Weimar als Gedächtnisort und Ort der Gedächtnispolitik

Weimar als Gedächtnisort und Ort der Gedächtnispolitik

Veranstalter
Kommission Kunstgeschichte, Literatur- und Musikwissenschaft der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Nationaltheater Weimar und der Klassik-Stiftung Weimar
Veranstaltungsort
Bauhaus-Museum Weimar & Deutsches Nationaltheater Weimar
Gefördert durch
Diese Tagung wird gefördert aus Mitteln der Humboldt-Professur von Elisabeth Décultot (Halle), aus Mitteln des Lehrstuhls von Daniel Fulda (Halle), vom Förderverein der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig sowie vom Verein Weimarer Republik e.V.
PLZ
99423
Ort
Weimar
Land
Deutschland
Vom - Bis
07.07.2022 - 10.07.2022
Von
Nicole Kleindienst, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig

Vom 7. bis 10. Juli 2022 findet in Weimar das Symposium "Weimar als Gedächtnisort und Ort der Gedächtnispolitik" statt. Organisiert wird es von der Kommission Kunstgeschichte, Literatur- und Musikwissenschaft der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Nationaltheater Weimar und der Klassik-Stiftung Weimar.

Weimar als Gedächtnisort und Ort der Gedächtnispolitik

Weimar ist vermutlich der dichteste Gedächtnisort Deutschlands, verbunden mit den gegensätzlichsten Marksteinen deutscher Politik und Kultur. Auf der einen Seite Wirkungsstätte der literarischen „Klassiker“ und Eröffnungsort der Nationalversammlung 1919; auf der anderen das wenige Kilometer entfernte Konzentrationslager Buchenwald, ein extremer Kontrapunkt zu Klassik und Republik, der gleichwohl in ihre Wirkungsgeschichte gehört. Hinzu kommen zahlreiche weitere „Highlights“ der deutschen Geistes- und Kulturgeschichte, darunter Franz Liszt, Friedrich Nietzsche, Harry Graf Kessler, Henry van der Velde sowie das in Weimar gegründete Bauhaus.

Welche Schichten dieses Gedächtnisortes jeweils herausgestellt und aktualisiert werden, unterliegt einem ständigen Wechsel. Wonach aber richtet sich, was erinnert wird? Aus welchen Gründen rückt mal diese Epoche und mal jener Autor in den Vordergrund? Wie funktioniert Weimar als Gedächtnisort und wie hat es in unterschiedlichen Epochen funktioniert? Welche Akteure, welche Entscheidungsträger haben zur kulturpolitischen Konstruktion dieses Gedächtnisorts beigetragen? Mit diesen Fragen wollen sich Vortragende wie mitdiskutierende Hörer auseinandersetzen, um am Weimarischen Beispiel der Formierung eines Gedächtnisorts durch Gedächtnispolitik auf die Spur zu kommen.

Programm

Donnerstag, 07. Juli 2022
Bauhaus-Museum Weimar

19.00 Uhr Eröffnungsvortrag
Prof. Dr. Stefan Matuschek (Friedrich-Schiller-Universität Jena): Lechts und Rinks. Die Klassik-Legende in Ost und West

Begrüßung
Prof. Dr. Elisabeth Décultot (Halle)

Freitag, 08. Juli 2022
Deutsches Nationaltheater Weimar

09.00 Uhr: Prof. Dr. Christoph Krummacher (Leipzig): Begrüßung

Sektion I: Erinnerungspolitik und Tourismusmarketing
Moderation: Prof. Dr. Elisabeth Décultot (Halle)

09.15 Uhr: Prof. Dr. Winfried Speitkamp (Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, Erfurt): Weimar als europäischer Gedächtnisort

10.00 Uhr: Prof. D. Paula Wojcik (Universität Wien): Gingkoblatt und Playmobil. Zur massenkulturellen Repräsentation Weimars

