Forum: St. Berger: Erfahrung und Erinnerung als analytische Kategorien der Historiographiegeschichte

Von
Stefan Berger

Erinnerung (oder auch 'memory' und 'mémoire') hat Konjunktur. Die Literatur zu diesem Thema ist seit dem Erscheinen von Eric Hobsbawms und Terence Rangers 'Invention of Tradition' (1983) und Pierre Noras 'Lieux de Mémoire' (1984-93) kaum mehr zu überblicken. Inzwischen liegen in deutscher Sprache bereits die von Etienne François und Hagen Schulze herausgegebenen 'Erinnerungsorte' vor. An Nora orientierte Großprojekte laufen zudem in Italien und Österreich. Auch gab es in den letzten zwei Jahrzehnten erhebliche theoretische Anstrengungen um den Begriff der Erinnerung. Maurice Halbwachs' Arbeiten zum kollektiven Gedächtnis wurden wieder entdeckt, und Jan Assmanns Idee einer 'Gedächtnisgeschichte' hat auf die Geschichtsschreibung insgesamt sehr befruchtend gewirkt. Nicolas Bergs Buch sollte man im Kontext dieser methodisch-theoretischen Entwicklungen lesen, um es hinreichend würdigen zu können. Die Mitarbeiterinnen von H-Soz-u-Kult, die dieses Diskussionsforum dankenswerter Weise ermöglichen und editorisch betreuen, baten mich darum, in meinen Ausführungen gerade auf diese methodischen Prämissen des Buches einzugehen. Und so will ich, nach einer kurzen Zusammenfassung selbiger, einige, aus meiner Sicht, Fehlurteile über Bergs Publikation thematisieren, um abschließend zu fragen, ob seine Methode seinem Anliegen gerecht wird.

Berg geht es um den Einfluss der Erinnerung auf die Forschungen zum Holocaust seit 1945. Insbesondere thematisiert er die Erinnerungskonflikte zwischen jüdischen und nicht-jüdischen Wissenschaftlern. Dabei fragt er gerade nach der Bedeutsamkeit solcher Konflikte für die historische Forschung und die Entwicklung historischer Kontroversen. Welche Diskurse über den Holocaust konnten sich etablieren und welche nicht? Wer durfte autoritativ sprechen und wem wurde diese Autorität aberkannt? Welche Selektionsmechanismen bedingt die jeweils andere Erinnerung? Wie verbinden sich spezifische Interessen und der Kampf um die Erinnerung? Solche Fragen stehen im Zentrum von Bergs diskursgeschichtlich fundierter Gedächtnisgeschichte, der es vor allem um die Interaktion von Erinnerung und Gegenerinnerung geht.

Berg argumentiert dabei – wie ich finde überzeugend –, dass Erinnerung für die Historiografiegeschichte von zentraler Bedeutung ist. Immerhin ist die Geschichtswissenschaft in der Tat ein (zunehmend kleiner werdender?) Teil der kollektiven Erinnerung, auch wenn sie sich, wie Berg konstatiert, zum Teil geradezu als deren Gegenteil geriert und über die 'bloße', subjektive Erinnerung hinauszugehen bestrebt ist. Gerade im selbst gemachten Konflikt zwischen Erinnerung und Wissenschaft ergeben sich dann häufig persönliche Aporien sowie Tendenzen, die spezifische Perspektivität jeder Wissenschaft mit Verweis auf ein immer noch weit verbreitetes historisches und positivistisches Objektivitätspostulat zu leugnen. Wissenschaft und Erfahrung, so die Grundannahme Bergs, lassen sich nicht auseinander dividieren. Er führt hier konsequent einen Gedanken von Saul Friedländer aus dessen berühmt gewordenem Briefwechsel mit Martin Broszat aus den 1980er-Jahren weiter. Friedländer hatte schon damals gegen Broszats strikte Trennung von Erinnerung und wissenschaftlicher Erkenntnis darauf verwiesen, dass seine eigenen Bemühungen eher darauf abzielten, wissenschaftliche Erklärung und historische Erinnerung zusammenzubringen. Berg will diese beiden Kategorien ebenfalls zusammen denken. Dabei wird individuelles und kollektives Gedächtnis vom Autor als 'Aufbewahrungsort' verstanden, der allerdings permanenter 'Konstruktionsarbeit' unterliegt. Insgesamt wird auf beinahe jeder Seite dieses Buches deutlich, wie sehr Historiker zeitlich eingebunden sind und wie groß der Einfluss von erlebter Lebensgeschichte auf das ist, was man in den 1970er-Jahren häufig Erkenntnisinteresse genannt hat.

