Dissens und Widerstand. Abweichendes Denken in den Wissenschaften

Ort
Lübeck
Veranstalter
InterDisziplinäres Kolloquium (IDK); Heinz Georg Held, Pavia; Birgit Stammberger, Lübeck; Marion Steinicke, Koblenz
Datum
01.11.2019 - 02.11.2019
Von
Heinz Georg Held, Dipartimento di Lingue e Culture Moderne, Universität Pavia

Auf seiner Jahrestagung 2019 hat das InterDisziplinäre Kolloquium (IDK) in seiner Veranstaltungsreihe „Wissenschaftskulturen im Vergleich“ einen Fragenkomplex in den Mittelpunkt gestellt, der bereits auf den vorangegangenen Konferenzen, namentlich in Innsbruck, Delft und Paris, zumindest implizit immer wieder angesprochen worden war. Unter dem Thema „Dissens und Widerstand. Abweichendes Denken in den Wissenschaften“ diskutierten WissenschaftlerInnen unterschiedlicher Disziplinen spezifische Aspekte fachinterner Auseinandersetzung um Deutungsrechte und -kompetenzen sowie die entsprechenden Praktiken der Ab- und Ausgrenzung, Verwerfung und Neuregulierung. Im Fokus standen Analysen konkreter Fallbeispiele, die den Umgang mit systemüberschreitenden Hypothesen oder Forschungsergebnissen, mit epistemologischen Brüchen und devianten Denkweisen in der Geschichte der jeweiligen Disziplinen veranschaulichten. Begleitet wurde die Diskussion von einer theoretischen wie historisch-kritischen Wertung sowohl der Widerständigkeit wissenschaftlicher Dissidenten gegenüber dominierenden Lehrmeinungen und Forschungsmethoden als auch des Widerstrebens einer zeitgenössischen akademischen und außerakademischen Öffentlichkeit gegenüber abweichendem Denken und Forschen. In Abwesenheit der erkrankten Gastgeberin Birgit Stammberger (Lübeck) begrüßte Marion Steinicke als Leiterin des IDK die TeilnehmerInnen und eröffnete die Konferenz mit einem kurzen thematischen Überblick.

Der einleitende Vortrag von NILS HEESSEL (Marburg) veranschaulichte anhand des sogenannten Babel-Bibel-Streits zu Beginn des 20. Jahrhunderts narrativ und analytisch die Komplexität des Themas. Die philologische Erkenntnis, dass bestimmte alttestamentliche Erzählungen aus weitaus älteren Keilschrifttexten kolportiert worden seien, hatte den heftigen Widerspruch konservativer Theologen hervorgerufen, die darin einen Angriff auf den Offenbarungscharakter der Heiligen Schrift erkannten. Bemerkenswert, so der Referent, war nicht die Polemik zwischen Orientalisten und Theologen als vielmehr die Anteilnahme breiter (und durchaus bildungsferner) Bevölkerungsschichten an einer akademischen Auseinandersetzung, die – wie er anhand einer Passage aus Heinrich Manns Roman Der Untertan prägnant vor Augen führte – durch das Interesse des Kaisers an der Erforschung der altorientalischen Kulturen zu einem Politikum wurde. Gleichsam im Kielwasser dieser Kontroverse verbreitete sich insbesondere unter einer populärwissenschaftlichen Leserschaft die von der gängigen Lehrmeinung abweichende „panbabylonistische“ Theorie von einer den Mythen aller Kulturvölker zugrundeliegenden altorientalischen Astralmythologie; dergleichen Rezeptionsformen „alternativer“ Erkenntnisse sollten im Verlauf der Konferenz noch mehrfach zur Sprache kommen.

