Burg – Adel – Landschaft. Burgen als landschaftsprägende Ressourcen im Mittelalter

Ort
Tübingen (digital)
Veranstalter
Sonderforschungsbereich 1070 „RessourcenKulturen“; Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften, Eberhard Karls Universität Tübingen
Datum
22.10.2020 - 23.10.2020
Von
Daniel Pfeifer / Jean-Marie Mayer, Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften, Eberhard Karls Universität Tübingen

Anlass der Tagung war der Abschluss der zweiten Förderphase des Teilprojektes B03: Ressourcenerschließung und Herrschaftsräume im Mittelalter. Klöster und Burgen des Sonderforschungsbereichs 1070 RessourcenKulturen unter der Leitung von Sigrid Hirbodian (Tübingen) und Rainer Schreg (Bamberg) an der Universität Tübingen. Aufgrund der Corona-Situation fand die Tagung ausschließlich online statt. In drei Sessions – „Burg und Adel I und II“, „Burg und Landschaft“ sowie „Burgen, Realien und Akteure“ – wurden Burgen als landschaftsprägende Ressourcen des Mittelalters in interdisziplinären Zugängen diskutiert. Ziel war es, aktuelle Fragestellungen dieses ebenso populären wie dynamischen Forschungsfeldes aufzuzeigen und zu diskutieren. So präsentierten die Referentinnen und Referenten unterschiedliche fachliche wie methodische Ansätze, die eine Betrachtung dieser Gegenstände aus neuen Perspektiven ermöglichten. Wichtige Themen wie etwa landschaftliche Faktoren, das Verhältnis von Burgen zu ihrem Umland oder die Rolle der Burg als demonstrativer Wohnort lassen sich nur im Dialog der Disziplinen analysieren.

JONAS FROEHLICH (Tübingen) eröffnete die erste Session zu „Burg und Adel“, indem er diese vermeintlich klare Relation einer Prüfung unterzog. Anhand einer „klassischen“ Burgenlandschaft, der Schwäbischen Alb, analysierte er die Beziehungen zwischen dem Phänomen „Burg“ und dem (unteren) niederen Adel in der Zeit von 1250–1400. Beispiele aus dem Umkreis der Grafen von Helfenstein verdeutlichten, dass die Formierung beziehungsweise Verfestigung des niederen Adels ein dynamischer und offener Prozess war, in dem sehr verschiedene Akteure mit unterschiedlichsten Strategien versuchten, ihren Platz in der (Adels-)Welt zu finden. Aufgrund ihrer vielfältigen Funktionen waren Burgen eine zentrale Ressource dieser Positionierungsbemühungen. Der Fokus auf mindermächtige Akteure erforderte einen Blick auf weniger umfassende und bekannte Burganlagen in Orts- und Niederungslage. Insgesamt zeigte sich, dass auch in der traditionell gut erforschten Burgenlandschaft der Schwäbischen Alb zahlreiche Aufgaben auf eine moderne Burgenforschung warten.

MANFRED WASSNER (Esslingen) stellte am Umfeld der Burg Teck exemplarisch die Burgenlandschaft des Landkreises Esslingen vor. In diesem Kontext steht auch ein langjähriges Forschungsprojekt des Kreisarchivs Esslingen, in dem Burgen unter Einbeziehung ihres Umfeldes topographisch vermessen werden sollen. Das Zentrum der Untersuchung bilden nicht nur die prominenten Burgen wie die Teck oder der Hohenneuffen, sondern gerade die Sitze des Niederadels. Am Beispiel des Dorfes Bissingen zeigte sich prototypisch die Herrschaftsverdichtung des Hochadels – in diesem Fall der Herzöge von Teck – durch den Niederadel. Hier befand sich neben der Burg Hahnenkamm eine niederadlige Turmhügelburg. Demnach wurde von der Hochadelsburg Teck aus mit Hilfe des Niederadels die dortige (Adels-)Landschaft konstituiert.

