Scheitern in der Gelehrtenkultur der Frühen Neuzeit

Ort
Mainz
Veranstalter
Sylvia Brockstieger, Heidelberg; Mona Garloff, Stuttgart/Wien; Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz
Datum
11.03.2020 - 12.03.2020
Von
Joëlle Weis, Forschungsabteilung, Herzog August Bibliothek (HAB), Wolfenbüttel

Beinahe wäre eine Tagung zum Scheitern in der Gelehrtenkultur an einem Virus gescheitert: eine passendere Einleitung konnte die Realität nicht liefern. Dies sollte aber nicht das einzige Leitmotiv bleiben, wie Sylvia Brockstieger und Mona Garloff bereits in ihren Begrüßungsworten skizzierten. Obwohl allzu gerne verschleiert, sind Scheitern und Misserfolg in Gelehrsamkeit und Wissenschaft omnipräsent; das produktive Moment des Scheiterns bleibt jedoch häufig ungenutzt. Eine Historisierung der aktuellen Verhältnisse bietet daher die Möglichkeit, Scheitern und Fortschritt als zwei Seiten einer Medaille zu begreifen. Genau an diese Beobachtung soll das von der VolkswagenStiftung geförderte Forschungsprojekt „Scheitern in den Wissenschaften – historische und systematische Perspektiven“, aus dem die Tagung hervorging, anknüpfen. Eine weitere zentrale Fragestellung betrifft die Semantik des Scheiterns. Während der Begriff heute inflationär Verwendung findet, umfasste er in der frühen Neuzeit ein begrenztes semantisches Feld, das sich vor allem auf die Metaphorik des Schiffbruchs konzentrierte. Nichtsdestoweniger sollten bei der Tagung unterschiedliche – zeitgenössische und moderne – Bedeutungsebenen diskutiert und analysiert werden, mit dem Ziel, neue Forschungsansätze jenseits etablierter Erfolgsgeschichten herauszuarbeiten.

Den Anfang machte MARIAN FÜSSEL (Göttingen), der die Perspektive des Scheiterns als „epistemologischen Impfstoff“ gegen die verherrlichende Wissenschaftsgeschichtsschreibung beschrieb. An drei Beispielen aus dem kompetitiven Umfeld der Universität Göttingen zeigte er auf, dass Scheitern in seiner sozialen Dimension als konstitutive Grunderfahrung eines sich ausdifferenzierenden Wissenschaftssystems begriffen werden kann. Vor allem eine Beobachtung wurde in späteren Diskussionen vielfach aufgenommen: Das Scheitern scheint in der frühen Neuzeit, anders als heute, nicht durch systemische Faktoren gerechtfertigt zu werden; Schuld am eigenen Scheitern waren andere AkteurInnen.

HELMUT ZEDELMAIER (Halle an der Saale) untersuchte die relativ junge Geschichte einer wissenschaftlichen Reflexion über das Scheitern. Bei seinen bibliographischen Recherchen fiel auf, dass in vielen Werken das Scheitern als moderne Erscheinung, wenn nicht sogar Erfindung, dargestellt wird. Das veranlasste Zedelmaier zu der These, dass Scheitern in der frühen Neuzeit der strukturelle Normalfall war und daher nicht zwingend als Störfall wahrgenommen wurde. Infolgedessen wurde Scheitern schlicht nicht thematisiert, was zu einer problematischen Quellenlage für heutige Forschende führt.

OLIVER BACH (München) führte eine literaturwissenschaftliche Perspektive auf das Tagungsthema ein, indem er Scheitern als Grenzbegriff zwischen Tragödie und Utopie fasste. Für beide Gattungen ist das Scheitern konstituierendes Moment; ihre prima vista zu vermutende Gegensätzlichkeit ist somit aufgehoben. In der Diskussion wurde die vorgeschlagene „Gattungsgeschichte des Scheiterns“ sogar noch erweitert: Auch die Komödie kennt das Scheitern, der Komik liegt eine scheiternde Handlung zugrunde. Während es sich bei der Tragödie um einen wirklichen Sturz handelt, kann das Scheitern als Stolpern angesehen werden – eine Analogie, die wiederholt aufgegriffen wurde und die eine zentrale Frage der Tagung umreißt: Kann Scheitern graduell gemessen werden?

