Forum: Rez: M. Krämer: Das Kapital der Rezensionen

Von
Matthias Krämer, Bremen

Rezensionsaffären

Im März kochten wieder einmal die Emotionen hoch im historisch interessierten Feuilleton. Alle Beteiligten konnten sich dabei als unfair behandelt empfinden. Patrick Bahners schreibt in der FAZ über geschichtswissenschaftliche Fachrezensionen: „Das Bild einer Einheitsfront ahnungsloser journalistischer Rezensenten, welche die Fachkritiker gezwungen habe, das ganz scharfe Messer auszupacken, ist eine Legende – eine umgekehrte Dolchstoßlegende, die der Entschuldigung der Messerstecher dient.“1 Dabei treten verschiedene Mitwirkende am Rezensionswesen in Erscheinung: Zuerst die Rezensierte, in diesem Fall eine Professorin für Neuere und Neueste Geschichte, sodann Rezensierende in der Presse, gefolgt von Rezensierenden in Fachorganen, schließlich wieder die Presse, die das ganze Geschehen kommentiert. Bahners erwähnt außerdem „die beiden wichtigsten Rezensionsorgane“, H-Soz-Kult und Sehepunkte, übrigens keine Verlagsprodukte, sondern universitär organisierte elektronische Fachzeitschriften, die sich in einer außergewöhnlichen „Parallelaktion“ auf die Autorin gestürzt hätten. Die Herausgeber prangert Bahners als „mächtige Männer (und eine Frau)“ an, auch eine Differenz zwischen redaktionellen Gatekeepern und Publikationsorten ohne redaktionelle Gatekeeper deutet er an. Der Verlag des verrissenen Buches spielt ebenfalls eine Rolle, außerdem „ein großes Publikum“ der nichtwissenschaftlichen Öffentlichkeit, schließlich die „Mitforscherinnen“ und „Fachkollegen“ der Fachöffentlichkeit.

Der FAZ-Artikel will eine „umgekehrte Dolchstoßlegende“ enthüllen, um „maßlose Kritik“ in geschichtswissenschaftlichen Rezensionen als „deutsche Affäre“ zu skandalisieren. Er zeichnet ein bedauernswertes Opfer sowie einige Täter, darunter „einer der mächtigsten Männer der Geschichtswissenschaft“, der „Kraft Amtes“ das Buch als „ein veritables Ärgernis“ verdammt habe. Um den Sachverhalt ohne die mythischen Aufladungen einer verfolgten Unschuld und ihrer übermächtigen Peiniger, nüchterner, zusammenzufassen: Ein Buch, für eine nichtwissenschaftliche Öffentlichkeit geschrieben, erhält in Politik und Massenmedien Resonanz. Zwei Geschichtsprofessoren verfassen daraufhin Rezensionen, in denen sie Fehler, Schwächen und Mängel aufzählen, um klar zu machen, dass das Buch ihren fachwissenschaftlichen Ansprüchen nicht genügt. Das ist nicht überraschend. Selbst der Aspekt, dass Fachzeitschriften Bücher besprechen, die sich an eine breite Öffentlichkeit richten, ist nicht ungewöhnlich, jedenfalls nicht in der Geschichtswissenschaft: Die Öffentlichkeit nimmt ein solches Buch ja unter dem Gesichtspunkt wahr, dass es von einer fachlich anerkannten Person mit Professur geschrieben wurde. Wie es sich zu den wissenschaftlichen Maßstäben der Fachkollegen verhält, ist also eine relevante Frage, ohne die die Fachrezensionen gar nicht geschrieben worden wären. Das Problem, das sich die Geschichtswissenschaft einhandeln würde, wenn sie darauf verzichtete, den populären Buchmarkt kritisch zu besprechen, ist doch: Die Öffentlichkeit könnte zu der irrtümlichen Ansicht kommen, „die Geschichtswissenschaft“ hätte das festgestellt, was in einem solchen populären Buch verbreitet würde. Das geschilderte Beispiel verdeutlicht daher einige Problemlagen des wissenschaftlichen Rezensionswesens, denen im Folgenden unter wissenssoziologischen Aspekten genauer nachgegangen wird.