MARION STEINICKE (Koblenz) respondierte mit einem Vortrag zu einer analogen epistemologischen Konfiguration, deren Ausgangspunkt zu diesem Zeitpunkt allerdings schon über zweieinhalb Jahrhunderte zurücklag. Der sogenannte Annalenstreit resultierte aus Inkongruenzen zwischen traditionellen europäischen Berechnungen zur Chronologie der Weltgeschichte, deren Beginn nach allgemeiner Auffassung auf das Jahr 4004 vor Christi Geburt datiert wurde, und einigen von Jesuitenmissionaren vermittelten chinesischen Quellen, die auf ein deutlich höheres Alter der Welt schließen ließen. Die differierenden Zeiträume zwischen Welterschaffung und Sintflut erwiesen sich in mehrfacher Hinsicht als signifikantes Problem, das nicht allein die bisherige Deutungshoheit der Theologie betraf, sondern auch das traditionelle Verständnis geschichtlicher und kultureller Prozesse insgesamt in Frage stellte. Die Konfrontation mit einer anderen und womöglich älteren Hochkultur, die man im Unterschied zur abendländischen Entwicklung als kontinuierliche monolithische Einheit wahrnahm, war dazu angetan, intrinsische Schwierigkeiten des okzidentalen Denkens gegenüber kulturellen Eigen- und Widerständigkeiten in außereuropäischen Kontexten freizulegen, die sich zeitüberschneidend auch in ethisch-religiöser Hinsicht durch den Ritenstreit über die Integration chinesischer Traditionen in christliche Kultpraktiken manifestierten. Die Referentin betonte, dass dieser (aus westlicher Sicht) abweichende „Eigen-Sinn“ bis heute prägend für das europäische China-Bild geblieben sei.

TRISTAN SPILMANN (Köln) verwies auf ein wissenschaftlich wie kulturgeschichtlich aufschlussreiches Beispiel aus dem Italien des 15. Jahrhunderts. Ungewöhnlich für seine Zeit und zugleich paradigmatisch für die soziale und kulturelle Dynamik dieser Epoche erweist sich der Humanist Lorenzo Valla (1406–1457), der bei seinen mannigfaltigen Auseinandersetzungen mit zeitgenössischen Gelehrten und Literaten kaum eine Gelegenheit zur Polemik ausließ, als Vertreter jenes agonalen Individualismus, den bereits Georg Simmel als typische Erscheinung der Renaissance-Kultur erkannt hatte. Bemerkenswert indessen, so die These des Referenten, sei in diesem Fall die gezielt entwickelte performative Strategie des weitgehend mittellosen Humanisten, durch Skandale und Provokationen auf sich und seine rhetorischen Kompetenzen aufmerksam zu machen und – dabei in fortwährender Konkurrenz mit anderen Intellektuellen um reale Ressourcen wie um symbolisches Kapital – gezielt Eigenwerbung zu betreiben. Die Normüberschreitungen des Humanisten wären demnach als Ausdruck einer neuen sozioökonomischen Situation zu begreifen, in der widerständige Gelehrte, die sich den vielfältigen klerikalen Normierungsansprüchen verweigerten, sich auf einem von Angebot und Nachfrage bestimmten intellektuellen Arbeitsmarkt orientieren mussten.

VERA FASSHAUER (Wolfenbüttel) setzte die Reihe historischer Fallbeispiele fort, indem sie die Kontroverse zwischen „radikalem“ und „kirchlichem“ Pietismus nachzeichnete: Aus einem internen Theologenstreit – der Abgrenzung Hallensischer Theologen gegen die lutherische Orthodoxie – war, wie sie anschaulich erläuterte, die ihrerseits von Beginn an zerstrittene pietistische Bewegung hervorgegangen, die von bedeutendem Einfluss auf die kulturelle, namentlich literarische Entwicklung in Deutschland gewesen ist. Im Mittelpunkt ihres Beitrags stand ein extremer Vertreter der kritischen Theologen, die schillernde und damit durchaus zeittypische Gestalt des Theologen, Mediziners und Alchemisten Johann Konrad Dippel (1673–1734). Biographie und Charakter dieses ausgesprochen streitbaren Dissidenten, der, keine Auseinandersetzung und keinerlei Anfeindung scheuend noch Verfolgung und Haft fürchtend, unbeirrt für seine persönlichen Überzeugungen eintrat, wurden indessen nicht als singuläre Erscheinung verstanden; seine religiös inspirierte individualistische Haltung ließ sich in den Augen der Referentin tendenziell als Ausdruck neuen Selbstbewusstseins einer bürgerlichen Schicht interpretieren, die sich eher durch Widerstand statt Anpassung zu emanzipieren suchte.