Lässt man nun die zahlreichen Zeitungs- und Zeitschriftenrezensionen zu Bergs Buch Revue passieren, so fällt auf, dass man diese theoretisch-methodischen Prämissen des Bandes zwar zum Teil erwähnt, dass man aber insgesamt viel zu wenig erkannt hat, dass es gerade diese Methode ist, die das eigentliche Zentrum des Buches ausmacht. So hat man etwa Berg vorgeworfen, mit Zorn und Leidenschaft zu schreiben und dabei oftmals nicht ausreichend hermeneutisches Verständnis für seine nicht-jüdischen Protagonisten aufzubringen. Aber nach meiner Lesart des Buches kann man Berg nicht einfach moralischen Rigorismus vorwerfen. Man verfehlt das methodische Anliegen des Autors, liest man sein Buch als eine Philippika gegen die unbestritten großen Verdienste der bundesrepublikanischen Geschichtswissenschaft um die Erforschung des Nationalsozialismus. Den konservativen Gründungsvätern der westdeutschen Zeitgeschichte, etwa Hans Rothfels oder Gerhard Ritter, bescheinigt er durchaus große Leistungen. Auch geht es seinem Text meiner Meinung nach nicht darum, die 'Lichtgestalten' einer kritischeren Geschichtswissenschaft einer späteren Epoche 'schlecht zu machen'. In dieser Hinsicht ist es besonders zu bedauern, dass sich die öffentlichen Diskussionen über Bergs Buch oftmals ganz einseitig auf den 'Fall Broszat' verkürzt haben. Wusste Broszat von seiner Parteimitgliedschaft oder nicht? Wie bedeutsam war die Tatsache seiner Parteimitgliedschaft für seine wissenschaftliche Arbeit nach 1945? Gerade weil Bergs Forschungen hier in der Lage waren, Neues zu einer zentralen Figur der bundesrepublikanischen Historikerschaft zu Tage zu fördern, haben sie verständlicherweise viel Aufmerksamkeit erregt. Ins Zentrum seines Anliegens führen diese Fragen allerdings mitnichten.

Im Gegenteil, mir scheinen die mehr oder weniger vordergründigen Vorwürfe, Berg habe den großen Namen der bundesrepublikanischen Geschichtswissenschaft nicht genügend Respekt und Verständnis entgegengebracht, eher aufschlussreich, was den Habitus heutiger Geschichtsprofessoren in Deutschland anbetrifft. So scheinen doch immer noch viele ehemalige 'Schüler' geradezu pietätsvolle Gefühle 'ihren Lehrern' gegenüber zu hegen. Die Kritik an Berg ist somit auch eine Frage um die Deutungsmacht: Wem steht es zu, die großen Vorbilder zu kritisieren? Die autoritären Grundmuster in der ausgeprägten Hierarchie bundesdeutscher Geschichtsforschung haben über die letzten dreißig Jahre sicher abgenommen; zugleich hat die Konfliktfähigkeit vieler ihrer Vertreter stark zugenommen. Aber ausgestorben sind die alten Denkmuster, so scheint es mir (zugegeben von außen betrachtet), noch lange nicht. Rein menschlich betrachtet kommen in der Tat viele deutsche Historiker, ungeachtet ihrer Provenienz, in Bergs Buch nicht gerade gut weg. Das liegt kaum an politischer oder ideologischer Orientierung, hat aber ebenfalls viel mit Ausbildung, Habitus und eben Erinnerung zu tun.

