Die Volksabstimmung in Oberschlesien 1921 ein Jahrhundert danach. Nationale Selbstbestimmung oder geopolitische Machtspiele?

Ort
Ratingen
Veranstalter
David Skrabania, Kulturreferat für Oberschlesien, Stiftung Haus Oberschlesien; Oberschlesisches Landesmuseum
Datum
11.06.2021 - 12.06.2021
Von
Florian Paprotny, Ruhr-Universität Bochum

Im ersten Themenblock ging es um die Neuordnung Europas nach 1918. JÖRN LEONHARD (Freiburg im Breisgau) referierte über die Makroebene der Friedenverhandlungen und des Ideals der Selbstbestimmung sowie dessen Umsetzung nach 1918. Er wies auf die besondere Ausrichtung der Tagung hin, da die Geschichte des Ersten Weltkriegs nur selten so multiperspektivisch betrachtet würde: ein lokales Ereignis wie das Plebiszit habe eine bedeutende regionale, nationale wie auch internationale und sogar globale Ebene. Die Auswirkungen der Idee des Selbstbestimmungsrechts zeigten sich nicht nur in Europa, sondern weit bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ganz global, in der Dekolonialisierung und auch in den heißen Kriegen während der Zeit des Kalten Krieges.

GUIDO HITZE (Düsseldorf) beleuchtete die Nachkriegszeit aus der deutschen Perspektive. Hitze wies darauf hin, dass die Ereignisse in den Jahren zwischen 1919 und 1921 in der deutschen Perspektive nicht so sehr verschmelzen wie in der polnischen. In Polen gehen sie als Beitrag der Oberschlesier zur polnischen Nationswerdung infolge der drei Aufstände auf, während sie in Deutschland in geteilter Perspektive betrachtet werden: als Vorgeschichte, Verlauf und Ergebnis des Plebiszits sowie als Bewertung vor allem des dritten Aufstandes und der Teilungsentscheidung des Völkerbundes.

Die polnische Perspektive wurde von RYSZARD KACZMAREK (Kattowitz) dargestellt: Für die polnische Historiographie seien die Aufstände das entscheidende Moment der Zeit von 1919–1921, und nicht die Volksabstimmung. Mit den Aufständen wurde der Anspruch Polens auf das Gebiet begründet, da sie als spontane Erhebungen der lokalen Bevölkerung bewertet wurden. Das Ergebnis der Volksabstimmung, welches mit ca. 60% zu 40% für Deutschland ausfiel, eignete sich dafür nicht. Bis in die 1990er-Jahre kam dem polnischen Historiker die Aufgabe zu, den Anschluss Schlesiens nach 1945 zu legitimieren. Erst vor gut 20 Jahren habe sich dieser Blickwinkel geändert und die Instrumentalisierung der polnischen Geschichte ließ nach.

Der nächste Block befasste sich mit weiteren Volksabstimmungen, die nach dem Ersten Weltkrieg stattfanden: WILHELM WADL (Kärnten) referierte über Kärnten, ARON MATHE (Budapest) sprach über das Plebiszit in Sopron. FLORIAN PAPROTNY (Bochum) beschäftigte sich mit den Plebisziten in Ost- und Westpreußen, während JIŘÍ NEMINÁŘ (Hlučín) die Entstehung des Hultschiner Ländchens in den Blick nahm. Schließlich erläuterte BARTHOLOMÄUS FUJAK (Dortmund), warum es im Teschener Land letztlich nicht zu einer Volksabstimmung kam Bei den Beispielen wird deutlich, dass es in zahlreichen ethnisch-kulturellen Grenzregionen Europas nach Kriegsende häufig zu vergleichbaren Problemen kam.

Die Alliierten standen im Fokus des folgenden Blockes. KARSTEN EICHNER (Gießen) hielt fest, dass Oberschlesien für die meisten Teilnehmer der Pariser Friedenskonferenz eine Terra Incognita war. Ferner zeichnete sich schnell ein Gegensatz zwischen Frankreich und Großbritannien ab. Beim Umgang mit dem Abstimmungsergebnis konnten sich beide Staaten nicht einigen, weshalb nach dem dritten Aufstand die Entscheidung an den Völkerbund delegiert wurde. Trotzdem sieht Eichner die Volksabstimmung als Prototyp für spätere multinationale Einsätze in Krisengebieten.

