Predig(t)en im islamischen Kontext – Text, Performativität und Materialität der islamischen religiösen Rede (HU Berlin)

Predig(t)en im islamischen Kontext – Text, Performativität und Materialität der islamischen religiösen Rede (HU Berlin)

Veranstalter
Humboldt-Universität zu Berlin, Berliner Institut für Islamische Theologie
Veranstaltungsort
Humboldt-Universität zu Berlin
Gefördert durch
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
PLZ
10099
Ort
Berlin
Land
Deutschland
Vom - Bis
17.03.2022 - 18.03.2022
Deadline
31.10.2021
Von
Aydın Süer

Dieser Workshop rückt die Praxis des islamischen Predigtgeschehens in den Fokus. Der Blick richtet sich sowohl auf textliche als auch auf performative und materielle Aspekte von Predigten in Geschichte und Gegenwart.

Predig(t)en im islamischen Kontext – Text, Performativität und Materialität der islamischen religiösen Rede (HU Berlin)

Für Muslim:innen ist die Predigt ein wesentlicher Bestandteil des religiösen Lebens innerhalb und außerhalb institutionalisierter Kontexte wie Gemeinden und Moscheen: Neben den Predigten zum Freitagsgebet (ḫuṭba) gibt es eine ganze Reihe von Anlässen von religiöser Ansprache (z. B. waʿẓ) beispielsweise im Ramadan, zu religiösen Festen und Gedenktagen oder auch zu persönlichen Anlässen wie Trauungen und Totengebeten. Predigten weisen vielfältige Formen in der analogen wie digitalen Welt auf, eine Vielzahl von Akteur:innen können involviert sein und sie folgen unterschiedlichen räumlichen und zeitlichen Abläufen. Als sehr verbreitete Formen der Glaubensverkündigung und religiöser Wissensvermittlung, der pastoralen Ermahnung und Erbauung, aber auch als Mittel zur Kommunikation zwischen Gläubigen sind Predigten und das Predigen insbesondere auch als Quellen von Aushandlungen über religiöse Normativität mit gesamtgesellschaftlicher Relevanz zu betrachten. Performative Aspekte von Predigten sowie Dinge und Objekte spielen dabei wie die inhaltlichen Foki und intertextuellen Relationen eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Angesichts der Zentralität von Predigten im religiösen Geschehen begrüßt der Workshop Beiträge zu performativen, textlichen, räumlichen und materiellen Aspekten des islamischen Predigens in Geschichte und Gegenwart. Mit dieser inter- und transdisziplinären Breite soll im Workshop das ganze soziale Setting einer islamischen Predigt, also das Predigtgeschehen, in den Fokus gerückt werden. Innerislamische und religionsübergreifend vergleichende Studien wie auch theoriegeleitete Beiträge zur islamischen Predigtlehre sind ebenfalls willkommen. Auf dem Workshop soll die Praxis des Predigens aus unterschiedlichen Zeiten und geographischen Räumen ebenso wie die innerislamische Vielfalt abgebildet werden.

Wir laden Wissenschaftler:innen, besonders auch Nachwuchswissenschaftler:innen, dazu ein, Analysen einzureichen, die sich – nicht abschließend – mit folgenden Themenbereichen beschäftigen:

- Körperliche Performanzen und Choreographien, Routinen und Rituale im Predigtgeschehen
- Verhältnis von Prediger:innen, Zuhörer:innen und weitere Rezipient:innen: Praktiken, Erwartungen, Motivationen und Resultate
- Kommunikationsprozesse (z. B. Formen des Predigens, Sprache und Stilmittel, Referenzen in den Predigten, Praktiken des Zuhörens u.a.)
- Entstehungszusammenhang, Zirkulation und Selektion von Predigten
- Vorbereitung, Auswahl, Genealogie und Gestaltung des Predigtgeschehens
- Netzwerke, Kontinuitäten und Brüche
- Predigten und Prediger:innen in Herrschafts- und Machtverhältnissen, gerade auch in Bezug auf Gender
- Autorisierungs- und Legitimationsprozesse durch Predigten und das Predigen
- Gesellschaftliche Implikationen von Predigten und der Praxis des Predigens
- Die Zeit- und Räumlichkeit der Praxis des Predigens
- Dingliche/Materielle Dimensionen des Predigtgeschehens
- Analoge und digitale Predigten

Organisatorisches:

Der Workshop wird von der Nachwuchsgruppe „Islamische Theologie im Kontext: Wissenschaft und Gesellschaft“ des Berliner Instituts für Islamische Theologie an der Humboldt-Universität zu Berlin organisiert. Er findet am 17. – 18. März 2022 in Berlin statt. Reisekosten (Fahrt, Übernachtung) der Referent:innen können je nach Höhe vollständig oder teilweise übernommen werden. Wenn die Pandemie-Situation eine Präsenz-Veranstaltung nicht zulassen sollte, wird der Workshop hybrid oder vollständig online stattfinden. Sie können Ihre Beiträge auf dem Workshop in deutscher oder englischer Sprache vorstellen. Anschließend sollen die Beiträge in einem Sammelband in Print und Open Access (peer-reviewed) im DeGruyter Verlag veröffentlicht werden, bevorzugt auf Englisch.

Zeitlicher Ablauf:

Bitte reichen Sie Ihr Exposé, das aus einem Abstract mit Titel (ca. 500 Wörter), einem kurzen akademischen CV und Angaben zu Reisekosten besteht, bis zum 31. Oktober 2021 per Mail an Dr. Ayşe Almıla Akca (almila.akca@hu-berlin.de) ein. Die Benachrichtigung über die Annahme Erfolgt bis zum 30. November 2021. Im Vorfeld des Workshops vom 17. – 18. März 2022 wird es ein bis zwei Online-Treffen aller Referent:innen geben, um gemeinsam über die Ausrichtung, die theoretischen und methodischen Konzepte und Begrifflichkeiten des Workshops zu diskutieren. Nach dem Workshop im März 2022 werden die fertigen Beiträge (ca. 7500 – 10 000 Wörter) bis zum 30. Juni 2022 erwartet.

Weitere Informationen zur Nachwuchsforschungsgruppe „Islamische Theologie im Kontext: Wissenschaft und Gesellschaft“ finden Sie auf der Webseite des Berliner Instituts für Islamische Theologie (BIT).

https://www.islamische-theologie.hu-berlin.de/de/forschung/nachwuchsforschungsgruppe-islamische-theologie-im-kontext-wissenschaft-und-gesellschaft-1

Die Forschungsgruppe und der Workshop werden gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Kontakt

Dr. Ayşe Almıla Akca (almila.akca@hu-berlin.de)

https://www.islamische-theologie.hu-berlin.de/de/forschung/nachwuchsforschungsgruppe-islamische-theologie-im-kontext-wissenschaft-und-gesellschaft-1/arbeit-nwg2
Redaktion
Veröffentlicht am
15.09.2021
Beiträger
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