Die Medialität des Briefes. Diplomatische Korrespondenz im Kontext frühneuzeitlicher Briefkultur

Ort
digital
Veranstalter
Arno Strohmeyer / Projektteams „Die Medialität diplomatischer Kommunikation“ (FWF-Projekt P30091), Fachbereich Geschichte, Paris-Lodron-Universität Salzburg und „Online Edition von Quellen zur habsburgisch-osmanischen Diplomatie“, Institute for Habsburg and Balkan Studies, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien
Datum
29.10.2020 - 31.10.2020
Von
Doris Gruber / Lisa Brunner, Institute for Habsburg and Balkan Studies, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien

Dem Titel gemäß rückte die Veranstaltung diplomatische Korrespondenz in den Fokus, um nach ihrer Medialität zu fragen und sie innerhalb der Briefkultur des 16. und 17. Jahrhunderts zu kontextualisieren. Damit antwortete die Tagung auf das Desiderat medientheoretischer und methodischer Überlegungen zur frühneuzeitlichen Briefkultur und diplomatischen Korrespondenz im Besonderen. Grundlegendes hielt ARNO STROHMEYER (Salzburg/Wien) in der Einleitung fest. Er hob etwa hervor, dass sich bisherige medientheoretische Ansätze stark auf Printmedien konzentrierten und Briefe der Zeit vor 1700, als ihr privater Charakter noch weniger deutlich ausgeprägt war, erst seit Kurzem mehr Aufmerksamkeit erlangten. Ziel der Veranstaltung sei es daher, theoretische Überlegungen zu befruchten und vergleichende Analysen zu ermöglichen.

Die erste Sektion Diskurstraditionen I behandelte formale und inhaltliche Konventionen der diplomatischen Korrespondenz. GUIDO BRAUN (Mulhouse) demonstrierte mit einem Beitrag zum päpstlichen Gesandten Pier Paolo Vergerio (ca. 1498–1565), dass die päpstlichen Nuntiaturberichte zwar stark von normativen Vorgaben und Erwartungshaltungen des Empfängers geprägt waren, sich strikte Reglementationen allerdings erst im Laufe des 16. Jahrhunderts ausbildeten. Die Nuntiaturberichte Vergerios hätten sich inhaltlich wie formal an humanistischer Gelehrtenkorrespondenz orientiert, weswegen ihr Inhalt mehr Aussagekraft besitze als die streng reglementierten Berichte der Folgezeit.

Im Anschluss zeigte MAGNUS ULRICH FERBER (Frankfurt am Main) am Beispiel Nicodemus Frischlins (1547–1590), dass ein Hinwegsetzen über die gängigen Konventionen nicht immer zielführend war. Frischlins Supplikationen an seinen Patron Herzog Ludwig von Württemberg (1554–1593) und dessen Umgebung am Stuttgarter Hof scheiterten wohl auch, weil sie sich stilistisch zum Teil an humanistischen Briefen mit Kommunikation auf Augenhöhe orientierten.

Die zweite Sektion Diskurstraditionen II rückte Bedingungen des Kulturaustausches über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg in den Fokus. MARK HÄBERLEIN (Bamberg) zog die Korrespondenz des Augsburger Bürgers Anton Meuting (ca. 1524–1591) heran, um zu demonstrieren, dass die Professionalisierung der Gesandten in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts noch nicht sehr weit vorangeschritten war. Meuting agierte als Vermittler zwischen Bayern und Spanien und besuchte mindestens neunmal die Iberische Halbinsel. Seine offizielle Funktion bewegte sich zwischen Kaufmann, Agent, Informant und Diplomat, was sich, so Häberlein, auch in Form, Stil und Inhalt seiner diplomatischen Korrespondenz widerspiegelt.

MARTINA HACKE (Düsseldorf) analysierte die Korrespondenz der Brüder Bruno (1485–1519) und Basilius Amerbach (1488–1535) mit ihren Eltern während der Studienzeit in Paris (1502–1506/08). Hacke argumentierte, die „Medialität“ der Briefe bewege sich in „vormodernen Diskurstraditionen“: von privaten Briefen über Bettelbriefe bis hin zu Geschäftskorrespondenz und Erziehungsmedium seitens der Eltern.

CHIARA PETROLINI (Wien) untersuchte die Bedeutung von Dragomanen als „go-betweens“ des kulturellen und intellektuellen Austausches zwischen christlichen und islamischen Reichen anhand der Korrespondenz des Wiener Hofbibliothekars Sebastian Tengnagel (1563–1636) mit zwei kaiserlichen Dragomanen. Sie beschäftigte sich mit der Bedeutung der jeweils gewählten Sprache, mit der Behandlung prekärer Lebensbedingungen seitens der Dragomanen und mit der Relevanz religiöser Themen in den Briefen.