Feldtheorie

Ich sehe dieses H-Soz-Kult-Diskussionsforum als willkommene Gelegenheit an, die geschichtswissenschaftliche Praxis des Rezensierens zu reflektieren. Zur Distanzierung vom Alltagsgeschäft nehme ich hierfür eine Perspektivänderung vor, wie ich sie auch in meiner Dissertation „Westernisierung der Geschichtswissenschaft. Transatlantische Gastprofessoren im Umfeld der Historischen Zeitschrift“ unternommen habe.2 Um mich von der Akteursperspektive eines im Feld mitmischenden Historikers zu distanzieren, verwende ich Pierre Bourdieus leicht verständliches Konzept der Kapitalsorten. Damit nimmt man eine wissenssoziologische Außenperspektive auf das betrachtete Feld ein, in dem Kapitalkonfigurationen gemäß den feldspezifischen Regeln ausgetauscht und umgewandelt werden. Ein Feld ist bei Bourdieu die gesellschaftliche Struktur aus Relationen zwischen Akteuren, die nach denselben Regeln um dieselben Gewinne konkurrieren und sich dabei gemäß ihrer relativen Positionen im Feld, also ihrer Kapitalkonfigurationen und daraus abgeleiteten Handlungsoptionen, wechselseitig beeinflussen. Der schwierigste Aspekt an diesem Perspektivwechsel ist wohl, von der im Wissenschaftsalltag eingeübten Überzeugung abzusehen, dass sich der Wissenschaftsbetrieb – und als sein Bestandteil das Rezensionswesen – um die Erzeugung, Überprüfung und Verbreitung von Wissen drehe. Die Akteursperspektive und das wissenschaftliche Feld setzen diese Überzeugung voraus, weil sie den subjektiven Sinn des Spiels bestimmt. Bourdieu spricht dabei von der feldspezifischen illusio. Gelingt es, diese Fixierung auf verlässliches Wissen zu überwinden, wird aber deutlich, dass es in der Wissenschaft, wie in jedem anderen Feld, um die Kapitalkonfiguration im Feld geht, und zwar im jeweiligen Eigeninteresse der Akteure.3

Wissenschaftliches Wissen lässt sich aus dieser Perspektive als kulturelles Kapital interpretieren, nämlich als Kenntnisse oder Überzeugungen, Texte oder Datenbanken, die auf wissenschaftlicher Arbeit basieren und von anderen Beteiligten im Feld anerkannt werden. Diese Anerkennung weist auf die Bedeutung von sozialem Kapital hin, denn eine affirmative Bewertung von Kenntnissen oder Überzeugungen ist offenbar wahrscheinlicher, wenn die Akteure durch soziales Kapital miteinander vernetzt sind. Die Schlüsselposition nimmt, wie in Bourdieus ganzem Kapitalkonzept, das symbolische Kapital ein. Denn symbolisches Kapital bedeutet, dass eine andere Kapitalsorte als legitim anerkannt wird. Als legitim wird Kapital genau dann anerkannt, wenn seine Erzeugung und Umwandlung den Regeln und der illusio des jeweiligen Feldes entsprechen. Das bedeutet insbesondere mit Bezug auf die Wissenschaft, dass die Erzeugung und Umwandlung von kulturellem, sozialem und ökonomischem Kapital stets der Voraussetzung entsprechen muss, primär auf die Erzeugung, Überprüfung und Verbreitung von Wissen ausgerichtet zu sein. Menschliche Zwecke, die deshalb unbedingt verleugnet werden müssen, sind beispielsweise ökonomische Interessen, Eitelkeit oder Günstlingswirtschaft. Werden solche Zwecke im Rezensionswesen thematisiert oder gar unterstellt, zerreißt die illusio, die das Feld zusammenhält. Das stört die Funktionalität des wissenschaftlichen Feldes, da dabei die Anerkennung des im Feld vorhandenen Kapitals als legitim, also seine Garantie durch symbolisches Kapital, in Frage gestellt wird. Von großer Wichtigkeit für die Akteure des geschichtswissenschaftlichen Feldes ist daher die Verleugnung ökonomischer Interessen. Obwohl uns klar ist, dass Menschen ökonomische Ziele verfolgen müssen, um existieren zu können, fällt es uns in aller Regel schwer, die ökonomischen Interessenlagen unseres wissenschaftlichen Handelns einzugestehen, oft sogar uns selbst gegenüber.

Gern nannte der Verleger Wilhelm Oldenbourg (1875–1960) die Historische Zeitschrift (HZ) ein „nobile officium“ (Ehrenamt) seines Verlages.4 Damit bestritt er in der Korrespondenz mit den Herren HZ-Herausgebern, dass das Wirtschaftsunternehmen ökonomische Interessen verfolgte, und suggerierte, es gehe ihm ausschließlich um den Zweck des geschichtswissenschaftlichen Feldes, die Erzeugung, Überprüfung und Verbreitung von historischem Wissen. Heute mag man diese Redeweise aus der Zeit gefallen finden, aber das liegt wohl mehr am Latein als an der damit zum Ausdruck gebrachten Einstellung. Denn fragte man heute Geschichtsprofessor:innen, ob sie eine wissenschaftliche Position womöglich nur deshalb verträten, weil es lukrativ sei, wird man wohl meist wenig Begeisterung ernten. Bourdieu hat dieses Verleugnungsphänomen anhand seiner ethnologischen Studien traditioneller Agrarwirtschaft in der Kabylei entwickelt und dann in kapitalistischen Gesellschaften besonders im Kulturbereich als wirksam wiedergefunden. Überträgt man es auf die eingangs geschilderte Rezensionsaffäre, kann daran deutlich werden, wie es das symbolische Kapital aller Beteiligten angreift, wenn ihnen von anderen Beteiligten außerwissenschaftliche Interessen unterstellt werden, sei es das Streben nach Macht, Ruhm oder gar Geld. Solche Vorwürfe reichen auch in Andeutungsform zur emotionalen Aufwallung, weil sie mit der Wissenschaftlerehre das symbolische Kapital im Feld, die Mittel der Existenz und die Anerkennung der scientific community in Frage stellen.