EVELYNE ADENAUER (Köln) referierte über die italienischen Truppen in Oberschlesien. Die italienische Politik bezüglich Oberschlesien sei wechselhaft gewesen, eine klar definierbare Haltung zur Oberschlesienfrage habe es nicht gegeben. SASCHA HINKEL (Münster) befasste sich mit der Position des Vatikans gegenüber der Oberschlesienfrage. Die Haltung des Vatikans war gekennzeichnet von dem Versuch der Unparteilichkeit, die sich jedoch als schwierig umzusetzen erwies. Er stellte dem in Polen als „Germanisator“ geltenden Fürstbischof von Breslau Adolf Kardinal Bertram, dem die Jurisdiktion über die Diözese oblag, den Nuntius der katholischen Kirche in Polen Achille Ratti als Oberkommissar für Kirchfragen in Oberschlesien zur Seite, was zu einem Kompetenzgerangel führte, durch das beide den Vatikan verärgerten.

Der zweite Tag war eingeteilt in fünf Blöcke. JAMES BJORK (London) begann mit einem Vortrag über die Flüchtigkeit der nationalen Haltungen im Vorfeld des Plebiszits: Die Abstimmung trennte die Oberschlesier nicht einfach nur voneinander, vielmehr entstand auch eine gemeinsame Öffentlichkeit. Nicht die Wahl der einen oder anderen Staatszugehörigkeit am 20. März, sondern die Monate des Abwägens bis dahin seien das Prägendste für die Oberschlesier gewesen.

BENJAMIN CONRAD (Berlin) beschäftigte sich mit dem Zustandekommen des Abstimmungsergebnisses und der Rolle der Emigranten dabei. Interessant ist, dass es die Bewohner der westoberschlesischen Kreise zur Arbeitsmigration nicht ins oberschlesische Industrierevier zog, sondern weiter nach Westen, weshalb es in den westlichen Kreisen einen besonders großen Einfluss auf das Wahlergebnis durch ihre Rückkehr gab. Von den neun westlichen Abstimmungskreisen stimmte nur einer mehrheitlich für Polen. In der anschließenden Diskussion wandte DAVID SKRABANIA (Ratingen) ein, dass es auch aus den mehrheitlich für Polen stimmenden Kreisen Rybnik und Pless seit 1870 umfangreiche Arbeitswanderungen an Rhein und Ruhr gegeben habe.

MACIEJ FIC (Kattowitz) setzte die Abstimmung in Bezug zur Politik der Republik Polen. Die polnische Seite empfand den Kompromiss der Durchführung eines Plebiszits als große Ungerechtigkeit. Mit dem Ausgang des Plebiszits schließlich war man dann erst recht unzufrieden, weshalb vorgezogen wurde, den Weg der Waffengewalt zu gehen. Deswegen stehen in der polnischen Historiographie die Aufstände im Mittelpunkt.

ZBIGNIEW GOŁASZ (Gleiwitz) referierte über die polnische Unterstützung für den Abstimmungskampf. Es entstanden zahlreiche Unterstützungskomitees, die einen bedeutenden Geldbetrag sammelten. Ein wichtiges Komitee war beispielsweise der „Verein zur Verteidigung der westlichen Grenzgebiete“ in Krakau. Insgesamt sei das Netz aus Unterstützern allerdings nicht so effektiv gewesen, wie ihre Pendants in Deutschland.

LUTZ BUDRASS (Bochum) untersuchte die oberschlesischen Emigranten genauer, und zwar mit Schwerpunkt auf den preußischen Provinzen Westfalen und Rheinland. 1910 befanden sich dort laut Volkszählung rund 31.000 Personen, die im Regierungsbezirk Oppeln geboren waren. Die „Verbände heimattreuer Oberschlesier“ kümmerten sich darum, sie für die Abstimmung zu mobilisieren. Der Erfolg dieser Verbände bestand darin, den Oberschlesiern ein regionales Identifikationsangebot zu machen, nämlich einfach „Oberschlesier“ und „heimattreu“ zu sein.

ANDRZEJ MICHALCZYK (Bochum) beschäftigte sich mit der langen Migrationstradition der Oberschlesier. Er verdeutlichte, wie die Arbeitsmigration zu einer Wohlstandssteigerung in der Heimat führte. Doch warum stimmten die Emigranten aus den östlichen Kreisen, etwa Rybnik, für Polen? Sie versprachen sich bessere Aufstiegsmöglichkeiten im Bergbau, da sie aus dem Ruhrgebiet wussten, dass für sie als Oberschlesier an einer nicht allzu hohen Sprosse der Karriereleiter Schluss war.

