Forum: Rez: F. Neuber / P. Sahle: Nach den Büchern: Rezensionen digitaler Forschungsressourcen

Von
Frederike Neuber, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften / Patrick Sahle, Bergische Universität Wuppertal

Die digitale Transformation greift in den Geisteswissenschaften und damit auch in den Geschichtswissenschaften unaufhaltsam um sich. In einer digitalen Informations-, Arbeits- und Publikations-Umwelt ist das gedruckte Buch oder die gedruckte Zeitschrift längst nicht mehr die einzige Form der wissenschaftlichen Ergebnissicherung und Publikation. Schon seit geraumer Zeit bringen auch die Geschichtswissenschaften digitale Texte verschiedener Formen, aber auch Daten, Werkzeuge oder Webanwendungen hervor, die verallgemeinert als digitale Forschungsressourcen bezeichnet werden. Ganz bewusst wird dabei in einer ‚data life cycle‘-Vorstellung der Unterschied zwischen den Grundlagen, dem Prozess und den Produkten der Forschung aufgehoben.

Für viele Historiker:innen gehört die Recherche in digitalen Text- oder Bilddatenbanken und die Arbeit mit digitalen Editionen historischer Quellen bereits zum Forschungsalltag. Die Bedeutung von digitalen Forschungsressourcen und den dabei entwickelten und verwendeten Methoden nimmt in den Geschichtswissenschaften in den letzten Jahren zu, was sich u. a. an einschlägigen Publikationen[1], Veranstaltungen und Arbeitskreisen[2] sowie in der Etablierung von „Digital History“-Lehrstühlen[3] zeigt.

Als Initiator:innen und Mit-Herausgeber:innen der digitalen Rezensionszeitschrift „RIDE - A review journal for digital editions and resources“ (https://ride.i-d-e.de/), die seit 2014 vom Institut für Dokumentologie und Editorik (IDE, https://www.i-d-e.de/) herausgegeben wird, möchten wir die Debatte um Buchrezensionen in den Geschichtswissenschaften um eine Perspektive auf digitale Forschungsressourcen als Rezensionsobjekte erweitern. Denn nur, wenn das geschichtswissenschaftliche Rezensionswesen auch digitale Forschung und ihre Ergebnisse stärker in den Blick nimmt, kann es dem Anspruch gerecht werden, das Fach „in seiner ganzen Breite ab[zu]decken“[4].

Was wir rezensieren

Von Datenmodellen und Datensätzen über Skripte zur Verarbeitung und Analyse der Daten bis hin zu umfassenden Webanwendungen oder virtuellen Forschungsumgebungen: die Ausformungen digitaler Forschung unterscheiden sich medial und strukturell grundlegend von einem Text in einem Buch, wie ihn das Rezensionswesen von der ‚klassischen‘ Monographie gewohnt ist. Diese Unterschiede lassen sich beispielhaft an einem Ressourcentypus veranschaulichen, der für die geschichtswissenschaftliche Forschung nach wie vor zentral ist: die kritische Edition historischer Quellen.

Die traditionelle ‚monographisch‘ angelegte Edition aus dem Druckzeitalter ist häufig das Ergebnis von individueller (oder auf einen kleinen Kreis begrenzter) Arbeit und Autorschaft bzw. ‚Editorschaft‘. Druckeditionen gelten bei ihrer Publikation prinzipiell als abgeschlossen, denn in den wenigsten Fällen wird ein arbeitsintensives und teures Unterfangen wie eine Edition noch einmal neu aufgerollt. Demgegenüber sind digitale Editionen aufgrund ihrer mit den zunehmenden Möglichkeiten einhergehenden höheren Ansprüche und Komplexität fast immer das Ergebnis multipler Mitarbeiter- und Autorschaft, auch da sich interdisziplinäres Fachwissen und differenzierte methodisch-technische Kompetenzen nur selten in einer Person vereint finden. Die zunehmend ausdifferenzierten Rollen im digitalen Editionsprozess sind u. a. Editor:in, Datenmanager:in, Softwareentwickler:in oder Designer:in. Auch der Aufbau einer digitalen Edition aus Daten (verstärkt multimedialer Art), Software und Interfaces, oft organisiert in verteilten Systemen, ist strukturell komplexer und vielgestaltiger als im Druck. Ein Kerncharakteristikum der digitalen Edition ist außerdem, dass sie grundsätzlich ‚offen‘ bzw. ‚unabgeschlossen‘ ist. Bereits während der noch laufenden Arbeiten können Teilergebnisse veröffentlicht und dann fortwährend angereichert und erweitert werden. Dies führt dazu, dass die digitale Edition grundsätzlich veränderlich ist, beispielsweise was ihre Datengrundlage, ihr Interfacedesign oder auch die temporär beteiligten Wissenschaftler:innen betrifft. Den impliziten Paradigmenwechsel kann man als Fokusverschiebung von der Edition als 'Produkt' zur Edition als 'Prozess' beschreiben.[5]