JENS BOYE VOLQUARTZ (Kiel) wandte sich den bisher wenig beachteten Burgenlandschaften in Nordfriesland und Dithmarschen zu. So herrschte bisher die Ansicht vor, beide Gebiete seien „burgen-“ und „adelsfrei“ gewesen. Mit dem seit 2015 laufenden „Burgenprojekt Schleswig-Holstein“ wurden die dort vorhandenen Anlagen erfasst. Als Besonderheiten kristallisierten sich die aus den geographischen Gegebenheiten resultierende bäuerliche Prägung der Gesellschaft und das Spezifikum der Garde als charakteristische Form von Burgen einer bäuerlichen Oberschicht heraus. Angesichts dieser Erkenntnisse stellten sich hier insbesondere Fragen, wie gängige Adelstheorien auf diesen Fall anzuwenden seien, wie „Burg“ überhaupt zu definieren sei und in welchen Aspekten die vorliegende Burgenlandschaft mit anderen, auch entfernteren Regionen vergleichbar sei.

SIMON BÜRCKY (Gießen) beschäftigte sich mit Burgfriedensverträgen am Beispiel der Burg und Ganerbschaft Buchenau der gleichnamigen ritteradligen Familie. In seiner epochenübergreifenden Untersuchung zeigte er auf, dass Burgfrieden als normative Grundlage und „familienrechtlicher Fixpunkt“ des betreffenden Geschlechts gesehen werden können. Er wandte sich damit gegen die Ansicht, mittelalterliche Burgfrieden gegenüber frühneuzeitlichen Hausverträgen als Relikte zu betrachten. Vielmehr stellten sie an der Epochenschwelle ein Kontinuum dar und nahmen für Buchenau sogar die Rolle eines Familien- beziehungsweise Hausrechts ein. Bürcky betonte insgesamt quellennah den rechts- und verfassungsgeschichtlichen Blick auf Burgen ebenso wie auf Adelsgemeinschaften.

LEA WEGNER (Tübingen) widmete sich mit dem frühneuzeitlichen Festungsbau in Württemberg einer Zeit, die durch den Bedeutungsverlust mittelalterlicher Burgen gekennzeichnet war und gleichermaßen den Abschluss des Territorialisierungsprozesses darstellte. Im Herzogtum war der Festungsbau nach der Wiedererlangung der Herrschaft für Herzog Ulrich neben der Reformation ein Hauptschwerpunkt. Als Beispiele stellte sie den Festungsbau der Stadt Schorndorf, das teuerste württembergische Bauvorhaben im 16. Jahrhundert, und den Ausbau des Hohenaspergs dar. Zwei Charakteristika des württembergischen Festungsbaus ließen sich anhand dieser Fallbeispiele ausmachen: zum einen die explodierenden Kosten, die immer wieder zu Konflikten führten, und zum anderen die beständige Kontrolle durch den Landesherrn. Wegner konnte hier den großen Erkenntniswert der Wochenberichte des Bauverwalters herausarbeiten. Diese bisher in der Forschung wenig beachteten Quellen bieten Erkenntnisse über ständig zu optimierende Bauprozesse, über Baumeister und -verwalter und nicht zuletzt über deren Netzwerke.[1]

ROLAND FILZWIESER (Wien) – der erste der beiden Preisträger des Barbara-Scholkmann-Nachwuchsförderpreises für Historische Archäologie – setzte sich mit der historischen Landschaft um die im Leithagebirge gelegene Burg Scharfeneck im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit auseinander. Anhand ausgewählter schriftlicher Quellen, hochauflösender ALS-Daten sowie historischer Karten untersuchte er, auf welche natürlichen Ressourcen die Burgherrschaft zugreifen konnte. Ein weiterer Aspekt war die Entwicklung und strategische Positionierung an der damaligen Grenze zu Ungar. Der Beitrag zeigte exzellent die Möglichkeiten auf, welche die intensive Analyse eines begrenzten Burgplatzes samt Umland mit einem umfassenden Methodenrepertoire bieten kann.