Die dritte Sektion Briefproduktion warf Fragen zur Autorschaft auf. MARCUS STIEBING (Jena/Wien) widmete sich der diplomatischen Korrespondenz zwischen Dorothea Maria von Sachsen-Weimar (1574–1617) und ihrem Agenten am Prager Kaiserhof im Vorfeld des Dreißigjährigen Krieges. Er verglich vor allem die Entwürfe und Konzepte mit den tatsächlich in Prag eingelangten Briefen. Es wurde deutlich, dass der Inhalt höfischer Korrespondenz von vielerlei Akteuren, ihren Interessen und Intentionen geprägt war.

MEGAN WILLIAMS (Groningen) unterstrich den Einfluss der von der Forschung oftmals unbeachteten Sekretäre von Gesandten auf Inhalt, Form und Sprache diplomatischer Korrespondenz. Sie argumentierte ausgehend von mehreren habsburgischen Sekretären in Rom in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts und sprach sich generell für ein breiteres Verständnis von diplomatischen Missionen und deren Kontextualisierung in größeren Kommunikationszusammenhängen aus.

Die vierte Sektion Informationssicherheit beschäftige sich mit Kryptografie. MORITZ ZIMMERMANN (Göttingen) ging zunächst der Frage nach, wie soziale Bindung und Vertrauen in der vormodernen Gesellschaft unter Abwesenden konstruiert wurde und welche Rolle die Verschlüsselung dabei einnahm. Er zog als Beispielkorrespondenz jene zwischen Herzog August d. J. von Braunschweig-Lüneburg (1579–1666) und dem deutschen Theologen Johann Valentin Andreae (1586–1654) heran, die außerhalb ihres Briefverkehrs nie persönlich aufeinandertrafen. Die in den Briefen enthaltenen Verschlüsselungen enttarnte Zimmermann dabei weniger als Zeichen der Barriere und Diskretion, sondern vielmehr als Medium der persönlichen Zugänglichkeit und des Vertrauens zwischen den Akteuren.

CHRISTOPH WÜRFLINGER (Salzburg) versuchte hingegen anhand des Briefverkehrs von vier kaiserlichen Gesandten ins Osmanische Reich (1629–1665) mit dem Wiener Hof aufzuzeigen, welche Verschlüsselungssysteme zur Informationssicherheit herangezogen wurden. Ausgehend von der These des österreichischen Historikers Leopold Auer, demzufolge die Komplexität der verwendeten Chiffren in Briefen sich nach Ländern unterschieden, konnte er überzeugend nachweisen, dass das Osmanische Reich nicht pauschal als vernachlässigte Peripherie der Informationssicherheit zu sehen ist.

Die fünfte Sektion behandelte Selbstdarstellungen. ZSUZSANNA CZIRÁKI (Szeged/Wien) ging den Grenzen des Ichs in Diplomatenbriefen nach. Dafür untersuchte sie die Korrespondenz des kaiserlichen Residenten Simon Reniger von Renningen in Konstantinopel (1649–1666). Renigers Briefverkehr richtete sich sowohl an den Kaiser als auch an andere Angehörige des Wiener Hofes, wobei die Grenzen zwischen privater und beruflicher Sphäre oft verschwammen. Cziráki arbeitete die persönlichen Charakterzüge des Diplomaten heraus, zeichnete seine Laufbahn und Entwicklung nach und generierte Informationen zum Funktionieren kaiserlicher Botschaften in Konstantinopel.

MARKUS LAUFS (Bonn) untersuchte Strategien der Emotionsdarstellungen in Gesandtenbriefen auf dem Westfälischen Friedenskongress als Instrumente der Selbstinszenierung. Dabei stellte er fest, dass die Darstellung von Gefühlen der Untermauerung der eigenen Argumentation und Position auf unterschiedliche Weise dienen konnte. Die Emotionalisierung des Verhandlungspartners und der gleichzeitige Verweis auf die eigene Emotionslosigkeit waren, so Laufs, mitunter Teil der Selbstinszenierung.

Die Sektion schloss ANNA MUR RAURELL (Madrid) durch einen Vortrag zur Korrespondenz zum Frieden von Wien (1725) zwischen Madrid und Wien ab. Aus den Briefen des spanischen Gesandten in Wien, Johann Wilhelm Ripperda (1684–1737), wurden dessen persönliche Ambitionen deutlich.