Die skizzierten Charakteristika der digitalen wissenschaftlichen Edition gelten im weitesten Sinne für alle digitalen Forschungsressourcen, die sich, ebenso wie die damit verbundenen wissenschaftlichen Praktiken, fundamental von analogen Forschungspublikationen (dem Buch) unterscheiden. Für das Rezensionswesen bedeutet das, dass es sich im Umgang mit solchen digitalen Ressourcen neu aufstellen muss. Die Ausgangsthese lautet: die digitale Transformation erfasst alle Arbeits- und Publikationsformen der Wissenschaften; ein Festhalten an den etablierten Formen von Evaluation und Rezension kann diesen Veränderungen nicht gerecht werden; wir müssen neu denken, sowohl was zu rezensieren ist, als auch wie etwas zu rezensieren ist; und es geht aktuell insofern um eine „Re-Harmonisierung“ der wissenschaftlichen Systeme von Produktion und Evaluation.[6]

Wie wir rezensieren

Digitale Ressourcen sind komplexe und vielschichtige Konstrukte, deren wissenschaftlicher Wert sich nicht auf eine schlussendliche mediale Präsentation beschränken lässt. „In Abgrenzung zum Druck [muss es bei Rezensionen digitaler Ressourcen] gerade darum [gehen], die ausschließliche Konzentration auf die Präsentation der Ergebnisse zu überwinden, um die einfließenden Forschungsleistungen in angemessener Weise zu berücksichtigen“.[7] Zu evaluieren sind daher nicht nur die mediale Erscheinung, sondern auch die zugrunde liegenden Daten. Zugleich sind wie bisher auch, jetzt aber expliziter und jeweils für sich genommen, Form und Inhalt zu untersuchen. Rezensent:innen müssten dazu eine Doppelqualifikation in sich vereinen, um einerseits fachspezifisches Wissen und andererseits methodisch-technische Kenntnisse in die Beurteilung einer digitalen Forschungsressource einbringen zu können. Mit solcher Doppelkompetenz ausgestattete Rezensent:innen sind aber naturgemäß schwer zu finden.

Wenn es um die Gewinnung von Autor:innen geht, dann geht es auch um Anreizsysteme. Die Möglichkeit, sich selbst mit dem aktuellen Stand zu den eigenen Fachthemen auseinanderzusetzen, die eigene Position in den Diskurs einzubringen und Sichtbarkeit für die eigene Expertise zu erzeugen, sind gleichbleibende Motivationen, die aus der Monografierezension bekannt sind. Der zusätzliche Anreiz ‚Belegexemplar‘ entfällt bei digitalen Ressourcen. Gleichzeitig wird die Hürde zur Übernahme einer Besprechung durch die vermehrte Komplexität und den oft größeren Umfang der digitalen Rezensionsobjekte noch erhöht. Eine Möglichkeit neue Motivationen für Autor:innen zu schaffen, kann darin liegen, den Wert – und das heißt: die wissenschaftliche Kreditierbarkeit – der Rezension selbst zu steigern und sie vom undankbaren Status der publizistischen Kleinform zu befreien. Mit der Rezension als vollwertigem Forschungsbeitrag kann die traditionelle Kurzform überwunden werden, die für die Publikationslisten der Autor:innen praktisch wertlos ist. Dabei ist die Ausweitung der Texte ohnehin nötig, wenn die Rezension eine angemessene Reflexion sowohl fachlicher und digitaler Aspekte komplexer Objekte leisten und ein substanzieller Beitrag zum inhaltlichen und Methodendiskurs sein soll.

Wenn die Strategie der Weiterentwicklung von Rezensionen zu ‚research articles‘ konsequent verfolgt werden soll, dann erfordert dies eine Qualitätssicherung, die über die übliche redaktionelle Betreuung und Lektorierung hinausgeht. Die Rede ist hier von einem echten Peer Review-Prozess, ohne den mindestens im internationalen Kontext keine Publikation als wissenschaftliche Leistung ‚zählbar‘ ist. So wird nicht nur das ‚Prestige‘ des Beitrags, sondern vor allem seine Qualität gesichert. Ein zweites oder gar drittes Augenpaar kann hinsichtlich der fachspezifischen Inhalte oder technisch-methodischen Umsetzung ergänzende und unterstützende Hinweise geben, wo die Rezension die eigentlich geforderte Doppelqualifikation nicht bis ins letzte Detail abdecken kann.

Wenn auf dem Weg zur Rezension als Forschungsbeitrag die gemeinsame Methodendiskussion und tiefer gehende Qualitätsuntersuchung stärker in den Mittelpunkt rückt, dann kann es sinnvoll sein, die Konvergenz des Diskurses durch vorgegebene Leitlinien, Fragenkataloge, Checklisten oder andere Handreichungen zu fördern. Versuche zu einer Homogenisierung, die Mindestqualitäten sichern und Vergleichbarkeit zwischen Rezensionen erhöhen soll, hat es in den vergangenen Jahren schon mehrfach gegeben.[8]