Dass Rezensionen die Beteiligten emotional ergreifen und davontragen können, liegt daran, dass der akademische Habitus von den Teilnehmenden an den Austauschprozessen des Feldes inkorporiert ist, weil er der alltäglich eingeübten Handlungsweise entspricht. Die angewöhnte Akteursperspektive dient also der Aufrechterhaltung der illusio des Feldes. Deshalb ist der Perspektivwechsel zu einer wissenssoziologischen Außenansicht des Feldes intellektuell und emotional herausfordernd, ein Akt der Selbstdistanzierung. Im Folgenden will ich argumentieren, warum sie dennoch nützlich für die Reflexion über die Praxis des Rezensionswesens ist.

Organisierte Skepsis

Für die Wissenschaftstheorie spielt Robert K. Mertons Idee organisierter Skepsis eine große Rolle.5 Kritik ist für die Wissenschaft so zentral, dass das Wort viele Bedeutungen erhalten hat, die von der Untersuchung der Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis bis zur Nörgelei reichen. Daneben ist es auch zum Synonym für Rezension geworden. Was Geschichte als Wissenschaft von anderen Formen der Auseinandersetzung mit dem Vergangenen unterscheidet, ist die organisierte Skepsis. Damit gehört ein funktionierendes Rezensionswesen zu den konstitutiven Bedingungen von Geschichtswissenschaft. Es ist mir gewissermaßen ein nobile officium, mit diesen Überlegungen zur Funktionsfähigkeit des Rezensionswesens beizutragen. Seine Funktion liegt also wissenschaftstheoretisch primär in der Organisation von Skepsis. Mit Organisation meine ich dabei die Etablierung von Institutionen und Verfahren, die so beschaffen sind, dass sie ihren Zweck bestmöglich zu verwirklichen helfen. Insbesondere bedeutet Organisation, die Hindernisse zu erkennen und zu beheben, die in den gegebenen Institutionen und Verfahren einer Verwirklichung des Zwecks entgegenstehen. Der Zweck, auf den die Organisation gerichtet sein sollte, ist hier Skepsis. Damit meine ich eine Haltung zum methodischen Zweifeln, die sich im ehrlichen Bekenntnis ausdrückt, etwas persönlich gegenwärtig nicht zu wissen, aber den Versuch zu machen, es herauszufinden. Zwei Probleme muss organisierte Skepsis daher vermeiden: Erstens die Haltung, dass man bereits die Wahrheit kenne, und zweitens die Haltung, dass Erkenntnissuche aussichtslos sei.6 Beide Haltungen drücken feste, dogmatische Überzeugungen aus und sind mit der Idee von Wissenschaft als einem kollektiven Bemühen der methodischen Erkenntnissuche unvereinbar. Auch im Rezensionswesen sind sie daher nicht hilfreich.

Es ist allerdings kaum zu bestreiten, dass Wissenschaftler:innen dazu neigen, sich selbst als bereits im Besitz der Wahrheit anzusehen. Das ist pragmatisch eine nützliche Einstellung, da sie ungemein dabei hilft, Argumente für die eigene Position zu Papier zu bringen. Das ist auch nicht tragisch, da Wissenschaft lediglich kollektiv unabschließbare Erkenntnissuche sein muss, individuell hingegen durchaus an Endpunkte gelangt. Deshalb ist es allerdings umso wichtiger, dass die Organisation des Rezensionswesens insgesamt den Zweck der Skepsis widerspiegelt. Dafür ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Organisation des Rezensionswesens im Bewusstsein der jeweiligen Interessen aller Beteiligten an diesem Prozess erfolgt, und zwar sowohl im Hinblick auf die Interessen in der Akteursperspektive des jeweiligen Selbstverständnisses als Wissenschaftler:in als auch im Hinblick auf die Interessen in der Außenperspektive als Teilhabende an der illusio des wissenschaftlichen Feldes und Mitwirkende an den regelorientierten Austauschprozessen und Optimierungsversuchen der jeweiligen Kapitalbestände. Nur wenn das Rezensionswesen neben seinem inhärenten Zweck auch die Interessen der Akteure berücksichtigt und seine Organisation danach ausrichtet, ist es möglich, die Verwirklichung der organisierten Skepsis zu optimieren.