MIROSŁAW WĘCKI (Kattowitz) stellte den Aufbau des polnischen Plebiszitkommissariats dar, wobei deutlich wurde, wie gut strukturiert und organisiert es im Gegensatz zur deutschen Seite war. Es war ausgerichtet auf die Person Wojciech Korfantys. Guido Hitze übernahm die Präsentation des deutschen Plebiszitkommissariats, das an der Vielzahl der verschiedenen Organisationen, ihrer mangelnden Kooperation untereinander und einer fehlenden hierarchisch übergeordneten Koordination krankte. Dort bewunderte man insgeheim sogar Wojciech Korfanty und die von ihm aufgebaute und straff geführte polnische Organisation.

GRZEGORZ BĘBNIK (Kattowitz) befasste sich mit der Struktur der polnischen paramilitärischen Verbände. Vom Turnverein Sokół über die Polska Organizacja Wojskowa Górnego Śląska (Polnische Kriegsorganisation Oberschlesiens) unterstanden alle der Hauptkommandantur des Aufständischen-Heeres. Mit den deutschen konspirativen und militärischen Verbänden beschäftigte sich MATTHIAS LEMPART (Berlin). Im Sommer 1920 wurde eine Spezialpolizei gebildet, die „Organisation Heinz“. Sie spionierte, führte aber auch Liquidationen durch. Alle Aufträge, die an sie ergingen, waren Carl Spiecker bekannt, sie war ihm jedoch nicht offiziell unterstellt, sondern dem Selbstschutz Oberschlesien, damit im Falle eines Falles Spiecker, und damit die Reichregierung, nicht belastet werden konnten.

WALDEMAR GROSCH (Weingarten) präsentierte seine Auswertung der Plebiszitpropaganda und stellte heraus, welche Themen auf den jeweiligen Seiten besonders häufig aufgegriffen werden. Es wurde deutlich, dass wirtschaftliche Themen weit wichtiger als die Betonung des Volkstums waren. JAKUB GRUDNIEWSKI (Kattowitz) erläuterte die technischen Regularien der Volksabstimmung, also den Aufbau der amtlichen Struktur und die verwaltungstechnischen Herausforderungen der Wahlabwicklung. MAREK JURKOWSKI (Kattowitz) analysierte den Verlauf der Abstimmung anhand der Meldungen in der Presse. DAWID SMOLORZ (Gleiwitz) interpretierte die Ergebnisse des Plebiszits. Er wies darauf hin, dass die Wahlbeteiligung bei 97,5% lag. Das verdeutlicht die immense Mobilisierung der Bevölkerung.

SEBASTIAN ROSENBAUM (Kattowitz) beschäftigte sich mit den Reaktionen auf das Abstimmungsergebnis, den offiziellen wie inoffiziellen. Da sich die Entscheidung zur Grenzziehung so lange hinzog, wurde vor allem die polnische Seite unruhig, was letztlich in den dritten Aufstand gipfelte.

JULIANE HAUBOLD-STOLLE (Berlin) ging auf die deutsch-polnische Erinnerungskultur ein und wies darauf hin, dass es wichtig sei, dass Tagungen wie diese stattfänden und über die verschiedenen Interpretationen von deutscher und polnischer Seite gesprochen wird. Das Verständnis von Nation und Nationalismus unterscheide sich in beiden Ländern. In Deutschland werde der nationalen Perspektive eher ausgewichen, es gäbe eine Tendenz zur Internationalität. Viele Deutsche hätten kein Verständnis für das Nationalgefühl der Polen. In Polen sei die Nation der Kern der Demokratie, die einzige Einheit, die Demokratie und Selbstbestimmung garantieren könne.

