Die Schlacht am Weißen Berg als Weichenstellung für Zentraleuropa. Akteure – Ereignisse Entscheidungen – Folgen

Ort
hybrid (Wien)
Veranstalter
Petr Maťa / Katrin Keller, Institut für die Geschichte der Habsburgermonarchie und des Balkanraumes, Österreichische Akademie der Wissenschaften; Thomas Winkelbauer, Institut für Österreichische Geschichtsforschung, Universität Wien
Datum
20.09.2021 - 22.09.2021
Von
Josef Löffler, Institut für Österreichische Geschichtsforschung, Universität Wien

Die Schlacht am Weißen Berg am 8. November 1620 gilt als eine der bedeutenden Zäsuren der zentraleuropäischen Geschichte. Die fundamentalen politischen und kulturellen Folgen des Sieges der katholischen Seite, insbesondere die Rekatholisierung der böhmischen und österreichischen Länder, prägten die Habsburgermonarchie dauerhaft. Bedeutend ist auch die unterschiedlich ausgeprägte geschichtspolitische Inanspruchnahme der Schlacht. Im kollektiven Gedächtnis der Tschechen nimmt die Niederlage der Ständeopposition seit dem 19. Jahrhundert als nationale Demütigung und als Beginn einer repressiven Fremdherrschaft eine zentrale Position ein. Ziel der Tagung war es, den Zäsurcharakter des Ereignisses und die politischen, religiösen, sozialen und kulturellen Auswirkungen in kritischer Auseinandersetzung mit den etablierten Geschichtsnarrativen zu diskutieren. Ursprünglich zum vierhundertsten Jahrestag des Ereignisses im November 2020 geplant, konnte die Veranstaltung nach zweimaliger pandemiebedingter Verschiebung im September 2021 endlich stattfinden.

Die Tagung wurde von PETR MAŤA (Wien) als einem der Tagungsorganisatoren mit einer Einführung zu den Geschichtsbildern zur Schlacht und deren Wandel eröffnet. Darauf aufbauend skizzierte er das primäre Ziel der Tagung, die Diskussion des Zäsurcharakters der Ereigniskette bis hin zur Schlacht und deren Folgen, wobei der in der Forschung dominierende Fokus auf Böhmen aufgebrochen und überregionale Auswirkungen im Mittelpunkt stehen sollten.

Die erste Sektion richtete den Blick auf zwei konträre Perspektiven westeuropäischer Territorien. NICOLETTE MOUT (Leiden) beschäftigte sich mit der ambivalenten Politik der Vereinigten Niederlande gegenüber der böhmischen Erhebung, die von der komplexen politischen Struktur der Republik und der Machtbalance zwischen dem Statthalter Moritz von Oranien und den zurückhaltend agierenden Generalständen geprägt war. Zentral für alle Überlegungen zur Unterstützung der Konföderierten war in den Vereinigten Niederlanden der drohende Ausbruch eines erneuten Krieges mit Spanien, demgegenüber spielte der konfessionelle Aspekt keine handlungsleitende Rolle.

LUC DUERLOO (Antwerpen) schilderte in seinem Referat, wie Erzherzog Albrecht als Regent der Spanischen Niederlande immer mehr in den Konflikt involviert wurde. Wichtig für den politischen Diskurs in den Spanischen Niederlanden war die konstruierte Parallelität zwischen der Entwicklung in Zentraleuropa und jener im eigenen Herrschaftskomplex. Ein bedeutender Teil des Referats widmete sich der militärischen Unterstützung für die katholische Seite. Die Bedingungen für Truppenwerbungen in den Spanischen Niederlanden waren insofern günstig, als sich das Gebiet seit Jahrzehnten im Kriegszustand befand und mit Ausnahme Ungarns nirgendwo das Potential für die Anwerbung von Soldaten so groß war.

Die zweite Sektion, die der Schlacht als Ereignis gewidmet war, eröffnete PETER WILSON (Oxford) mit einem Vortrag über die militärischen Aspekte. Ausgehend von grundsätzlichen Überlegungen, warum sich die Konfliktparteien für eine militärische Auseinandersetzung entschieden, bot Wilson zunächst einen kurzen Rundblick auf die militärischen Entscheidungsträger auf beiden Seiten. Verschiedene Einzelentscheidungen und eine Kombination von politischen und militärischen Fehlern führten letztlich zu einer militärischen Dynamik, die den eindeutigen Ausgang der Schlacht zur Folge hatte und für die mittel- und längerfristigen Auswirkungen entscheidend war.