MAJA LINKE (Bremen) erweiterte den thematischen Blickwinkel um eine gerade unter den aktuellen medialen Bedingungen und Möglichkeiten ausgesprochen brisante Problematik. Anhand einer Reihe gleichermaßen kurioser wie beunruhigender Beispiele erläuterte sie, dass unter „abweichendem Denken“ nicht etwa nur das zu verstehen sei, was in den akademischen Disziplinen heuristisch produktiv innovative Wege eröffne oder neue Wissensbereiche erschließe, sondern auch die sektiererische Sammlung, Aufarbeitung und Verbreitung von „alternativen Fakten“, die auf einer grundsätzlich anderen Lesart von gesellschaftlicher Realität, geschichtlicher Dokumentation oder wissenschaftlicher Forschung beruhen, sich dabei prinzipiell wissenschaftlicher Diskursivität und Reflexion entziehen und darum als buchstäblich fundamentale Wahrheit a priori in einem gleichsam kultischen Kontext ein latentes Schattendasein führen, deren politische Mythologeme aber in bestimmten kulturellen Zusammenhängen durchaus politisch relevant werden könnten. Mit der Doppelfrage, warum jene „alternativen Tatsachen“ gesellschaftlich und medial Aufmerksamkeit und Zustimmung finden und welche Zwänge und Zwangsvorstellungen mit derartigen wissenschaftlichen Parallelwelten (wieder) hervortreten würden, umschrieb die Referentin zugleich ein wichtiges Forschungsdesiderat.

In Anlehnung an zwei maßgebliche, wiewohl in ganz unterschiedliche Richtungen weisende Wissenschaftstheoretiker, Thomas S. Kuhn und Michel Foucault, spürte SANDRO HERR (Wuppertal/Prag) den Operationen wissenschaftlicher Grenzziehung nach, die er mit den Begriffen „negieren“, „exkludieren“ und „privieren“ zu erfassen und zu unterscheiden suchte. In allen drei Fällen handele es sich um Operationen zur wissenschaftlichen „Selbstaffirmation“, mithin zur Sicherung von Identität und Kontinuität des Wissens. Herrs funktionstheoretische Analyse von Widerstand und Dissens in den Wissenschaften, die sich ausschließlich auf die normwahrenden Institutionen konzentrierte, verzichtete auf eine Verifizierung anhand konkreter wissenschaftshistorischer Beispiele, um stattdessen die abstrakten Konturen jener liminalen Verfahren nachzuzeichnen, die entweder das ausgrenzen, was als nichtwissenschaftlich angesehen wird, andernfalls abweichendes Denken, das sich gleichwohl innerhalb des normativen Systems bewegt und sich daher nicht exkludieren lässt, argumentativ verwerfen, oder aber (als dritte Möglichkeit) kritische Fragen und unbequeme Forschungsmeinungen gänzlich totschweigen.

OLIVER FOHRMANN (Mainz) wandte sich einem gesellschaftlich außerordentlich brisanten Thema zu, das sich unmittelbar aus der politischen Relevanz wirtschaftswissenschaftlicher Aussagen und Hypothesen ergibt: Lehre und Forschung, normative Vorstellungen und innovative Ansätze werden bestimmt von den gesellschaftlichen Gruppierungen, die primär von den Forschungsergebnissen dieser Disziplin profitieren. Vor dem Hintergrund einer wissenschaftsgeschichtlichen Entwicklung, deren Etappen und zeitspezifische Ausrichtungen in Anlehnung an kulturwissenschaftliche Vorstellungen als „Moderne“, „Modernismus“ und „Postmoderne“ differenziert werden können, veranschaulichte der Referent die spezifische Kompetenz der Ökonomik, sich unmittelbar den Bedürfnissen und Machtansprüchen außerwissenschaftlicher Institutionen anzupassen, dabei relativ schnell auf gesellschaftliche Veränderungen zu reagieren und den fachspezifischen Diskurs für diskursive Trends und begriffliche Vielfalt zu öffnen, ohne indessen die quantitative Effizienztheorie, die gleichsam apriorisch als Grundlage der Ökonomik verstanden wird, kritisch zu hinterfragen. Tatsächlich wirft dieses entscheidende Manko die Frage nach dem wissenschaftlichen Status der Ökonomik auf, der durch eine grundlegende Selbstreflexion seiner heuristischen Voraussetzungen zu relativieren und gegebenenfalls neu zu definieren wäre.

