Varianten des Wandels: Neue Perspektiven auf die Region in der jüngsten Zeitgeschichte 1970-2020

Ort
digital (Münster)
Veranstalter
Matthias Frese / Thomas Küster / Malte Thießen, LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte, Münster
Datum
17.03.2021 - 18.03.2021
Von
Christian Rau, Abt. Berlin, Institut für Zeitgeschichte München-Berlin

Je näher die Zeitgeschichte an die Gegenwart heranrückt und die uns aktuell beschäftigenden Probleme zu historisieren beansprucht, desto mehr muss sie sich mit zeitdiagnostisch relevanten Makroprozessen wie Globalisierung, Digitalisierung, Migration oder De-Industrialisierung auseinandersetzen. Bestand lange Zeit weitgehend Einhelligkeit darüber, dass sich mit dem Globalisierungsschub der 1980er Jahre die Tendenz zur Entterritorialisierung beschleunige, so machte zuletzt die Corona-Pandemie die nach wie vor akute Relevanz nationaler und regionaler Bezugsebenen sichtbar. Vor diesem Hintergrund stehen auch die Regional- und Landesgeschichte vor der Herausforderung, eigene Begriffe, Methoden und Ansätze zu hinterfragen und neu zu justieren. In diesem Kontext verortet sich der Projektverbund „Westfalen.70-20“ des LWL-Instituts für westfälische Regionalgeschichte Münster, der nach Verflechtungen und Neuordnungen zwischen globalen, europäischen, nationalen, regionalen und lokalen Räumen und Akteuren seit den 1970er Jahren fragt. Bereits im März 2020 sollten Zwischenergebnisse in Münster diskutiert und Kooperationen mit verwandten Projekten vertieft werden. Die Pandemie aber machte dem einen Strich durch die Rechnung. Die Tagung wurde schlussendlich um ein Jahr und in den digitalen Raum verschoben. Dies aber tat der Qualität der Veranstaltung, die zum Autor:innenworkshop mit einem rund 300 Seiten dicken Reader und begrenztem Teilnehmer:innenkreis umkonzipiert wurde, keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil: Die Diskussionen waren von einer Intensität und Tiefe, wie man sie bei traditionellen Formaten mit ausufernden Vorträgen und Co-Referaten häufig vermisst.

In seiner konzeptionellen und begrifflichen Einführung betonte THOMAS KÜSTER (Münster) die prinzipielle Offenheit des Leitbegriffs der Region, die zum einen als eigenständige Akteurin, zum anderen als (innerstaatliche) mittlere Ebene verstanden wird, auf der sich die Wahrnehmung und Bewältigung von Wandlungsprozessen in der jüngsten Zeitgeschichte differenziert beobachten und analysieren lassen. In den Sektionen wurde daran anknüpfend vor allem diskutiert, wie sich der Wandel des Politischen, der wirtschaftliche Strukturwandel und das Hinzukommen neuer Akteure wie die Europäische (Wirtschafts-)Gemeinschaft (EWG/EG) seit den 1970er Jahren (zum Teil auch früher oder später) auf Regionskonzepte auswirkten und welche Herausforderungen sich damit für die Regionalgeschichte verbinden.

Sektion 1 fragte danach, wie sich Paradigmenwechsel auf der Makroebene in regionalen Reformprozessen materialisierten. Regionen wurden hierbei vor allem als politische Handlungsräume gefasst. Während STEFAN PAULUS (Augsburg) sich mit regionalen Auswirkungen der Bildungsreformen der 1960er Jahre befasste und deren positive Impulse gerade für strukturschwache Regionen in Bayern und Nordrhein-Westfalen hervorhob, zeigte NADJA HENDRIKS (Aachen) am Beispiel der bayerischen Kommune Donauwörth Ambivalenzen in der lokalen Rezeption neuer globalistischer Narrative auf. So habe sich das vom Club of Rome ausgehende Narrativ von den Grenzen des Wachstums (1973) nicht in den Verwaltungsberichten der Stadt niedergeschlagen. Stattdessen habe sich hier ein lokales Fortschrittsnarrativ erhalten, was Hendriks auf die lokale Bedeutung des Arbeitgebers Airbus und die kritische Haltung des CSU-Bürgermeisters Alfred Böswald gegenüber Umweltaktivist:innen zurückführte.