SABINE MIESGANG (Wien) näherte sich in ihrem Beitrag dem Ereignis aus einer mediengeschichtlichen Perspektive, konkret zielte sie auf die Wahrnehmung der Schlacht und die divergierenden Bedeutungszuschreibungen in der konfliktbegleitenden Druckpublizistik ab. In dieser wurde nicht ein abgeschlossenes Ereignis geschildert, vielmehr galt die Aufmerksamkeit den Vorgängen davor und danach, insbesondere der Kapitulation Prags. Miesgang dekonstruierte auch das Bild des Domenicus a Jesu Maria, dessen charismatisches Auftreten als Feldgeistlicher aus katholischer Sicht entscheidend für den Schlachtausgang gewesen sein soll. Tatsächlich wird er in zeitgenössischen Quellen kaum erwähnt, die hagiografisch überformte Bedeutung für den Ausgang der Schlacht erhielt er erst durch die Popularisierung im Kontext der karmelitischen Frömmigkeit in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

ROBERT EVANS (Oxford) referierte in seinem als breiter Überblick angelegten Abendvortrag über den Wandel der historiografischen Deutung des Zäsurcharakters der Schlacht am Weißen Berg und die damit verbundenen Narrative. Bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts dominierte eine habsburgerfreundliche Darstellung, erst durch die Umwälzungen Mitte des Jahrhunderts wurde die Schlacht in der tschechischen Geschichtsschreibung unter nationalistischem Vorzeichen zu einem tragischen Wendepunkt der tschechischen Geschichte und die Konsenskultur der protestantischen Stände erfuhr zunehmende Beachtung. Interessanterweise fand das ständische Projekt einer Konföderation der böhmischen, österreichischen und ungarischen Länder in der Historiografie hingegen nur wenig Beachtung. Während die Brüche in den Jahren 1918 und 1945 in der tschechischen Geschichtsschreibung in einen engen Bezug zur Schlacht am Weißen Berg gesetzt wurden und diese mit den politischen Veränderungen auch grundlegende neue Deutungen erfuhr, gilt die Schlacht gegenwärtig – im Unterschied zu manchen anderen zentraleuropäischen Erinnerungsorten – als weitgehend entmythologisiert.

Die dritte Sektion beschäftigte sich mit der machtpolitischen Wende durch die Schlacht am Weißen Berg. CHRISTOPH KAMPMANN (Marburg) untersuchte in seinem Vortrag die Vorgänge aus der Perspektive des Scheiterns, das er als öffentlichen Verlust der Reputation definierte. In der Publizistik nach der Schlacht war das Scheitern ein zentrales Argument, das vor allem mit der Person des „Winterkönigs“ in Verbindung gebracht wurde, weshalb sich die Publizistik ausführlich mit dessen „Plan“, der zum Scheitern führte, beschäftigte. Als Symbol dieses Scheiterns diente der Verlust des Hosenbandordens. Auf der anderen Seite wurde Scheitern auch als unbedingt zu vermeidende Gefahr aufgefasst, was Kampmann am Beispiel zweier politischer Handlungen des Kaisers exemplifizierte. So wurden sowohl die Achterklärung des pfälzischen Kurfürsten als auch die Kurtranslation an Bayern so lange geheim gehalten, bis die Durchsetzungsfähigkeit gegeben und damit die Gefahr des Scheiterns gebannt war.

RUBÉN GONZÁLEZ CUERVA (Madrid) sprach in seinem Beitrag über die Perspektive der spanischen Monarchie auf die Auseinandersetzungen in Zentraleuropa. Die Entscheidungsfindung in Madrid war einerseits von einer Kombination aus dynastischen und konfessionellen Interessen, andrerseits von der Staatsräson und von strategischen Überlegungen hinsichtlich des Ressourceneinsatzes im spanischen Großreich geleitet. Der Fokus des Vortrages lag auf der Rolle des mit einer starken Machtposition ausgestatteten spanischen Botschafters am Wiener Hof, des Grafen von Oñate, und auf den von diesen vermittelten Finanzhilfen.