Interessengrundriss

Was sind die zentralen Interessen der Akteure des Rezensionswesens? Ich skizziere hier anhand der eingangs aufgezählten Akteure frei meine Eindrücke von den Regeln des geschichtswissenschaftlichen Feldes über die Möglichkeiten der Optimierung von Kapitalbeständen darin. Rezensierte streben nach Anerkennung, das heißt nach symbolischem Kapital, das ihr kulturelles Kapital, das sie in der Publikation präsentiert haben, als legitim und wertvoll beurteilt. Auch fundierte Kritik kann solches symbolisches Kapital zusprechen, weil sie die Publikation ernst nimmt und damit als legitimen Beitrag zum Feld anerkennt, auch wenn sie nicht in allem zustimmt. Rezensionsorgane benötigen vom Publikum geschätzte Inhalte, da diese ihre Kapitalbestände in jeder Hinsicht zu vergrößern tendieren. Das Fachpublikum schätzt verschiedene Arten von Besprechungen: Inhaltlich kompetente und informative Beiträge sind sicher erwünscht. Besprechungen von wichtigen Akteuren des Feldes, gut über die Beschaffenheit des Feldes orientierende Texte, soziale Kohäsion im Feld erzeugende Beiträge können ebenfalls beliebt sein. Scharf abgrenzende Verrisse haben wichtige Funktionen im Feld und werden daher als bedeutsam wahrgenommen, allerdings sind sie für Zeitschriften ambivalent, weil sie einen Teil des möglichen Publikums ausgrenzen können. Integrative Überlegungen der HZ waren etwa oftmals darauf gerichtet, der Gründung von Konkurrenzzeitschriften vorzubeugen. Zeitschriftenverlage teilen wesentliche Interessen mit ihren Zeitschriften. Buchverlage teilen Interessen ihrer Autor:innen. Eingangs kamen darüber hinaus die breite Öffentlichkeit und die Presse als Akteure zur Sprache: Sie spielen in einem anderen Feld, dort ist aber die Markierung von Bedeutsamkeiten im Sinne einer Orientierung über das kulturelle Kapital, das im Feuilleton Anerkennung genießt, ebenso wichtig wie die Präsentation von affektiven Orientierungsangeboten, gern in Form von Skandalisierung.

Nicht eingeschätzt habe ich nun die universitär organisierten elektronischen Fachzeitschriften, in deren Aufbau und Funktionsweise ich aus meiner Untersuchung der HZ zu wenig Einblick habe, sowie die Rezensierenden, die als primäre Akteure des Rezensionswesens eine Sonderstellung haben: Ihre Interessen können komplex und vielgestaltig sein, jedenfalls müssen sie den Zweck der Optimierung der eigenen Kapitalkonfigurationen im Feld widerspiegeln. Erstens müssen Rezensierende danach streben, die Regeln des Spiels einzuhalten. Das ist deshalb wichtig, weil der Kapitalaustausch im Feld nur nach den Regeln des Feldes funktioniert. Damit ist nicht gemeint, dass es irgendwo ein Regelheft und einen Schiedsrichter gäbe, vielmehr sind sowohl die Regeln des Feldes als auch die Sanktionsmechanismen implizit. Aber in modernen Gesellschaften wurden durchaus gesatzte Regularien und explizite Sanktionsverfahren entwickelt, die sich – wenn sie wirksam sind – in den Funktionsweisen der jeweiligen Felder niederschlagen. Robuste Vorschriften, wie Rezensionen entstehen und aussehen sollen, würden also das Feld verändern.

Zweitens aber ist es gemäß der Feldtheorie erforderlich für den Einsatz von Arbeit in einem Feld, dass sich aus diesem Arbeitseinsatz Profite im Sinne optimierter Kapitalkonfigurationen ergeben. Das ist der problematische Teil der Interessen von Rezensierenden für die Funktionsfähigkeit organisierter Skepsis im Rezensionswesen. Wäre das nicht der Fall, erschiene ihre Tätigkeit im Feld den Akteuren sinnlos oder zumindest nicht langfristig reproduzierbar. Denn die Feldteilnehmer:innen pflegen ihre Kapitalbestände habituell, also nicht aus ihrer Akteursperspektive reflektiert, aber dennoch handlungswirksam. Was also können die Profite sein, die sich aus der Tätigkeit als Rezensierende ergeben? In der Wissenschaftssoziologie findet sich bei Oliver Dimbath und Stefan Böschen7 eine abstrakte Einteilung in drei Aspekte unter dem Oberbegriff der relationalen Kritikdimension:

a) Mit Konvergenz oder Divergenz segmentärer Positionen könne man das eigene Forschungsgebiet fördern oder das eigene Profil schärfen und Gegenpositionen herabsetzen.
b) Konvergenz oder Divergenz stratifikatorischer Positionen weise auf mögliche Kooperations- oder Distinktionsgewinne hin, etwa zwischen „Reputierten“ und „Nicht-Reputierten“ oder auch zwischen Statusgleichen.
c) Konvergenz oder Divergenz askriptiver Merkmale, beispielsweise Geschlecht oder Nationalität, könne zur Selbsterhöhung eingesetzt werden.