Der zweite Preisträger, FABIAN BRENKER (Nürnberg), referierte über mittelalterliche adelige Kleidung als Zeugnis materieller (Alltags-)Kultur im Hinblick auf deren Potential als Ressource immaterieller Kultur. Im Fokus stand die bereits im Titel des Vortrags genannte „Ungeschicktheit“ adeliger Kleidung, die durch offene Schuhe, weite Ärmel und lange Mäntel gekennzeichnet war. Während Adelige sich eine solche Kleiderordnung leisten konnten, war diese für die arbeitenden Bevölkerungsschichten äußerst unpraktisch. Dies hinderte jene Teile der Bevölkerung jedoch mutmaßlich nicht daran, diesem Kleidungstrend verstärkt zu folgen. Brenker sieht in dieser Entwicklung jedoch nicht nur einen Modetrend, sondern begreift adelige Kleidung auch als Manifestation eines genuin adeligen Selbstverständnisses; eines Lebenskonzeptes ohne Arbeit, das zunehmend von nicht-adeligen Bevölkerungsteilen aufgegriffen wurde. Damit schlug er einen Bogen zu den Burgen, die analog dazu ebenfalls nicht immer rein praktischen Zwecken dienten.

PETER RÜCKERT (Stuttgart) arbeitete in seinem Impulsvortrag zur Session „Burg und Landschaft“ sowohl die zentralörtliche Funktion hochmittelalterlicher Burgen als auch deren symbiotisches Verhältnis zu ihrem Umland – vor allem zu Städten und Klöstern – am Beispiel der Burgenlandschaften Mainfrankens und des Oberrheins heraus. Er versteht Burgenlandschaften als Kulturlandschaften, die von Burgen als deren politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zentralorten geprägt wurden. Beleuchtet wurden siedlungsgenetische Beziehungen, die von den Burgen ausgingen beziehungsweise ihnen nachfolgten. Für ein besseres Verständnis von Burgenlandschaften und ihrer Einbettung in Kulturlandschaften sei eine interdisziplinäre Betrachtung notwendig, so Rückert.

OLIVER CREIGHTON (Exeter) gab einen Einblick in Stand und Methoden der englischen Burgenforschung sowie in die Forschungsmöglichkeiten, die sich aus der Einbeziehung von Raum und Landschaft in die Untersuchung von Burgen ergeben. Der Aspekt der anthropogenen Landschaftsveränderungen und deren spannungsreiche Wechselwirkung mit der Burg in ihrer Doppelfunktion als Machtsymbol und wirtschaftlicher Zentralort standen im Zentrum seiner Ausführungen. Überdies hob auch er die Bedeutung der Interdisziplinarität und der Einbeziehung neuer technologischer Möglichkeiten für den Erfolg künftiger Forschung auf diesem Gebiet hervor, etwa die Geomagnetik oder Geoinformationssysteme, wenn die Vergangenheit des Raumes um eine Burg besser verstanden werden soll. Insgesamt zeigten sich vielfältige Themen und zukünftige Forschungsfelder, die sich einer – nicht nur englischen, sondern europäischen – modernen Burgenforschung bieten.

STEFAN MAGNUSSEN (Leipzig) behandelte mit der Flensburger Förde (Schleswig-Holstein) ebenfalls eine bisher „vergessene“[2] Burgenlandschaft. Die dortigen Burgen unterteilte er in drei grundsätzliche Kategorien: erstens die „Lensburgen“[3], die eine große administrative Bedeutung hatten, ausschließlich königlich oder herzoglich genutzt wurden und sich am häufigsten in den Quellen niederschlugen. Die zweite Gruppe dieser Typologie stellen die Eliteburgen dar, Burgen des weiteren Adels und der Bischöfe, die keine administrative Bedeutung hatten und bis auf Bischofsburgen in den Quellen eher weniger genannt wurden. Den dritten Typus bilden die sogenannten Minderburgen, welche situativ und meist an strategischen Orten als Funktionsbauten genutzt wurden und deswegen in den Quellen kaum Erwähnung fanden. In der Flensburger Förde sind 14 Burgen nachweisbar, drei von diesen waren herzögliche Lensburgen. Die Quellenbasis an schriftlichen Zeugnissen für die untersuchten Burgen gestaltet sich sehr dünn (28 Nennungen), zudem wurden die Burgen zuvor noch nie archäologisch untersucht. Magnussen verwies auf die Möglichkeiten zum Verständnis dieser Burgenlandschaft durch eine interdisziplinäre Betrachtung und einen differenzierten Blick auf verschiedene Anlagetypen.