Abgeschlossen wurde die Tagung mit einer Podiumsdiskussion. Es diskutierten IGOR KĄKOLEWSKI (Berlin), Jörn Leonhard, Ryszard Kaczmarek und Guido Hitze. Die Moderation übernahm Andrzej Michalczyk. Es ging um den Vergleich von damaligen Volksabstimmungen und heutigen und Separationstendenzen. Gab es eine Option auf einen autonomen Staat Oberschlesien? Kąkolewski nannte die noch wenig thematisierte Schlonsaken-Bewegung, also die damals aktive Bewegung für ein autonomes Oberschlesien. Hitze merkte an, dass ein freies Oberschlesien ein Zankapfel zwischen Tschechien und Polen gewesen wäre, und außerdem als Staat nicht lebensfähig. Leonhard betonte, dass weder Wilson noch Lenin das Entstehen von vielen Kleinststaaten im Sinn hatten. Denn diese hätten ein Sicherheitsrisiko darstellen und wären von den umliegenden Mächten absorbiert worden. Es gab bei den Verhandlungen in Paris das Stichwort der „Verschweizerung“, die um jeden Preis vermieden werden sollte. Kaczmarek warf ein, dass sei schon damals eine hoch intellektuelle Diskussion gewesen; von denen, die darüber sprachen, wusste kaum einer, was wirklich die Folgen einer Sezession gewesen wären. 1919 war das kein Thema für den einfachen Oberschlesier.

Ein weiterer Themenbereich war der Umgang mit Minderheiten. Kąkolewski wies darauf hin, dass mit den Plebisziten in den 1920er-Jahren auch zahlreiche Minderheiten erschaffen wurden. Es gab zwar eine Verpflichtung zum Minderheitenschutz, ihre Durchsetzung erwies sich jedoch als schwierig und die Situation verschärfte sich in der Zwischenkriegszeit immer weiter. Michalczyk stellte fest, dass die Volksabstimmung und der Minderheitenschutz komplett neue politische Instrument waren: In den 1920ern wurden Ideen geboren, die heute in der EU noch umgesetzt werden und unsere Lebenswelt wie selbstverständlich prägen. Leonhard betonte, dass es sowas in Ansätzen schon vorher gab, der springende Punkt aber sei, dass das „Selbstbestimmungsrecht“ globalisiert wurde: Jetzt durfte sich theoretisch jeder darauf beziehen, auch außerhalb von Europa. Es gab allerdings eine starke Desillusionierung: Die Polemik gegen die Self Determination wurde so schließlich in der Weimarer Republik auch zur Diskreditierung der Demokratie benutzt. Dadurch sei die Möglichkeit, einen liberalen Internationalismus politisch salonfähig zu machen, erheblich eingeschränkt worden. Leonhard schloss die Diskussion mit einem Zitat von Reinhard Koselleck: „Am Ende dieser Geschichte bleibt es dabei, man muss die Toten betrauern und die Unterschiede muss man verstehen und aushalten.“ So müsse man die verschiedenen Perspektiven (deutsch, polnisch, tschechisch) auf ein Ereignis stehen lassen, man dürfe sie nicht nivellieren und vorschnell in ein Narrativ gießen.

Die Tagung war in ihrem Umfang und der Auswahl der Kooperationspartner einzigartig: Bis dahin hatte es noch keine Zusammenarbeit der deutschen Kultureinrichtungen mit Schlesienbezug und dem Institut für Nationales Gedenken gegeben. Gerade in Zeiten einer wieder zunehmenden Entfremdung der westeuropäischen Staaten von ihren östlichen Nachbarn bieten solche multiperspektivischen wissenschaftlichen Projekte die Basis, einander besser zu verstehen und, wie Prof. Leonhard am Schluss Reinhard Koselleck zitierte, „die Unterschiede auszuhalten“.

Konferenzübersicht

Eröffnung der Sitzung
Grußworte von David Skrabania (Ratingen), Kulturreferent für Oberschlesien, Sebastian Wladarz (Ratingen), Vorsitzender der Stiftung Haus Oberschlesien, Heiko Hendriks (Düsseldorf), Beauftragter der Landesregierung NRW für die Belange von deutschen Heimatvertriebenen, Aussiedlern und Spätaussiedlern und Stephan Holthoff-Pförtner (Düsseldorf), Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Internationales des Landes Nordrhein-Westfalen.