In feldtheoretische Kapitalbegriffe übersetzt handelt es sich a) primär um kulturelles Kapital, das Wissen um wichtige Forschungsthemen oder die richtige Positionierung darin, b) primär um soziales Kapital, die Zugehörigkeit zu Netzwerken und ihre Kooperationsbereitschaft gegen die Abgrenzung von Außenseiterpositionen, sowie c) um symbolisches Kapital der Zuschreibung legitimierender Eigenschaften (verbunden mit der Option der delegitimierenden Zuschreibung an Rezensierte). Symbolisches Kapital ist wohlgemerkt an allen Profitoptionen beteiligt, weil sie den Spielregeln gemäß nur insofern profitabel sein können, als die Kapitalbestände als legitim anerkannt werden. Doch zwei Punkte sind auffallend an dieser Auffächerung der Möglichkeiten, durch die Arbeit an einer Rezension zu Kapitalzuwächsen im Feld zu gelangen: Erstens sind alle Aspekte der relationalen Kritikdimension im Sinne der organisierten Skepsis dysfunktional, können also wissenschaftstheoretisch nicht gerechtfertigt werden. Dimbath und Böschen verweisen auf die „Theorie der Recensionen“ von Johann Christoph Greiling, der bereits 1797 eine an den Interessen der scientific community und nicht den partikularen Interessen der Rezensierenden orientierte Haltung forderte.8 Sie stellen aber – auch empirisch – fest: „Mit wachsender Akzeptanz gegenüber strategischem Handeln in der Wissenschaft wird diese im Grunde tabuisierte Komponente der Kritik jedoch analyserelevant.“9 Zweitens glänzt eine naheliegende Profitoption durch Abwesenheit: Ökonomisches Kapital.

nobile officium

Unkundige in den Gepflogenheiten des Feldes wird es vielleicht überraschen, dass die Arbeit der Rezensierenden in historischen Fachzeitschriften weithin (Ausnahmen bitte umgehend bei mir melden!) unbezahlt erfolgt. Kundige in den Gepflogenheiten des Feldes wird es vielleicht überraschen, dass das – im Fall der HZ dokumentiert – erst seit 1932 kontinuierlich der Fall ist. In der Weltwirtschaftskrise schlug HZ-Herausgeber Friedrich Meinecke vor, Rezensionshonorare zu streichen, um Umfangkürzungen und Preiserhöhungen der HZ zu vermeiden. Dass das keinen Mangel an bereitwilligen Rezensierenden erzeugen würde, hatte er in der Inflation bis 1923 gelernt, als er bereits zeitweilig zu dieser Maßnahme gegriffen hatte. Es ging schließlich gegen die Historikerehre, ein Honorar für eine Publikation in der HZ zu erwarten. Deshalb kam es nach dem Zweiten Weltkrieg zu Problemen bei den Preisabsprachen zwischen der HZ und den Vierteljahrsheften für Zeitgeschichte, da der Herausgeber der letzteren sich bei den HZ-Herausgebern beklagte, „daß die vereinbarten Honorare auf seinen Mitarbeiterkreis keinen hinreichenden Anreiz ausübten, da es sich z.T. um geldhungrige Publizisten handele und nicht nur um Zunftgenossen, denen es mehr um die Ehre ginge in der führenden Fachzeitschrift zur Geltung zu kommen.“10 Historiker, so die implizite Regel, verlangen kein Geld für ihre Arbeit, jedenfalls nicht für eine Rezension in der HZ.

Ich bin nun der Ansicht, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen „wachsender Akzeptanz gegenüber strategischem Handeln“ im Rezensionswesen, die an seinen dysfunktionalen Tendenzen zumindest beteiligt ist, und seinem Charakter als unbezahlter Arbeit: Wenn das Rezensieren nicht als schnöde Erwerbsarbeit reproduzierbar ist, müssen die Profite in anderen Kapitalsorten erlangt werden, also in kulturellem, sozialem und symbolischem Kapital. Denn brächte die Rezensionsarbeit nichts ein, und sei es noch so indirekt, führte sie durch die nötigen Investitionen nur zu Verlusten, was bedeutet, die Teilnehmenden im Feld, die sich an diesem kollektiven Arbeitsaufwand beteiligen, würden ihre Positionen im Feld kontinuierlich verschlechtern. Man kann einen Teil der immateriellen Profite aus der Rezensionstätigkeit auch daran erkennen, dass Rezensionen früher häufig anonym publiziert wurden, heute aber eine anonyme Rezension sehr ungewöhnlich, vielleicht sogar suspekt erschiene.

Mit dem Aspekt der unbezahlten Arbeit verbunden ist die Einbringung persönlicher Anteile in Rezensionen. So stehen beim Rezensieren nicht etwa die Ziele und Maßstäbe eines Auftraggebers im Mittelpunkt, sondern Rezensierende erlauben sich in ansonsten unüblichem Ausmaß offen subjektive Äußerungen. Dimbath und Böschen nennen dies „affektuelle Kritik“11, nämlich sprachliche Äußerungen, die akute emotionale Bedürfnisse der Rezensierenden befriedigen. Diese Kritikdimension ist prägend für den Ton einer Besprechung und damit wohl für einen Großteil des Unmuts verantwortlich, den Rezensionen zuweilen – wie im eingangs geschilderten Fall – auslösen. Auch dieses Charakteristikum unbezahlter Rezensionen könnte durch Bezahlung und einen damit verbundenen Wahrnehmungswandel vom persönlichen Ausdrucksmedium zur Auftragsarbeit verändert werden. Den Zusammenhang von emotionaler Involviertheit und relational-strategischem Rezensions-Verhalten demonstrierte der emigrierte Wirtschaftshistoriker Fritz Redlich so: „Ich weiss, dass ich ein unbequemer reviewer bin, denn ich bin erbost, einmal wegen der Flut von Mittelmässigkeit und Dreck, die sich über uns ergiesst und es unmöglich macht, von wirklich Wichtigem Kenntnis zu nehmen, dann weil das ganze Geschäft [des Rezensionswesens] von einem Verein auf gegenseitige Hochachtung monopolisiert ist. Dieser Verein verdankt seinen Ursprung jener herrschenden Mittelmässigkeit: I skratch[sic] your back and you scratch mine oder negativ auf Deutsch: Haust Du meinen Juden, hau ich Deinen Juden.“12

