Vom Doctor gymnasticae zum Dr. Sportwiss.

Vom Doctor gymnasticae zum Dr. Sportwiss. Die Bemühungen der Turn- und Sportbewegung um akademische Anerkennung von Gymnastik, Turnen, Spiel und Sport an den Universitäten im Kaiserreich

Veranstalter
Prof. Dr. Michael Krüger (WWU Münster) / Florian Wittmann (WWU Münster)
Veranstaltungsort
WWU Münster, Institut für Sportwissenschaft
Gefördert durch
Institut für Sportgeschichte Baden-Württemberg e.V.
PLZ
48149
Ort
Münster
Land
Deutschland
Vom - Bis
14.11.2022 - 14.11.2022
Deadline
19.08.2022
Von
Florian Wittmann

Ziel des Workshops am 14.11.2022 ist es, die Rolle der Turnbewegung, Turnphilologie und Turnwissenschaft in Deutschland zur Zeit des Kaiserreichs und darüber hinaus für die Entwicklung einer Wissenschaft der Leibesübungen und des Sports im weitesten Sinn zu beleuchten.

Vom Doctor gymnasticae zum Dr. Sportwiss. Die Bemühungen der Turn- und Sportbewegung um akademische Anerkennung von Gymnastik, Turnen, Spiel und Sport an den Universitäten im Kaiserreich

Als Beginn der Sportwissenschaft in Deutschland gilt die Gründung der Deutschen Hochschule für Leibesübungen (DHfL) in Berlin am 15. Mai 1920. In den 1920er Jahren wurden darüber hinaus an einigen Universitäten Institute für Leibesübungen gegründet, an denen Gymnasiallehrer für das Fach Leibesübungen/ Leibeserziehung ausgebildet wurden. Dieser Prozess der Verwissenschaftlichung und Akademisierung der Ausbildung von Lehrpersonal der Leibesübungen weist eine längere Vorgeschichte auf, die in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückreicht, als sich das Turnen als nationale Kultur der Leibesübungen in Schulen und Vereinen etablierte.
Ausgehend von zwei Jubiläen, die als milestones in der frühen Entwicklung der Sportwissenschaften angesehen werden können, will die geplante Tagung am 14. November 2022 neue Erkenntnisse zur Wissenschaftsgeschichte der Leibesübungen erarbeiten und diskutieren: Erstens der 200. Geburtstag von Karl Wassmannsdorff (1821-1906). Er gilt als einer der wichtigsten „Turnphilologen“ und Vertreter der Turnbewegung im Kaiserreich. Zweitens das 100. Gründungsjubiläum der Deutschen Hochschule für Leibesübungen in Berlin 2020. Dessen Prorektor Carl Diem berief sich in seiner „Weltgeschichte des Sports“ (zuerst 1960 erschienen) explizit auf Wassmannsdorff: „Er war Entdecker und Erklärer, und auch dieses Buch verdankt ihm viel. Es ist eine Freude, auf seinen Spuren zu wandern.“ (Carl Diem: Weltgeschichte des Sports, Bd. 2: Der moderne Sport, Stuttgart ³1971, S. 941.)
Ziel der Tagung ist es, die Rolle der Turnbewegung, Turnphilologie und Turnwissenschaft in Deutschland zur Zeit des Kaiserreichs und darüber hinaus für die Entwicklung einer Wissenschaft der Leibesübungen und des Sports im weitesten Sinn zu beleuchten. Dabei sollen sowohl wissenschaftshistorische, systematische und methodische Fragen der Quellenlage als auch politische und kulturelle Aspekte der Legitimation von Turn- und Sportwissenschaften an deutschen Universitäten thematisiert werden.

Beitragsvorschläge mit einem einseitigen Abstract werden bis zum 19. August 2022 an fwittman@uni-muenster.de erbeten.

Kontakt

fwittman@uni-muenster.de

Redaktion
Veröffentlicht am
16.06.2022
Klassifikation
Epoche(n)
Region(en)
Weitere Informationen
Land Veranstaltung
Sprache Veranstaltung
Sprache Beitrag