Der häufig zu vernehmende Vorwurf hermeneutischer Unzulänglichkeit verweist außerdem auf einen in der deutschen Geschichtswissenschaft, trotz 'linguistic turn' und Postmoderne, immer noch weit verbreiteten (wenn auch inzwischen stark angekratzten) 'common sense'. Wald- und Wiesenhistoriker bestehen nach wie vor eben darauf, sine ira et studio zu schreiben bzw. Objektivität zumindest anzustreben und klare Werturteile möglichst zu vermeiden. Der allein selig machende hermeneutische Zugang zur Vergangenheit gehört leider auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts immer noch zur Grundausstattung eines jeden angehenden Historikers. Gerade hier allerdings bedeutet Bergs methodisches Vorgehen eine fundamentale Herausforderung.

Erschwert auch die ausgeprägte Lagerbildung in der bundesrepublikanischen Geschichtswissenschaft die Sicht auf das Innovative an Bergs methodischem Ansatz, so bleibt festzuhalten, dass die von Bergs Kritikern immer wieder vorgetragene Verteidigung einzelner Historiker oder ganzer Schulen (besonders der strukturalistischen Ansätze) ins Leere läuft. Denn Bergs Text geht es nicht primär um Verurteilung, sondern darum, herauszufinden, warum einige nicht-jüdische Historiker in Deutschland nach 1945 mit manchmal geradezu unglaublicher Insensibilität ihren jüdischen Kollegen gegenübertraten und ihnen gerade ihre Erfahrungen in den Konzentrations- und Vernichtungslagern zum Vorwurf machten. Von wichtigen akademischen Positionen wurden Historiker wie H. G. Adler oder Joseph Wulf erfolgreich ferngehalten. Immer spielte dabei das Argument eine Rolle, dass ihnen ihre Erinnerung eine objektive Wissenschaft unmöglich mache. Das in der Nachkriegsgeschichtswissenschaft vorherrschende historistische Wissenschaftsverständnis und sein beständiges Beharren auf Objektivität konnte sich ja gerade deshalb erneut so schnell und durchgreifend etablieren, weil ihre Vertreter mit dem Verweis auf die schlimme ideologische Vereinnahmung der Geschichte durch den Nationalsozialismus (und den Kommunismus im anderen Teil Deutschlands) aufwarten konnten. Ein an Objektivität orientiertes Wissenschaftsverständnis half den maßgeblichen bundesdeutschen Historikern dabei, die absolute Deutungshoheit über die nationalsozialistische Zeit für sich zu beanspruchen.

Dabei, und das belegt Berg an unzähligen Beispielen sehr eindrucksvoll, waren es gerade die Erfahrungen und die Erinnerungen aller Historiker, nicht allein der jüdischen, die ihre jeweiligen Arbeiten zu Nationalsozialismus und Holocaust beeinflussten und strukturierten. Die Erinnerung spielte bei den Versuchen von Ritter und Rothfels eine große Rolle, die Mitverantwortung einer großen Anzahl von Personen am Holocaust zu verdrängen und stattdessen für einen stark eingeengten Täterbegriff zu plädieren. Die ungeheuren kriminellen Energien, die das Regime in seinen rassenpolitischen Zielvorstellungen freisetzte, wurden von der bundesrepublikanischen Forschung ja gerade im ersten Nachkriegsjahrzehnt eher unter ferner liefen behandelt. Bei anderen, etwa Hermann Heimpel und Reinhard Wittram, führten spezifische Erfahrungen und Erinnerungen dazu, dass sie zwar durchaus nicht zu den nationalsozialistischen Verbrechen schwiegen. Aber sie neigten dazu, diese im Rahmen religiös motivierter Annahmen über das Böse in der menschlichen Natur an sich zu thematisieren. Dies ließ oftmals die konkreten historischen Strukturen und Personen in den Hintergrund treten oder gar unsichtbar werden.