Gefälligkeitsrezensionen und Verrisse erscheinen hier als zwei Seiten der relationalen Kritikdimension, deren Vorherrschen Ärger provozierte. Dass Rezensierende gewissermaßen auf eigene Rechnung arbeiten, spielt sicher mit hinein, wenn Rezensionszeitschriften erwägen, wie weit die Freiheit der Rezensierenden in der Gestaltung ihrer Besprechungen reichen soll. Allzu strenge Vorgaben könnten die Befürchtung aufkeimen lassen, dass sich zu wenige Kundige bereitfänden, die so noch undankbarer gewordene Besprechungsarbeit zu übernehmen. Die HZ erklärte 2013 sogar: „Die Rezensenten sind bei der Abfassung ihrer Texte vollkommen frei.“ Im Fall von Beschwerden von Rezensierten würde hingegen „prinzipiell keine Gegendarstellung abgedruckt, sondern der Beschwerdeführer an den Rezensenten verwiesen.“13 Rezensierenden wird mit solchen Grundsätzen das Privileg zugesprochen, keinen Widerspruch am selben – hervorgehobenen – Ort erwarten zu müssen. Diese Regel (auch wenn sie nicht konsequent einzuhalten ist) unterscheidet sich vom Grundsatz der American Historical Review (AHR), demgemäß Rezensierte stets die Möglichkeit haben, in der AHR zu replizieren. Dieser Gegensatz zwischen den Rezensionskulturen von HZ und AHR geht nicht zuletzt darauf zurück, dass die wichtigste Fachzeitschrift in den USA das Verbandsorgan der American Historical Association (AHA) ist. Über die Mitgliedsbeiträge finanziert sich die AHR und muss daher auch den Interessen der Verbandsmitglieder insgesamt gerecht werden. Sowohl eine an einer Universität verankerte Rezensionsplattform wie H-Soz-Kult als auch ein privates Verlagsunternehmen wie die HZ unterscheidet sich in den Produktionsverhältnissen strukturell von der AHR-Konzeption.

Perspektiven

Wie kann, wie soll sich das Rezensionswesen verändern? H-Soz-Kult ist selbst ein Kind des digitalen Wandels. Dabei hat die Plattform einige klassische Eigenschaften von Fachzeitschriften als Zentren der Fachinformation bewahrt. Zeitschriften erlauben regelmäßig komprimiertere, kontroversere und vor allem schnellere Kommunikation als Monographien. Gegenüber Konferenzen, Korrespondenz und persönlichen Gesprächen in der Geschichtswissenschaft, die sogar noch schneller und kontroverser ausfallen können, besitzen sie aber die Vorzüge der Schriftlichkeit und Öffentlichkeit als Prinzipien für wissenschaftliche Belegbarkeit und Nachprüfbarkeit. Indem sie Autor:innen eine institutionalisierte Sprecher:innenposition zuweisen, verbürgen Zeitschriften deren Kompetenz und Legitimität. Diese Funktionen sind wohl unverzichtbar auch für die künftige Geschichtswissenschaft. Soziale Netzwerke können sie nicht ersetzen.

Dennoch stellt sich natürlich die Frage, wie die Arbeit, die mit solchen Foren verbunden ist, organisiert und finanziert werden kann und soll. Zur Organisation kollektiver Arbeit ist nach Bourdieu symbolisches Kapital entscheidend, weil es allein die freiwillige Beteiligung an dem kooperativen Projekt garantieren kann, das Wissenschaft notwendigerweise ist. Wissenschaftstheoretische Probleme für die Verwirklichung organisierter Skepsis ergeben sich dann daraus, dass das disziplinäre Rezensionswesen sich für die Hauptakteure – Rezensierende und Rezensierte – zu einem Reputations-Spielfeld entwickelt hat, auf dem symbolisches Kapital und soziales Kapital ausgetauscht werden. Die Skepsis leidet dabei darunter, dass nicht grundsätzlicher, fairer Zweifel an den Thesen der besprochenen Werke, gewissermaßen die ständige Relativierung kulturellen Kapitals, sondern Akkumulation, Auf- und Abwertung der Kapitalbestände der Beteiligten in kultureller, sozialer und vor allem symbolischer Dimension im Fokus stehen. Was ich dem wissenschaftlichen Rezensionswesen hier zur reflexiven Modernisierung und zur Überwindung der Interessen-Dysfunktion der Akteure empfehlen möchte, ist eine kapitalistische Organisationsform im Sinne eines ökonomisch wirksamen Anreizsystems durch Bezahlung geleisteter Arbeit.