Ausgehend von einem am Beginn stehenden Editionsprojekt zu den Nuntiaturberichten Carlo Caraffas als „dem letzten großen Akteur der kurialen Politik“ skizzierten TOMÁŠ ČERNUŠÁK (Brno) und TOMÁŠ PARMA (Olomouc) die Position der päpstlichen Diplomatie nach der Schlacht am Weißen Berg. In den Instruktionen für Caraffa und für den außerordentlichen Nuntius Fabrizio Verospi wird die Schlacht als eine göttliche Fügung infolge des Niedergangs des Glaubens und des Autoritätsverlustes des Papstes im Heiligen Römischen Reich und in Böhmen interpretiert. Das Bemühen der päpstlichen Diplomatie galt besonders der Kurtranslation an Bayern, die von Spanien konterkariert wurde und die aus Sicht der Kurie wegen der auch in anderen Kontexten bemängelten Inkonsequenz des Kaisers zu scheitern drohte.

GÉZA PÁLFFY (Budapest) ging in seinem Vortrag der Frage nach, ob die Schlacht am Weißen Berg in den Ländern der Stephanskrone als Zäsur zu interpretieren ist. Wichtiger war für die ungarische Geschichte der Ungarnfeldzug Gábor Bethlens 1620/21, der dem Punkt, an dem er eine Zäsur hätte werden können, sehr nahekam, aber diesen letztlich nicht erreichte. Die Schlacht am Weißen Berg selbst war für die Geschichte Ungarns, für das Verhältnis Ungarns zur Dynastie und auch für die historische Erinnerung kein wesentlicher Wendepunkt. Als langfristige Auswirkungen der Ereignisse um 1620 nannte Pálffy die Vergrößerung des außenpolitischen Spielraums Siebenbürgens und die Zugeständnisse des Königs an die ungarischen Stände, die im Sinne einer „Weichenzurückstellung“ als Katalysator wirkten.

Sektion IV rückte den strukturellen Bruch und dessen ideenpolitische Zusammenhänge in den Mittelpunkt des Interesses. RUDOLF LEEB (Wien) widmete sich in seinem Vortrag der Herrscherideologie Ferdinands II., wobei er Herrscherideologie als ein System von politischen Ideen und religiösen Wertvorstellungen einschließlich ihrer öffentlichen Repräsentation definierte. Das Sendungsbewusstsein des Kaisers als einer der zentralen Faktoren dürfte in der persönlichen Religiosität Ferdinands II. begründet gewesen sein, die wohl in enger Verbindung mit einem intensiven Gebetserlebnis in der Santa Casa in Loreto stand. Es war deshalb die persönliche Frömmigkeit, die aus Sicht Ferdinands II. den Herrscher verpflichtete und ihm den göttlichen Beistand sicherte und nicht die traditionelle Vorstellung des Gottesgnadentums.

JOSEF LÖFFLER (Wien) befasste sich in seinem Vortrag mit der Enteignung des aufständischen Adels in Niederösterreich. Nach einem Überblick über die Durchführung der Konfiskationen in der Praxis skizzierte er den Umfang der Konfiskationen, die wegen der hohen Verschuldung der Güter und wegen des Preisverfalls aufgrund des großen Angebots weniger Geld einbrachten als vom Fiskus erwartet. Die Auswirkungen der Konfiskationswelle waren in Niederösterreich weniger fundamental als in den böhmischen Ländern. Während dem Vorgehen Ferdinands II. in Böhmen und Mähren die „Verwirkungstheorie“ zu Grunde lag, weil der König das Land mit Waffengewalt von den rebellierenden Ständen zurückerobert hatte, blieb die Verfassung in Niederösterreich formalrechtlich unangetastet, weshalb die Sanktionen auch nur den radikalen Flügel der Ständeopposition betrafen.

ALEXANDER SCHUNKA (Berlin) untersuchte die Emigration aus den habsburgischen Ländern, die meist in Zielgebiete in den Grenzregionen mit etablierten grenzüberschreitenden Beziehungen stattfand. Er schilderte dabei Migration als einen vielschichten Prozess, der vielfach auch als zirkuläre Mobilität zu verstehen ist. Wichtig für die Ansiedlung und die Sinnstiftung im Ankunftskontext war die Zuerkennung des „Labels“ als Exulant, das den Migranten eine besondere Agency auswies. Im Gegensatz zu den Hugenotten, die Schunka mehrfach als Vergleich heranzog, waren die Diasporastrukturen der böhmischen Migranten von viel geringerer Dichte. Die eher lose Diaspora wurde vor allem von einigen geografischen und personellen Knotenpunkten sowie durch die Zusammengehörigkeit über die Schicksalsgemeinschaft der Exulanten zusammengehalten.