Wie Berg zeigen kann, setzte eine jüngere Generation von Historikern, die im Umfeld des Instituts für Zeitgeschichte in München tätig wurde, ihre 'nüchterne Quellenforschung' eben gegen einen solchen abstrakten und unspezifischen Täterbegriff und suchte Erklärungen nicht im transzendenten "Bösen". Stattdessen setzten sie sich das Ziel, gerade die Herrschaftsmechanismen der NS-Diktatur zu Tage zu fördern. Unter ihnen befanden sich auch die späteren Wortführer der strukturalistischen Richtung, denen es ja, darauf hat auch schon Ian Kerhaw im Times Literary Supplement verwiesen, gerade darauf ankam, den Nationalsozialismus nicht nur auf einige fanatische Nazis einzuschränken, sondern die Mitverantwortung weiter Teile der deutschen Gesellschaft an der 'deutschen Katastrophe' (Friedrich Meinecke) zu verdeutlichen. Dieser moralische Impetus ihrer Forschungen hielt sie allerdings nicht davon ab, gerade mit Verweis auf Nüchternheit und Objektivität zahlreiche jüdische Holocaustüberlebende aus dem Forschungsbetrieb auszugrenzen.

Denn auch sie gingen, wie ihre intentionalistischen Gegenspieler, von der methodischen Prämisse aus, dass den Stimmen der überlebenden jüdischen Historiker nicht zu trauen war, da sich bei ihnen angeblich die Erfahrung vor die Wissenschaft schob und den nüchtern-klaren Blick trübte. So wurden in der Bundesrepublik, und darin liegt nun in der Tat das eigentliche Skandalon, das dieses Buch zum Thema macht, jüdische Historiker von führenden Repräsentanten der bundesdeutschen Geschichtswissenschaft marginalisiert und diskreditiert. Dabei spielten ideologische oder konkret politische Differenzen kaum eine Rolle. Zentral war dagegen der immer wieder vorgebrachte Verweis auf Erfahrung und Erinnerung.

An dieser Stelle seien mir zwei kleine Einwürfe erlaubt: Zum einen spricht Berg an mehreren Stellen seines Buches vom Austausch zwischen deutschen und jüdischen Wissenschaftlern. Nun waren aber doch auch einige seiner jüdischen Protagonisten Deutsche. Wäre es da nicht sinnvoller, durchgängig von jüdischen und nicht-jüdischen Erinnerungen an den Holocaust zu sprechen und jüdische von nicht-jüdischen Wissenschaftlern zu unterscheiden? Wobei es sicherlich, wie der Fall Hans Rothfels zeigt, noch einmal von entscheidender Bedeutung war, ob man dem Holocaust im Ausland entkam oder selber in den Lagern saß.

Wenn man zum anderen, wie Berg, zu Recht der Meinung ist, dass Erfahrung und Erinnerung das Schreiben von Geschichte maßgeblich beeinflussen, sollte man dann nicht auch sich selbst als Autor stärker verorten? Welche Erinnerungen und welche Erfahrungen strukturieren seinen Text? In welche generationellen, individuellen oder auch methodischen Zusammenhänge sieht er sich eingebunden? Hierzu hätte zumindest ich gerne mehr erfahren.

Insgesamt, und das arbeitet Berg überzeugend heraus, kann die Geschichtsschreibung als akademische Disziplin nicht unabhängig von den Erfahrungen und Erinnerungen derer, die sie betreiben, untersucht werden. Jenseits einer Reihe von lang etablierten und kaum zu hinterfragenden wissenschaftlichen Praktiken (Quellenkritik, Logik, die Möglichkeit zur Überprüfung wissenschaftlicher Argumentation) gibt es keine Objektivität. Man einigt sich bestenfalls auf ein Handwerkszeug, um dieselbe Sprache zu sprechen. Aber letztendlich bleibt jeder kollektive Gedächtnisrahmen, innerhalb dessen Wissen produziert wird, perspektivisch. Auch rationale wissenschaftliche Diskurse können bestenfalls bestimmte Aussagen falsifizieren (im Popperschen Sinne), aber die Geschichtsschreibung insgesamt wird sich immer mit einer Vielzahl von revidierbaren Wahrheiten abfinden müssen. Jede faktische Aussage wird immer bereits innerhalb eines normativen Rahmens getroffen, der vor bestimmten Erwartungshorizonten von Historikern existiert. Und solche Erwartungshorizonte haben nun in der Tat viel mit Erinnerung und Erfahrung zu tun.