Wenn der Gedanke einer Umstellung auf kapitalistisches Wirtschaften revolutionär anmutet, dann weil der Kulturbereich kapitalistischer Gesellschaften notorisch als kapitalismusfrei imaginiert wird, was er aber natürlich nicht ist. Den inneren Widerständen zum Trotz hätte ein Kulturwandel im Rezensionswesen einige Vorteile: Bezahlten Arbeitskräften kann man vorgeben, welche Kriterien ihre Arbeit erfüllen soll. Solche Vorschriften sind natürlich nur ein Teil der konzeptuellen Vorarbeiten, die auch klare Zieldefinitionen und normierende Beschreibungen des „Produkts“ Rezension hervorbringen müssen, außerdem detaillierte Leitlinien für die Prozesse bei seiner Produktion und nicht zuletzt eine Konzeption zur Finanzierung, also zur Definition der Rezension als Ware samt Kundschaft und Marktanalyse. So lässt sich die Gute Wissenschaftliche Praxis (GWP) mit einem Begriff des Qualitätsmanagements um die Gute Herstellungspraxis (Good Manufacturing Practice, GMP) ergänzen. Bei derartiger Managementsprache wird manche Individualistenseele gequält aufschreien. Aber die Individualistenseele ist hier womöglich das Problem, weil sie Standardisierung im kollektiven Erkenntnisstreben der Wissenschaft ablehnt zugunsten von individualistisch-genialischen Erkenntnisvorstellungen, die wissenschaftstheoretisch längst überholt sind.

Zu meinem Vorschlag, auch das geschichtswissenschaftliche Rezensionswesen endlich ins Zeitalter der kapitalistischen Massenproduktion zu überführen, gehört ergänzend zur Standardisierung auch die Professionalisierung. Denn das wissenschaftliche Rezensionswesen benötigt ein Residuum von Nicht-Standardisierbarkeit. Mit Professionalisierung meine ich in Anlehnung an die Professionalisierungstheorie Ulrich Oevermanns eine stellvertretende Krisenbewältigung unter Wahrung der bedrohten Autonomie der Lebenspraxis. Das klingt womöglich noch abstrakter als die oben erläuterten soziologischen Kapitalbegriffe oder Kritikdimensionen. Das Konzept der Professionalisierung beruht auf der Genese von Oevermanns Professionalisierungstheorie aus der Untersuchung der Praxis von Medizin und Jura sowie ihrer anschließenden Übertragung auf andere Berufsfelder, einschließlich der wissenschaftlichen Forschung. Während Ärzt:innen Gesundheits-Krisen und Jurist:innen Gerechtigkeits-Krisen zu bewältigen helfen, bearbeiten Wissenschaftler:innen Geltungs-Krisen prekär gewordenen Wissens: „Wissenschaft beginnt also autonome und systematische Wissenschaft erst dann zu sein, wenn sie wie selbstverständlich gewissermaßen künstlich in Zweifel zieht, was der Praxis nicht fraglich ist. Wissenschaft simuliert also systematisch Krisen, sie verwandelt ohne Not durch Bezweiflung Routinen in Krisen und erzeugt paradoxal genau dadurch sich bewährendes Wissen. Der forschungslogische Fallibilismus ist in dieser Sicht nichts anderes als die systematische Erzeugung von Krisen in Relation zu einem vermeintlich bewährten Wissen.“14

Rezensionen als Medium der Kritik sollen in diesem Prozess systematisch Geltungskrisen erzeugen, indem sie Argumente mit Gegenargumenten, Behauptungen mit Zweifel und Belege mit Relativierung beantworten, damit gemäß dem forschungslogischen Fallibilismus das bessere Argument sich durchsetzen kann. Um es konkreter zu formulieren: Professionalisiert Rezensierende sollen stellvertretend für alle anderen am jeweiligen Thema Interessierten die Geltungskrise bearbeiten helfen, was die neue wissenschaftliche Literatur behauptet und wie gut gestützt diese Ergebnisse sind, und zwar unter Wahrung der wissenschaftlichen Autonomie der Rezensierten, des Publikums, der scientific community und letztlich – Oevermann ist da nicht kleinlich – „der zukünftigen Menschheit überhaupt“.15

Diese Autonomie als Ziel eines professionalisierten Rezensionswesens fordert einerseits bestimmte Qualitätsmaßstäbe in der Produktion von Besprechungen, verlässliche Verfahren und transparente Argumentationen, die nicht etwa zugunsten von Formvorgaben wie Zeichenbegrenzungen beschnitten werden sollten. Andererseits fordert das Autonomieziel der Professionalisierung einen epistemologischen Pluralismus heraus, der mit landläufigen monistischen Wahrheitsvorstellungen unvereinbar ist: Die legitime Unterschiedlichkeit von Ansätzen, Methoden und Positionen ist dabei Ausdruck der avisierten Autonomie der Rezensierten, Ausdruck der organisierten Skepsis, Ausdruck der systematischen Erzeugung von Geltungskrisen. Abweichung von den vorherrschenden Positionen eines Faches ist also prinzipiell nicht die zu bekämpfende Eigenschaft eines rezensierten Werks, sondern ein zu begrüßender Beitrag zur Pluralisierung, der zunächst vermerkt und fokussiert werden sollte, bevor er, wie alle anderen Inhalte, grundsätzlichem, fairem Zweifel unterworfen wird.