Die sechste Sektion befasste sich mit dem Thema Gender. CHRISTINA ANTENHOFER (Salzburg) fragte nach den Funktionen von Briefen in fürstlichen Korrespondenzen des Mittelalters und rückte besonders geschlechtsspezifische Unterschiede in den Fokus. In den Briefen wurde etwa deutlich, dass Frauen an der politischen Aktionssphäre ihres Mannes teilhatten und auch eigenständig diplomatische Aufgaben wahrnahmen.

ANNA HUEMER (Salzburg) analysierte die Korrespondenz des niederösterreichischen Adeligen Hans Ludwig von Kuefstein (1582–1656) im Hinblick auf implizite Darstellungen, Beschreibungen und Konzeptionen von Männlichkeit. Sie zeigte auf, dass sich diese Männlichkeitskonstruktionen in den Briefen unterschieden, je nach AdressatInnen und Rolle, die Kuefstein einnahm: als Diplomat, Familienvater und Verwandter sowie als Landeshauptmann in Österreich ob der Enns.

Der Fürstinnenkorrespondenzen des 16. und 17. Jahrhunderts nahm sich KATRIN KELLER (Wien) an. Sie hob die zum Teil schlechte Überlieferung weiblicher Korrespondenzen hervor, stellte zugleich aber fest, dass gut erhaltene Einzelbeispiele die Vielzahl geschriebener Briefe von Frauen wie auch die vielschichtigen AdressatInnenenkreise abbilden. Keller nahm insbesondere auf die inhaltlich stark standardisierten Grußbriefe Bezug und zeigte, dass diese weniger aufgrund des Inhaltes, als vielmehr durch die Tatsache ihrer Abfertigung neue Erkenntnisse versprechen, da sie etwa die dynastisch-familiären Netzwerke abbildeten.

Sektion VII stand unter dem Thema der Anschlusskommunikation bzw. Rezeption. DOROTHÉE GOETZE (Bonn) behandelte die Nebenberichte der kaiserlichen Gesandten beim Westfälischen Friedenskongress. Fälschlicherweise, so ihre Beobachtung, werden diese von der Wissenschaft oftmals als Privatkorrespondenz gewertet und daher aus der Erforschung des Politischen herausgerückt. Als Medien der Selbstäußerung und Sichtbarmachung von Patronage-Klientel-Beziehungen verliehen sie Unsagbarem oftmals Ausdruck und gewährten damit einen Einblick in Themenbereiche, die die offiziellen Berichterstattungen ausklammerten.

ELISABETH LOBENWEIN (Klagenfurt) ging der gängigen Praxis der Informationsakquise habsburgischer Gesandter im Osmanischen Reich nach. Anhand der erhaltenen Korrespondenz des habsburgischen Gesandten in Konstantinopel, Giovanni Battista Casanova, zwischen 1665 und 1672 konnte Lobenwein verschiedene Formen der Quellenkennzeichnung von Informationen ausmachen. Für namentliche Nennungen von Quellenangaben innerhalb der Korrespondenz traten allen voran Dragomane hervor, zudem spiegeln, so Lobenwein, diese Angaben auch Informationsnetzwerke wider.

Die beiden Samstagssektionen standen unter dem Titel Intertextualität I–II und fragten nach textuellen Abhängigkeiten zwischen Briefen und anderen Medienformen. LENA OETZEL (Salzburg/Wien) behandelte diplomatische Korrespondenz zum Westfälischen Friedenskongress, die sie als „Mittelpunkt eines komplexen Netzes diplomatischer Textsorten“ beschrieb. Die zentralen Aussagen der Briefe, so Oetzel, wurden oftmals gerade in den Beilagen (Beratungsprotokollen, Verlagsentwürfen, Briefen Dritter, etc.) transportiert. Daher ist sie überzeugt, dass die volle kommunikative Funktion der Korrespondenz nur durch die Beachtung sowohl der Briefe selbst als auch ihrer Beilagen nachvollzogen werden kann.

LISA BRUNNER (Salzburg/Wien) verdeutlichte ebenfalls die Notwendigkeit, diplomatische Korrespondenzen in größeren Kommunikationszusammenhängen zu betrachten. Sie beschäftigte sich mit intertextuellen Abhängigkeiten zwischen verschiedenen Medienformen, die 1649 im Zuge einer Gesandtschaft an den Osmanischen Hof entstanden: Korrespondenzen, Relationen sowie einem Reisebericht. Computergestützt legte Brunner zahlreiche intertextuelle Abhängigkeiten zwischen den verschiedenen Medienformen offen, wobei Textbausteine zu bestimmten Themenkomplexen wie „Audienzen und Empfänge“ oder „politische Ereignissen“ am häufigsten wiederverwendet wurden.