THOMAS WALLNIG (Wien) stellte den Gewissen Trost der Studenten (1705) von Johann Toppius vor, eine Sammlung von Bibelstellen, die sich vordergründig an arme Studenten richtete. Alttestamentarische Inhalte wurden auf die Universität Jena bezogen und in den Zusammenhang mit dem Übertritt ins „Berufsleben“ gestellt: Die Entbehrungen des Studiums müssen auf dem Weg zur Karriere in Kauf genommen werden. Die Hauptbotschaft ist die von Gott gewollte berufliche Vorbestimmung; unbeirrtes Erdulden wird belohnt. Im Zusammenhang des Tagungsthemas stellte sich daher die Frage: Ist Scheitern in einem Setting, in dem der eigenen Handlungsmacht keine Bedeutung zukommt, überhaupt denkbar?

Die hier angesprochene Unmöglichkeit des Scheiterns im Rahmen providenziellen Denkens griff auch ANDREAS BÄHR (Frankfurt/Oder) auf. Er analysierte die Vita Athanasius Kirchers (1602-1680) unter dem Aspekt einer Erfolgsgeschichte, die zur Rechtfertigung des eigenen Handelns verfasst wurde. Kircher interpretierte sein gelehrtes Leben, so etwa einen überlebten Schiffbruch, als göttliche Vorsehung und widerlegte damit die Unterstellungen seiner Gegner: Wäre Kircher nicht zum Universalgelehrten bestimmt, hätte Gott seinem Leben ein Ende bereiten können. Damit schrieb er erfolgreich gegen sein eigenes Scheitern an.

ALEXANDER SCHUNKA (Berlin) wechselte die Perspektive vom Scheitern des Individuums hin zum Scheitern von Ideen. Er zeichnete ein Projekt zur Verwirklichung einer protestantischen Irenik nach – ein Unionsversuch der protestantischen Bekenntnisse, der vor allem von Gottfried Wilhelm Leibniz und Daniel Ernst Jablonski gefördert wurde. Das Vorhaben scheiterte letztlich aus profanen Gründen: Gesprächspartner verpassten sich, Begegnungen kamen nicht zustande, zentrale Vermittler starben. Eindrücklich wies Schunka damit auf die Bedeutung kontingenter Faktoren für Erfolg und Misserfolg hin, die das Scheitern so vieler Gelehrter und deren Pläne begleiteten.

Ganz in diesem Sinne blickte TILMAN HAUG (Duisburg-Essen) jenseits der Subjekte auf scheiternde Projekte. Am Beispiel des Schriftstellers Paul Jacob Marpergers (1656-1730) skizzierte er das Projektemachen als Versuch der Bewältigung von Prekarität. Der Gelehrte fand darin ein Mittel, sich ökonomisches Überleben zu sichern und trotzdem publizistisch-gelehrt tätig zu sein. Obwohl viele Projekte nie durchgeführt wurden und ihnen das Scheitern gewissermaßen inhärent war, trifft dies nicht auf Marperger als Akteur zu. Es wird deutlich, dass Scheitern als analytischer Begriff nützlich sein kann, auch wenn keine zeitgenössische Reflexion dazu vorliegt. Marperger kann gerade deshalb als erfolgreich gelten, weil er aktiv gegen das Scheitern ankämpfte.

Auch STEFAN DROSTE (Göttingen) nahm das Projektemachen als „Produktion von Wissen in der Vorform des Scheiterns“ (Markus Krajewski) auf und ging damit auf die Ambiguität des Scheiterns ein. Er stellte das Projektemachen als situative Wissenspraktik vor, deren Kriterien für Erfolg nicht zwingend die Durchführbarkeit war. Für das Individuum dienten Projekte vielmehr dem opportunistischen Anstoßen der eigenen Karriere: Allein die Idee und ihr Potenzial waren oftmals entscheidend für die Anstellung bei einem Fürsten.

Scheitern und Erfolg gehen also Hand in Hand, eine Tatsache, die bei der abendlichen Podiumsdiskussion in Bezug auf die gegenwärtige Wissenschaftskultur von Thomas Bräuninger (Mannheim), Martin Carrier (Bielefeld), Mechthild Dreyer (Mainz) und Winfried Schulze (Bochum) diskutiert wurde.

DIRK WERLE (Heidelberg) widmete sich dem Scheitern in der Gelehrtenbiographik am Beispiel der humanistischen Reisedichtung des Theologen Friedrich Widebrams (1532-1585), der damit sein Exil – die Kontingenz seines eigenen Lebens – literarisch aufarbeitete und ihm nachträglich Sinn gab. Damit überwand der Autor das eigene Scheitern durch die Literatur und sicherte sich posthumes Weiterleben. Werle zeigte auf, wie das Scheitern eben nicht immer absolut sondern, ähnlich wie bei der Utopie, Ausgangspunkt für den neuen Lebensweg war.