JIŘÍ HRBEK (Praha) widmete sich der Rechtstheorie der Verneuerten Landesordnung. Begründet wurde die Verfassungsänderung, die das Gleichgewicht in Richtung Landesfürst verschob, mit der Verwirkungstheorie, weil sich das Königreich „in forma universitatis“ der Rebellion schuldig gemacht habe. Trotz der Stärkung der Rolle des Königs handelte es sich laut Hrbek aber bis in theresianische Zeit nicht um ein zentralistisches System, weil eine jährliche Austarierung bei den Kontributionsverhandlungen am Landtag stattfand. Hinsichtlich der politischen Theorie konnte Hrbek keine eindeutigen terminologischen Verweise auf zeitgenössische Denker festmachen, bei einigen Passagen lasse sich allerdings Jean Bodin als Inspirator erahnen.

Die abschließende Sektion widmete sich der Aushandlung neuer Machtverhältnisse in den Ländern und im städtischen Bereich. PETR MAŤA (Wien) widerlegte in seinem Beitrag die erstmals bei Christian d’Elvert auftauchende und später in der verwaltungshistorischen Literatur allgemein übernommene Behauptung, dass die Böhmische Hofkanzlei im Jahr 1624 nach Wien verlegt worden sei. Tatsächlich hatte die Kanzlei bis zur Übersiedlung Rudolfs II. nach Prag immer zwei Standorte, nämlich am jeweiligen Hof und in der Prager Burg. Dass sich unter Rudolf II. „beide Teile“ der Kanzlei durchgehend am gleichen Ort befanden, war eigentlich eine Besonderheit, die später als Normalfall interpretiert wurde. Maťa konstatierte zwar in den 1620er-Jahren eine grundlegende Auseinanderentwicklung der Böhmischen Kanzlei in zwei Behörden, die zueinander in einem hierarchischen Verhältnis standen (die Hofkanzlei in Wien und die Statthaltereikanzlei in Prag), die allerdings nicht auf eine vermeintliche Verlegung im Jahr 1624 zurückzuführen sei.

JIŘÍ DAVID (Brno) beschäftige sich in seinem Beitrag mit der Neukonstituierung der mährischen Stände nach 1620, die vor allem von einem breiten Elitenwechsel unter der Dominanz des Kardinals Franz von Dietrichstein geprägt war. Die Landesverwaltung wurde zunächst provisorisch weitergeführt, erst im Jahr 1624 als dem Wendejahr in der Erneuerung stabilisierte sich die Situation. Die Postenbesetzung gestaltete sich allerdings schwierig, weil nicht ausreichend kompetente Personen unter den Katholiken vorhanden waren, sodass entweder auf Landfremde oder auf Landleute ohne einschlägige Kenntnisse zurückgegriffen werden musste, teilweise war es auch notwendig, akatholische, aber erfahrene Personen weiter zu verwenden. Als Ziel der landesfürstlichen Politik identifizierte David letztlich nicht die Ausschaltung der Ständeorgane, sondern deren Neuordnung.

VANJA KOČEVAR (Ljubljana) nahm in seinem Vortrag die Machtverhältnisse nach der Schlacht am Weißen Berg im Herzogtum Krain anhand von vier Aspekten in den Blick. In politischer Hinsicht waren die Ausweisung der Protestanten und der Elitenaustausch durch das Nachrücken von Zuwanderern in die Landstände von zentraler Bedeutung. Aus konfessioneller Perspektive war die Gründung des Jesuitengymnasiums als Erziehungsanstalt für den Nachwuchs der Konvertiten der wichtigste Faktor. Finanziell zeigten sich die veränderten Machtverhältnisse in Verfahrensänderungen am Landtag und in der erzwungenen Übernahme von Hof- und Kriegsschulden. Und schließlich identifizierte Kočevar auch rituelle Neuerungen, die unter anderem im Zeremoniell der Erbhuldigungen zum Vorschein traten.

JOSEF HRDLIČKA (České Budějovice) beschäftigte sich im abschließenden Referat der Tagung mit der Durchsetzung der Gegenreformation in Böhmen und Mähren im ersten Jahrzehnt nach der Schlacht am Weißen Berg mit einem Fokus auf den Städten. Er relativierte dabei die in der Historiografie verbreitete Idealisierung der konfessionellen Toleranz vor 1620, indem er auf verschiedene bereits zuvor bestehende Gewaltszenarien hinwies. Gerade am Beginn wurde die Gegenreformation nicht ausschließlich von Katholiken exekutiert, so waren protestantische Stadträte und grundherrschaftliche Beamte sowohl Objekte als auch Subjekte der Rekatholisierung. Auch nach dem Einsetzen der umfassenden Gegenreformation im Jahr 1624 wurden grosso modo Methoden eingesetzt, die es auch vorher schon gab, allerdings zielten diese vorher eher auf einzelne Individuen ab, während jetzt die gesamte Bevölkerung betroffen war.