Sektion 2 fragte nach Verflechtungen und Rückkopplungen zwischen supranationaler und regionaler Politik. Dabei wurde ein breites Tableau aufgefächert, das von Nachkriegs- und Besatzungspolitik über die Allgegenwärtigkeit der Atomgefahr im Kalten Krieg bis hin zu Europäisierungsprozessen reichte. THOMAS KÜSTER (Münster) widmete sich der britischen Truppenpräsenz in Westfalen, Niedersachsen und im Rheinland und stellte im Vergleich zu Regionen mit amerikanischer Truppenpräsenz eine auffallend distanzierte Beziehung zwischen Zivilbevölkerung und Besatzungstruppen fest. Fundamentale Kritik an der Stationierung habe sich jedoch erst nach 1990 im Zuge regionaler Entwicklungsdebatten formiert. CLAUDIA KEMPER (Hamburg) zeigte anhand von Anti-Atom-Protesten, wie der Kalte Krieg zum regionalen Ereignis wurde. Mit ihrem überwiegend theoretisch angelegten Beitrag verband sie das Plädoyer, internationale Geschichte (Kalter Krieg) und Regionalgeschichte (Protestbewegungen) künftig stärker miteinander zu verschränken. Aus wirtschaftswissenschaftlicher Perspektive fragte CHRISTIAN HENRICH-FRANKE (Siegen) danach, wie sich Staatlichkeit in Nordrhein-Westfalen durch die Integration des Landes in das europäische Mehrebenensystem veränderte. Dabei machte er einerseits Kompetenzzuwächse auf Seiten der regionalen Akteure aus, andererseits gerieten etablierte Institutionen wie der Landtag ebenso unter einen Transformationsdruck. Auf ganz andere Europäisierungsprozesse stellte das Papier von MARIJN MOLEMA und BART HOOGEBOOM (Groningen) ab. Sie thematisierten den Durchbruch der regionalen Innovationspolitik in Westeuropa in den 1970er Jahren, welche das traditionelle Paradigma von der regionalen Industriepolitik abgelöst habe. Seither agierten Regionen in internationalen Netzwerken, wobei sich die EWG/EG zunehmend zum Transmissionsriemen für neue regionale Wissensbestände entwickelt habe. Dass diese endogenen Strategien aber keineswegs homogenisierende, sondern mitunter höchst widersprüchliche regionale Effekte erzielten, zeigten Molema und Hoogeboom an den Beispielen Waldviertel (Wien), Ostfriesland (Deutschland), Meetjesland (Belgien) und Nordost-Fryslân (Niederlande).