Was bisher geschah

In einigen Rezensionsorganen der Geschichtswissenschaften werden digitale Ressourcen bereits seit geraumer Zeit besprochen. Auf H-Soz-Kult wurden bis dato (Mai 2022) 176 Rezensionen von „Websites und Datenbanken“[9]) sowie 163 Rezensionen von „Digitalen Medien“ (z. B. CD-ROMs[10]) veröffentlicht. Dem gegenüber stehen mehr als 18.000 Buchrezensionen.[11] Die digitale Plattform „Reviews in History“[12] (Untertitel: „Covering books and digital resources across all fields of history“) beinhaltet ebenfalls einige Besprechungen digitaler Forschungsressourcen. In die über einen Filter auswählbare Sparte „Digital Resources“ fallen thematisch aber auch zahlreiche Bücher, weshalb keine genaue Zahl bestimmbar ist. Auf „sehepunkte - Rezensionsjournal für die Geschichtswissenschaften“ scheinen digitale Ressourcen hingegen noch überhaupt keine Rolle zu spielen.[13] In den traditionellen gedruckten Fachzeitschriften findet man fast keine Rezensionen digitaler Forschungsleistungen und -ergebnisse und selbst bei digitalen Fachzeitschriften sieht es kaum anders aus.[14]

Nimmt man die Rezension des von uns exemplarisch gewählten Genres „Edition“ in den Blick, so ist die Lage besonders dramatisch: In der dezidiert wissenschaftlichen Editionen gewidmeten Reihe „Editionen in der Kritik“[15], die Editionen aus sämtlichen Disziplinen (auch den Geschichtswissenschaften) berücksichtigt, findet sich unter insgesamt rund 500 Rezensionsbeiträgen in elf Bänden aus den Jahren 2005-2021 kein einziger zu einer digitalen Edition. Rezensionen zu digitalen Editionen sind, wenn überhaupt, nur vereinzelt innerhalb thematisch einschlägiger Reihen wie „Variants“ oder „Editio“ erschienen.[16]

Jenseits traditioneller Fachrezensionszeitschriften entwickeln sich Journale in den letzten Jahren verstärkt aus dem Kontext der Digital Humanities (DH) heraus, um digitale Ressourcen in den Blick zu nehmen. Mit „Reviews in Digital Humanities“ erscheint seit 2020 eine digitale Rezensionszeitschrift mit einem ‚dialogischen Konzept‘.[17] Digitale Vorhaben reichen dabei zunächst selbst einen Projektbericht ein, auf den dann ein Review Bezug nimmt.[18] Die traditionelle Kurzform der Rezension wird beibehalten. Ein weiteres, erst im Oktober 2021 angekündigtes Rezensionsjournal ist „Construction KIT: a review journal for research tools and data services in the humanities“, das sich zum Ziel setzt, „die Tradition der geisteswissenschaftlichen Rezension auf den Bereich Software auszudehnen“.[19] Als Handreichung für die Rezensentinnen bietet „Construction KIT“ Richtlinien für die Rezension[20], die speziell auf den Ressourcentyp Software ausgerichtet sind. Solche Guidelines, die die Medialität der Rezensionsobjekte mit in den Fokus rücken, und als Bezugspunkt für Rezensentinnen die Konsistenz zwischen verschiedenen Beiträgen steigern, sind auch die Grundlage der von uns mit-herausgegebenen Zeitschrift „RIDE – A review journal for digital editions and resources“, deren Konzept und Aufbau kurz vorgestellt werden soll.

Rezensionen in RIDE

Gegenstandsbereich der digitalen Zeitschrift RIDE, die seit 2014 erscheint, sind ausschließlich digital (oder hybrid) publizierte geisteswissenschaftliche Forschungsressourcen, die aus interdisziplinärer Perspektive und mit einem Fokus auf ihre methodisch-technische Aufbereitung in den Blick genommen werden. In RIDE wurden bis dato (Stand Mai 2022) 14 Ausgaben mit 75 Rezensionsartikeln in drei thematischen Sparten publiziert: digitale wissenschaftliche Editionen (50 Beiträge), digitale Textsammlungen (20) und Werkzeuge bzw. Software für digitale Editionen (5).[21]

Hinter RIDE steht das Institut für Dokumentologie und Editorik (IDE). Die Zeitschrift wird aus diesem Kreis heraus organisiert, die Herausgabe einzelner Bände obliegt Mitgliedern des IDEs sowie Gastherausgeber:innen. Jede Beitragseinreichung in RIDE wird einerseits durch die jeweiligen Bandherausgeber:innen in Zusammenarbeit mit weiteren IDE-Mitgliedern begutachtet und andererseits einem Peer-Review Prozess unterzogen. Für die ‚credibility‘ und das ‚crediting‘ ist das externe Peer Reviewing durch internationale, für die jeweils rezensierte Ressource einschlägige Expert:innen entscheidend. Weil der Fokus von RIDE-Besprechungen auf der methodischen Seite liegt, wird das Peer Review-Verfahren auch genutzt, um durch die Gewinnung entsprechender Gutachter:innen den Blick auf die inhaltliche Seite zu stärken und sicher zu stellen, dass eine begründete Einordnung in den Fachdiskurs gelingt.

RIDE setzt auf vollgültige „review articles“, die in ihrem Umfang traditionellen wissenschaftlichen Artikeln entsprechen.[22] Die Rezension besteht dabei aus zwei Teilen: dem Text der Besprechung einerseits und einem ausgefüllten Fragebogen (‚Factsheet‘) zu der rezensierten Ressource andererseits (Abb. 1).