PAVLA SCHÄFER (Magdeburg) richtete die Aufmerksamkeit auf ein Beispiel diskursiver Konkurrenz zwischen zwei prinzipiell unterschiedlichen – und sich teilweise heftig bekämpfenden – Ausrichtungen innerhalb der Medizin. Indessen ging es der Referentin weniger um die inhaltlichen und methodischen Differenzen zwischen der sogenannten Schulmedizin und der Homöopathie als vielmehr um deren unterschiedliche Diskursformen, wie sie sich exemplarisch in den jeweiligen Hand- und Lehrbüchern manifestieren. Dissens und Widerstand wurden insofern primär unter linguistischen Gesichtspunkten und in Anlehnung an Ludwik Fleck als Ausdruck divergierender und zugleich sich wechselseitig bedingender „Denkstile“ analysiert, deren Modalitäten nicht nur in der Forschung selbst, sondern auch und gerade in der Vermittlung von Lehrinhalten signifikant ihren Ausdruck fänden. Da spezifische methodologische Eigenheiten, heuristische Verfahren und ethische Positionen der jeweiligen Fachrichtung – und darüber hinausgehend auch die anderer wissenschaftlichen Disziplinen – eigene normative sprachliche Muster ausbildeten, könnten diese als entscheidende Indikatoren der unterschiedlichen Wissenschaftskulturen und ihrer epistemologischen Kontexte angesehen werden.

LODEWIJK ARNTZEN (Delft) erläuterte auf anschauliche Weise die dialektische Verknüpfung von „Zerstörung“ und „Schöpfung“ neuer Sichtweisen in den Naturwissenschaften (und namentlich in der Physik) als ein Zusammenwirken von Widerstand und Fortschritt innerhalb eines äußerst komplexen epistemologischen Kontextes. Anhand einiger signifikanter Beispiele (darunter die Debatte zwischen Bohr und Einstein und die unterschiedlichen Hypothesen zur Dunklen Materie oder Dunklen Energie) konnte er verdeutlichen, dass es für die Akzeptanz oder Verwerfung neuer Einsichten keine festen Regeln gibt. Mit einem ebenso einfachen wie verblüffenden Experiment veranschaulichte der Referent den für die moderne Physik kennzeichnenden Widerspruch zwischen einer Realitätskonzeption, die sich aus den beschränkten Erfahrungswerten menschlicher Sinneswahrnehmung konstituiert, den Experimenten mit elektronischen Messgeräten, die sonst unzugängliche Bereiche von Mikro- oder Makrowelten zu erschließen vermögen, und den Resultaten von logisch unwiderlegbaren mathematischen Beweisführungen. Implizit waren damit auch Akzeptanz oder Verwerfung einer Öffentlichkeit angesprochen, die neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen häufig mit populistischen Argumenten begegnet.

PIT KAPETANOVIC (Heilbronn) thematisierte abschließend einen eminent wichtigen politischen Aspekt der angesprochenen wissenschaftlichen Problematik, indem er auf eine aktuelle Gelenkstelle zwischen gymnasialer Bildung und Studium und somit zwischen wissenschaftlicher Forschung und deren gesellschaftlicher Vermittlung verwies. Ausgehend von einer paradox anmutenden ministerialen Doppelforderung einerseits nach Ausbildung von Kompetenzen (und der damit verbundenen Orientierung an Problemlösungsstrategien), andererseits nach Einübung in eine demokratische Diskussionskultur (auf der Grundlage kontroverser Standpunkte in Wissenschaft und Gesellschaft), erläuterte der Referent die Bedingungen und Möglichkeiten, unter denen ein solcher Balanceakt in der schulischen Umsetzung zu realisieren wäre: Durch eine verstärkte Einbeziehung konkreter Wissensinhalte und ihrer Kontexte (namentlich im Geschichts- und Ethikunterricht) könnten politische und wissenschaftliche Rhetorik mit ihren unterschiedlichen diskursiven und medialen Techniken, Überzeugungsstrategien und Argumentationslücken transparent gemacht und dabei Kriterien zur Bewertung der jeweiligen Diskussionskultur erarbeitet werden.