TOBIAS BULANG (Heidelberg) führte bei seinen Ausführungen zu Leonhard Thurneysser zum Thurn (1531-1596) die Unterscheidung zwischen Versagen als Insuffizienz des Subjekts und dem Scheitern als Untergang durch die „Wucht der Welt“ ein. Dem erfolgreichen Arzt und Paracelsisten, der sich gerne wirkmächtig als Wissenschaftler inszenierte, wurde in seiner Heimatstadt Basel Zauberei vorgeworfen und das Vermögen beschlagnahmt. Das bedeutete für Thurneysser den finanziellen und beruflichen Ruin. In seiner Verteidigungsschrift kämpfte er daher vehement gegen die Gerüchte und damit gegen das eigene Scheitern an, die Anerkennung wurde ihm jedoch verwehrt.

UWE MAXIMILIAN KORN (Heidelberg) stellte den Juristen Friedrich Grick (ca. 1590-1630) vor, der zwar unter seinem Pseudonym Irenäus Agnostus im Zuge der Rosenkreuzerdebatte publizistisch sehr aktiv war, jedoch in der Forschung gemeinhin als „gescheitert“ dargestellt wird. Korn distanzierte sich von dieser Auffassung und stellte dar, wie Grick durch bewusste Blendung den Diskurs immer wieder befeuerte und sich damit selbst eine Plattform schuf. Anonyme Autorschaft war für Grick eine produktivitätssteigernde Täuschungsstrategie, die letztlich aber zu einer literaturhistorischen Fehleinschätzung führte.

CHRISTOPH SCHMITT-MAASS (München/Potsdam) drehte am Beispiel von Christian Thomasius (1655-1728) die Perspektive um. Thomasius ist heute als erfolgreicher Publizist und erster Literaturkritiker bekannt, dabei hatten die von ihm publizierten Monatsgespräche nur mäßigen Erfolg und mussten bereits nach zwei Jahren eingestellt werden. Es stellt sich also die Frage, wieso Thomasius trotz gescheiterter Publikationsprojekte rezeptionsgeschichtlich derart erfolgreich war. Schmitt-Maaß wies damit auf das (Nicht-)Scheitern in der Rezeption hin, was den Bedarf an einer Diskussion um gelehrte Erfolgskriterien, Selbstwahrnehmung und Fremdzuschreibung deutlich machte.

ANDRÉ KRISCHER (Münster) setzte den gelehrtengeschichtlichen Rahmen in eine vergleichende Perspektive. Er schaute zwei Diplomaten in Marokko über die Schulter, die die ihnen zugewiesenen Aufgaben nicht erfüllen konnten und daher letztlich in ihrer Funktion scheiterten. Während Joseph Popham sich seinem Misserfolg beugte und schlussendlich in Ruhestand versetzt wurde, wollte James Sampson die Zuschreibung des Scheiterns nicht akzeptieren, wechselte den Dienstort und führte seine Tätigkeiten einfach fort. Krischer zeigte damit, dass Scheitern eine persönliche Auslegungsfrage sein kann.

Ähnliches gilt für die von ALEXANDER DURBEN (Münster) vorgestellten englischen Advokaten, die berufsbedingt in hoher Regelmäßigkeit in der Öffentlichkeit scheiterten. Obwohl sie vor Gericht Niederlagen erfuhren, bedeutete dies nicht zwingend beruflichen Misserfolg. Ganz im Gegenteil: Gerade wer es schaffte, sich in einer Situation des Misserfolgs gut zu präsentieren, war bei Kollegen und Laien gleichermaßen anerkannt. Damit waren die Möglichkeiten eines „erfolgreichen Scheiterns“ gegeben.

KERSTIN ROTH (Heidelberg) reihte ihren Vortrag in die Beiträge zum rezeptionsgeschichtlichen Scheitern ein. Sie stellte mit Maria Sibylla Merian (1647-1717) eine Frau vor, die maßgeblich zur Entwicklung des Deutschen als Wissenschaftssprache beitrug. Obwohl die Naturforscherin bei ihren Zeitgenossen hoch anerkannt war, wurde sie im 19. Jahrhundert nicht rezipiert. Die sprachgeschichtliche Bedeutung ihres Werks blieb in der Folge lange bis in 20. Jahrhundert hinein unbeachtet. Doch Merians rezeptionsgeschichtliches Scheitern war nur temporär, wie das große Forschungsinteresse der Gegenwart an ihrem Werk zeigt.