Abb. 1.: Die beiden Bestandteile eines RIDE-Reviews: links der Rezensionstext, rechts das Factsheet (siehe Klemmstein, Franziska. "Review of 'Digitale Edition der Augsburger Baumeisterbücher'." RIDE 14, 2021. doi: 10.18716/ride.a.14.3. Accessed: 21.12.2021).

Um die Rezensentinnen bei ihrer kritischen Beurteilung zu unterstützen, stellt das IDE für jeden untersuchten Ressourcentyp in RIDE einen Kriterienkatalog bereit, der sowohl inhaltliche als auch technisch-methodische Aspekte berücksichtigt.[23] Die Rezensent:innen sind bei ihrer Beurteilung dazu angehalten, sich an den Kriterien als Unterstützung zu orientieren, um die Konvergenz und Vergleichbarkeit zwischen den Rezensionen und damit auch zwischen den rezensierten Ressourcen zu steigern. Eine schrittweise ‚Abarbeitung‘ aller Punkte aus den Kriterienkatalogen wird allerdings nicht erwartet, vielmehr steht es den Autor:innen frei, spezifische Schwerpunkte in ihrer Bewertung besonders auszuarbeiten. Eine verbesserte Vergleichbarkeit der Rezensionsobjekte entsteht schließlich über das bereits erwähnte Factsheet, das jeden Beitragstext ergänzt. Die Factsheets basieren auf einem Fragebogen zu verschiedenen Themenbereichen aus dem Kriterienkatalog, der überwiegend vorgegebene Antwortoptionen zulässt. So entstehen formalisierte und homogen erfasste Datensätze, die artikelübergreifend und damit quantitativ analysierbar sind. Die Ergebnisse einer einfachen statistischen Auswertung, die einen Überblick über die bestehenden Rezensionen und das rezensierte Feld gibt, erscheinen in RIDE unter der Rubrik „Charts“ (Abb. 2).


Abb. 2: Beispiel für die statistische Auswertung der Factsheets für kritische Editionen (Grundgesamtheit: 45). Siehe RIDE, Seite „Charts: Scholarly Editions“ (https://ride.i-d-e.de/data/charts-scholarly-editions/).

Zu den besonderen Herausforderungen in der Besprechung digitaler Ressourcen gehört, dass es sich bei ihnen um ständig veränderbare ‚moving targets‘ handelt, bei denen eine Rezension immer nur eine Momentaufnahme sein kann. Um dafür einen ‚richtigen Moment‘ einzufangen, sind die Rezensent:innen aufgefordert, die ‚Rezensionsreife‘ zu prüfen[24], den Zeitpunkt der Evaluation genau zu benennen sowie aussagekräftige Screenshots der Ressource anzufertigen und Anwendungszustände zu archivieren.[25] Die Rezension muss sich dem Umstand stellen, dass der betrachtete Gegenstand möglicherweise schon in naher Zukunft ganz anders aussehen wird und die gefällten Urteile dann nicht mehr am Live-Objekt nachvollzogen werden können. Sie muss deshalb für die Leser:innen der Rezension sicherstellen, dass ein Blick in die Vergangenheit möglich ist.

Als ‚datengetriebenes‘ Journal hat RIDE den digitalen Wandel selbst adaptiert. Hinter den Rezensionstexten (mit vergleichsweise vielen Bildern) steht eine gewisse Formalisierungsschicht durch die Kriterienkataloge und vor allem die bereits erwähnten Factsheets, die die sprachlichen Ausführungen um regulierte deskriptive Angaben ergänzen. Die ‚Datafizierung‘ der Zeitschrift geht aber noch weiter: Die in beliebiger Form eingelieferten Beiträge werden in einem Redaktions- und ‚Satz‘-Prozess zu XML-Daten umgewandelt, die dem de facto Standard der Textkodierung der Text Encoding Initiative (TEI) entsprechen und auf einem journalspezifischen Schema dieses Standards basieren.[26] Die Beitragsdaten werden in einem GitHub-Repositorium verwaltet (<https://github.com/i-d-e/ride>) und schließlich im Forschungsdatenrepositorium Zenodo veröffentlicht und versioniert (<https://zenodo.org/record/5081646>).

Jenseits der technischen Grundlagen ist RIDE als ‚normale‘ wissenschaftliche Zeitschrift zu markieren. Der Status als „international peer reviewed journal“ muss durch verschiedene Aspekte der Zertifizierung, des Nachweises und der Sichtbarkeit gewährleistet werden, um die Kreditierbarkeit für die Rezensent:innen sicherzustellen. Das Journal verfügt über eine ISSN-Nummer und über DOIs für jeden einzelnen Beitrag. Die Metadaten der Rezensionen werden über eine OAI-PMH-Schnittstelle von der Deutschen Nationalbibliothek abgerufen und dort im Katalog nachgewiesen.[27] Für die Wahrung der Rechte der Autor:innen und eine optimale Verbreitung werden alle Beiträge mit einer entsprechenden Creative Commons-Lizenz und im Open Access ohne Publikationsgebühren (!) veröffentlicht. RIDE selbst ist deshalb im Open Access-Verzeichnis „Sherpa Romeo“ und in der „Directory of Open Access Journals“ (DOAJ) gelistet.[28]