SÁNDOR PAPP (Szeged) untersuchte den Briefwechsel und die diplomatisch-historische Darstellung der Friedensverhandlungen von Passarowitz (1718), ausgehend von Originalurkunden und Briefen sowie in Wien erhaltenen handschriftlichen Codices. Letztere entstanden wohl auf offizielle Order hin und enthalten zahlreiche Kopien von Urkunden und Briefen zu den Verhandlungen. Papp stellte Fragen nach den Herstellungskontexten der Codices, der Auswahl der darin enthaltenen Materialien und ihrer herrschaftlichen Funktion.

TAKU MINAGAWA (Yamanashi) argumentierte dafür, zwischen mittelalterlichen epistola und frühneuzeitlichen Briefen im (süd-)deutschen Raum zu unterscheiden, da hier keine eindeutige Kontinuität gegeben sei. Anschließend unterstrich er die Bedeutung der diplomatischen Korrespondenz im Zuge der Verhandlungen zum Ewigen Landfrieden von 1495 am Beispiel der Briefe des schwäbischen Bundeshauptmanns Wilhelm Besserer (1489–1495). Ihre Intertextualität sah Minagawa in Bezugnahmen zu vorhergehenden Korrespondenzen begründet.

Im letzten Vortrag widmete GLEB KAZAKOV (Gießen) sich den Interdependenzen diplomatischer Korrespondenz und gedruckter Zeitungen bei der Berichterstattung zum Moskauer Aufstand von 1682. Seine Argumentation stellt die weit verbreitete These der Rückständigkeit Russlands hinsichtlich des Informationsaustausches mit (West-)Europa im 17. Jahrhundert in Frage. Kazavkov zeichnete nicht nur ein starkes, über nationale Grenzen hinweg agierendes russisches Informationsnetzwerk nach, sondern auch die Gefahren, die daraus für Informanten in Russland erwuchsen.

Zum Abschluss der Tagung fasste Arno Strohmeyer fünf Themenkomplexe zusammen, zu denen grundlegende Forschungsdesiderate im Zuge der Tagung deutlich wurden: (1) Definition und Abgrenzung der diplomatischen Korrespondenz, insbesondere hinsichtlich Überschneidungen mit privater und gelehrter Korrespondenz bzw. der erst im Entstehen begriffenen Professionalisierung von Gesandtschaften; (2) begriffliche Fassung der Kategorisierungen innerhalb der diplomatischen Korrespondenz, mit Sonderformen und diachronen Unterschieden; (3) Notwendigkeit zur stärkeren Berücksichtigung des Herstellungsprozesses, sowohl was materielle Bedingungen wie (Be-)Schreibstoffe als auch Geschlechter- und Machtverhältnisse sowie die an der Briefproduktion beteiligten Personen betrifft; (4) methodische Überlegungen zur multiperspektivischen Analyse der Inhalte, die nicht bloß durch BriefschreiberInnen und EmpfängerInnen bedingt waren; (5) stärkere Einbettung der diplomatischen Korrespondenz in größere Kommunikationskontexte und Aufzeigen von Abhängigkeiten zu anderen Medienformen.

Der grundlegende Tenor der Tagung hat sich bestätigt, dass theoretischen Überlegungen zum Medium Brief in den Worten Strohmeyers generell eine „Epistologie“ fehlt. In diesem Sinne ist zu hoffen, dass die aufgeworfenen Fragen künftig eingehender behandelt werden. Eine Publikation der Beiträge der Tagung ist geplant.

Konferenzübersicht:

Arno Strohmeyer (Institute for Habsburg and Balkan Studies, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien / Universität Salzburg): Begrüßung und Einleitung

Sektion I: Diskurstraditionen I

Guido Braun (Université de Haute-Alsace, Mulhouse): Nuntiaturberichte und Gelehrtenkorrespondenz im Reformationsjahrhundert: Pier Paolo Vergerio zwischen römischer Orthodoxie und transkonfessionellem Humanismus

Magnus Ulrich Ferber (Universität Frankfurt am Main): „Ego si princeps essem …“. Die Supplikationen des Dramatikers Nicodemus Frischlin (1547–1590) an den Stuttgarter Hof

Sektion II: Diskurstraditionen II

Mark Häberlein (Universität Bamberg): Geschäftliche oder diplomatische Korrespondenz? Anton Meutings Briefe an Albrecht V. und Wilhelm V. von Bayern

Martina Hacke (Düsseldorf): Die Briefe der Familie Amerbach in der Pariser Studienzeit von Bruno und Basilius (1502–1506/08) – Aspekte ihrer Medialität