Berg sieht bei den diversen normativen Rahmen der bundesrepublikanischen Holocaustforschung eine Vielzahl von apologetischen Tendenzen – nicht nur bei den der alten Nationalgeschichte verpflichteten Historikern der 1950er-Jahre und bei späteren Strukturalisten, sondern er hat auch wenig Geduld mit den diversen 'meist von der politischen Linken kommenden' Faschismustheorien der 1960er und 1970er-Jahre. Eine oftmals inflationäre Verwendung des Faschismusbegriffs führte auch hier eher zu einer Verschleierung denn zu einer Aufhellung der spezifischen Verbrechen des Nationalsozialismus. Aber insgesamt bemüht sich der Autor durchaus, nicht alle Historiker über einen Kamm zu scheren: Differenzierungen, Paradoxien und Mehrdeutigkeiten werden vorgenommen, herausgearbeitet und zugelassen. Die bundesrepublikanische Geschichtswissenschaft wird nicht pauschal verunglimpft: Ritter, Rothfels, Meinecke, Wittram, Broszat und viele andere mehr erscheinen sehr plastisch als handelnde Personen, und der Autor bemüht sich, gerade für die 1950er-Jahre, durchaus zu betonen, dass es sich nicht um ein Jahrzehnt des Schweigens, sondern um ein 'Erinnerungsjahrzehnt' gehandelt habe. Diese Erinnerung war allerdings sehr selektiv und lückenhaft. Insgesamt war die Lektüre für mich als Nichtexperte ein großer Gewinn.

Wer Bergs Buch 'unhistorisch' nennt, der versteht die konzeptionellen Grundlagen der Studie nicht. Der Autor fragt mitnichten danach, warum die deutsche Forschung nicht schon früher die Fragestellungen der 1990er-Jahre aufgegriffen habe. Und ich lese seinen Text auch nicht primär als einen Versuch, die unterschiedlichen Perspektiven jüdischer und nicht-jüdischer Historiker im post-nationalsozialistischen Deutschland säuberlich nach gut und böse zu trennen. Vielmehr sucht und findet Berg intelligente Antworten auf die komplexe Frage, warum bestimmte Fragestellungen auf eine bestimmte Art und Weise aufgegriffen wurden, während andere Fragen eher nicht zum Zuge kamen. Dabei spielte der Faktor der Erinnerung in der Tat eine zentrale Rolle.

Abschließend bleibt festzuhalten: Nicolas Berg hat ein wichtiges Buch geschrieben. Er hat nicht 'nur' eine Unmenge an Quellen verarbeitet, die wirklich Neues über prominente bundesdeutsche Historiker zu Tage gefördert haben, und er hat auch nicht 'nur' in einer großen Syntheseleistung eine breite Sekundärliteratur zum Thema wirkungsvoll gebändigt und zu ebenso interessanten wie intellektuell herausfordernden Thesen verdichtet. Er hat vor allem mit seinem methodisch-theoretischen Rüstzeug neue Schneisen in das Verständnis von Historiografiegeschichte gelegt. Erinnerung und Erfahrung sind zentrale Bestandteile einer jeden Beschäftigung mit Geschichte und eben auch mit Historiografiegeschichte. Das im Hinblick auf die deutsche Holocaustforschung auf den Punkt gebracht zu haben, ist das Verdienst des Autors.

Stefan Berger ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte und Co-Direktor des Centre for Border Studies an der Universität Glarmogan, Wales. (http://www.glam.ac.uk/hass/research/border) Er hat über vergleichende Arbeitergeschichte, Historiografiegeschichte und Fragen nationaler Identität veröffentlicht. (http://www.glam.ac.uk/hass/staff/personal_pages/historical/berger_stefan.php) Zurzeit leitet er ein auf fünf Jahre angelegtes Projekt der European Science Foundation über 'Representations of the Past: The Writing of National Histories in Europe'. (http://www.uni-leipzig.de/zhs/esf-nhist)

Zitation
Forum: St. Berger: Erfahrung und Erinnerung als analytische Kategorien der Historiographiegeschichte, in: H-Soz-Kult, 23.02.2004, <www.hsozkult.de/debate/id/diskussionen-414>.
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23.02.2004
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