Zusammengefasst erfüllen Rezensionen in RIDE im Kontext des Rezensionswesens folgende Funktionen, die sich teilweise auf die rezensierten Ressourcen beziehen und teilweise positive Effekte auf die Rolle von Rezensionen und digitaler Forschung in den Fächern haben: 1. die interdisziplinäre Evaluierung digitaler Methoden durch die fächerübergreifende Besprechung digitaler Forschungsressourcen; 2. die methodisch-technische Kontextualisierung und Vergleichbarkeit der Forschungsressourcen durch die Orientierung der Rezensionen an Kriterienkatalogen sowie die Erhebung von Informationen in Factsheets; 3. die Qualitätsprüfung digitaler Forschungsressourcen durch Rezensentinnen mit methodisch-technischer und fachlich-inhaltlicher Doppelqualifikation sowie ergänzt durch internes und externes Peer Review; 4. die wissenschaftliche Kreditierbarkeit der Rezensionen für die Autor:innen durch den ‚peer-reviewed‘-Status der Rezension, die Überwindung ihrer traditionellen Kurzform sowie den zertifizierten Status RIDEs als wissenschaftliche Zeitschrift; 5. die Sichtbarmachung und Anerkennung digitaler Forschungsleistungen durch die Integration der digitalen Rezensionsobjekte in den wissenschaftlichen Diskurs[29]; 6. die Dokumentation temporärer Zustände einer Ressource im Kontext digitaler Wissensproduktion durch die in der Rezension vorgenommenen Beschreibungen, Linkarchivierungen und Screenshots; 7. die Förderung der Interaktion zwischen Evaluations- und Produktionspraxis als genuine Eigenschaft der Rezension digitaler Ressourcen[30], denn die (oft) noch in der Erstellung begriffenen Projekte können von Hinweisen und Kritik profitieren[31]; 8. die Verbesserung der Produktionspraktiken digitaler Ressourcen, indem Kriterienkataloge für Editionen, Textsammlungen und Software unabhängig von einer Rezension der digitalen Ressource bereits bei der Erarbeitung digitaler Forschungsressourcen eingesetzt werden.[32]

Von den drei im Editorial des Forums genannten „idealtypischen“[33] Funktionen eines Rezensionswesens – der Information über neue Publikationen, der Qualitätskontrolle der Forschungsergebnisse und der Kontextualisierung in größere Zusammenhängen – erfüllt RIDE also letztere beiden (s. o. 2. und 3.). Hingegen liegt die Information über Neuerscheinungen außerhalb des selbst gesetzten Funktionsspektrums der Zeitschrift, die statt auf ‚Masse‘ auf ‚Tiefe‘ setzt. Die Anforderungen, die RIDE an eine wissenschaftliche Rezension digitaler Forschungsressourcen stellt, bedeuten einen deutlichen Mehraufwand für Rezensent:innen und Herausgeber:innen gegenüber der Erstellung und Publikation klassischer Kurzrezensionen. Dieser Mehraufwand generiert aber auch einen deutlichen Mehrwert, und führt dazu, dass RIDE-Rezensionen über die klassischen Funktionen eines Rezensionswesens hinausgehen.

Wie die digitalen Ressourcen, denen sich RIDE widmet, so ist auch das Journal selbst stets in Bewegung. Erst mit dem letzten Band (erschienen November-Dezember 2021) hat das Journal die traditionelle Form der Herausgabe von ‚vollständigen‘ Bänden aufgehoben und publiziert die Beiträge seitdem im ‚rolling release‘-Verfahren, d.h. fortlaufend. So soll die Zeit zwischen der Publikation einer Ressource und ihrer Rezension verkürzt werden, was als Herausforderung bereits Thema in Jost Dülffers Beitrag zu diesem Forum war.[34] Durch ein flexibleres Publikationsmodell soll verhindert werden, dass eine Rezension im Zuge der Schnelllebigkeit und Wandelbarkeit digitaler Forschungsressourcen bereits bei ihrem Erscheinen als ‚veraltet‘ gelten könnte.[35] Ein aktueller Diskussionspunkt im Kreise der Herausgeber:innen ist außerdem die Frage, ob und wie man die bereits erwähnte Interaktion zwischen der Evaluations- und Produktionsseite weiter fördern könnte, etwa durch die Einführung einer Sektion „Repliken“. Darüber hinaus ist RIDE jederzeit offen für neue Rezensionssektionen digitaler Ressourcen jenseits von Editionen, Textsammlungen und Editionssoftware.

Fazit

Auch wenn man derzeit nur vermuten kann, wohin sich das Rezensionswesen in den Geschichtswissenschaften in den nächsten Jahrzehnten bewegt, so sind zwei Dinge relativ sicher: Erstens, die mediale Form der Rezension wird zunehmend das Digitale sein, sei es in wissenschaftlichen digitalen Rezensionsorganen, auf (semi-)privaten Blogs und ähnlichen Plattformen, oder gar in den sozialen Medien, wo die Wissenschaftscommunity zunehmend aktiv ist. Zweitens, ein zeitgemäßes Rezensionswesen muss die in der Zahl und Qualität rasant wachsenden digitalen Forschungsergebnisse und -prozesse wie Daten, Webseiten, Werkzeuge und Ähnliches stärker in den Blick nehmen, um die gesamte Breite des Faches abzubilden. Gegenstand und Form der Evaluation müssen sich an die verändernden Gegebenheiten anpassen.