Sektion 3 widmete sich Regionalisierungsprozessen infolge des Durchbruchs der „New Economy“ (im weitesten Sinne). KARL-CHRISTIAN FÜHRER (Hamburg) untersuchte die Entstehung landwirtschaftlicher Intensivgebiete und erklärte dies mit dem Wandel von Marktstrukturen in der Fleischindustrie seit dem Ende der 1950er Jahre. Die Ausweitung und Verlagerung des Fleischkonsums von der Metzgerei in den Supermarkt habe die Entstehung von Versandschlachthöfen in räumlicher Nähe zu den Zuchtbetrieben und damit regionale Clusterbildung befördert. CHRISTIAN BERG (Paderborn) skizzierte die Bedeutung des Computerpioniers und Unternehmers Heinz Nixdorf für den Wandel der Stadt Paderborn vom „Armenhaus“ Nordrhein-Westfalens hin zu einer prosperierenden Wirtschafts- und Wissenschaftsregion. MARTIN SCHMITT (Darmstadt) zeigte im einzigen Beitrag zur DDR, dass die regionale Bezugsebene auch in der zentralistisch organisierten sozialistischen Diktatur relevant war. Dass die 1952 geschaffenen Bezirke nicht nur Kunstprodukte waren, sondern auch konkrete Raumbildungsprozesse bewirkten, demonstrierte Schmitt anhand des Aufbaus von Infrastrukturen der Datenverarbeitung in der Kreditwirtschaft. Zum Schluss der Sektion schlug MALTE THIESSEN (Münster) drei thematische Schneisen in die komplexe Beziehungsgeschichte von Region und Digitalität. So sei Digitalisierung in Nordrhein-Westfalen schon früh als Mittel gegen Landflucht erkannt worden, im Schulbereich habe sich Digitalisierung zum konfliktiven Diskursfeld über Bildungspolitik entwickelt, und in der Raumplanung sei Digitalität zunehmend zum Paradigma aufgestiegen.

Sektion 4 verlagerte den Blick auf Arbeitswelten. THOMAS SCHLEMMER (München) nahm zu Beginn ein besonders nah an der Gegenwart liegendes Thema in den Blick: die Bündnisse für Arbeit in Nordrhein-Westfalen und Bayern. Für deren Erfolg (Bayern) oder Scheitern (NRW) machte Schlemmer vor allem Unterschiede in den regionalen politischen Kulturen aus. Eine besonders wichtige Rolle spielte die jeweilige Stellung der Gewerkschaften, erwies sich doch vor allem die Tarifpolitik als Kernproblem der Debatten. Das gescheiterte Bündnis in Nordrhein-Westfalen habe sich schließlich als Blaupause für Gerhard Schröders (ebenfalls gescheitertes) nationales Projekt (1998) erwiesen. Das Papier von JULIA PAULUS (Münster), das wegen Abwesenheit der Autorin nicht diskutiert werden konnte, fokussierte auf Brüche in der scheinbar linearen Erfolgsgeschichte der Gleichstellung von Männern und Frauen in der Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik seit den 1970er Jahren, die durch den regionalen Fokus deutlicher würden. Hieran anschließend analysierte MANUELA RIENKS (München) geschlechtergeschichtliche Aspekte der Debatten über den Ladenschluss in Bayern seit den 1970er Jahren und zeigte, dass trotz des Reformdrucks Vorstellungen von der Unterordnung weiblicher Erwerbstätigkeit unter die Reproduktionsarbeit regional tradiert wurden.

In Sektion 5 stand die Bedeutung von Migration und Mobilität für Regionalisierungsprozesse im Zentrum. SARA-MARIE DEMIRIZ (Bochum) zeigte, wie die Vorstellung vom Ruhrgebiet als traditionell paternalistisch geprägte Industrie- und Bergbau-Region das Inklusionsmanagement regionaler Akteure (Gewerkschaften, Betriebe, Verbände, Kirchen) für sogenannte Gastarbeiter:innen prägte, wovon vor allem männliche Betriebsräte mit Migrationshintergrund profitierten. JENS GRÜNDLER (Münster) fragte, wie sich in Debatten über den Zuzug von Migrant:innen ins ländliche Ruhrgebiet (regionale) gesellschaftliche Vorstellungen von kollektiver Zugehörigkeit widerspiegelten. Nicht nur Bürgerinitiativen zogen hierbei Parallelen zur „Ghettoisierung“ in den Städten, auch innerhalb der zuständigen Verwaltungen prägte dieser Diskurs das Handeln der Akteure. DAVID TEMPLIN (Hamburg) machte ähnliche Entwicklungen für die vermeintlich weltoffene Großstadt Hamburg aus, wo sich nicht nur Widerstand gegen die Einquartierung von Migrant:innen aufbaute, sondern Gentrifizierung auch gezielt als Strategie zur deren Verdrängung eingesetzt wurde.