Auch auf dieser IDK-Tagung nahmen die anschließenden Diskussionsrunden einen breiten Raum ein. In seinem abschließenden Referat verwies HEINZ GEORG HELD (Pavia) noch einmal auf die unterschiedlichen Facetten der angesprochenen Thematik. In der Rhetorik der Wissenschaftsgeschichte sei die Semantik von Dissens und Widerstand weitgehend einer (in Nietzsches Worten) monumentalen Historiographie angepasst worden, die tendenziell die überdauernde Lehrmeinung als fittest for survival im Kampf um wissenschaftlichen Fortschritt ausweisen würde; Widerstände und Gegenmodelle fänden darin nur Erwähnung, wenn sie a posteriori sich siegreich gegen ihre Widersacher behauptet hätten, während unterlegene Dissenter und ihre abweichenden Erkenntnisprozesse als Fehlläufer der Evolution ausgegrenzt würden. Stattdessen sollte das epistemologische Interesse vermehrt der Wechselwirkung von normierendem und dissentierendem Wissen gelten, wobei die neuzeitliche Arbeitsteilung und heuristische Konkurrenz von Wissenschaft und anderen Künsten (techne) eine signifikante Rolle spielen könnte: Gerade deren divergierende Ansätze seien, statt einander auszuschließen, dazu prädestiniert, in einer gemeinsamen Choreographie von Ideen, Argumentationsfiguren und Kontextualisierungen ein komplementäres und zugleich wechselseitig kritisches Zusammenspiel heuristischer Prozesse zu unterstützen – was letztlich auch als zentrales Anliegen des IDK zu verstehen sei.

Konferenzübersicht:

I. Wissenschaftsgeschichte

Nils Heeßel (Altorientalistik, Marburg): Von Bibelstürmern, Kaisererklärungen und Panbabylonisten: Der Babel-Bibel-Streit und seine Folgen

Marion Steinicke (Religionswissenschaft, Koblenz): Ritenstreit, Annalenstreit. Abendländische Kontroversen über den (Eigen-)Sinn Chinas

Tristan Spilmann (Mittellateinische Philologie, Köln): Eine „Umpflügung“ aller Wissenschaften? Lorenzo Vallas Wissenstheorie zwischen Konformitätsdruck und Konfrontation

Vera Faßhauer (Germanistik, Wolfenbüttel): Radikaler vs. kirchlicher Pietismus: Johann Konrad Dippel und die theologische Fakultät der Universität Halle

II. Wissenschaftstheorie

Maja Linke (Künstlerische Forschung, Bremen): Den Zweifel bezweifeln. Zur Ambivalenz abweichenden Denkens

Sandro Herr, (Philosophie, Wuppertal/Prag): Negieren, exkludieren, privieren: Operationen der wissenschaftlichen Grenzziehung

Oliver Fohrmann (Volkswirtschaft, Mainz): Zu Widerstandspotential und Anpassungsbereitschaft der Ökonomik in ihrem gesellschaftlichen Umfeld

III. Wissenschaftspolitik

Pavla Schäfer (Germanistische Linguistik, Magdeburg): Denkstile der Schulmedizin und Homöopathie im Vergleich – linguistische Analyse von Lehrbüchern und deren Funktion zur Konstruktion denkstilspezifischen Wissens

Lodewijk Arntzen (Physik, Delft): Widerstand und Physik: Zerstörung und Schöpfung neuer Sichtweisen – Zwei Seiten einer Medaille

Pit Kapetanovic (Philosophie, Heilbronn): Stärkung wissenschaftlicher „Widerstandskompetenz“ bei Schülerinnen und Schülern – ein Widerspruch in sich?

IV. Abschlussreferat und Diskussion

Heinz Georg Held (Kulturwissenschaft, Pavia): Dissentieren. Totentänze und andere Widerständlichkeiten

Abschlussdiskussion

Zitation
Tagungsbericht: Dissens und Widerstand. Abweichendes Denken in den Wissenschaften, 01.11.2019 – 02.11.2019 Lübeck, in: H-Soz-Kult, 25.03.2020, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8703>.
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Veröffentlicht am
25.03.2020