Grundsätzlich zeigt sich im Bereich der Bewertung digitaler Forschung derzeit eine Tendenz zu stärker formalisierten Formen der Qualitätssicherung, die eher als Zertifizierung denn als Rezension gelten können.[36] Da sich diese Qualitätssicherungsmaßnahmen vor allem auf technisch-methodische Aspekte beziehen, scheint es umso wichtiger zu betonen, dass eine vollständige Rezension einer digitalen Forschungsressource Form und Inhalt zu berücksichtigen hat, damit sie nicht nur bei den ‚digitalen Insidern‘, sondern auch in der Breite der etablierten Fächern angenommen wird.

Zukünftig wird in der Flut digitaler Forschung die Qualitätssicherungsfunktion der Rezension zunehmend wichtiger werden, d.h. ihre Aufgabe, das Relevante vom Irrelevanten zu unterscheiden. Damit hängt im weitesten Sinne auch zusammen, wie man mit genuin digitalen Forschungsformen umgeht, die es im Druck so noch gar nicht gab, wie beispielsweise Video-Essays, Podcasts, Data Stories und Ähnlichem. Solche Formate bahnen sich derzeit zunehmend ihren Weg in den wissenschaftlichen Diskurs. Das geistes- und damit auch das geschichtswissenschaftliche Rezensionswesen sollte diesen digitalen Wandel nicht verschlafen, sondern den Diskurs zu derlei neuen sowie zu den bereits etablierten digitalen Forschungsressourcen und -formen stärker anregen und aktiv mitgestalten.

Dieser Beitrag erschien als Teil des Diskussionsforums über Buchrezensionen in den Geschichtswissenschaften. https://www.hsozkult.de/debate/id/diskussionen-5234
Übersicht zum Forum "Buchrezensionen in den Geschichtswissenschaften"