Sektion 6 fragte schließlich nach der Bedeutung und dem Wandel regionaler Milieus und Lebensstile. SARAH THIEME (Münster) nahm die katholische Kirche im Bistum Essen in den Blick und untersuchte, wie diese sich im Spannungsfeld von postindustriellem und säkularem Strukturwandel veränderte. PHILIPP KOCH (Minden) knüpfte an die prominente These des Soziologen Andreas Reckwitz von der Gesellschaft der Singularitäten an und stellte dieser mit Blick auf Minden ein vielschichtiges und komplexes Bild städtischer Milieus gegenüber. Koch führte damit vor Augen, dass Prozessbegriffe wie De-Industrialisierung oder Re-Agrarisierung für die lokale Ebene zu kurz greifen bzw. deren Komplexität nicht zu fassen vermögen. Zum Abschluss beleuchtete MATTHIAS FRESE (Münster) die Strategien, mit denen Verkehrsorganisationen und Landesregierung in Nordrhein-Westfalen versuchten, das Ruhrgebiet als Tourismusregion zu erschließen und dabei auch vom Image der Industriebrache wegzukommen.

Die Abschlussdiskussion wurde von drei Kommentaren gerahmt, die dem breiten Tableau der in den Sektionen verhandelten Themen Metaperspektiven aus unterschiedlichen Blickwinkeln zur Seite stellten. Den Auftakt machte SABINE MECKING (Marburg), die sich dem Themenfeld Strukturpolitik und Föderalismus zuwandte. Dabei lenkte sie den Blick auf Wechselwirkungen zwischen der politischen Steuerung des sozioökonomischen Wandels und der Wahrnehmung von Ländern und Wirtschaftsregionen. Sie verwies auch auf Ähnlichkeiten in der räumlichen Gestaltung von Wirtschaftsstrukturen in der DDR und Osteuropa und plädierte für eine Integration dieser Räume. LUTZ RAPHAEL (Trier) leitete aus dem von ihm mitkonzipierten Forschungsverbund „Nach dem Boom“, der sich auf politökonomische Wandlungen seit den 1970er Jahren konzentriert, regionalgeschichtliche Perspektiven ab und wies letzteren die Funktion zu, Makrotheorien zu falsifizieren. Dabei gelte es vor allem, den Wandel von Regionalpolitik und Akteurskonstellationen (Cluster- und Netzwerkbildung) zu reflektieren. ANDREAS WIRSCHING (München) plädierte dagegen aus sozialkonstruktivistischer Sicht für eine verstärkte Sensibilität gegenüber Verflechtungen zwischen Globalisierung und kleinen Räumen. Am Beispiel ehemaliger Militärflughäfen in Ost- und Westdeutschland nach dem Ende des Ost-West-Konflikts machte er zudem deutlich, dass die deutsche Regionalgeschichte eine deutsch-deutsche Erweiterung benötige, die nicht erst mit dem Zäsurjahr 1989 einsetzt. Die Beiträge und die sich daran anschließenden intensiven Diskussionen machten noch einmal deutlich, was Malte Thießen in einem Schlusssatz prägnant zusammenfasste: Die Region erhält in den 1970er Jahren eine neue Bedeutung. Man müsste der Genauigkeit halber ergänzen: eine Vielzahl neuer Bedeutungen.

