"Zedaka" (hebräisch: Gerechtigkeit) – Jüdische Wohlfahrt und Armenfürsorge bis 1938

"Zedaka" (hebräisch: Gerechtigkeit) – Jüdische Wohlfahrt und Armenfürsorge bis 1938

Veranstalter
Institut für jüdische Geschichte Österreichs
Veranstaltungsort
Volkskundemuseum Wien
Gefördert durch
Zukunftsfonds der Republik Österreich, Österr. Gesellschaft für politische Bildung, Stadt Wien, Land Niederösterreich
PLZ
1080
Ort
Wien
Land
Austria
Vom - Bis
06.07.2022 - 08.07.2022
Von
Sabine Hödl, Institut für jüdische Geschichte Österreichs

31. Internationale Sommerakademie des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs.

"Zedaka" (hebräisch: Gerechtigkeit) – Jüdische Wohlfahrt und Armenfürsorge bis 1938

Der Begriff der „Zedaka“, das hebräische Wort für Gerechtigkeit, umfasst sowohl ein religiöses und sozialpolitisches Ideal als auch gesellschaftliche Praxis und individuelles Handeln. Dieses grundsätzliche, in der Tora fußende Rechtskonzept entwickelte im Lauf der Jahrhunderte eine enorme Differenzierung, die bereits in der Vormoderne auch jüdischen Frauen die Möglichkeit zur Partizipation und damit zur Sichtbarkeit im Gemeindeleben bot. Mit einem Schwerpunkt auf die Frühe Neuzeit und das 19. Jahrhundert stellt die Tagung Stifterpersönlichkeiten und deren Motive sowie eine große Bandbreite von Ausformungen und Zwecken von Stiftungen vor. Auch die jeweils Begünstigten umfassen ein breites soziales Spektrum. Allerdings formulierten die jeweiligen Stiftungsstatuten Kriterien für ihren Empfängerkreis, die dem Anspruch von Gerechtigkeit entgegenstanden: Nicht jeder und jeder Bedürftige war einer Unterstützung würdig, und die Gründe für Exklusion spiegelten durchaus die Moralkonzepte der Mehrheitsgesellschaft wider. Diskutiert wird auch die Frage, ob sich die modernen Sozialutopien aus religiösen Konzepten entwickelt haben.

Programm

Mittwoch, 06. Juli 2022

09.30–09.45 Uhr: Martha Keil – Begrüßung

09.45–10.30 Uhr: Martha Keil - Prinzipiell gerecht: Zedaka als religiöse Pflicht und Konzept sozialen Ausgleichs

10.30–11.15 Uhr: Michaela Schmölz-Häberlein - „… ein klein Präsent“. Jüd. Spenden und Stiftungen im Hochstift Bamberg im 18. Jhdt.

11.45–12.30 Uhr: Andreas Ludwig - Jüdisch und/oder bürgerlich? Biographischstadtpolitische Bezugspunkte von Stiftungen in Charlottenburg im Kaiserreich

14.00–14.45 Uhr: Gabriela Schlick-Bamberger - Zedaka als Impuls zur Identitätsbildung. Der Künstlerförderer Sigfried Guggenheim

14.45–15.45 Uhr: Birgit Seemann / Eva-Maria Ulmer - Zedaka und Bikkur Cholim im Gumpertz’schen Siechenhaus (1888–1941) in Frankfurt am Main: Eine Fallstudie

16.15–17.00 Uhr: Angela Schwarz - Jüdische Stiftungen für Freiwohnungen in Hamburg – von Orten der Wohltätigkeit zu „Judenhäusern“

Donnerstag, 07. Juli 2022

09.30–10.15 Uhr: Gudrun Wolfgruber-Thanel - Ein weibliches jüdisches Projekt der Moderne: Bertha Pappenheims soziales Engagement zwischen Frauenbewegung und Religion

10.15–11.00 Uhr: Marion Keller - „Alles für und mit dem Osten“: Bertha Pappenheims Engagement für jüdische Mädchen, Frauen und Kinder in und aus Osteuropa

11.30–12.15 Uhr: Maria Maiss - Ilse Arlt: Gerechtigkeit durch schöpferisches Konsumhandeln

14.00–14.45 Uhr: Felicitas Heimann-Jelinek - Jüdische Stifter und Stiftungen in Wien bis 1938

14.45–15.30 Uhr: Christoph Lind - „Das Elend selbst ist auf der Wanderung“ – Jüdische Wanderbettler in Wien vor 1938

16.00–16.45 Uhr: Anna Michaelis - Community Building an den Rändern der Gemeinschaft? – Jüdische Wohltätigkeit und marginalisierte Gruppen in Berlin (1890–1917)

Freitag, 08. Juli 2022

09.30–10.15 Uhr: Harald Lordick - Jugend als Zielgruppe (und Akteur?) jüdischer Wohlfahrt

10.15–11.00 Uhr: Christoph Jahr - Wohlfahrt und Weltpolitik. Die Tätigkeit des Hilfsvereins der deutschen Juden in Palästina im Zeichen der „Zedaka“ (1901–1920)

11.30–12.15 Uhr: Franz-Michael Konrad - Transfer von Fürsorge. Die Entstehung der modernen Sozialen Arbeit in Erez Israel

12.15–12.30 Uhr: Martha Keil - Schlussworte

14.30–16.00 Uhr: Zu den Gräbern der Stifter. Führung auf dem Währinger jüdischen Friedhof

Kontakt

E-Mail: office@injoest.ac.at

http://www.injoest.ac.at/
Redaktion
Veröffentlicht am
21.06.2022
Beiträger