Anmerkungen:
[1] Für einige Neuerscheinungen aus dem Bereich digitale Geschichtswissenschaft siehe u. a. Journal of Digital History (seit Oktober 2021, hrsg. von der Universität Luxemburg), https://journalofdigitalhistory.org (Letzter Aufruf hier wie bei allen folgenden 12.12.2021); Themenheft „Digital History“ der Zeitschrift Geschichte und Gesellschaft (1/2021, hrsg. von Simone Lässig); Christian Wachter, Geschichte digital schreiben: Hypertext als non-lineare Wissensrepräsentation in der Digital History, Berlin 2021.
[2] Die AG „Digitale Geschichtswissenschaft“ im Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands e.V. besteht bereits seit 2012 (https://www.historikerverband.de/arbeitsgruppen/ag-digitale-gw/die-ag-digitale-gw.html), eine explizite Tagung(sreihe) zu „Digital History“ aber erst seit 2021 (https://digihistory.de/tagung/, 12.12.2021).
[3] Lehrstühle für Digital History bzw. Digitale Geschichtswissenschaften gibt es u.a. an der Humboldt Universität Berlin (https://www.geschichte.hu-berlin.de/de/bereiche-und-lehrstuehle/digital-history), der Universität Bielefeld (https://digital-history.uni-bielefeld.de/) und der Universität Bamberg (https://www.uni-bamberg.de/digihist/). Hinzuzuzählen sind hier „Digital Humanities“-Professuren, die an historischen Seminaren angesiedelt sind oder sich prominent der Geschichtsforschung widmen. Dies wäre z.B. an den Universitäten in Passau, Graz oder Wuppertal der Fall.
[4] Redaktion H-Soz-Kult, Forum: Rez: Einleitung: Buchrezensionen in den Geschichtswissenschaften, in: H-Soz-Kult, 01.07.2021, www.hsozkult.de/debate/id/diskussionen-5192.
[5] Patrick Sahle, Digitale Editionsformen, Bd. 2 (2013), S. 218-226 [Kapitel 3.5: Abgeschlossenheit und Offenheit].
[6] Erzsébet Tóth-Czifra, Rethinking text, techné and tenure: Evaluation and peer review challenges around Virtual Research Environments in the Arts and Humanities, classics@ 18/1 (2021), (https://classics-at.chs.harvard.edu/classics18-toth-czifra/).
[7] Ulrike Henny, Reviewing von digitalen Editionen im Kontext der Evaluation digitaler Forschungsergebnisse, ZfdG Sonderband 2 (2018), https://zfdg.de/sb002_006.
[8] Siehe zuletzt z.B. die „Guidelines for the Professional Evaluation of Digital Scholarship by Historians“ der American Historical Association (AHA) von 2015 (https://www.historians.org/teaching-and-learning/digital-history-resources/evaluation-of-digital-scholarship-in-history/guidelines-for-the-professional-evaluation-of-digital-scholarship-by-historians).
[9] Als Beispiele werden Fachdatenbanken, digitalen Quellensammlungen, Lexika, elektronische Publikationen und andere Online-Angebote genannt. H-Soz-Kult, Website und Datenbank-Rezensionen, 2003-2021, https://www.hsozkult.de/webreview/page.
[10] H-Soz-Kult, Digitale Medien, 1997-2021, https://www.hsozkult.de/digitalreview/page.
[11] H-Soz-Kult, Rezensionen, 1996-2021, https://www.hsozkult.de/publicationreview/page.
[12] Reviews in History, hrsg. vom Institute for Historical Research, School of Advanced Study University of London, 1996-2021, DOI: 10.14296/RiH/issn.1749.8155 (https://reviews.history.ac.uk/).
[13] sehepunkte – Rezensionsjournal für die Geisteswissenschaften, 2001-2021 (http://www.sehepunkte.de/). Uns ist es jedenfalls nicht gelungen, eine Besprechung einer digitalen Ressource zu identifizieren.
[14] Eine kleine empirische Stichprobe für das Beispielfeld der Mittelalterforschung liegt vor, mit: Colleen Seidel, Alles anders? Wie sich Zeitschriften der Mittelalterforschung durch die Digitalisierung verändern, Seminararbeit, Wuppertal 2020. Siehe Blogpost dazu vom Mai 2022 in DH@BUW unter https://dhbuw.hypotheses.org/319.
[15] Editionen in der Kritik. Berliner Beiträge zur Editionswissenschaft. Hrsg. von Hans-Gert Roloff (Bde. 1-4), Alfred Noe (Bde. 5-10) und Jochen Johrendt (Bd. 11) (http://www.weidler-verlag.de/Reihen/Berliner_Beitr__zur_Editionswi/bbe-da/bbe-da.html).
[16] Variants – The Journal of the European Society for Textual Scholarship (ESTS), 2002ff.; Editio – Internationales Jahrbuch für Editionswissenschaft, derzeit hrsg. von Rüdiger Nutt-Kofoth und Bodo Plachta, 1988ff.
[17] Reviews in Digital Humanities. Hrsg. v. Jennifer Guiliano und Roopika Risam. Cambridge 2020f., https://reviewsindh.pubpub.org/.
[18] Ein ähnliches Konzept verfolgte bereits das DHCommons Journal, hrsg. von centerNet, 2015-2016. Die Webseite des Journals ist heute nicht mehr erreichbar, allerdings finden sich im Internet Archive Momentaufnahmen aus den Jahren 2015/16; siehe https://web.archive.org/web/20151021054339/https://www.dhcommons.org/journal/issue-1.
[19] Construction KIT – A review journal for research tools and data services in the humanities, hrsg. von Lisa Dieckmann, Maria Effinger, Anne Klammt, Daniel Röwenstrunk und Fabian Offert, Heidelberg 2022, https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ckit/; Zitat von der Startseite.
[20] Ebd., Seite „Beitragseinreichung – Richtlinien für Autor:innen“, https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ckit/about/submissions.
[21] Zur Übersicht der erschienenen Bände siehe https://ride.i-d-e.de/issues/.
[22] Für eine Auswertung der Rezensionslänge in RIDE und in anderen Zeitschriften (u. a. in dem bereits erwähnten DHCommons Journal) siehe Henny 2018, Abb. 6 und Abb. 7.
[23] Patrick Sahle (unter Mitarbeit von Georg Vogeler und den Mitgliedern des IDE): Kriterienkatalog für die Besprechung digitaler Editionen, Version 1.1, Juni 2014 (Version 1.0, September / Oktober 2012), https://www.i-d-e.de/publikationen/weitereschriften/kriterien-version-1-1/; Ulrike Henny / Frederike Neuber, Criteria for Reviewing Digital Text Collections, version 1.0, February 2017, https://www.i-d-e.de/publikationen/weitereschriften/criteria-text-collections-version-1-0/; Anna-Maria Sichani / Elena Spadini, Criteria for Reviewing Tools and Environments for Digital Scholarly Editing, version 1.0, December 2018 https://www.i-d-e.de/publikationen/weitereschriften/criteria-tools-version-1/.