MICHAEL WEIDENBACHER (Tübingen) gab Einblicke in die Burgenlandschaft am Nordrand der Schwäbischen Alb, wobei er Burgen als Teil eines komplexen Raum- und Sozialgefüges vorstellte. Vor allem die naturräumlichen und wirtschaftlichen Faktoren – wie etwa die Ausbeutung von Bodenschätzen – und ihre Rolle für den Burgenbau in dieser Gegend standen im Vordergrund des Vortrags. Anhand ausgewählter Beispiele aus dem Raum Göppingen demonstrierte Weidenbacher, dass Burgen einer wechselseitigen Beziehung mit ihrem Umfeld unterlagen und nur zusammen mit diesem Beziehungsgefüge analysiert werden können.

Die letzte Session – „Burgen, Realien und Akteure“ – wurde von CHRISTINA SCHMID (Linz) eröffnet, die mittelalterliche Alltagsobjekte hinsichtlich ihres Erkenntnisgewinns für materielle wie immaterielle Aspekte von Haushalten auf Burgen untersuchte. Am Beispiel der Burg Prandegg zeigte sie, dass sich anhand auf der Burg gefundener Haushaltsgegenstände tiefe Einblicke in die Position der Burgen und die ihrer BewohnerInnen in verschiedenen Handels- und Kommunikationsnetzen erlangen lassen. Insbesondere die Analyse der Herstellungs- und Verwendungsgeschichte derartiger archäologischer Funde ermöglicht spannende Schlüsse, etwa auf die Qualität dieser Netzwerke oder das Bedürfnis der BewohnerInnen nach Repräsentation. Somit ließ der Beitrag nicht nur die Burg als „Lebensraum“ im Wortsinn deutlich werden, sondern zeigte methodisch den Erkenntnisgewinn durch die Verknüpfung verschiedener Quellenperspektiven.

THOMAS KÜHTREIBER (Krems) referierte über die Wechselbezüge zwischen Innen- und Außenraumgestaltung adeliger Herrschaften und deren Nutzung. Vor dem Kontext des „Homemaking“ im Sinne räumlicher und sozialer Positionierung wurde die Burg aus drei verschiedenen Perspektiven betrachtet: als Ort, als „Ding“ und als sozialer Raum. Am Beispiel der Reorganisation der Herrschaft Windhag zwischen dem 14. und dem 17. Jahrhundert demonstrierte Kühtreiber den Zusammenhang zwischen der Positionierung von Dingen und der sozialen Selbstverortung der handelnden adeligen Akteure.