STEFAN BENZ (Bayreuth) entfernte sich wieder von den Akteuren an sich und analysierte das Scheitern als Narrativ in der Historia Literaria am Beispiel von Johann Adam Bernhards Schrift Kurtzgefasste curieuse Historien derer Gelehrten (1718). Benz sieht die (Auto-)Biographik als „heterologe“ Strategie: Das Ich „erschreibt“ sich seine Existenz in Beziehung zu anderen, Subjektivität wird an ein Gegenüber gebunden. Frühneuzeitliches Scheitern kann es demnach nur in sozialen Bezügen geben, am Wissen an sich konnte man nicht scheitern. Irrtum war der gelehrten Profession schlicht inhärent. Gelehrtes Scheitern war demnach niemals nur individuell und für den individuellen Gelehrten damit auch nicht absolut.

ANDREEA BADEA (Frankfurt am Main) plädierte ganz in diesem Sinne für einen Begriff des Scheiterns, der vor allem die Selbstzuschreibung der AkteurInnen in den Blick nimmt. So ist Leibniz, der heute als einer der größten Universalgelehrten gilt, ein eindrückliches Beispiel dafür, wie subjektiv man Scheitern erfahren kann: Mit seiner Stellung unzufrieden, sah er sich persönlich an der hierarchisiert-ständischen Welt gescheitert. Auch an den Lebenswegen des Klerikers Louis Maimbourg (1610-1686) sowie des Historikers Felice Contelori (1588-1652) wird deutlich, wie Scheitern schließlich – ähnlich wie bei Krischers Diplomaten – eine sehr persönliche Erfahrung und das Resultat ausbleibender Anerkennung im eigenen System sein kann.

Im letzten Vortrag schlug TOBIAS WINNERLING (Düsseldorf) eine Systematisierung des Scheiterns (individualisiertes, de-individualisiertes und projiziertes Scheitern) vor, um schließlich zu klären, ob das gelehrte Vergessenwerden als definitives Scheitern gelten kann. Am Beispiel des Theologieprofessors Johannes Braun (1628-1708) zeigte er auf, dass eine zeitgenössisch solide Karriere nicht zwingend posthumen Erfolg nach sich zog. Ist Braun also gescheitert, sein Wissen endgültig verloren, oder eben nur vergessen, das heißt letztlich immer noch abrufbar? Wiederum erweist sich die Debatte ums Scheitern vor allem als Definitionsfrage.

Weitere geplante Vorträge von Burkhardt Wolf (Wien) („Scheitern und Erfahrungswissen. Zur Genese nautischer Hintergrundmetaphern“), Philipp Redl (Freiburg i. Br.) („Scheitern in der Alchemie“) und Arndt Brendecke (München) („Humanisten in Amerika? Strukturelle Widersprüche zwischen humanistischer Gelehrsamkeit und spanischer Kolonialherrschaft“) mussten leider ausfallen, sodass das finale Wort MARKUS KRAJEWSKI (Basel) zukam. Krajewski präsentierte in seinem Keynote-Vortrag die Figur des Pedanten als Gralshüter des kanonischen Wissens, der den Irrtum zur zentralen Kategorie seiner gelehrten Praxis macht: Durch das Detektieren von Fehlern triumphiert er über seine Gegner, schreibt ihnen aber gleichzeitig keine epistemische Funktion zu. Dabei, so Krajewski, übersieht der Pedant, inwieweit gerade die Operationalisierung des Fehlers im Gelehrtenstreit produktive Kräfte freisetzt, die schließlich zu neuen Erkenntnissen führen können. Krajewski zeigte damit eindrücklich die zentrale Rolle des Irrtums für die Erneuerung von Wissen. Scheitern als integraler Teil der Wissenschaft – eine Perspektive, die gerade für die heutige Wissenschaftskultur mehr als relevant ist.

Trotz aller Widrigkeiten und kurzfristiger Programmänderungen ist es den Organisatorinnen gelungen, eine produktive und perspektivenreiche Veranstaltung auszurichten. Die Beschäftigung mit dem Scheitern, dies zeigten Anfang und Schluss der Tagung, ist hochaktuell, und es interessiert auch deshalb, weil es Teil der alltäglichen Erfahrung von WissenschaftlerInnen ist. Gerade deswegen ist aber auch besondere Vorsicht geboten, das Scheitern als Analysekategorie nicht zu überstrapazieren. Nicht immer wurde der Begriff mit der wünschenswerten analytischen Schärfe gebraucht, sodass sich der Mehrwert der Herangehensweise nicht zwingend erschloss. Die Diskussion über das Messen von Scheitern, über Erfolgs- und Misserfolgskriterien, über Scheitern als Fremd- oder Selbstzuschreibung ist keineswegs abgeschlossen. Umso neugieriger können wir auf den Tagungsband und das Projekt der Organisatorinnen sein.