10.45 Uhr: PD Dr. Martin Andree (Universität zu Köln): Weimar als Marke

11.30–12.00 Uhr Kaffeepause

Sektion II: Über die Verfertigung von Klassikern im kulturellen Gedächtnis
Moderation: Dr. Wolfram Ensslin (Leipzig)

12.00 Uhr: Dr. Christoph Schmälzle (Klassik Stiftung Weimar): Archiv und Totenkult: Von Schiller bis Nietzsche

12.45 Uhr: Prof. Dr. Ulrich Sieg (Philipps-Universität Marburg): Erinnerungspolitik des Nietzsche-Archivs

13.30–14.15 Uhr Mittagspause

14.15 Uhr: Dr. Daniel Tiemeyer (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg): Zwischen Tradition und Fortschritt. Franz Liszts Wirken als Hofkapellmeister am Gedächtnisort Weimar (1848–1861)

15.00 Uhr: Beate Seidel (Deutsches Nationaltheater u. Staatskapelle Weimar): Zur Räuber-Inszenierung

15.45–17.15 Uhr: Dr. Christiane Holm (Halle): Goethes Haus. Wohnraum und Gedächtnisort (Ort: Goethe-Nationalmuseum)

19:00–21:45 Uhr: Friedrich von Schiller: Die Räuber (Spielstätte: E-Werk)
Im Anschluss findet ein nicht-öffentliches Gespräch mit den Beteiligten der Inszenierung statt.

Samstag, 09. Juli 2022
Deutsches Nationaltheater Weimar

Sektion III: Demokratie und Diktatur
Moderation: Prof. Dr. Christoph Krummacher (Leipzig)

09.15 Uhr: Prof. Dr. Michael Dreyer (Friedrich-Schiller-Universität Jena): Die Weimarer Republik als Erinnerungsort

10.00 Uhr: Dr. Paul Kahl (Klassik Stiftung Weimar): „...weil Ettersberg mit dem Leben des Dichters Goethe im Zusammenhang steht“. Das klassische Weimar in der NS-Zeit

10.45 Uhr: Prof. Dr. W. Daniel Wilson (University of London): Gedächtnisstörungen. Zu einigen Lücken in Weimar

11.30–13.00 Uhr Mittagspause

13.00–14.30 Uhr
Sektion IV: Wendezeit und Gegenwart – eine Debatte
Moderation: Prof. Dr. Klaus Manger (Jena)

Diskutanten:
- Prof. Dr. Lothar Ehrlich (Weimar)
- Prof. Dr. Peter Gülke (Weimar)
- Prof. Dr. Volkhard Knigge (Weimar)
- Prof. Dr. Dirk Oschmann (Universität Leipzig)

14:45 Uhr: Prof. Dr. Michael Dreyer (Friedrich-Schiller-Universität Jena): Besichtigung und Kurzführung des Hauses der Weimarer Republik (Ort: Haus der Weimarer Republik)

16:30 Uhr: Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora: Besichtigung und thematische Führung

Sonntag, 10. Juli 2022
Deutsches Nationaltheater Weimar

09.30 Uhr: Prof. Dr. Jan Philipp Reemtsma (Universität Hamburg): „Klassik“ und Teleologie. Das Verschwinden Christoph Martin Wielands

10.30–12.30 Uhr Podiumsdiskussion: Vom Nutzen und Nachteil der Gedächtnispolitik für die Gegenwart

Es diskutieren:
- Dr. Ulrike Lorenz (Klassik Stiftung Weimar)
- Prof. Dr. Martin Sabrow (Zentrum für Zeithistorische Forschung)
- Hasko Weber (Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar)

Moderation: Prof. Dr. Daniel Fulda (Halle)

Kontakt

Dr. Wolfram Enßlin
Tel.: 0341 9137-254
E-Mail: ensslin@bach-leipzig.de

https://www.saw-leipzig.de/de/aktuelles/tagung-weimar-als-gedaechtnisort-und-ort-der-gedaechtnispolitik