Panel 1: Neue Ordnung in Europa nach 1918 und Volksabstimmung in Oberschlesien
Moderiert von Frank Mäurer (Ratingen)

Jörn Leonhard (Freiburg im Breisgau): Der überforderte Frieden und die Aporien der Politik: Selbstbestimmung als Ideal und Praxis nach 1918

Guido Hitze (Düsseldorf): Die deutsche Perspektive auf die Volksabstimmung in Oberschlesien

Ryszard Kaczmarek (Kattowitz): Die polnische Perspektive auf die Volksabstimmung in Oberschlesien

Panel 2: Volksabstimmungen in Europa- Fallbeispiele
Moderiert von Frank Mäurer (Ratingen)

Wilhelm Wadl (Klagenfurt): Die Kärntener Volksabstimmung vom 10. Oktober 1920 Vorgeschichte – Ablauf – Ergebnisanalyse

Aron Mathe (Budapest): Die Volksabstimmung in Sopron

Florian Paprotny (Bochum): Die Volksabstimmungen in Ost- und Westpreußen. Eine Warnung für Polen

Jiří Neminář (Hultschin): Grenzziehung nach afrikanischer Art: Formierung des Hultschiner Ländchens

Bartholomäus Fujak (Dortmund): Keine Abstimmung im Teschener Schlesien

Panel 3: Die Alliierten und die oberschlesische Volksabstimmung
Moderiert von Frank Mäurer (Ratingen)

Karsten Eichner (Gießen): Der Preis des Friedens. Großbritanniens und Frankreichs Engagement in Oberschlesien

Evelyne Adenauer (Köln): Der italienische Einsatz im oberschlesischen Abstimmungsgebiet 1920-1922

Sascha Hinkel (Münster): Der Vatikan und die Volksabstimmung in Oberschlesien

Panel 4: Die Volksabstimmung in Oberschlesien (I)
Moderiert von Andrea Perlt (Ratingen)

James Bjork (London): The Volatility of National Attitudes on the Eve of the Referendum

Benjamin Conrad (Berlin): Deutschland und die Abstimmung in Oberschlesien

Maciej Fic (Kattowitz): Die Republik Polen und die Volksabstimmung in Oberschlesien

Panel 5: Die Volksabstimmung in Oberschlesien (II)
Moderiert von Andrea Perlt (Ratingen)

Zbigniew Gołasz (Gleiwitz): Polnische Unterstützung für den Abstimmungskampf

Lutz Budrass (Bochum): Deutsche Unterstützung für den Abstimmungskampf am Beispiel des Rheinlands und Westfalens

Andrzej Michalczyk (Bochum): Migration und Identität. Die Emigranten als Zünglein an der Waage?

Panel 6: Die Volksabstimmung in Oberschlesien (III)
Moderiert von Sebastian Rosenbaum (Kattowitz)

Mirosław Węcki (Kattowitz): Das polnische Plebiszitkommissariat als Werkzeug des Abstimmungskampfes

Guido Hitze (Düsseldorf): Deutsche Strukturen im Rahmen des Abstimmungskampfes

Grzegorz Bębnik (Kattowitz): Polnische konspirative und paramilitärische Strukturen während des Abstimmungskampfes

Matthias Lempart (Bonn): Das deutsche militärische und konspirative Engagement im Oberschlesienkonflikt 1918-1921

Panel 7: Die Volksabstimmung in Oberschlesien (IV)
Moderiert von David Skrabania (Ratingen)

Waldemar Grosch (Weingarten): Deutsche und polnische Propaganda im Vergleich

Jakub Grudniewski (Kattowitz): Technische Regularien zur Durchführung der Volksabstimmung in Oberschlesien.

Marek Jurkowski (Kattowitz): Am Tage des Plebiszits – Der Verlauf der Abstimmung am 20. März 1921 in Oberschlesien (im Spiegel der zeitgenössischen Presse).

Dawid Smolorz (Gleiwitz): Die Ergebnisse der Abstimmung und ihre Deutungen.

Panel 8: Die Deutungen und die kollektive Erinnerung an die Volksabstimmung in Oberschlesien
Moderiert von Mirosław Węcki (Kattowitz)

Sebastian Rosenbaum (Kattowitz): Reaktionen in der deutschen und polnischen Öffentlichkeit auf das Abstimmungsergebnis

Juliane Haubold-Stolle (Berlin): Erinnern und Vergessen. Ein deutsch-polnischer Vergleich

Panel 9: Podiumsdiskussion: Volksabstimmungen und Separationstendenzen nach Versailles und heute: Ein Vergleich
Moderiert von Andrzej Michalczyk

Es diskutieren Igor Kąkolewski, jörn Leonhard, Ryszard Kaczmarek und Guido Hitze

Zitation
Tagungsbericht: Die Volksabstimmung in Oberschlesien 1921 ein Jahrhundert danach. Nationale Selbstbestimmung oder geopolitische Machtspiele?, 11.06.2021 – 12.06.2021 Ratingen, in: H-Soz-Kult, 26.08.2021, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-9036>.