Resümierend lässt sich festhalten, dass die Beiträge der Tagung, entsprechend dem Charakter des habsburgischen Herrschaftskonglomerats als Composite Monarchy, eine breite Vielfalt an differenzierten räumlichen Perspektiven boten. Tendenziell nahm der Zäsurcharakter der Schlacht mit der geografischen Entfernung und der politischen Verbindung eines Landes zum Geschehen in Böhmen ab. Die Tagung machte außerdem vor allem im Hinblick auf die böhmischen Länder deutlich, wie ergiebig es sein kann, bisher weniger berücksichtigte Aspekte in den Blick zu nehmen und neue Fragestellungen an ein von nationalen Geschichtsbildern überwölbtes Thema heranzutragen.

Konferenzübersicht:

I. Der Weg auf den Weißen Berg: die Konfrontation aus protestantisch-ständischer und katholisch-dynastischer Perspektive

Nicolette Mout (Leiden): Politik, Religion und Exil: die Republik der Vereinigten Provinzen und die Schlacht am Weißen Berg

Luc Duerloo (Antwerpen): The Discrete Ally: Archduke Albert and the Battle of the White Mountain

II. Das Ereignis

Peter Wilson (Oxford): The Battle of White Mountain as a Military Event

Sabine Miesgang (Graz): Die Schlacht am Weißen Berg in der konfliktbegleitenden Druckpublizistik

Robert J. W. Evans (Oxford): 1620 als Zäsur? Der Weiße Berg in der Historiographie (Abendvortrag)

III. Eine machtpolitische Wende in Zentraleuropa

Christoph Kampmann (Marburg): Scheitern als Argument und als Gefahr. Propaganda und kaiserliche Reichspolitik im Böhmisch-Pfälzischen Krieg

Rubén González Cuerva (Madrid): La Montaña Blanca: A Secondary Memory Space for the Spanish Monarchy

Tomáš Černušák (Brno) / Tomáš Parma (Olomouc): Die Schlacht am Weißen Berg als Schlüsselmoment in der Interpretation der päpstlichen Diplomatie nach 1621. Prolegomena zur Edition der Nuntiaturberichte Carlo Caraffas

Geza Pálffy (Budapest): Zäsur oder Katalysator? Die Schlacht am Weißen Berg und die Länder der Stephanskrone

IV. Der strukturelle Bruch in der Habsburgermonarchie und seine ideenpolitischen Zusammenhänge

Rudolf Leeb (Wien): Die Herrscherideologie Ferdinands II.

Josef Löffler (Wien): Die Enteignung des aufständischen Adels in Niederösterreich

Alexander Schunka (Berlin): Emigration aus den Habsburgerländern nach der Schlacht am Weißen Berg

Jiří Hrbek (Praha): Die Verneuerte Landesordnung im Kontext der frühneuzeitlichen politischen Theorie

V. Ende – Neubeginn – Kontinuität. Die Aushandlung neuer Machtverhältnisse in den Ländern und im städtischen Bereich

Petr Maťa (Wien): Übersiedlung der Böhmischen Kanzlei von Prag nach Wien 1624? Brüche und Kontinuitäten zwischen Dichtung und Wahrheit

Jiří David (Brno): Neuer Wein in alten Schläuchen? Die Neukonstituierung der Stände in Mähren in den 1620er Jahren

Vanja Kočevar (Ljubljana): Die Krainer in böhmischen Stiefeln? Ständisch-landesfürstliche Machtverhältnisse im Herzogtum Krain nach der Schlacht am Weißen Berg

Josef Hrdlička (České Budějovice): Anfang oder Kontinuität in neuen Verhältnissen? Die Durchsetzung der Gegenreformation in Böhmen und Mähren nach 1620

Zitation
Tagungsbericht: Die Schlacht am Weißen Berg als Weichenstellung für Zentraleuropa. Akteure – Ereignisse Entscheidungen – Folgen, 20.09.2021 – 22.09.2021 hybrid (Wien), in: H-Soz-Kult, 07.12.2021, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-9194>.