirroes stin elliniki dimosia ygeia

Maria Zarifi (Athen): Miasmata, loimoi, pyretoi kai „schediasmata ygieinis“ stin Ellada tou Othona

Miltos Pechlivanos (Berlin) / Alexandros Kyrtsis (Athen): Schlussworte

Anmerkungen:
[1] Allgemein zu Thesen und Methoden der Verflechtungsgeschichte in der europäischen Historiographie vergleiche Agnes Arndt / Joachim C. Häberlen / Christiane Reinecke, Europäische Geschichtsschreibung zwischen Theorie und Praxis, in: Agnes Arndt / Joachim C. Häberlen / Christiane Reinecke (Hrsg.), Vergleichen, Verflechten, Verwirren? Europäische Geschichtsschreibung zwischen Theorie und Praxis, Göttingen 2011, S. 11–30.
[2] Freie Universität Berlin, Centrum Modernes Griechenland (CeMoG), Online-Compendium der Deutsch-Griechischen Verflechtungen, https://www.cemog.fu-berlin.de/compendium/index.html (19.11.2019).
[3] Arndt / Häberlen / Reinecke, Europäische Geschichtsschreibung zwischen Theorie und Praxis.
[4] Zoi Stoikou, Call for Papers, Deutsch-griechische Verflechtungen vom Deutschen Kaiserreich bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland (1871-1941), in: H-Soz-Kult, http://www.hsozkult.de/event/id/termine-41961 (6.12.2019).
[5] Dimitris Stamatopoulos, The Eastern Question or Balkan Nationalism(s). Balkan History Reconsidered, Gunnar Hering Lectures vol. 1, Göttingen 2018.

Zitation
Tagungsbericht: Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos, 08.11.2019 – 10.11.2019 Berlin, in: H-Soz-Kult, 23.01.2020, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8607>.