[24] Da eine digitale Edition selten als „abgeschlossen“ erklärt wird, sondern häufig sogar in einem ‚perpetual beta‘-Zustand verbleibt, muss ein geeigneter Moment gefunden werden, ab wann eine Edition funktional und visuell hinreichend stabil ist und wann substanzielle Inhalte eine echte wissenschaftliche Nutzungsmöglichkeit einleiten. Beide Hürden fallen dann auseinander, wenn eine Publikation mit einem rein funktionsdemonstrierenden Prototypen beginnt. Meistens erfolgt eine Erstveröffentlichung aber erst, wenn auch schon ein relevanter Teil der Inhalte vorliegt.
[25] Dies erfolgt häufig über das „Internet Archive“ (https://archive.org/). Es sollte sichergestellt werden, dass jeder im Text gegebene Link auch über die „wayback machine“ erreichbar ist. Zum Glück kann man die Archivierung leicht selbst veranlassen. Sie greift fast immer, außer wenn das von den Ressourcen selbst unterbunden wird, oder die technische Architektur zu keinen klaren Adressen für Inhalte oder Zustände einer Edition führt. In solchen Fällen erhöht sich die Bedeutung von Screenshots weiter.
[26] Guidelines for Electronic Text Encoding and Interchange, hrsg. v. TEI Consortium, https://tei-c.org. Die Text Encoding Initiative stellt mit dem Schema “jtei” (https://tei-c.org/guidelines/customization/jtei/) ein Regelwerk für die Kodierung der ‚hauseigenen‘ Zeitschrift „Journal of the Text Encoding Initiative“ bereit. Für RIDE wurde dieses Schema rezensions- und journalspezifisch erweitert.
[27] Der Grunddatensatz (https://d-nb.info/105254973X) verweist dann weiter auf die einzelnen bibliografischen Datensätze zu den Rezensionen.
[28] Siehe für Sherpa Romeo https://v2.sherpa.ac.uk/id/publication/39408 und als Einstieg bei DOAJ https://doaj.org/toc/2363-4952.
[29] Beispielsweise wurde die „Carl Maria von Weber Gesamtausgabe“ (WeGa), ein großes und bedeutendes digitales Editionsprojekt der Musikwissenschaft, erstmals nach über 10 (!) Jahren ihres Bestehens in RIDE rezensiert; siehe dazu Peter Stadler, Rezension der digitalen WEGA-Briefausgabe in RIDE erschienen, Carl Maria von Weber Gesamtausgabe 2020, https://weber-gesamtausgabe.de/de/A009001/Aktuelles/A050210.html.
[30] Zwar gibt es die Möglichkeit für Autorinnen mit Repliken zu einer Rezension Stellung zu beziehen, das gedruckte Rezensionsobjekt selbst kann aber nicht mehr durch die Kritik verbessert werden.
[31] Kritikpunkte aus Torsten Roeders Review der WeGA (siehe Fußnote 29) wurden vom Projekt aufgenommen, indem sie auf der Plattform GitHub, wo Entwicklung der Edition stattfindet, in konkrete Aufgaben umformuliert wurden. Siehe Torsten Roeder, Die offene Editionswerkstatt: Carl Maria von Webers Briefe in der digitalen WeGA, in: RIDE 12 (2020). doi: 10.18716/ride.a.12.4; Stadler, Rezensionen; GitHub-Repositorium der WeGa, https://github.com/Edirom/WeGA-WebApp/issues?q=is%3Aissue+label%3Aride.a.12.4.
[32] José Calvo Tello zum Kritierienkatalog für die Besprechung digitaler Textsammlungen: „Its usefulness is beyond the specific frame of this journal, constituting a remarkable ceck-list for any new literary corpus“, in: The Novel in the Spanish Silver Age: A Digital Analysis of Genre Using, Bielefeld 2021, S. 97.
[33] Redaktion H-Soz-Kult, Forum: Rez: Einleitung, 2021.
[34] Das Hinterherhinken von Rezensionen, auch in elektronischen Medien, beklagt im Forum Jost Dülffer, Zum Stand der Rezensionen in den Geschichtswissenschaften. Einige Beobachtungen als Teilnehmer, H-Soz-Kult 2021, https://www.hsozkult.de/debate/id/diskussionen-5205.
[35] So geschehen beispielsweise im Falle der Rezension des „William Blake Archive“. Die digitale Edition wurde kurz vor Erscheinen der Rezension umfänglich neu gelauncht. Die ursprüngliche Rezension wurde dennoch publiziert, in einem späteren Band folgte ein Addendum zu den Neuerungen der Ressource, die das erste Review nicht berücksichtigt hatte. Siehe Kendal Crawford / Michelle Levy, Review of ‚The William Blake Archive‘, in: RIDE 5 (2017). doi: 10.18716/ride.a.5.5, https://ride.i-d-e.de/issues/issue-5/the-william-blake-archive/; Kendal Crawford / Michelle Levy, Review of ‚The William Blake Archive (Upgrade)‘, in: RIDE 7 (2017). doi: 10.18716/ride.a.7.5., https://ride.i-d-e.de/issues/issue-7/the-william-blake-archive-upgrade/.
[36] Bisher tut man sich mit solchen Zertifikaten oder „Siegeln“ noch schwer, denn sie setzen einen institutionellen Anker voraus, der die Kompetenz zur Vergabe für sich reklamieren müsste. Das bekannte „Data Seal of Approval“, jetzt „Core Trust Seal“ (https://www.hsozkult.de/digitalreview/page) taugt nur bedingt als Beispiel, da es nicht Daten, sondern Infrastruktureinrichtungen zertifiziert. Im Bereich von Editionen vergibt das „Committee on Scholarly Editions“ innerhalb der US-amerikanischen Modern Language Association (MLA) bereits seit vielen Jahren ein Siegel „An approved edition“, vgl. die MLA-Webseite „CSE Approved Editions“, https://www.mla.org/Resources/Research/Surveys-Reports-and-Other-Documents/Publishing-and-Scholarship/CSE-Approved-Editions. Wegen der begrenzten Reichweite (Fach, Region, Medium) ist aber auch dieses Beispiel nur bedingt übertragbar.

Zitation
Forum: Rez: F. Neuber / P. Sahle: Nach den Büchern: Rezensionen digitaler Forschungsressourcen, in: H-Soz-Kult, 10.05.2022, <www.hsozkult.de/debate/id/diskussionen-5367>.
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10.05.2022