MARCO KRÄTSCHMER (Marburg) widmete sich mit Burgen als monastischer Ressource einem vermeintlich widersprüchlichen Thema und konnte so eine Brücke von der ersten Förderphase des SFB 1070, die Klöster behandelte, zur Thematik der Burgen schlagen. Burgen waren zwar kein zentraler Aspekt in der monastischen chronikalen Überlieferung; dennoch zeigte sich insbesondere am Beispiel der St. Galler Chronistik, dass auch kirchliche Würdenträger Burgen als wichtige Ressource erkannten, vor allem in ihrer militärischen Funktion. Es stellte sich heraus, dass die St. Galler Äbte durchaus gestaltenden Einfluss nicht nur auf die Kloster-, sondern auch auf die Burgenlandschaft nehmen konnten. Fraglich bleibt laut Krätschmer, ob eine deutliche Konkurrenz beziehungsweise Spannung zwischen Burg und Kloster für die Zeitgenossen vorherrschte oder ob dies letztlich nur eine moderne Projektion darstelle. Die Beziehungen und Wechselwirkungen zwischen den Phänomenen „Kloster“ und „Burg“, die bisher in der Forschung weitgehend unbeachtet blieben, zeigten einmal mehr die Heterogenität des Forschungsgegenstandes abseits der klassischen „Adelsburg“. Es bietet sich die Chance, durch weiterführende Studien diese für St. Gallen geltenden Ergebnisse mit anderen Klöstern als Fallbeispielen zu vergleichen.

Mit der Burgenpolitik städtischer Eliten behandelte MARKUS JANSEN (Köln) am Beispiel der Kölner Bürgerschaft schließlich ein weiteres Thema, das keinen klassischen Forschungsbereich darstellt. Als Desiderat kristallisierte sich die Diskussion über das methodische Problem heraus, wann Besitz als „Burg“ identifiziert werden kann und ab wann dieser eine standeskonstituierende Bedeutung einnahm – bei städtischen Eliten eine besonders virulente Frage. Ab dem 15. Jahrhundert übernahmen schließlich auch Zunftmitglieder die mit Burgen verbundene adelige Lebensweise. Eine epochenübergreifende Perspektive hin zur Frühen Neuzeit konnte Jansen mit den „landtagsfähigen Rittersitzen“ liefern, durch die sich die städtische Oberschicht konstituierte. Auch bei den hier behandelten Fallbeispielen zeigten sich die Heterogenität und der Facettenreichtum des Phänomens „Burg“, sowohl hinsichtlich des Baubestandes als auch dessen Nutzung.

Die Tagung ermöglichte durch ihren interdisziplinären Ansatz eine Betrachtung der „Burg“ aus verschiedenen, zum Teil neuen Perspektiven. Gerade einzelne Aspekte dieses Themas, wie zum Beispiel Fragen zur mittelalterlichen Sachkultur, zeichnen sich durch einen relativen Mangel an schriftlicher Überlieferung aus. Weitere bedeutende Facetten – etwa das Verhältnis von Burgen zu ihrem Umland – lassen sich in der schriftlichen Überlieferung, wenn überhaupt, nur sehr schwer fassen. Vor allem in solchen Fällen ermöglicht das Zusammenwirken verschiedener Disziplinen eine Fülle neuer Erkenntnisse. Hier zeigte die Tagung eindrucksvoll die Notwendigkeit der Zusammenarbeit der Geschichtswissenschaft mit der Mittelalterarchäologie. Da die Vorträge einen breiteren chronologischen Raum abdeckten als im Teilprojekt B03 des SFB eigentlich vorgesehen, eröffnete die Tagung auch für das Projekt neue Perspektiven. Insbesondere das bislang wenig beachtete wechselseitige Zusammenwirken von Kloster und Burg stellt ein offenes Feld für weitere Untersuchungen dar. Ein zentraler Aspekt, der in allen Vorträgen zum Vorschein kam, war die Heterogenität der symbiotischen, mitunter spannungsreichen Phänomene „Burg“, „Adel“ und „Landschaft“. Die Ergebnisse der Tagung sollen in einem Sammelband festgehalten werden.