Chiara Petrolini (Universität Wien): Gelehrsamkeit im Kontext kaiserlicher Politik: Die Dragomanen in der Korrespondenz des Bibliothekspräfekten Sebastian Tengnagel (gest. 1636)

Sektion III: Briefproduktion

Marcus Stiebing (Universität Jena): Medialität und Kommunikation interner Briefkonzepte. Die „diplomatische Korrespondenz“ Dorothea Marias von Sachsen-Weimar (1547–1617) mit dem Prager Kaiserhof im Vorfeld des Dreißigjährigen Krieges

Megan Williams (Rijksuniversiteit Groningen): Deciphering Secretaries in Sixteenth-Century Diplomatic Correspondence

Sektion IV: Informationssicherheit
Moritz Zimmermann (Universität Göttingen): Verschlüsseltes Vertrauen! Die Kryptographie als Vertrauenspraktik in der Korrespondenz Herzog August d. J. von Braunschweig-Lüneburg und Johann Valentin Andreaes (1640–1654)

Christoph Würflinger (Universität Salzburg): Vernachlässigte Peripherie? Zur Verschlüsselung der Korrespondenz kaiserlicher Residenten in Konstantinopel (1629–1665)

Sektion V: Selbstdarstellung
Zsuzsanna Cziráki (Institute for Habsburg and Balkan Studies, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien / Universität Szeged): Die Grenzen des „Ichs“ – Diplomatenbriefe als Selbstdarstellungen? Die diplomatische Korrespondenz des kaiserlichen Residenten in Konstantinopel, Simon Reniger (1649–1666)

Markus Laufs (Universität Bonn): Emotionen in Verhandlungen – Emotionen in Briefen. Der Ausdruck von Gefühlen in Gesandtenberichten vom Westfälischen Friedenskongress als Instrument der Selbstinszenierung

Anna Mur Raurell (Madrid): „A caballo yente y viniente” – „Zu Pferd hin und zurück“. Die spanische diplomatische Korrespondenz zum Frieden von Wien 1725

Sektion VI: Gender

Christina Antenhofer (Universität Salzburg): Funktionen von Briefen in fürstlichen Korrespondenzen des Spätmittelalters

Anna Huemer (Universität Salzburg): „Muetig“, „starckh“, „sanftmiethig“? Männlichkeitstopoi in den Korrespondenzen des Hans Ludwig von Kuefstein (1582–1656)

Katrin Keller (Institute for Habsburg and Balkan Studies, Österreichische Akademie der Wissenschaften): Zwischen Diplomatie und Kochrezept. Fürstinnenkorrespondenzen des 16. und 17. Jahrhunderts

Sektion VII: Rezeption/Anschlusskommunikation

Dorothée Goetze (Universität Bonn): Die Nebenberichte der kaiserlichen Gesandten beim Westfälischen Friedenskongress

Elisabeth Lobenwein (Universität Klagenfurt): Die diplomatische Korrespondenz des kaiserlichen Gesandten in Konstantinopel, Giovanni Battista Casanova

Sektion VIII: Intertextualität I

Lena Oetzel (Institute for Habsburg and Balkan Studies, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien / Universität Salzburg): Vernetztes Kommunizieren. Diplomatische Korrespondenzen vom Westfälischen Friedenskongress als Hypertexte

Lisa Brunner (Institute for Habsburg and Balkan Studies, Österreichische Akademie der Wissenschaften): Zwischen diplomatischer Korrespondenz und Reisebericht. Intertextualität am Beispiel der Internuntiatur Johann Rudolf Schmid zum Schwarzenhorns (1649)

Sándor Papp (Universität Szeged): Briefwechsel und diplomatisch-historische Darstellung der Friedensverhandlungen von Passarowitz

Sektion IX: Intertextualität II

Taku Minagawa (University of Yamanashi): Zur politischen Kommunikation der Stände in Südwestdeutschland – Formen und Funktionen der Korrespondenz des schwäbischen Bundeshauptmanns Wilhelm Besserer 1489–1495

Gleb Kazakov (Universität Gießen): Diplomatische Korrespondenz und Zeitungen des 17. Jahrhunderts – zwei frühneuzeitliche Medien in der Zusammenarbeit (auf dem Beispiel der Berichterstattung über den Moskauer Aufstand 1682)

Arno Strohmeyer: Abschluss

Zitation
Tagungsbericht: Die Medialität des Briefes. Diplomatische Korrespondenz im Kontext frühneuzeitlicher Briefkultur, 29.10.2020 – 31.10.2020 digital, in: H-Soz-Kult, 05.01.2021, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8846>.
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Veröffentlicht am
05.01.2021
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