Der Befund, dass sich Regionskonzepte seit den 1970er Jahren pluralisierten, macht nicht nur die ältere These der Entterritorialisierung obsolet, sondern stellt auch die Regional- und Landesgeschichte vor die Herausforderung, eigene Potentiale, aber auch Grenzen weiter auszuloten. Der Workshop hat dazu einen gewinnbringenden Beitrag geleistet. So drehten sich die einen breiten Raum einnehmenden Diskussionen vor allem um den Leitbegriff der Region. Gerade dessen Offenheit wurde immer wieder produktiv, aber auch kritisch aufgegriffen. Deutlich wurde dabei ganz besonders: Was unter Region verstanden wird (Akteurin eigenen Rechts, politische Entität, ländlicher Raum, Stadt-Land-übergreifende Netzwerke, Innovationsraum, Agrarkompetenzregion, Handlungsreferenzrahmen, mediales Problemfeld usw.) hängt jeweils vom Gegenstand, vom Fragehorizont und vom theoretischen Unterbau ab. Grenzen des regionalgeschichtlichen Ansatzes wurden dabei vor allem für die Geschichte der Arbeitswelten und die Digitalgeschichte ausgemacht.

Auch wenn die Tagung keine abschließenden und eindeutigen Antworten auf die zentralen Fragen nach dem Begriff der Region und dem Potential der Regionalgeschichte geben konnte, so schärften doch alle Beiträge die Sensibilität für die theoretisch-methodischen Grundlagen und bisherigen Engführungen der jüngsten Zeitgeschichte. Die sich in der Zusammensetzung der Sektionen abbildende Interdisziplinarität sowie das ausgewogene Verhältnis von etablierten und Nachwuchswissenschaftler:innen beförderten die Diskussionen ungemein. Auch dass die besser erforschten Regionen Ruhrgebiet und Bayern gerade nicht im Vordergrund des Workshops standen, sondern eine große regionale Vielfalt präsentiert wurde, hat die Diskussionen wesentlich befruchtet. Gleichwohl offenbarte die Tagung auch disziplinenbedingte Grenzen, die es noch aufzubrechen gilt. Vor allem sollten – 30 Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges – auch Ostdeutschland und Osteuropa in die jüngste Zeitgeschichte (jenseits bloßer Plädoyers) integriert werden. Die bereits vielfältig erforschten Verflechtungen zwischen West- und Osteuropa während des Kalten Krieges laden hierzu ebenso ein wie die von Philipp Ther vor einigen Jahren aufgestellte und breit rezipierte These von der Ko-Transformation West- und Osteuropas seit den 1980er Jahren, deren Potential sich vor dem Hintergrund einer verschränkten Regional- und Zeitgeschichte differenzierter ausloten ließe. Insgesamt bot die Tagung aber eine Fülle von Impulsen und Ideen, an die sich künftig gewinnbringend anknüpfen lässt. Auf den Tagungsband darf man gespannt sein.

Konferenzübersicht:

Thomas Küster (LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte, Münster): Einführung

Sektion 1: Paradigmenwechsel und Reformen

Moderation: Winfried Süß (Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam)

Stefan Paulus (Universität Augsburg): Bildungsreform und Akademisierung in historischer Perspektive

Nadja Hendriks (Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen): „Auch unsere Stadt ist keine Insel der Seligen“ – Diskussionen um regionale Entwicklung und umweltpolitische Schwerpunktsetzungen im bayerisch-schwäbischen Donauwörth

Sektion 2: Supranationalität und Standortpolitik – Die Region zwischen Kaltem Krieg und Europäischer Integration

Moderation: Martina Steber (Institut für Zeitgeschichte München-Berlin)

Thomas Küster (LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte, Münster): Kalter Krieg, Truppenabzug und lokale Agenda. Die Beziehungen zwischen Zivilgesellschaft und britischem Militär in der Bundesrepublik

Claudia Kemper (Universität Hamburg): Bomben auf Brunsbüttel. Globale Kritik und regionaler Widerstand während des Kalten Krieges

Marijn Molema / Baart Hoogeboom (beide Rijksuniversiteit Groningen): From Idea to Practice. A Comparison between Endogenous Development Strategies in European Regions, c. 1980-2000
Christian Henrich-Franke (Universität Siegen): Nordrhein-Westfalen im europäischen Mehrebenensystem