Konferenzübersicht:

Sigrid Hirbodian (Tübingen) / Rainer Schreg (Bamberg): Begrüßung und Einführung Sonderforschungsbereich 1070, Bereich B03

Session 1.1: Burg und Adel I
Moderation: Sigrid Hirbodian (Tübingen)

Jonas Froehlich (Tübingen): My home is my castle. Burgen als Ressourcen des niederen Adels an der Alb

Manfred Waßner (Esslingen): Adel und Burgen im Landkreis Esslingen

Jens Boye Volquartz (Kiel): Zwischen Bauern und Königen. Einbettung spätmittelalterlicher Burgen in gesellschaftliche Verflechtungen in Nordfriesland und Dithmarschen

Session 1.2: Burg und Adel II
Moderation: Karl-Heinz Spieß (Greifswald)

Simon Bürcky (Gießen): Vom Burgfrieden zum Familienrecht. Burg und Ganerbschaft Buchenau im 15. und 16. Jahrhundert

Lea Wegner (Tübingen): Die Menschen hinter der Festung. Kontrolle, Konflikt und Kommunikation am Beispiel der württembergischen Landesfestungen Schorndorf und Hohenasperg

Abendvorträge der Preisträger des Barbara-Scholkmann-Nachwuchsförderpreises für Historische Archäologie
Moderation: Rainer Schreg (Bamberg)

Roland Filzwieser (Wien): Burg Scharfeneck am Leithagebirge. Landschaft und Ressourcen

Fabian Brenker (Nürnberg): Demonstrativ ungeschickt. Adelige Kleidung als Zeichen der Abkömmlichkeit

Session 2: Burg und Landschaft
Moderation: Lukas Werther (Tübingen)

Peter Rückert (Stuttgart): Burgenlandschaften des hohen Mittelalters im deutschen Südwesten

Oliver Creighton (Exeter): Castles and their Landscapes. An Overview of Research Directions in England

Stefan Magnussen (Leipzig): Die räumliche Dimension des Burgenbaus an der Flensburger Förde während der Herrschaft Valdemars IV. von Dänemark

Michael Weidenbacher (Tübingen): Burgen an der Schwäbischen Alb und ihr Umland

Session 3: Burgen, Realien und Akteure
Moderation: Timm Radt (Stuttgart)

Christina Schmid (Linz): Kommunikation, Diffusion und Austausch. Die Burg als Knotenpunkt für Menschen, Objekte und Ideen

Thomas Kühtreiber (Krems): Haushalt und Landschaft. Adelige Ordnungspraktiken am Beispiel der Herrschaft Windhag, Oberösterreich

Marco Krätschmer (Marburg): Die „Symbole der Macht" als monastische Ressource. Burgen und Abtsherrschaft in der St. Galler Klosterchronistik des hohen Mittelalters

Markus Jansen (Köln): Bürgerliche Ritterburgen? Burg- und Herrschaftserwerb von Angehörigen der Kölner Führungsschicht

Anmerkungen:
[1] Vgl. als Beispiel für die Analyse der Wochenberichte des Bauverwalters Lea Beck [= Lea Wegner], Baugestaltung und Einflüsse des frühen Befestigungsbaus in Württemberg am Beispiel der Landesfestung Schorndorf, in: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 78 (2019), S. 201-241.
[2] Vgl. hierzu Oliver Auge (Hrsg.), Vergessenes Burgenland Schleswig-Holstein. Die Burgenlandschaft zwischen Elbe und Königsau im Hoch- und Spätmittelalter (Kieler Werkstücke, Reihe A: Beiträge zur schleswig-holsteinischen und skandinavischen Geschichte 42), Frankfurt am Main 2015. Vgl. auch den Beitrag: Stefan Magnussen, Castles in Contested Landscapes. Kleinburgen im Herzogtum Schleswig als Phänomen gesellschaftlichen und herrschaftsräumlichen Wandels (13. bis 16. Jahrhundert) – eine Projektskizze, in: ebd., S. 221-232.
[3] Damit ist nicht direkt die Lehnsburg gemeint; die Bezeichnung „Lensburg“ ist hier als spezifischer Quellenbegriff zu verstehen.

Zitation
Tagungsbericht: Burg – Adel – Landschaft. Burgen als landschaftsprägende Ressourcen im Mittelalter, 22.10.2020 – 23.10.2020 Tübingen (digital), in: H-Soz-Kult, 02.02.2021, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8868>.