Sehnsucht nach dem Gefühl: Subjektivität, "Betroffenheit" und Zivilgesellschaft seit den 1960er Jahren

Sehnsucht nach dem Gefühl: Subjektivität, „Betroffenheit“ und Zivilgesellschaft seit den 1960er Jahren

Veranstalter
DFG-Forschungsgruppe 2973 "Katholischsein" und Excellenzcluster "Religion und Politik" der WWU Münster (Kommission für Zeitgeschichte e. V.)
Ausrichter
Kommission für Zeitgeschichte e. V.
Veranstaltungsort
Hybrid-Veranstaltung
Gefördert durch
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
PLZ
56410
Ort
Montabaur
Land
Deutschland
Vom - Bis
08.03.2022 - 08.03.2022
Deadline
08.03.2022
Von
Raphael Brüne, Kommission für Zeitgeschichte e.V.

Abendvortrag am 8.März, 19:30 – 21 Uhr

Herzliche Einladung zu unserem hybriden Keynote-Vortrag, der die gemeinsame Tagung „Die Dynamik des Religiösen in Prozessen des Politischen" des Excellenzcluster „Religion und Politik“ der WWU Münster und der DFG-Forschungsgruppe 2973 „Katholischsein“ eröffnet.

Zur Anmeldung: https://us02web.zoom.us/webinar/register/WN_WYR_taZHTn-r8n-9i1wIcA

Sehnsucht nach dem Gefühl: Subjektivität, „Betroffenheit“ und Zivilgesellschaft seit den 1960er Jahren

In ihrem Keynote-Vortrag nimmt Prof. Dr. Ute Frevert die historische Einordnung eines neuen Gefühlsregimes, das mit dem modernen Kapitalismus in Verbindung gebracht werden kann, vor. Bei diesem neuen Gefühlsregime steht eine Betonung von Subjektivität und individueller Autonomie jenseits gesellschaftlicher Zwänge und Konventionen im Zentrum. Leitbegriffe sind Selbstverwirklichung und Betroffenheit. Wenngleich die Individuen subjektzentriert handeln, beziehen sie die Umwelt ein und öffnen sich zum Sozialen. Gefühle fungieren in diesem Gefühlsregime als Schnittstellen zwischen Individuum und Gesellschaft, was ihnen eine neue, gesteigerte Bedeutung und Wirkmächtigkeit verleiht.

Programm

Keynote-Vortrag im Rahmen der Tagung
"Die Dynamik des Religiösen in Prozessen des Politischen"

Das Christentum erleidet derzeit einen enormen politischen Bedeutungsverlust in Westeuropa, nicht aber in Amerika und Osteuropa. Die Kirchen werden als Hort des Traditionalismus gesehen, verstärkt durch die Autoritätskrise, die die schleppende Missbrauchsaufarbeitung ausgelöst hat. Dem stehen Diskussionen über die wachsende Bedeutung des Islams und die Bedrohung durch den Islamismus gegenüber. Die Teilnehmer:innen der interdisziplinären Tagung greifen diese Debatten auf, die wie andere kultur- und gesellschaftspolitische Fragen in der Pandemie in den Hintergrund rückten, und diskutieren in fünf Panels sowie einem Abendvortrag „Die Dynamik des Religiösen in Prozessen des Politischen“.

Das Panel „Säkularisierung oder Transformation?“ fragt danach, wie sich religiöser Wandel in modernen Gesellschaften in Modellen abbilden lässt und diskutiert die Konstrukte „Säkularisierung“ und „Transformation“. Im Mittelpunkt des Panels „Theologie als soziale Praxis“ stehen die Fragen danach, wo Nachdenken über Religion und religiöse Praktiken in den sozialen Alltag eingreifen, und welche Dynamiken und Spannungen dadurch ausgelöst werden. Das Panel „Rollen und Rituale“ thematisiert, wie neue Rituale entstehen, wenn religiöses Handeln immer weniger als Kultvollzug und mehr als gesellschaftliches Handeln verstanden wird. Die Vernetzung von religiösen Akteur:innen mit anderen politischen und sozialen Gruppen steht im Mittelpunkt des Panels „Religion und Politik“, das auch nach Unterschieden zwischen Konfessionen und Religionen in der Politik fragt.

Unter dem Titel „Emotionen – Gender – Recht –Generation“ bearbeitet die Tagung auch methodische Fragen der Religionsforschung. Die Tagung wird vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Universität Münster und der DFG-Forschungsgruppe „Katholischsein in der Bundesrepublik Deutschland 1965–1989/90“ organisiert.

Kontakt

Raphael Brüne (bruene@kfzg.de)
Valentin Wutke (wutke@kfzg.de)

https://us02web.zoom.us/webinar/register/WN_WYR_taZHTn-r8n-9i1wIcA
Redaktion
Veröffentlicht am
17.02.2022
Beiträger