Konferenzübersicht:

Sylvia Brockstieger (Heidelberg) / Mona Garloff (Stuttgart/Wien): Begrüßung und Einführung

Sektion 1
Moderation: Mona Garloff

Marian Füssel (Göttingen): „Erfolgte Widerwärtigkeiten“. Rechtfertigungen des gescheiterten Gelehrten

Helmut Zedelmaier (Halle/Saale): Scheitern als historiographisches Konzept. Welche Aufschlüsse ermöglicht es im Blick auf die Frühe Neuzeit?

Sektion 2
Moderation: Sylvia Brockstieger (Heidelberg)

Oliver Bach (München): Scheitern als Grenzbegriff zwischen Tragödie und Utopie

Thomas Wallnig (Wien): „Ehe man zu Ehren kommt muß man zuvor leiden“. Eine frühneuzeitliche Erbauungsschrift für Studenten mit mangelnder Zukunftsperspektive

Sektion 3
Moderation: Michael Jungert (Erlangen)

Andreas Bähr (Frankfurt an der Oder): Gegen das Scheitern. Die Vita Athanasius Kirchers

Alexander Schunka (Berlin): Vom Scheitern der Theologen. Bemerkungen zur protestantischen Irenik um 1700

Sektion 4
Moderation: André Krischer (Münster)

Tilman Haug (Duisburg-Essen): Institutionalisierte Projektemacherei. Paul Jacob Marpergers Kommerzien-Deputation als gescheiterter Versuch der Ordnung und Operationalisierung ökonomischen Wissens

Stefan Droste (Göttingen): Offensive Engines – Die prekäre Expertise militärtechnischer Projektemacher

Podiumsdiskussion
Scheitern und Irrtum in der gegenwärtigen Wissenschaftskultur
Thomas Bräuninger (Mannheim), Martin Carrier (Bielefeld), Mechthild Dreyer (Mainz), Heinz Duchhardt (Mainz), Winfried Schulze (Bochum)

Sektion 5
Moderation: Uwe M. Korn (Heidelberg)

Dirk Werle (Heidelberg): Scheitern in der Gelehrtenbiographik. Am Beispiel von Friedrich Widebrams Hodoeporicon exilii (1577/1612)

Tobias Bulang (Heidelberg): Gelingen und Scheitern bei Leonhard Thurneysser zum Thurn

Sektion 6
Moderation: Sylvia Brockstieger (Heidelberg)

Christoph Schmitt-Maaß (München/Potsdam): Die Monatsgespräche des Christian Thomasius und andere literaturkritische „Scheitereien“ zwischen 1690 und 1730

Uwe Maximilian Korn (Heidelberg): Friedrich Grick (ca. 1590-1630): Spiegelfechterei als literarische Strategie in gelehrten Debatten

Sektion 7
Moderation: Andreea Badea (Frankfurt am Main)

André Krischer (Münster): Praktisch gescheitert. Britische Konsuln in Marokko um die Mitte des 18. Jahrhunderts

Alexander Durben (Münster): Scheitern von Advokaten vor Gericht im England der Sattelzeit

Sektion 8
Moderation: Alexander Schunka (Berlin)

Kerstin Roth (Heidelberg): Maria Sibylla Merian (1647-1717) und die deutsche Sprache

Stefan Benz (Bayreuth): Vom misslingenden Leben des Gelehrten. Johann Adam Bernhards „Kurtzgefasste curieuse Historie derer Gelehrten“ (1718) neu gelesen

Sektion 9
Moderation: Tilman Haug (Duisburg-Essen)

Andreea Badea (Frankfurt am Main): Gescheitert, missverstanden und genial? Frühneuzeitliche Gelehrte zwischen individuellen Karriereentwürfen und Werkrezeption

Tobias Winnerling (Düsseldorf): Schnelles Vergessen-Werden bedeutet langes Scheitern? Die zwei Karrieren des Johannes Braun (1628-1708)

Keynote: Markus Krajewski (Basel): Triumphale Fehler. Pedanten zwischen Montaigne und Moderne

Zitation
Tagungsbericht: Scheitern in der Gelehrtenkultur der Frühen Neuzeit, 11.03.2020 – 12.03.2020 Mainz, in: H-Soz-Kult, 30.05.2020, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8776>.