Zuletzt die Frage: Wer soll das bezahlen? Hunderte Euro für die Arbeit an einer kurzen Rezension zu veranschlagen, das klingt vielleicht zuerst verrückt. Aber die Begründung lautet ja nicht, dass es ein super Geschäftsmodell ist, bei dem Profite winken, sondern dass es eine Chance ist, das fachliche Rezensionswesen auf eine wissenschaftstheoretisch funktionale Grundlage zu stellen. Ich habe die AHR als Verbandszeitschrift der AHA erwähnt, deren Abonnement im Mitgliedsbeitrag enthalten ist. Es hat einiges für sich, das Rezensionswesen über Mitgliedsbeiträge zu einem Berufsverband zu finanzieren. Ein besonderer Vorzug ist die Möglichkeit, die Interessen der zu Rezensierenden und der Fachöffentlichkeit bei der Festlegung von Standards und Prozessen durch die Verbandsdemokratie auszutarieren.

Dieser Beitrag erschien als Teil des Diskussionsforums über
Buchrezensionen in den Geschichtswissenschaften.
https://www.hsozkult.de/debate/id/diskussionen-5234
Übersicht zum Forum "Buchrezensionen in den Geschichtswissenschaften"

Anmerkungen:
1 Patrick Bahners, Demokratie, Nationalsozialismus und eine umgekehrte Dolchstoßlegende. Eine deutsche Affäre: Die maßlose Kritik an der Historikerin Hedwig Richter, in: faz.net, 17. März 2021, <https://zeitung.faz.net/faz/feuilleton/2021-03-17/eaee414ef1a23703acb0e3d6566b288d/?GEPC=s3> (17.03.2021, Archiv-URL: <https://archive.ph/zTpA8; erweiterte Version vom 20. März 2021: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/masslose-kritik-an-der-historikerin-hedwig-richter-17248489.html?printPagedArticle=true>).
2 Matthias Krämer, Westernisierung der Geschichtswissenschaft. Transatlantische Gastprofessoren im Umfeld der Historischen Zeitschrift, Berlin / Boston 2021 (in Vorbereitung). Aus ihren Kapiteln 6 und 7 stammen wesentliche Gedanken dieses Essays. Siehe dort auch für nähere Quellen- und Literaturhinweise.
3 Pierre Bourdieu, Ökonomisches Kapital – Kulturelles Kapital – Soziales Kapital, in: ders., Die verborgenen Mechanismen der Macht, hrsg. von Margareta Steinrücke, Hamburg 2005, S. 49–79.
4 Bayerisches Wirtschaftsarchiv F5/1208: Brief Wilhelm Oldenbourg an Ludwig Dehio, [München] 02.12.1952; Bayerisches Wirtschaftsarchiv F5/1644: Brief Wilhelm Oldenbourg an Walther Kienast, [München] 29.06.1949; Bayerisches Wirtschaftsarchiv F5/1624: Brief Wilhelm Oldenbourg an Theodor Schieder, [München] 18.05.1956.
5 Robert K. Merton, The Normative Structure of Science, in: ders., The Sociology of Science. Theoretical and Empirical Investigations, Chicago / London 1973, S. 267–278, hier S. 277f. (zuerst publiziert 1942 unter dem Titel Science and Technology in a Democratic Order).
6 Peter Suber, Classical Skepticism. Issues and Problems, Richmond, Indiana 1996, <http://legacy.earlham.edu/~peters/writing/skept.htm> (20.03.2021).
7 Oliver Dimbath / Stefan Böschen, Institutionalisierter Skeptizismus der Wissenschaft. Eine explorierende Studie zu Rezensionen als Kritikform, in: Die Hochschule. Journal für Wissenschaft und Bildung 24,2 (2015), S. 158–172, <http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0111-pedocs-162193> (31.03.2021), S. 168f.
8 Johann Christoph Greiling, Einige vorläufige Gedanken zu einer Theorie der Recensionen, in: Philosophisches Journal einer Gesellschaft teutscher Gelehrten, hg. von Johann Gottlieb Fichte und Friedrich Immanuel Niethammer, 6,2 (1797), S. 119–149.
9 Dimbarth / Böschen, Skeptizismus, S. 168.
10 Bayerisches Wirtschaftsarchiv, F5/1208: Brief Ludwig Dehio an Wilhelm Oldenbourg, Marburg 13.07.1953
11 Dimbarth / Böschen, Skeptizismus, S. 167.
12 Institut für Zeitgeschichte (Archiv), ED 216/62: Brief Fritz Redlich an Gerhard Masur, Belmont, Massachusetts 08.06.1963
13 Fragenkatalog zum Thema Rezension, in: Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 121 (2013), S. 109-133, hier S. 126f.
14 Ulrich Oevermann, Wissenschaft als Beruf. Die Professionalisierung wissenschaftlichen Handelns und die gegenwärtige Universitätsentwicklung, in: Die Hochschule. Journal für Wissenschaft und Bildung 14,1 (2005), S. 15–51, <http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0111-pedocs-164644> (31.03.2021), S. 28.
15 Ebenda.