Sektion 3: New Economy – Sektoren und Branchen in regionaler Perspektive

Moderation: Lutz Raphael (Universität Trier)

Karl Christian Führer (Universität Hamburg): Die Entstehung landwirtschaftlicher Intensivgebiete. Zu den Hintergründen einer agrarischen Revolution

Christian Berg (Heinz Nixdorf MuseumsForum, Paderborn): Die Entstehung eines Clusters der Informationstechnologie – Fallstudie Nixdorf und Paderborn

Martin Schmitt (Technische Universität Darmstadt): Von der Region in die Republik? Regionen in der Digitalisierung der Kreditwirtschaft Deutschlands am Beispiel der Sparkassen 1961-1991

Malte Thießen (LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte, Münster): Wie kommt die Digitalisierung in die Region? Perspektiven einer Digitalgeschichte in der Erweiterung

Sektion 4: Aushandlungsprozesse und veränderte Arbeitswelten

Moderation: Kirsten Heinsohn (Forschungsstelle für Zeitgeschichte Hamburg)

Thomas Schlemmer (Institut für Zeitgeschichte München-Berlin): Bündnisse für Arbeit und Beziehungen zwischen Gewerkschaften, Arbeitgebern und Landesregierungen in NRW und Bayern

Julia Paulus (LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte, Münster): „Reservearmee“ – „Manövriermasse“ – „Problemgruppe“. Gleich(e)Stellung von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt und in der Berufsausbildung – Vortrag ausgefallen

Manuela Rienks (Institut für Zeitgeschichte München-Berlin): Ausnahmen bestätigen die Regel. Debatten um den Ladenschluss in Bayern 1970-1990 und der Stellenwert von Verkäuferinnen im Einzelhandel

Sektion 5: Migration und Mobilität

Moderation: Christiane Reinecke (Universität Osnabrück/Universität Leipzig)

Sara-Marie Demiriz (Ruhr-Universität Bochum): „Teilhabe schaffen, Einfluss nehmen, Teil werden“ – Migration und Partizipation am Beispiel des Ruhrgebiets

Jens Gründler (LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte, Münster): Migration. Wohnen und „Integration“ im ländlichen Raum 1975-2000

David Templin (Forschungsstelle für Zeitgeschichte Hamburg): Urbane Geographien des Ankommens. Migration, Suburbanisierung und Gentrifizierung in Hamburg und seinem Umland seit den 1970er Jahren

Sektion 6: Milieus und neue Lebensstile

Moderation: Thomas Großbölting (Forschungsstelle für Zeitgeschichte Hamburg)

Sarah Thieme (Universität Münster): Kirche zwischen Tradition und Transformation. Religiöser und industrieller Wandel im Ruhrgebiet als Herausforderung für das Bistum Essen?

Philipp Koch (Mindener Museum, Minden): Stadtgesellschaft und Milieus im Zeitalter der Singularitäten: Das Beispiel Minden 1973-1994

Matthias Frese (LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte, Münster): Regionaler Tourismus und Städtereisen als Strukturpolitik und Konsum in NRW

Abschlussdiskussion

Moderation: Malte Thießen (LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte, Münster)

Sabine Mecking (Universität Marburg): Fragen der Konvergenz: Stärkung oder Schwächung regionaler Muster und Strukturen?

Lutz Raphael (Universität Trier): Dynamiken und Grenzen des Wandels „nach dem Boom“: regionale Befunde

Andreas Wirsching (Institut für Zeitgeschichte München-Berlin): Die Bedeutung des Ost-West-Konfliktes und seines Endes

Zitation
Tagungsbericht: Varianten des Wandels: Neue Perspektiven auf die Region in der jüngsten Zeitgeschichte 1970-2020, 17.03.2021 – 18.03.2021 digital (Münster), in: H-Soz-Kult, 08.05.2021, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8930>.